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 Barfuß und Leben
Michael aus Zofingen Offline



Beiträge: 585
Punkte: 248

31.01.2010 10:52
Wieder einmal nach langer Zeit! Zitat · antworten

Bei uns in Zofingen liegt wieder einmal weiße Sch...., was eigentlich in dieser Gegend eher selten ist. Außerdem ist es auch noch recht kalt, so daß ich keine Lust habe, mich längere Zeit draußen barfuß aufzuhalten (und mit Schuhen auch nicht). Hinzu kommt, daß die Stadt Zofingen am liebsten Streusalz einsetzt, um den Schnee von den Straßen zu entfernen.

Gestern mußte ich wieder einmal zum Einkaufen. Bei Temperaturen knapp unter 0°C schien zeitweise sogar die Sonne. Ich war sogar zweimal unterwegs, da die gesamte Menge, die ich einkaufen wollte, selbst bei guten Straßenverhältnissen nur mühsam mit einer Tour auf dem Velo zu befördern gewesen wäre. Da letztere nicht vorlagen, fuhr ich lieber zweimal.

Um in die Stadt zu kommen, mußte ich die Bahnlinie Basel-Luzern kreuzen. Die Schranken waren unten, so daß ich mich entschloß, das Velo durch den Fußgängertunnel unter den Gleisen durch zu befördern. Die Treppe war zwar schneefrei, jedoch salzwassernaß und kälter als die Luft. Ich hätte wohl doch lieber an der Schranke warten sollen, möglichst unter Festhalten an einem Schild, ohne mit den Füßen den Boden zu berühren.

Nach Unterqueren der Bahnlinie radelte ich barfuß (und bekurzhost) zum Zofinger Postamt, es ging um das Geld, was ich zuviel an Steuern bezahlt hatte und mir nun die Steuerbehörde zurückerstattete (es war ein vierstelliger Betrag vor dem Komma, die erste Zahl war eine eins). Für ein 4rad hätte die Summe nicht gereicht, wohl aber für ein paar Schuhe. Da ich letztere nicht kaufen wollte, andererseits auch nicht mit viel Bargeld herumreisen wollte (ich hatte keine Lust, bei einer allfälligen Polizeikontrolle mit den Beamten zu diskutieren, woher ich diese Geldsumme hätte), ließ ich das Geld gleich aufs Konto überweisen. Die Frau am Schalter behandelte mich nicht schlechter als einen fett beschuhten und belanghosten Postkunden. Als ich das Postamt verließ, machte ein Junge belustigte Blicke.

Nach Besuch des Postamts radelte ich zur Migros. Keinerlei Reaktionen. Ein ehemaliger Mitarbeiter aus der Firma unterhielt sich im Laden mit einem anderen Kunden. Er grüßte freundlich. Da dieser Mensch (gemäß Meinung anderer Mitarbeiter) „ein Gedächtnis wie ein Sieb“ hat, wird er mich wohl kaum bei den oberen Siechen in der Firma anschwärzen.

Auf dem Weg nach Hause (diesmal benutzte ich einen anderen (wenig längeren) Weg, auf dem ich die Bahn in einem Tunnel unterqueren konnte, ohne absteigen zu müssen), kam mir meine Noch-Chefin (näheres unter offtopic) mit ihrem Mann entgegen. An dieser Stelle führte das Trottoir etwas abseits (und abgetrennt durch im Winter kahle Büsche) von der Straße entlang, so daß ich sie erst registrierte, als ich fast schon vorbei war. Sie schienen mich nicht bemerkt zu haben. Da lediglich ihre Oberteile sichtbar waren, gehe ich davon aus, daß sie ohnehin nicht sehen konnten, daß ich ohne Schuhe und in kurzen Hosen unterwegs war. Und wer achtet auf einem nicht sonderlich gut geräumten Trottoir schon auf Velofahrer auf der Straße, die ohne Mütze herumfahren?

Später fuhr ich noch mal zu Coop. Im Laden nicht außergewöhnliches. Bevor ich aber wegradeln konnte, mußte ich noch einen Zebrastreifen überqueren. Das erste Auto fuhr vorbei, das zweite hielt. Es war: Ein 4rad der Kantonspolizei! Ich radelte also los. Etwa nach 300 Metern hörte ich ein Motorengeräusch hinter mir, jedoch fuhr niemand vorbei. Ich ahnte schon, was los war. Dann endlich überholte das Auto (selbstverständlich das Polizei-4rad). Die Beamtin (auf die nicht-yeti-konforme Bezeichnung verzichte ich einmal) auf dem Beifahrersitz forderte mich auf, bei der nächsten Einmündung anzuhalten.

Ich tat es und mußte meinen Ausweis vorzeigen, wie schon lange nicht mehr auf Zofinger Stadtgebiet. Während die Beamtin bei der Zentrale sich erkundigte, fragte mich ihr Kollege, ob ich es immer mache, worauf ich antwortete: „Nein, nur in der Freizeit, nicht am Arbeitsplatz.“ Darauf lachte der Beamte. Dann fragte er, ob ich nicht öfters kontrolliert werde, worauf ich antwortete, daß dieses in Zofingen immer seltener geschehe, in Stuttgart ich dagegen ich schon stundenlang auf der Wache festgehalten wurde. „Wieso denn das?“ fragte er. Ich antwortete: „Es haben sich einige Spießer daran gestört, daß ich ohne Schuhe und in kurzen Hosen mit der Straßenbahn fuhr.“ „Ach so“, entgegnete er, „aber im Sommer würde kein Polizist etwas sagen, wenn Sie so herumlaufen.“ Ich entgegnete: „Ich wurde auch schon mal von der Zofinger Regionalpolizei beim Kinderfest im Juli angesprochen, als ich barfuß und in kurzen Hosen in der Altstadt war.“

Der Beamte entfernte sich weil ihn ein Autofahrer sprechen wollte. Dann gab mir die Beamtin meinen Ausweis zurück. Während ich weiterfahren wollte, sagte der Beamte: „Sie sind wirklich stadtbekannt!“ Beide wünschten mir noch einen guten Tag.

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


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