Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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#1

Barfüßige Zweiseenfahrt im Berner Oberland

in Barfuß und Leben 24.07.2025 12:49
von Michael aus Zofingen | 895 Beiträge | 691 Punkte

Hallo,

der Dienstag, der 22.7.2025 sollte in der Schweiz wettermäßig trocken bleiben, jedoch nicht ständig sonnig. Grund genug, mal wieder mit Schiffen zu fahren. Ich radelte barfuß bei bewölktem Himmel und 15°C in Richtung Zofinger Bahnhof, um die S-Bahn um 7:13 Uhr nach Olten zu erreichen, in diesem Zug bekam ich nur einen Stehplatz. In Olten ging ich barfuß auf einen anderen Bahnsteig, wo bald darauf ein Intercity nach Interlaken Ost einrollte, wo ich auch ausstieg. Ich hatte 8 Minuten Übergangszeit, um vom Bahnsteig zum Schiffsanleger im Brienzer See zu gelangen. Das Schiff "Brienz" der BLS-Flotte füllte sich gerade mit Leuten, aber ich bekam einen Platz im Heck. Der hölzerne Fußboden (und ein Teil der Bänke) war zuvor noch mit Wasser abgespritzt worden, was zum einen dazu geführt hatte, daß Leute mit empfindlicher Kleidung diese Plätze eher mieden, zum anderen wurde aber verhindert, daß man sich die Füße infolge Sonneneinstrahlung verbrennt. Dabei schien die Sonne nur gelegentlich durch Wolkenlükken, aber es war warm. Das Schiff hielt in Bönigen, Ringgenberg, Niederried, Iseltwald, Giessbach und Brienz, wo ich ausstieg. Vom Schiff zum Bahnhof waren es nur wenige Schritte. Der Zug nach Interlaken Ost sollte 17 Minuten nach Ankunft des Schiffes erfolgen. Ich hatte das Gefühl, daß der Zug ziemlich rasch nach der Ankunft des Schiffes kam, es war ein Zug mit altem Rollmaterial, die hölzernen Fußböden waren barfuß angenehm begehbar. Im Nachhinein erfuhr ich, daß es sich nicht um meinen eingeplanten Zug (PE) handelte, sondern einen, der wenig eher fuhr und im Gegensatz zum PE nicht in Sachseln, Kaiserstuhl und Lungern hielt.

In Interlaken Ost mußte ich die Unterführung zum anderen Bahnsteig benutzen. Mein Zug nach Romanshorn stand schon bereit und war mäßig gefüllt, wurde aber voller im Laufe der Zeit infolge Eintreffens anderer Züge. In Thun stieg ich aus, wo 6 Minuten später das Schiff "Berner Oberland" ablegen würde. Es war schon reichlich gefüllt, und ich bekam nur einen Stehplatz auf der Steuerbordseite. Das Schiff hielt in Hünibach, Hilterfingen, Oberhofen, Gunten, Spiez, Faulensee, Merligen, Beatenberg, Beatushöhlen, Neuhaus und Interlaken West. Ab Faulensee bekam ich wenigstens einen Sitzplatz auf der Steuerbordseite, aber es blieb eng. Dieses hinderte andere jedoch nicht, wild mit Wischphonen zu fotografieren und anderen Leuten im Weg zu stehen.

