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Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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Dieses Thema hat 11 Antworten
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 Die Gesundheit unserer Füße
Jörg 2 Offline




Beiträge: 938
Punkte: 927

08.04.2010 19:24
Zeckenalarm Zitat · antworten

Hallo allseits,

was würdet ihr sagen, wenn es auf einmal hieße: "Blinddarmentzündung ist abgeschafft! Das ist nichts anderes als Bauchschmerzen, und die gehen wieder weg. Da brauchen wir keine Dagnostik und keine Therapie!"

Irrwitzig? Gewiss. Aber diese Position leistet man sich in Deutschland und vielen anderen Ländern noch in Bezug eine der heimtückischsten Krankheiten, die bekannt sind: der von saugenden Insekten übertragenen Borreliose.

Eben verfolgte ich die Zeckendiskussion in einem anderen Forum. Dabei zeigen sich immer wieder erstaunliche Fehleinschätzungen von Diskutanten. Seit erst etwa 25 Jahren sind in der Medizin nähere Zusammenhänge der Zeckenerkrankungen bekannt. Jährlich werden etwa 80.000 Menschen in Deutschland neu infiziert. Es kommt jedoch über die besonders tückische Borreliose nicht zu grundlegenden Forschungen, es gibt keine zuverlässige Diagnostik, über die angemessene Therapie tobt seit langem eine zermürbende Ideologiediskussion. Eine schon halb fertig entwickelte Impfung wurde eingestellt.
Daher möchte ich hier (mit Erlaubnis des Urhebers) einen Text zitieren, der die gegenwärtige Sachlage es auf den Punkt bringt.
=================================

Zecken – ab 8° C werden sie aktiv

Impfung schützt nicht vor Borreliose

Borreliose – politisch verharmlost?

Warum mauert Minister Rösler?

Wie schützt man sich vor Zecken?

Warum gibt es keine generelle Meldepflicht?

Reinheim, 08. März 2010
Zecken haben keinen Kalender in sich aber einen Temperaturfühler. Über 8° Celsius erwachen sie aus ihrer Kältestarre unter Blättern und Pflanzenteilen und erklimmen Gräser und Zweige, um einen Wirt für eine Blutmahlzeit zu orten. Beim Saugen an Mensch und Tier übertragen sie Erreger, die sie zuvor durch Saugen an Mäusen und Ratten übernommen haben, unter anderem Borrelien, Rickettsien, Ehrlichen, Babesien und auch FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)-Viren.

Zecken sind flächendeckend auf der nördlichen Erdkugel verbreitet. FSME-Viren kommen in Deutschland nur in fest umrissenen Gebieten in vielen Teilen Bayerns und Baden-Württembergs, in einzelnen Gebieten Hessens, Thüringens, Sachsens und Rheinland-Pfalz vor. 2009 zählte das Robert Koch-Institut 314 FSME-Infektionen, eine bereits in diesem Jahr. Dagegen kann man sich impfen lassen. Zecken mit Borrelien und anderen Erregern hingegen, sind überall anzutreffen. Um sich vor ihnen zu schützen, hilft einzig abendliches Absuchen und sofortiges Entfernen. Sich auf Zeckenabwehrmittel oder hautbedeckende Kleidung allein zu verlassen, sei fahrlässig, warnt die Patientenorganisation Borreliose und FSME Bund Deutschland e.V. (BFBD).

Symptome

Am häufigsten äußert sich die Infektion mit einem schmerzhaften Knie, mit Gelenkschwellungen, fast immer mit übergroßer Müdigkeit, Schlappheit, mit Konzentrationsdefiziten hin bis zu schweren Wortfindungsstörungen, mit Panikattacken und depressiver Verstimmung. Der Borreliose und FSME Bund Deutschland e.V. (BFBD) warnt: Schnell wird am Knie und Karpaltunnel operiert; ohne Effekt, wenn dahinter eine Borrelieninfektion steckt. Sehnenscheiden- und Schleimbeutelentzündungen quälen die Mensche oft Jahre lang, bis die wahre Ursache heraus kommt. Viele landen mit Diagnosen wie Arthritis, Multiple Sklerose, Fibromyalgie und Rheuma in Spezialkliniken. Der häufigste und grausamste Verdacht der Diagnostiker zielt jedoch auf ein Psychosomatisches Geschehen. Auf Deutsch: „Da ist nichts zu therapieren. Das ist alles nur psychisch“ Jedes Jahr töten sich Borreliosepatienten, weil sie dieses Stigma nicht aushalten.

Unzuverlässige Labortests


Unwissen und Falschwissen verhindern die rechtzeitige Diagnose. Das angebliche Leitmotiv, die Wanderröte, zeigt sich nur bei der Hälfte der Infizierten. Sie ist auch nicht immer kreisrund oder ein Ring, Es kann auch ein Stern oder ein Balken sein. Auf die Laborttests ist kein Verlass. Die etwa 30 verschiedenen Testkits sind nicht standardisiert. Man kann in einem Labor positiv und im anderen negativ sein. Außerdem wird das Blut meistens zu früh untersucht, wenn sich noch gar keine Antikörper entwickelt haben. Mit dieser falschen Entscheidung fliegen neuerdings Ärzte durch die Prüfung, wenn sie bei einer Wanderröte nicht unverzüglich mit der Therapie beginnen.

Hoffnung auf Heilung?

