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Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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Dieses Thema hat 15 Antworten
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Jörg 2 Offline




Beiträge: 938
Punkte: 927

09.06.2011 21:56
Schulverbot wg. Barfuß (HBF) + kleine Story Zitat · antworten

http://440931.forumromanum.com/member/fo...by_barfuss.html

In diesem Interessanten Thread wird auf einen Zeitungsartikel

http://www.mt-online.de/start/letzte_mel...ter_Fuesse.html

verwiesen, demzufolge ein Schüler kurz vor der Abschlussprüfung von der Schule unter Druck gesetzt wurde.

Ich erinnere mich in dem Zusammenhang an einen Musikstudenten, den ich vor Jahren an der Musikakademie mit Nebenfach Klavier zugewiesen bekam. Ein hübscher Kerl, französischer Abstammung, bissl südländischer Typ, schlank, - und barfuß.
Alles trieb zu der Zeit auf das bevorstehende Jahreskonzert zu. Vor dem Jahreskonzert im großen Saal der Landeshauptstadt empörte sich das Kollegium gegen ihn. So könne man ihn nicht (mit Querflöte Hauptfach) auftreten lassen. Ich setzte mich für ihn ein. Man versuchte alles und hatte sich auf die Hausordnung eingeschossen. In der stand nichts von barfuß. Die Studentinnen flogen übrigens auf den jungen Mann, der nicht nur eine charismatische Erscheinung war, sondern auch noch begnadet spielte.

Das war eben das Perverse, dass dem ganzen Kollegium seine außergewöhnlich musikalischen Fähigkeiten plötzlich ganz egal waren. Es war gerade so, als müsse das Abendland gegen den Einfall der Freibeuter verteidigt werden. Ich glaube, das ist eine typisch deutsche Unart.

Wie ging die Sache aus?
Der junge Mann bestand darauf, barfuß zu bleiben. Würde man ihn zwingen, wolle er das Studium aufgeben und lieber in der Fußgängerzone sein Geld verdienen.
Ich bestand darauf, ihm beizustehen.
Gemeinsam mit einer Freundin, die Schneiderin war, fassten ich einen Plan: wir statteten ihn mit wallendem, weißen Leinen aus. Eine elegante, weite Sommerhose, darüber ein weites, weißes Künstlerhemd mit weitem Ausschnitt. Der Ausschnitt gab den Blick frei auf die nackte Brust, mit dem braunen Taint des Südländers. Seine halblangen, schwarzen Haare glänzten, und seine schwarzen Augen funkelten. - So wollten wir ihn auftreten lassen.
Wir haben ihn also quasi sinnlich "inszeniert", so dass seine Barfüssigkeit zum Bestandteil einer Gesamtkonzeption wurde.

Es gab dann vor dem großen Konzert noch im Kollegium eine üble Auseinandersetzung. Die Meinungen eskalierten, und ihre Protagonisten verstiegen sich immer mehr in ihre eigenen Streitigkeiten, so dass der Anlass eigentlich dahinter zurückblieb.
Ich schwieg lange dazu. Als den Kontrahenten der Schaum vorm Maul stand und die Luft ausging, gab ich eine kühle Analyse in die Runde, welche die falsche Eitelkeit der schon mit Bauchansatz ausgestatteten alten Hagestolze beschämte. Alles schwieg.

Es kam zum Auftritt!
Der Junge spielte so hinreißend, dass das Publikum Kopf stand. Es gab langen Zwischenapplaus. Und bei den Mädchen trat angesichts seiner Erscheinung später auch (natürlich barfuß) im Foyer fast sexueller Notstand aus. ER war die Hauptperson an jenem Abend, und alle sahen auf ihn, sie bewunderten oder beneideten ihn.

Aber damit war die Sache noch nicht zuende. Denn ein Musikprofessor aus Norddeutschland, ein Spuerstar der Querflöte, hatte im Publikum das Konzert gehört. Und hatte den jungen Mann in einem unbemerkten Moment kurzerhand für ein Fortsetzungsstudium in seinem Institut abgeworben.

