Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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#1

3 barfüßige Reisen Mitte April

in Barfuß und Leben 19.04.2026 10:30
von Michael aus Zofingen | 918 Beiträge | 732 Punkte

Hallo,

über die Ostertage und den Tagen danach (bis 9.4.) war es auch im Norden sonnig und recht warm, so daß ich nicht mit Offtopic-Fahrzeugen unterwegs war, sondern mich an der Aare aufhielt. Am darauffolgenden Tag sollte es dagegen im Osten und Süden unbeständig sein, während es im Westen trocken bleiben sollte.

Freitag, 10.4.2026:
Route: Abfahrt in Zofingen 6:32, Interregio bis Palézieux, Regio bis Vevey, Interregio bis Montreux, Interregio via Gstaad bis 2simmen, Regio via Spiez bis Thun, Interregio via Lötschberg-Bergstrecke bis Brig, Interregio bis Renens, Intercity bis Yverdon, S-Bahn bis Freiburg (mit erheblicher Verspätung), S-Bahn (statt Intercity) bis Bern, Regioexpreß nach Solothurn (da Zug nach Langenthal natürlich weg war, es sollte weiter über Huttwil und Luzern nach Zofingen gehen), Interregio bis Olten, Regioexpreß nach Zofingen, Ankunft 19:12.
Bemerkungen: Bei Regen losgefahren (9°C), gegen Westen hin abnehmende Bewölkung, gegen Thun hin wieder mehr Wolken, südlich des Lötschbergs bis hin zum Neuenburger See sonnig, dann wieder zunehmende Bewölkung, in Zofingen abends 15°C.
Im Zug keine Barfüßer, jedoch speziell im Genfer Seegebiet etliche Fahrgäste in eher sommerlicher Kleidung. In Renens hatte ich kurz Zeit, um zur zukünftigen Haltestelle des Trams zu gehen. Sicher werde ich die zukünftige neue Tramlinie nach Flon irgendwann mal benutzen.

Am Folgetag war ich wieder zum Aareufer geradelt, dann folgten 3 Tage mit unbeständigem Wetter. Dann sollte es aber zumindest im Süden besser werden.

Mittwoch, 15.4.2026:
Route: Abfahrt in Zofingen 6:29, Interregio bis Luzern, Kupferzug bis Locarno über alte Gotthardstrecke, FART-Bus 1 bis Ascona Centro, Wanderung zum Strandbad und längerer Aufenthalt dort, Rückkehr durch die Altstadt zur Bushaltestelle. Abfahrt 18:14 mit FART-Bus 1 nach Locarno, S-Bahn bis Bellinzona, Intercity bis Arth-Goldau via Gotthard-Basistunnel, Kupferzug bis Luzern, Interregio nach Zofingen, Ankunft 21:31.
Bemerkungen: Bei starker Bewölkung losgefahren (7°C), auch südlich der Alpen wolkig, in Ascona warm und schnell abnehmende Bewölkung (an Seeufer Aufenthalt in Badekleidung möglich), abends auf der Alpennordseite stark bewölkt, in Zofingen abends 9°C,leicht bewölkt.
Einige Leute, die im See badeten, auch ich bis zum Ponton und wieder zurück geschwommen. Auch einige Kinder planschten manchmal erstaunlich lange im Wasser. Auf dem Spielplatz waren die beschuhte Kinder in der Minderheit. Generell verschwinden echte Winterklamotten immer mehr aus dem Straßenbild südlich der Alpen.

Da das Strandbad noch nicht offiziell geöffnet ist, kümmert sich auch niemand darum, das Treibgut zu entfernen. Prompt ist auch ein Kind barfuß in eine Rose getreten. Daraufhin durchsuchte ich auch das Treibgut und konnte Rosen, einige Brombeerranken, einen Kacktus sowie ein Brett mit Nagel entsorgen neben wenig Plastik, von dem erstaunlich wenig vorhanden war.
Außerhalb des Strandes wurde auf der Hinfahrt ein barfüßiges Kind im Kinderwagen von Bellinzona nach Locarno befördert. Auf der Rückfahrt fuhr ein barfüßiger Mann, die Schuhe in der Hand, von Locarno bis Gordola. Renato war diesmal nicht zwischen Faido und Bellinzona samt Velo im Kupferzug unterwegs.