Je früher die Therapie einsetzt, umso realistischer darf man auf Heilung hoffen. Bleibt das Frühstadium unentdeckt, steigt das Risiko, dass die Infektion in ein chronisches Stadium mit schweren Spätfolgen übergeht. Das schubweise Auf- und Abschwellen der Symptome auch ohne Behandlung irritiert zusätzlich. Die Vielfalt der Symptome wird nur von wenigen Ärzten als Symptomenkomplex einer Borreliose erkannt. Der Rest der Patienten beschäftigt Neurologen, Hautärzte, Kardiologen, Orthopäden, Augenärzte, Internisten, Homöopathen und Heilpraktiker.

Versagt die Gesundheitspolitik?


Schwere Vorwürfe erhebt der BFBD gegen deutsche Gesundheitspolitiker. Obwohl durch Erhebungen der Gesetzlichen Krankenkassen wie AOK, DAK, Barmer und Techniker Krankenkasse (TK) ein alarmierender Anstieg von Neuinfektionen in 2008 auf fast eine Million Betroffener nach dem ICD-10 A69.2 ((International Classification of Disease) zu ermitteln sei, stecke selbst Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler, von Beruf Arzt, den Kopf in den Sand. Er hege keine Zweifel an dem ihm unterstellten Nationalen Referenzzentrum Borrelien (NRZ), das die meisten Borreliosepatienten als psychisch krank und an “Internet-Borreliose“ (Beschwerden im Internet angelesen) leidend bezeichnet. Das NRZ hingegen verbreitet noch immer Zahlenvorstellungen von 40.000 bis 80.000 Borreliose-Neuinfektionen pro Jahr, die auf eine Untersuchung aus dem Jahr 1999 zurück zu führen sind.

Meldepflicht in Europa – Deutschland reagiert nicht

Der Europäischen Gesundheits-Kommission sei die Verharmlosung der Borreliose in nahezu allen europäischen Ländern bekannt, berichtet der BFBD von einem Besuch bei Kabinettsmitglied Eduardo Fernandez-Zincke, Brüssel. Noch in diesem Jahr beginne ein europaweites Borreliose-Projekt, mit dem das wahre Ausmaß der Infektion, ihrer Symptome und Folgen definiert werde. Obwohl die EU im November 2003 mit Richtlinie 2003/099/EG erneut festlegte, dass Zoonosen und Zoonosen-Erregern jährlich als Bewertung der aktuellen Lage erfasst werden sollen, hat Deutschland außer seinen Zahlen aus 1999 keine Meldungen mehr abgegeben. Grund: Es gibt keine.Außer in den neuen Bundesländern gibt es offiziell keine Meldepflicht. Die alten Bundesländer reagieren nicht auf die Forderungen der Patientenverbände.

Die Leid Tragenden dieser bewussten Verharmlosung sind die Patienten, die mangels medizinischem Wissen keine oder falsche Diagnosen erhalten. Die Deutsche Borreliose Gesellschaft e.V., eine ärztliche Fachgesellschaft, schätzt mehrere Millionen chronischer Borreliosepatienten in Deutschland, die nur deshalb chronisch krank sind, weil die frühzeitige Diagnose und Therapie versäumt wurden.

Nutznießer der Chronifizierung


Nutznießer dieser Chronifizierung ist die Pharmaindustrie. Der Gewinn bei Antibiotika für eine ursächliche Behandlung ist durch den ausgelaufenen Patentschutz uninteressant. Hingegen kann die Pharmaindustrie mit Medikamenten gegen Fehldiagnosen der Borreliose – zum Beispiel Multiple Sklerose, Depression, Fibromyalgie – ein Vielfaches mehr verdienen. Auch den Ärzten sind bei diesen Diagnosen kaum die Hände gebunden, hochpreisige Medikamente zu verordnen. Hingegen reagieren die Kassenärztlichen Vereinigungen mit Regressdrohungen, wenn Ärzte mehrere Behandlungszyklen mit Antibiotika durchführen, obwohl diese Medikamente vergleichsweise preiswert sind.

Multiple Sklerose und Depression sind außerdem im Gesundheitsfonds enthalten. Krankenkassen erhalten für Versicherte mit diesen Diagnosen einen finanziellen Zuschlag vom Bund. BFBD-Sprecherin Ute Fischer: Das mag dazu verführen, mit voller Absicht und auch aus Zeitmangel und Fehldiagnosen zu stellen.

Wie schützt man sich vor Zeckenstichen?

Zecken lauern an Gräsern und Büschen. Solange man auf dem Weg bleibt und Berührungen mit Grünbewuchs vermeidet, kann auch keine Zecke andocken. Liegewiesen, Spielplätze und den privaten Garten testet man mit einem weißen Frottierhandtuch. Anwesende Zecken bleiben daran hängen.

Zeckenabwehrmittel nützen meist nur die Hälfte der angegebenen Zeit (Stiftung Warentest), sie verführen aber dazu, sich ausschließlich auf deren Wirkung zu verlassen.

Am sichersten ist es, sich und die Kleidung nach jedem Aufenthalt im Grünen gründlich abzusuchen. Zecken überleben in abgelegter Kleidung bis zu drei Tagen. Auch einen 60°C-Waschgang überleben sie. Sinnvoller ist eine heiße Runde im Trockner.

