Hobby-Barfuß-Renaissance-Forumein kleines demokratisches Forum für Leute, die gerne barfuß laufen
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Barfuß zum "echten" Frühlingsanfang
in Barfuß und Leben 22.03.2026 10:40von Michael aus Zofingen •
| 908 Beiträge | 716 Punkte
Hallo,
nach zwei Tagen, an denen ich nicht mit Offtopic-Fahrzeugen unterwegs war (11.-12.März), zog es mich wieder einmal in den Osten.
Donnerstag, 13.3.2026:
Route: Abfahrt in Zofingen 7:03, S-Bahn bis Olten, Intercity bis Zürich HB, Intercity bis Sargans, Interregio bis Buchs, ÖBB-S-Bahn bis Nendeln, LIEmobil-Bus 13 bis Schaan Bahnhof, LIEmobil-Bus 36 bis Bendern Post, LIEmobil-Bus 37 bis Salez-Sennwald, S-Bahn bis St. Gallen, Appenzeller Bahn bis Appenzell, Appenzeller Bahn bis Trogen, Kraftpost 230 bis Heiden, Zahnradbahn bis Rorschach Hafen, S-Bahn bis Romanshorn, S-Bahn bis Schaffhausen, Regioexpreß bis Bülach, S-Bahn bis Koblenz, S-Bahn bis Turgi, S-Bahn via Aarau und Olten nach Zofingen, Ankunft 19:44.
Bemerkungen: Bei wenig Wolken losgefahren (+3°C), tagsüber sonnig, nach Untergang der Sonne Abkühlung, Höchsttemperatur ca. 12°C.
Keine Barfüßer gesichtet, nicht einmal auf dem Barfußweg Gonten.
Am Wochenende gab es einen Kälteeinbruch mit Schnee in den Bergen und Starkregen im Flachland nördlich der Alpen.
Dienstag, 17.3.2026:
Route: Abfahrt in Zofingen 6:29, Interregio bis Luzern, Kupferzug bis Locarno über alte Gotthardstrecke, FART-Bus 1 bis Ascona Centro, Wanderung zum Strandbad und längerer Aufenthalt dort, Rückkehr durch die Altstadt zur Bushaltestelle. Abfahrt 17:14 mit FART-Bus 1 nach Locarno, S-Bahn bis Bellinzona, Intercity bis Luzern via Gotthard-Basistunnel, Interregio nach Zofingen, Ankunft 20:31.
Bemerkungen: Bei leichter Bewölkung losgefahren (0°C), praktisch den ganzen Tag sonnig, im Raum Göschenen lag viel Schnee neben den Gleisen, auf der Alpensüdseite im Raum Airolo hatte es wenige stark geschnitten, in Ascona warm (an Seeufer Aufenthalt in Badekleidung möglich), in Zofingen abends 8°C.
Ein paar Leute, die kurz im See badeten, darunter die Frau (sie heißt übrigens Agnes), von der mal angenommen wurde, sie sei ertrunken. Auch ich war kurz im Wasser. Keine barfüßigen Kinder am Seeufer oder auf Spielplatz gesehen, jedoch etliche Erwachsene.
Außerhalb des Strandes neben Fußballern, Velofahrern und Joggern auch andere Leute in kurzen Hosen.
Mittwoch, 18.3.2026:
Route: Abfahrt in Zofingen 6:32, Interregio bis Bern, Intercity bis Brig, Regio (Matterhorn-Gotthard-Bahn) bis Andermatt, Regio (Matterhorn-Gotthard-Bahn) bis Disentis, Regioexpreß bis Reichenau-Tamins, Interregio bis Filisur, Regioexpreß via Davos bis Landquart, Kupferzug bis Rorschach, S-Bahn bis Romanshorn, S-Bahn bis Schaffhausen, Intercity bis Zürich HB, Interregio bis Olten, Regioexpreß nach Zofingen, Ankunft 20:12.
Bemerkungen: Bei wenig Wolken losgefahren (+1°C), tagsüber sonnig, nur zwischen Thun und Brig stärker bewölkt, Höchsttemperatur ca. 12°C. Zwischen Bitsch und Ilanz lag Schnee. Auffällig war, daß westlich vom Oberalppaß deutlich mehr Schnee lag als östlich davon, vermutlich wegen starker Westwinde. An diesem Tag starker Ostwind, so daß das Wasser im Bodensee starke Wellen zeigte, fast wie an Meeresküsten (somit paßte die Bezeichnung "Schwabenmeer" an diesem Tag). In Zofingen abends 8°C.
Als ich in Andermatt umstieg, sagte ein winterlich vermummtes Mädchen zur Mutter: "Der Mann ist richtig blutt!" (Dabei hatte ich immerhin kurze Hosen und ein T-Shirt an, die Jacke war im Rucksack verstaut. Dort, wo Schnee lag, konnte ich keine Menschen in Sommerkleidung beobachten. Im Flachland dagegen waren Jogger und Velofahrer in kurzen Hosen unterwegs. Als der Zug langsam die Rheinbrücke zwischen Feuerthalen und Schaffhausen überquerte, konnte ich sehen, wie ein Mann im Rhein in Badekleidung gebadet hatte.
