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Dieses Thema hat 16 Antworten
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Michael aus Zofingen Offline



Beiträge: 585
Punkte: 248

16.01.2010 21:39
Von oben befohlenes Rauchverbot kontraproduktiv? Zitat · antworten

Ich rauche nicht, ich habe früher nie richtig geraucht und ich hoffe, daß ich mir auch in Zukunft das Rauchen nie angewöhnen werde. Meine Mutter hat nie geraucht (deren Vater rauchte nur Zigarren und Pfeife), während mein Vater (dessen Vater war starker Zigarettenraucher) früher Zigaretten rauchte (aber nie stark) und heute nur ab und zu mal eine Zigarre raucht.

Auch wenn ich selber nicht rauche, so würde ich anderen Leuten keine Vorschriften machen, ob sie rauchen oder nicht. Es ist DEREN Gesundheit, nicht meine. Da durch Rauchen auch andere gefährdet werden können, kann man von den Rauchern erwarten, daß sie Rücksicht auf die Nichtraucher nehmen. Wenn etwa ein Raucher irgendwo zu Gast ist oder mit dem Auto eines anderen mitgenommen wird, hat der Raucher das Rauchen einzustellen, wenn der Wohnungs- bzw. 4rad-Besitzer es so wünscht. Ein Nachbar hatte mal Besuch von einem Freund. Als der Gastgeber den Besucher bat, zum Rauchen auf den Balkon zu gehen oder in der Wohnung nicht zu rauchen, sagte der „Freund“: „Soll ich mir bei der Kälte den Tod holen?“ Der Gast hielt es für unzumutbar und verließ die Wohnung. Die Freundschaft war dahin. Anders sieht es aus, wenn man ein hohes Tier aus der Firma in seiner Wohnung hat. Wenn dieses hohe Tier ein überzeugter Kettenraucher ist, dann kann die Bitte, das Rauchen in der Wohnung einzustellen, einen Verlust des Arbeitsplatzes zur Folge haben. Als Kündigungsgrund könnte dann „unkooperatives Verhalten“ angegeben sein.

Was mich aber maßlos aufregt, ist, daß der Staat sich immer mehr einmischt, sogar in der Schweiz (und dort ist es von Kanton zu Kanton auch noch unterschiedlich). Mit welchem Recht mischt sich der Staat ein, wenn es um das Rauchen in Restaurants geht. Wenn ein Gastwirt der Meinung ist, daß rauchende Gäste (bzw. Gäste, die sich am Rauchen anderer nicht stören) mehr Einnahmen bringen als Nichtraucher und Raucher, die sich für eine kurze Zeit beherrschen können, ist es SEINE Entscheidung. Und wenn sich das Personal an rauchenden Gästen stört, soll es dort arbeiten, wo niemand raucht.

Anders sieht es bei Speisesälen in Spitälern, Mensen oder Werkskantinen aus. Wenn dort der Staat verlangt, daß nicht geraucht wird (oder spezielle Nichtraucherbereiche eingerichtet sind), dann halte ich es für berechtigt. Man kann weder von Patienten, noch Studenten oder Mitarbeitern, die selber nicht rauchen, entweder den Qualm anderer zu erdulden oder dort zu essen, wo rauchen verboten ist.

Ein anderes leidiges Thema ist das Rauchen in Zusammenhang mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Seit nicht allzu langer Zeit wurden bei der Deutschen Bahn die Raucherabteile in den Zügen abgeschafft, die Schweizerischen Bundesbahnen waren in trafen diesen Entscheid nur wenig eher, während ich mich an Raucherabteilungen in U-Bahnen und Straßenbahnen nicht persönlich erinnern kann. Bei den SBB hat seit Einführung des Rauchverbots der Umsatz zugenommen, jedoch ist nicht geklärt, ob es daran gelegen hat oder ob der Umsatz auch so gestiegen wäre (ich vermute letzteres). Ich glaube kaum, daß es Leute gibt, die früher die Bahn gemieden haben wegen der Raucher und sie nun benutzen. Es gibt wohl mehr Raucher, die wegen Rauchverbots seltener Bahn fahren. Weiterhin wird es ein paar wenige Leute geben, die trotz Rauchverbot weiter im Zug qualmen. Die meisten der Raucher jedoch werden genauso oft Bahn fahren wie früher, jedoch während der Fahrt einfach nicht rauchen.

Wenn andere geraucht haben, hat mich das nicht gestört. Ich kann mich noch an Fahrten mit der damaligen Deutschen Bundesbahn erinnern. Ich habe mich meist dort hingesetzt, wo gerade Platz war, egal ob es ein Raucher- oder Nichtraucherabteil war. Ich wollte möglichst wenig mit unhandlichem Gepäck durch den Zug gehen. Einmal mußte ich erfahren, daß der Standardsatz mancher Raucher: „Wieso stört es Sie, daß ich rauche? Mich stört es doch auch nicht, daß Sie nicht rauchen!“ nicht immer gilt. Einem Raucher paßte es gar nicht, daß ich im Nichtraucherabteil nicht rauchte, während gleichzeitig Raucher nur in Nichtraucherabteilen einen Sitzplatz fanden und zum Rauchen auf den Seitengang gehen mußten. Die Unsitte des Rauchens auf dem Seitengang hat mich übrigens mehr gestört. Dabei ging es nicht einmal um das Rauchen an sich, sondern um die Tatsache, daß sie mir die Sicht nahmen, wenn sie während ausgerechnet vor meinem Abteil standen. Noch schlimmer fand ich es, wenn Raucher den Gang blockierten, während andere aussteigen wollten und mit dem Gepäck nicht vorbei kommen (Heute beobachtet man in Doppelstockzügen, etwa in der Zürcher S-Bahn, öfters, daß sich speziell Jugendliche gar nicht erst die Mühe machen, einen Sitzplatz zu suchen, sondern sie setzen sich gleich auf die Treppe. Wenn dann jemand die Treppe hoch oder runter will und sich an den Treppenbesetzern vorbeizwängt, wird man vom Gesocks auch noch angepöbelt, wieso man keine andere Treppe benutzen kann).

Was sich aber seit Einführung des Rauchverbots in Schweizer Zügen geändert hat: Früher waren überwiegend die Raucherabteile versifft, heute ist der „Mohr“ über alle Abteile gleichmäßig verteilt. Ich will damit nicht sagen, daß Raucher generell unordentlicher sind als Nichtraucher. Aber diejenigen (WENIGEN) Fahrgäste, die während der Fahrt ein Schlachtfeld aus Abfällen hinterlassen, sind meistens zusätzlich Raucher (oder es befinden sich zumindest ein paar Raucher in der Clique). Die Tatsache, daß die Mohrereien jetzt überall im Zug auftreten kann, schreckt vielleicht manch einen vom weiteren Bahnfahren ab. Und die Reinigungskosten? Sind sie gesunken? Bezogen auf die Gesamtabfallmenge in Zügen waren die Kippen wohl Peanuts. Und die aufwendigere Reinigung der Polster in Raucherabteilen, die nun entfällt, wird sicher durch die nun „flächendeckenden“ Reparaturkosten durch Vandalismus wieder aufgefressen. Führt möglicherweise das Rauchverbot unter manchen Rauchern zu verstärktem Vandalismus? War somit das Rauchverbot in den Zügen kontraproduktiv?

Auf etlichen großen Bahnhöfen gibt es „Raucherdreiecke“. Nur dort darf man rauchen, anderswo im Bahnhof nicht. Sicher ist es ein Argument, daß Nichtraucher Anspruch auf einem Platz im Bahnhof haben, wo sie nicht den Qualm anderer einatmen müssen. Aber diejenigen, die den Standort der Raucherdreiecke festgelegt haben, hatten wohl auch nicht lange überlegt. Zum einen wurde der Platz als zu knapp bemessen, daß bei starkem Andrang die Raucher wie die Sardinen zusammengepfercht sind. Zum anderen sind sie meistens auch dort plaziert, wo sie für diejenigen Fahrgäste, die schnell von einem Bahnsteig zum anderen müssen, ein Hindernis sind. Entweder sie müssen sich durch die qualmende Menschenmenge durchwühlen oder einen Bogen darum machen. Folge: Die S-Bahn, die U-Bahn, die Straßenbahn oder der Omnibus ist weg! Oder aber die Raucherzonen befinden sich unmittelbar vor Fahrplänen oder Stadtplänen, so daß Reisenden diese Möglichkeit der Information vorenthalten bleibt.

Was ich auch beobachtet habe: Speziell in Hannover und in Saarbrücken ist mir aufgefallen, daß Raucher den jeweiligen Hauptbahnhof verlassen haben und unmittelbar vor dem Gebäude, also bereits auf nicht mehr bahneigenem Gebiet, sich dem blauen Dunst hingeben. Für andere Reisende sind sie ein Hindernis, da sie unmittelbar vor den Türen stehen. Dieses fällt besonders bei starkem Regen ins Gewicht, wenn die Leute auch noch unter einem Vordach Schutz suchen.

Manchmal frage ich mich wirklich, ob durch ein von oben befohlenes Rauchverbot wirklich an den Schutz der Nichtraucher gedacht wurde. Sind die Nichtraucher durch die Diskriminierung der Raucher nicht ebenso benachteiligt? Wurde der Teufel mit Belzebub ausgetrieben? Manchmal glaube ich, daß die Gesundheit der Nichtraucher nur vorgespielt wird und es in Wirklichkeit nur um die Macht der herrschenden Klasse geht. Man versucht wieder einmal, das Volk zu entmündigen und von der Demokratie ein Stück abzusägen, um immer mehr einen Polizeistaat, einen totalitären Überwachungsstaat daraus zu machen.

Zum Teufel mit dieser machtgierigen Obrigkeit! ICH HASSE SIE!

Nachdenkliche Grüße
Michael aus Zofingen


Engel Offline

Admin


Beiträge: 1.438
Punkte: 666

17.01.2010 10:45
#2 RE: Von oben befohlenes Rauchverbot kontraproduktiv? Zitat · antworten

Hi Michael,
auch ich halte die Bevormundung des Bürgers in der Art für völlig fehl am Platze. Zum Einen bleibt es, wie Du sagst, an den meisten Orten jedem selbst überlassen, ob er sich dem Qualm aussetzen möchte oder nicht (ausgenommen natürlich öffentliche Gebäude etc.)
Zum Anderen werden durch den Zwang zum nichtrauchen auch noch die Nichtraucher bestraft. Wenn tatsächlich die Verbote dazu führen, das niemand mehr in Deutschland raucht (was ja das angestrebte Optimalziel ist), dann fällt für das Land die zweitgrößte Steuereinnahmequelle nach dem Sprit weg. Ergo, müssen die Steuern anderweitig eingetrieben werden, was natürlich auch die NRs trifft.
Und wenn dadurch, wie von vielen als Grund angegeben, die Krankenkassen entlastet werden sollen, weil es ja so und so viele Rauchtote jährlich gibt, sollten sie eher die Hobbysportler dazu zwingen ihre Sportverletzungsbehandlung selbst zu bezahlen. Wenn ich sehe, das schon ein Hobbyfußballer ca 2 mal im Jahr mit gebrochenen Knochen oder gerissenen Bändern mehrere Wochen intensiv behandelt werden muss, kann man sich vorstellen wie das dann bei sog. Extremsportarten aussieht. Diese ganzen Behandlungen zahlen aber wir alle (mal die von Sportprofis ausgenommen, die sind meist eh Privat versichert und zahlen aber auch horrende Beiträge).
Solche Massnahmen wären meiner Meinung nach effektiver als das Rauchen zu verbieten.

