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Dieses Thema hat 4 Antworten
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Markus U. Offline

Admin


Beiträge: 1.905
Punkte: 794

04.02.2010 00:20
Freiheit und Sicherheit - zwei Antipoden? Zitat · antworten

Hi zusammen,

heute schreib' ich wieder mal einen philosophischen Beitrag, und zwar darüber, daß Freiheit und Sicherheit als Antipoden (wörtl. "Gegenfüßler", da sich schon die antiken Philosophen die Erde als Kugel vorstellten) erscheinen, d. h. daß das eine stets auf Kosten bzw. zu Lasten des anderen geht. Wer mehr Freiheit will, muß sich also mit weniger Sicherheit zufriedengeben, und wer auf Sicherheit setzt, muß auf Freiheit verzichten. Das gilt sowohl für den persönlichen als auch für den gesellschaftlichen Bereich, freilich mit dem Unterschiede, daß die gesellschaftlichen Einflußmöglichkeiten des einzelnen weitaus geringer sind als die auf die eigene Person bezogenen.

Gesellschaftlich erleben wir gerade einen besorgniserregenden Verlust persönlicher Freiheiten und Bürgerrechte zu Lasten eines "allgemeines Sicherheitsbedürfnis" genannten Kontrollinteresses autoritärer Obrigkeiten, wobei anzumerken ist, daß die Obrigkeiten ihr Bedürfnis nach totaler Kontrolle nur durchsetzen können, weil die Bürger um ihrer vorgeblichen (nicht tatsächlichen!) Sicherheit willen allzu bereitwillig auf ihre Freiheiten zu verzichten bereit sind. Dabei geht die Obrigkeit sehr raffiniert, nämlich schrittweise vor.
"Die Diskussion über eine Verschärfung von Sicherheitsmaßnahmen oder Terrorgesetzen folgt einem seit 2001 von Sicherheitsbehörden und der CDU ritualisierten Ablauf: Ein Vorschlag wird formuliert und von Politikern aus der SPD, von den Grünen oder von der FDP zunächst entschieden zurückgewiesen. Daraufhin verschwindet das Vorhaben von der Bildfläche. Dann aber, nach einem aufgedeckten Anschlagsplan oder Anschlag, kommt es wieder auf den Tisch, und wer es jetzt noch verhindern will, läuft Gefahr, als Terrorförderer angeprangert zu werden." (FAZ vom 02.01.2010, S. 4)

Warum bin ich für mehr Freiheit? Weil ich über meine Freiheit verfügen und im Rahmen derselben tun und lassen kann, was ich will. Wenn ich in einer bestimmten Situation nicht weiß, was ich machen oder wie ich mich verhalten soll, kann ich jemanden um Rat fragen und diesen entweder befolgen oder nicht. Die als "Sicherheit" verkaufte Kontrollparanoia erlebe ich hingegen als fortgesetzte Serie von Mißtrauensanträgen, sei es an der Gerichtspforte (wo ich ihr durch Wedeln mit meinem Anwaltsausweise entgehen kann, was ich auch tue, was aber wiederum meinem Gerechtigkeitssinne widerstrebt) oder, schlimmer noch, auf dem Flughafen. Ich kann es nicht leiden, wenn jemand in meinen Sachen oder gar in meinem Portemonnaie rumwühlt oder mir untersagt, meinen Bedarf an Körperpflegemitteln oder Alkohol an Bord zu nehmen, weil eine geringe Menge an Flüssigkeit nicht überschritten werden darf - ich könnte mir ja sonst mal eben schnell eine Bombe basteln. Früher gab es diesen Zinnober nicht, und ich bin mir sicher, daß Angela Merkel (die schlechteste und unbeliebteste Kanzlergestalt aller Zeiten - ich verabscheue sie!) mitnehmen kann, was sie will, ohne kontrolliert zu werden. Zwar bin ich kein Freund von Verschwörungstheorien, aber eine dieser Theorien, daß nämlich der "11. September 2001" von irgendeinem Geheimdienst oder sogar der US- Regierung inszeniert worden ist, um die Bürgerrechte in der westlichen Welt kräftig einzuschränken, überzeugt mich mehr und mehr, und wenn die Obrigkeit mir mißtraut, dann mißtraue ich ihr ebenfalls. Freiheit weiß ich zu schätzen, während mir das, was mir als "Sicherheit" verkauft wird, widerstrebt.