Nun hatte ich 15 Minuten Zeit, bis mein nächster Zug nach Thun fuhr. Für diejenigen, die sich wundern, weshalb ich die Seenfahrt gerade so kombiniert habe und nicht etwa ab Thun mit dem Schiff bis Interlaken West, mit Zug oder Bus bis Interlaken Ost und weiter mit dem Schiff bis Brienz (oder umgekehrt). Theoretisch wäre es gegangen, jedoch waren die Anschlüsse sehr knapp. Es war mittlerweile 14:34 Uhr, als ich Thun erreichte. Um 14 Uhr brachte mich ein Omnibus der Linie 3 bis Blumenstein Dorf. Die 24 Minuten Wartezeit auf den nächsten Bus überbrückte ich durch einen barfüßigen Spaziergang durchs Dorf, wobei ich dem Wegweiser Kirche folgte. Erst später sah ich, daß sich die Kirche nicht im Dorf befand, sondern weit entfernt, also zu weit. Die Fahrt mit dem Bus der Linie 53 dauerte nur 7 Minuten bis Wattenwil Postgasse, wo ich 43 Minuten warten mußte. Hier war die Kirche in der Nähe, so daß ich sie besichtigen konnte. Die Kraftpost nach Riggisberg Post entpuppte sich als Kleinbus, die fahrt dauerte nur 11 Minuten. Wenigstens stand hier der Anschlußbus bereit und fuhr 5 Minuten später ab (oder 2 Stunden + 34 Minuten ab Ankunft des Zuges in Thun bei nur 55 Minuten Fahrzeit, wirklich nicht gerade kundenfreundlich, was die wenigen Fahrgäste (außer innerhalb von Thun) auch erklärt). Auch der Bus nach Schwarzenburg war sehr schwach besetzt.

Um 17:48 Uhr kam ich von Schwarzenburg mit der Bern-Schwarzenburg-Bahn bis zum Europaplatz in Bern. Es handelte sich um eine S 2, die überall hielt, kein Schnellzug, der angeblich früher auf dieser Strecke fuhr und einen Bewohner aus Niederscherli Probleme bereitet hat.

Am selben Bahnsteig gegenüber fuhr unmittelbar danach eine S-Bahn nach Belp, die ich bis Wabern benutzte. Barfuß ging ich zur Talstation der Gurtenbahn. Mit dieser Standseilbahn fuhr ich auf den Gurten, anders als im Video lag diesmal kein Schnee. Mit der nächsten Seilbahn fuhr ich wieder zu Tal. Ich ging jedoch nicht zu S-Bahn-Station, sondern zur wenig weiter entfernten Tramhaltestelle. Mit der Offtopic-Linie 9 fuhr ich zum Hirschengraben, wo ich umstieg in die Linie 6 nach Worb Dorf. Es war ein roter Combino, kein Blaues Bahni, und erst recht kein Omnibus. Am Bahnhof Worb Dorf wechselte ich in eine S-Bahn nach Bern, wo ich um 20:09 Uhr ankam.

Da erst um 20:33 Uhr der nächste Anschluß nach Olten fuhr, ging ich noch barfuß vom "U-Bahnhof" durch die Bahnhofspassage zu den Resten des Christoffelturmes, bevor ich mich zum Bahnsteig begab. Während ich schon im Zug saß, ging eine junge Frau barfuß an mir vorbei. Sie verließ auch in Olten den Zug und begab sich ebenfalls in den Regioexpreß Richtung Luzern, verließ ihn aber nicht um 21:12 Uhr, sondern später. Bei bewölktem Wetter radelte ich barfuß nach Hause.

Meine 28. Barfußreise mit dem Generalabo war beendet. Eine Sache hat mich jedoch (im wahrsten Sinne des Wortes) betrübt. Seit dem Sonntag davor sah ich mit dem rechten Auge nur noch verschleiert. Ich befürchtete schon eine komplizierte Augenoperation wie vor 3 Jahren, als mir neue Linsen verpaßt wurden. Dieses schlug sich während der Fahrt negativ auf meine Stimmung . Die Trübung im Blick wurde jedoch heute mit einer Laserbehandlung behoben. Selbstverständlich erschien ich barfuß beim Augenarzt, und niemanden hat es gestört (oder zumindest Nichtstörung vorgetäuscht).

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


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#2

RE: Barfüßige Zweiseenfahrt im Berner Oberland

in Barfuß und Leben 25.07.2025 08:45
von Lebenskünstler • Admin | 1.443 Beiträge | 1612 Punkte

Danke für deinen schönen Reisebericht, auf den ich später noch gesondert eingehe.