Über die Steuern will ich mal erst garnet auslassen. Ist sowieso sinnlos, wenn man Steuern erhöhen muss um Geld in die Kassen zu bekommen, aber im gleichen Zuge die Diäten der Politiker erhöht

Gruß Engel

http://www.bbq-county.de/shop/index.php

http://www.mysaarbq.de/index.php?sid=5cb...6029bf3f8853c17


Saalenixe-Halle ( gelöscht )
Beiträge:

17.01.2010 16:31
#3 RE: Von oben befohlenes Rauchverbot kontraproduktiv? Zitat · antworten

Hallo ihr beiden,

selber rauche ich nicht, hab mal früher gelegentlich am Glimmstengel genuckelt und es dann bleiben lassen, gibt mir nix.

Grundsätzlich meine ich, daß ein Staat nicht unbedingt alles per Gesetz regeln muß, was sich mit gegenseitiger Rücksichtnahme von selbst erledigt. Meine eigene Freiheit hört normal da auf, wenn durch mein tun die Freiheit des anderen einschränke.

In Kneipen ist ein nebeneinander möglich, mich zwingt keiner in eine Räucherbude zu gehen, ich fühle mich nicht benachteiligt wenn ich ausgerechnet diese eine Kneipe nicht besuchen kann. Das Angebot ist reichlich, es gab (vor dem Rauchverbot) genug Wirte die auf freiwilligen Verzicht bauten.

Hier geht es um Privatvergnügen.


Zitat
Und wenn sich das Personal an rauchenden Gästen stört, soll es dort arbeiten, wo niemand raucht.



Hier sehe ich ein großes Problem. Es ist ein großer Unterschied, ob ich auf ein, zwei halbe Bier in einer Rauchwolke sitze, weil ich Spaß an der dort gebotenen Unterhaltung habe - oder Vollzeit 8 stunden und mehr, je nach Kneipe teilweise unter sehr hoher körperlicher Belastung volle Tabletts zwischen den Tischen durchbalanciere und dabei gezwungen bin den kalten Dunst einzuatmen. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit auch in der Gastonomie hilft dann das gesetzlich geregelte Recht auf Rauchfreiheit am Arbeitsplatz (gibt es zumindest in Deutschland) auch nicht weiter.


Das Rauchverbot in den Bahnen: zugegeben es ist jetzt deutlich angenehmer, in einen Zug zu steigen besonders wenn ich wegen Überfüllung mehrere Abteile durchqueren muß um endlich einen Sitzplatz zu finden. Beim Gang durch die Raucherabteile hielt ich immer die Luft an, wobei es gerade noch so erträglich war. Wie sieht es jetzt aus: obwohl verboten, wird in den Toiletten geraucht. Oder bei Nahverkehrszügen im Fahrradabteil.

Ein rauchfreien Warteraum findet meine volle Zustimmung, nicht jedoch das Zoning auf dem Bahnsteig. Und da besonders manche Zeitgegnossen, die sofort nach der Aufsicht rufen, wenn mal einer ausserhalb des gelben Viereckes seinen Glimmstengel anzündet. Mir stinkts auch manchmal, wenn sich im Bushäuschen einer unmittelbar neben mir eine anzündet, dann geh ich halt zwei Meter weg oder wechsle die Seite, je nachdem woher der Wind weht.

Zitat
Wenn dieses hohe Tier ein überzeugter Kettenraucher ist, dann kann die Bitte, das Rauchen in der Wohnung einzustellen, einen Verlust des Arbeitsplatzes zur Folge haben. Als Kündigungsgrund könnte dann „unkooperatives Verhalten“ angegeben sein.



In meiner eigenen Wohnung habe immer noch ich alleine das Sagen, das ist Privat. Möge das Tier noch so hoch sein. Sollte sich das in meiner Wohnung zutragen mit den angedeuteten Folgen, würde ich unter einem solchen Menschen mangels Führungsfähigkeit nicht arbeiten wollen, allerdings die Sache auf dem Arbeitsgericht ausfechten um eine angemessene Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes zu erstreiten.

Sollte es sich um die Wohnung des "hohen Tieres" handeln, in die ich eingeladen bin, so werde ich sicher Mittel, Wege und eine geeignete Ausrede finden, möglichst bald den Rückzieher machen zu können.

Zitat
Wenn tatsächlich die Verbote dazu führen, das niemand mehr in Deutschland raucht (was ja das angestrebte Optimalziel ist), dann fällt für das Land die zweitgrößte Steuereinnahmequelle nach dem Sprit weg.



Da kann ich dich beruhigen. Weder ein Verbot des öffentlichen Rauchens (Schlupflöcher gibt es ja massenweise) noch immens hohe Steuern auf Tabak, und noch höhere auf fertig konfektionierte Zigaretten halten die Leute vom Rauchen ab. Das Gegenteil passiert: je teuerer die Zigaretten hier, desto mehr Schmuggel aus Ländern mit niedrigerer Besteuerung. Und davon wird dann wieder mehr geraucht, wenns sein muß auf dem "stillen Örtchen"

lg Saalenixe


kerstin Offline

Admina


Beiträge: 1.905
Punkte: 1.181

17.01.2010 23:07
#4 RE: Von oben befohlenes Rauchverbot kontraproduktiv? Zitat · antworten

Hallo Michael,

Zitat von Michael aus Zofingen
Ich rauche nicht, ich habe früher nie richtig geraucht und ich hoffe, daß ich mir auch in Zukunft das Rauchen nie angewöhnen werde. Meine Mutter hat nie geraucht (deren Vater rauchte nur Zigarren und Pfeife), während mein Vater (dessen Vater war starker Zigarettenraucher) früher Zigaretten rauchte (aber nie stark) und heute nur ab und zu mal eine Zigarre raucht.


Leider hatte ich gut 16 Jahre lang geraucht. Zuletzt brachte ich es auf fast drei Schachteln pro Tag - und dann solche netten filterlosen Dinger wie "Pall Mall", "Reval" oder so. Meine Einstellung war sogar so, daß mir erstens Rauchen Spaß machte, und daß es mir zweitens auch schmeckte. Heute weiß ich, daß ich mich hierbei selbst angelogen hatte. Meine Mutter hatte nur bei Festivitäten ab und zu mal eine geraucht, doch bei ihr hielt eine Schachtel wenigstens einen Monat lang. Bei meinem Vater sah das leider ganz anders aus. Abgesehen davon, daß er leider ein massives Alkoholproblem hatte, rauchte er wie ein Schlot. War die eine Zigarette ausgeraucht, steckte er sich sofort die nächste an. Am Tisch in unserer Wohnküche im Studentenheim in Stuttgart, wo wir lebten, hatte mein Vater alles auf unserem Tisch in Reichweite stehen: als erstes der Aschenbecher, dann die Zigarettenschachtel mit Feuerzeug, danach die Bierflasche. Bis zu seinem Tod hatte ich nie geraucht und verurteilte es, daß mein Vater es tat. Als er dann verstarb, fing ich kurioserweise mit dem Scheiß (Verzeihung) an - allerdings nur das rauchen, aber das reichte auch schon.

Zitat von Michael aus Zofingen
Auch wenn ich selber nicht rauche, so würde ich anderen Leuten keine Vorschriften machen, ob sie rauchen oder nicht. Es ist DEREN Gesundheit, nicht meine. Da durch Rauchen auch andere gefährdet werden können, kann man von den Rauchern erwarten, daß sie Rücksicht auf die Nichtraucher nehmen. Wenn etwa ein Raucher irgendwo zu Gast ist oder mit dem Auto eines anderen mitgenommen wird, hat der Raucher das Rauchen einzustellen, wenn der Wohnungs- bzw. 4rad-Besitzer es so wünscht. Ein Nachbar hatte mal Besuch von einem Freund. Als der Gastgeber den Besucher bat, zum Rauchen auf den Balkon zu gehen oder in der Wohnung nicht zu rauchen, sagte der „Freund“: „Soll ich mir bei der Kälte den Tod holen?“ Der Gast hielt es für unzumutbar und verließ die Wohnung. Die Freundschaft war dahin. Anders sieht es aus, wenn man ein hohes Tier aus der Firma in seiner Wohnung hat. Wenn dieses hohe Tier ein überzeugter Kettenraucher ist, dann kann die Bitte, das Rauchen in der Wohnung einzustellen, einen Verlust des Arbeitsplatzes zur Folge haben. Als Kündigungsgrund könnte dann „unkooperatives Verhalten“ angegeben sein.


Ganz genauso sehe ich das auch. Sie müßten wissen, was sie sich und ihrem Körper antun. Allerdings kann ich leicht ausrasten, wenn man sich irgendwo befindet - z.B. an Straßenbahnhaltestellen, und der Wind bläst mir den Rauch ins Gesicht. Dann kann ich schon mal sauer werden. Auch finde ich es rücksichtslos, wenn man irgendwo bei jemanden im 4Rad sitzt und diesen Dreck mit einatmen muß. So hatte ich einmal einen Kollegen gehabt, der mich zum Feierabend einmal mit seinem 4Rad mitnahm. Er wußte genau, daß ich nicht rauchte, doch er qualmte sein ganzes Auto voll. Dies war auch das erste und letzte Mal, daß ich mit dem mitfuhr. Abgesehen davon, daß ich diesen Mist mit einatmete, hatten meine Klamotten extrem nach Rauch gestunken.

Schlimm fand ich es auch, als ich noch ein kleines Mädchen war: Ich hatte einen sehr guten Schulfreund, mit dem ich noch heute befreundet bin. Unsere Eltern waren auch befreundet. Da der Vater meines Freudes einen Führerschein und ein 4Rad hatte, nahmen sie uns alle immer wieder mit, wenn sie irgendwo hinfuhren - sei es Schloß Lichtenstein auf der schwäbischen Alb, oder auch zum Rheinfall. Wir waren zusammen zu sechst, doch mein Freund und ich waren ja noch klein. Mein Vater saß stets vorne auf dem Beifahrersitz und ich auf dessen Schoß. Die Gurte taugten eh nichts, denn sie waren fest für die Dickbäuche der Eltern meines Freundes eingestellt. So konnte sich mein Vater mit mir zusammen angurten . Das schlimme aber war, daß mein Vater, der Vater meines Freundes und dessen Mutter wie die Schlote qualmten, und wir Kinder und auch meine Mutter mußten diesen Qualm mit einatmen. Das fand ich nicht gut.

