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Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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Dieses Thema hat 27 Antworten
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 Barfuß und Leben
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Michael aus Zofingen Offline



Beiträge: 589
Punkte: 248

31.05.2017 05:49
#21 RE: Jay geht nicht mehr barfuß oder: barfuß und körperliche Integrität Zitat · antworten

Zitat von Markus U. im Beitrag #15

Indessen kann ich Jay gut verstehen, denn wenn ich in den vergangenen Jahren verletzt war (einmal an der linken Hand, einmal am linken Fuß, jeweils infolge von Stürzen), mochte ich auch nicht barfuß sein. Als die Hand bandagiert war, trug ich geschlossene Schuhe, und als mein Fuß verstaucht war, waren mir sogar Flipflops peinlich (mehr Schuh ging leider nicht, weil mein geschwollener Fuß nicht reinpaßte). Sowohl bei Jay als auch bei mir ist barfuß dermaßen mit Lebensfreude assoziiert, daß wir nicht barfuß sein mögen, wenn diese aufgehoben ist, wobei ein entscheidender Unterschied darin besteht, daß meine Verletzungen jeweils nach ein paar Tagen verheilt waren, während Jay's körperliche Integrität vielleicht dauernd aufgehoben ist. Hinzu kommt, daß Jay in der letzten Zeit verständlicherweise viel geweint hat und die Tränen bisweilen auch in der Öffentlichkeit nicht zurückhalten konnte, und weinend barfuß zu gehen, ist seiner Meinung nach nicht stimmig und paßt nicht zusammen - und für mich ist es auch nicht "der wahre Jakob".

Freilich gibt es keine allgemeingültige Regel, nach der die Barfüßigkeit von Menschen, deren körperliche Integrität aufgehoben oder sichtlich beeinträchtigt ist, generell nicht stimmig, unschicklich oder unpassend wäre. Letztlich muß das jeder für sich entscheiden und es respektieren, wenn sich ein anderer in einer vergleichbaren Situation anders entscheidet.



Hallo Markus,

es ist immer einfacher zu sagen, was man tun würde, wenn man sich in einer Situation wie Person X befände, ohne sich jemals in einer solchen Situation befunden zu haben als etwas tatsächlich zu machen. Und eine "temporäre Behinderung" (z.B. eine verstauchte Hand) ist sicher etwas anderes als eine "permanente Behinderung". Und längst nicht immer ist die Grenze zwischen "Behinderung" und "Nichtbehinderung" eindeutig. Eine Versicherung sieht es sicher anders als ein "einfacher Beobachter". Und alles ist subjektiv: Manche Personen bezeichnen schon einen Menschen als "Krüppel", nur weil er ein Hörgerät trägt, graue Haare hat, ein paar kg zu viel (oder auch zu wenig) auf die Waage bringt. Früher galt sogar das Tragen einer Brille als Manko.

Sehen nicht wir Barfüßer es nicht manchmal ein bißchen eng und einseitig, der eine mehr, der andere weniger? Wieso ist barfuß sein und weinen "weniger stimmig" als fett beschuht sein und weinen? Wieso ist ein bandagierter Arm und barfuß "weniger schicklich" als ein bandagierter Arm und fett beschuht? Irgendwo habe ich auch schon gelesen, daß sich ein Mann, der sich am Strand einen Sonnenbrand an den Beinen geholt hatte und am nächsten Tag bei warmem aber bewölktem Wetter nicht in kurzen Hosen auf die Straße traute und lieber die kratzende lange Hose an den Beinen ertrug. Sonnenbrand und kurze Hosen waren bei ihm nicht stimmig. Während meiner Vorbarfußzeit war ich mal beim Wandern im Tessin gestürzt und hatte mir die Unterschenkel blutig gescheuert. Beim Umsteigen im Bahnhof Luzern wurde ich von (damals noch unbewaffneten) Bahnpolizisten angehalten, die meinten, der Anblick derartiger Wunden wäre eine Zumutung für andere Fahrgäste, ich solle doch lange Hosen anziehen. Als ich sagte, daß ich keine dabei hatte, meinte einer der Schergen: "Es wäre zumutbar, für solche Fälle eine lange Hose dabei zu haben."

