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Dieses Thema hat 1 Antworten
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Saalenixe-Halle ( gelöscht )
Beiträge:

24.10.2009 19:38
Hofbrauhauskeller Zitat · antworten

In Antwort auf:
(wir können übrigens die weiteren, eigentlichen, genauen Gründe für den Exitus des 'Hofbrauhauskellers' am Forumsstammtisch bei Interesse weiter besprechen).



Jetzt bin ich doch neugierig geworden! Lt. Plan befindet sich die Kneipe in der Naehe der Mainburger Strasse. Mir war da ein Hofbraeuhaus bekannt, in dem ich selber 1998/1999 schon zu Gast war. Nach vorsichtiger Recherche muesste es das graefliche Hofbraeuhaus sein, damals recht rustikal eingerichtet. Leider weiss ich im Moment nicht mehr den Namen des damaligen Wirtes, faellt mir bestimmt nach einigem Nachdenken wieder ein. Gar wilde Sachen gaebe es da aus dieser Zeit zu berichten, einen der Hauptakteure kannte ich persoenlich. Doch psssssssst - Nixe schweigt. Ausserdem ist es verjaehrt.

Das ist aber doch wohl nicht die Kneipe, die du meinst?

Was ich allerdins nicht ganz verstehe - soo weit entfernt sind doch die beiden Lokale nicht voneinander. Duerfte auch mit 2 Mass noch zu Fuss zu schaffen sein.

lg saalenixe

bitte die fehlenden Umlaute zu entschuldigen, bin auf Besuch bei meinem Bekannten und tipp auf nem Minischleppi mit Amitastatur


Jay Offline




Beiträge: 702
Punkte: 695

25.10.2009 13:07
#2 RE: Hofbrauhauskeller Zitat · antworten

Hi Saalenixe,
dann versuch' ich 'mal, das Ding "abzuarbeiten" - im Bemühen, mein Antwortding durch größtmögliche Informationskompression nicht zuu lang werden zu lassen & wenigstens noch ein paar Punkte mit BF-Relevanz zu bringen.

Freising hat 2 Großbrauereien (aber noch einige weitere kleine), diese beiden Großherstelleranlagen für des Bayern liebstes Getränk sind

x die "Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan" auf dem Weihenstephaner Berg, dort errichteten Mönche eines Benediktinerklosters 1140 die erste Anlage zur eigentlich fabrikmäßigen Bierherstellung auf der Welt;

x das "Hofbrauhaus", das urprünglich einem Grafen namens Moy gehörte, Mainburger Str. 26. (dies ist keine Gaststätte mit Bierausschank, sondern in der Tat ein großflächiges Areal mit dem Charakter einer Industrieanlage).

Die Mehrzahl der Gastsstätten, [u. U. Spelunken-]Kneipen, Restaurants, Pubs, Bistros & dgl. scheint den beiden og. Unternehmen zu gehören, die dann Pachtverträge an interessierte Kneipenbetreiber vergeben, die dann a) größtmögliche Mengen der erzeugten Bierware an die Gäste absetzen & auch sonst so viel Geld wie nur irgend möglich erzeugen sollen - für die Brauerei wie auch ein klein wenig den Pächter. Diese Aussage ist unscharf & ohne Gewähr, es scheint aber irgendwie SO zu funktionieren. Funktioniert die Gelderzeugung nicht richtig, erhält der Pächter die Kündigung & fliegt spätestens nach ein paar Jahren 'raus.

Ein paar BF-Aspekte lassen sich jetzt noch unterbringen. Das "Bräustüberl" in Weihenstephan (gehört wohl direkt dieser 'Bayer. Staatsbrauerei') ist vollendet BF-freundlich; es wird von mir wg. der Schönheit des Landschaft-Ambientes allen Freising-Besuchern vorgeführt & ich konnte dort schon als Gäste aller HBF-Derivate mindestens begrüßen: Leo, Markus U., Michael aus Zofingen, Puma, Ulrich(Berlin).