Ein anderer Fall war, daß ein anderer Schulfreund von mir, mit dem ich mich noch in diesem Jahr in Tirol selbständig machen werde und dessen Mutter uns immer wieder zu Geburtstagsfeiern und Wehnachten einluden. Beide waren strikte Nichtraucher. Jeder von den Freunden, die sie besuchten und rauchen wollten, wurden sofort auf dem Balkon hinauskomplimentiert. Fand ich auch völlig richtig. Es gibt nichts übleres als kalter Rauch, vor allem für Nichtraucher. Mir ist es aber noch bis heute ein Rätsel, warum sie meinen Vater im Wohnzimmer rauchen ließen und er keine Einsicht hatte, seine Raucherei bei diesen Leuten zu unterlassen. Nachträglich hörte ich dann immer von meinem Freund (das ist übrigens der Euch bereits bekannte schwierige mausgrausandalbesockte "Fall" ), daß ihre Wohnung tagelang nach dem Rauch gestunken hatte. Dies konnte mir mein Freund bislang nie erklären, nämlich warum er und seine Mutter dies bei meinem Vater duldeten.

Zitat von Michael aus Zofingen
Was mich aber maßlos aufregt, ist, daß der Staat sich immer mehr einmischt, sogar in der Schweiz (und dort ist es von Kanton zu Kanton auch noch unterschiedlich). Mit welchem Recht mischt sich der Staat ein, wenn es um das Rauchen in Restaurants geht. Wenn ein Gastwirt der Meinung ist, daß rauchende Gäste (bzw. Gäste, die sich am Rauchen anderer nicht stören) mehr Einnahmen bringen als Nichtraucher und Raucher, die sich für eine kurze Zeit beherrschen können, ist es SEINE Entscheidung. Und wenn sich das Personal an rauchenden Gästen stört, soll es dort arbeiten, wo niemand raucht.

Anders sieht es bei Speisesälen in Spitälern, Mensen oder Werkskantinen aus. Wenn dort der Staat verlangt, daß nicht geraucht wird (oder spezielle Nichtraucherbereiche eingerichtet sind), dann halte ich es für berechtigt. Man kann weder von Patienten, noch Studenten oder Mitarbeitern, die selber nicht rauchen, entweder den Qualm anderer zu erdulden oder dort zu essen, wo rauchen verboten ist.


So ist es. Es ist doch jedem selbst überlassen, ob er in solch eine verrauchte Pinte geht oder sie meidet. Dies gilt auch dem Personal. Kellner usw. bekommen heute noch eher einen Job als Fachkräfte wie z.B. ich als Elektrofachfrau. In Spitälern ist es in Ordnung, daß nicht geraucht wird, doch wenn man in ein Spital ist und an so manchem Schwesternzimmer vorbeikommt, stinkt es nicht selten nach Zigarettenrauch.
Beim essen kann ich sehr ungemütlich werden, wenn jemand neben mir raucht. So etwas ist äußerst rücksichtslos.

Zitat von Michael aus Zofingen
Ein anderes leidiges Thema ist das Rauchen in Zusammenhang mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Seit nicht allzu langer Zeit wurden bei der Deutschen Bahn die Raucherabteile in den Zügen abgeschafft, die Schweizerischen Bundesbahnen waren in trafen diesen Entscheid nur wenig eher, während ich mich an Raucherabteilungen in U-Bahnen und Straßenbahnen nicht persönlich erinnern kann. Bei den SBB hat seit Einführung des Rauchverbots der Umsatz zugenommen, jedoch ist nicht geklärt, ob es daran gelegen hat oder ob der Umsatz auch so gestiegen wäre (ich vermute letzteres). Ich glaube kaum, daß es Leute gibt, die früher die Bahn gemieden haben wegen der Raucher und sie nun benutzen. Es gibt wohl mehr Raucher, die wegen Rauchverbots seltener Bahn fahren. Weiterhin wird es ein paar wenige Leute geben, die trotz Rauchverbot weiter im Zug qualmen. Die meisten der Raucher jedoch werden genauso oft Bahn fahren wie früher, jedoch während der Fahrt einfach nicht rauchen.


Ich glaube auch nicht, daß dies mit dem rauchen zu tun hat. Es ist so, daß sich viele Leute kein Auto mehr leisten können, da die Preise zu keinem Verhältnis mehr stehen. In der Zeit, als es noch eine echte Währung gab - die DM nämlich, da kostete ein einfacher Golf vielleicht 18.000 DM. Heute sind es 25.000 - aber nicht DM, sondern Euro - rd. 50.000 DM! Ja wo sind wir denn hier? Für diesen Preis bekam man früher schon einen besseren Mercedes. Auch ich bin derzeit von der Autolosigkeit betroffen, so daß ich nun auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen bin. Ich denke, daß es sehr vielen so geht, wodurch natürlich die öffentlichen Verkehrsmittel wesentlich stärker frequentiert werden.

Zitat von Michael aus Zofingen
Wenn andere geraucht haben, hat mich das nicht gestört. Ich kann mich noch an Fahrten mit der damaligen Deutschen Bundesbahn erinnern. Ich habe mich meist dort hingesetzt, wo gerade Platz war, egal ob es ein Raucher- oder Nichtraucherabteil war. Ich wollte möglichst wenig mit unhandlichem Gepäck durch den Zug gehen. Einmal mußte ich erfahren, daß der Standardsatz mancher Raucher: „Wieso stört es Sie, daß ich rauche? Mich stört es doch auch nicht, daß Sie nicht rauchen!“ nicht immer gilt. Einem Raucher paßte es gar nicht, daß ich im Nichtraucherabteil nicht rauchte, während gleichzeitig Raucher nur in Nichtraucherabteilen einen Sitzplatz fanden und zum Rauchen auf den Seitengang gehen mußten. Die Unsitte des Rauchens auf dem Seitengang hat mich übrigens mehr gestört. Dabei ging es nicht einmal um das Rauchen an sich, sondern um die Tatsache, daß sie mir die Sicht nahmen, wenn sie während ausgerechnet vor meinem Abteil standen. Noch schlimmer fand ich es, wenn Raucher den Gang blockierten, während andere aussteigen wollten und mit dem Gepäck nicht vorbei kommen (Heute beobachtet man in Doppelstockzügen, etwa in der Zürcher S-Bahn, öfters, daß sich speziell Jugendliche gar nicht erst die Mühe machen, einen Sitzplatz zu suchen, sondern sie setzen sich gleich auf die Treppe. Wenn dann jemand die Treppe hoch oder runter will und sich an den Treppenbesetzern vorbeizwängt, wird man vom Gesocks auch noch angepöbelt, wieso man keine andere Treppe benutzen kann).


Richtig, das beobachte ich auch hier. Oft haben sie dann auch noch ihre "Alcopops" oder wie der Scheiß heißt und machen voll auf halbstark. Oft dudelt dann aus irgendso'n Leierkasten ihre aus dem Kongo stammende "Musik", andere benützen ihre iPods oder was auch immer, und wenn die ihre Ohrstöpsel in ihre Ohrwascheln gesteckt haben, dann hört man dennoch ihre sogenannte "Musik" mit. Kein Wunder, daß die Jungen heutzutage schwerhörig werden oder bereits sind. Am Wochenende geht es dann bei überlautem Uffta - Uffta in die Diskotheken. Ich hatte einmal ein Event von Scooter miterlebt (LKA Longhorn). Die höre ich ganz gerne, aber die Lautstärke! Oh Elend, ich bin taub!

Nun bin ich ein wenig vom eigentlichen Thema abgedriftet. Na ja, nichts außergewöhnliches bei mir . Ich hatte mal zwei große Taschen dabei, aber glaubste, die machten einem Platz? Nee, die pöbelten einen nur an. Oft genug rauchen die auch in diesen Bereichen. Die Asche wird natürlich schön auf dem Boden verteilt. Dabei macht es auch nichts aus, daß sie sich im Nichtraucherbereich aufhalten. Selbst die Zugbegleiter - früher Schaffner - kommen nicht weiter.

Zitat von Michael aus Zofingen
Was sich aber seit Einführung des Rauchverbots in Schweizer Zügen geändert hat: Früher waren überwiegend die Raucherabteile versifft, heute ist der „Mohr“ über alle Abteile gleichmäßig verteilt. Ich will damit nicht sagen, daß Raucher generell unordentlicher sind als Nichtraucher. Aber diejenigen (WENIGEN) Fahrgäste, die während der Fahrt ein Schlachtfeld aus Abfällen hinterlassen, sind meistens zusätzlich Raucher (oder es befinden sich zumindest ein paar Raucher in der Clique). Die Tatsache, daß die Mohrereien jetzt überall im Zug auftreten kann, schreckt vielleicht manch einen vom weiteren Bahnfahren ab. Und die Reinigungskosten? Sind sie gesunken? Bezogen auf die Gesamtabfallmenge in Zügen waren die Kippen wohl Peanuts. Und die aufwendigere Reinigung der Polster in Raucherabteilen, die nun entfällt, wird sicher durch die nun „flächendeckenden“ Reparaturkosten durch Vandalismus wieder aufgefressen. Führt möglicherweise das Rauchverbot unter manchen Rauchern zu verstärktem Vandalismus? War somit das Rauchverbot in den Zügen kontraproduktiv?[/quote]
Schwierig zu definieren. Irgendwie gab es auch einen Zeitwandel. Heute beobachte ich auch sehr oft, daß sich vor allem junge wie die allerschlimmsten Vandalen aufführen. Sie sind stets in einer Clique versammelt, haben oft Freßpakete vom Dönerstand, vom Bahnhofsimbiß oder von McDonald\\\'s dabei, fressen dies dann auf, die Verpackungen bleiben aber schön liegen, weil die kleinen Müllbehälter zumeist schon vollgestopft sind - meistens mit Getränkedosen. Schlimmer aber ist es, wenn dann Sitze aufgeschlitzt werden oder die Sitze und Fenster mit Farbe oder Marker (Edding oder so) beschmiert werden. Oft sieht man auch, daß die irgendetwas verwenden, womit sie die Fenstergläser zerkratzen. So etwas zahlt dann die Allgemeinheit, indem die Fahrpreise erhöht werden. Eine Fahrt von Eßlingen nach Stuttgart - sechs Stationen bis Stuttgart HBF - kostet heute einfach 3,30 Euro - rd. 6,60 DM! Ist doch Wahnsinn! Wo soll das noch hinführen?

