Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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#1

Barfuß im Großraum Locarno

in Barfuß und Leben 30.09.2025 12:00
von Michael aus Zofingen | 893 Beiträge | 685 Punkte

Hallo,

am Sonntag, den 28.9.2025 sollte es speziell in der Südschweiz sonnig und wieder wärmer werden. Ich radelte barfuß im Dunkeln bei Hochnebel und 7°C in Richtung Zofinger Bahnhof, um einen Regioexpreß um 5:13 Uhr nach Luzern zu bekommen. Nach 23 minütigem Warten hatte ich Anschluß an einen Intercity Richtung Lugano. Jenseits des Gotthards war der Himmel blau, jedoch gab es einige Nebelfelder. Ich fuhr bis zum Bahnhof Bellinzona, dort mußte ich in eine S-Bahn wechseln. Auf dem Bahnsteig war es noch recht frisch. Ich fuhr weiter nach Locarno, wo es bereits wärmer war in der Sonne.

Langsam marschierte ich zum Schiffsanleger, um 8:45 Uhr würde das erste Schiff fahren. Nie zuvor hatte ich ein Schiff südlich der Alpen benutzt, weder auf dem Langensee, noch auf dem Luganer See. Ich kam ohne Probleme an Bord. Das Schiff legte pünktlich ab, machte einen Bogen um die Maggiamündung, legte noch in Ascona, Porto Ronco und der Brissago-Insel an, um schließlich die Endstation Brissago zu erreichen. Da das Schiff erst 30 Minuten später wieder abfahren würde, hatte ich Zeit, kurz durch den kleinstädtisch geprägten Ortskern zu gehen. Die Passagen bei den Häusern bestanden teilweise aus einer Art Marmor, teilweise auch aus Steinplatten. Auch Treppen gab es viele. Mache Gasse bestand auch aus Kopfsteinpfaster. Die Zeit wurde knapp, denn das Schiff würde nicht warten. Um 10:10 Uhr verließ das Schiff die "Freie Reichstadt" um 20 Minuten später bei den Brissago-Inseln anzulegen.

Hier hatte meine elektronische Fahrplansuche einen Umsteigeort gefunden, um zurück nach Locarno zu kommen. Als ich aber sah, daß sich auf der Insel ein Kassenhäuschen befand, blieb ich auf dem schiff und fuhr weiter bis Ascona, wo die Fahrt endete. Da so schnell kein anders Schiff fuhr, schritt ich barfuß durch den historischen Ortskern von Ascona. Als ich an einer Bushaltestelle vorbeikam, sah ich, daß auch die nächste Zeit kein Bus nach Locarno fuhr. Also ging ich zu Fuß nach Locarno, was ich schon öfters getan hatte. Gegenüber dem letzten Mal stellte ich fest, daß eine neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Grenzfluß Maggia errichtet wurde, während die bisherige neben der Schnellstraßenbrücke liegende Betonbrücke nun zur Busspur umgebaut wurde. Ob über diese Brücke auch die Straßenbahn von Locarno nach Ascona führen, falls sie mal gebaut werden sollte? Ich erreichte die Piazza Grande, auf der noch Gleisreste der Straßenbahn (und Centovallibahn) im Kopfsteinpflaster lagen.

Als ich zum Anleger kam, sah ich, daß ein Schiff nach Magadino abfahrbereit lag. Dieses Schiff hätte ich um wenige Minuten verpaßt, wenn ich den Aufenthalt auf den Brissago-Inseln gehabt hätte. Also beschloß ich, dieses zu benutzen statt des nächsten. Aber ich hatte Pech. Ein mit einer kalkweißen Mütze bekleideter Schiffsheini weigerte sich, mich an Bord zu lassen. "Too dangerous!" , waren seine Worte, nachdem er merkte, daß ich kein italienisch konnte. Innerlich wütend verließ ich den Platz. Da vermutlich dasselbe Schiff mit demselben Kerl mit der Wichtigtuermütze auch später anlegen würde und mir dann dasselbe passieren würde, begab ich mich zum Bahnhof und nahm die nächste S-Bahn nach Bellinzona. Dann fuhr ich zurück bis Cadenazzo, wo ein Postauto bereitstand, das mich Richtung Schiffsanleger Magadino bringen würde, um so wieder in meinen geplanten Takt zurückzukommen.

Ich fuhr sogar bis zum Bahnhof Magadino-Vira, wo ich auf den Gegenbus wartete. Dieser brachte mich zum Bahnhof Quartino, wo ich ca. 30 Minuten auf den Zug nach Luino warten mußte (5 Minuten infolge Verspätung). Bis zum Anschluß hatte ich ca. 30 Minuten Zeit, um durch die italienische Stadt zu gehen. Der Asphalt der Straßen ist barfußtechnisch von schlechterer Qualität als in der Schweiz. Auch merkt man (speziell als Benutzer eines Zebrastreifens), daß hier das 4rad einen höheren Stellenwert hat als in der Deutschschweiz, ja selbst als im Tessin. Ich ging auch zum Ufer des Langensees, wo es auch einen Brunnen mit Fontänen in den Platten gab. Einige Kinder gingen sogar dadurch (oder fuhren mit dem Roller durch), aber alle trugen geschlossene Schuhe.

Mit einer Kraftpost fuhr ich weiter zum Bahnhof Ponte Tresa. Obwohl der Bus wegen des starken 4radverkehrs in Luino Verspätung hatte, erreichte ich noch die Ponte-Tresa-Bahn. Allerdings war mein Offtopic-Fahrzeug moderner als das gezeigte. In Lugano verließ ich das "Tram" und säckelte barfuß über eine Brücke zum Bahnsteig der S-Bahn Richtung Norden. Ich fuhr damit nur bis Giubiasco. Hier wechselte ich in einen Kupferzug, der mich über die Gotthard-Bergstrecke bis Zürich brachte. Während es im Tessin bis zu 19°C warm und sonnig war, nahmen nördlich der Alpen die Wolken zu. Auch war die Kleidung der zusteigenden Fahrgäste deutlich winterlicher. Ein in Göschenen zugestiegener Mann sagte zu seiner Frau, als er mich sah: "Im Tessin scheint es doch deutlich wärmer zu sein als hier."

In Zürich mußte ich barfuß von der Haupthalle zum unterirdischen Bahnsteig gehen. Dort erreichte ich einen Intercity nach Lausanne, womit dem ich bis Olten fuhr. Mit einem Interregio traf ich um 20:56 Uhr in Zofingen ein, bei wolkenlosem Wetter radelte ich barfuß nach Hause.

Meine 46. Barfußreise mit dem Generalabo war beendet.

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


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