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Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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Dieses Thema hat 16 Antworten
und wurde 776 mal aufgerufen
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 Barfuß und Leben
Markus U. Offline

Admin


Beiträge: 1.943
Punkte: 794

01.07.2010 18:02
Fisimatenten beim Schuhkauf erzeugen grimmige Barfußwerbung Zitat · antworten

Hi zusammen,

nachdem ich heute im Supermarkt meinen täglichen Bedarf zusammengestellt hatte und mich zu den Kassen begab, mußte ich die ärgerliche Erfahrung machen, daß die kürzeste Schlange durchaus nicht die mit der kürzesten Wartezeit ist; diejenige, an die ich heute geriet, war sogar eine mit besonders langer Wartezeit. Da die von mir begehrten Waren jedoch schon alle auf dem Band lagen, spürte ich indessen keine Neigung, sie wieder einzusammeln und mich hinten in einer längeren Schlange anzustellen, zumal man ja auch nie abschätzen kann, wie lange die Verzögerung andauert. Der Grund für die Verzögerung war indessen klar: die Damen vor mir, die den ganzen Betrieb aufhielten, hatten Crocs (diese megascheußlichen knallbunten Plastikdinger mit den vielen Löchern) gekauft, die aber an der Kasse nicht gebucht werden konnten, weil das entscheidende Etikett fehlte. Nachdem der Knabe an der Kasse endlos rumtelefoniert hatte, erschien schließlich eine ältere Kassiererin und holte 'nen gleichartiges Paar. Die Weibsen vor mir waren jedoch immer noch nicht zufrieden und nölten was wegen 20 % Rabatt, und als der Knabe an der Kasse daraufhin meinte, er verstehe nix von Prozentrechnung, reichte es mir, und ich bekundete ziemlich lautstark meinen Unmut über die Damen, weil ich wegen ihrer Fisimatenten immer noch nicht weiterkam. Diese setzten sich erbost zur Wehr, bis ich schließlich ausrief, statt so häßliche Treter zu kaufen, sollten sie lieber barfuß laufen, zumal das Wetter gerade heute (sehr heiß und trokken) ideal dafür sei.
Daraufhin sahen die Umstehenden meine nackten Füße, und ich hatte die Lacher auf einmal auf meiner Seite.
Inzwischen war die ältere Kollegin dem unbedarften Kassierer in Sachen Prozentrechnung beigesprungen, so daß es endlich weiterging und auch meine Waren ganz ohne Fisimatenten abgerechnet werden konnten.

Barfüßige, sehr heiße und trokkene Sommergrüße,
Markus U.


Engel Offline

Admin


Beiträge: 1.438
Punkte: 666

01.07.2010 18:31
#2 RE: Fisimatenten beim Schuhkauf erzeugen grimmige Barfußwerbung Zitat · antworten

Saubere Aktion.

Habe gerade im Radio nen geilen Spruch von nem Hörer mitbekommen, leider aber nicht registriert wie Dieser hiess.
Er meinte: "Barfuß gehen zeugt von wahrer "Größe"".

Gruß Engel

http://www.bbq-county.de/shop/index.php

http://www.mysaarbq.de/index.php?sid=5cb...6029bf3f8853c17


Jay Offline




Beiträge: 702
Punkte: 695

03.07.2010 09:25
#3 RE: Fisimatenten beim Schuhkauf erzeugen grimmige Barfußwerbung Zitat · antworten

Hi Markus, hi Engel,

man kann beim BFigen Einkaufen, gleichgültig ob im Supermarkt oder im Tante-Emma-Laden, so alles mögliche mit teils unangenehmen, teils dummen Zeitgenossen erleben, wobei BF zunächst oft 'mal gar nicht im Vordergrund steht.

Wie ja längst bekannt ist, hab' ich im Laufe der Jahre für den Fall von vom Publikum kundgegebenen BF-"Armuts"- & Minderwertigkeitsassoziationen ein ausgefeiltes Abwehrsystem geschaffen. Dies besteht v. a. aus rasant gefahrenen Größt-Mercedes & -BMW, aber auch sonstigen Accessoires, die nach Geld aussehen (wie ROLEX-Armbanduhren, goldene DUPONT-Feuerzeuge & so).
So trug ich mich in Zeiten besserer Finanzlage auch mit dem Gedanken, mir eine sehr gehobene American Express oder die goldene Santander als Kreditkarte zuzulegen. Das ließ ich aber aufgrund folgenen Eigenerlebnisses bleiben, weil auch andere Leute so denken könnten wie in diesem Fall ich (& dazu muß man nicht BF sein). In Nobel-Botiquen, wo die Kreditkarten-Show mit Sicherheit beim BFigen Shopping Sinn machen würde, kauf' ich so gut wie nie ein - also brauch ich das Ding nicht.

