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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Barfuß und Leben
Michael aus Zofingen Offline



Beiträge: 593
Punkte: 248

14.11.2011 05:30
"Spätsommer" am Hallwiler See Zitat · antworten

Sonntag, 6.11.2011: Am Vortag war es schon fast 20°C gewesen und ich war mit dem Velo nach Luzern gefahren. Würde es auch jetzt wieder so einen milden Spätsommertag geben? Gegen 10 Uhr verließ ich Zofingen mit dem Velo, und zwar im Träger-T-Shirt, kurzen Hosen und selbstverständlich barfuß (und ohne Mütze). Diesmal radelte ich nach Seengen am Hallwiler See. Mir kamen auf der Hinfahrt schon einige Velofahrer in kurzen Hosen entgegen, andere Velofahrer waren dagegen recht winterlich vermummt (auch Rennvelofahrer). Barfüßer sah ich auf der Straße nicht. Aber ich blieb an diesem Tag nicht der einzige Barfüßer.

Ich suchte das unbewachte Seebad in Seengen auf. Ich wußte, daß es dort recht windgeschützt ist und bei starker Besonnung so warm werden kann, daß der Aufenthalt in Badekleidung dort auch zu „unmöglichen“ Zeiten möglich ist. Das war auch diesmal möglich. Nachdem ich mich dort auf die vor einer Holzwand aufgestellte Sitzbank gesetzt hatte, war es so warm, daß ich sofort das T-Shirt auszog und die kurze Hose durch eine Badehose (die ich diesmal nicht vergessen hatte) ersetzte. Es waren schon mehrere Leute auf der Badeplattform. Ein dick vermummtes Kind fragte den Vater: „Will der Mann baden?“ „Vielleicht!“ war die Antwort. Ich wollte tatsächlich, aber nicht sofort. Erst mal wollte ich was essen. Und als ich damit fertig war, waren diese beiden wieder weg. Dann ging ich ins Wasser, aber nur soweit, bis ich mir gerade eben nasse Hosensäume holte. Dann ging ich wieder an meinen Sitzplatz, der Tag war ja noch lang.

Ein Rentnerehepaar kam auf die Plattform. Die Frau fragte mich, ob ich gebadet hatte. Ich antwortete: „Nur bis hierhin!“ und deutete auf die Hosensäume. Dann kam eine ca. 40jährige Frau. Als erstes zog sie ihre Crocs von den unbesockten Füßen und pfefferte sie auf den Boden. Sie schien das Ehepaar zu kennen, sie unterhielt sich intensiv mit den beiden, speziell mit dem Mann (insbesondere über das Baden bei tieferer Temperatur). Seine Frau verschwand dann, um später in Badekleidung wiederzukommen. Sie ging zügig ins Wasser und schwamm auch ein Stück. Kaum war sie wieder draußen, ging auch ich ins Wasser und schwamm ebenfalls. Ich entdeckte ein Flasche im Wasser, holte sie heraus, um sie anschließend im Glascontainer zu entsorgen. Nun hatte auch die andere Frau Badekleidung angelegt und ging ins Wasser, blieb eine Zeitlang stehen und kam zurück. Zur älteren Frau sagte sie: „Mehr möchte ich nicht. Ich fürchte, daß da mein Herz nicht mitmacht.

Beide Frauen zogen sich nach dem Baden relativ winterlich wieder an. Lange blieben sie nicht, dafür kamen laufend andere Leute. Auch gab es Kinder, die sich ihrer Schuhe (meist Stiefel) und Jacken entledigten. Manche schafften es auch, sich bis auf die Unterhose zu entkleiden, und das in Gegenwart der Eltern! Einige gingen auch mit den Füßen ins Wasser oder balancierten auf einem Balken. Zwei Knaben tauchten sogar auch ganz unter, um kurz darauf wieder aus dem Wasser zu gehen und sich dick anzuziehen. Eine nicht gerade übermäßig magere Frau war sicher 10 Minuten am Schwimmen, danach zog sie sich aber dick an (sogar mit Mütze) und verweilte noch ca. 1 Stunde dort, bevor sie ging. Solange schwimmen wollte ich nicht. Denn ich hatte erstens keine derart ausgeprägte körpereigene Isolierschicht, zweitens keine warme Kleidung dabei und drittens lag meine oberste Priorität darin, möglichst die wärmenden Sonnenstrahlen auf der Haut und die aufgewärmten Holzplanken unter den Füßen zu spüren. Daher begnügte ich mich, an diesem Tag insgesamt 4mal nur kurz zu schwimmen.

