Hallo,
die Aare ist der längste Schweizer Fluß, der die Schweiz nie verläßt. Der Schweizer Sänger Endo Anaconda hat sie auch hier besungen. Ich wollte die Aare auch mal mit Offtopic-Fahrzeugen begleiten.
Der Mittwoch, der 6.8.2025 sollte in der Schweiz anfangs bewölkt, später immer sonniger werden. Ich radelte barfuß im Dunkeln bei bewölktem Himmel und 12°C in Richtung Zofinger Bahnhof, um die einen Regioexpreß um 5:13 Uhr nach Luzern zu bekommen. Hier hatte ich Anschluß an einen schmalspurigen Interregio nach Meiringen. Mit der Meiringen-Innertkirchen-Bahn fuhr ich bis Innertkirchen Grimseltor, wo bald darauf ein Postauto zum Grimselpaß fuhr, das pünktlich um 8:48 Uhr ankam. Nach 24 minütigem Aufenthalt würde es zurückfahren. Ich hatte somit etwas Zeit, mir die Kapelle anzusehen sowie ein Blick auf die Umgebung zu werfen. Auffällig waren die Stauseen, die mit Aarewasser gespiesen werden. Das Hospiz sieht fast wie eine Insel aus und ist nur über die Staumauer zu erreichen, worüber auch der Bus fährt. Es war ziemlich kalt hier oben, aber das nasse Gras fühlte sich angenehm an unter den Füßen.
Unterhalb der Stauseen wirkt die Aare lediglich wie ein kleiner Bergbach, was vom Bus gut zu erkennen war. Zwischen Innertkirchen und Meiringen dagegen schon ein deutlich breiterer Fluß. Da der Bus direkt bis Meiringen fuhr, konnte ich die Aare während der Fahrt über den Felsriegel, den die Aare in einer Schlucht und die MIB in einem Tunnel durchquert, besser erkennen. In Meiringen wechselte ich in einen Interregio nach Interlaken Ost, der Aare und Brienzer See links liegen ließ und sie erst kurz vor dem Ziel überquerte. In Interlaken Ost wechselte ich barfuß zum anderen Bahnsteig. Es wollte ziemlich viele Leute Richtung Bern fahren. Der Zug überquerte zwischen den Bahnhöfen Interlaken Ost und West zweimal die Aare, danach fuhr er links von Aare und Thuner See. In der Nähe von Kiesen wechselt die Bahnlinie wieder das Flußufer.
In Bern mußte ich umsteigen, ich wollte weiter mit der Kraftpost nach Aarberg fahren. Trotz des eher unübersichtlichen Berner Hauptbahnhofs fand ich die Bushaltestelle ohne Probleme. Die Busfahrt endete am Bahnhof des malerischen Städtchens Aarberg. Da der Anschluß erst in 62 Minuten war, hatte ich Zeit, barfuß in die Kirche zu gehen, über die gedeckte Holzbrücke, die über die Alte Aare führte, zu überqueren. Weiter fuhr ich mit einem Kleinbus, der nur selten verkehrt, zum Bahnhof Täuffelen. Wenige Kilometer westlich davon mündet die heutige Aare (Aare-Hagneck-Kanal) in den Bieler See. Mit der schmalspurigen BTI fuhr ich unweit des Bieler Sees nach Biel, wo die Fahrt in einer unterirdischen Station endete. Barfuß ging ich zu einem Bahnsteig, wo eine S-Bahn nach Belp wartete. Ich fuhr damit bis Lyss, wobei der Zug bei Brügg die Aare und bei Busswil die alte Aare überquerte.
Bis zur Weiterfahrt hatte ich noch Zeit, ein wenig durch die Stadt zu gehen. Mit einer S-Bahn fuhr ich bis Büren/Aare, wo ich sofort Anschluß an einen Bus nach Solothurn hatte. Dabei sah ich die Holzbrücke über die Aare in Büren. In Solothurn war die Umsteigeweg nur kurz zwischen Bushaltestelle und Abfahrstelle des Bipperlisis. Das "Tram" überquerte die Aare kurz nach der Abfahrt in Solothurn und in Aarwangen beim Schloß. In Langenthal mußte ich den Zug wechseln. Wegen Bauarbeiten war ein Teil der Unterführung aus Holzbrettern, die mit einer art Teppichboden belegt waren, was barfuß angenehm begehbar war. Beim Kiosk lästerten besoffene Männer über meine Aufmachung, wobei auch was von "Zürich Flughafen" gesagt wurde. Ich habe aber nicht verstanden, was sie gemeint haben (was sicherlich auch keine Bildungslükke ist).
Mit einem Interregio fuhr ich bis Olten, wobei die Aare bei Aarburg sowie kurz vor Olten überquert wurden. Mit einem Regioexpreß, der dem Lauf der Aare und ab Turgi der Limmat folgte, fuhr ich bis Baden. Hier wechselte ich in eine am selben Bahnsteig gegenüber wartende S-Bahn, die nun bis Turgi zuückfuhr, dann die Limmat überquerte und dann dem Lauf der Aare Richtung Mündung folgte. In Koblenz endete die Bahnfahrt und ich wechselte in ein Postauto nach Leibstadt Milchhüsli. Die Kraftpost überquerte die Aare in unmittelbarer Nähe von der Mündung in den wasserärmeren Rhein und folgte diesem. Auch der anschließende Bus nach Laufenburg und die S-Bahn nach Basel SBB folgten dem Lauf des Rheins. Dort wechselte ich in einen Interregio nach Zofingen, wo ich um 20:57 Uhr ankam. Bei trocknem Wetter radelte ich barfuß nach Hause.
Meine 33. Barfußreise mit dem Generalabo war beendet.
Michael aus Zofingen