Beim zügigen Supermarkt-Shopping fällt mir oft auf, daß die Kreditkarten-Zahler, v. a. wenn 'was nicht funktioniert, an der Kassenschlange den ganzen Betrieb aufhalten. So schlug ich im KAUFLAND 'mal vor (auch andere Leute hatten bereits den Kopf gen Himmel gehoben & leicht geschüttelt), man solle doch für die Kreditkartenzahler eine eigene Kasse einrichten, damit die in Ruhe & ohne Zeiteinwirkungen auf die anderen ihre besondere Zahlungsart abwickeln könnten.

Brach die Kartenperson (weiß nicht mehr, ob männlich oder weiblich, ob alt oder jung, sah jedenfalls outfitmäßig "gehoben" aus) atomblitzartig in Schreikrämpfe aus, als gelte es den ganzen Supermarkt zu beschallen. Sprachfetzen in etwa: "WAS FÄLLT IHNEN EIN ... DISKRIMINIERUNG ... & DANN AUCH NOCH BARFUSS, IS' JA ALLERHAND !!! [BRÜLL BRÜLL] [SCHREI SCHREI] ... !!!!!!!!!

Das Publikum nickte mir dezent anerkennend-freundlich zu. Die Kassiererin, noch ganz verdattert von Göttin oder Gott Thor´s Donnerschlag, sagte seufzend: "Kannt ma macha" [Übers.: Könnten wir machen].

Ein anderes Pendant zu jenen von Markus U. berichteten Croc-Kunden¹ erlebte ich an einem ähnlichen Extremsommertag wie gegenwärtig um ca. 13 h in der TENGELMANN Filiale Freising-Lerchenfeld. Alle schwitzten wie die Wahnsinnigen - auch ein Texas Instruments²-Manager gehobenen Grades, der natürlich sein feines Jackett mit dem stolz an der Brust-Einstecktuchtasche angeclipsten Firmenausweis korrekt zugeknöpft hielt. Er schneite 'rein, kaufte eine Kleinigkeit & schob seinen Einkaufswagen zur Kasse. Dann begann ein Zickzackkurs - er ging immer wieder, vielleicht so an die 4 .. 5x nach hinten ins Geschäft zurück, um noch dieses & jenes zu holen. Diese Zeitintervalle wurden immer länger, schließlich hatte die Kasse abgefertigt & der Einkaufswagen stand ohne Herrchen 5m von der Kasse entfernt, ich & einige andere Kunden artig hinter diesem. Wo Herrchen gerade im "TENGELMANN" verweilte, war überhaupt nicht mehr zu sehen. Nach wohl > 1 Minute ging ich dann (hatte nur wenig Ware in den Händen) vor. Die anderen Wartenden machten ebenfalls Anstalten, am hochherrschaftlichen Wagen vorbeizugehen, da kam sein Herr zurück.

"Halt, ich war vor Ihnen da!!", herrschte er mich an.

"Moment", gab ich gleichgültig zurück. "Solange Sie sich - DERART lange - (ich hab' nichts dagegen, wenn Sie sich schnell noch Zigaretten oder 'was in Kassennähe grabschen) von Ihrem Wagen entfernen, kaufen Sie ja noch ein. Also werden Sie sich im Klaren darüber, was Sie brauchen, laden Sie´s in Ihren Wagen & stellen sich hinten an, wie alle anderen auch!"

Er rastete aus & ich machte mich darauf gefaßt, versuchsweise den Einkaufswagen entweder in den Rücken / in die Fersen oder in/auf Bauch/Zehen geschoben zu bekommen (weiß nicht mehr, wie ich stand). Dann hielt er inne & machte eine verächtliche, wegwerfende Handbewegung. Die Kunden hinter mir ließen ihn trotzdem mit einer gewissen Resignation vor ihnen bleiben.

"Glaubt wohl, daß er wegen seiner Kluft Sonderrechte hat, wie?" sagte dennoch erfreulicherweise jemand von hinten.

Ob dieser Äußerung setzte er wieder ein zerrissenes Gesicht auf. Wutschnaubend, dann hoch erhobenen Hauptes (im Bewußtsein, 'was Besseres zu sein) ging er.

