Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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#1

Mit Offtopic-Fahrzeugen durch Graubünden

in Barfuß und Leben 01.09.2025 10:55
von Michael aus Zofingen | 893 Beiträge | 685 Punkte

Hallo,

der Sonntag, der 31.8.2025 sollte von einem Zwischenhoch bestimmt werden, nachdem es die Tage zuvor eher wechselhaft war. Ich wählte den Ostteil der Schweiz, weil dort die Wahrscheinlichkeit, von der nächsten Front erwischt zu werden, am geringsten war. Ich radelte barfuß im Dunkeln bei klarem Himmel und 12°C in Richtung Zofinger Bahnhof, um einen Regioexpreß um 5:13 Uhr nach Luzern zu bekommen. In Sursee stiegen 4 Erwachsene zu und gingen an mir vorbei und sprachen was von "barfuß" und "kurze Hose", was sich wohl auf mich bezog, was mich bewog, genauer hinzuhören. Ein Mann sagte: "Es gibt solche Spezies! Ich kenne auch einen, der trägt auch im Winter immer nur ein T-Shirt." Ich nehme an, daß der Mann das Wort "nur" nicht allzu wörtlich nahm, sondern lediglich "ohne Jacke" meinte.

In Luzern wechselte ich barfuß in einen Intercity via Gotthard-Basistunnel nach Lugano, den ich jedoch in Arth-Goldau wieder verließ, um mit einem Kupferzug via Gotthard-Scheiteltunnel weiter zu fahren. Etliche Radfahrer hatten ihre Velo, überwiegend E-Mountainbikes, bereits im Zug bzw. stiegen noch zu. Die Kirche von Wassen konnte ich mehrmals aus unterschiedlichen Perspektiven erblicken. In Göschenen verließ ich den Kupferzug, um in einen bereits wartenden schmalspurigen Zug der Schöllenenbahn zu besteigen. Auch Radfahrer wollte mittfahren, so daß es recht eng wurde. In Andermatt hatte ich 22 Minuten Wartezeit bis zur Weiterfahrt nach Disentis. Der Zug war mäßig gefüllt, leerte sich aber ziemich am Oberalppaß. In Disentis hatte ich Anschluß an eine Rhätische Bahn nach Chur, die ich jedoch in Reichenau-Tamins verließ.

Danach wechselte ich eine bereitstehende S-Bahn nach Thusis, die ich in Rhäzüns wieder verließ. Barfuß wanderte ich vom Bahnhof zur Talstation der Seilbahn nach Feldis, die 10 Minuten nach Ankunft des Zuges abfuhr. Ich war einziger Fahrgast in der roten Gondel, die zunächst über die Eisenbahn, dann über den Hinterrhein dem Bergdorf entgegenschwebte. Bis zur Talfahrt hatte ich Zeit, um durchs Dorf zu wandern, teils über Straßen, ein kurzes Stück auch über einen barfuß angenehm begehbaren grasigen Wanderweg. Während der Talfahrt waren noch 4 weitere Fahrgäste anwesend. Bis zur Abfahrt der nächsten S-Bahn nach Thusis um 11:01 Uhr hatte ich nur wenig Zeit, um durch den Ortskern von Rhäzüns zu schlendern.

In Thusis wartete ich auf den nächsten Interregio, der über die Albulastrecke nach St. Moritz fahren würde. Dieser Zug war sehr voll, überwiegend waren die Sitze mit Taschen, Koffern usw. blockiert. Im Wagen mit den Velos fand ich einen einzelnen Sitzplatz. Daraufhin erhob sich eine am Wischphon hängende Frau (Alter schwer einschätzbar) und stellte sich ans andere Ende des Wagens, wo es keine Sitzplätze gab. Offensichtlich störte sie meine Aufmachung. Der Sitzplatz blieb frei bis Tiefencastel, dann setzte sich ein neu hinzugekommener Radfahrer dorthin, nachdem er sein E-Bike abgestellt hatte. In Filisur stiegen weitere 2 E-Bike-Fahrer ein, stellten ebenfalls ihre Güppel ab, gingen dann jedoch in einen anderen Wagen, vermutlich auf der Suche nach einem Sitzplatz. Die Dame (sie trug übrigens einen langen, teuer und eher altmodisch aussehenden Rock, ein eher modernes Top mit niedrigem Bedeckungsgrad, Sandalen mit hohen Korkabsätzen und als Krönung einen altmodischen Hut, über der Schulter hatte sie etwas hängen, was wie eine zusammengelegte Pelzjacke aussah) schien sich in der Nähe der schlammverspritzten Velos überhaupt nicht wohlzufühlen, schien jedoch das kleinere Übel zu sein. Die kurvenreiche Fahrt war trotzdem interessant. In St. Moritz verließ ich schnell den Zug, bevor die Velofahrer sich mit ihren Mühlen abquälten.

Dann erst registrierte ich, daß ich mit demselben Zug bis Samedan zurückfahren mußte, also ging ich barfuß über den Bahnsteig ans andere Zugende. Jetzt sah ich, daß in den Zug auch zwei historische blaue Speisewagen eingestellt waren. Vor den Türen waren rote Teppiche ausgelegt worden, und Leute in historischer Kleidung verließen die Wagen. Hatte etwa eine Gruppe diese Wagen für einen Anlaß gemietet, um mit einem planmäßigen Zug die Albulastrecke zu fahren? Möglicherweise gehörte die Dame auch dazu und sie hat sich vielleicht mit jemandem gestritten und aus Kummer die Gesellschaft verlassen, um an einen möglichst fernen Ort zu gehen, in den Velowagen. In solchen Situationen sind alle Menschen störend.