So verließ er uns. Und unser Institut war beschämt damit, durch die eigene Kleingeistigkeit einen Spitzen-Nachwuchsmusiker verloren zu haben, den man auf einmal - barfuß oder nicht - viel lieber selbst behalten hätte. Denn nach seinem Erfolg störte auf einmal die Barfüßigkeit des Studenten keinen mehr.

Die Verabschiedung des jungen Mannes werde ich nie vergessen. Obwohl ich immer die gebotene Distanz zu ihm hielt, umarmte er mich wie ein Sohn den Vater und dankte herzlich. Er sagte, es sei eine seiner wichtigsten Erfahrungen gewesen, sich mit seiner Musik und seiner Barfüßigkeit durchzusetzen, - und in mir den einzigen Mitstreiter dabei gehabt zu haben.

Ich werde diese Begegnung nie vergessen, und es war ein wenig so, als ob ein eigener Sohn von mir ging.

J.


Manfred (Ten) ( gelöscht )
Beiträge:

10.06.2011 07:36
#2 RE: Schulverbot wg. Barfuß (HBF) + kleine Story Zitat · antworten

Zitat von Jörg 2
Ich werde diese Begegnung nie vergessen, und es war ein wenig so, als ob ein eigener Sohn von mir ging.
J.


Sehr schön ! Ich hoffe, ihr seid noch im Kontakt.

Was ich nicht verstehe: Wenn es im Kollegium so massive Steitigkeiten gab, dann müssen doch auch dort zumindest einige auf seiner Seite gestanden haben ?


Saalenixe-Halle ( gelöscht )
Beiträge:

10.06.2011 08:10
#3 RE: Schulverbot wg. Barfuß (HBF) + kleine Story Zitat · antworten

Ein sehr interessanter Bericht, und bezeichnend für einen Großteil unserer heutigen Gesellschaft: der Inhalt interessiert nicht, nur die Verpackung.

Meinen Respekt vor dem Studenten, der sich nicht biegen lassen hat wegen ein paar Holzköppen mit angestaubten, weltfremden Ansichten – und meine Hochachtung vor euch, die ihr im beigestanden habt. Ohne eure Unterstützung wäre er vermutlich nicht aufgetreten, und die Musikwelt um einen außergewöhnlichen Künstler ärmer.

Die meisten kneifen, wenn es zur Sache geht, beugen sich dem "was üblich ist" – oder dem was einem selber von Nutzen ist. Ein Reisender (nicht namentlich genannt) handelt grundsätzlich nach "pragmatischen" (zitat des Reisenden) Gesichtspunkten und predigt aber dabei Wasser, und trinkt den Wein. Jemand der sich gerne als Rebell darstellt, und wenns drauf ankommt schön brav mit dem Strom schwimmt. Tschuldigt, daß ich etwas abschweife.

Nur folgerichtig, daß der begnadete junge Mann den Ruf der anderen Uni angenommen hat – denen der Inhalt, die Musik – und der Mensch wichtiger waren als ein paar läppische Schuhe an den Füssen.

Lg Saalenixe


Barpfotenbaer Offline




Beiträge: 111
Punkte: 76

10.06.2011 09:07
#4 RE: Schulverbot wg. Barfuß (HBF) + kleine Story Zitat · antworten

Am besten ist ja der Kommentar in www.mt-online.de/start/letzte_meldungen_aus_der_region/4589992_Buende_Schulverbot_wegen_nackter_Fuesse.html von "Schorsch schrieb am 09.06.2011 17:15 Uhr"

Zitat
Oh man diese Kinder aus Hardcoreökofamilien können einem schon leid tun. Naja ich hätte ihm trotzdem den Spaß gelassen, hätte man noch ein wenig gewartet hätte sich sicher eine nette Gruppe Gleichaltriger gefunden die ihm dann auf ihre eigene Weise erklärt hätte warum wir Schuhe tragen.

Da muss er sich wohl mit abfinden das er nunmal in einer Schuhträger Kultur lebt. Ich schlag auch nicht meine Frau grün und blau nur weil das in anderen Kulturen der letzte Schrei ist.