Zecken entfernt man am besten mit einer spitzen Pinzette, die den Stechapparat unter dem Zeckenleib erfasst und herauszieht, ohne ihn zu quetschen. Unterwegs hilft auch eine Zeckenkarte, eine Fadenschlinge oder ein Taschenmesser, mit dem der Stechapparat des Quälgeistes abgeschnitten wird. Zecken haben weder einen Kopf noch ein Gewinde. Auf Mittel wie Öl, Klebstoff, Nagellack sollte man verzichten. Sie reizen die Zecke besonders, die krank machenden Erreger in die Stichwunde zu erbrechen.

Borreliose-Selbsthilfe

Rund 100 Borreliose-Selbsthilfegruppen in Deutschland versuchen das Wissensmanko auszugleichen, das Ärzte nicht leisten können, weil bis 2003 weder Infektionskrankheiten noch Borreliose in der Arztausbildung geleert wurde. Erst durch AIDS und Hepatitis erwachte der Medizinische Lehrbetrieb aus dem Dornröschenschlaf, in den er seit der Ausrottung der Pocken gefallen war.

Die größte Borreliose-Selbsthilfegruppe arbeitet virtuell als Internetforum (http://www.borrelioseforum.de) in dem mehr als 15.000 Besucher registriert sind. Täglich werden durchschnittlich 50.000 Seiten von 1.700 Besuchern aufgerufen. Diese Zahlen versinnbildlichen das wahre Ausmaß der Borreliose in Deutschland.

Die BFBD-Patientenorganisation zählt über 1000 Mitglieder und ist nach den Niederlanden (1600 Mitglieder) die zweitgrößte nationale Vereinigung in Europa. Darüber hinaus gibt es Patienteninitiativen in Dänemark, Groß-Britannien, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz, Slowenien, Slowakei und Tschechien.

Borreliose und FSME Bund Deutschland e.V.
http://www.borreliose-bund.de
Tel.06162-969443
Verfasserin: Ute Fischer, Vorsitzende

weitere Quelle:
Deutsche Borreliose-Gesellschaft e.V.
http://www.borreliose-gesellschaft.de
Tel. 02205-90106-85


Hinweis: RKI, NRZ und BMG werden versuchen, diese Pressemitteilung zu boykottieren und ihren Inhalt zu bagatellisieren. Auf Anfrage liefern wir Quellen und Beweise über die Ungeheuerlichkeit dieser Verhamlosung.
=============================

Nachtrag von mir:

ich bin leider selbst betroffen und kann nicht nur die hier wiedergegebenen Aussagen voll bestätigen, sondern auch die Darstellung über die Mißstände diesbezüglich. Betroffene und Interessierte können sich an mich wenden. Entsprechende Angaben können auch vertraulich ausgetauscht werden.


Wissenschaftliche Downloads zum Thema auf neuestem Stand:

http://praxis-berghoff.de/wissenschaftliches.html


Saalenixe-Halle ( gelöscht )
Beiträge:

08.04.2010 22:41
#2 Borreliose Zitat · antworten

Hallo zusammen,

wollte gerade "Feierabend" machen, doch diese Sache ist zu ernst, um sie auf die lange Bank zu schieben.

Bewußt habe ich den ursprünglichen Titel von "Zeckenalarm" in "Borreliose" geändert, denn: nicht "nur" Borreliose wird von Zecken übertragen, sondern auch einige andere Krankheiten, wie z.B. FSME. Nur - im Gegensatz zu letztgenanntem, gibt es im Moment gegen Borreliose keine Impfung.

Doch - und diese Frage ist ausdrücklich an Jörg2 gerichtet - wer verharmlost diese krankheit?

Abgesehen daß sie zwar nicht harmlos ist:mit Sicherheit ist sie nicht wie in deinem zitierten Bericht eine der heimtückischsten Krankheiten.

Zitat
Eben verfolgte ich die Zeckendiskussion in einem anderen Forum. Dabei zeigen sich immer wieder erstaunliche Fehleinschätzungen von Diskutanten.



Ich frag dich mal direkt, Jörg2: bist du Humanmediziner, oder bist du Betroffener, sprich, jemand bei dem im Blut dieser Virus nachgewiesen wurde (in dem von mir später noch erwähnten Fall per Liquor)

Falls nicht, was ich dir jetzt mal unterstelle: woher nimmst du die Dreistheit, solche Beiträge von "nebenan" auszuschlachten, im Stile der bildenden Presse?


Da ich eine der drüben postenden "verharmlosenden" war, erlaube ich mir jetzt diese ganz persönlich von mir gezückte gelbe Karte. Ich verwehre mich da gegen eine pauschale Aussage, diese Virenerkrankung herunter zu spielen. Ich kenne Fälle, bei denen wurde zwar ein Virenbefall festgestellt, jedoch kam die Krankheit bisher nicht zum Ausbruch. Klopf auf Holz, daß es so bleibt, zumindest für die nächsten Jahre. Daneben hab ich in meiner weiteren Bekanntschaft auch jemanden, den die Krankheit mit all seinen Facetten erwischt hat und das nun wer weiß wie lange auch immer laboriert.

Es sollte dennoch jedem selbst persönlich überlassen sein, wie er mit einer Krankheit, oder Abnormalität seines menschlichen Körpers fertig wird. Mich zumindest wird niemand zwingen zu einer Impfung, von dessen Wirkung ich nicht überzeugt bin.