Zitat von Michael aus Zofingen
Auf etlichen großen Bahnhöfen gibt es „Raucherdreiecke“. Nur dort darf man rauchen, anderswo im Bahnhof nicht. Sicher ist es ein Argument, daß Nichtraucher Anspruch auf einem Platz im Bahnhof haben, wo sie nicht den Qualm anderer einatmen müssen. Aber diejenigen, die den Standort der Raucherdreiecke festgelegt haben, hatten wohl auch nicht lange überlegt. Zum einen wurde der Platz als zu knapp bemessen, daß bei starkem Andrang die Raucher wie die Sardinen zusammengepfercht sind. Zum anderen sind sie meistens auch dort plaziert, wo sie für diejenigen Fahrgäste, die schnell von einem Bahnsteig zum anderen müssen, ein Hindernis sind. Entweder sie müssen sich durch die qualmende Menschenmenge durchwühlen oder einen Bogen darum machen. Folge: Die S-Bahn, die U-Bahn, die Straßenbahn oder der Omnibus ist weg! Oder aber die Raucherzonen befinden sich unmittelbar vor Fahrplänen oder Stadtplänen, so daß Reisenden diese Möglichkeit der Information vorenthalten bleibt.[/quote]
Im Bereich des Stuttgarter Hauptbahnhofes auf dem Weg zur S-Bahn sind, soviel ich weiß, oberhalb der unteren Treppe Raucherecken eingerichtet. Dennoch sieht man oft genug Leuet auf den Bahnsteigen rauchen - trotz Videoüberwachung. Die zahlreichen Zigarettenkippen auf den Schwellen der Schienen sind der Beleg davon. Wenn dann die Sheriffs vorbeilatschen und denjenigen auffordern, die Kippe auszumachen, so tut er das auch brav, doch sobald die weg sind, wird die nächste Kippe ins Maul geschoben. Da sieht man doch, daß die "Obrigkeit" heutzutage nicht mehr ernstgenommen wird.

Zitat von Michael aus Zofingen
Was ich auch beobachtet habe: Speziell in Hannover und in Saarbrücken ist mir aufgefallen, daß Raucher den jeweiligen Hauptbahnhof verlassen haben und unmittelbar vor dem Gebäude, also bereits auf nicht mehr bahneigenem Gebiet, sich dem blauen Dunst hingeben. Für andere Reisende sind sie ein Hindernis, da sie unmittelbar vor den Türen stehen. Dieses fällt besonders bei starkem Regen ins Gewicht, wenn die Leute auch noch unter einem Vordach Schutz suchen.[/quote]

Ich gehe davon aus, daß es hier auch so sein wird. An den Ausgängen war ich schon sehr lange nicht mehr, da ich ja immer durch die Klettpassage laufe. Rücksicht ist heutzutage Makulatur...

Zitat von Michael aus Zofingen
Manchmal frage ich mich wirklich, ob durch ein von oben befohlenes Rauchverbot wirklich an den Schutz der Nichtraucher gedacht wurde. Sind die Nichtraucher durch die Diskriminierung der Raucher nicht ebenso benachteiligt? Wurde der Teufel mit Belzebub ausgetrieben? Manchmal glaube ich, daß die Gesundheit der Nichtraucher nur vorgespielt wird und es in Wirklichkeit nur um die Macht der herrschenden Klasse geht. Man versucht wieder einmal, das Volk zu entmündigen und von der Demokratie ein Stück abzusägen, um immer mehr einen Polizeistaat, einen totalitären Überwachungsstaat daraus zu machen.


Zum Teufel mit dieser machtgierigen Obrigkeit! ICH HASSE SIE![/quote]
Genau, Michael, davon bin ich absolut überzeugt, und auch ich hasse sie! Wer wird die in diesem Unrechtstaat nicht hassen!? Dies ist nichts weiter als Machtgehabe von denen. Andererseits kassieren die doch beim Erwerb von Tabakwaren satte Steuern, welche ihnen ja durch solche Verbote durch die Lappen gehen. Daher glaube auch ich, daß die "Fürsorge" für die Nichtraucher nur ein vorgeschobener Grund für ihr Machtspiel ist. Dies "entschärft" die Sichtweise der Bürger, doch für blöde müssen die einen bestimmt nicht halten. Sie glauben es halt. Irgendwann wird es auf jeden Fall die Quittung geben, und dies wird auch nicht mehr so lange dauern. Es gibt noch zu viele Leute, welchen es wirtschaftlich noch sehr gut geht. Sonst hätten wir hier bereits ganz andere Verhältnisse, wobei das "ancien régime" mit allen Mitteln bekämpft wird. Das Volk wird sich dann nicht mehr weiter verarschen und betrügen lassen.

Viele ebenfalls sehr nachdenkliche Grüße,

Kerstin


Markus U. Offline

Admin


Beiträge: 1.905
Punkte: 794

18.01.2010 12:07
#5 RE: Von oben befohlenes Rauchverbot kontraproduktiv? Zitat · antworten

Hi zusammen,

grundsätzlich habt Ihr mit Eurer Kritik, daß sich die Obrigkeit immer mehr in die Lebensführung der Bürger einmischt und die Privatautonomie untergräbt, recht, aber das Beispiel des Nichtraucherschutzes ist leider sehr schlecht gewählt, denn als Nichtraucher, der unter dem Qualm seiner nikotinsüchtigen Mitmenschen bisweilen zu leiden hat, bedarf ich dieses Schutzes und befürworte dessen Ausweitung. So bin ich unbedingt dafür, daß in Gaststätten fortan nicht mehr geraucht werden darf, und ich bedauere es heftig, daß es gerade in dieser Hinsicht immer noch viel zu viele "Schlupflöcher" gibt, die dringend gestopft werden müssen. Ein totales Nikotinverbot dürfte zwar derzeit noch nicht durchsetzbar sein; darauf als Fernziel hinzuarbeiten scheint mir indessen sehr nötig. Ein wichtiger Zwischenschritt könnte ein Verbot des Verkaufs an Automaten sein (schließlich gibt es auch keine Automaten für Whiskey, Wodka oder andere alkoholische Getränke), sowie eine Verordnung, daß Nikotinwaren nur noch in bestimmten Läden mit einer besonderen Lizenz erhältlich sein dürfen, wobei diese Lizenz nicht an Tankstellen oder Gaststätten vergeben werden darf (das ist wichtig, damit Tabakwaren nicht "rund um die Uhr" verfügbar sind).

Nichtraucherschutz ist deshalb nötig, damit Nichtraucher den gesundheitsschädlichen Qualm, den ihre nikotinsüchtigen Zeitgenossen verbreiten, nicht einatmen müssen, ganz abgesehen davon, daß die meisten Nichtraucher Zigarettenqualm als Gestank empfinden, der sich zudem sehr schnell an Haut und Kleidung festsetzt. So mußte ich früher nach dem Besuch verqualmter Kneipen (der sich ohnehin in engen Grenzen hielt) sogleich duschen, weil ich den Gestank sogar an meinen Handrükken riechen konnte, und die Kleider, die ich angehabt hatte, landeten sogleich im Wäschekorb.
Die Nikotinsucht ist deshalb besonders gemeinlästig, weil die Menschen, die ihr frönen, nicht nur ihre eigene Gesundheit schädigen, sondern auch der Gesundheit ihrer nichtrauchenden Mitmenschen keine Beachtung schenken und ihnen obendrein noch die Geruchsbelästigung zumuten. Darüber hinaus fällt auf, daß die Nikotinsucht vor allem in Bevölkerungsschichten von einfacher Bildung verbreitet ist oder anders ausgedrückt: unter den Rauchern ist der Anteil von Menschen mit höherer Bildung deutlich niedriger und der Anteil von Menschen mit einfacher Bildung höher als in der Gesamtbevölkerung. Das war nicht immer so, sondern hat sich erst geändert, als sich das Bewußtsein von der Gesundheitsschädlichkeit des Rauchens im Volke verbreitete, und es ist nun einmal so, daß die Sorge um die eigene Gesundheit allgemein proportional mit dem Bildungsstande wächst.

Barfüßige Wintergrüße,
Markus U.


kerstin Offline

Admina


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18.01.2010 12:51
#6 RE: Von oben befohlenes Rauchverbot kontraproduktiv? Zitat · antworten

Hi Markus,

Zitat von Markus U.
grundsätzlich habt Ihr mit Eurer Kritik, daß sich die Obrigkeit immer mehr in die Lebensführung der Bürger einmischt und die Privatautonomie untergräbt, recht, aber das Beispiel des Nichtraucherschutzes ist leider sehr schlecht gewählt, denn als Nichtraucher, der unter dem Qualm seiner nikotinsüchtigen Mitmenschen bisweilen zu leiden hat, bedarf ich dieses Schutzes und befürworte dessen Ausweitung. So bin ich unbedingt dafür, daß in Gaststätten fortan nicht mehr geraucht werden darf, und ich bedauere es heftig, daß es gerade in dieser Hinsicht immer noch viel zu viele "Schlupflöcher" gibt, die dringend gestopft werden müssen.


Einerseits gebe ich Dir recht, doch andererseits meide ich eben Gaststätten, wo einem der Rauch beim Betreten sofort ins Gesicht weht. Auch ein Internetcafé betrete ich nicht mehr, weil dort ebenso geraucht wird. So einfach ist es. Natürlich bin ich auch total gegen diese Raucherei, welche letztendlich auch die Krankenkassen belasten. Dies kam in meiner Antwort auf Michael\'s Beitrag nicht so exakt herüber.

Zitat von Markus U.
Nichtraucherschutz ist deshalb nötig, damit Nichtraucher den gesundheitsschädlichen Qualm, den ihre nikotinsüchtigen Zeitgenossen verbreiten, nicht einatmen müssen, ganz abgesehen davon, daß die meisten Nichtraucher Zigarettenqualm als Gestank empfinden, der sich zudem sehr schnell an Haut und Kleidung festsetzt. So mußte ich früher nach dem Besuch verqualmter Kneipen (der sich ohnehin in engen Grenzen hielt) sogleich duschen, weil ich den Gestank sogar an meinen Handrükken riechen konnte, und die Kleider, die ich angehabt hatte, landeten sogleich im Wäschekorb.[/quote]
Richtig, so ist es auch bei mir. Als ich noch in meinem Sportverein TSV Uhlbach aktiv war, saßen wir nach dem Duschen natürlich alle noch in unserem Vereinsheim gemütlich zusammen, tranken etwas - die meisten natürlich Bier, und einige rauchten auch, was ja der Kondition besonders entgegenkam. Die waren es dann auch, die nach einem schnellen Spurt von einem Strafraum zum anderen mit der "roten Krawatte" ankamen udn pfiffen wie ein Dampfkessel. Ich weiß, wovon ich spreche (bzw. schreibe), denn ich hatte diese Unsitte auch jahrelang betrieben. Seit zehn Jahren bin ich absolut nikotinfrei, hatte niemals Probleme, obwohl ich zum Schluß gute drei Schachteln wegrauchte - filterlose! So etwas solltze wirklich schon unter dem BtMG fallen, doch dann kassiert der liebe Staat ja wenioger Steuern. Ach ja Steuern: hier in "Abstruslingen" werden ab diesem Jahr Steuern für das Sauberhalten der Gehwege von den jeweiligen Hauseigentümern in der Innenstadt verlangt. Fehlt noch z.B. eine "Furzsteuer", wobei dann ein geeichter Zähler verplombt an die Öffnung des Hinterns angebracht wird und jeden einzelnen "Luftzug" registriert und auf einen inplantierten Chip speichert, welcher dann einmal jährlich vom Finanzamt gescannt wird. Die sind hier nicht mehr normal! Der Staat hat diese immensen Schulden aufgebaut, und der brave und dumme Steuerzahler soll dafür aufkommen! Sehr gut! Kein Wunder, daß schon so viele Bürger dieses Land auf Nimmerwiedersehen verlassen. Ich gehöre dieses jahr auch dazu. Bin froh, wenn es endlich soweit ist...

