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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 352 mal aufgerufen
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 Barfuß und Leben
Michael aus Zofingen Offline



Beiträge: 585
Punkte: 248

16.12.2013 05:44
Zofingen nach dem Eisregen Zitat · antworten

Hallo,

am letzten Samstag (14.12.2013) überquerte eine Kaltfront die Schweiz. Aber fiel brachte sie nicht. Und am nächsten Tag war es wieder trocken, und am Mittag war sogar der Nebel verschwunden, und das bei knapp über 0°C. Also echtes Wanderwetter, selbstverständlich barfuß, mit kurzen Hosen, Trainingsjacke, und ohne Handschuhe und Mütze.
Mein erstes Ziel war der Heiternplatz, ein oberhalb der Stadt liegender ursprünglicher Exerzierplatz, hier lag kein bißchen Schnee. Von dort führte ein Naturweg in den Wald, den ich schon am Wochenende zuvor begangen war. Hier lag auch mehr Schnee als das Wochenende zuvor, WARMER Schnee, was will ich mehr. Auch waren mehr Wege barfuß gut begehbar. Der Eisregen hatte dafür gesorgt, daß die steinigen Passagen mit Wasser gefüllt wurden und was daraufhin gefror. So störten auch die vielen Buchekkern nicht, Maronis dagegen hätten auch hier gestört. Somit hat Eisregen auch seine Vorteile, zumindest im Wald, wo keine „Salzeulen“ unterwegs sind

Ich wanderte ein asphaltiertes Sträßchen hinunter zur die Paßhöhe Mühlethal-Linden, dem höchsten Punkt auf der Hauptstraße Zofingen – Uerkheim. Dann ging es wieder bergauf. Da diese Bergflanke in der Sonne lag, waren von den Bäumen durch den Eisregen verklumpte Rauhreifkristalle hinunter auf den verschneiten Weg gefallen. Diese Eisbrocken waren teilweise recht scharfkantig, was das Barfußgehen etwas weniger angenehm machte. Während mir auf der schattigen Bergflanke nur wenige Wanderer begegnet waren, waren auf der Sonnenseite mehr Wanderer unterwegs. Aber egal ob Schatten- oder Sonnenseite, die Leute grüßten freundlich. Im allgemeinen habe ich den Eindruck, daß erwachsene Wanderer in der Natur (zumindest solche, die sich weiter als 1 km vom Parkplatz entfernen) durchweg positive Einstellungen zum Barfußgehen haben, während einem Autofahrer auf Verkehrsstraßen häufiger Ärger bereiten. Wer ein Griesgram ist und für die Natur und für natürliche Lebensweise nichts über hat geht nicht in den Wald. Das kann man sicher nicht pauschalisieren, denn es gibt auch naturverbundene Menschen, die das Auto benutzen genauso wie ein Leute gibt, die jeden Meter Weg mit dem 4rad zurücklegen und trotzdem derart militante Schuh- und Sockenhasser sind, daß sie diesen „Schrott“ am liebsten zum Teufel wünschen.

Ab und zu wurde die berühmt-berüchtigte K-Frage gestellt. Manche kannten mich auch mit Namen, aber ich (er)kannte sie nicht, vielleicht weil sie es mit dem „Vermummungsverbot“ nicht so genau nahmen. Eine Frau sagte: „Ich friere, wenn ich Sie sehe. Ist es nicht kalt an den Füßen? Ich trage Skiunterwäsche, zwei Wollpullover und zwei paar Socken. Ich betrachtete ihre Winterwanderstiefel und sagte: „In derart fetten und Steifen Schuhen kann man die Zehen nicht bewegen, es fehlt an Durchblutung. Dadurch kühlen die Füße aus, und man benötigt dann mehrere Socken übereinander. Ohne Schuhe dagegen werden die Füße besser durchblutet, man muß nur in Bewegung bleiben!“ „Dann will ich Sie auch nicht aufhalten.“