Zunächst wünsche ich dir, dass die Behandlung beim Augenarzt dauerhaft eine weitere Trübung des Sehvermögens verhindert und du noch lange wie mit Adleraugen siehst.




Grüßle vom Lebenskünstler
André Uhres hat sich bedankt!
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#3

RE: Barfüßige Zweiseenfahrt im Berner Oberland

in Barfuß und Leben 28.07.2025 10:58
von Lebenskünstler • Admin | 1.443 Beiträge | 1612 Punkte

Einen Teil der von dir beschriebenen Reise unternahmen wir Anfang Juni. Wir hatten eine Tageskarte für zwei, die all das beinhaltet was im GA includiert ist.

Von Basel fuhren wir am zeitigen Morgen nach Interlaken West, gingen von dort zu Fuss nach Unterseen und warfen in der Herberge unser Gepäck ab.
Schnell eilten wir zurück zum Bahnhof Interlaken West, und sprangen in den nächsten Zug Richtung Interlaken Ost.

Von dort schlenderten wir gemütlich zur Schiffsanlegestelle, wo schon etliche Leute warteten. Es sollte die erste Fahrt des Tages sein.

Mich interessierte an diesem Tag vor allem das Innenleben des Schaufelraddampfers. Denn wir waren auf dem DS Lötschberg.



Wir fuhren die komplette Rundfahrt, bis Brienz und zurück. Der Boden an Deck war angenehm, was auch mich nervte waren die vielen Leute mit handies, die einem immer vor der Nase herumtanzten, und mit ihren Selfiesticks herum fuchtelten. Selber machte ich an diesem Tag wenig Fotos,  wir hatten diese Rundfahrt schon bei deutlich besserer Sicht.

Hier die Aussicht auf den Brienzer See, aufgenommen vom Brienzer Rothorn aus.



Mit dem Zug fuhren wir von Interlaken-Ost nach Interlaken-West zurück. Unser nächstes Ziel war der Schiffsanleger für die Thuner See Schifffahrt. Hier mussten wir ein Weilchen warten, in der prallen Sonne ohne Sitzgelegenheiten kein allzu grosses Vergnügen. Auch der Asphalt war wenig angenehm. Gerade als ich meine Schluppen anziehen wollte, kam das Schiff angetuckert.

Auch hier ein Blick ins Innere



Das Schiff war nicht ganz so voll wie auf dem Brienzer See, so konnten wir die Aussicht geniessen.

Ob hier jemals wieder Leben einkehrt?



Das fragte ich mich schon 2021, als wir mit dem Auto hier waren. Da stand der Hirsch schon leer.

In Spiez verliessen wir das Schiff,  eine komplette Runde hätte zu lange gedauert.
Mit dem Bus fuhren wir am Nordufer des Thuner Sees zurück bis Unterseen.
Im örtlichen Coop versorgten wir uns mit Proviant für den Abend und den nächsten Morgen.

Mit einem Humpen Gerstensaft liessen wir den Tag ausklingen.




Grüßle vom Lebenskünstler
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#4

RE: Barfüßige Zweiseenfahrt im Berner Oberland

in Barfuß und Leben 31.07.2025 08:48
von Michael aus Zofingen | 895 Beiträge | 691 Punkte

Zitat von Lebenskünstler im Beitrag #2

Zunächst wünsche ich dir, dass die Behandlung beim Augenarzt dauerhaft eine weitere Trübung des Sehvermögens verhindert und du noch lange wie mit Adleraugen siehst.


Gemäß Angaben des Augenarztes war es eine "Nachtrübung", die in der Regel ca. 3 Jahre nach der Augenoperation entsteht. Mit einer einminütigen Laserbehandlung wird dieses dann für immer ausgeschlossen. Da lediglich beide Augen operiert wurden, jedoch nur das rechte nachbehandelt wurde, habe ich die Behandlung des linken noch vor mir. Sie macht jedoch erst dann Sinn, wenn auch dort die Trübung stärker wird.

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


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