Ich vermute, daß auch eine gewisse Angst mitspielt. Wenn etwa jemand barfuß ist und am Fuß verletzt ist, könnten andere denken, die Verletzung käme vom Barfuß laufen. Ähnlich ist es mit Husten. Wenn jemand hustet und barfuß ist, könnten andere denken, man hätte sich durch barfuß erkältet. Ich gebe auch zu, daß ich manchmal versuche, das Aushusten eines eingeatmeten Insektes zu unterdrücken, allerdings nicht nur wenn ich barfuß bin.

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


André Uhres Offline




Beiträge: 598
Punkte: 3

31.05.2017 12:00
#22 RE: Jay geht nicht mehr barfuß oder: barfuß und körperliche Integrität Zitat · antworten

Zitat von Michael aus Zofingen im Beitrag #21
Wenn etwa jemand barfuß ist und am Fuß verletzt ist, könnten andere denken, die Verletzung käme vom Barfuß laufen.


Bekannte würden das erst recht von uns denken, wenn wir Schuhe an haben. Analog könnte man argumentieren: Wenn jemand an der Hand verletzt ist, könnten andere denken, die Verletzung käme davon, dass er keine Handschuhe an hatte. Daher sieht man wohl so viele Leute mit Handschuhen herumlaufen? Solche verrückten Gedanken sind meiner Meinung nach fehl am Platz. Wenn wir weniger "denken" und mehr nach unserem Wohlergehen schauen würden, wäre das sicher in Ordnung.

Liebe Grüße,
André


Markus U. Offline

Admin


Beiträge: 1.923
Punkte: 794

01.06.2017 13:59
#23 RE: Jay geht nicht mehr barfuß oder: barfuß und körperliche Integrität Zitat · antworten

Hi Michael, hi André,

wenn ich gesund und barfuß bin, dann fühle ich mich besonders ganzheitlich und im Einklange mit mir selbst. Wenn ich aber verletzt bin, dann bin ich nicht im Einklange mit mir selbst, und dazu finde ich (nur für mich selbst, nicht im Hinblick auf mutmaßliche Gedanken "der Leute") barfuß nicht passend. Wenn ich dann in der entsprechenden Situation fett beschuht bin und möglicherweise (gewissermaßen als Steigerung) auch noch Sokken trage, drükke ich damit meine Trauer über diesen Zustand aus. Das braucht im Grunde auch niemand zu wissen (schließlich sage ich es niemandem), geschweige denn zu verstehen - es genügt mir, wenn ich es selber weiß und verstehe. Der Aussage, daß man barfuß nicht weinen sollte, vermag ich mich so nicht anzuschließen, obwohl mir der Gedanke, daß man durch Weinen die Lebensfreude, welche das Barfußgehen ausdrückt, konterkariert, durchaus schlüssig erscheint.

Barfüßige Sommergrüße,
Markus U.


André Uhres Offline




Beiträge: 598
Punkte: 3

02.06.2017 10:54
#24 RE: Jay geht nicht mehr barfuß oder: barfuß und körperliche Integrität Zitat · antworten

Hi Markus,

wenn dir bei einer Verletzung wohler ist, sobald du nicht mehr barfuß bist, ist das selbstverständlich vollkommen in Ordnung. Du machst dir dann ja wohl auch keine Gedanken darüber, was andere davon denken, dass du auf einmal in Schuhen auftauchst.
Dass man barfuß nicht weinen sollte, kann ich für mich selbst ebenfalls nicht nicht befürworten, denn das Barfußgehen hilft, meine Trauer und Ähnliches zu lindern, mich zu beruhigen und Stresssituation zu bewältigen.

