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Dieses Thema hat 1 Antworten
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MarcelHR Offline




Beiträge: 585
Punkte: 228

10.01.2010 05:28
Weihnachtensdepression? Zitat · antworten

Hallo Barfüsser

Ich weiss, es ist nicht mehr aktuell, aber vielleicht gerade darum jetzt.

Sie ist wieder vorbei, die Weihnachtszeit. Ich lasse mich jedes Jahr gerne vom Licht, der Besinnlichkeit anstecken die sich um mich herum ausbreiten. Schätze es sehr, und suche es auch, mit der Familie und Freunden zusammen zu sein.
Von Depressionen keine Spur. Auch in den Zeiten nicht, wo ich zu Weihnachten niemand zum Feiern hatte. War trotzdem schön, wenn man was draus macht.
So geht es aber nicht allen. Immer wieder hört man davon, und erlebt es selber im Umfeld, dass es manchen schlechter geht als die übrige Zeit des Jahres. Ich kann mir schon vorstellen, dass die eigenen Probleme stärker drücken wie sonst, wenn alle rundrum gut gelaunt sind und sich freuen, auf was auch immer.

Der Konsumwahn ist eine andere Sache. Immer wieder reduziert schaffte ich es 2009 erstmalig ihm überhaupt nicht zu erliegen. Fällt mir, zugegeben, viel leichter, seit ich in einem Kaufhaus arbeite. Weihnachten beginnt da im September bereits und endet schlagartig am 26. Dezember, einem Arbeitstag für viele andere und mich, weil dann der Ausverkauf starten muss. Bloss weg mit dem Weihnachtsgedöns....

Barfuessgruess
Marcel


Michael aus Zofingen Offline



Beiträge: 585
Punkte: 248

10.01.2010 10:19
#2 RE: Weihnachtensdepression? Zitat · antworten

Hallo Marcel,

wenn man in irgendeiner Form einen Beruf ausübt, der mit dem Verkauf von "Weihnachtssachen" oder auch nur Dingen, die besonders zur Weihnachtszeit gekauft werden um sie zu verschenken, zu tun hat, kann sich vor dem Weihnachtstrubel nicht drücken. Aber auch bei uns in der Chemie- und Pharmaindustrie gibt es mehr zu tun. Dabei werden kaum Medikamente zu Weihnachten verschenkt. Der Grund ist derjenige, daß zufällig eine Woche nach Weihnachten das Neue Jahr beginnt und gewisse Dinge noch unbedingt im alten Jahr verbucht werden müssen, damit die Bilanzen stimmen. So kommt es, daß manche Berufstätigen schon von der Arbeit gestreßt sind. Wenn dann noch zu Hause einiges geplant (Verwandtschaft kommt zu Besuch), dann will man alles perfekt machen und heile Welt vortäuschen. Das führt zu weiterem Streß, und es kann plötzlich Streit ausbrechen, den man vorher versucht hat zu unterdrücken.

Es gibt aber neben dem oben erwähnten Weihnachtsstreß, der speziell Berufstätige mit einem größeren Familienkreis trifft, auch die Weihnachtsdepression, die mehr alleinstehende trifft. Das sind Leute, die mit dem Beruf zufrieden sind, dann aber nicht arbeiten dürfen. Während sie an "normalen" Tagen sich in der Freizeit mit Kumpels in Kneipen treffen, geht es nun auch nicht, weil die Kumpels vielleicht Verwandte besuchen und die Kneipen geschlossen sind oder für Familien reserviert. Dieses ist eine Ursache dafür, daß ausgerechnet zu Weihnachten die meisten Selbstmorde passieren. In Lausanne gibt es eine Brücke, von der besonders viele Leute in die Tiefe springen, und diese Brücke wird zu Weihnachten besonders gut bewacht. Möglicherweise hat mich der Tramchauffeur in Basel am Stephanstag auch für einen potentiellen Selbstmordkandidaten gehalten, als ich zu früher Stunde und mit kurzer Hose und fehlendem Schuhwerk geringfügig weniger winterlich gekleidet als die (zu dieser frühen Stunde noch nicht vorhandene) Masse im 11er Tram unterwegs war und an der Endstation im Offtopic-Fahrzeug sitzen blieb.