Wenn ich es richtig verstehe schlägt Schorsch also seine Frau, aber nicht bloß einfach deshalb, weil das in anderen Kulturen der letzte Schrei ist, sonder aus anderen Gründen, die man in seinem Kommentar nur zwischen den Zeilen lesen kann.


Manfred (Ten) ( gelöscht )
Beiträge:

10.06.2011 13:52
#5 RE: Schulverbot wg. Barfuß (HBF) + kleine Story Zitat · antworten

Zitat von Barpfotenbaer

Wenn ich es richtig verstehe schlägt Schorsch also seine Frau, aber nicht bloß einfach deshalb, weil das in anderen Kulturen der letzte Schrei ist, sonder aus anderen Gründen, die man in seinem Kommentar nur zwischen den Zeilen lesen kann.

LOL !

Ja, zwischen den Zeilen steht oft mehr als in den Zeilen selbst.

Kleines Beispiel gefällig ?
Die Schülerzeitung bekam aufgrund eines Betrages mächtig Ärger und korrigierte sich darum prompt in der nächsten Ausgabe:

"Wir bedauern die von uns gemachte Aussage in der letzten Ausgabe unserer Schülerzeitung, widerrufen selbige mit Bedauern und sind inzwischen sogar durchaus gegenteiliger Ansicht: Die Hälfte unserer Lehrer ist NICHT unfähig"

Ansonsten frage ich mich, was das für (junge?) Menschen sind, die so in festgefahrenen Normen leben. Unsicherheit ? Normen zum Festklammern ?
Wenn alle so denken würden wären wir heute noch in der Steinzeit ...


Jay Offline




Beiträge: 702
Punkte: 695

10.06.2011 14:34
#6 RE: Schulverbot wg. Barfuß (HBF) + kleine Story Zitat · antworten

Hi Jörg, hi Nixe, hi Manfred, hi Bär,

@ Bär special: Du meintest wahrscheinlich folgenden Direktlink:

http://www.nw-news.de/lokale_news/buende...ter_Fuesse.html

Schon wirklich ein Clown, dieser Schulleiter - er teilt sinngemäß mit: "Schulabschlußprüfungen erfordern sogenannte ""Würde"" - Wissen & Können im 'Prüfungsgegenstand' allein zählt nicht, wie?

Wird lustig, wenn´s dann heißt: Abschlußprüfung wegen Barfuß nicht bestanden, da mit Note 6 bewertet werden mußte... da Schuhe Voraussetzung zum Prüfungsantritt... somit Prüfungs-Abgabe-0-Resultat...

Pychedelische BF-Grüße, Jay, der einst ganz andere Bewerbergespräche vor kundigen Ingenieur-Chefs ableisten mußte: "Wie gehen Sie vor, wenn Sie in einem neuen Schaltungskonzept folgendes Problem [mathematisch-detaillierte, aber praxisnahe Darstellung] ... lösen müssen... ?"

& wenn man da nicht kompetent antwortete, war man als Bewerber weg vom Fenster. Gleichgültig, ob man barfuß war oder nicht. Schuhe oder fehlende Socks & Schuhe? Das hätte früher verlegenes "Herumgedruckse" anders'rum erzeugt: "Nun... [sagte Chef] ...ich glaube nicht, daß sich die Fa. irgendetwas davon kaufen kann, wenn Sie in [Forschung + Entwicklung] Schuhe tragen... Sie werden hier für´s Arbeiten bezahlt! Ob Sie das in Schuhen oder ohne machen, interessiert das Unternehmen genausowenig, wie wenn Sie im Winter ganztags partout Ihren Schal um den Hals anbehalten möchten..."

Es gäbe noch viel zu den wichtigen Inhalten dieses Threads zu sagen (bin im Moment leider von extremem Zeitmangel geplagt). Oder anders ausgedrückt: Worin bestehen Prüfungsnoten, was sagen diese aus? Wissen & Können ist erst dann 'dargetan', wenn´s in Shoes + Socks dargeboten wird?

