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3 unechte Sommertage und 3 echte Wintertage zum Jahreswechsel
3 unechte Sommertage und 3 echte Wintertage zum Jahreswechsel
in Barfuß und Leben 05.01.2026 10:51von Michael aus Zofingen •
| 895 Beiträge | 691 Punkte
Hallo,
während es an Weihnachten selbst überall eher trübe war, sollte es an den Tagen danach zumindest im Süden sonnig und tagsüber mild werden.
also reiste ich mal wieder ins Tessin.
Samstag, 27.12.2025:
Route: Abfahrt in Zofingen 6:29, Interregio bis Luzern, Kupferzug bis Locarno über alte Gotthardstrecke, FART-Bus 1 bis Ascona Centro, Wanderung zum Strandbad und längerer Aufenthalt dort, Rückkehr durch die Altstadt zur Bushaltestelle. Abfahrt 16:14 mit FART-Bus 1 nach Locarno, S-Bahn bis Bellinzona, Intercity bis Arth Goldau via Gotthard-Basistunnel, Kupferzug bis Luzern, Interregio nach Zofingen, Ankunft 19:31.
Bemerkungen: Bei Hochnebel losgefahren (+3°C), ab Wassen klar, auf der Alpensüdseite verschneit bis Rodi Fiesso und Rauhreif auf Gras an schattigen Stellen bis hinter Biasca, in Ascona relativ warm (an Seeufer Aufenthalt in Badekleidung möglich), in Bellinzona und vor allem nördlich der Alpen deutlich kälter. In Zofingen Hochnebel.
Zwei Frauen, und ein Mann, die kurz im See badeten. Alle fuhren in totaler Winterkleidung davon. Die Frau, die im Neoprenanzug trainierte, war diesmal nicht da. Drei Kinder barfuß am Seeufer. Zwei Männer mit in kurzen Hosen am Seeufer (davon einer mit Vollbart, Stock und oft mit Hut. Diesen Mann habe ich bei meinen Besuchen in Ascona noch nie in langen Hosen gesehen).
Mir war es zum Baden zu kalt, denn die Sonne alleine hätte nicht ausgereicht, um mich wieder aufzuheizen. Allerdings ging ich soweit ins Wasser, ohne mir nasse Hosensäume zu holen.
Außerhalb des Strandes nur Fußballer in kurzen Hosen.
Sonntag, 28.12.2025:
Route: Abfahrt in Zofingen 6:29, Interregio bis Luzern, Kupferzug bis Locarno über alte Gotthardstrecke, FART-Bus 1 bis Ascona Centro, Wanderung zum Strandbad und längerer Aufenthalt dort, Rückkehr durch die Altstadt zur Bushaltestelle. Abfahrt 16:29 mit FART-Bus 1 nach Locarno, S-Bahn bis Bellinzona, Intercity bis Arth Goldau via Gotthard-Basistunnel, Kupferzug bis Luzern, Interregio nach Zofingen, Ankunft 20:02.
Bemerkungen: Bei Hochnebel losgefahren (+1°C), die Kirche von Wassen war im dichten Nebel versunken, in Göschenen klar, auf der Alpensüdseite verschneit bis Rodi Fiesso und Rauhreif auf Gras an schattigen Stellen bis hinter Tenero, in Ascona relativ warm (an Seeufer Aufenthalt in Badekleidung möglich), in Bellinzona und vor allem nördlich der Alpen deutlich kälter. In Zofingen Hochnebel.
Mehrere Menschen, die kurz im See badeten. Alle fuhren in totaler Winterkleidung davon. Die Frau, die im Neoprenanzug trainierte, war diesmal wieder da. Einige Kinder barfuß am Seeufer. Mehrere Personen in kurzen Hosen am Seeufer (davon der Mann mit Vollbart, Stock und diesmal ohne Hut).
Dieses Mal schritt ich auch das Gelände des Lidos ab. Während ich mich mit einer Frau unterhielt (Thema: sie hatte im Internet zwischen Zürich und Locarno eine Fahrkarte zum "richtigen" Preis gelöst, jedoch handelte es sich nur um ein Anschlußticket. Sie mußte Strafe bezahlen, was sie wurmte), erschienen zwei Polizisten, die jede Person ansprachen, die mit Hunden am Strand waren. Die Frau störte sich daran, daß die Polizisten so kleinlich seien, die Hunde täten doch keinen was. Dabei erwähnte sie auch den Frisbee-Hund. Ich hatte schon befürchtet, daß sich jemand darüber beschwert hatte, daß ich mich in Badekleidung am Strand aufhielt.
