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Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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 Barfuß und Leben
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Beiträge: 183
Punkte: 183

14.06.2009 14:24
Ein Spießerpark par excellence Zitat · antworten

Archiv
Jay Verfasst am: 25.05.2009, 01:47

Hi,
Manfred(Ten) hat einmal angemahnt, man möge sich hier bei all' den Grundsatzdiskussionen auch einmal wieder mit den praktischen Fragen des BFigen Lebens befassen; er tut recht daran, dieses Forum kritisch zu beurteilen - ja, jeder, der hier 'drin liest, soll es sogar!

Man mag sich die Frage stellen, in welche Rubrik der folgende Beitrag eigentlich gehört. Die hiesige 'Plauderecke' ist meines Erachtens tatsächlich für Debatten um [Gott & die Welt] & weniger um BF konzipiert. Da es sich beim folgenden Gegenstand der Behandlung um ein räumlich sehr abgegrenztes Areal handelt, in dem zunächst die möglichen Reaktionen auf BF keine Rolle spielen, da sie immer die gleichen sein werden, wenn man zunächst BF in Flipflops o. dgl. dort einrückt & dann, bei [Sich entledigen & Wegpacken derselben] sofort vom 'Aufsichtspersonal' angebrüllt wird: "Ziehen Sie sich sofort Schuhe an!!! Das ist hier Vorschrift, oder Sie fliegen 'raus!!!", würde ich sagen, die Sache gehört in den Bereich [Wo seid ihr überall BF utnerwegs] - wenn auch nur reichlich virtuell, da nur für Sekunden...

Keine Frage ist, daß Manfred völlig richtig liegt, wenn er konstatiert: Ein aussichtsloser Fall, hier durch Korrespondenz a 'la "Warum eigentlich BF-Verbot?" irgendwas bewegen zu wollen. Dies könnte ich genausowenig, da das aus minimalem Personal bestehende Sekretariats-"Team" wahrscheinlich auf folgendes geschult wurde: Auf "unbedeutend" wirkende Manuskript-Briefe zwecks Zeit- & Porto-Ersparnis gar nicht antworten - sollte jemand wiederum verdächtig wirken, auf ausbleibende Antwort Ärger zu machen, wird höflich unter Benutzung von Standard-PC-Textvorlagen, in die nicht sehr viel mehr als das [Retour an Absender]-Adreßfeld eingetragen werden muß, geantwortet: "... haben sicher Verständnis dafür, daß wir, den Ansprüchen unserer typischen Kundschaft an kultiviertem Freizeitvergnügen gerecht werdend, in puncto fehlender Fußbekleidung keine Ausnahme machen können..."

Daß hier mit "kultiviertem Freizeitvergnügen" (ich vermute, daß in jedweder Geschäftskorrespondenz ein Terminus etwa in dieser Art das 'Angebot' der Fa. illustrieren soll) etwas ganz anderes gemeint ist als entspanntes, vergnügliches, lockeres Relaxing, nämlich Stil- & Etiketteanforderungen auf Europaparkterrain + ein ausgeprägtes Verlangen nach subordinations¹ähnlichen Verhaltensweisen seitens der Besucher, wird schnell deutlich, wenn man sich auf http://www.europapark.de/ die Startseite und dann die in den Unterrubriken ganz unten stehende 'Parkordnung' ansieht. Tatsächlich findet sich in der Parkordnung unter (3), Allgemeine Sicherheitsbesitmmungen der Punkt g):

"Das Tragen von Oberbekleidung und Schuhen ist erforderlich."