Zitat von MarcelHR

Von Depressionen keine Spur. Auch in den Zeiten nicht, wo ich zu Weihnachten niemand zum Feiern hatte. War trotzdem schön, wenn man was draus macht.
So geht es aber nicht allen. Immer wieder hört man davon, und erlebt es selber im Umfeld, dass es manchen schlechter geht als die übrige Zeit des Jahres. Ich kann mir schon vorstellen, dass die eigenen Probleme stärker drücken wie sonst, wenn alle rundrum gut gelaunt sind und sich freuen, auf was auch immer.



Eine eigene Familie habe ich nicht. Meine Eltern leben in Rellingen bei Hamburg. Ansonsten habe ich noch einen Bruder, der in der Nähe von Arnstadt lebt und sich ebenfalls nicht dazu entschieden hat, eine eigene Familie zu gründen. Die ersten Jahre, seitdem ich in der Schweiz lebe, besuchte ich meine Eltern immer um die Weihnachtszeit. Von Jahr zu Jahr wurde es immer stressiger (die Züge wurden immer voller, teurer und auf deutschem Gebiet unpünktlicher, die Aufenthaltsdauer auf der Toilette wurde bei meinen Eltern immer länger, was bei nur 2 Toiletten im Elternhaus doch zu argen Problemen führen kann, wenn man es gewöhnt ist, in der eigenen Wohnung, die man nur selber bewohnt, immer eine freie Toilette zu finden (Da mein Elternhaus nicht in der Nähe eines Hauptbahnhofs liegt, entfällt auch die Möglichkeit, mal eben in einen Zug zu huschen, um die Zugtoilette zu benutzen, bevor der Zug weiterfährt.)). Weihnachten 2004 (kurze Zeit vorher fand übrigens das Winterbarfußtreffen in Düsseldorf statt) blieb ich erstmalig über die Weihnachtszeit in der Schweiz, und irgendwie hat mir das gefallen, und wenn es nur darum ging, daß ich zu ungewohnter Zeit barfuß sein "durfte".

An Deinem Satz
"Ich kann mir schon vorstellen, dass die eigenen Probleme stärker drücken wie sonst, wenn alle rundrum gut gelaunt sind und sich freuen, auf was auch immer."
ist viel Wahres dran. Das gilt für alle Bereiche. Wenn man sich etwa den Magen verdorben hat und nur trocknen Zwieback essen darf, es es unschön. Wenn das ausgerechnet in eine Zeit fällt, in der man etwas "besseres" ist als sonst, ist es noch unschöner. Am schlimmsten ist es aber, wenn man genötigt wird, am Tisch zu sitzen, an den andere die leckersten Speisen in sich hineinstopfen, während man selber nur trocknen Zwieback fressen darf.
Genauso ist es ärgerlich, wenn man im Gefängnis sitzt. Wenn man nur Mithäftlinge sieht, registriert man die Unfreiheit nicht. Wenn man durchs Zellenfenster auf einen Fabrikhof sieht, auf dem die Arbeiter schuften müssen, ist man vielleicht auch nicht so traurig. Wenn man aber durch die Gitterstäbe auf eine Freizeitanlage, etwa ein Schwimmbad sehen kann, in dem sich barfüßige Leute fröhlich amüsieren, leidet der Häftling noch mehr. So ein Leidensdruck tritt übrigens nicht nur bei Häftlingen auch. Auch ein Restaurantbesucher, der beim Essen immer eine Badeanlage vor den Augen hat, kann darunter leiden, weil die Badegäste noch mehr Freiheiten haben.

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


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