Diese beiden kleinen Geschichten hab' ich auch geschrieben, um unseren Lesern, die das alte HBF nicht kannten, einen Eindruck zu vermitteln, wie der großartige & unvergessene Beitragsautor Descalzar seine "Bunten Geschichten aus dem BFigen Alltagsleben" schrieb. SO las sich das alte HBF zu einem beträchtlichen Teil.

Zu Markus U.´s geschilderter Problematik war auch schon ein direktes Pendant zu erleben. Irgendwo sollte jemand den Preisaufschlag durch die Mehrwertsteuer ausrechnen. Das farblose, extrem kindliche Azubi-Girl (man merkte, daß es von seinem Arbeitgeber akribisch nach dem Bewerbungsfoto ausgesucht worden war) druckste auf einem kleinen Taschenrechner 'rum, sogar mit %-Taste. Alle möglichen Mathematiken wurden mit hilflosem Seufzen ausprobiert. Flapsig-ratlos fragte sie die Kundschaft wie ihre Friends in der Disco: "Könnt ihr mir helfen?"

"Multiplizier´s einfach mit 1,19" sagte ich. Staunend-anerkennende Blicke aus der Kunden Reihen auch in Richtung meines BFs waren die überraschende Ernte...

Zu Engel ist noch zu sagen: Das [Auf großem, baren Fuß Leben] - diese Psychodimension "Größe" ist in der Tat mit BF verknüpft. Wenn´s wg. BF Complaints gibt, dann v. a., weil man "zu groß" daherkommt. Weil man sich "zu viele Freiheiten" nimmt, die sich andere, "anständig Benehmende" versagen. Oder auch, weil man das [An Schuhen & anderen Pseudo-Basis-Prestigeobjekten Gemessen Werden] für sich selbst absolut nicht nötig hat.

Gruß & Fuß,
Jay
------------------------
¹ Also, wer sich Crocs kauft & dann auch noch feilschen muß, tut wirklich viel, um für arm gehalten zu werden; ich würde als Kassier, wenn Kunden wirklich unangenehm werden, ruhig in Sachen 20 % fragen: In welchem Angebot von uns steht denn das?

² Ein äußerst unangenehmer lokaler Größt-Arbeitgeber, der die Schildergalerie an jedem Entree´ seines Hoheits-Territoriums ruhig um ein BF-Verbotspictogramm mit der Untertafel
"Auf dem gesamten Werksgelände"
"Einhaltung wird kameraüberwacht"
erweitern könnte. Über diesen ließen sich hier Bücher schreiben.


Saalenixe-Halle ( gelöscht )
Beiträge:

03.07.2010 14:41
#4 RE: Fisimatenten beim Schuhkauf erzeugen grimmige Barfußwerbung Zitat · antworten

@ Markus

Die arme Kassiererin, die kann ja nichts dafür wenn ihr Personal die Dinger nicht richtig ausgepreist hat, oder wer die Zettel heruntergerissen hat, ebenso wenig die Mädels (oder Damen) die die Schaumgummischuh gekauft haben. So ein Ding aber auch, damit die Kasse zu blockieren

Da muss ich doch gestehen, ich wäre irgendwann auch mal ungeduldig geworden, wobei ich sicher nicht so schlagfertig gewesen wäre den Frauen zu sagen es wäre gescheiter, barfuss zu laufen als solche Dinger zu kaufen, damit der milchgesichtige Lehrjunge an der Kasse keinen solchen Stress hat.

Da sind ja einige Dinge zusammengekommen, die das Blut überkochen lassen.
Meine Hochachtung, den entscheidenden Moment für eine wirklich wirksame Werbebotschaft genutzt zu haben.


@ Jay

du bist gerade auf dem besten Weg, in die Fussstapfen des von dir hochgeschätzten Descalzar zu treten. Denn auch deine Berichte sind farbenfroh und lebendig, wenn es ums barfuss geht. Gerade die kleinen Episoden wie in deinem heutigen Beitrag erzeugen beim Lesen fast ein Gefühl als wäre man dabei.

Was ist mit Descalzar? Immer wieder taucht der Name auf, wehmütig schaut ihr zurück in der festen Überzeugung, er kommt nicht mehr. Was auch immer ihn bewegt, hier nicht zu schreiben er wird seine Gründe haben. Mag sein, dass er einfach einen neuen Lebensabschnitt für sich entdeckt hat, in dem keine Zeit mehr für das Schreiben in einem Freizeitforum ist.