Außerhalb des Strandes nur Fußballer und Jogger in kurzen Hosen. Auf dem Rückweg zum Bus benötigte ich noch keine Jacke. Während ich in T-Shirt, kurzen Hosen und ohne Schuhe durch Ascona ging, gab es einige Kommentare von Kindern. Aber auch eine aufgetakelte Frau (Typ: alternde Diva) sprach lautstark auf hochdeutsch: "Nackt in der Stadt!!!!!!! Sowas gehört weggesperrt." Für mich ist "nackt" ein Synonym für "be2zeht" bzw. "be2ct", von dem ich meilenweit entfernt war. Auch wenn ich nicht erwarte, daß der Hexe diese 2 Insiderbegriffe bekannt, so scheint die Frau doch nicht mehr Intelligenz zu besitzen wie ein kleines Kind, das die Begriffe "barfuß" und "nackt" (bzw. "blutt") durcheinander bringt.
Montag, 29.12.2025:
Route: Abfahrt in Zofingen 6:29, Interregio bis Luzern, Kupferzug bis Locarno über alte Gotthardstrecke, FART-Bus 1 bis Ascona Centro, Wanderung zum Strandbad und längerer Aufenthalt dort, Rückkehr durch die Altstadt zur Bushaltestelle. Abfahrt 16:29 mit FART-Bus 1 nach Locarno, S-Bahn bis Bellinzona, Intercity bis Arth Goldau via Gotthard-Basistunnel, Kupferzug bis Luzern, Interregio nach Zofingen, Ankunft 20:02.
Bemerkungen: Bei Hochnebel losgefahren (0°C), ab Wassen klar (der Nebel vom Vortag hatte sich als Rauhreif auf den Bäumen niedergeschlagen, der Kupferzug schien durch einen Märchenwald zu fahren, auf der Alpensüdseite verschneit bis Rodi Fiesso und Rauhreif auf Gras an schattigen Stellen bis hinter Locarno, in Ascona relativ warm (an Seeufer Aufenthalt in Badekleidung möglich), in Bellinzona und vor allem nördlich der Alpen deutlich kälter. In Zofingen Hochnebel.
2 Menschen, die kurz im See badeten. Alle fuhren in totaler Winterkleidung davon. Die Frau, die im Neoprenanzug trainierte, war diesmal auch da. Einige Kinder spielten barfuß mit dem Ball. Mehrere Personen in kurzen Hosen am Seeufer (davon der Mann mit Vollbart, Stock und diesmal mit Hut).
Auch dieses Mal schritt ich auch das Gelände des Lidos ab.
Außerhalb des Strandes nur Fußballer und Jogger in kurzen Hosen.
An den Folgetagen sollte es auch in der Südschweiz wolkig sein, also unternahm ich nichts mit Offtopic-Fahrzeugen. Außerdem mußte ich noch einkaufen.
Donnerstag, 1.1.2026 (Neujahr):
Route: Abfahrt in Zofingen 8:13 (-8°C), S-Bahn bis Olten, Kupferzug via Zürich HB und Ziegelbrücke bis Chur, Regioexpreß bis Disentis, Regionalzug via Oberalppaß bis Andermatt, Regionalzug via Furkatunnel bis Brig, Intercity via Lötschberg-Basistunnel bis Bern, Interregio nach Zofingen, Ankunft 17:28.
Bemerkungen: Fast den ganzen Tag war es klar, aber kalt. Erst im Kandertal nahm die Bewölkung zu. Keine langen Wartezeiten an Bahnhöfen, meist stand der Anschlußzug schon bereit.
Keine Barfüßer, keine Personen in kurzen Hosen.
Am Berchtoldstag war es anfangs neblig, dann kam die Sonne, bevor es sich gegen Abend wieder bezog und Schneefall einsetzte. Ich unternahm ich nichts mit Offtopic-Fahrzeugen.
Samstag, 3.1.2026:
Route: Abfahrt in Zofingen 7:32 (-4°C), Interregio bis Palézieux, Regionalzug bis Vevey, Interegio bis Brig, Regioexpreß via Lötschberg-Scheiteltunnel bis Bern, Regioexpreß via Konolfingen und Wolhusen bis Luzern, Regioexpreß nach Zofingen, Ankunft 16:44.