So, nun muß ich noch kurz weg, um die Konjunktur anzukurbeln, indem ich die überteuerte Ware beim REWE einkaufe. So muß es sein. Brav! Vorbildfunktion á là classe!

Viele Tauwettergrüße,

Kerstin


Jay Offline




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19.01.2010 06:07
#7 RE: Von oben befohlenes Rauchverbot kontraproduktiv? Zitat · antworten

Hi zusammen,

(eine kurze Erläuterung für meine derzeit sehr gerine Präsenz im Forum findet sich in der Fußnote¹). Mit den Ausführungen von Michael aus Zofingen, Engel & auch anderer Vor-Schreiber gehe ich i. W. vollständig konform, mit dem Standpunkt von Markus U. divergiere ich etwas. Mein persönlicher & genauer Standpunkt in der Sache ist folgender:

Auch wenn ich nicht wie einst relativ starker Raucher² gewesen wäre, ist ein Rauchverbot wie das vorliegend besprochene als Syndrom der bereits zu weit gegangenen Entliberalisierung der Gesellschaft zu werten, inakzeptabel & vor allem bar jeder Vernunft. Die einzig richtige & vernünftige Lösung des Problems sieht meiner Meinung nach so aus:

Der Schutz'anspruch' expliziter Tabakwaren-Nichtkonsumenten vor dem Einatmen erwiesenermaßen gesundheitsschädlicher Gase, Dämpfe & Partikel-Aerosole hat sicher mindestens dort seine Berechtigung, wo irgendwelche Zwecklocations als Zwangssituation aufgesucht werden müssen, d. h. einen neuen Reisepaß kann nur erhalten, wer das Paßamt aufsucht. Bei Gaststätten trifft dieser "situative Zwangscharakter" aber sicher nicht zu; es ist nicht einzusehen, weshalb z. B. nicht der eine oder andere Gastronomie-Betrieb meinetwegen in der Presse mit "Wir sind ein reines Nichtraucherlokal" wirbt (& so per selektiv & meinetwg. massenweise angezogener Nichtraucher-Klientel das bessere Geschäft macht) oder ein anderes Restaurant-Unternehmen 2 getrennte 'Gaststuben' (1 für pur nichtrauchende, die andere für rauchende Gourmets) offeriert. Ich muß sagen, daß ich heute auch nicht mit freudiger Vehemenz Etablissements aufsuche, in denen man zu spätabendlicher Stunde Objekte in > 50 cm Entfernung wg. Tabak-Nebelschwaden nicht mehr ausmachen kann - aber wenn sich weiterhin genug Leute finden, denen die 'Gesamtatmosphäre' dieses Ladens gefällt & die sich so - tabakumnebelt - wohl fühlen?

Kein Raucher kann heute behaupten, er wisse nicht, daß er sich mit seiner 'Gewohnheit'/'Neigung' auf jeden Fall gesundheitlich schädigt & seine Lebenserwartung verkürzt; es gibt genug, die weiter rauchen wie die Schlote - obwohl sie die TV-Bilder der schwarz-verteerten & verkrebsten Lungen obduzierter [Wie die Schlote]-Raucher-Leichen schon Ende der 1960er Jahre gesehen haben, präsentiert von der nationalen Ärzteprominenz (die gibt es heute nicht mehr) wie Julius Hackethal & Co.

Dennoch fällt bei dieser immer weiter durchgedrückten 0-Tolerance für [Sich eine spezifisch ausgesuchte gesundheitsschädliche Komponente des alltäglichen Lebens 'Reinziehen] - auch wenn man z. B. in der Zeit, in der Rauchen auf einer weitläufigen Location wie z. B. des S-Bahnhofs unterhalb des Münchner Marienplatzes 'gesellschaftlich voll akzeptiert' war & Myriaden abgerauchter Stummel in den Gleis-Senken herumlagen, Mühe hatte, per konzentriertem Beschnuppern der Luft wahrzunehmen, daß an dieser Location überhaupt geraucht werde (wenn nicht die nächsten qualmenden Personen oder Gruppen < 10 m entfernt waren oder so) eine bemerkenswerte Asymmetrie auf:

Wenn gefordert wird, an immer weniger oder möglichst gar keinen Orten mehr gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgesetzt zu sein & sich dabei jemand (das "will" aus dem Munde derer, die besonders laut rufen, "die Gesellschaft sein") starr auf Tabaksqualm fixiert, wird folgendes vergessen:

In Konsequenz bedeutet das, daß´s dann auch nie wieder Streß am Arbeitsplatz geben darf, der ja (seit den 1950er Jahren bekannt) für Magengeschwüre, Herzinfarkte & alles mögliche verantwortlich ist, was seither mit dem Terminus "Managerkrankheit" umschrieben wird. Oder auch, daß der Zwang sofort abgeschafft werden müßte (meinetwegen auch gesetzlich, beim Tabakkonsum geht´s ja auch), sich z. B. vom Arbeitgeber die Benutzung einwandfrei gesundheitsschädlicher Artikel, nämlich Schuhe, aus anderen als Arbeitssicherheitsgründen aufoktroyieren lassen zu müssen (wie das jetzt Michael aus Zofingen sogar auch noch für Teile seines Freizeitbereiches erfährt). Wo bleibt denn das?

Philosophische BF-Grüße, Jay (© dieser Grußformel by AllgäuYeti im Nachbarforum, welchen ich leider umständehalber in Stuttgart nicht treffen konnte).
--------------
¹ Als reine Hardware-R & D-Fa. im vergangenen Jahr umständehalber zu Softwareentwicklung genötigt, soll das jetzt als komplettes weiteres Unternehmensstandbein mit dem Schwerpunkt kryptomathematischer Anwendungen voll ausgebaut werden (weiterer Grund: Es gibt fast keine [insbesondere nichtmilitärische] Elektronikhardware mehr, die nicht aus China kommt), wobei mit bestimmten Sachen als Konsequenz der bisherigen (für Interna benötigten) Softwareentwicklungen schnellstmöglich auf den Markt gegangen werden muß. Dies erfordert vollen Einsatz & volle Kapazitäten; weitere Infos auf Wunsch. Zahlreiche User auch des anderen HBFs, die bei mir noch Emails zur Beantwortung offen haben, bitte ich um Verständnis; ich hoffe, daß sich die Gesamtlage zum 2. Quartal '10 wieder normalisiert.

² Weiß nicht, ob´s die Marke heute noch gibt: WINDSOR DE LUXE in der gold/rot/blauen Kingsizepackung (gab´s nicht am Automaten, sondern nur in Supermärkten & 'richtigen' Tabakwarengeschäften. Nikotin 0,9 o. 1. mg; Kondensat 14 mg; Geschmack durchaus Marlboro-[ein wenig "kaffee"-]ähnlich, aber etwas würziger-stechender. Wenn situativ auf die Schnelle nicht beschaffbar, bevorzugt Marlboro (allerdings konnte dieses Produkt von Philip Morris in der Erzeugung von [Feeling, Flair & Bewußtsein von Freiheit & Abenteuer] mit dem, was die nackten Füße vermittelten, überhaupt nicht mithalten. Die CAMEL mochte ich aromatisch überhaupt nicht - oft hab' ich Besucher, egal ob sie mit einem Loch im Schuh oder (ganz früher) auch ohne Schuhe antanzten, gebeten, sich von mir 'was anderes anbieten zu lassen... wenn sie dennoch auf der CAMEL bestanden, hab' zur Sommerszeit das Fenster geöffnet, einen Riesenventilator davorgestellt & mit Höchstleistung den CAMEL-Dunst ansaugen & Rausblasen lassen - mochte der Gast, bei dem ich es situativ so einrichtete, daß er in Fernsternähe saß, denken & reden was er wollte & die bizarren Rauch-Entschwindungsbilder mit noch so verzerrtem Gesicht mustern. Kultivierter, differenzierter Rauchgenuß stand bei mir früher hoch im Kurs - wie auch die Kunst des Kringelblasens, nur muß das eben mit der richtigen Marke sein.

BF & Rauchen auf Parties sind nicht gänzlich kontextzusammenhanglos. Sollte tatsächlich jemand ob fehlender Fußverpackung meckern, ist ein galvanisch oberflächenvergoldetes DUPONT- oder CARTIER-Imitat (Wert des Feuerzeug-Originals um 1980: ≈ 30 000 DM) das probate Mittel schlechthin, um beim Feuerspenden für sich oder andere wortlos zu signalisieren: Für SOWAS wie Schuhe brauch' ich kein Geld mehr auszugeben...

Der echte oder unechte ROLEX etc. -Edelmetallchronometer am Handgelenk ist in Zusammenhang mit BF (v. a. + wilde Klamotten) ein zu diesem Zweck insgesamt weniger passendes Accessoire, & das 4rad kann man oft nicht in Räumlichkeiten mitnehmen. Für das Optimum für den rauchenden BFigen Partygast halte ich jedoch wiederum etwas Nichtmaterielles, nämlich das Beherrschen artistischer Kunststückchen. Auf einer sehr schönen Sommerparty (ich war nicht der einzige BFige Gast) rätselte man lange über einen in den alten [Dick & Doof]-Filmen (Darsteller: Stan Laurel & Oliver Hardy) sichtbaren Effekt 'rum: Immer, wenn Doof Feuer brauchte, konnte Dick ZACK! sofort seiner rechten Hand eine imaginäre Flamme entspringen lassen, Dick hatte einfach immer Feuer - ohne jedes Feuerzeug - parat! Mögliche technische Lösungen für dieses "Zauber"problem spare ich jetzt wg. Länge ein; 1 Vermerk sei noch gegeben: Erst Jahr10te später - als es ein gewisses, seit Mai 2008 verblichenes "HBF" gab - erfuhr man (glaubwürdig), daß´s tatsächlich Leute gab (oder gibt), die baren Fußes brennenden Zigaretten austreten können. Die damaligen Partygesellschaften kamen nicht 'drauf, ebenso wie sie Outdoor-BF im Winter für impracticable hielten.