Jetzt war der Zug nicht voll, auch der Regionalzug Richtung Scoul nicht. Ich fuhr bis Sagliains, wo bereits der Regioexpreß nach Landquart bereitstand. Dieser Zug war ziemlich voll, ich bekam aber noch einen Platz auf einem Klappsitz im Velowagen. Der Zug fuhr durch den Vereinatunnel, in Klostern Platz stiegen etliche Leute, auch Velofahrer hinzu. In Landquart ging ich barfuß zum anderen Bahnsteig, auf dem schon viele Leute, darunter etliche mit roten Baseballmützen, aber auch ein Ehepaar mit 2 barfüßigen Kindern, wartete. Ich bekam noch einen Sitzplatz im Intercity nach Zürich, mit dem ich aber nur bis Sargans fuhr.

Der Interregio Richtung St. Gallen wartete bereits am Bahnsteig über 10 Minuten vor der planmäßigen Abfahrt, als ich angesäckelt kam. An etlichen Türen war ein Einstieg nicht möglich, weil Fahrräder im Weg standen. Endlich fand ich eine Tür, wo ich einsteigen konnte. Unmittelbar vor der Abfahrt kamen noch mehrere Velofahrer mit E-Bikes über den Bahnsteig angefahren, um noch mitzufahren. Sehen konnte ich nichts, ich konnte aber hören, wie es zum Streit zwischen ihnen und einer Schaffnerin kam. Der doppelstöckige Zug fuhr verspätet ab und holte die Verspätung nicht ein. In Rorschach war die Übergangszeit knapp. Wohlweislich stand ich rechtzeitig an der Tür, nachdem ich von Velofahrern angepflaumt wurde, ich sollte doch aus einer anderen Tür aussteigen (Eines der Velos hatte vor der Treppe gestanden, als ich runter zur Tür wollte). Ich erreichte die S-Bahn nach Romanshorn noch rechtzeitig, sie wartete sogar noch andere Fahrgäste ab, die hinüberhetzten (auch welche mit Velos und E-Trottinetts).

In Romanshorn war ebenfalls die Umsteigezeit knapp. Am Bahnhof von Steckborn sah ich vom Zug aus, wie eine Frau barfuß und in Motoradkombination (aber ohne Helm) ein Auto(!) bestieg und wegfuhr. In Schaffhausen mußte ich wieder den Bahnsteig wechseln. Hier wartete ein Regioexpreß nach Zürich, der nur in Bülach und Oerlikon hielt. Am Zürcher Hauptbahnhof mußte ich aus der Haupthalle in die Tunnelstation wechseln. Der Bahnsteig war voll, der Intercity nach Lausanne wartete bereits etliche Minuten vor der Abfahrt, vor den Eingängen bildeten sich bereits Schlangen. Ich säckelte Richtung Zugspitze (nicht diese) und trat in die erste Tür ohne Schlange davor, fand sogar einen Sitzplatz, bevor Militärs und Menschen mit roten Baseballmützen aus den anderen Wagen auch in diesen drängten und nicht alle einen Sitzplatz fanden. Der Zug fuhr verspätet ab, jedoch war mein Anschluß in Olten nicht gefährdet. Hier warteten etliche Leute mit roten Baseballmützen auf den Interregio nach Luzern. Bei den vielen roten Mützbürgern handelte es sich möglicherweise um Besuchern des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes in Mollis, das zu Ende gegangen war. In Zofingen stieg ich aus, um 20:56 Uhr war ich dort. Bei trocknem Wetter radelte ich barfuß nach Hause. Während des ganzes Tages war es meistens wolkenlos gewesen.

Meine 39. Barfußreise mit dem Generalabo war beendet.

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


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#2

RE: Mit Offtopic-Fahrzeugen durch Graubünden

in Barfuß und Leben 02.09.2025 12:08
von André Uhres • Admin | 2.383 Beiträge | 1240 Punkte

Zitat von Michael aus Zofingen im Beitrag #1
Ich säckelte Richtung Zugspitze (nicht diese)

Hallo Michael,

ich konnte in diesem Sommer das barfüßige Leben auch "in vollen Zügen genießen", aber nicht wie hier:



Alles Liebe
André



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#3

RE: Mit Offtopic-Fahrzeugen durch Graubünden

in Barfuß und Leben 03.09.2025 09:48
von Lebenskünstler • Admin | 1.442 Beiträge | 1600 Punkte

die wären mir dann doch ein bisschen ZU voll




Grüßle vom Lebenskünstler
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#4

RE: Mit Offtopic-Fahrzeugen durch Graubünden

in Barfuß und Leben 03.09.2025 12:09
von André Uhres • Admin | 2.383 Beiträge | 1240 Punkte

Zitat von Lebenskünstler im Beitrag #3
die wären mir dann doch ein bisschen ZU voll

Und der Begriff Zug-"Spitze" bekommt dort wieder eine neue Deutung

Alles Liebe
André



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