Bemerkungen: Bei Wolken und verschneiten Wegen mit dem Velo zum Bahnhof (ca. 1 km) losgefahren, sicherheitshalber etwas mehr Zeit eingeplant. Füße bis Einfahrt des Zuges nicht eingefroren. Fahrt durch verschneite Landschaft, die Genfer Seeregion war aber schneefrei. Eingeplanter Zug ab Vevey fiel aus, ca. 15 Minuten später sollte Regioexpreß bis Martigny fahren. Beim Warten bei +5°C wurde ich mehrfach auf französisch angelabert, was ich nicht verstand. Vermutlich rief jemand die Polizei. Jedenfalls wurde ich von zwei Polizisten (sie konnten deutsch) aus dem gerade eingefahrenen Zug geholt. Ich mußte mich ausweisen, wurde gefragt, wo ich hinwollte und weshalb ich keine Schuhe anhatte. Ich sagte, daß ich seit 5 Jahren fast nie mehr Schuhe getragen hatte. Es gab einige Abklärungen am Handy, dann durfte ich mit dem nächsten Zug weiter (ca. 30 Minuten nach dem ausgefallenem Zug).
Ich hatte nun eingeplant, eine Stunde später als ursprünglich die Route durchzuführen. Anstatt in Visp länger zu warten, fuhr ich bis Brig, um von dort via Basistunnel bis Thun zu fahren. Als aber in Brig ein Zug über die alte längere Lötschbergstrecke bereitstand, benutzte ich diesen. Der Schaffner stellte die K-Frage, denn ich war deutlich weniger winterlich gekleidet als etwa Skifahrer. Mein Anschluß in Thun war natürlich weg, also fuhr ich weiter bis Bern in der Hoffnung, hier einen zeitnahen Anschluß zu finden.
Da war der Fall. In Langnau stieg ein Mann zu, der eine Kinderkarre mit Mädchen dabei hatte sowie ein kleineres schlafendes Kind im Tuch vor dem Bauch trug. Von meinem Platz konnte ich nur sehen, was oberhalb von etwa 50 cm vor sich ging. Der Mann hob auch noch das Mädchen an, damit es der Mutter, die im Nachbarzug Richtung Bern stand, zuwinken konnte (das entnahm ich zumindest dem Gespräch). Der Mann (Vater?) sprach betont leise, vermutlich um das Kleinkind nicht zu wecken. Vor Schüpfheim ging ein älterer Mann an mir vorbei Richtung Toilette. Als er zurück, blieb er bei mir stehen und sagte: "In diesem Zug fährt öfter jemand barfuß, aber mit langen Hosen und langärmeliger Kleidung." Dann rief er nach vorne durch: "Hier ist noch einer barfuß, er trägt sogar kurze Hosen." Wir unterhielten uns noch zum Thema barfuß. Er erzählte, daß er sich mal auf heißem Asphalt die Füße verbrannt hatte. In Entlebuch mußte er aussteigen.
Ich ging kurz auf die andere Seite des Zuges und sah, daß der Mann mit den beiden Kindern barfuß war. Die beiden Kinder waren auch ohne Schuhe, jedoch in Socken. In Luzern endete der Zug. Der Mann verfrachtete das größere Kind in die Kinderkarre und legte eine Decke drüber. Auch gelang es ihm, eine dicke Jacke anzuziehen, ohne daß das Kleinkind aufwachte. Der Mann lächelte mir zu, als wir vor der Tür warteten. Das Mädchen sagte: "Kurze Hosen, der friert doch sicher." Darauf der Mann leise: "Nein, der friert nicht."
Sonntag, 4.1.2026:
Route: Abfahrt in Zofingen 8:29 (-10°C), Interregio bis Luzern, Panoramaexpreß via Brünig bis Interlaken Ost, ICE bis Thun, S-Bahn bis Konolfingen, S-Bahn bis Langnau, S-Bahn via Wolhusen bis Luzern, S-Bahn via Rotkreuz bis Zug, Interregio via Zürich bis Winterthur, S-Bahn via Stadelhofen bis Lenzburg, S-Bahn nach Zofingen, Ankunft 17:08.
Bemerkungen: Bei klarem Himmel und teils vereisten Wegen mit dem Velo zum Bahnhof (ca. 1 km) losgefahren. Füße bis Einfahrt des Zuges nicht eingefroren. Fahrt durch verschneite Landschaft, Nordufer des Brienzer Sees schneefrei. Kein eingeplanter Zug fiel aus. Im ICE (Zielort Altona) wurde ich von Bahnpersonal unmittelbar nach dem Einsteigen in Interlaken angesprochen. Als ich sagte, daß ich auch im Winter keine Schuhe trage, schienen sie beruhigt. Niemand rief die Polizei. Die Strecke ab Thun entsprach überwiegend der Strecke, die ich für den Vortag eingeplant hatte. Keine lange Wartezeit an Bahnhöfen.