Wirklich, für alle akademischen & sonstigen 'Abschlüsse' (& sei´s allein die Beherrschung eines Musikinstrumentes im 'akademisch hervorgehobenen Rahmen') sollte echt die Führerscheinprüfung von den äußeren Bedingungen als praktisches Vorbild am besten herhalten. Doch auch die darf man ja im praktsichen Teil nur beschuht ableisten... aus welchen bekannt mystischen Gründen auch immer...


Jörg 2 Offline




Beiträge: 938
Punkte: 927

10.06.2011 16:01
#7 RE: Schulverbot wg. Barfuß (HBF) + kleine Story Zitat · antworten

Es ist natürlich die Frage, ob man es wegen eines Prüfungstages auf eine Grundsatzauseinandersetzung ankommen lässt.
Bezüglich des Schulleiters ist die "Sicherheitsfrage" immer das Totschlagargument.

Andererseits sind die gegen den Schulleiter aufgebrachten Argumente nicht ganz stichhaltig. Die Haftungsfrage ist relevant. An meiner Schule mussten wir diese Woche auch langjährig praktizierte Abschluss-Events der Schüler unterbinden. Grund: es sind immer ein paar Extremisten dabei, die keine Grenzen kennen.

Wenn ein Schüler sich barfuß verletzt, wird die Haftungsfrage auch letztlich nicht von ihm, den Eltern und der Schulleitung abgehandelt. Es sind vielmehr Versicherungen, gesetzliche Unfallgenossenschaften und Verwaltungen, die mit Hilfe professioneller Experten den Fall untersuchen. Da spielen die redlichen Ziele des Schülers und die Gesundheit des Barfußlaufens dann keine Rolle mehr. Es geht nur noch um Geltendmachung und Abwehren von Ansprüchen bzw. Einhaltung oder Verletzung von Dienstpflichten.

Merkwürdig: es gibt immer mehr Schulen, die auf ihrem Gelände Barfußpfade anlegen. Wie geht das dann?

Vermutlich ist es doch so: verkaufe ich den Kaviar eher als Fischeier, oder als Delikatesse??

Gruss
J.


Jörg 2 Offline




Beiträge: 938
Punkte: 927

10.06.2011 21:57
#8 RE: Schulverbot wg. Barfuß (HBF) + kleine Story Zitat · antworten

Zitat von Manfred (Ten)

Zitat von Jörg 2
Ich werde diese Begegnung nie vergessen, und es war ein wenig so, als ob ein eigener Sohn von mir ging.
J.


Sehr schön ! Ich hoffe, ihr seid noch im Kontakt.

Was ich nicht verstehe: Wenn es im Kollegium so massive Steitigkeiten gab, dann müssen doch auch dort zumindest einige auf seiner Seite gestanden haben ?




Nein, der Kontakt war abgerissen. Wenn es das Schicksal will, wird er mir wieder begegnen - !

Die Ursache im Kollegium war weniger eine altmodische Verbohrtheit. Es war das Dissonanzkonzert etlicher eitler, akademischer Musikindividualisten. Bekanntlich geht die Hochleistung in der Musik mit den Jahren auch zurück. Manche fangen dann an, sich selbst über die Fähigkeiten ihrer Studenten zu definieren, - ähnlich den Eltern, die es für sich brauchen, dass ihr Kind ein Filmstar wird.

Die Barfüßigkeit des jungen Mannes war für mich auch keine pubertäre Erscheinung, sondern er war einfach ein Mensch, den man sich nur barfuß vorstellen konnte. Er war auch durchaus etwas distanziert, und der Schaar weiblicher (und auch männlicher) Fans entzog er sich auf eine subtile Art und Weise.

Ich zehre in meiner pädagogischen Arbeit heute noch von dieser Begegnung. Weil sie mich endgültig darin bestätigte, dass mein Platz nicht beim "Apparat", sondern beim Menschen ist.

J.

P.S.
Dieselbe Eitelkeit des Pädagogenkollegiums, die letztlich den Schutzbefohlenen hinter den eigenen Problemen vergisst, thematisiert ein wirklich großartiges Kammerspiel (Drehbuch: Bodo Kirchhoff, Regie: Niki Stein, produziert von der vielleicht besten ARD-Produzentin, die wir im Moment haben: Juliane Jessen). Ein Denkmal in der TV-Geschichte.

