Hallo,
der Sonntag, der 3.8.2025 sollte in der Westschweiz wettermäßig deutlich besser sein als sonst nördlich der Alpen. Ich radelte barfuß im Dunkeln bei bedecktem Himmel und 13°C in Richtung Zofinger Bahnhof, um die S 29 um 5:39 Uhr nach Olten zu bekommen. In Olten regnete es, was jedoch wegen der Bahnhofsüberdachung unbedeutend war. Um 6.02 Uhr sollte ein Intercity von Zürich nach Lausanne fahren. Dieser kam aber nicht wegen "Schaden am Fahrzeug", dafür jedoch ein uralter lokbespannter Zug aus dem Depot, der mit 11 Minuten Verspätung abfuhr. Unter anderem betrat auch eine Gruppe von maximalpigmentierten jungen Männern mit Baseballmützen oder Kapuzen den Zug und machten recht viel Lärm in einer mir unbekannten Sprache. Als der Schaffner zur Billettkontrolle kam, wagte er sich nicht an denen vorbei, sondern tat das draußen beim nächsten Halt. In Biel verließ diese Gruppe den Zug. Er kam mit Verspätung in Renens ein, wo ich umsteigen mußte. Aber der Anschlußzug nach Genf hatte noch mehr Verspätung.
Im Großraum Genf wollte ich barfuß die Straßenbahn benutzen. Als erstes benutzte ich die Tramlinie 14 nach Bernex bis zur Endhaltestelle. Im Tram wollte mir eine Frau einen Wollpullover geben, dabei war es sonnig und sicher bereits 15°C warm. Von der Endhaltestelle fuhr ich zurück bis zum P+R-Platz, wo ich einen weiten und nicht beschilderten Weg zum Bus hatte. Mit Mühe erreichte ich einen Kraftstellwagen, aber es war die falsche Richtung. Ich stieg an der Kirche von Bernex aus und ging zwei Haltestellen durch den Ort zurück, um dann mit dem Bus Nr. 47/48 durch kleine Dörfer (von denen gibt es nur wenige im Kanton Genf, das meiste sind Großgemeinden, die mit Genf eine städtebauliche Einheit bilden) zur Haltestelle ZIPLO in der Großgemeinde Plan-les-Ouates. Hier ging ich barfuß zum bereitstehenden Tram der Linie 15, mit dem ich zur Haltestelle Nations und zurück zur Haltestelle Plainpalais.
Hier wechselte ich in den Ersatzbus, der wegen Bauarbeiten anstelle der Tramlinie 12 verkehrte, und fuhr bis zum Bahnhof Lancy-Bachet. Es war ein etwas weiterer Weg von der Bushaltestelle zum unterirdischen Bahnsteig der Bahnlinie Bahnstrecke Genf-Annemasse. Mit dem nächsten Zug fuhr ich in die französische Stadt Annemasse, hier endet die Gültigkeit des Generalabos. Der Weg zur Tramhaltestelle war zwar beschildert, wegen Bauarbeiten und Umleitungen verlief ich mich allerdings. So bekam ich die Gelegenheit barfuß über eine Art grünen Teppichboden über den umgeleiteten Fußweg zu gehen. Mein Irrweg führte auch durchs Stadtzentrum, durch das später mal die Straßenbahn fahren soll. Irgendwann erreichte ich aber auch die heutige Endhaltestelle. Barfuß ging ich zu Fuß durch die Straßen, in denen die Gleise lagen, denn auf dem französischem Teil der Tramlinie 17 galt das GA nicht. Mittlerweile war es recht warm und ich kam ins Schwitzen auf dem Weg zur ersten Haltestelle (Moillesulaz) auf Schweizer Gebiet, die am Zoll in der Gemeinde Thônex befand.
Ein Tram der hier endenden Linie 12 nahm mich mit zur Haltestelle Bel Air, wo ich in ein Tram der Linie 14 bis Meyrin-Gravière umstieg. Ursprünglich wollte ich mit einem Bus weiter zum CERN fahren, aber ich wollte keine 50 Minuten warten. Also fuhr ich mit dem 14er zurück und stieg an der Haltestelle nach der Trambrücke wieder aus. Da der 18er Richtung CERN unterbrochen war, fuhr ich zurück nach Bel Air. Hier ging eine ca. 50jährige Frau durch die Stadt. Im der Sonne war hier der Boden (rötliche Platten) recht heiß unter meinen Füßen. Mit der Tramlinie 17 fuhr ich bis zur wegen Bauarbeiten provisorischen Endhaltestelle Rondeaux in der Stadt Carouge. Erstmalig in meinem Leben durfte ich miterleben, wie ich im Tram über eine Kletterweiche fuhr. Mit dem Tram Nr. 17 fuhr ich zurück, wechselte an der Uni Mall in die Linie 15 und fuhr zum Hauptbahnhof.
Um 16:05 Uhr nahm mich ein Interregio mit, der über Lausanne, Montreux und Sitten bis Brig verkehrte, es war bewölktes Wetter. Zwischen Lausanne und Martigny reiste auch ein junges Paar mit, das eine Katze an der Leine dabei hatte. Im Zug hatte die Samtpfote nichts besseres zu tun als sich gleich unter dem Sitze zu verstecken. Ihr gefiel es gar nicht, in Martigny wieder aussteigen zu müssen. In Brig hatte ich 11 Minuten Aufenthalt, der Anschlußzug war bereits mäßig voll. In Visp wollte etliche einsteigen, es wurde derart eng, daß sogar 1.-Klasse-Wagen für die 2. Klasse freigegeben wurden. In Bern gab es ein Gedränge, ich hatte beim Umsteigen einen weiten Weg zum Gleis 49. 7 Minuten später brachte mich ein Interregio ohne Zwischenhalt nach Zofingen, wo ich um 20:28 Uhr ankam. Bei trocknem Wetter radelte ich barfuß nach Hause.
Meine 31. Barfußreise mit dem Generalabo war beendet. Auch mit Kraftstellwagen kommt man in der Schweiz ziemlich weit.
Schöne Grüße
Michael aus Zofingen