Im Zug zwischen Thun und Brig fragte der Schaffner alle Fahrgäste nach Einstiegsort und Zielort der Reise. Als ich ihm meine gesamte Route erzählte, meinte er: "Aber über Kuala Lumpur fahren Sie nicht." Mir fiel dieses Lied dazu ein.
Donnerstag, 19.3.2026:
Route: Abfahrt in Zofingen 6:29, Interregio bis Luzern, Kupferzug bis Locarno über alte Gotthardstrecke, FART-Bus 1 bis Ascona Centro, Wanderung zum Strandbad und längerer Aufenthalt dort, Rückkehr durch die Altstadt zur Bushaltestelle. Abfahrt 17:14 mit FART-Bus 1 nach Locarno, S-Bahn bis Bellinzona, Intercity bis Luzern via Gotthard-Basistunnel, Interregio nach Zofingen, Ankunft 20:31.
Bemerkungen: Bei leichter Bewölkung losgefahren (+1°C), praktisch den ganzen Tag sonnig, die Schneemengen schienen innert 2 Tagen deutlich weniger geworden zu sein, in Ascona warm (an Seeufer Aufenthalt in Badekleidung möglich), in Zofingen abends 8°C.
Da im Tessin Feiertag war, waren mehr Leute am Seeufer als zwei Tage zuvor. Ein paar Leute, die kurz im See badeten, darunter auch Agnes. Die Frau, die im Neoprenanzug (samt Taucherschuhen) trainierte, war diesmal auch da. Auch ich war kurz im Wasser. Einige barfüßige Kinder am Seeufer oder auf Spielplatz, einige in Badekleidung, andere in normaler (teils winterlicher) Straßenkleidung. Ich weiß nicht, ob es Zufall war: mir kam es vor, daß unter den barfüßigen Kindern die meisten nicht italienisch sprachen, sondern schweizerdeutsch oder richtiges deutsch. Auch etliche Erwachsene barfuß, jedoch nicht in Badekleidung.
Während der Rückfahrt fiel mir auf, daß die Wiesen und Wälder grüner erschienen als noch eine Woche vorher. Die Regenfälle waren der Vegetation gut bekommen.
Freitag, 20.3.2026:
Route: Abfahrt in Zofingen 6:29, Interregio bis Luzern, Kupferzug bis Locarno über alte Gotthardstrecke, FART-Bus 1 bis Ascona Centro, Wanderung zum Strandbad und längerer Aufenthalt dort, Rückkehr durch die Altstadt zur Bushaltestelle. Abfahrt 17:14 mit FART-Bus 1 nach Locarno, S-Bahn bis Bellinzona, Intercity bis Luzern via Gotthard-Basistunnel, Interregio nach Zofingen, Ankunft 20:31.
Bemerkungen: Bei leichter Bewölkung losgefahren (+2°C), praktisch den ganzen Tag sonnig, die Schneemengen schienen innert 2 Tagen deutlich weniger geworden zu sein, in Ascona warm (an Seeufer Aufenthalt in Badekleidung möglich), in Zofingen abends 8°C.
Da im Tessin kein Feiertag war, waren weniger Leute am Seeufer als ein Tag zuvor. Ein paar Leute, die kurz im See badeten, darunter auch Agnes. Die Frau, die im Neoprenanzug (samt Taucherschuhen) trainierte, war diesmal nicht da. Auch ich war kurz im Wasser. Ein einziges barfüßiges Mädchen zusammen mit den Eltern Kinder am Seeufer (es war auch am Vortag anwesend). Kaum am Strand angekommen, wollte es sich sofort der Schuhe und Socken entledigen. Auch etliche Erwachsene barfuß, jedoch nicht in Badekleidung.
Der Intercity von Bellinzona nach Luzern (und weiter nach Basel) war gerammelt voll. Ich fand noch einen Sitzplatz, da einige Leute den Zug gerade verlassen hatten. Sofort setzten sich 3 nicht mehr ganz nüchterne Männer neben mich, andere Personen suchten vergeblich nach einem Sitzplatz (auch nach der Aufforderung aus dem Lautsprecher, Taschen von den Sitzplätzen zu entfernen. Einer der Männer fragte mich: Barfuß, bist du immer so unterwegs?" "Ja!" "auch im Winter?" "Ich trage eigentlich nie Schuhe, außer bei Beerdigungen und wenn es wirklich kalt ist." Damit war die Sache erledigt. In Arth-Goldau verließen die 3 Männer den Zug, ebenso die 4 Personen jenseits des Ganges (Eine Anzeige über den Sitzen gegenüber wies darauf hin, daß ein Sitzplatz zwischen Arth-Goldau und Basel reserviert war). Ein Mann mit teigigem Gesicht im Anzug (aber ohne Krawatte) und zwei Businesskoffern tauchte auf, schien mit dem Wischphon seine Reservierung zu kontrollieren, stellte die Koffer auf andere Sitze und setzte sich. Dann holte er einen Laptop aus einem Koffer und platzierte die Laptoptasche auch den letzten der 4 Sitze. Dann entdeckte er mich in T-Shirt, kurzen Hosen und ohne Schuhe, rümpfte die Nase und sagte im Feldwebelton: "Suchen Sie sich einen anderen Platz, hier stören Sie mich." Ich antwortete: "Es ist unverfroren von Ihnen, nur einen Platz zu reservieren und überall Ihre Sachen zu deponieren. Aber solange der Zug leer ist, stört es mich nicht weiter. Aber ich bleibe hier sitzen." "Und mich stört es, wenn ein Mann in kurzen Hosen sich in meiner Nähe aufhält." "Sie befinden sich hier nicht in Ihrem Büro, wo Sie Ihren Untergebenen Befehle erteilen können, sondern in einem öffentlichen Verkehrsmittel. Und hier ist das Tragen von kurzen Hosen nicht verboten. Und ich fühle mich in kurzen Hosen wesentlich wohler als in langen, solange es mir warm genug ist. Was andere Leute dazu denken, ist mir völlig egal."