Gänzlich zum Nichtraucher bin ich nicht geworden. Nochmals Dank an Engel für die öfters auf dem Vorplatz des "Trollinger" (sehr schönes Restaurant im Industriegebiet Althengstett) angebotenen ROTH-HÄNDLEs, bei denen ich gerne zugegriffen habe.


Manfred (Ten) ( gelöscht )
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19.01.2010 11:15
#8 RE: Von oben befohlenes Rauchverbot kontraproduktiv? Zitat · antworten

Ich muss sagen, dass viele Politiker und Manager heute eine weitaus grössere Beeinträchtigung meiner Gesundheit bewirken (Brechreiz, Ekel, Angstzustände) als mancher Raucher...


Dominik R. Offline

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20.01.2010 14:21
#9 RE: Von oben befohlenes Rauchverbot kontraproduktiv? Zitat · antworten

Zitat von Jay
& das 4rad kann man oft nicht in Räumlichkeiten mitnehmen.



Gab es schon Situationen wo du dein 4 Rad in Räumlichkeiten mitnehmen konntest.


Zitat von Jay
daß´s tatsächlich Leute gab (oder gibt), die baren Fußes brennenden Zigaretten austreten können. Die damaligen Partygesellschaften kamen nicht 'drauf, ebenso wie sie Outdoor-BF im Winter für impracticable hielten.



Zigaretten austretten, da kamen viele (auch Sommer BFs) allein wegen der unempfindlichen Lederhaut von selbst darauf.

Winter Outdoor BF? Ich denke die meisten von uns laßen einen Beitrag im Internet bzw, sahen einen TV Beitrag bis sie elbst zur Praxis übergingen.

Wobei "damals" (Hippiezeit) scheinbar einige Leute barfuß outddor im Winter praktizierten. Das wurde mir zumindest gesagt........


Dominik R. Offline

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20.01.2010 14:32
#10 RE: Von oben befohlenes Rauchverbot kontraproduktiv? Zitat · antworten

Zitat von Manfred (Ten)
Ich muss sagen, dass viele Politiker und Manager heute eine weitaus grössere Beeinträchtigung meiner Gesundheit bewirken (Brechreiz, Ekel, Angstzustände) als mancher Raucher...



Ganz Konkret wird es mir bei Westerwelle, Brüderle (der aktuellen Regierung im allgemeinen) und Co. schlecht. Lobbypolitik in Rein(un)kultur.

Bei den Manager fange ich gleich gar nicht an, ich weiß nicht wo ich aufhören sollte.

Weiter Brechmittel sind sogenannte "Bürgerrechtler" die wie die Made im Speck leben, den Leute verbieten wollen ihre Demos gegen Hartz 4 und Agenda 2010 Montagsdemo zu nennen, etc. Ich meine so Personen vom Schlage eines Joachim Gauck und Vera Lengsfeld.


Jörg 2 Offline




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20.01.2010 19:51
#11 RE: Von oben befohlenes Rauchverbot kontraproduktiv? Zitat · antworten

Herrn gauck würde ich in Schutz nehmen, auch wenn er sicher eine andere Generation ist und deswegen zu anderen Einschätzungen kommt. Aber bei der Beurteilung der akgtuellen politischen Protagonisten kann ich dir nur applaudieren. Es KOTZT mich an.
Dort tummeln sich Emporkömmlinge, die in ihrem Leben noch nie etwas anderes gemacht haben, als politische Phrasen gedroschen und das Fähnchen nach dem jeweiligen politischen Wind gehängt zu haben. Wenn man dann nochbedenkt, mit wie wenigen tausend Stimmen von Millionen Bundesbürgern dieses Pack gewählt wurde und sich jetzt da aufspielt.
Alterative: mein Schafhammel als Bundeskanzler. Das ist die Lösung, es kann nur besser werden.

J.


Leo Offline



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23.01.2010 22:47
#12 Rauchen in der Öffentlickeit verbieten! Zitat · antworten

Hallo,

ich bin seit meiner Jugend Asthmatiker und leide sehr stark an rauchverschmutzter Luft.

Früher war ich so naiv, anzunehmen, man könnte in einer Gaststätte mit insgesamt 10 Räumen einfach ca. 3 bis 7 Raucher- und 3 bis 7 Nichtraucherräume einrichten. Angesichts 29% Raucheranteil in der Bevölkerung

http://www.welt.de/politik/article170583...erschaetzt.html

sollte sich eine gleichmäßige Auslastung bei 3 Raucher- und 7 Nichtraucherräumen einpendeln. Zur Not könnte man bei der Einhaltung der Mehrheitsverhältnisse auch mit Konzessionen nachhelfen: Mindestens 70% der Fläche bei größeren Betrieben bzw. mindestens 70% aller kleinen Kneipen am Ort müssen rauchfrei sein.

Aber nein: Bis 2007 wurden in allen 10 Räumen die Mehrheit von 70% von den in der Minderheit befindlichen 30% terrorisiert!

Wenn ich in der Nähe meiner Wohnung etwas essen wollte, hatte ich durchaus die Wahl, die 100% Raucher-Lokale zu meiden und mir nach erfolgloser Suche nach einem rauchfreien Restaurant doch eine Pizza zu Hause um 14:30h in den Ofen zu schieben... An weit entfernten Orten konnte ich mich früher nur auf Maredo oder McDonalds zum rauchfreien Essen verlassen.

Ja habe ich denn gar kein Recht, auch auf Reisen ungestört gemütlich was zu Essen oder mich mit anderen Nichtrauchern zum Trinken und Ratschen zu verabreden?!!!

Anscheinend war ich wohl nicht der einzige, der sich vom Rauch gestört fühlte, und verqualmte Lokale mied. Aber die Wirte setzten weiterhin zu 100% auf die Raucher, weil ja die Mehrzahl Ihrer Gäste rauchen wollten, nämlich 30 von 40. Sie sahen natürlich immer nur die 10 extrem qualmresistenten Nichtraucher, die zusätzlich zu den 30 Rauchern bei ihnen zu Gast waren - nicht aber die 60 anderen Nichtraucher, die ihr Bierchen lieber rauchfrei zu Hause tranken.

Hier muß jetzt ich ausnahmsweise die Deutsche Bahn mal loben: Kurz nachdem sie das Speisewagengeschäft von DSG/Mitropa übernommen hatte, machte sie eine Umfrage nicht etwa nur unter allen TATSÄCHLICHEN Speisewagen-Kunden, sondern unter allen Bahnkunden und somit allen POTENTIELLEN Speisewagenkunden zu Gründen ihrer Speisewagen-Nutzung bzw. Nicht-Nutzung. Meine drastische Antwort damals: "Ich vermeide es, diese qualmverseuchte rollende Kneipe zu durchqueren - geschweige denn, dort etwas zu verzehren!" Trotz wahrscheinlich weniger drastischen Antworten anderer war die Mehrheit dann aber wohl dermaßen eindeutig, daß lange vor dem allgemeinen Rauchverbot das Rauchen im Speisewagen wieder verboten wurde.

Anfang 2008 kam in Bayern eine ganz kurze Zeit paradiesischer Zustände, wo man wirklich überall vor Rauch sicher war. Dann kam aber die Zeit der Raucherclubs: De Facto alle kleinen Kneipen sind jetzt wieder wie früher verqualmt. Da die Kunden, die man mit dem Rauch in Jahrzehnten aus den Wirtschaften vergrault hatte, nicht innerhalb von einigen Monaten wieder vollzählig zurück in die Kneipen strömten (und zumal einige den wegen des Qualms begonnenen Wirtshausboykott angesichts der unsicheren Lage vielleicht auch aus finanziellen Gründen notgedrungen aufrecht erhielten), wurde das Rauchverbot wieder gelockert. Konsequenz: In kleineren Orten ist jetzt wieder fast alles wie früher.... In der Großstadt gibt es immerhin genug Speisegaststätten, aber da muß man jetzt auf genügend Abstand zum (z.B. durch eine offen stehende Tür) "abgetrennten" Raucherraum achten. Bei ALLEN kleinen Kneipen wurde nur das Schild "Raucherclub" durch "Rauchergaststätte" ausgetauscht. Aber zumindest die Speisegaststätten haben das Kundenpotential an Nichtrauchern mittlerweile anscheinend erkannt, und verziehen auch zu Essenszeiten meist keine Miene mehr, wenn man nur etwas trinken möchte.

Da mangels Toleranz der Raucher Kompromisse anscheinend nicht möglich sind, bin ich mittlerweile aber dafür, das Rauchen überall in der Öffentlichkeit zu verbieten und auch zu bestrafen, damit das Verbot Ernst genommen wird. Nach langer Terrorisierung der Mehrheit durch die Minderheit ("Zum Nichtrauchen bitte vor die Tür!"), ist der Zeit für einen Wechsel überfällig! Ich hoffe nur auf konsequentes Handeln aller Nichtraucher bei der anstehenden Volksabstimmung in Bayern.

Oder sind die meisten Raucher wirklich zu blöd, um zu kapieren, wie sehr sie nerven: Wenn ich die Gegenfrage, ob es mich denn stört, damit beantworte, es störte mich deutlich weniger, wenn sie Heroin spritzten statt zu rauchen, weil ich von DEM Dreck nichts abbekäme, gibt es immer ungläubige Gesichter.

In der Bahn war ja laut Schild in den Gängen vor den Abteilen "Rauchen unerwünscht". Besonders in den Nachtzug-Sitzwagen aus Reichsbahnbeständen war das insbesondere bei schwacher Lüftung sehr störend. NIEMAND hielt sich dran, auch nicht wenn man darum bat: "Wieso, ist ja nicht verboten!" Nach diesem Paradebeispiel, daß Toleranz von Rauchern nicht erwartet werden kann, wurde das Rauchen dann dort offiziell verboten. Nun waren Appelle an die Raucher, sich doch wenigstens hinter die nächste Abschlußtür zu begeben schon erfolgreicher. Erst mit dem offiziellen Rauchverbot ist es nun im Nachtzug älterer Bauart deutlich besser geworden.

Nachdem mir selbst nach Hinweis auf das Rauchverbot schon oft Prügel angedroht wurde (das letzte Mal übrigens erst letzte Woche, und zwar nicht etwa am späten Abend von betrunkenen Halbstarken im Großstadt-Dschungel, sondern mittags gegen 12 in der Selbstbedienungs-Zweigstelle der Raiffeisenbank in Holzkirchen von einem nüchternen Erwachsenen) und deswegen ja schon einige Leute ihr Leben lassen mußten, bin ich mit Kommentaren aber schon vorsichtiger geworden.