@ jay, franz, Markus U: ich bitte um Nachsicht, falls ich etwas zu forschend auftrete

Jörg2, hast du lediglich den von dir gefundenen Artikel zitiert, oder hast du weiter recherchiert, dir gar selber Gedanken gemacht?

Zitat
Auf die Laborttests ist kein Verlass. Die etwa 30 verschiedenen Testkits sind nicht standardisiert. Man kann in einem Labor positiv und im anderen negativ sein.



Schön, wenn du zumindest dies schon als verantwortlicher Autor des Beitrags anerkennst.

mein Beispiel der milden B.-Infektion bestätigt dies. Bei der Blutentnahme war b nicht nachtweisbar, wohl aber im Liquor.
Die von dir genannten Symthome Müdigkeit, Gelenkschmerzen, besonders am Knie (die Person die ich kenne geht an 2 stöcken wenn sie unbeobachtet ist) Unkonzentriertheit, undeutliches Sprechen können auf viele Abnormalitäten hinweisen. Alle nicht von schlechten Eltern - sprich: nicht zu unterschätzen, und für die Betroffenen alles andere als lustig.

Zitat
„Da ist nichts zu therapieren. Das ist alles nur psychisch“ Jedes Jahr töten sich Borreliosepatienten, weil sie dieses Stigma nicht aushalten.




Das genannte ist der Standartspruch von Menschen, die zwar Medizin studiert haben, doch mit dem Eid von Hippokrates nicht viel gemeinsam haben.Im Zweifel ist immer der Patient schuld, denn er ist ein Hippochonder.


grimmige Grüsse Saalenixe

ps: mein "vorzeigepatient" ist nicht leutscheu.. somit in der Lage mit euch auch über diese Viruserkrankung zu reden,.


Markus U. Offline

Admin


Beiträge: 1.923
Punkte: 794

09.04.2010 00:17
#3 RE: Borreliose Zitat · antworten

Hi Saalenixe,

ich muß gestehen, daß ich über Deine aufgebrachte Reaktion ein wenig verwundert bin, zumal Jörg 2 persönlich betroffen ist (was Du übrigens bei genauer und vollständiger Lektüre seines Beitrages hättest zur Kenntnis nehmen müssen, weil er es am Ende seines Beitrages [also ganz unten] als Nachtrag kursiv geschrieben hat). Du kannst also davon ausgehen, daß er sich als Betroffener intensiv mit seiner Krankheit auseinandergesetzt hat. Ich kenne Jörg 2 persönlich und weiß deshalb auch, daß er an dieser Krankheit bzw. ihren Folgen lebenslang leidet und daß seine Lebensqualität infolgedessen deutlich eingeschränkt ist.

Friedliebende barfüßige Grüße,
Markus U.


Saalenixe-Halle ( gelöscht )
Beiträge:

09.04.2010 05:08
#4 RE: Borreliose Zitat · antworten

Hi Markus,

mag sein, daß meine Reaktion auf Aussenstehende sehr heftig wirkt.

Was mich genervt hat ist die Behauptung in Bezug auf "das andere Forum" die dortigen Schreiber würden die Krankheit verharmlosen.
Mag sein, daß er aufgrund des Umstandes, daß sich Idi nicht heulend bedauert etwas verbittert ist. Es ging - zumindest bei meinem Beitrag - darum daß zuviel Hysterie auch nicht angebracht ist, genau die Hysterie die von der bildenden Presse geschürt wird. Ginge es nach denen, dürfte man nur im Schutzanzug und mit Stiefeln bis zum Knie in den Wald gehen, keinesfalls aber barfuss. Steht sogar bei "netdoktor" drin, als Zeckenschutz: feste Schuhe anziehen. Den dort schreibenden Autoren ist wohl entgangen, daß die Tierchen in Büschen und Bäumen lauern, und sich wenn sie einen geeigneten Wirt aufspüren, einfach fallenlassen.


Auch auf die Gefahr hin, daß das als Fantasiegeschichte abgestempelt wird (gibt ja reichlich Märchenonkel und Tanten im Internet): ich bin auch Betroffene, allerdings mit dem zweifelhaften Glück daß ich zwar den Virus in mir habe (nachgewiesen durch Liquor) doch sämtliche Beschwerden auf das Vorhandensein bzw die Nachwirkungen des Ependymoms geschoben wurden und werden. War übrigens auch ein Zeck damals, ein Dok hat die Reste entfernt, an der sog. "Mamma"

Ich kenne durchaus die Lage, in der sich jemand fühlt, wenn er vom "Herrgott in weissem Kittel" als eingebildeter Kranker abgestempelt wird. Soll keine Gotteslästerung sein, viele studierte Mediziner fühlen sich als Allmächtiger, und lassen es den "kleinen, blöden Patienten" auch spüren.

Gerade vor diesem Hintergund wünsche ich mir eine etwas differenziertere Berichterstattung, besonders wenn auf eine andere Gruppe Bezug genommen wird.Wenn Jörg2 drüben liest, und sich über vermeintliche Verharmlosung aufregt, warum schreibt er nicht dort direkt einen Zweizeiler?

verschlafene Morgengrüsse Saalenixe


Saalenixe-Halle ( gelöscht )
Beiträge:

09.04.2010 05:19
#5 RE: Borreliose Zitat · antworten

@ Jörg2:

sorry, im Eifer des Gefechtes habe ich tatsächlich die Fußnote nicht gelesen. Hierfür bitte ich ausdrücklich um Entschuldigung.
Versteh bitte meine vorangegangenen Beiträge nicht als Angriff auf deine Person, sondern als Reaktion auf eine Pauschalierung, insbesondere die jetzt wieder um sich greifenden Werbeaufrufe der Pharmaindustire: geht zur Zeckenschutzimpfung.