Mit dem ständigen Blick zurück, nach einem sicher hervorragenden Schreiber und vermutlich auch vom Wesen her sehr interessanten Menschen vergesst ihr aber gelegentlich, nach vorne zu blicken.

Seit nunmehr einem Jahr lese ich hier (mit dem Schreiben hab ich durch unglückliche Umstände erst drei Monate später angefangen) und es gibt einige Mitglieder hier, die sehr lebendige Berichte einstellen. Namen als Beispiele will ich jetzt nicht nennen, jeder hat seinen eigenen Stil und falls ich in der Aufzählung jemanden vergesse, könnte sich der schnell in den Hintergrund gedrängt fühlen, oder je nachdem wie empfindlich er ist drückt es auf sein Selbstbewusstsein.

Allen Geschichten aus dem alltäglichen barfüssigen Leben gemeinsam ist, dass sie oft ein Schattendasein führen, zwar gelesen werden doch selten eine Antwort drauf kommt.

Kommentare gibt es meist dann, wenn es auch ein gesellschaftliches Thema berührt, z.B. Politik, Arbeitsmarkt und Gesundheit, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wenn die Freiheit der Füße gefährdet ist durch unsinnige Verbote, die es in Wirklichkeit nicht gibt dann wird munter debattiert.
Rege Beteiligung sehe ich auch bei Erlebnissen mit der Gattung Mensch, denen eine möglichst glanzvolle Verpackung einschließlich der Füße wichtiger ist als der Mensch der drin steckt.

Doch die alltäglichen kleinen und großen Erlebnisse, an denen der Verfasser alle mit seinem Bericht teilhaben lässt, so wie es auch Descalzar’s Absicht beim Schreiben war, bleiben weitgehend unbeachtet. Schade drum.

lg und ein sonniges Wochenende

ps: etwas Abkühlung wäre auch nicht schlecht – beim Gehen auf der Straße verbrennt man sich zur Zeit die Sohlen.


Markus U. Offline

Admin


Beiträge: 1.943
Punkte: 794

03.07.2010 14:44
#5 RE: Fisimatenten beim Schuhkauf erzeugen grimmige Barfußwerbung Zitat · antworten

Hi Jay,

daß ich ob meiner Barfüßigkeit für bedürftig gehalten worden wäre, ist mir noch nicht passiert (und dazu braucht man weder bestimmte Accessoires noch das "entsprechende" 4rad; einfache saubere Kleidung ohne Risse und Löcher genügt), und der sehr große "real"- Supermarkt in Ratingen, wo sich die von mir berichtete Anekdote (wie auch diverse andere Anekdoten) zugetragen hat, ist ohnehin sehr barfußtolerant.
Hinzu kommt, daß meine Barfüßigkeit (mit Blikken, nicht mit Kommentaren) erst beachtet wurde, als ich zu den Damen mit den Crocs sagte, statt Fisimatenten an der Kasse zu machen, sollten sie an einem heißen Sommertage lieber barfuß laufen (was mit freundlichem Lachen der hinter mir in der Schlange Stehenden quittiert wurde).

Die "Feilscherei" wegen der 20 % ging wohl darauf zurück, daß an dem Tage wohl ein entsprechender Preisnachlaß auf die Crocs geboten war (der mich nicht die Bohne interessiert, weil ich solche Scheußlichkeiten nicht mal kostenlos mitnähme), aber was mich am meisten verwunderte, ist die Tatsache, daß der Knabe an der Kasse mit seinem zugegebenermaßen sehr schönen Koppe offensichtlich nicht mal 20 % ausrechnen konnte. Wie kommt es, daß jemand, der nicht in der Lage ist, einfache Sachen auszurechnen, an einer KASSE sitzt? Auch meine Eltern waren äußerst erstaunt, als ich ihnen die Begebenheit (freilich ohne Bezugnahme auf das Thema barfuß) berichtete.

Barfüßige Sommergrüße,
Markus U.


rotter ( gelöscht )
Beiträge:

03.07.2010 15:04
#6 RE: Fisimatenten beim Schuhkauf erzeugen grimmige Barfußwerbung Zitat · antworten

Hallo Markus,

ich trage mich ernsthaft mit dem Gedanken, barfuß mit Anzug, Schlips und Kragen zu gehen, um den Fuß feindlichen

Unsinn in unserer Gesellschaft mal ab adsurdum zu führen.

Wer hat Interesse daran, sich an solcher demonstrativen Präsentation zu beteiligen???