Am Waldrand bei Küngoldingen tobten kleine Kinder am Hang des Bühnenberges. Auch ein Erwachsener (vielleicht der Götti) spielte mit ihnen (es waren mehrere Erwachsene in der Nähe, weiß jedoch nicht, ob sie auch dazu gehörten. Während ich meines Weges ging, rannte ein Mädchen weg, während das andere, das zwar fett beschuht und belanghost war, jedoch ohne Handschuhe und ohne Mütze fast schon hochsommerlich gekleidet war, blieb stehen, lächelte mich an, richtete ihr „Gewehr“ (einen gefunden Ast) auf meine Füße und ahmte das Geräusch eines Schusses nach. Ich tat so, als würden ich einen Revolver aus dem Gürtel ziehen und „schoß“ auf die Schuhe des Mädchens und ging weiter. Ich hörte noch etliche „Schüsse“ und schließlich die Stimme: „Du bist tot oder ich spiel nicht mehr!“ Das andere Mädchen rannte auf den mutmaßlichen Götti zu und rief immer: „Nur mit den Füßen! Nur mit den Füßen!“ Darauf der Mann: „Er sucht seine Stiefel und kann sie nicht finden.“ Als ich den Mann erreichte, fragte er: „Suchen Sie ihre Stiefel. Wir haben keine gefunden.“ Ich antwortete: „Stiefel? Nein danke!“ Dann fragte er: „Wollen Sie zum Nordpol?“ Ich verneinte. Als ich schon weiter weg war, hörte ich wieder: „Der sucht seine Stiefel und kann sie nicht finden!“ Der Mann hatte Humohr!

Anschließend begab ich mich in die Zofinger Altstadt, wo kein Weihnachtsmarkt mehr war. Aber es waren einige Leute in der Stadt, auch Familien mit Kindern. Ein Knabe fragte: „Wieso läuft der barfuß?“ Die Mutter: „Weil es ihm Spaß macht! Er ist es gewöhnt!“ Kurz vor meiner Wohnung kam ich noch an einem Garten vorbei, wo ein fett bewollmützter Knabe auf einer Schaukel saß und der Vater daneben stand. Der Knabe schrie: „Papi, der läuft hier GAAAAANZ blutt rum!“ Auch wenn ich deutlich weniger winterlich gekleidet war als der Knabe: Von „ganz blutt“ war ich doch meilenweit entfernt. Ich erreichte meine Wohnung, und es dauerte nicht lange, bis sich mit einbrechender Dunkelheit ein fetter Nebel bildete, wie man es in Zofingen gewöhnt ist.

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


Markus U. Offline

Admin


Beiträge: 1.905
Punkte: 794

18.12.2013 13:31
#2 RE: Zofingen nach dem Eisregen Zitat · antworten

Zitat von Michael aus Zofingen
Auch waren mehr Wege barfuß gut begehbar. Der Eisregen hatte dafür gesorgt, daß die steinigen Passagen mit Wasser gefüllt wurden und was daraufhin gefror. So störten auch die vielen Buchekkern nicht, Maronis dagegen hätten auch hier gestört. Somit hat Eisregen auch seine Vorteile, zumindest im Wald, wo keine „Salzeulen“ unterwegs sind.



Hi Michael, ich habe die Erfahrung gemacht, daß man barfuß wesentlich stärker Gefahr läuft, auf Eis auszurutschen, als mit Schuhen. Ich bin daher, wenn ich bei Eisregen oder Glatteis barfuß unterwegs bin, besonders vorsichtig und wundere mich, daß Wege mit Eis besser begehbar sein sollen, als ohne.

Zitat von Michael aus Zofingen
Da diese Bergflanke in der Sonne lag, waren von den Bäumen durch den Eisregen verklumpte Rauhreifkristalle hinunter auf den verschneiten Weg gefallen. Diese Eisbrocken waren teilweise recht scharfkantig, was das Barfußgehen etwas weniger angenehm machte.



Das ist ein echtes Problem, denn scharfkantige Eisbrokken sind kaum weniger gefährlich als Glasscherben.

Zitat von Michael aus Zofingen
Eine Frau sagte: „Ich friere, wenn ich Sie sehe. Ist es nicht kalt an den Füßen? Ich trage Skiunterwäsche, zwei Wollpullover und zwei paar Socken. Ich betrachtete ihre Winterwanderstiefel und sagte: „In derart fetten und Steifen Schuhen kann man die Zehen nicht bewegen, es fehlt an Durchblutung. Dadurch kühlen die Füße aus, und man benötigt dann mehrere Socken übereinander. Ohne Schuhe dagegen werden die Füße besser durchblutet, man muß nur in Bewegung bleiben!“ „Dann will ich Sie auch nicht aufhalten.“



Je dikker die Füße verpackt sind, desto stärker frieren sie, weil sie sich zuerst erhitzen und infolge dessen Schweiß abgeben, der die Sokken durchfeuchtet, was die Füße auskühlen läßt. Desgleichen kann von außen eindrungenes Wasser die in fetten Stiefeln und Sokken stekkenden Füße auskühlen lassen. Barfuß tritt dieser Effekt nicht ein, denn sogar bei Regen sind die Füße stets in Bewegung, während feuchte Füße in Schuhen und Sokken gewissermaßen im Wasser "stehen".

