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Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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Dieses Thema hat 27 Antworten
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 Barfuß und Leben
Seiten 1 | 2
Jay Offline




Beiträge: 702
Punkte: 695

01.06.2010 07:18
#21 Das Allerletzte & der größte Sch... überhaupt: BF auf Kommando Zitat · antworten

Zitat von MarcelHR
...im Sommer barfuss in hölzernen Cloggs, die ich zur Schule trug.


Hi Marcel,

die Holzclogs hab' ich an der Schule, wenn schon Schuhe benutzt werden mußten oder draußen schon ziemliche Kälte herrschte, als kleinstes aller Schuh-Übel ebenfalls genutzt (bevorzugt genau passend oder weit geschnittene Modelle mit nicht zu hohen Absätzen), bis draußen endgültig weiße Sch... 'rumlag. Als BF-Routinier hatte man im Unterschied zu Komilitonen (die sie obendrein auch noch meist besockt beutzten) den exclusiven Vorteil, daß man ihnen (genauso wie mit Berkemanns) fast geräuschlos zu gehen vermochte, was von Lehrern teils mit bewundernden Komplimenten bedacht wurde, was aber eben auch nur höchst selten (November & so) vorkam, weil´s ja meistens die Lehrer waren, die sowieso nicht auf Einhaltung des offiziellen Schul-BF-Verbots "machten"....

Zitat von MarcelHR
Ausnahme der Sportunterricht in den tieferen Klassen. Da waren Schuhe nicht erlaubt und alle barfuss. Gut so, denn später als Schuhe her mussten im Sport war es nicht einfach die zu kriegen.


Der 2. Satz ist eine sehr essentielle Info, die mich außerordentlich überrascht hat. BF-Anordnung im Sportunterricht? Ist ja echt der Hammer. Der 3. Satz hat mich etwas verwundert - die Schweiz ist doch ein steinreiches Land & es gibt nichts, was man sich dort nicht mühelos sofort kaufen kann - wohl auch Sportschuhe aller Couleur.
"Als Schuhe im Sport hermußten" hab' ich auch erlebt. Bei mir war´s so: An der Grundschule & in den ersten Gymnasiumsklassen war BF im Sport eine Option; es war wurscht, ob man BF oder beschuht turnte, die Lehrer kümmerten sich überhaupt nicht 'drum. Daß allerdings BF angeordnet wurde, ist für mich ein sehr bizarres Novum; ich kann mich auch nicht an 1 einzige "Leibesübung" erinnern, zu der die Lehrer zum "Schuhe aus!" pfiffen (Ausnahme natürlich das Schulschwimmbad).
Insgesamt kann ich mich erinnern, daß man mit BF in einem gewissen Quantum im Vorteil war. Besonders deutlich zeigte sich das, wenn man sich an langen relativ dünnen Metallrohren um die Wette z. T. in schwindelerregende Höhen stemmen mußte.
Kaum war der Doppelturnhallen-Neubau eingewiht, wurde alles schlagartig anders. Betreten & Sportausübung mit Straßenschuhen strengstens (Extra-Hinweisschild) & auch BF verboten (wg. 'Unfallgefahren'). Sportschuhpflicht/BF-Verbot wurden von allen einschlägigen Lehrkräften absolut beinhart durchgedrückt. Dem bereitete ich dann nach meiner BF-Revolution mit einem listig eingefädelten amtsärztlichen Attest gänzlich ein Ende; dieses Gestrampel von eigentlich erwachsenen Menschen auf Kommando von i. W. 'nem Trillerpfeifen-Brüllaffen ging mir auf den Keks...

Was ich in diesem Beitrag schwerpunktmäßig sagen will (ist natürlich auch persönliche Ansichtssache): Für mich ist BF auf Kommando das Letzte, das Allerletzte, das Besch...enste schlechthin! Ich versuche, dieser Situation zu entgehen, wo ich nur kann.