Und im persönlichen Bereich? Auch hier muß zwischen Freiheit und Sicherheit abgewogen werden, denn Sicherheit wird mit Freiheit bezahlt und umgekehrt. Persönlich ist man vermeintlich auf der sicheren Seite, wenn man den mutmaßlichen Erwartungen der Umwelt, also den in der einschlägigen Literatur zu findenden Vorgaben der "Stil- und Etikette- Fuzzi's" entspricht, also fett beschuht und besockt mit Anzug und Krawatte, möglichst nicht LH und auf keinen Fall BF rumläuft. Ob man dann wirklich einen Arbeitsplatz bekommt, dank dessen man fett verdient, ist indessen nicht garantiert. Und selbst wenn ich eine solche Garantie bekäme, hätte ich keine Neigung, in einer großen Kanzlei mit entsprechender Kleiderordnung zu arbeiten, da mir die Selbstverleugnung und die damit verbundene Einbuße an Lebensqualität zu groß wäre, wenn ich viele Jahre lang auf LH verzichten und täglich Sokken tragen müßte. Lebe ich dagegen meinen eigenen Stil, muß ich damit rechnen, daß mich der eine oder andere deswegen ablehnt, aber ich weiß ja nicht, was ich damit wirklich einbüße. Auf der anderen Seite aber weiß ich die Freiheit, so zu leben, wie ich will, zu schätzen. Und insofern ist die Freiheit im Zweifel ein sicheres Gut, weil man immer weiß, was man an ihr hat, während "Sicherheit" in Wirklichkeit unsicher ist, weil man sie allenfalls fühlen, aber nicht ermessen kann, und bezüglich ihrer letztlich immer auf Mutmaßungen, die möglicherweise mit Irrtümern behaftet sind, angewiesen ist.

Was meint Ihr dazu?

Nächtliche winterliche Barfußgrüße,
Markus U.


Manfred (Ten) ( gelöscht )
Beiträge:

04.02.2010 00:35
#2 RE: Freiheit und Sicherheit - zwei Antipoden? Zitat · antworten

Ich bin zwar selten einer Meinung mit dir, aber hier...

http://www.youtube.com/watch?v=SGD2q2vewzQ


Engel Offline

Admin


Beiträge: 1.438
Punkte: 666

04.02.2010 10:04
#3 RE: Freiheit und Sicherheit - zwei Antipoden? Zitat · antworten

Ja, big Brother is watching You Manfred .

Ich bin auch der Meinung, das bei Freiheit und Sicherheit das Eine immer nur zu Lasten des Anderen zu haben ist. Das wird sich aber auch so schnell nicht ändern. Denn wir wollen zwar unsere persönliche Freiheit ausleben, gewähren aber Anderen dieses nicht.
Wir wollen z.B. in jedes von uns gewünschte Land auswandern, machen aber nen riesen Zinober draus wenn schon wieder 10 neue Türken in unseren Ort emigriert sind.
Wir wollen überall auf der Welt Schweinshaxe und Sauerkraut essen, motzen aber über jede neue Dönerbude die hier aufmacht.
Wir wollen stets an jedem Ort der Welt unseren Glauben ausüben können, jammern aber über jede Moschee die bei uns eröffnet wird.
So könnt ich grad weiter machen, was aber den Rahmen hier sprengen würde. Ich denke Ihr versteht auch so worauf ich hinaus will.

Freiheit und Sicherheit müssen sich nicht unbedingt "beissen", aber um das zu regeln, muss sich die Menschheit erst mal wandeln. Es gibt einige wenige, die in die richtige Richtung denken, aber leider haben die nix zu sagen. Wir müssen zuerst einmal lernen nicht mehr nur persönlich zu denken, sondern Global. Nur so können wir es schaffen auch unsere persönliche Freiheit und Sicherheit zu erlangen. Hört sich zwar widersprüchlich an, ist aber so.
Leider sieht es aber so aus, dass das nur funktioniert, wenn wirklich alle mitmachen und nicht nur 90%. Solange auch nur ein Individuum seine persönliche Freiheit über die aller Anderen stellt, ist die allgemeine Sicherheit nicht mehr gewährt. Und andersrum natürlich auch .
Wir müssen zuerst lernen uns um das Wohl von Anderen zu kümmern um unser eigenes zu erlangen.

Es gab mal Einen, der das versuchte, aber es gab auch welche die damit nicht konfomr gingen und deshalb wurde der arme Junge ans Kreuz genagelt .

Gruß Engel

http://www.bbq-county.de/shop/index.php

http://www.mysaarbq.de/index.php?sid=5cb...6029bf3f8853c17


Manfred (Ten) ( gelöscht )
Beiträge:

05.02.2010 09:35
#4 RE: Freiheit und Sicherheit - zwei Antipoden? Zitat · antworten

Zitat von Engel
Wir wollen überall auf der Welt Schweinshaxe und Sauerkraut essen, motzen aber über jede neue Dönerbude die hier aufmacht.

"Wir" ? Wenn ich verreise, dann um dort Land und Leute kennenzulernen und nicht, um ein Abbild von Deutschland vorzufinden - dann könnte ich auch zu Hause bleiben !

Zitat
...muss sich die Menschheit erst mal wandeln. Es gibt einige wenige, die in die richtige Richtung denken, aber leider haben die nix zu sagen.

Traurig aber wahr - das ist ja leider zwangsläufig so. Denn die, die sozial und menschlich denken und kein Macht- und Gewinnstreben um jeden Preis haben gelangen nicht in solche Positionen, sondern eben nur die Rücksichtslosen.
Und Politiker mit Charisma und Verantwortungsgefühl und Ehrlichkeit wie z. B. Gustav Heinemann oder Manfred Rommel es waren sind heutzutage leider ausgestorben...