Zwei Männer waren auch kurz geschwommen, von denen einer in Sandalen ohne Socken gekommen war (aber in langen Hosen). Er hielt sich (im Gegensatz zum anderen Mann auch längere Zeit in der Badehose auf der Plattform auf. Und dann war da noch eine Frau, die sich lange Zeit im Bikini aufhielt, ohne aber ins Wasser zu gehen. Sie war zwar mit einer dicken Jacke, einer langen Hose und Stiefeln gekommen, aber immerhin trug (atypisch für November) keine Socken. Die Reaktion eines Kindes kann ich nicht vergessen. Es trug einen dicken Wintermantel, Mütze und Stiefel und sah, nachdem es zusammen mit der Mutter die Plattform betreten hatte, als erstes zwei andere, nur mit Unterhose bekleidete Kinder. Als die Mutter das sah, sagte sie: „Komm, Kindchen, schnell weg, hier sind wir falsch!“

Keine Wolke war am Himmel. Als die Sonne schon recht tief war, zog ich mir das T-Shirt über und meine kurze Hose an und begab mich Richtung Heimat. Als ich die Plattform verließ, verließ auch eine Familie, von der zwei Kinder zeitweise nur mit Unterhose bekleidet waren (die letzte Stunde aber nicht mehr, dafür war es denen zu kalt) den Ort. Einer der Jungen sprach: „Der trägt auch hier draußen kurze Hosen – und keine Schuhe!“ Darauf der Vater: „Dem scheint es Spaß zu machen, warum soll man ihm den nehmen?“

Ich radelte über Velowege durch Wälder nach Lenzburg. In der Altstadt starrten mich einige Kinder an, und eine Frau sagte: „Ein hitziger Siech!?“ Bald wurde es dunkel, aber weniger kühl als am Tag zuvor. Um 18 Uhr war ich zu Hause. War das der Abschied von Sommer? Ein letztes Mal Baden in einem natürlichen Gewässer? Wir werden sehen!

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


MarcelHR Offline




Beiträge: 587
Punkte: 228

14.11.2011 06:15
#2 RE: "Spätsommer" am Hallwiler See Zitat · antworten

Hallo Michael

Mann o Mann, da war ja richtig was los am Hallwiler See .
War sicher ein grosses Vergnügen zu beobachten und selber nochmals das Wasser geniessen zu können.
Dieser wettermässig sehr gemässigte November ermöglicht eben vieles. Wie lange noch weiss keiner. Also ausnutzen.

Barfuessgrüess
Marcel


Markus U. Offline

Admin


Beiträge: 1.943
Punkte: 794

14.11.2011 14:02
#3 RE: "Spätsommer" am Hallwiler See Zitat · antworten

Hi Michael, hi Marcel,

auch bei uns war das erste Novemberwochenende (5./6.11.2011) ungewöhnlich mild, so daß ich ebenfalls im T-Shirt (allerdings in einem "richtigen", also "T"- förmigen mit kurzen Ärmeln) rausgegangen bin); zum Baden war es mir freilich schon zu kalt. Obwohl das sonnige Wetter anhält, wird es leider von Tag zu Tag kühler, und so trage ich inzwischen obenrum über dem T- Shirt ein langärmeliges Hemd und eine Lederjakke (und im Büro geschlossene Schuhe an den sokkenlosen Füßen).

Barfüßige Herbstgrüße,
Markus U.


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