Dann kam der Schaffner, und der Wichtigtuer sagte gleich: "Können Sie dafür sorgen, daß dieser Mann seine Platz verläßt? Ich fühle mich Unwohl in Gegenwart von Männern in kurzen Hosen. Und meine Tochter hat schreckliche Angst vor ihnen." Darauf der Schaffner: "Aber kurze Hosen sind nicht verboten in der Bahn. Im Hochsommer kommt das häufig vor." "Das ist schlimm für meine Tochter. Als sie mal in der Wohnung meiner Schwester war, wurde sie von meinem Schwager sexuell mißbraucht. Der Schwager war nur mit einer Unterhose bekleidet. Seitdem hat meine Tochter eine panische Angst vor Männern in kurzen Hosen. Und in die Wohnung meiner Schwester will sie auch nicht mehr. Wer hütet nun das Mädchen, wenn meine Frau und ich mal alleine sein wollen?" Der Schaffner: "Es tut mir leid um Ihre Tochter. Aber Ihre Tochter ist ja nun nicht da. Und wegen dieses Einzelfalls kann man doch nicht Männer in kurzen Hosen unter Generalverdacht stellen."
Der Mann schien damit nicht einverstanden zu sein. Auch ich war froh, daß ich nur eine Station mit ihm im selben Zug sitzen mußte. Ob seine Tochter tatsächlich von seinem Schwager mißbraucht wurde? Oder hat er die Geschichte erfunden, weil er selber ein Problem mit Männern in Sommerkleidung hat? Falls letzteres der Fall sein sollte, hat er sicher keinen Schwager, mit dem er sich gut versteht.
Meine 128. bis 132. Barfußreise mit dem Generalabo waren beendet.
Schöne Grüße
Michael aus Zofingen
RE: Barfuß zum "echten" Frühlingsanfang
in Barfuß und Leben 25.03.2026 19:08von heinz •
| 42 Beiträge | 65 Punkte
Hallo Michael
Wieder ein sehr lebendiger Bericht, der einem das Gefühl gibt, direkt dabei gewesen zu sein. Die Routen dieser Woche sind beeindruckend, besonders der Mittwoch mit dem Übergang über den Oberalppass und dem Bodensee mit seinen Meereswellen. Der Schaffner mit dem Kuala-Lumpur-Kommentar hat mich zum Schmunzeln gebracht.
Schön zu lesen, wie sich Ascona von Tour zu Tour ein wenig verändert: mehr oder weniger Leute, Agnes wieder im Wasser, das Mädchen, das kaum am Strand angekommen schon die Schuhe loswerden wollte. Solche kleinen Beobachtungen machen deine Berichte besonders lebendig. Dein Eindruck mit den barfüßigen Kindern und der Sprachverteilung ist interessant, ob Zufall oder nicht. Solche Muster fallen einem eben nur auf, wenn man regelmäßig und aufmerksam schaut.
Was die Episode im Intercity betrifft: Der Schaffner hat meiner Meinung nach richtig reagiert. Kurze Hosen sind keine Provokation, und in einem öffentlichen Verkehrsmittel hat niemand das Recht, anderen Fahrgästen per Feldwebelton Platzverweise zu erteilen. Dass du ruhig und klar geantwortet hast, ohne die Sache unnötig aufzubauschen, spricht für dich.
Die Geschichte mit der Tochter ist schwer einzuschätzen. Ob wahr oder erfunden, sie zeigt vor allem, wie schnell Menschen versuchen, unangenehme Situationen durch emotionale Argumentation aufzulösen. Ich würde das allerdings nicht zu weit weiterdenken. Solche Begegnungen passieren, und manchmal steckt hinter seltsamen Reaktionen einfach ein Mensch, der einen schlechten Tag hat oder mit sich selbst nicht im Reinen ist.
Ich hoffe, die nächsten Fahrten bringen wieder mehr Landschaft und weniger Sitznachbar-Theater.
Viele Grüße
Heinz
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