Liebe Barfüßergrüße

Dieter (Unna)


hjhimm ( gelöscht )
Beiträge:

03.07.2010 15:48
#7 RE: Fisimatenten beim Schuhkauf erzeugen grimmige Barfußwerbung Zitat · antworten

also ehrlich:

barfuß mit Anzug, Schlips und Kragen sieht lächerlich aus und hilft nicht, die Akzeptanz zu verbessern.

In der Schule trage ich zur Zeit Hemd und eine dünne lange Hose, das geht noch zu barfuß.
Lieber wäre mir eine kurze Hose wie in der Freizeit, das tragen auch mehrere meiner Kollegen.

Kombiniert barfuß und kurze Hose vermeide ich bislang, außer in meinen außerunterrichtlichen Aktivitäten.

liebe Grüße, Hans-Jörg


Jay Offline




Beiträge: 702
Punkte: 695

03.07.2010 16:19
#8 RE: Fisimatenten beim Schuhkauf erzeugen grimmige Barfußwerbung Zitat · antworten

Zitat von rotter
Hallo Markus,

ich trage mich ernsthaft mit dem Gedanken, barfuß mit Anzug, Schlips und Kragen zu gehen, um den Fuß feindlichen

Unsinn in unserer Gesellschaft mal ab adsurdum zu führen.

Wer hat Interesse daran, sich an solcher demonstrativen Präsentation zu beteiligen???

Liebe Barfüßergrüße

Dieter (Unna)


Hi Dieter,

damit erreichst du gar nix - die schmeißen dich an allen "einschlägigen Stellen" genauso 'raus, wie wenn du korrekte Biz Etiquette Treter + anzughosenfarbige Socks (dunkelblau, dunkelgrau oder schwarz) & eine zum Anzugjackett farblich passende Krawatte mit lauter kleinen [Nackte Füßchen-Symbolen] tragen würdest (kryptisiert-dezente "Stil- & Etikette"-Hysterikersprache: "Die Krawatte ist zu laut").

Orientier' dich am besten an dem, was hjhimm grad' geschrieben hat.

33°-BF-Siesta-Grüße, Jay


Markus U. Offline

Admin


Beiträge: 1.943
Punkte: 794

03.07.2010 18:17
#9 RE: Fisimatenten beim Schuhkauf erzeugen grimmige Barfußwerbung Zitat · antworten

Zitat von hjhimm
In der Schule trage ich zur Zeit Hemd und eine dünne lange Hose, das geht noch zu barfuß.
Lieber wäre mir eine kurze Hose wie in der Freizeit, das tragen auch mehrere meiner Kollegen.

Kombiniert barfuß und kurze Hose vermeide ich bislang, außer in meinen außerunterrichtlichen Aktivitäten.

liebe Grüße, Hans-Jörg



Hi Hans- Jörg,

ich vermute, daß Du Lehrer bist. An was für einer Art von Schule unterrichtest Du, und welche Fächer? Wann hast Du angefangen, barfuß in der Schule zu erscheinen, und wie haben es die Kollegen und die Schüler aufgenommen? Gehst du das ganze Jahr barfuß? Ich weiß, das sind Fragen über Fragen, aber Du hast halt meine Neugier geweckt.

Barfüßige Sommergrüße bei Gewitterregen,
Markus U.


hjhimm ( gelöscht )
Beiträge:

03.07.2010 18:54
#10 RE: Fisimatenten beim Schuhkauf erzeugen grimmige Barfußwerbung Zitat · antworten

Hallo Markus,

ich habe ja im letzten September erst angefangen, barfuß zu gehen.
Meine Lehrerkollegen habe ich zunächst im Pausengespräch informiert und dann beim Lehrerausflug überrascht.
Dann ging ich bei meinen diversen außerunterrichtlichen Aktivitäten bf zur Schule, das sind:
Schulband, Koch AG, Talentshow, Vorbereitungskurse Mathematik für das Abitur

Als es sommerlich warm wurde, habe ich zunächst sehr gelegentlich die Sandalen im Sekretariatsbereich, wo ich einige Verwaltungsaufgaben habe, ausgezogen.
Da es keine ernsthafte Kritik gab, ging ich irgendwann bf ins Lehrerzimmer, ja und dann seit 3 Wochen auch in den Unterricht.

Zugegeben: Beim Abigottesdienst und dem Abiball habe ich Schuhe getragen, bf hätte ich als unangemessen empfunden.

Vor einem halben Jahr hätte ich das für undenkbar gehalten, und ich habe auch noch nie gehört, dass ein anderer Lehrer in Deutschland dies gemacht hätte.