Früher war es im ICE1 am besten - mit Ausnahme des vollgequalmten Dienstabteils. Ganz vorne und ganz hinten wurde geraucht. Diese und die beiden benachbarten Wagen mied ich - genauso wie den Wagen mit dem Dienstabteil. Ich hatte so Ruhe vor dem Rauch. Heute weiß dagegen man nie, welche Toilette verqualmt ist. Und auch auf so manch längerer Fahrt (z.B. im IRE von Ulm nach Basel Bad) hat man gar keine Auswahl.

Im ICE2, ICE3 und ICET lag der Raucherbereich der 2.Klasse mitten im Nichtraucherbereich.. Im IC waren erst in allen, zum Schluß in fast allen Wagen Raucher- und Nichtraucherzonen gemischt. In der Schweiz war es auch genau so blöd: Statt wie meist bei der ÖBB wagenweise zu trennen, gab es in fast allen Wagen Raucher- und Nichtraucherbereiche gemischt - auch in den kleinen der BVZ+FO=MGB und RhB! Einzige Ausnahme bei der SBB: Der erste oder letzte Wagen - sofern der nicht für Gruppen reserviert war, was ausgerechnet mit diesem früher einzigen rauchfreien Wagen aber meistens der Fall war!

Seitdem ich ein Jahr lang an der Donnersberger Brücke im Berufsverkehr umsteigen mußte und dort regelmäßig eingeräuchert wurde, finde ich Rauchverbote auf dem Bahnsteig im Freien gar nicht mehr albern. Übrigens genau so wenig wie in Sonderfällen sonstige Rauchverbote im Freien: Mein letztes Büro befand sich genau über dem Eingang zum Gebäude, wo alle Raucher standen und qualmten...

Nach soviel von Seiten der Raucher erfahrener Intoleranz möchte ich den Spruch von Michael abschließend etwas abwandeln:


Zum Teufel mit den Rauchern, ich hasse sie!


Leo (schon von Mitschülern als Antiraucher tituliert, nachdem ich die verqualmte Klasse verließ, nach 3 Klassenbucheinträgen wegen Abwesenheit zum Rektor zitiert wurde, der sich dann aber auch tatsächlich wie von mir vorgetragen für meine körperliche Unversehrtheit zuständig fühlte und das Rauchen in der Klasse ein für alle Mal unterband )


Michael aus Zofingen Offline



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24.01.2010 11:24
#13 RE: Rauchen in der Öffentlickeit verbieten! Zitat · antworten

Hallo Leo

Zitat von Leo


ich bin seit meiner Jugend Asthmatiker und leide sehr stark an rauchverschmutzter Luft.
........
Wenn ich in der Nähe meiner Wohnung etwas essen wollte, hatte ich durchaus die Wahl, die 100% Raucher-Lokale zu meiden und mir nach erfolgloser Suche nach einem rauchfreien Restaurant doch eine Pizza zu Hause um 14:30h in den Ofen zu schieben... An weit entfernten Orten konnte ich mich früher nur auf Maredo oder McDonalds zum rauchfreien Essen verlassen.
Ja habe ich denn gar kein Recht, auch auf Reisen ungestört gemütlich was zu Essen oder mich mit anderen Nichtrauchern zum Trinken und Ratschen zu verabreden?!!!




Aus dieser Sichtweise habe ich es noch gar nicht betrachtet. Ich leide nicht unter Asthma, und ich hatte auch nicht das Verlangen, irgendwelche Restaurants aufzusuchen. Wo das "Stören" im Restaurant beginnt, ist schwer zu sagen. Durch Tabakqualm werden zweifellos andere gefährdet, also fühlen sich viele Nichtraucher, speziell solche mit Asthma usw. gestört. Den anderen stört es, wenn ein anderer Restaurantgast Fisch oder irgendetwas scharf gewürztes ißt, weil der Geruch vom Nachbartisch rüberweht. Ein anderer ist Vegetarier und geht in ein Restaurant, in dem es auch ein Vegetarisches Menü gibt. Aber irgendwie paßt es ihm nicht, daß das vegetarische Menü in der selben Küche zubereitet wird wie fleischhaltige und somit theoretisch die Gefahr besteht, daß eine Kontamination des vegetarischen Menüs mit "unreinen" Menüs passiert. Sicher gefährdet Fleisch die Gesundheit weniger als Rauchen, aber ein streng gläubiger Vegetarier fühlt sich in einem "mischrestaurant" weniger woh in einem rein vegetarischen Restaurant, von denen es nicht so viele gibt (aber der Anteil an rauchfreien vegetarischen Restaurants düfte prozentual höher sein als bei anderen Restaurants). Pech für den vegetarisch lebenden Raucher!

Wiederum andere fühlen sich gestört, wenn im Restaurant andere Gäste barfuß sind, kurze Hosen tragen, schwarze Haut haben, eine Fremdsprache sprechen oder körperlich behindert sind. Durch deren Eigenschaften wird niemand, aber auch wirklich niemand behindert. Je mehr "Anforderungen" jemand an ein Restaurant stellt, desto schwieriger wird es, ein passendes zu finden. Wenn sich etwa ein Vegetarier nur in einem vegetarischen Restaurant wohlfühlt, in dem alle Gäste ohne körperliches Gebrechen in Anzug und Krawatte (und fett beschuht, jedoch ohne Mütze) sitzen und sich auf berndeutsch unterhalten und er ungestört seine edle Zigarette oder seine dicke Zigarre rauchen kann, dann hat er schlechte Karten. Mitleid habe ich mit diesem Mann übrigens nicht.

Zitat von Leo


Hier muß jetzt ich ausnahmsweise die Deutsche Bahn mal loben: Kurz nachdem sie das Speisewagengeschäft von DSG/Mitropa übernommen hatte, machte sie eine Umfrage nicht etwa nur unter allen TATSÄCHLICHEN Speisewagen-Kunden, sondern unter allen Bahnkunden und somit allen POTENTIELLEN Speisewagenkunden zu Gründen ihrer Speisewagen-Nutzung bzw. Nicht-Nutzung. Meine drastische Antwort damals: "Ich vermeide es, diese qualmverseuchte rollende Kneipe zu durchqueren - geschweige denn, dort etwas zu verzehren!" Trotz wahrscheinlich weniger drastischen Antworten anderer war die Mehrheit dann aber wohl dermaßen eindeutig, daß lange vor dem allgemeinen Rauchverbot das Rauchen im Speisewagen wieder verboten wurde.




Speisewagen der Bahn habe ich noch nie benutzt, wobei das ausschlaggebende in erster Linie die nicht gerade niedrigen Preise waren. Durchgehen, etwa weil ich in den Wagen, in den ich eingestiegen war, kein Sitzplatz war und ich in den Wagen jenseits des Speisewagens noch hoffte, einen Sitzplatz zu finden, mochte ich auch nicht. Auch hier war es aber nicht der Rauch. Meistens wurde man angegiftet, genauso wie man angegiftet wird, wenn man einen Wagen 1. Klasse durchquert. Manche (nicht alle) Bahnfahrer erster Klasse (in der Regel Geschäftsleute) wollen unter sich bleiben und stören sich maßlos an Rucksacktouristen, die die Unverfrorenheit besitzen, durch die noble Klasse zu gehen. Noch schlimmer empfinden solche "erstklassigen" Fahrgäste, wenn Leute aus "unteren Ständen" die erste Klasse benutzen (ich erinnere mich noch an die Rückfahrt von einer Chemiemesse in Frankfurt an einem Samstag. Die Firma hatte eine Fahrkarte 1. Klasse reserviert und bezahlt, und zwischen Messeende und Abfahrt des Zuges lagen noch einige Stunden, so daß ich es in Dienstkleidung nicht mehr aushielt. Da das Ereignis vor meiner Barfußzeit lag, trug ich zwar Sandalen (ohne Socken), jedoch in Kombination mit T-Shirt un kurzen Hosen störten sich doch etliche Fahrgäste daran, speziell die 1.-Klasse-Fahrgäste, die nicht reserviert hatten und stehen mußten.)

Zitat von Leo


Da mangels Toleranz der Raucher Kompromisse anscheinend nicht möglich sind, bin ich mittlerweile aber dafür, das Rauchen überall in der Öffentlichkeit zu verbieten und auch zu bestrafen, damit das Verbot Ernst genommen wird. Nach langer Terrorisierung der Mehrheit durch die Minderheit ("Zum Nichtrauchen bitte vor die Tür!"), ist der Zeit für einen Wechsel überfällig! Ich hoffe nur auf konsequentes Handeln aller Nichtraucher bei der anstehenden Volksabstimmung in Bayern.




Wenn etwas verboten wird, muß derjenige auch bestraft werden, der es mißachtet. Ein Verbot nützt nichts, wenn jemand, der es übertritt, nicht belangt wird, und zwar konsequent. Wenn irgendwo eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf max 50 km/h notwendig ist, soll ein 50 km/h-Schild aufgestellt werden und jeder, der beim Schnellerfahren erwischt wird, gebüßt werden. Eine Beschränkung auf max 30 km/h und nur diejenigen büßen, die schneller als 50 km/h fahren, wäre inkonsequent.
Was das Rauchen anbelangt: Mir ist es auch lieber, wenn nicht geraucht wird. Wenn in einer Volksabstimmung das Volk mehrheitlich für Rauchverbote ist, dann ist es fair. Was mich aber maßlos stört ist, wenn irgendwelche Beamtenbüffel, die möglicherweise selber wie ein Schlot qualmen, irgendwelche Vorschriften im Privatbereich machen und das Volk somit entmündigen.


Zitat von Leo


In der Bahn war ja laut Schild in den Gängen vor den Abteilen "Rauchen unerwünscht". Besonders in den Nachtzug-Sitzwagen aus Reichsbahnbeständen war das insbesondere bei schwacher Lüftung sehr störend. NIEMAND hielt sich dran, auch nicht wenn man darum bat: "Wieso, ist ja nicht verboten!" Nach diesem Paradebeispiel, daß Toleranz von Rauchern nicht erwartet werden kann, wurde das Rauchen dann dort offiziell verboten. Nun waren Appelle an die Raucher, sich doch wenigstens hinter die nächste Abschlußtür zu begeben schon erfolgreicher. Erst mit dem offiziellen Rauchverbot ist es nun im Nachtzug älterer Bauart deutlich besser geworden.




Solche Schilder bringen in der Tat nichts, im Gegenteil. Sie provozieren gerade dazu, GERADE dort zu rauchen. Einen ähnlichen Effekt haben übrigens auch Schilder mit sehr detaillierten Verboten. Wenn etwa im Park ein Schild steht "Betreten des Rasens verboten", dann fühlen sich manche Radfahrer veranlaßt, mit ihren 2rädern über den Rasen zu fahren. Betreten ist zwar explizit verboten, aber befahren nicht! Wenn in einem US-Bundesstaat das Autofahren mit verbundenen Augen per Gesetz ausdrücklich verboten ist und jemand fährt mit verbundenen Augen Fahrrad, dann wird der Radfahrer möglicherweise Recht bekommen, da das Radfahren mit verbundenen Augen (noch) nicht ausdrücklich verboten ist (Radfahren ist in den USA seltener als hier, also denken die Gesetzrmacher kaum an Radfahrer). Bei der nächsten Gesetzesänderung wird das Velofahren mit verbundenen Augen ebenfalls explizit verboten (anstatt generell die Teilnahme am Verkehr mit verbundenen Augen zu verbieten).