Auf solche Events, von denen ich weiß, daß das geschehen wird, komme ich bereits BF. Das hat mir bei der Vorführung zur Army ziemlichen Trouble bereitet ("Was wollen Sie denn, ich muß mir ja später sowieso die Schuhe ausziehen", gefolgt von ziemlichen ANSCHNAUZ, Geschichte wurde schon im alten HBF erzählt).
Denkwürdig war auch in dessen letzten Monaten die Debatte um Zwangs-BF in KZs light (für straffällig gewordene Jugendliche), wie vom kürzlich gegangenen* Hessen-Landesobergebieter Roland Koch vorgeschlagen. Eine breite Mehrheit hat solchen Plänen mit Zwangs-BF auf Befehl (unabhängig davon, ob Winter ist oder nicht) auch im Hinblick auf die zu erwartenden Psycho-Folgewirkungen glücklicherweise eine äußerst scharfe Absage erteilt.

Eine besondere Pikanterie mit dem quasi militärischen "SCHUU-HE...AUSS!!" - "SCHUU-HE... WIEDER ANN!!!" & dem ruhig-gelassenen "Was wollen´S denn?" ergibt sich insbesondere an US-Flughäfen. Da sieht man wieder 'mal die Tendenz zur Militarisierung in allen Lebensbereichen, wie z. B. auch die Bedienung durch Uniformierte in "meinem" Frühstücksstammcafe´, in welchem ich z. B. gestern bei ganzen +6° nicht BF war.

Für heute - wieder bei Regen & +8° - schwanke ich noch.

Freundliche Indoor-BF-Grüße, Jay [ein 31. Mai / 1. Juni ohne Outdoor-BF? Ich glaube, das gab´s bei mir seit 1975 nicht mehr]
----------------
*) Ist wahrscheinlich eine Finte. Der ist zu jung & gründet eine neue Partei, wahrscheinlich die Rechtspartei (als Pendant zur Linkspartei).


MarcelHR Offline




Beiträge: 587
Punkte: 228

03.06.2010 06:48
#22 RE: Das Allerletzte & der größte Sch... überhaupt: BF auf Kommando Zitat · antworten

Zitat
Der 3. Satz hat mich etwas verwundert - die Schweiz ist doch ein steinreiches Land & es gibt nichts, was man sich dort nicht mühelos sofort kaufen kann - wohl auch Sportschuhe aller Couleur.



Hallo Jay

Klar konnte man alles kriegen, die Läden waren, und sind, voll davon. Alleine es kostet Geld, wenn man nicht klauen will.
Hoffe damit ist es geklärt.

Liebi Barfuessgrüess
Marcel


Jay Offline




Beiträge: 702
Punkte: 695

08.06.2010 07:41
#23 RE: Das Allerletzte & der größte Sch... überhaupt: BF auf Kommando Zitat · antworten

Zitat von Peter
Trotz dieser Belege sind mir manche deiner Aussagen nicht ganz klar gworden, z. B. die Sache mit der Linkslastigkeit oder auch der Verweis auf deine Biografie im Bafuß-Server. Unter welchem Namen bist du dort zu finden? Unter Jay jedenfalls nicht.


Hi Peter,

ich hab' bei dem ganzen Trubel der vergangenen Tage ganz vergessen, noch auf die o. a. Fragestellungen einzugehen. Den 1. Punkt würde ich in die Komplementärformulierung invertieren in (auch wenn´s manche, insbesondere in der Führung des HBF Yellow Official, nicht hören wollen): BF-Feindlichkeit ist [politisch] rechtslastig. Erwiesen. Tatsache.

Zwischenfrage umgekehrt an dich: Bist du eigentlich mit PeterBarfuss 'drüben im 'Gelben' & im 'Schweizerischen' identisch? Die Beiträge jenes Herrn waren nämlich für mich immer wieder Grund, ab & zu auch ins CH-BF-Forum lesend 'reinzugehen; heute in aller Frühe las ich, formuliert von diesem Namen, eine ganz ähnlich gestaltete Anfrage wie in diesem Thread.