Beim Zusteigen in Zug fand ich einen Sitzplatz in Seitenlage. In Zürich HB leerte sich der Zug, so daß ich einen Vorwärtsplatz ergattern konnte. Darauf verließ eine Frau mit zwei Kindern empört ihre Plätze auf der anderen Gangseite. Als ob ich sie mit Grippe, Aids, Corona, Sars oder Gicht anstecken könnte.
Meine 94. bis 99. Barfußreise mit dem Generalabo waren beendet.
Heute ist es hochnebelartig bewölkt und gemäß Wetterbericht gerade -5°C kalt. Ab Donnerstag soll es wärmer werden und regnen.
Schöne Grüße
Michael aus Zofingen
RE: 3 unechte Sommertage und 3 echte Wintertage zum Jahreswechsel
in Barfuß und Leben 09.01.2026 06:16von André Uhres • Admin | 2.386 Beiträge | 1253 Punkte
Zitat von Michael aus Zofingen im Beitrag #1
In Zürich HB leerte sich der Zug, so daß ich einen Vorwärtsplatz ergattern konnte. Darauf verließ eine Frau mit zwei Kindern empört ihre Plätze auf der anderen Gangseite.
Dabei gibt es einen berühmten Barfüßer direkt am Zürichsee:


RE: 3 unechte Sommertage und 3 echte Wintertage zum Jahreswechsel
in Barfuß und Leben 09.01.2026 15:20von Lebenskünstler • Admin | 1.443 Beiträge | 1607 Punkte
Zitat von Michael aus Zofingen im Beitrag #1
Als ob ich sie mit Grippe, Aids, Corona, Sars oder Gicht anstecken könnte.
Sie hat Angst, dass du die Kinder mit Barfuss anstecken könntest, und die Kinder sofort ihre Schuhe ausziehen.
Wenn der Mann barfuss ist, dann wollen wir das auch ..
Grüßle vom Lebenskünstler
RE: 3 unechte Sommertage und 3 echte Wintertage zum Jahreswechsel
in Barfuß und Leben 12.01.2026 13:38von Michael aus Zofingen •
| 895 Beiträge | 691 Punkte
Zitat von Lebenskünstler im Beitrag #3
Sie hat Angst, dass du die Kinder mit Barfuss anstecken könntest, und die Kinder sofort ihre Schuhe ausziehen.
Wenn der Mann barfuss ist, dann wollen wir das auch ..
Die Kinder hatten die Winterstiefel bereits ausgezogen, als ich den Zug betrat. Sie waren auf Socken. Die Mutter hatte wohl Angst, daß die Kinder nun auch die Socken ausziehen wollten und sich dann mit Fußpilz anstecken oder sich dabei eine Nieren-, Blasen- oder Lungenentzündung holen.

RE: 3 unechte Sommertage und 3 echte Wintertage zum Jahreswechsel
in Barfuß und Leben 15.01.2026 18:34von heinz •
| 11 Beiträge | 27 Punkte
Hallo Michael
Wahnsinn, wieder so viele Reisen in kurzer Zeit. Respekt, dass du bei Hochnebel, Rauhreif, Schnee und teilweise Minusgraden immer noch unterwegs bist. Deine Detailbeobachtungen machen die Berichte richtig lebendig. Ich kann mir gut vorstellen, wie abwechslungsreich das am Seeufer ist – von kurzen Badenden über Kinder barfuß bis zu Leuten in totaler Winterkleidung.
Die Begegnungen mit anderen Barfußgängern oder auch den Polizisten und Zugpersonal finde ich interessant. Dass es immer wieder Gespräche gibt und Leute dich wiedererkennen, zeigt, wie präsent du in der Gegend bist. Besonders die Geschichte mit dem Mann und den Kindern im Zug ist toll zu lesen – echte Alltagsbeobachtungen, die man sonst nicht mitbekommt.
Die Mischung aus Zugfahrten, Sonne im Tessin und verschneiter Landschaft nördlich der Alpen klingt nach richtig schönen, abwechslungsreichen Touren. Dass du dabei trotzdem immer einen klaren Überblick behältst und alles so genau dokumentierst, ist echt beeindruckend.
Viele Grüße
Heinz
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