Zitat von Michael aus Zofingen
Kurz vor meiner Wohnung kam ich noch an einem Garten vorbei, wo ein fett bewollmützter Knabe auf einer Schaukel saß und der Vater daneben stand. Der Knabe schrie: „Papi, der läuft hier GAAAAANZ blutt rum!“ Auch wenn ich deutlich weniger winterlich gekleidet war als der Knabe: Von „ganz blutt“ war ich doch meilenweit entfernt.



Ich bin auch schon ein paarmal von Kindern als "ganz nakkich" bezeichnet worden. In solchen Fällen ist es gut, daß die betreffenden Kinder in Begleitung ihrer Eltern sind, denn die Aussage eines unbegleiteten Kindes könnte die angeblich "nakkerte" oder "blutte" Person möglicherweise in echte Schwierigkeiten bringen.

Sokkenlose Wintergrüße,
Markus U.


Michael aus Zofingen Offline



Beiträge: 585
Punkte: 248

30.12.2013 09:56
#3 RE: Zofingen nach dem Eisregen Zitat · antworten

Hallo Markus,

Zitat von Markus U.

Zitat von Michael aus Zofingen
Auch waren mehr Wege barfuß gut begehbar. Der Eisregen hatte dafür gesorgt, daß die steinigen Passagen mit Wasser gefüllt wurden und was daraufhin gefror. So störten auch die vielen Buchekkern nicht, Maronis dagegen hätten auch hier gestört. Somit hat Eisregen auch seine Vorteile, zumindest im Wald, wo keine „Salzeulen“ unterwegs sind.



Hi Michael, ich habe die Erfahrung gemacht, daß man barfuß wesentlich stärker Gefahr läuft, auf Eis auszurutschen, als mit Schuhen. Ich bin daher, wenn ich bei Eisregen oder Glatteis barfuß unterwegs bin, besonders vorsichtig und wundere mich, daß Wege mit Eis besser begehbar sein sollen, als ohne.




In der Tat rutscht man nach den Eisregen barfuß leicht aus, wenn die gebildete Eisfläche geschlossen ist, etwa bei einem asphaltierten Weg. Und wenn diese Fläche auch noch schräg ist, rutscht man noch stärker aus. Hier aber handelte es sich um Waldwege. Das Wasser war in Ritzen eingedrungen und dort gefroren, jedoch blieben Steine, Buchekkern, Zweige usw. eisfrei. Und das verhinderte ein Ausrutschen.

Zitat von Markus U.

Zitat von Michael aus Zofingen
Kurz vor meiner Wohnung kam ich noch an einem Garten vorbei, wo ein fett bewollmützter Knabe auf einer Schaukel saß und der Vater daneben stand. Der Knabe schrie: „Papi, der läuft hier GAAAAANZ blutt rum!“ Auch wenn ich deutlich weniger winterlich gekleidet war als der Knabe: Von „ganz blutt“ war ich doch meilenweit entfernt.



Ich bin auch schon ein paarmal von Kindern als "ganz nakkich" bezeichnet worden. In solchen Fällen ist es gut, daß die betreffenden Kinder in Begleitung ihrer Eltern sind, denn die Aussage eines unbegleiteten Kindes könnte die angeblich "nakkerte" oder "blutte" Person möglicherweise in echte Schwierigkeiten bringen.




Irgendein deutscher(?) Richter soll mal gesagt haben: "Nackt ist, was wie nackt aussieht." Und entsprechend können auch die Repressalien ausfallen.

Und wenn der Polizei eine "GAAAANZ blutte Person" gemeldet wird, und später wird tatsächlich eine leicht bekleidete Person aufgegriffen, dann kann man auch belangt werden, wenn man behauptet, man wäre die ganze Zeit so bekleidet gewesen, während mehr als eine Person bezeugt, die aufgegriffene Person wäre blutt gewesen und hätte sich zwischenzeitlich angezogen. Wem glaubt die Polizei eher.

Nachdenkliche Grüße
Michael aus Zofingen


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