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Zitat Dominik R. [alias Dominik(southside) im Nachbarforum] ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Na, ja ganz unabhängig ob das Blatt seriös ist oder war, mir fällt sie seit Jahren auf als die Zeitung, die extrem diesen Stil&Etikette Wahn verbreitet. Dabei ist von barfuß meist noch nichtmal die Rede. Aber es geht gegen Sockenlosigkeit, gegen Flip-Flops, gegen kurze Hosen, etc.
Kein anderes Blatt von FAZ über Spiegel bis zur FR haben in der Richtung so oft Artikel, nein bei denen ist sowas die Ausnahme, bei der FR habe sogar noch nie etwas in der Richtung gelesen.
Auch die Besitzer der SZ, die Südwestdeutsche Medien Holding vertritt diese Tendenz in ihren beiden Blättern Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten nicht.
Mit Fug und Recht kann man die SZ als Zentralorgan der (frei nach Jay) Stil- & Etikette-Ayatollahs bezeichnen.
Mit freundlichen Füßen,
Dominik ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Hi Dominik,
speziell das, was die Titelzeile mitteilt, kannst du wirklich laut sagen! Es ist heute schon ein großer Unterschied zu einst (bis ca. 1983) - wir haben heute diesen unendlich müden, kraftlosen, unsouveränen Journalismus, wobei man sich wirklich fragt, ob unsere Presse wirklich so frei, unabhängig & eigenständig ist wie sie gerne vorgibt. Grad' die "Süddeutsche Zeitung" (im folgenden mit SZ abgekürzt) steht geradezu prototypisch für diesen müden, restlos Obrigkeiten (oder solchen, die es sein wollen) hörig-ergebenen Journalismus.
Die SZ hab' ich mir schon in meiner Studentenzeit nur gekauft, wenn ich einen Blick in "Der große SZ-Stellenmarkt für Fach- & Führungskräfte" benötigte, ansonsten war sie für mich immer schon mit dem Begriff Langweiligkeit assoziiert. & speziell für deren Feuilleton hab' ich seit nunmehr > 20 Jahren nur 1 Wort übrig: Unerträglich.
Man wirft oft der BILD-Zeitung vor, sie würde vorgefertigte Meinungen in die Köpfe ihrer Leser infiltrieren. Das macht die SZ in noch viel stärkerem Maße, weil sie sich erfolgreich mit dem Nimbus behaften konnte, sie sei DAS BLATT SCHLECHTHIN für junge Intellektuelle mit Hochschulabschluß im betrieblichen/behördlichen Angestelltenverhältnis.
Irgendwann setzt sich die stereotype Wiederholung des seit ein paar Jahren ca. alle 14 Tage zur Sommerszeit in der SZ lesbaren "Todsünde Nr. 1: Barfuß im Büro!" (überflüssig zu sagen, daß das der SZ´s Feuilleton oder deren Sonderrubrik "Beruf & Karriere" auch für gepflegteste & absolut geruchsneutrale Füße mit Gültigkeitsanspruch versieht) halt eben doch mehr oder weniger in den Gehirnsoftwares der Leser fest, & dann werden eben Hysterien bei den Gläubigen dieser Dogmen geschürt, wobei [Kollege nimmt sich zu viele Freiheiten 'raus, während andere sich das brav-anpasserisch versagen → "Ungerechtigkeit" → "Abteilungsfrieden" gestört] & [Schlag gegen die Unternehmens"kultur"] noch die harmlosesten Klischees sind. Sowie, daß eben nur derjenige modern & up to date ist (jedenfalls, wenn´s nach der SZ geht), wer erkennt & berücksichtigt, daß ohne erkennbare "Stil-, Etikette & Benimm'kinderstube'", sei´s in einem sozial-finanziell gehobenen Elternhaus oder in Benimm-Seminaren der Dieter Hundt-Benimm-Universität erworben, in Sacher Higher Level-Jobzuschlag nichts mehr geht, sofern das der Personaler bei der Examination des Bewerbers nicht hinreichend deutlich erkennen kann.