Alleine der Begriff "Zeckenschutzimpfung" ist ein Witz, bloß keiner zum lachen, denn gegen einen Zeckenbiss kann man sich nicht impfen.
Geimpft wird gegen FSME, auch nicht "ohne" - doch lenken gerade diese Kampagnen davon ab, daß Borreliose genau so wenig harmlos ist wie eine Hirnhautentzüngung.

lg Saalenixe


Manfred (Ten) ( gelöscht )
Beiträge:

09.04.2010 15:44
#6 RE: Borreliose Zitat · antworten

Jetzt möchte ich auch noch mal einige Worte dazu schreiben, zumal auch von saalenixe doch einige "pauschalisierende" Worte gegen Ärzte dastehen.

Wie wohl die Meisten von den Beteiligten wissen ist mein Liebste Ärztin (Fachrichtung u. A. Homöopathie), ist aber nicht so verbohrt dieses ihr spezielles Fachgebiet für alleinseligmachend zu halten - sie (er-)kennt ihre Grenzen durchaus (was mir als Techniker manchmal schwer fällt zu akzeptieren - ich bin gewohnt, dass man alles reparieren kann - es ist nur ein Frage des Aufwands)

Auch sie steht der FSME-Impfung - wie Impfungen überhaupt (gegen Borreliose gibt es ja keine) skeptisch gegenüber,
Es gibt aber Berufsgruppen (ich würde mal z. B. Gerold dazu zählen) wo man durchaus ein stark erhöhtes Risiko hat und sich die Sache zumindest überlegen sollte.

Wir haben zwei Freunde/innen, die beide die "harte" Variante" der Borreliose durchmachen - mit open end seit Jahren ...

Es gibt aber auch nachweislich Impfschäden...

Da man aber eben nie vorher weiss, liegt die Verantwortung (und damit die Entscheidung nach entsprechender Aufklärung) letztlich beim Patienten selbst.

Und wenn er/sie der Meinung ist, man kann das statt mit Antibiotika dadurch bekämpfen dass man mit einer Kiste Cola * auf dem Rücken auf das nächste Hochhaus * rennt um damit das Immunsystem zu stärken, dann würde sie auch das akzeptieren (müssen).

Also bitte nicht alle Ärzte als "Herrgötter in weissem Kittel" titulieren.

* tatsächliches Trainingsgewicht und Trainingsort wurden aus datenschutzrechtlichen Gründen verändert

Im Übrigen bin ich aus eigener Erfahrung vom letzten Sommer der Ansicht, dass gerade Barfuss vor Zecken sogar eher schützt. Ich habe mir im Burgund an einem Tag mindestens zehn dieser netten Tierchen eingefangen, fast alle konnte ich aber schon im Anmarsch über den Fussrücken entdecken. Ich glaube nicht, dass Schuhe sie davon abgehalten hätten, ich wären nur nicht sofort entdeckt worden - sie hätten dann ja genügend Versteckmöglichkeiten gehanbt...

(PS. Danke, Jörg, für den Link - er war uns schon bekannt)


Saalenixe-Halle ( gelöscht )
Beiträge:

09.04.2010 18:02
#7 RE: Borreliose Zitat · antworten

Hallo Manfred,

ich hatte geschrieben

Zitat
viele studierte Mediziner fühlen sich als Allmächtiger



Bedeutet das dann folglich: viele Ärzte nehmen den Patienten durchaus ernst.

Leider gibt es auch welche, und davon nicht zu knapp, die den Patienten nicht ernst nehmen, ihm gar über den Mund fahren wenn er seine eigene Meinung kund tut. Ärzte, die die Beschwerden herunter spielen, weil die laut medizinischer Fachliteratur oder bisher bekannten Fällen nicht zusammen passen.

Das sind dann solche, die dem Patienten den von Jörg2 zitierten Spruch

Zitat
„Da ist nichts zu therapieren. Das ist alles nur psychisch“

entgegenschleudern, den Patienten nicht über mögliche Risiken und unerwünschte Nebenwirkungen aufklären, Zwangsmedikation, eine Zwangseinweisung im Krankenhaus anordnen ohne den Patienten vorher zu fragen ect...

Alle über den Kamm scheren, so war das nicht gemeint.

Wie könnte ich auch - schliesslich verdanke ich einem hartnäckigen Allgemeinmediziner (der sich dafür eingesetzt hat daß das Ingolstädter Klinikum schleunigst die von mir gemachten Kernspintaufnahmen rausrückt) und dem Team der Neurochirurgie in Günzberg (gehört zur Uni-Klinik Ulm), die hervorragende Arbeit geleistet hatten, daß ich nicht im feuerroten Rolli durch die Gegend fahre. Vorausgegangen war eine fast 20-jährige Odysee durch die Praxen fast aller möglichen Fachgebiete. Ergebnis unter anderem: ein Orthopäde trat mir ans Schienbeim um zu demonstrieren "das tut auch weh" weil er den Hausbesuch eines Kollegen in der Nacht davor für überzogen hielt (ich konnte da nur auf allen vieren krabbeln vor Schmerzen), einer wollte mich in psychotherapeutischer Behandlung sehen weil ich mir das alles nur einbilde; die Liste liesse sich jetzt seitenlang fortsetzen.