Der Film heißt "Die Konferenz"

http://www.arte.tv/de/769984,CmC=767988.html


Jörg (FFB) Offline




Beiträge: 212
Punkte: 209

10.06.2011 23:59
#9 RE: Schulverbot wg. Barfuß (HBF) + kleine Story Zitat · antworten

@ Bär: Ja, das ging mir auch durch den Kopf

Zitat von Manfred
Kleines Beispiel gefällig ?
Die Schülerzeitung bekam aufgrund eines Betrages mächtig Ärger und korrigierte sich darum prompt in der nächsten Ausgabe:

"Wir bedauern die von uns gemachte Aussage in der letzten Ausgabe unserer Schülerzeitung, widerrufen selbige mit Bedauern und sind inzwischen sogar durchaus gegenteiliger Ansicht: Die Hälfte unserer Lehrer ist NICHT unfähig"

Das erinnert mich an unsere Abizeitung. Wir hatten einen Mathelehrer (LK) der sich - auch schon bei diversen Vorgängerjahrgängen - jede Einbeziehung in Abischerze etc. bei Androhung von anwaltlichen Schritten verbat und auch sonst für seine Humorlosigkeit mehr als berüchtigt war. Was machten wir also? Wir besorgten uns für die Abizeitung von der Polizei ein Anzeigeformular, füllten dieses "im Sinne" unseres Lieblingslehrers aus und brachten als Anzeigegegenstand sinngemäß folgendes darin zu Protokoll: "Obwohl ich meine Schüler unter Androhung einer Anzeige warnte, mich in dieser Zeitung zu erwähnen, erschien diese Anzeige, die ich mit dieser Anzeige zur Anzeige bringe". Er hätte sie wirklich nur noch ausschneiden und unterschreiben müssen und hätte damit direkt zur Polizei gehen können. Aus irgendeinem Grund tat er das dann doch nicht...

Ich bin mir sicher, daß wir auch und gerade im Lehrerkollegium etliche Lacher auf unserer Seite hatten.

Tja, so kreativ waren wir damals in der osthessichen Provinz. Ich würde mir wünschen, daß auch die Schüler in der ostwestfälischen Provinz diese Kreativität an den Tat legten, um ihren Mitschüler zu unterstützen...

Serfuß,
Jörg

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Jörg (FFB) Offline




Beiträge: 212
Punkte: 209

11.06.2011 00:11
#10 RE: Schulverbot wg. Barfuß (HBF) + kleine Story Zitat · antworten

Zitat
Wenn ein Schüler sich barfuß verletzt, wird die Haftungsfrage auch letztlich nicht von ihm, den Eltern und der Schulleitung abgehandelt. Es sind vielmehr Versicherungen, gesetzliche Unfallgenossenschaften und Verwaltungen, die mit Hilfe professioneller Experten den Fall untersuchen. Da spielen die redlichen Ziele des Schülers und die Gesundheit des Barfußlaufens dann keine Rolle mehr. Es geht nur noch um Geltendmachung und Abwehren von Ansprüchen bzw. Einhaltung oder Verletzung von Dienstpflichten.

Exakt das ist es, was mir Angst macht, denn es gibt jedem Supermarkt, Museum, Restaurant, Verkehrsbetrieb etc. das Futter für ein Barfußverbot... Ich bin nicht oft mit Jay einer Meinung, aber hier sehe ich ebenso wie er eine unheilvolle Entwicklung auf uns zukommen, wenn die im Arbeitsleben schon sehr stark verbreiteten Praktiken auf das Privatleben übergreifen...

Irgendwann werden wir vor lauter Sicherheitswahn wirklich nur noch auf dem Barfußpark barfuß laufen dürfen und müssen uns z.B. beim Betanken des Autos nicht nur Sicherheitsschuhe sondern auch gleich den feuerfesten Rennoverall anziehen. Und dabei nützt das alles letztendlich dann doch nichts, denn am Ende des Lebens müssen wir dann doch alle sterben...