Historisch ist zunächst 'mal Fakt, daß in "meiner" Gegend der BFige Schulbesuch in ländlichen Gegenden vollkommen normal war - der Schuhschonung wegen. Dieses Drecksobjekte waren nämlich teuer. Zeitzeugen - 1 von ihnen kannte ich etwas besser persönlich, er war Küster an der Kirche einer kleinen Gemeinde in der Nähe meines Sites, er verstarb vor einiger Zeit mit > 90 Jahren, berichtete das - insbesondere aber auch, daß das auf Diktat der Nazis ab 1933 sofort "abgeschafft" wurde. Man weiß schon, was dieses "abgeschafft" genau bedeutete - unbekannt blieb (ich hatte vergessen, das zu hinterfragen oder er wußte das nicht mehr), ob die Eltern von der Obrigkeit Geldzuwendungen bekamen, um ihren Nachwuchs nur noch gemäß den Anforderungen des "1000jährigen Reiches" in Vollfettbeschuhung in den schulischen Drill einrücken zu lassen.

Das mag heute schon etwas historisch sein, aber "Stil & Etikette" - der Hauptgegner des ungewzungenen BFs im öffentlichen & Arbeitsleben - findet sich v. a. bei CDU/CSU, NPD/DVU & FDP (weswegen ich mich vor kurzem mit dem besonders stilvollen Herrn Westerwelle & seiner vermutlichen Beziehung zu BF befaßte), während es z. B. für eine Abgeordnete der Linkspartei überhaupt kein Problem ist, BF im Berliner Reichstag zu erscheinen & auch an´s Rednerpult zu gehen. Der "Präsident des Abgeordnetenhauses" oder des Berliner Senats oder Parlaments (kenne jetzt die genaue Titelbezeichnung nicht) machte ein Riesentheater (es wurde von JohnK ausführlich im alten HBF berichtet).
1972 stand in einer Wahlbroschüre der SPD explizit 'drin, daß sie gegen Kleiderordnungen am Büroarbeitsplatz vorgehen werde. Meine Güte, SPD - SEUFZ! - wohin bist du seit Schröder gekommen?

Ich glaube, das genügt, auch der Länge wegen. Zum 2. Punkt: Funktioniert der Link zu 'Georg´s BF-Präsenz' bei dir nicht?

Peter: Es würde mich freuen, wenn die Gleichung gilt: [Peter im HBRF = PeterBarfuss im 'Schweizerischen']. Die fundierte Kritik am HBF der letzten Tage der Georg-Dynastie & dann unter seinen Diadochen Eugen & MarkusII sprachen vielen, die dann in den Boykott gingen (hier sitzen nicht wenige davon) aus der Seele. Es wird überhaupt aufzuarbeiten sein, wie es zustandezubringen ist, daß sich ein Forum - unter Mitriß dessen gesamter Community - bei einem anderen derart unbeliebt macht. Es ist ein wesentliches Element meiner Außenpolitik, DAS - zumindest für das HBRF - in Ordnung zu bringen, was einst eine wesentlich andere HBF-Admin (eine Community schafft das nicht) da angerichtet hat.

Einen angenehmen & schönen BF-Tag für dich & alle, Jay


kerstin Offline

Admina


Beiträge: 1.923
Punkte: 1.181

08.06.2010 10:00
#24 RE: Schon als Kind barfuß? Zitat · antworten

Hallo Peter,

habe diesen Beitrag von Dir leider völlig übersehen! Nun möchte auch ich mein Statement dazu geben:

Ich reifte leider erst im Erwachsenenalter (im Gemüt bin ich noch ein kleines Mädchen geblieben ) zum "professionellen" Dauerbarfüßer. Die ersten BF-"Gehversuche" machte ich im Urlaub mit meinen meinen Eltern und damaligen Freund auf der kroatischen Insel Rab. Ich möchte hier nicht nochmals detaillierter eingehen, da ich dies bereits im Thread von Rotter Überall spitze Steinchen ausführte.