Mir war (und ist) es ein Anliegen, daß eben wirklich beide Extreme angesprochen werden, und dabei das gleichgültige dazwischen nicht übersehen wird. Etwas mehr Eigenverantwortung des Patienten würde auch nicht schaden, dazu bedarf es aber sachlich umfassende Informationsmöglichkeiten auch für medizinische Laien, die nicht "sponsored by pharma xyz" sind

lg Saalenixe


Jörg 2 Offline




Beiträge: 938
Punkte: 927

09.04.2010 21:49
#8 RE: Borreliose Zitat · antworten

Hallo allseits,
leider bin ich beruflich gerade sehr im Einsatz und kann daher nicht alle aufgeworfenen Fragen an mich beantworten. Einige haben sich ja durch die obige Diskussion schon geklärt.

Zu mir: ich habe eine medizinische Ausbildung mit Spezialisierung für Anästhesie und Kardiotechnik, desweiteren Musikpädagogik studiert und schlussendlich bin ich seit 1981 Journalist und Autor.

Zu früheren Beiträgen zum Thema in anderen Foren: ich finde manche hiesigen Reaktionen auf meinen Beitrag dazu teilweise völlig unangemessen. Es gab in den vergangenen Jahren schon mehrfach diese Diskussionen hier und dort. Und immer wieder kamen Standpunkte vor, die letztlich die selben Missverständnisse und Verharmlosungen enthielten, denen ich selbst jahrzehntelang unterlag.

Ich beziehe mich also nicht auf Beiträge von Idi oder anderen im HBF, sondern eine häufig gesamtgesellschaftlich zu beobachtende Tendenz. Es ist nichts Außergewöhnliches, wenn diese auch in unseren Bf-Foren mal durchschlägt. (Was soll das eigentlich, auf jedweden, anden Haaren herbeigezogenen Bezug hier forumsneurotisch pro/contra gelb/blauzu reagieren? Das ödet mich einfach an.)

Wegen der beginnenden zeckensaison und der häufigen Verkennung der Gefahren postete ich den Pressetext von meiner Journalistenkollegin (und Betroffenen) Ute Fischer, die Geschäftsführerin des Borreliose-Bundes ist. Beide Erkrankungen können aus einem eben noch gesunden Menschen ein Krüppel machen, ohne dass es nachträgliche Abhilfe gibt.

Ich selbst hätte sicher keine Borreliose, wenn ich nicht jahrzehnte lang viel bf in der Natur unterwegs gewesen wäre und über die Spezifika dieser Krankheit trotz meiner medizinischen Erfahrung genauer informiert gewesen wäre. Das legt u.a. an Fehl- und Desinformationen.
Man kann Antikörper gegen solche Krankheiten haben, ohne dass man Krankheitszeichen hat. FSME ist eine Viruserkrankung (Impfung möglich), Borreliose eine Bakterieninfektion (keine Impfung möglich).

Ich denke, wer den Text von Frau Fischer aufmerksam liest und ggf. auch in den Links weiter forscht, wird sich ein genaueres Bild machen können. Auf der Webseite des borreliose-Bundes (http://www.bfbd.de) gibt es auch ein Servicetelefon für Betroffene.

Soweit dieser Versuch einer zusammenfassenden Stellungnahme von meiner Seite.
Gruss
J.


Saalenixe-Halle ( gelöscht )
Beiträge:

10.04.2010 09:32
#9 RE: Borreliose Zitat · antworten

Da ich durch meine Antwort auf Jörg2's Beitrag die nachfolgende Debatte angestossen habe, möchte ich noch einiges ergänzen:

Zitat
(Was soll das eigentlich, auf jedweden, anden Haaren herbeigezogenen Bezug hier forumsneurotisch pro/contra gelb/blauzu reagieren? Das ödet mich einfach an.)



das war wirklich nicht das, was beabsichtigt war. Ich bin weder mit dem einen, noch dem anderen Forum verwandt/verschwägert noch liegt mir an einem Keil zwischen Geschwistern etwas. Das bring ich auch schon dadurch zum Ausdruck, daß ich mich bemühe, sowohl quantitativ als auch qualitativ ausgewogen auf beiden Seiten zu schreiben.

Falls der Eindruck entstanden ist, das sei jetzt wieder einer der neurotischen Kriegsanfälle gewesen, bitte ich dieses durch meine sehr spontane Anwort und entsprechend nicht ausgefeilte Formulierung entstandene Missverständnis zu entschuldigen.


Die sich wohl schon über mehrere Jahre hin anreihenden Beiträge nicht nur zum Thema Zecken, den Bakterien / Viren, die sie übertragen, kenne ich nicht alle, bin erst im letzten Herbst auf den Zecken-Tread gestossen, der dann mehr in einer Frage nach dem Sinn oder Unsinn von bestimmten Impfungen gipfelte, und der leider immer noch nicht abgebauten Mauer zwischen Ost und West (Ost steht zuerst, weil die Mauer ja von Osten errichtet wurde)

Auslöser meiner heftigen Reaktion war neben meiner eigenen Leidensgeschichte bzgl. dem buchstäblich in letzter Minute entdeckten Ependymom (zwischen Th 12 und L6) ein mir nachhaltig in schlechter Erinnerung gebliebenes Ereignis mit meinem damals etwas über Jahre alten Sohn. Die kam durch die Überschrift "Zeckenalarm" so richtig hoch.