Freitag, 17.4.2026:
Route: Abfahrt in Zofingen 6:29, Interregio bis Luzern, Kupferzug bis Locarno über alte Gotthardstrecke, FART-Bus 1 bis Ascona Centro, Wanderung zum Strandbad und längerer Aufenthalt dort, Rückkehr durch die Altstadt zur Bushaltestelle. Abfahrt 19:14 mit FART-Bus 1 nach Locarno, S-Bahn bis Bellinzona, Intercity bis Luzern via Gotthard-Basistunnel, Interregio nach Zofingen, Ankunft 22:31.
Bemerkungen: Bei leichter Bewölkung losgefahren (5°C), südlich der Alpen anfangs stärker bewölkt, in Ascona warm und sonnig, während sich Quellwolken lediglich über den Bergen zeigten (an Seeufer Aufenthalt in Badekleidung möglich), abends auf der Alpennordseite bewölkt, in Zofingen abends 10°C, leicht bewölkt.
Recht viele Leute am Strand. Bezüglich Barfuß- und Badequote fehlt mir nun jeglicher Überblick.
Renato war wieder nicht auf seiner Strecke unterwegs. Möglicherweise nimmt er aber angesichts der früher aufgehenden Sonne auch einen Zug eher. Dafür fragte mich auf der Hintour ein Mann im Bus, ob der Platz neben mir noch frei war. Er setzte sich zu mir, da er mich wiedererkannte. Er ist mir mal in Ascona, wo er eine Zweitwohnung besitzt, mit dem Hund begegnet und hat mich angesprochen (hier beschrieben). Seine Erstwohnung liegt in Zofingen, wo er mich schon häufiger gesehen hat. Im Bus erzählte er mir, daß er auch Artikel über mich in der Zeitung gelesen hatte. Jetzt weiß ich, daß er Bruno heißt.

Meine 142. bis 144. Barfußreise mit dem Generalabo waren beendet.

Gestern mußte ich einkaufen und radelte danach an die Aare. Heute ist das Wetter unbeständiger, so daß ich Dinge, die ich öfter hinausschiebe, nachholen kann.

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


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#2

RE: 3 barfüßige Reisen Mitte April

in Barfuß und Leben 20.04.2026 11:48
von heinz | 49 Beiträge | 73 Punkte

Hallo Michael
Der Freitag im Westen der Schweiz liest sich wie eine ganz andere Welt als die gewohnten Tessiner Touren. Das Genfer Seegebiet hat eben seinen eigenen Charakter, und dass dort schon sommerliche Kleidung zu sehen war, überrascht mich nicht. Die Gegend um den Léman liegt klimatisch noch einmal eine Stufe für sich.
Dass du am Mittwoch selbst das Treibgut durchsucht und entsorgt hast, nachdem ein Kind in eine Rose getreten ist, hat mich berührt. Das ist die praktischste Form von Fürsorge, kein großes Aufheben, einfach das Problem beseitigen. Solche Dinge tut man, oder man tut sie nicht.
Bruno aus Zofingen mit der Zweitwohnung in Ascona wird also langsam auch zur festen Figur. Zeitungsartikel über dich hatte er sogar gelesen. Du bist offenbar bekannter als du denkst, diesseits und jenseits der Alpen.
Renatos Abwesenheit erklärt sich mit der Sommerzeit vielleicht wirklich so, wie du vermutest. Wer die Sonne als Taktgeber nutzt, passt seinen Zug eben an, wenn sie früher aufgeht. Das wäre konsequent.
Und der barfüßige Mann von Locarno bis Gordola mit den Schuhen in der Hand, das klingt ganz vertraut.
Viele Grüße
Heinz



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#3

RE: 3 barfüßige Reisen Mitte April

in Barfuß und Leben 29.04.2026 08:57
von Michael aus Zofingen | 918 Beiträge | 732 Punkte

Zitat von heinz im Beitrag #2
Dass du am Mittwoch selbst das Treibgut durchsucht und entsorgt hast, nachdem ein Kind in eine Rose getreten ist, hat mich berührt. Das ist die praktischste Form von Fürsorge, kein großes Aufheben, einfach das Problem beseitigen. Solche Dinge tut man, oder man tut sie nicht.