Danach war es eher sporadisch, daß ich auf meine Schuhe verzichtete. Zu dieser Zeit hatte ich eine echte Adidasmacke, außerdem zog ich mir neben Ballerinas und High-Heels Schuhe mit den allerhöchsten Plateausohlen an - mir heute völlig schleierhaft. Na ja, manche packt es eben später, die anderen nie. Selbst als Kind lief ich leider niemals barfuß - höchstens im Schwimmbad, was natürlich nichts besonderes ist. Nicht einmal in unserem schönen großen Garten mit vielen Wiesen zog ich meine Schuhe aus. Selbst als Baby und Kleinkind bekam ich so komische knöchelhohe Schuhchen oder solche niedlichen Ballerinas auf die weißbesockten Füße geschoben. Die komplette Familie einschließlich Omama und Opa hatten einheitliche Hausschuhe an - knöchelhoch, aus Filz, mausgrau und mit einem Reißverschluß über die Fußrücken.

Als Kind war ich dennoch neugierig, wie das ist, barfuß zu laufen. Ich hatte aber eine erhebliche Makke: ich schämte mich! So machte ich es heimlich, zog, als ich in meinem Zimmer war, die häßlichen Filzlatschen aus und stieg aus dem Fenster, da wir ja Parterre wohnten. Schnell barfuß ums Haus herum. So kam ich an die beiden großen Küchenfenster an. Meine Eltern hielten sich dort zumeist auf, da dies eine große "Wohnküche" war. Mein Vater schnitzte was aus Balsaholz (die Burg Hohenzollern und die Stuttgarter Marienkirche) und sah mich plötzlich. Ich zurück zu meinem Fenster, aus welchem ich stieg, hineingeklettert und wieder die Filzlatschen an die Füße. So ging ich dann in die Küche, wo mein Vater dann sagte, daß er mich doch gesehen hätte, und ich wäre barfuß gewesen. Ich stritt das vehement ab. Er meinte dann, daß er doch meine "weißen" Füße gesehen hätte. Zum "Glück" stärkte mir meine Mutter den Rücken und sagte zu meinem Vater, ich hätte doch keine weißen Füße, wobei sie wohl auf meine damalige angeblich fehlende Fußhygiene hindeuten wollte (was natürlich nicht stimmte ). Ob dies mein Vater meiner Mutter glaubte, kann ich nicht sagen, doch ich denke, daß er es nicht glaubte .

Später zog ich immer sogenannte Holzclogs an - barfuß oder oft in meine albernen weißen Socks mit bunten Ringeln an den Sockenrändern. Sehr gerne auch meine Ballerinas - diese aber BF. Dann kam meine Lust zum Barfußlaufen immer mehr zum Vorschein. Im Haus und in der Wohnung bewegte ich mich nur noch barfuß - auch im Winter, und ich ging auch immer wieder die Post holen oder den Müll herausbringen. Unser Grundstück war recht groß, so daß ich schon einen längeren Weg plus 13 Stufen zum laufen hatte. Meinen ersten Barfußausflug hatte ich zusammen mit meinem Freund. Wir fuhren nach Stuttgart, wobei ich keine Schuhe oder sonstige Latschen dabei hatte. Heiner, so hieß er, wollte sich mit Schallplatten eindecken. Ich hatte keine Lust, mitzugehen und sagte, ich bleibe im Auto und würde auf ihn warten. Ich muß zugeben, daß es mir nicht ganz geheuer war, barfuß über die Königstraße zu flanieren. Heiner überredete mich aber, so ging ich also mit. Ich schämte mich wirklich und glaubte, jeder Passant starrte mir auf die nackten Füße und bog sich hinterher vor lachen. Doch mir gefiel das irgendwie ganz gut - nicht das Lachen, sondern das Barfußlaufen . So kam es immer häufiger vor, daß ich gänzlich auf Schuhe verzichtete, wenn ich mit Heiner nach Stutgart fuhr. Dennoch war ich noch nicht DIE Barfußläuferin, welche ich heute bin. Dies sollte erst später geschehen:

Als ich meinen "Traumjob" Zeitungszustellung ausübte, hatte ich anfangs sogar meine ultrahohen Buffis an - ca. 18 cm dicke und durchgehende Sohlen. Als es dann Sommer war und schön warm, trug ich Shorts und Espadrillos - manchmal auch sehr gerne ein leichtes Kleid. Eines Nachts entzweite sich einer dieser Latschen und baumelte mir am Knöchel herum. "Hmm, scheiße" dachte ich, was sollte ich machen? Den kaputten Latschen ausziehen und den ganzen Latschen anbehalten? Das wäre viel zu dämlich gewesen. So zog ich beide aus, entsorgte sie ordnungsgemäß in einer öffentlichen Mülltonne an einer Bushaltestelle und setzte die Zustellung fortan nur noch barfuß fort. Hier hatte es deutlich "klick" gemacht. Dies war im Sommer des Jahres 2001. Seitdem hatte ich die meisten Schuhe bei der Schuhsammlung abgegeben - nur die ultrahohen Latschen plus zwei paar Adidas und meine Pumps sowie Ballerinas habe ich behalten, wobei ich die hohen Latschen nur als "Erinnerung" aufbewahre. Heute kann ich es mir überhaupt nicht mehr vorstellen, so etwas jemals getragen zu haben.

Heute laufe ich fast das ganze Jahr über barfuß - selbst bei Schnee, nur wenn es zu frostig wird, ziehe ich ein paar meiner Adidas unbesockt an. Früher monierten die Leute meine Barfüßigkeit, heute wundern sie sich, wenn ich mal Schuhe anhabe. Sie haben mich wohl so akzeptiert - auch die Mitbewohner in meinem Haus. Dies war nicht immer so, denn oft genug gabe es enstprechende Streitgespräche darüber - wie z.B. die Hygiene, und daß ich so viel Schmutz ins Haus schleppen würde. Als ich dann aber ganz entschieden erklärte, daß man mit Schuhen und deren Profile weitaus mehr Schmutz ins Haus trägt, hatte ich fortan Ruhe vor solchen dämlichen Behauptungen. Auch meine Vermieterin meckerte immer wieder darüber. Wir sind mittlerweile ein Herz und eine Seele - wie Oma und Enkelin (sie ist 96!), und sie meint auf gut schwäbisch, daß wohl jeder einen "Sparra" haben muß, wobei sie dabei immer lachte.

Dieses Jahr laufe ich bereits seit ende Februar - auf jeden Fall seit der strenge Frost aufhörte - ununterbrochen barfuß und kenne nicht einmal mehr das Gefühl, Schuhe an den Füßen zu haben. Nun sollte ich nur noch einen entsprechenden Job finden, dann wäre alles perfekt.

Viele Grüße,

Kerstin


rotter ( gelöscht )
Beiträge:

08.06.2010 10:29
#25 RE: Schon als Kind barfuß? Zitat · antworten

Hi Jay,

schreib mal, wie hieß die Abgeordnete der Linkspartei, die barfuß ans Rednerpult ging?






-


Peter Offline




Beiträge: 52
Punkte: 37

08.06.2010 21:02
#26 RE: Das Allerletzte & der größte Sch... überhaupt: BF auf Kommando Zitat · antworten