Hochsommer, wie alle Kinder spielte mein Sohn viel im Freien, im Garten, täglich im schön angelegten Aussenbereich des Kindergartens die darauf Wert legten daß die Kleinen täglich mindestens eine Stunde draussen an der frischen Luft verbringen (außer bei heftigem Regen und anderem, unzumutbaren Wetter) Klar, daß sich mein Junge auch einen Zeck eingefangen hatte.

Auch vor 20 Jahren wurde schon vor den Gefahren von möglichen krankheitsübertragungen durch Zecken gewarnt, im engeren Familienkreis hatte ich jemanden der durch eine Hirnhautentzündung (nach Mumps) knapp dem Tod entgangen ist. Keine Frage also zum Arzt zu gehen, 1. um feststellen zu lassen ob ich den Zeck auch wirklich restlos entfernt hatte, und die Notwendigkeit einer Impfung abzuklären.

Nach Aussage des behandelnten Arztes (Allgemeinmedizin) käme eine vorbeugende Impfung nicht mehr in Frage, man müsse jetzt "in zwei Stufen" dafür sorgen daß die Krankheit nicht ausbreche, sofern er sich infiziert habe. Es ging um FSME, von der Gefahr durch Borreliose war nicht die Rede. Jetzt stellt euch einen vierjährigen Buben vor, von der Körperstatur schmal (der Kinderarzt bezeichnete es als drahtig) und einen Hünen von fast 2 Meter Größe, im weissen Kittel, mit einer Spritze in der Hand die bald so lang wie der Unterarm des Kindes war. (wieviel ml da jetzt drin waren, kann ich heute nicht mehr sagen) Das ganze ging auch sehr schnell, die Assistentin hielt den Jungen einfach fest, Hose runter, Spritze in den Kinderpopo. Fertig - in zwei Wochen noch mal kommen, Blut abnehmen, die 2. Spritze....

Nachdem die erste Spritze für meinen Sohn eine wirkliche Qual war, holte ich mir zu dem Fall eine zweite Meinung ein, bei einem anderen Allgemeinmediziner, diesmal direkt am Ort und sowieso für Notfälle besonders bei Kindern besser gegeignet, als mit einem fiebernden Kind erst mal 10 Kilometer in die nächste Kleinstadt zu fahren. Er widersprach dem Vorgehen seines Berufskollegen entschieden und erklärte das für total überzogen.

Zweite Spritze gab es keine, ich sollte unbedingt in nächster Zeit das Kind beobachten, besonders bei plötzlich auftretendem Fieber nicht scheuen alsbald die Praxis aufzusuchen.

Beides waren Allgemeinmediziner, beide etwa im gleichen Alter, die Praxen 10 km voneinander entfernt; beide hatten nach dem im Westen geltenden Wissensstand studiert, und Zugang zu dem entsprechenden Fachliteratur. Welches der beiden Anschauungen dieser Herren war jetzt die einzig Richtige?

Auslöser für meine Hefigkeit waren unter anderem die Überschrift "Zeckenalarm", ein Wort das nun leider auch von der Boulevardpresse schon etwas überstrapaziert ist.

Das Wort "verharmlosen" im Text hab ich etwas auch auf meinen Beitrag bezogen, wo ich mir keiner Herunterspielung der beiden angesprochenen Krankheiten bewußt war, mich aber dadurch persönlich angegriffen gefühlt habe - nicht zuletzt auch wieder durch entprechende Erlebnisse mit Medizinern der harten Sorte, die einem über den Mund fahren und dem Patienten jede Eigenverantwortung absprechen.

So geschehen im Klinikum Ingolstadt im Herst 2003, wo ich nach der bereits erwähnten 20-jährigen Odyssee in der ambulanten Neurologie landete, um ein Liquor nehmen zu lassen. Die Entnahme war früh um 10:00, ich wurde stundenlang hin gehalten was denn sei, und abends um 17:00 in den Kernspint geschoben. Bei dieser Gelegenheit wurde das Ependymom entdeckt. Der Stationsarzt ordnete gegen 19:00 sofortige Einweisung an, ohne mich zunächst aufzuklären. Nach meinem Veto, daß ich keinesfalls über Nacht bleibe hat er mir die Aufnahmen gezeigt, und mit den Worten kommentiert: na gut wenn Sie so stur sind dann halt auf die brutale Tour: Sie haben Krebs.

Ich bestand darauf zu gehen, zumal mir nicht einsichtig war was ich über Nacht da solle, und mich (zunächst) bereits erklärte am anderen Morgen in aller Frühe wieder zu kommen. Der Stationsarzt spielte auf Zeit, und das sichtlich Vorhandensein meiner Schmerzen - doch gegen meinen Dickschädel. Unter Androhung, einen Anwalt einzuschalten und ihn wegen Freiheitsberaubung anzuzeigen, liess er mich dann gehen - nicht ohne die Worte: sie sind einfach nur DUMM.