Hallo Heinz,

man könnte mein Verhalten auch als "egoistisch" bezeichnen. Man könnte mir vorwerfen, daß ich das Treibgut nur deswegen durchsuche, um nicht selber barfuß in einen Dorn oder eine Scherbe zu treten. In der Tat besteht die Gefahr, mich zu verletzen, wenn ich ins Wasser gehe oder herauskomme, da ich beim Schwimmen keine Brille trage.
Schweizer (nicht alle und vermutlich nicht nur Schweizer) neigen dazu, Dinge mal positiv, mal negativ zu sehen, je nachdem, wer es gerade macht.
Ein typisches Beispiel sind Geschenke: Wenn etwa jemand eine Flasche Wein verschenkt und der Beschenkte trinkt gerne Wein, dann sollte es doch egal sein, woher der Schenkende die Flasche Wein hat, solange Drittpersonen davon keinen Schaden haben (etwa wenn der Schenkende der Drittperson die Flasche gestohlen hat). Tatsächlich wird es aber nur positiv gesehen, wenn der Schenkende im Laden den vollen Preis bezahlt hat. Negativer wird es gesehen, wenn er den Wein im Sonderangebot gekauft hat. Und noch negativer, wenn der Schenkende den Wein im Preisausschreiben gewonnen hat (oder selbst geschenkt bekommen hat), ihn aber weiterverschenkt, da er selbst nie Alkohol trinkt.

Am 22. April fand ich auf dem Boden in der Unterführung einen Maikäfer, als ich vom Kupferzug in den Bus wechselte. Bevor er von anderen Fahrgästen zertreten werden konnte, sammelte ich ihn auf und brachte ihn ins Gebüsch nahe dem Bahnhof. Für einen einzigen Maikäfer benötigte ich keinen Schuhkarton (den ich als Barfüßer ohnehin nicht besitze) als Transportgefäß, um den "beliebten Schädling" in Sicherheit zu bringen. Egoismus kann man mir hier nicht vorwerfen, da Maikäfer keine Stacheln haben, an denen man sich barfuß verletzen kann. Aber wer barfuß geht, achtet mehr auf den Untergrund als einer, der fett beschuht durch die Gegend zieht und nur auf sein Wischphon starrt.

Generell neige ich dazu, mein Handeln weder vorher anzukündigen, noch vorher zu diskutieren, sondern ich mache es einfach. So habe ich mich früher auch am Arbeitsplatz verhalten, was manchem überhaupt nicht paßte, weil er sich übergangen fühlte.

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


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#4

RE: 3 barfüßige Reisen Mitte April

in Barfuß und Leben 29.04.2026 14:40
von Matthias MUC | 12 Beiträge | 20 Punkte

Fühl Dich mal zutiefst verstanden von mir wegen dem Maikäfer. Ich bin bei uns in München auch oft der komische Kauz, der sich zum Affen macht und in der S-Bahn in der Innenstadt irgendein hilfloses Insekt mal mehr, mal weniger mühsam einfängt und bis zur Aussteigehaltestelle dann vorsichtig in der hohlen Hand bewahrt und nicht gleich am Bahnhof, sondern erst zuhause im Garten rauslässt.......



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#5

RE: 3 barfüßige Reisen Mitte April

in Barfuß und Leben 01.05.2026 06:25
von Michael aus Zofingen | 918 Beiträge | 732 Punkte

Bis nach Hause wäre es bei mir wohl zu weit gewesen, da ich mich in Erstfeld befand, noch dazu auf der Hintour.
Einmal hatte ich auch unfreiwillig ein Kleintier mit der Bahn transportiert. Vor ca. 25 Jahren hatte ich bei Intragna am Flußufer im Schlafsack übernachtet. Morgens begab ich mich zum Bahnhof, um nach Locarno zu fahren. Erst im Zug stellt ich fest, daß sich über Nacht eine Nacktschnecke in meinen Haaren bequem gemacht hatte. Ich nahm sie in die Hand und beförderte möglichst für andere unsichtbar nach Locarno, wo ich sie in einer Grünanlage an einem feuchten und schattigen Platz absetzte. Gartenbesitzer, die Wert auf lochfreien Kohl und Salat legen, mögen ein anderes Verhältnis zu 2zehschnecken haben als ich.



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zuletzt bearbeitet 01.05.2026 06:26 | nach oben

#6

RE: 3 barfüßige Reisen Mitte April

in Barfuß und Leben 02.05.2026 03:27
von André Uhres • Admin | 2.416 Beiträge | 1338 Punkte

Hallo,

Nach einer Gruppenwanderung mit Barfußfreunden in der Wahner Heide am 01/05/2011, bemerkte ich bei mir zu Hause auf meinem Rucksack diesen blinden Passagier. Ob er wohl den Weg zurück zur Wahner Heide gefunden hat?