Liebe Grüße,
André


Dieter (Bochum) Offline




Beiträge: 675

02.06.2017 17:21
#25 RE: Jay geht nicht mehr barfuß oder: barfuß und körperliche Integrität Zitat · antworten

Hallo allesamt,

die letzten Tage ist so viel offenbart worden, wie die ganzen Jahre zuvor nicht.
Die vergangenen Jahre habe nur ich meine innersten Gefühle geoutet und die Anderen
hielten sich alle "bedeckt".
Jetzt scheint es umgekehrt zu sein.
Markus, Du darfst selbstverständlich empfinden, was Du empfindest. Man kann seine
Gefühle ja auch meistens oder nie steuern.
Aber interessant finde ich Deine Gefühle schon. Sie sind sehr originell.
Ich meine, sogar viel origineller als meine profanen sinnlichen Gefühle beim öffentlichen
Barfußsein.
Dass man barfuß nicht weinen will oder dies als unpassend empfindet, habe ich noch nie gehört.
Das eine hat mit dem anderen eigentlich gar nichts zu tun.
Genauso gut könnte man ja auch sagen, man darf bei der Arbeit oder im Winter mit Handschuhen
nicht weinen, sondern nur nachts heimlich unter der Bettdecke. ("Indianer weinen nicht - öffentlich.")
Wie gesagt, sehr originell, diese Einstellung. (Man darf es ja mal erwähnen.)

Liebe Grüße von Dieter aus Unna


André Uhres Offline




Beiträge: 598
Punkte: 3

03.06.2017 07:17
#26 RE: Jay geht nicht mehr barfuß oder: barfuß und körperliche Integrität Zitat · antworten

Lieber Dieter,

was das Weinen und Barfußgehen betrifft, glaube ich wie du, dass das eine mit dem anderen eigentlich gar nichts zu tun hat. Obwohl, da Weinen und Barfußgehen beide gefühlsbestimmt sind, könnten bei einigen Personen vielleicht Gemeinsamkeiten vorliegen. Ich kann mir das allerdings nicht wirklich vorstellen...

Liebe Grüße,
André


Andi53 Offline




Beiträge: 52

03.06.2017 12:59
#27 RE: Jay geht nicht mehr barfuß oder: barfuß und körperliche Integrität Zitat · antworten

Was am Barfußgehen gefühlsbestimmt sein soll erschließt sich mir nicht. Auf Schuhe zu verzichten ist eine sehr bewußte
Entscheidung. Nach Abwägung mehrerer individueller Aspekte, beispielsweise ob ich trainiert genug bin für einen bestimmten Schotterweg, ob ich die momentanen Temperaturen barfuß schadlos überstehe oder auch ob ich situativ mit der Reaktion meiner Mitmenschen umgehen kann.
Weinen hängt tatsächlich unmittelbar mit Gefühlen zusammen, prinzipiell mit sehr positiven (das lasse ich jetzt aber mal außen vor) oder negativen Gefühlen. Hat damit unmittelbaren Einfluss wie ich mit Reaktionen meiner Mitmenschen umgehen kann. Laut Herbert Grönemeyer weinen Männer heimlich, da ist sicher auch etwas dran. Ich kann mir aber nicht vorstellen, warum ich dann gerade nicht barfuß gehen soll, beispielsweise allein bei einem Waldspaziergang, wo diese Reaktionen von Mitmenschen kaum eine Rolle spielen. Ich stelle selbst immer wieder fest, das Barfußgehen negative Gefühle sogar reduziert, warum also darauf verzichten, wenn das eigentlich gerade gebraucht wird ? Zu beachten ist meiner Meinung nur das ich "weinend" besonders sensibel bin für die Reaktionen meiner Mitmenschen, und das ich dann versuchen sollte, diese auszuschließen.


André Uhres Offline




Beiträge: 598
Punkte: 3

03.06.2017 15:47
#28 RE: Jay geht nicht mehr barfuß oder: barfuß und körperliche Integrität Zitat · antworten

Hi Andi,

mit einer schönen Frau ins Bett zu gehen ist ja auch eine bewusste Entscheidung, und wäre gemäß deiner Logik nicht gefühlsbestimmt .

Liebe Grüße,
André


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