Hallo Jay,
ja, ich bin mit PeterBarfuss im Schweizer Barfuss-Forum identisch. Vielen Dank für dein Lob meiner Beiträge dort. Vor längerer Zeit habe ich mich aus den Gründen, die ich damals erklärt habe und die du offenbar teilst, dort zurückgezogen. Danach habe ich es mir auch lange gar nicht mehr angesehen. Im vergangenen März bin ich beim Durchklicken wieder mal dort gelandet und hatte kurzzeitig den Eindruck, der Stil habe sich etwas gebessert. Dahr hinterließ ich dort den Beitrag, der zumindest in der Zielrichtig meinem Text hier ähnelt. Mittlerweile bin ich aber der Ansicht, dass ich whttp://www.barfuss.ch weiter fernbleiben sollte.
Die Sache mit der Linkslastigkeit hatte ich nur im letzten Beitrag nicht richtig verstanden. Danke, dass du es noch mal erklärt hast. Ich gebe dir vollkommen Recht, auch was deine historische Sicht zur Barfüßigkeit in der Nazi-Zeit betrifft. Dass barfüßige Kinder damals als "Zigeuner" verleumdet wurden, erkläre ich mir übrigens so: Barfuß lässt sich kein Krieg führen. Soldaten brauchen Stiefel. Entsprechend wurden schon die Jungs beim "Arbeitsdienst" eingekleidet: Stiefel, Drillichhosen und freier Oberkörper, weil das so schön heldenhaft aussieht. Ich habe mir mal im Interent ganze Reihen von Klassenfotos aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angesehen. Dabei gibt es natürlich Lücken, weil im Verlauf des Zweiten Weltkriegs und vor allem an seinem Ende immer weniger Privatfotos entstanden, aber die Tendenz ist unverkennbar. In den 1920er Jahren gingen viele Kinder barfuß zur Schule, teils sicher aus Armut wegen der Wirtschaftskrise, teils aber wohl auch ermutigt durch liberalere Lehrer in der Weimarer Republik, die am Rand der pädagogischen Reformen auch den Wert des Barfußlaufens für die Gesundheit entdeckt hatten. Ab 1933 sind auf den Schulfotos kaum noch nackte Füße zu sehen. Viele Eltern waren bestimmt sogar stolz darauf, ihre Kinder nur beschuht zur Schule zu schicken, nach dem Motto: Wir sind wieder wer, wir können uns das leisten. Damit war es 1945 vorbei. Jetzt mussten viele Kinder wieder aus Armut vom Frühling bis zum Herbst barfuß laufen, doer sogar das ganze Jahr, weil sie überhaupt keine Shcuhe besaßen. Das älteste Nachkriegsfoto, das ich im Netz gefunden habe, stammt aus dem Jahr 1946 und zeigt drei oder vier barfüßge Jungen in der ersten Reihe neben etwa ebenso vielen Kindern in Schuhen. Die Füße der Kinder, die dahinter stehen, sind nicht zu erkennen. Den KLassenfotos ufolge muss es bis etwa 1948 ziemlich normal gewesen sein, dass Kinder barfuß zur Schule gingen, auch zu solch wichtigen Ereignissen wie einem Fototermin, was dafür spricht, dass sie monatelang ständig barfuß liefen. Mit der D-Mark und dem steigenden Wohlstand war das dann wieder vorbei.
Noch ein Wort zur Barfuß-Präsenz. Ich bin dort schon gelandet, habe dich aber nicht gefunden. Hilfst du mir?
Viele Grüße von Peter


Engel Offline

Admin


Beiträge: 1.438
Punkte: 666

09.06.2010 07:17
#27 RE: Das Allerletzte & der größte Sch... überhaupt: BF auf Kommando Zitat · antworten

Also mein Dad wurde 1930 in Böttchersdorf (Kr. Bartenstein, Ostpreussen [seit 1945 Mazuren, Polen]) geboren und hat dort seine ganze Schulzeit über von März bis mind. September BF verbracht, auch die Freizeit und anfallende Arbeiten auf dem Gutshof. Es gab dort niemanden der dafür sorgte das Kids mit Schuhen ausgestattet wurden. Im Gegenteil, dort wurden den Kiddis auch in wohlhabenderen Familien früh beigebracht, das Schuhwerk teuer ist und somit in Zeiten in denen es nich zwingend notwendig getragen werden muss eingelagert wird, bis die Zeit es fordert sie wieder raus zu holen.