Zitat von Leo

Nachdem mir selbst nach Hinweis auf das Rauchverbot schon oft Prügel angedroht wurde (das letzte Mal übrigens erst letzte Woche, und zwar nicht etwa am späten Abend von betrunkenen Halbstarken im Großstadt-Dschungel, sondern mittags gegen 12 in der Selbstbedienungs-Zweigstelle der Raiffeisenbank in Holzkirchen von einem nüchternen Erwachsenen) und deswegen ja schon einige Leute ihr Leben lassen mußten, bin ich mit Kommentaren aber schon vorsichtiger geworden.





So etwas ist nicht auf Raucher beschränkt und so reagieren (zumindest im übertragenen Sinne) manche Menschen (auch Leute, denen man es eigentlich nicht zutraut), wenn sie etwas verbotenes oder auch nur ungewöhnliches tun und dann von irgendeinem "geschulmeistert" werden. Ich kann es beispielsweise auch nicht ab, wenn jemand mich schulmeistert, wenn er nicht damit einverstanden ist, wie ich mich im Straßenverkehr verhalte, unabhängig davon, ob er recht hat oder nicht, solange es sein Schaden nicht ist. Wenn ich etwa eine rote Ampel überfahre und ein anderer Verkehrsteilnehmer muß meinetwegen voll bremsen, dann ist sein Einwand berchtigt. Wenn aber ein Fußgänger, der nicht die Straße überqueren will, mich anspricht, daß man bei Rot nicht über die Ampel fahren darf, dann kann es durchaus sein, daß ich sage: "Selbstverständlich weiß ich das auch. Und wenn mir deswegen die Polizei eine Geldbuße abverlangt, werde ich auch bezahlen. Aber von einem Spießer wie Sie lasse ich mir nichts vorschreiben. Es geht Sie einen feuchten Kehrricht an, was ich tue. IHNEN entsteht doch kein Schaden!" Normalerweise respektiere ich rote Ampeln. Einmal (vor ca. 8 Jahren) habe ich aber eine rote Ampel überquert, weil die Kontaktschwelle offensichtlich nicht auf Radfahrer reagierte, nur auf schwerere Fahrzeuge. Prompt wurde ich von einem Rentner geschulmeistert. Das wurde mir doch zu viel. Ich stellt mein Velo ab, ging langsam auf den Rentner zu und schlug ihm mit der Hand ins Gesicht. Als ich wieder zum Velo zurück ging und er mir irgendwelche Schimpfworte nachrief, bückte ich mich nach einem Stein und warf ihn in seine Richtung, ohne jedoch zu treffen. Ich weiß, daß mein Verhalten nicht gesetzeskonform war (als "Notwehr" kann man es wohl nicht bezeichnen), aber wenn man sich über eine nicht funktionierende Ampel aufgeregt hat, dann kann so etwas das Faß zum Überlaufen bringen. Handgreiflich werde ich nur selten, aber unschöne Worte können durchaus vorkommen. Als ich während meiner Zwangsferien in München von einem aufgeblasenen "Domschweizer" aus der Frauenkirche geschmissen wurde, war ich auch derart in Rage, daß mir beinahe die Hand ausgerutscht wäre bzw. ich den "Schweinepriester" angespuckt hätte. Der eigentliche Grund für meine schlechte Laune lag ganz wo anders. Wegen hoher Verkehrsdichte, einigen Baustellen und andauernd roten Ampeln kam ich in der Stadt, in der ich noch nie mit dem Velo war und auch ansonsten nur sehr selten, kam ich nicht so schnell voran wie ich wollte.


Schöne Grüße

Michael aus Zofingen


Markus U. Offline

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26.01.2010 16:03
#14 Ja ja, die "Winterfrage"! Zitat · antworten

Zitat von Dominik R.
Winter Outdoor BF? Ich denke die meisten von uns laßen einen Beitrag im Internet bzw, sahen einen TV Beitrag bis sie elbst zur Praxis übergingen.

Wobei "damals" (Hippiezeit) scheinbar einige Leute barfuß outddor im Winter praktizierten. Das wurde mir zumindest gesagt........



Hi Dominik,

ich erinnere mich noch genau, daß ich mir bereits im Alter von 4 Jahren heimlich Gedanken darüber machte, ob es möglich sei, im Winter draußen barfuß zu laufen. Weil ich aber niemanden sah, der es praktizierte (damals wohnten wir noch nicht in Ratingen, sondern in der Düsseldorfer Innenstadt), kam ich zu dem Schlusse, daß es NICHT möglich sei. Erst im Herbst 2000 kam ich nach Entdekkung des HBF und anschließender gezielter neuerlicher Erforschung dieser Frage zu gegenteiligen Erkenntnissen und noch im selbigen Winter dazu, selbst draußen barfuß zu laufen, wobei der Spaßfaktor im Winter wegen der oft verblüfften Reaktion von Passanten (in deren Weltbild Winter- BF allermeist überhaupt nicht vorgesehen ist) fast noch größer ist als im Sommer.

Indessen scheint mir der "Bekehrungsfaktor" von Winter- BF durchweg bei Null zu liegen, denn alle, die es bisher sahen und aufrichtiges Interesse bekundeten, äußerten, daß sie es selbst niemals könnten oder täten.

Übrigens habe ich bis heute noch nie ZUFÄLLIG einen anderen Winter- bzw. Ganzjahresbarfüßer getroffen, sondern immer nur absichtlich im Rahmen von Treffen (und sei es nur zu zweit). Und selbst wenn ich irgendwann mal zufällig irgendwo einen sehen sollte, wäre es trotz eigener Barfüßigkeit sehr unwahrscheinlich, daß ich mit ihm ins Gespräch käme, es sei denn, daß er mich anspräche. Aber das ist schon wieder ein ganz anderes Thema.

Barfüßige Wintergrüße,
Markus U.


Michael aus Zofingen Offline



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26.01.2010 20:12
#15 RE: Ja ja, die "Winterfrage"! Zitat · antworten

Hallo Markus,

Zitat von Markus U.


Übrigens habe ich bis heute noch nie ZUFÄLLIG einen anderen Winter- bzw. Ganzjahresbarfüßer getroffen, sondern immer nur absichtlich im Rahmen von Treffen (und sei es nur zu zweit). Und selbst wenn ich irgendwann mal zufällig irgendwo einen sehen sollte, wäre es trotz eigener Barfüßigkeit sehr unwahrscheinlich, daß ich mit ihm ins Gespräch käme, es sei denn, daß er mich anspräche. Aber das ist schon wieder ein ganz anderes Thema.



Der Oktober ist nicht unbedingt ein Wintermonat, also dürfte dort die Wahrscheinlichkeit größer sein, daß man ZUFÄLLIG einen Barfüßer trifft, vielleicht etwas größer sein als im "echten" Winter. Und meistens weiß man auch nicht, ob es sich bei dem "Oktoberbarfüßer" um einen Winterbarfüßer handelt.

Mir aber ist bereits zufällig im Oktober ein Ganzjahresbarfüßer begegnet, noch dazu einen, den ich kannte. Es war Leo, und wir trafen uns zufällig in Andermatt am Bahnhof, wo wir auch ähnliches vorhatten: Von einem Offtopic-Fahrzeug in ein anderes umsteigen. Leo hat davon hier im Forum berichtet und es mit einem Foto dokumentiert. Genauso zufällig begegnete ich Leo einmal am Bahnhof in Schaffhausen. Dabei liegen weder Schaffhausen, noch Andermatt in der unmittelbaren Nähe von Holzkirchen oder Zofingen (und beide liegen auch nicht nahe beieinander).

Allmählich glaube ich nicht mehr an Zufälle.

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


Engel Offline

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27.01.2010 08:00
#16 RE: Ja ja, die "Winterfrage"! Zitat · antworten

Ich hatte auch schon das Vergnügen eine Ganzjahres-BFlerin zufällig zu treffen (hab ich hier im Forum auch drüber berichtet). Dabei handelte es sich um ne ältere Dame, welche Ihrem Outfit nach zu urteilen wohl ne "echte" 68erin war . Obwohl sie hier in der Nähe zu wohnen scheint hab ich sie aber leider bis Dato nicht wieder getroffen.

Was das Bekehren zum Winter-BF angeht, hab ich es zumindest bei 2 Freunden aus dem Grillforum geschafft, das sie es zumindest mal kurzzeitig testen.
Bei Felix war es dieses WE an dem wir nen Grillstammtisch im Saarland hatten, da ist er um nach dem Fleisch auf dem Grill zu schauen auch mal BF raus gegangen, hat sich aber in den paar Minuten fast die Quanten abgefroren .
Bei Dirk war es im Dezember, als wir hier Nachts um die -20° hatten. Zum Zeitpunkt seines Selbstversuches lag die Temp so bei -10°. Wir hatten uns wie jeden Abend im Chat getroffen und es kam das Thema BF und Kälte auf. Er fragte mich wie das so ist, bei den Temps, oder allgemein im Schnee Bf zu laufen. Ich meinte er solle es einfach mal testen. Also zogen er und sein WuKi (WunschKind) Socks & Shoes aus und begaben sich in den Garten. Nach n paar Minuten der Abwesenheit meldete sich Dirk mit den Worten wieder: "Engel du bist doch net ganz sauber" .
Er meinte aber auch, das er angesichts der Leistung das täglich durchzuziehen großen Respekt vor allen hat die das tun.
Durch diese Aktion kam auch der Vorschlag zu Tage mir zu meinem 1000sten Post den Titel "Barfussgriller" zu verpassen.

Gruß Engel

http://www.bbq-county.de/shop/index.php

http://www.mysaarbq.de/index.php?sid=5cb...6029bf3f8853c17


Markus U. Offline

Admin


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27.01.2010 12:56
#17 RE: Ja ja, die "Winterfrage"! Zitat · antworten

Hi Engel,

bei den derzeitigen Temperaturen (unter -5° C) sind bei mir draußen nur noch kurze Wege von wenigen Minuten barfuß "drin", also zum Müllkasten oder auch zum Imbiß, wenn ich mir mal abends einen Salat oder so hole, aber keine längeren Gänge, weil ich sonst Frostblasen befürchte.

Momentan bin ich aber sowieso meistens zu Hause oder im Büro, und in dem letzteren bin ich, ebenso wie in der Kirche, sokkenlos in meinen Sabots.

Barfüßige Wintergrüße,
Markus U.


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