Nun, inwieweit das Tragen der bei sommerlichen Temperaturen üblichen kurzärmligen, ausgesprochen dünnen Hemdlis zusätzliche Sicherheit schaffen soll, ist paradox, denn diese werden bei Unfall-Impacts einfach durchstoßen, zerschnitten/zerrissen & auch Insekten stechen durch (überflüssig zu sagen, daß hier einfach jemand was gegen den Anblick nackter Oberkörper hat). Besonders bescheuert wirkt das auf der Europapark-Startseite, in denen in Booten lauter artig behemdete Insassen gezeichnet sind - ringsum von Spritzwasser-Gischt umbrandet, daß es bloß so kracht! Eine merkwürdige Sache, im Fall des Falles dann für den Rest des Tages - zwecks Einhaltung des Parkordnungs-§ 3 g - im klatschnassen Hemdli herumlaufen zu dürfen!
(Nebenher: man vertraut wohl stillschweigend darauf, daß die Besucher von sich aus Bekleidung für das Grenzgebiet zwischen Bauch & Beinen mitbringen, obwohl in der Sicherheitsordnung ausdrücklich nur von Oberbekleidung die Rede ist!)

Auch wenn Schuhe erst an 2. Stelle im Satz stehen, wird Im Gesamtzusammenhang mit dem vorhergenden Punkt schnell klar, daß das hinter dem Schuhtrage-Erfordernis stehende eigentliche Motiv um Sicherheits-Schaffung für die Füße nicht Schutz vor Verletzungen, sondern Schutz vor dem [Gesehen Werden] ist...!

Auch sonst ist sich der Europapark sehr bewußt in bezug auf das, "was sich gehört", mag keine skurrilen Anblicke & hat keinerlei Verständnis für Jux & Ulk. Siehe Parkordnung Punkt 5, Benutzung der Spielplätze:

"Das Benutzen der Spielgeräte ist für Erwachsene untersagt."

Wow, es ist kaum anzunehmen, daß die Spielgeräte mit derart geringen Sciherheitsabständen dimensioniert wurden (schließlich stecken ja Ingenieure dahinter), daß Rutschbahnen, Wippschaukeln, Klettergerüste etc. unter dem höheren Körpergewicht Erwachsener zusammenbrechen oder sonstigen Schaden nehmen... (!)

& last, but not least, spiegelt sich die heiße Sehnsucht nach "Über die Benutzer gebieten..." in dem unverblümten, nicht im geringsten verklausuliert formulierten Satz wieder (Punkt 1 der Europapark-Ordnung, Parken):

"...müssen die Anweisungen unserer Ordnungshüter ... genau beachtet werden."

Es gibt noch mehr. Wie die beiden vorgenannten Punkte hat das nicht direkt 'was mit BF zu tun; ich habe sie aber nur gebracht, um zu illustrieren, welcher Art die Psychodimension ist, die hinter dem BF-Verbot steckt. Der Besuch des Europaparks ist echt eine todernste Sache, er ist ein Geschäft mit der Betreiberfa., welches einen Vertrag begründet (steht explizit 'drin), & somit ist nichtBFige Absolvierung dieses Besuches Vertragsbestandteil... Daß das Beschuhungs-Requirement rein [Stil- & Etikette]-ideologischer Natur ist, wird zusätzlich noch dadurch unterstrichen, daß Wege & Plätze nicht verlassen werden dürfen (also nix Abweichen in die freie Natur auf dem wahrscheinlich riesigen Areal). Es ist kaum anzunehmen, daß ein derart 'kultivierter' Laden nicht regelmäßig seine Wege & Plätze kehrt, von Unrat säubert, etc., wodurch jedwedes BF-Unfall/Verletzungsrisiko im Vergleich zum normalen Alltagsleben weiter minimiert wird.

Was macht man da? Ich muß sagen, man kann nur per Presse & Medien einen allmählichen Erosionsprozeß einleiten, daß ein Besuch mit diesen X Auflagen, wegen derer man sich bei 'mangelnder Disziplin' vom polizeiähnlichen Aufsichtspersonal anschnauzen & wahrscheinlich recht bald des Areals verweisen lassen kann², immer weniger Leuten [€ 30,- Eintritt + 4rad-Deponiergebühr] für dieses Theater wert ist. In der Praxis könnte das aus BFiger Sicht wie folgt aussehen:

Man bastelt sich aus ein paar Utensilien Schuhe, von denen niemand weiß, ob das nun eine Schuh-Karrikatur ist oder echt brauchbare Schuhe sind. Beispielsweise schneidet man aus starkem Pappkarton 2 Sohlen mit dem ca.- Umfang der eigenen Füße aus & macht aus ihnen mittels starker Paketschnur oder mehrerer ineinandergeschlungener Lagen aus dickem Krepp-Klebe- oder Isolierband (um den Fußrücken) eine Nachbildung der bekannten Berkemann-Holzsohlenpantoletten daraus. Oder man bildet "Espandrilles" nach, indem man selbige Ca.-Sohlen aus Teppichboden oder Bodenbelag mit dem Teppichmesser ausschneidet & dann darauf ein paar Lagen durchsichtiger gewickelter Plastikplanen aufklebt (damit die eigenen Füße großzügig in diese transparenten "Pantoffeln" passen).

In den Europapark rückt man zunäch in irgendwelchen Minimalschuhen ein, weil sonst keine Chance auf Entrance besteht. Diese tauscht man später gegen das grad' Erwähnte, welches man in einem kleinen Rucksack trägt, aus. Bald geht das Theater vom an allen Ecken & Enden stehenden Aufsichtspersonal los:
"Sie!! Das sind keine richtigen Schuhe!!"

& tags darauf liest man in der Presse eine Leserbrief- oder noch besser Kommentator-Kolummne mit der fetten Überschrift: Welche Schuhe sind für den Europapark gut genug? Der Rest ist klar. Nur habe ich leider den Eindruck, daß das Gros unserer Presse heute irgendwie müde & weit von dem entfernt ist, was sich einst in meiner Studentenzeit schließlich ganze Eisenbahnwaggon-Reisegesellschaften totlachen ließ, als ein Fahrgast eine Ausgabe der Münchner "Abendzeitung" mit der Schlagzeile "Boß verliert Rausschmeiß-Prozess wg. Nichteinhaltung seiner Kleiderordnung am Arbeitsplatz mit Pauken & Trompeten" mitbrachte...
Man könnte dann auch noch auf andere "Züchtigkeiten" auf dem Hoheitsgebiet dieser Institution namens Europapark eingehen.

Wie viele Leute das dann allerdings dazu bringt, von einem Europaparkbesuch apriori³ abzusehen, weil´s zu einem unbekannten Kontingent an Vergnügen auch eine hinreichende Menge Farce gibt, steht allerdings in den Sternen. Sehr viel andere Möglichkeiten sehe ich nicht, um eine Chance zu haben, daß sich irgendwas bewegt. Auch glaube ich, daß die endgültige Problemlösung eher darin besteht, daß schließlich ein neuer Betreiber das Areal übernimmt & dort etwas Zwangloseres errichtet, ähnlich der Münchener "Wies´n" (das bekannte Oktoberfest), auf welchem BF bekanntlich total wurscht ist & wo garantiert "gefährlichere" Karussells & sonstige "Fahrgeschäfte" zu finden sind als auf Europaparkgelände...

Nüchtern-realistische & in bezug auf manche BF-Verbotszonen illusionslose BF-Grüße, Jay (über noch bestehende andere, jedoch ebenfalls nicht wirklich starke Europapark-Problemlösungen informiere ich evtl. später 'mal).
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¹ die beim Militär übliche Form von Befehl und unbedingtem Gehorsam.

² natürlich ohne anteilige Rückerstattung des Kaufpreises der nicht "aufgebrauchten" Besucherstunden eines Europapark-Tages. Jetzt bin ich auch 'mal ein wenig spießig & kleinkariert.

³ Das Kleingedruckte auf der Europapark-Homepage & evtl. in Hochglanzprospekten (oder Zeitungsanzeigen, so es dort überhaupt abgedruckt ist), werden außerdem die meisten nicht gelesen haben. Die große Frustüberraschung kommt dann erst, wenn man 'mal sein Eintrittsgeld verspritzt hat & plötzlich Befehlsempfänger für allerlei skurrile Anordnungen ist.


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