Gruß Engel

http://www.bbq-county.de/shop/index.php

http://www.mysaarbq.de/index.php?sid=5cb...6029bf3f8853c17


Jay Offline




Beiträge: 702
Punkte: 695

11.06.2010 08:37
#28 @ Peter & rotter special Zitat · antworten

Hi Peter,

weiß der Teufel, warum der Link bei dir offenbar nicht einwandfrei funktioniert. Zu Georg´s BF-Präsenz müßtest du jedenfalls gelangt sein. Versuch' 'mal alternativ folgendes:

http://praesenz.barfuss.server3.tibit.de/

Dieser Link müßte auf die Homeposition von Georg´s unbedingt lesenswerter (siehe auch die vielen BF-Biografien bedeutender Alt-HBF-Leute, aber nur solcher, die keine ungetrübte Connection zu Georg hatten) Webpräsenz führen, sodann die Rubrik

[Beiträge & Geschichtchen] (steht links, schwarze Schrift auf weißem Grund)

anklicken, hierauf (blaue Schrift auf grauem Hintergrund)

[Wie angefangen?]

anklicken & ganz nach unten scrollen, da müßte dann "Baujahr 1958 ... Barfuß-Extremfall ..." mit meinem abschließenden Namens-Servus auftauchen. Funktioniert das immer noch nicht, druck' ich dann den Text hier direkt ab (selbstverständlich mit korrektem Quellennachweis).

Zitat von rotter
Hi Jay,

schreib mal, wie hieß die Abgeordnete der Linkspartei, die barfuß ans Rednerpult ging?


rotter, ich hab' vergangene Nacht ca. ganze 2 Stunden lang das Alt-HBF-Archiv vom 1. Quartal 2007 durchgekämmt (auch das ist Service* für die Community!) & das Beitrags-Ding nicht gefunden, tut mir leid. Entweder ist es kein Einzelthread & auch keine Beitragsüberschrift (& steht dennoch in diesem Zeitraum irgendwo in einem Beitrag 'drin, aber ich kann natürlich nicht sämtliche Beiträge eines ganzen Quartals durchfieseln), oder der Zeitraum stimmt nicht.
Geschrieben wurde es meiner einigermaßen sicheren Erinnerung nach von JohnK, nimm 'mal mit der Barfuß-Inititative Berlin Kontakt auf (der Name ist ja auf der Website offen zu lesen, Herr Johannes Kathol) & frag' ihn. Ich kenne JohnK vom Phone her, hab' ihn eigentlich als sehr freundlich & aufgeschlossen in Erinnerung (kannst auch Grüße von mir bestellen).

Zitat von rotter
Jay, Du schreibst erstklassige tiefsinnige und humoristische Literatur.

Damit könntest Du viel Geld verdienen, siehe Ephraim Kishon.

LBFG Dieter (Unna)


Da müßtest du 'mal das ALT-HBF erleben, das hat man früher, abends erschöpft von der Arbeitslast des Tages, so eingeschaltet, wie man einst zum TV-Heimaltar hechtete, um "Klimbim", "Nonstop Nonsens", "Loriots sauberer Bildschirm" einzuschalten, so unterhaltsam/lustig war das (ich erinnere hier besonders an die 'Geschichten aus dem BFigen Alltagsleben' von Descalzar). Aber es gab natürlich auch jede Menge ernster Information über speziell BF sehenswerte Locations, Medizinisches, Unfallrisiken etc.
Laß' dir von Markus U. eine Archiv-CD-ROM besorgen & du wirst sehen: Auch die Summe aus [HBF Yellow mit offiziellem Anspruch] & HBRF hält KEINEN VERGLEICH mit dem alten HBF aus. Ich bin immer wieder erschüttert, wenn ich im Archiv 'rumstochere - es ist eine Schatztruhe.

Melancholische [& nicht grundlos Wiedervereinigungs-protagonistische] BF-Grüße, Jay
------------------
*) & ich hab' Adminschaft immer als Service für & nicht Herrschen über die Community betrachtet!


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