A propos: Lebensende mit drei Buchstaben? - Richtig: Ehe

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Saalenixe-Halle ( gelöscht )
Beiträge:

11.06.2011 05:31
#11 RE: Schulverbot wg. Barfuß (HBF) + kleine Story Zitat · antworten

Zitat von Jörg-FFB
A propos: Lebensende mit drei Buchstaben? - Richtig: Ehe



eine der wenigen Aussagen, die ich sofort blind unterschreibe - und jetzt schnell weg hier ..

Saalenixe


Manfred (Ten) ( gelöscht )
Beiträge:

27.06.2011 09:51
#12 RE: Schulverbot wg. Barfuß (HBF) + kleine Story Zitat · antworten

Zitat von Jörg (FFB)
[quote]
A propos: Lebensende mit drei Buchstaben? - Richtig: Ehe


Na, da habe ich nach zwei Toden doch mit dem dritten sogar eine Wiedergeburt erlebt und bin jetzt demnach schon 16 glückliche Jahre alt !

Na ja, entspricht ja irgendwie auch der Statistik, nach der zwei von drei Toden - ääh... Ehen scheitern.

Die Frage ist bloß: Warum kann man nicht gleich mit der Dritten beginnen ?


mapo Offline




Beiträge: 61
Punkte: 54

27.06.2011 11:15
#13 RE: Schulverbot wg. Barfuß (HBF) + kleine Story Zitat · antworten

Zitat
Die Frage ist bloß: Warum kann man nicht gleich mit der Dritten beginnen ?



Ganz einfach: weil einem sonst die Erfahrungen aus den ersten zwei fehlen würden, und man diese (dritte) nicht schätzen würde ...

Ich hatte zwar kein "Todeserlebniss", dennoch bin ich froh 5 Jahre mit meiner Ex und ihrem Sohn verbracht zu haben. Hab viel daraus gelernt, und weiss nun schon etwas besser, wer zu mir passt, bzw. zu wem ich passe.

Das Problem ist, glaub ich, weniger das Heiraten, sondern eher die Scheidung

ciao Maurizio


Engel Offline

Admin


Beiträge: 1.438
Punkte: 666

27.06.2011 12:36
#14 RE: Schulverbot wg. Barfuß (HBF) + kleine Story Zitat · antworten

Zitat von Manfred (Ten)

Zitat von Jörg (FFB)
[quote]
A propos: Lebensende mit drei Buchstaben? - Richtig: Ehe


Na, da habe ich nach zwei Toden doch mit dem dritten sogar eine Wiedergeburt erlebt und bin jetzt demnach schon 16 glückliche Jahre alt !

Na ja, entspricht ja irgendwie auch der Statistik, nach der zwei von drei Toden - ääh... Ehen scheitern.

Die Frage ist bloß: Warum kann man nicht gleich mit der Dritten beginnen ?




Die Hindus heiraten beim dritten Mal nen Baum, der dann verbrannt wird um für die vierte Ehe wieder frei zu sein. Ihrem Glauben nach bringt nämlich eine dritte Ehe Unglück.

Gruß Engel

http://www.bbq-county.de/shop/index.php

http://www.mysaarbq.de/index.php?sid=5cb...6029bf3f8853c17


Jay Offline




Beiträge: 702
Punkte: 695

10.07.2011 17:11
#15 Jetzt versteh' ich gar nichts mehr... Zitat · antworten

Hi,

alle haben die Sache ja mitbekommen: Mike Rahlmeyer geht plötzlich, einfach so, nur noch BF in die Schule. Der Schulchef macht ein Affentheater (Rest bekannt). Schüler Rahlmeyer darf angeblich die Abschlußprüfung wg. "unwürdiger Form" nicht schreiben - es sei denn, er schreibt sie in Schuhen. Egal, was er in Sachen "Lehrgegenstand" weiß & was er kann...