Die SZ war überdies auch das 1. Organ in D, welches Mitte der 1980er mit dem Yuppie-Klischee anfing. Man geht nicht mehr in der verwaschenen Fransenjeans, BF in Badepantoletten ("unflätiger LKW-Fahrerlook") & Achselshirt mit Rundhalsausschnitt in den Job! Das ist vorbei! [Hätte jemand die SZ gefragt: "Warum?", wären allenfalls verklausulierte Antworten gekommen: Das ist jetzt nicht mehr angesagt! Weil jetzt alle (& für immer) auf Stil + Etikette machen! Oder auch: Laut einer Studie von BWL-Prof. Dr. Dr. XY, Experte für Personalwirtschaft am renommierten NN-Institut, steigt die Mitarbeiter-Performance durch Stil + Etikette um so&soviel... oder auch: Wie kann man denn eine derart törichte Frage stellen?] [PENG. Deckel drauf.] "Mit freundlichen Grüßen, Ihre SZ-Redaktion."
Auch versteht sich die SZ als Leitorgan in Sachen Schickimicki [-Kultur]. Diese(s) ist von [Stil + Etikette] etwas verschieden, duldet aber selbstverständlich ebenso keinesfalls BF. Auf diesen Aspekt gehe ich jetzt wg. Länge nicht ein.
Tatsächlich glaube ich nicht, daß in den SZ-Headquarters in München´s Oberanger eine spezifische [Bar]Fußphobiker-Schreckschraube, gleich welchen Geschlechts, sitzt. Von da gehen vielmehr allgemeinere Direktiven an die einzelnen Redaktionen aus, wie (& ob überhaupt) über was zu berichten ist. Indes, bis zum letzten richtig ist Dominik´s Beobachtung, daß die SZ völlig auffällig darin ist, um BFiges entweder einen großen Bogen zu machen oder dagegen zu Felde zu ziehen.
Durch Indiskretion wurde mir bekannt, daß die SZ-Lokalredaktion "meiner" Town Freising riesige Schwierigkeiten damit hat, die Kolumnen bis zur Redaktionsschlußkonferenz gegen 16...17 Uhr überhaupt zu füllen; dies sei eine alltägliche Zitterpartie. Man würde am liebsten gar nichts berichten & sei froh, wenn man - jetzt in der Zeit nach Ostern - ein paar idyllisch/unverfängliche Sonntagsbilder aus ländlichen Kirchen "meiner" Region zur Verfügung hat, wenn Kids im Rahmen ihrer Erstkommunion erstmals zum Tisch des Herrn geführt werden, mit der Kerze in der Hand, in Dirnd´l, Trachtenanzug & brav in adäquaten Schuhen... Risikominimierung für die SZ...
Vor einigen Jahren feierte der Freisinger Waldlehrpfad (er besitzt auch eine kleine BF-Pfadanlage) Jubiläum. Darüber berichtete natürlich auch die SZ in ihrem Lokalteil. Ausführlich & fast vollständig. Natürlich mit Bildern netter, fröhlicher Kids in Turnschuhen & Sandälchen (mit Socks). Was ließ man weg? Klar, natürlich "ausgerechnet" Ausführungen & Fotos über das, was wohl am BF-Pfad geschah... Kindervergnügen mit unkeuschen, entblößten Füßen... Lorenz' Gesicht wird sich mit Recht violett-dunkelgrün färben, sollte er zufällig grad' hier lesen...
So ist sie eben, die SZ. In "meiner" Town bekommt sie außerdem keine Mitarbeiter, Volontariats-Stellenanzeigen "zur gründlichen Erlernung des jounalistischen Handwerks" sind Dauerbrenner (kenne Leute, die sich bewarben, nicht genommen wurden & in der nächsten Ausgabe war das Stelleninserat wieder 'drin). "Journalistische Sorgfaltspflicht" mag der SZ heilig sein. In praxi scheint sie jeden Pfurz eines sich als Autorität gebärdenden 'Personal- & Arbeitseffizienz'- oder auch "Zeitgeist"-'Experten' recht direkt zu übernehmen. Ganz anders sieht´s aus, wenn über irgendein Ereignis, welches spätvormittags im Freien ohne Beleuchtung stattfand, zu berichten ist. Dann prüft die SZ im Rahmen ihrer "journalistischen Sorgfaltspflicht" echt alles, etwa, ob am Morgen des betreffenden Tages auch wirklich die Sonne aufgegangen ist.
DAS ist die SZ. Für mich jedenfalls.
Stillose & Fuß-unprüde Grüße, Jay
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