In Freisings Mainburger Str. (sie steigt dann auf den Lankesberg* & windet sich dann in einer Linkskurve aus dem Ort 'raus, zur B301 mutierend & ins 32 km entfernte Mainburg führend) gibt es außer der erwähnten "Hofbrauhaus"-Herstellanlage (Markenname: MOY Bier) nur 2 Etablissements & sonst nichts Bieriges, unten einen Inder & auf halber Höhe den "Peterhof". Beide sind wohl völlig BF-unproblematisch; sie haben mich aber auch als Gast nur sehr selten, zuletzt vor weit mehr als 10 Jahren, gesehen.

Die Geschichte des Hofbrauhauskellers hab' ich schon erzählt; auch mit Markus U. war ich dort schon 'mal essen. Am 10.08.2007 flog ich dort völlig überraschend - fertiggegessen habend & gerade zahlen wollend - mit den Worten "Übrigens, SO [gemeint war BF] wollen wir Sie hier nicht mehr sehen!" 'raus. Die Formel [Einmal schon über viele Jahre BFiger Stammgast = Für immer BFiger Stammgast] gilt tatsächlich nicht!

Der letzte Pächter, Herr Vogt, hatte dies verfügt; angeblich, "weil sich Gäste beschwert hätten". In Wriklchkeit wohl in der Angst, daß die feinen Herrschaften, die er immer - & nur auschließlich bedienen wollte - sagen könnten: In dieses Lokal, in dem solche BFigen Typen 'rumschwirren, gehen wir nicht mehr! Ich schrieb ihm daraufhin einen Brief (Faksimile gab´s im alten HBF), daß ich - als jemand, da da drin doch immerhin pro Woche mindestens € 100,- gelassen hätte - gerne einen Tip bekommen hätte, WER sich da nun eigentlich genau beschwert hätte (seinen übrigen Stammgast-, Freundes/Bekanntenkreis von dieser Fragestellung entbindend). Ich bot ihm an, seinen Wünschen entgegenzukommen & nur noch winters - in nichtBFiger Ausgabe - bei ihm zu tafeln, verlangte aber auf jeden Fall eine Stellungnahme zum besagten Vorgang, alternativ werde er auf meine ≥ 100,- € pro Woche (gelegentlich brachte ich ja noch weitere Gäste mit) zukünfitg verzichten müssen.

Der Brief blieb unbeantwortet (auch keine Telefonate oder Emails), Herr Vogt hatte sich somit für die letztgenannte Alternative entschieden. Bewußte & reichliche Anstrengung um 'Geschäftsschädigung' wäre mir zuviel der Mühe gewesen; insgesamt zog ich ihm situativ 4...5 Stamm- & einige potientielle bis Gelegenheitshalber-Gäste mit Hinweis-Kommentaren über die in diesem Etablissement gegebenen Empfindsamkeiten hinsichtlich Gäste-Outfits ab.

Ganz bestimmt lag´s aber nicht am Ebenerwähnten (dessen quantitativ-finanzielle Auswirkungen viel zu gering waren), daß Herrn Vogt´s Konzept kommerziell nicht aufging. Andere Gastronomen, bei denen ich weiterhin BFiger Stammgast blieb & über diesse Geschichte sprach, lachten nur darüber. Viele von ihnen sind absolute Profis, die ihr Lokal schon seit Jahr10ten betreiben. Überwiegend hörte ich, daß man auf 1 realen, regelmäßig wiederkehrenden & zuverlässig Geld dalassenden Gast - auch wenn er BF sei (& sollen sich andere doch darob irritiert fühlen, deren Problem) MEHR GEBE als auf X virtuelle Gäste, Bluffs wie "Wir würden öfters kommen, aber meine Frau mag keine Geranien, bitte stellen Sie die Pflanzen an den Fenstern weg" habe man schon oft genug gehört.