Nun, die Abschlußprüfung scheint geschrieben (unser junger Freund müßte ja blöd gewesen sein, wenn er hier nicht zum Mittel der strategischen Scheinanpassung gegriffen hätte & - um der "Ehrenrettung" der formal-feierlichen Schulabschlußprüfungssache willen - sich brav-korrekter Barfuß-Entsagungs-Kotauhandlungen befleißigt hätte). Klassenfahrten nach Paris gibt´s wohl an Realschulen nur für die obersten (erfolgreich absolvierten) Jahrgänge. & trotzdem: Sicherheitshalber nicht. Der Ruf der Schule - so die Angsthysterien der Schulleitung - könnte in Paris angesichts der unkeusch-unprüden Fußverpackungs-Unterlassungssünden jenes 1 Schülers Schaden nehmen...

Wenn es in dem ganzen Theater etwas Erfreuliches, Positives gibt, dann 1: Unser junger Freund schien bei seinen Altersgenossen mit seiner BFigkeit keinerlei Acceptanceprobleme gehabt zu haben. Hätten sich nämlich Mitschüler (+ 'einfache', nicht schulleitendende Klassenlehrer) darüber aufgeregt, hätte das die Presse sicherlich erwähnt.

Was ich nunmehr im Gesamtzusammenhang der Ereignisse nicht verstehe, ist folgendes: In

http://www.nw-news.de/lokale_news/buende...ss-Streits.html

wird berichtet, Mike (sinngemäß: 'habe sich gerfügt') gehe ab sofort wieder in Schuhen in die Schule.

In welche Schule? Die Realschule wird Mike - einen hoffentlich brauchbaren* Abschlußzeugnis-Fetzen in der Hand habend - nicht mehr interessieren. Dies ist eine nach der Absolvenz schlagartig überwundene 'biografische Epoche'; das Einzige, was übrig bleibt, sind Bekannt- oder Freundschaften zu ehemaligen Mitschülern.

& trotzdem: Rosig wird´s in Zukunft nicht für unseren jungen Freund. Sicherlich machen > 99 % aller allgemeinbildenden Schulen heute keinen Trouble wg. BF, aber wie das mit Lehrstellen für Gewerblich-Technisches (unablässige Sicherheitsschuh-Neurose) & Büro-Kaufmann-XX (unablässige Stil- & Etikette-Schuh-Neurose) aussieht, wird bitter sein.

So wünsche ich in tiefer barfüßiger Solidarität unserem jungen Freund von ganzem Herzen, daß er einen beruflichen Weitergang finden möge - z. B. in einer der nur noch ganz wenigen Firmen, in denen BF im Job kein Problem ist - der die kleinen Dinge im Leben bietet, die das Leben eben erst lebenswert machen. & dazu gehört ganz insbesondere auch die Freude am BF-Sein.

Wir wissen eben leider insgesamt zuwenig. Ob der junge Hr. Rahlmeyer seinen Traum vom BFigen Way Of Life resignierend als etwas "Unerfüllbares, niemals Realisierbares" ad acta gelegt hat?

Vor unüberlegten, plumpen Kontaktaufnahmeversuchen, egal durch welches der beiden Foren mit HBF-Spezifikation, muß ich auf jeden Fall entschieden warnen. Leider lassen meine Zeit & extreme Inanspruchnahme durch ein hochkomplexes Projekt momentan nur eine ganz marginale Beteiligung am Forum zu.
'Kontaktaufnahme': Man mache sich psychodimensional 'mal von vornherein folgendes klar: Auf einen 16/17 jährigen kommen - zum überwältigenden %satz Herren - zu, die durchschnittlich 3 Lebensjahrzehnte älter sind!

Solidarische BF-Grüße mit Mike Rahlmeyer, Jay (auch wenn´s natürlich sein kann, daß dieser als alter Mann sagt: Da hatte ich 'mal ein paar ganz wenige Lebenswochen, in denen ich um´s Verrecken gerne BF ging & nicht mehr aufhören wollte).

