Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

ein kleines demokratisches Forum für Leute, die gerne barfuß laufen





#1

Barfuß durch den Neuenburger Jura

in Barfuß und Leben 09.08.2025 07:08
von Michael aus Zofingen | 904 Beiträge | 707 Punkte

Hallo,

der Donnerstag, der 7.8.2025 sollte in der Schweiz wieder der Auftakt einer längeren Hitzeperiode werden. Ich radelte barfuß im Dunkeln bei klarem Himmel und 14°C in Richtung Zofinger Bahnhof, um die S-Bahn um 5:39 Uhr nach Olten zu bekommen. Hier hatte ich Anschluß an einen Intercity nach Biel. Mit einem Interegio Richtung Laufen (wegen Bauarbeiten nicht bis Basel) fuhr ich zunächst durch den Grenchenbergtunnel gelangte ich ins Tal der Birs, der ich bis Delsberg folgte. In der engen Klus herrschte Nebel.

In Delsberg säckelte ich barfuß zum Nachbarbahnsteig, um noch die S-Bahn nach Pruntrut zu erreichen. In Glovelier wechselte ich in ein schmalspuriges nicht rauchendes Offtopic-Fahrzeug der CJ, mit dem ich über Saignelégier nach La Chaux-de-Fond fuhr. Hier hatte ich Anschluß an einen Regionalzug nach Le Locle. Nachdem ich mit der Standseilbahn zum Bahnhofsplatz hinuntergefahren war, hatte ich noch ein wenig Zeit, barfuß durch die Stadt zu gehen. Schon ging es weiter mit einem Postauto Richtung Neuenburg. In Vauseyon wechselte ich in einen Bus zum Place Pury, um von dort mit der Littorail nach Auvernier zum Baden zu fahren.

Mittlerweile war es 10:36 Uhr. Am Strand war noch nicht allzuviel los, so daß ich einen Platz im Schatten fand. Zwar gibt es hier ausreichend Gras, jedoch ist der Uferbereich nicht sandig, sondern kiesig. Dieses führt dazu, das etliche Leute hier Badeschuhe tragen. Auch der blühende Klee mit den Bienen führte zu einer Verringerung der Barfüßerquote. Das Wasser war angenehm. Um 19:37 Uhr fuhr wieder meine Littorail Richtung Place Pury, ich bekam jedoch keinen Sitzplatz, weil das Tram gefüllt war mit uniformierten Rotdeckeln vom Schweizer Militär, einer munzigen Institution, über die die ganze Welt lacht.


Ich erreichte ohne Schwierigkeiten den Oberleitungskraftbus zum Neuenburger Bahnhof. Trotz Säckelns zum Bahnsteig fuhr mir der Intercity nach Olten, den ich laut Fahrplanauskunft hätte kriegen können, vor der Nase weg. Also wechselte ich zum anderen Bahnsteig, wo einen S-Bahn nach Bern über Ins und Kerzers wartete. In Bern mußte ich einen langen barfüßigen Weg zum weit abseits liegenden Gleis 50 zurücklegen, jedoch erreichte ich den Interregio, der mich ohne Zwischenhalt nach Zofingen brachte. Um 20:27 Uhr war ich dort. Bei trocknem Wetter radelte ich barfuß nach Hause und überholte dabei eine Mutter mit zwei Töchtern, von denen das eine barfuß lief.

Meine 34. Barfußreise mit dem Generalabo war beendet. Die nächsten Tage ist sonniges Wetter über 30°C angekündigt. Da ist Bahnfahren nicht unbedingt das, was ich möchte. Es reicht, wenn ich zur Aare zum baden mit dem Velo fahre, wenn es noch nicht zu heiß ist, und zurück, wenn es nicht mehr so heiß ist. Bäume, die vor der prallen Sonne schützen, gibt es dort genug.

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


André Uhres findet das Top
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#2

RE: Barfuß durch den Neuenburger Jura

in Barfuß und Leben 09.08.2025 19:38
von André Uhres • Admin | 2.406 Beiträge | 1291 Punkte

Hallo Michael,

Es ist wohl ein wenig anstrengend, jeden Tag so früh aufzustehen, und dann ist ein Tag ohne Generalabo wahrscheinlich willkommen. Ich habe noch eine kleine Frage: was bedeutet eigentlich das Wort "säckeln", wie du es gebrauchst, beziehungsweise wo kommt der Ausdruck her?

Übrigens ist La Chaux-de-Fonds, wo du in einen Regionalzug nach Le Locl umgestiegen bist, unter Klassikfreunden beliebt, u.a. durch die Salle de Musique, die von namhaften Künstlern wegen der weltweit einzigartigen Akustik des Hauses gelobt wird. Das folgende Stück wurde zum Beispiel dort aufgenommen:



Alles Liebe
André



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#3

RE: Barfuß durch den Neuenburger Jura

in Barfuß und Leben 17.08.2025 06:59
von Michael aus Zofingen | 904 Beiträge | 707 Punkte

Zitat von André Uhres im Beitrag #2

Ich habe noch eine kleine Frage: was bedeutet eigentlich das Wort "säckeln", wie du es gebrauchst, beziehungsweise wo kommt der Ausdruck her?


Hallo André,

säckeln (andere Schreibweisen: seckeln, söckeln, seggeln, säcklen, segglen usw.) wird als Synonym für rennen, hetzen usw. gebraucht.

Zur Herkunft des Wortes glauben wir mal dieses:
Herkunft säckeln

Eine offensichtlich falsche Legende war, daß im Mittelalter mal die Basler Soldaten des Nachts sich ihrer fetten, quietschenden Militärschuhe entledigt hatten und auf Socken, also lautlos vor dem mächtigeren Feind geflohen waren.

Es gibt auch zusammengesetzte Worte: Wenn etwa jemand ein Barfußtreffen organisiert und der Organisator nicht daran denkt, selber zu erscheinen, dann hat er die anderen versäckelt (ist tatsächlich mal geschehen).
Wenn ein Administrator etwa umständlich nachprüfen muß, ob eine Paypal-Rechnung auch tatsächlich am richtigen Ort ankommt, nach muß er der Rechnung nachsäckeln. Während meines Berufsleben mußte ich schon dem Produkt nachsäckeln, wenn eine Produktion schiefgelaufen war.

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


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