Jedenfalls wurde ich in den Gesprächen zum Thema "BF bei Restaurant- & Hotelgästen" folgendes gewahr: Wirkliche, erfolgreiche Profis in der Gastronomiebranche scheinen den erwähnten Real/Virtuell-Grundsatz zu beherzigen (anders kann ich mir nicht erklären, daß z. B. im sehr feinen 4Sterne "Hotel am Markt" in Nordenham, im "City-Hotel" in Ratingen (3 Sterne) & anderswo kein Sterbenswörtchen über BF verloren wurde). Sie stellen genaue geschäftsstrategische Standort-, Zielgruppen-, etc. -Analysen an.

Beim "Hofbrauhauskeller" in Freisings Lankesbergstr. 5 sieht´s so aus: Er befindet sich in einem zunehmend verfallenden Villenviertel, in dem überwiegend Senioren wohnen, die vor 10 ... 20 Jahren noch regelmäßig dort zum Lunch oder Dinner einkehrten. Sie sind jetzt teils bereits weggestorben, man weiß aber auch in der Gastronomiewirtschaft, daß selbst eine relativ gut betuchte Senioren-Klientel als Folge der allgemeinen Krise wegbleibt, bei Hochpreispolitik für Speis´ & Trank umso mehr.
Herr Vogt hat richtig erkannt, daß er überregionale Klientel bedienen muß. Dabei hathe er einen zusätzlichen enormen Standortvorteil: Einen ganz besonderen Parkplatz auf dem Areal, es gibt in "meiner" Stadt keinen Gastronomie-Parkplatz, auf dem man die Show, wer mit welchem Pracht-4rad zu- & abfährt, derart publikumswirksam (die Gäste auf dem Terassengarten schauen direkt zu) abziehen kann. So gewann Herr Vogt als Mittagessens-Klientel die ganzen Privatbanken-Chefs, Immobilienhaie, Chefärzte des großen örtlichen Klinikums, z. T. auch Hochschulprofessoren aus Weihenstephan (Ableger der technischen Universität München), die schicke Belegschaft der Firmenpleiten-Abwicklerkanzlei Herrmann (Verwandtschaft mit dem EX-TU München-Präsidenten & dem bayer. Innenminister), die obersten Chefs der städtischen Schulen & div. kommunaler Behörden... um die typische Klientel zu illustrieren.

Indes, es genügte nicht. Sie kamen insgesamt pro Zeiteinheit nicht genügend "Zu hauf'", & als es der Wirtschaft dann schlecht ging, verdünnte sich die aus mir nicht bekannten Gründen ohnehin schon immer dünne Industrie-Klientel angesichts der extremen [Essen & Trinken]-Hochpreispolitik vollends auf ca. 0, auch gelegentlich zu sehende Handwerks-Großmeister aus örtlichen Gewerbebetrieben blieben weg.

Noch länger will ich jetzt nicht werden. Riesige Bestuhlungskapazitäten für Gäste nicht aus Nah, sondern eher einigermaßen aus Fern - kaum Umwandlungsmöglichkeiten für mietbare [Industrie-]Tagungsräume (mit hinreichend preiswerter Gastronomie-Catering-Versorgung), kein Hotelbetrieb möglich (Gebäude hat effektiv nur Kellergeschoß & Paterre), zuletzt ein spartanisches, nur Seelen mit Gefallen an rustikalbayerischem Wirtshausflair einladendes Interieur - das ganze Konzept konnte nicht funktionieren. Auch nicht mit [Hier sind nur Gäste zu sehen, die ordentlich Fußkeuschheitsgürtel tragen]-Garantien.

Schluß damit. Danke für´s Lesen. Dieses Forum kann nicht auch noch in seinem Off-Topicbereich zum Spezialforum für die Entwicklung strategischer Konzepte in der Gastronomiewirtschaft werden, worin ich außerdem kein Experte bin (Engel ist´s schon oder wird´s werden müssen).

Bitte den Thread nicht fortsetzen. Mahlzeit!

MfBFG, Jay


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