Zitat
Wir müssen zuerst lernen uns um das Wohl von Anderen zu kümmern um unser eigenes zu erlangen.

Das ist übrigens eines der "Geheimnisse" meiner seit 13 Jahren glücklichen Ehe, und ich kann aus eigener Erfahrung versichern, dass das SEHR viel unangestrengter ist als ständig um sein eigenes Ego zu kämpfen ! Wenn das nur mal im Grossen auch kapiert werden würde.
Leider ist es so, dass in den "oberen Etagen" Geld und Macht als Ersatz für menschliche Nähe und Zuwendung herhalten müssen, nur ist das diesen Leuten nicht klar.

Ein kleines Beispiel, dass ich an anderer Stelle schon mal aufgeführt hatte:
Mein Ex-Chef, Millionär, der sich seinen neuen Porsche gerade "aus der Portokasse" gekauft hatte traf frühmorgens zufällig gleichzeitig mit mir ein. Ich hatte mir am Tag zuvor einen 10 Jahre alten, aber extrem gut erhaltenen Kadett Kombi mit nur wenigen Kilometern auf dem Tacho für ganz wenig Geld von einem Rentner, der seinen Führerschein abgegeben hatte, gekauft und freute mich wie Bolle über das Schnäppchen und strahlte das auch aus.
Was war die Reaktion meines Chefs ? "Was - soo eine alte Karre ?!"
Und hatte mir damit meine unbefangene Freude erst mal mit einem Schlag kaputtgemacht.
Hinterher habe ich aber gedacht: "Was ist das doch für ein armes Würstchen ! Der hat sich über seinen Nobelwagen mit Sicherheit nicht annähernd so freuen können wie ich über meine "alte Karre". Und das hat er gespürt ! Wenn er nämlich (trotz seiner Millionen !) mit seinem Leben zufrieden gewesen wäre, dann hätte er ganz anders reagiert: Er hätte sich nämlich mit mir gefreut, statt mir das (aus Neid) kaputtzureden.


Markus U. Offline

Admin


Beiträge: 1.905
Punkte: 794

06.02.2010 17:36
#5 RE: Freiheit und Sicherheit - zwei Antipoden? Zitat · antworten

Zitat von Engel
Wir wollen stets an jedem Ort der Welt unseren Glauben ausüben können, jammern aber über jede Moschee die bei uns eröffnet wird.



Hi Engel,

mit den Moscheen ist das so eine Sache. Natürlich haben auch Moslems das Recht, Moscheen einschließlich Minarett(en) zu bauen, weil das aus der Religionsfreiheit gemäß Art. 4 Abs. 2 GG ("Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet") folgt, aber es ist auch klar, daß das Unbehagen wegen neuer Moscheebauten gerade daher rührt, daß "wir" eben in vielen islamisch geprägten Ländern (zu nennen sind hier besonders Saudi- Arabien, Afghanistan, Pakistan, Somalia, Mauretanien, Algerien, Tunesien und Libyen) leider nicht "unseren Glauben ausleben" dürfen, weil dort keine Kirchen und z. T. (in Saudi- Arabien) nicht einmal Gottesdienste in Privathäusern erlaubt sind, so daß kein Gleichgewicht in der Gegenseitigkeit sichtbar ist.

Zitat von Engel
Solange auch nur ein Individuum seine persönliche Freiheit über die aller Anderen stellt, ist die allgemeine Sicherheit nicht mehr gewährt. Und andersrum natürlich auch .
Wir müssen zuerst lernen uns um das Wohl von Anderen zu kümmern um unser eigenes zu erlangen.



Mit Freiheit meinte ich nicht die absolute persönliche Freiheit, weil die freie Entfaltung der Persönlichkeit ihre legitimen Grenzen da hat, wo die Rechte anderer beeinträchtigt werden, sondern das innerhalb der genannten Grenzen größtmögliche Maß an Freiheit. Und diese Freiheit, die ich meine, sehe ich durch die Propaganda und das aus dieser resultierenden Handeln des Staates und einflußreicher gesellschaftlicher Gruppen bedroht. Zu nennen sind hier besonders die Meinungsfreiheit, das allgemeine Persönlichkeitsrecht ("Nacktscanner", Leibesvisitationen und der ganze überflüssige Sicherheitszirkus an Flughäfen) und das Recht auf Bildung (gibts wegen Studiengebühren de facto nur noch für Reiche). Auch absolute Sicherheit gibt es nicht, weil im Prinzip jedermann jederzeit überall irgendwas zustoßen kann. Wofür wir uns aber einsetzen sollten, ist soziale Sicherheit und ein einklagbares Recht auf Arbeit, die selbstverständlich der Ausbildung entsprechend und angemessen bezahlt sein muß.

Barfüßige Wintergrüße,
Markus U.


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