Nach Aussage der neurochirurgischen Abteilung der Uni-Klinik Ulm, die ich im einige Tage nach diesem Ereignis aufgesucht habe (wir haben ja zum Glück freie Arztwahl, auch als gesetzlich krankenversicherte) wäre es unverzeihlicher Leichtsinn gewesen, eine derart schwierige OP (am offenen Rückenmark) übers Knie zu brechen, und die Gefahr der völligen Querschnittslähmung mindestens 50 %, ausserdem das Klinikum IN gar nicht apparatemässig auf so etwas eingerichtet. Eine Vorbehandlung per Bestrahlung käme bei dieser Größe ebenfalls nicht in Frage, ein weiteres Wachstum bis zum OP-Termin könne auch durch ambulante Behandlung mit Cortison (in dem Fall: fortecortin in Tablettenform) verhindert werden.

Die Beratung und Aufklärung in Ulm war hervorragend, der Chefarzt der Abteilung klärte mich über die möglichen Risiken auf, erklärte in allen Einzelheiten den möglichen Ablauf und Komplikationen, die eintreten könnten. Die sachliche, und ruhige Ausführung hat mich überzeugt und letztlich auch zum Erfolg geführt.


Vor diesem Hintergrund bitte ich zumindest um Verständnis für meine kritische Haltung gegenüber der Zunft der Mediziner, die mich gelegentlich mit meinen Wortmeldungen übers Ziel hinaus schiessen lässt.

lg Saalenixe


Jörg 2 Offline




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10.04.2010 21:16
#10 RE: Borreliose Zitat · antworten

@ Saalenixe

Hallo allseits,

danke nochmal für deine erklärenden Worte. Der Aufhänger deiner eigenen Leidensgeschichte und die Kritik an bestimmten ärztliche Vorgehensweisen ist bemerkenswert:

denn in Sachen Zeckenerkrankungen wird jährlich zigtausendfach von Ärzten gegen besseres (verfügbares) Wissen fehlbehandelt. Insofern liegt hier auch eine Gemeinsamkeit, die wir haben, denn die Wut über leidvolle und unpassende Behandlung hat ja für die Betroffenen existentielle Folgen. Man hat ja mal dieses eine Leben, und wenn es durch Unachtsamkeit anderer versaut wird, bringt einen das um die Lebensperspektive, das Glück und vielleicht die gesamte Zukunft.

Es ist kein Wunder, dass sowas Verbitterung auslöst. Mein langjähriger Hausarzt hat mir durch falsche Therapie (wegen "Budgetbesorgnis") mein Leben versaut. Was tun? Verklagen? Er ist selbst Opfer seines Berufes, hat sich so für seine Patienten eingesetzt, dass er eine Hirnblutung bekam und nur knapp dem Tod entronnen ist. Danach hat er schwer nachgelassen.

"Zeckenalarm": ja, das Wort ist wirklich medial abgegriffen.

Ungeachtet inzwischen überwundener Verstimmungen erstaunt mich, dass dieser Thread doch viel Beteiligung fand. Er zeigt mal wieder, dass wir empfindlich reagieren, wenn es an unsere Gesundheit geht, und das ist ja auch ein gutes Zeichen!

Gruss
J.


Manfred (Ten) ( gelöscht )
Beiträge:

10.04.2010 23:10
#11 RE: Borreliose Zitat · antworten

Zitat von Jörg 2
Mein langjähriger Hausarzt hat mir durch falsche Therapie (wegen "Budgetbesorgnis") mein Leben versaut. Was tun? Verklagen? Gruss
J.

den Hausarzt zu verklagen würde auch den Falschen treffen. Der bekommt nicht nur das Budget von der Politik (!) vorgeschrieben, er erfährt auch erst HINTERHER (!) ob er es überschritten hat.
Das er/sie da vorsichtig ist ist doch nachvollziehbar.

In jeder anderen Berufsgruppe würde sowas zu einem massiven Aufstand führen. Man stelle sich bitte vor, Feuerwehrleute oder Polizeibeamte bekämen nur einen bestimmten Kostenrahmen für ihre Einsätze, der ihnen aber vorher nicht mal bekannt ist weil er von verschiedenen erst hinterher festgestellten Umständen abhängt, und müssten dann bei Überschreitung die Einsätze aus eigener Tasche bezahlen.
Den (eigentlich per Verordnung "verbotenen") Einsatz verweigern geht aber auch nicht so ohne weiteres, weil man sich dann der Gefahr der unterlassenen Hilfeleistung aussetzt.
ICD-Codierung, Dokumentation, Statistik, Bürokratie bis zum Erbrechen, ständig mit einem Bein vor Gericht - ich wundere mich, dass es überhaupt noch Ärzte in Deutschland gibt


rotter ( gelöscht )
Beiträge:

28.04.2010 10:02
#12 RE: Borreliose Zitat · antworten

Hatte im Laufe meines Lebens schon oft Zeckenbisse (verbissene Zecken)und umfangreiche Rötungen.
Wurde mit Antibiotika behandelt, angeblich geheilt.
Viele meiner Beschwerden können vielleicht zusätzlich von Zecken mit verursacht worden sein.
Habe mich im Zeckenforum angemeldet.
Will mal einiges abklären lassen.
Falls mit Kosten verbunden, sehe ich aber schwarz.
LG Dieter


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