PS: Bin auch nicht zur Abitur-Absolviafeier "meines" Jahrganges gegangen.Trotz Appellen "meines" Oberstudiendirektors mit "Gibt köstliches Essen, wunderbaren Wein, Kerzenschimmer & das Schulorchester spielt. Aber bitte nur in Schlips & Nadelstreifen kommen & keinesfalls BF!"
PS II: Von den übrigen [Ex-]Schülern, die ebenfalls über Gebühr auffälliger, deutlicher & heftiger BF in der Schule zu sehen waren, kam ebenfalls keiner.
------------------------
*) aus Sicht der Lehrstellen-Personaler, die sagen: Der/die/das Halb-Kid ist uns gut genug! Der Mensch ist das wert, was in seinen Zeugnissen über ihn geschrieben steht... [+ solche Leistungen wie "Anpassungsleistung" (Vokabular aus der Stil- & Etiketteliteratur) etc. etc.]


barfussgeist Offline




Beiträge: 236

04.03.2012 14:21
#16 RE: Jetzt versteh' ich gar nichts mehr... Zitat · antworten

Hi Leute,

Bünde ist ganz in der Nähe von meinem Wohnort so ca. 28 km Luftlinie 50 min Autofahrt von hier außerdem haben wir mal in Enger bei Bünde gewohnt.

Ja, alle Provinz- Schulen sind hier so drauf` ...., dass sie den Schülern Stress machen. Und ihnen barfuß gehen verbieten. Oder sich dafür nicht interessieren.

Allerdings möchte ich den Lehrern nicht die Schuld geben.
Heute ist alles schwierig mit den Versicherungen, wie Jörg schon -der Du/Sie vermutlich Lehrer ist/sind- es beschrieben hat.

Auch in meiner Praxis würde ich ein Barfußtraining auf dem Rasen oder im Wald mir nicht zutrauen, da das auch extra versichert werden muss, und wenn was passiert -den armen Kindchen oder Jugendlichen am Füßchen- hast du sofort die Eltern am Start, und die machen dann Stress"". Ich bin ja sonst auf der Seite der SchülerInnen und mache auch "Unterrichtsbesuche" um die LehrerInnen- SchülerInnen Kommunikationsstörungen/Konflikte zu analysieren.

aber hier bin ich auf der Seite der LehrerInnen, die müssen so viel dokumentieren, planen usw. Und wenn sich jemand verletzt rufen per Telefon gleich die Eltern an und machen Stress"". Wer hat denn da schon Lust etwas mit den SchülerInnen- petzen was zu tun. Und die SchülerInnen sind immer auf Kriegsfuß mit den LehrerInnen.

Zu meiner SchulZeit in den 70er/80erv Jahren haben wir das mit den Lehrern selbst ausgemacht wenn ` Stress gab. Die Lehrer ham uns bestraft und wir habens nicht gleich den Eltern gesagt. Wenn ich einen Unfall hatte, haben meine Eltern gesagt, da musst Du mit alleine klar kommen. Meine Klasse hatte einen großen Zusammenhalt, und wenn dann haben mich meine KlassenkameradInnen uns beraten mit den LehrerInnen waren wir -es war in NordHessen- eher befreundet. Und die hätten jedes Projekt mit uns oder umgekehrt mit gemacht. Wir haben niemanden verpetzt. Heute muss man doch immer gleich bei ner kaputten Hose mit ner Klage rechnen oder die Ellies stehen immer gleich auf der Matte vorm Elternzimmer.

Die SchülerInnen müssen sich Ihr Barfuss selber erkämpfen. War klar, dass der Mike keine Chance hatte, er hatte, denn seine MitschülerInnen haben ihn nicht verteidigt, indem sie alle als Klasse und als ganze Schülerschaft BF gekommen wären, wenigstens aus Solidarität.

Meine Klasse hätte das damals gebracht, wenn ich voll Ärger hätte, dann wär der Teufel"" los gewesen. Alle wären mit Sicherheit BF in die Schule gekommen und hätten ihre Schuhe, Sandalen usw. draußen auf einen Haufen geworden.

Diese Weicheier"" von SchülerInnen die Ihren Kumpel net verteidigen können.

Spreche mal mit einer Schülerin, die hier SV macht informiere bald, wie der Tenor so ist.

Grüße auf barfuß Euer Andy Der "autonome" Barfussgeist""


P.S Mike fang` wieder damit an und geh barfuß!!!


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