Alles Liebe
André



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#7

RE: 3 barfüßige Reisen Mitte April

in Barfuß und Leben 02.05.2026 06:02
von Michael aus Zofingen | 918 Beiträge | 732 Punkte

Zu Fuß sicher nicht. Möglicherweise hat das Tier sich aber verpuppt und ist zum Schmetterling geworden. Ist dann zum Bahnhof Mersch geflogen und mit diversen Offtopic-Fahrzeugen Richtung Wahner Heide gefahren, ohne Fahrausweis natürlich.


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#8

RE: 3 barfüßige Reisen Mitte April

in Barfuß und Leben 02.05.2026 10:31
von Matthias MUC | 12 Beiträge | 20 Punkte

Hmmm... solche Raupen, die ich fernab ihres ursprünglichen Wohnorts aufgable, würde ich zu bestimmen versucht haben, und bei Erfolg dann schauen, ob ich sie irgendwie mit der passenden Futterpflanze glücklich machen kann.... Die Verpuppung und das Schlüpfen selber mitzubekommen ist bei solchen Tierchen immer faszinierend. Allerlei Eulenfalterraupen, die sind anspruchslos, die meisten hab ich mit der Futterpflanze mitgekauft... (Gammaeulenraupe im Bio-Chinakohl z.B. :-) )



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#9

RE: 3 barfüßige Reisen Mitte April

in Barfuß und Leben 03.05.2026 08:55
von André Uhres • Admin | 2.416 Beiträge | 1338 Punkte

Übersicht mit KI:

Die auf dem Bild zu sehende Raupe ist wahrscheinlich ein Herbst-Frostspanner (Alsophila pometaria).
Hier sind einige Merkmale dieses Insekts:
Aussehen: Die Raupen variieren in der Farbe von grün mit gelben Streifen bis hin zu schwarz mit weißen Streifen.
Verhalten: Sie ernähren sich von den Blättern verschiedener Laubbäume und können bei starkem Befall Bäume entlauben.
Lebenszyklus: Sie schlüpfen im frühen Frühjahr, ernähren sich etwa einen Monat lang und lassen sich dann an Seidenfäden von den Bäumen fallen, um sich im Boden zu verpuppen.
Schädling: Sie gelten als forstwirtschaftliche Schädlinge in Nordamerika.
Disclaimer: Bitte beachten Sie, dass Raupenhaare bei empfindlichen Personen Hautreizungen verursachen können. Berühren Sie die Raupe nicht mit bloßen Händen.

Alles Liebe
André


Von Jerald E. Dewey, USDA Forest Service, Bugwood.org – Dieses Bild trägt die Nummer 2252047 und ist auf Forestry Images, einer Bilddatenbank für Waldgesundheit, natürliche Ressourcen und Forstwirtschaft, die vom Bugwood Network der University of Georgia und dem USDA Forest Service betrieben wird, zu finden. Archivierte Versionen finden Sie unter web.archive/archive.is oder auf insectimages.org. Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9695964



zuletzt bearbeitet 03.05.2026 08:58 | nach oben

#10

RE: 3 barfüßige Reisen Mitte April

in Barfuß und Leben 05.05.2026 11:55
von heinz | 49 Beiträge | 73 Punkte

Hallo Michael

Der Gedanke mit dem Egoismus ist ehrlich, aber ich würde ihn nicht zu weit treiben. Dass ein guter Nebeneffekt für einen selbst existiert, macht eine Handlung nicht egoistisch. Sonst müsste man auch dem Arzt vorwerfen, er behandle Patienten nur, weil er damit seinen Lebensunterhalt verdient. Entscheidend ist doch, dass das Treibgut weg ist und sich niemand mehr daran verletzt, du oder andere.

Der Maikäfer ist ein schönes Beispiel, gerade weil du selbst darauf hinweist, dass hier kein Eigennutz im Spiel war. Wobei ich vermute, dass du das auch nicht groß als Heldentat verbucht hast, sondern einfach gemacht hast, was nahelag.

Dein Weinbeispiel trifft etwas Reales. Diese Art von Bewertung, bei der nicht das Ergebnis zählt, sondern der Aufwand oder die Herkunft dahinter, begegnet einem tatsächlich häufig. Als ob der Wein nach Sonderangebot schmeckt.

Was das Handeln ohne Ankündigung betrifft, das hat Vor- und Nachteile. Manches erledigt sich so unkompliziert und ohne unnötige Diskussion. Anderes erzeugt Reibung, weil Menschen das Gefühl schätzen, einbezogen zu werden, auch wenn das Ergebnis dasselbe wäre. Beides hat seine Berechtigung, je nach Situation.

Viele Grüße
Heinz



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