Ich denke, damit sind deine Fragen erst mal beantwortet.

Gruß, Hans-Jörg


UlliDO Offline



Beiträge: 80
Punkte: 40

03.07.2010 21:17
#11 RE: Fisimatenten beim Schuhkauf erzeugen grimmige Barfußwerbung Zitat · antworten

Zitat von Jay
Hi Markus, hi Engel,

man kann beim BFigen Einkaufen, gleichgültig ob im Supermarkt oder im Tante-Emma-Laden, so alles mögliche mit teils unangenehmen, teils dummen Zeitgenossen erleben, wobei BF zunächst oft 'mal gar nicht im Vordergrund steht.

Wie ja längst bekannt ist, hab' ich im Laufe der Jahre für den Fall von vom Publikum kundgegebenen BF-"Armuts"- & Minderwertigkeitsassoziationen ein ausgefeiltes Abwehrsystem geschaffen. Dies besteht v. a. aus rasant gefahrenen Größt-Mercedes & -BMW, aber auch sonstigen Accessoires, die nach Geld aussehen (wie ROLEX-Armbanduhren, goldene DUPONT-Feuerzeuge & so).
So trug ich mich in Zeiten besserer Finanzlage auch mit dem Gedanken, mir eine sehr gehobene American Express oder die goldene Santander als Kreditkarte zuzulegen. Das ließ ich aber aufgrund folgenen Eigenerlebnisses bleiben, weil auch andere Leute so denken könnten wie in diesem Fall ich (& dazu muß man nicht BF sein). In Nobel-Botiquen, wo die Kreditkarten-Show mit Sicherheit beim BFigen Shopping Sinn machen würde, kauf' ich so gut wie nie ein - also brauch ich das Ding nicht.

Beim zügigen Supermarkt-Shopping fällt mir oft auf, daß die Kreditkarten-Zahler, v. a. wenn 'was nicht funktioniert, an der Kassenschlange den ganzen Betrieb aufhalten. So schlug ich im KAUFLAND 'mal vor (auch andere Leute hatten bereits den Kopf gen Himmel gehoben & leicht geschüttelt), man solle doch für die Kreditkartenzahler eine eigene Kasse einrichten, damit die in Ruhe & ohne Zeiteinwirkungen auf die anderen ihre besondere Zahlungsart abwickeln könnten.

Brach die Kartenperson (weiß nicht mehr, ob männlich oder weiblich, ob alt oder jung, sah jedenfalls outfitmäßig "gehoben" aus) atomblitzartig in Schreikrämpfe aus, als gelte es den ganzen Supermarkt zu beschallen. Sprachfetzen in etwa: "WAS FÄLLT IHNEN EIN ... DISKRIMINIERUNG ... & DANN AUCH NOCH BARFUSS, IS' JA ALLERHAND !!! [BRÜLL BRÜLL] [SCHREI SCHREI] ... !!!!!!!!!

Das Publikum nickte mir dezent anerkennend-freundlich zu. Die Kassiererin, noch ganz verdattert von Göttin oder Gott Thor´s Donnerschlag, sagte seufzend: "Kannt ma macha" [Übers.: Könnten wir machen].

Ein anderes Pendant zu jenen von Markus U. berichteten Croc-Kunden¹ erlebte ich an einem ähnlichen Extremsommertag wie gegenwärtig um ca. 13 h in der TENGELMANN Filiale Freising-Lerchenfeld. Alle schwitzten wie die Wahnsinnigen - auch ein Texas Instruments²-Manager gehobenen Grades, der natürlich sein feines Jackett mit dem stolz an der Brust-Einstecktuchtasche angeclipsten Firmenausweis korrekt zugeknöpft hielt. Er schneite 'rein, kaufte eine Kleinigkeit & schob seinen Einkaufswagen zur Kasse. Dann begann ein Zickzackkurs - er ging immer wieder, vielleicht so an die 4 .. 5x nach hinten ins Geschäft zurück, um noch dieses & jenes zu holen. Diese Zeitintervalle wurden immer länger, schließlich hatte die Kasse abgefertigt & der Einkaufswagen stand ohne Herrchen 5m von der Kasse entfernt, ich & einige andere Kunden artig hinter diesem. Wo Herrchen gerade im "TENGELMANN" verweilte, war überhaupt nicht mehr zu sehen. Nach wohl > 1 Minute ging ich dann (hatte nur wenig Ware in den Händen) vor. Die anderen Wartenden machten ebenfalls Anstalten, am hochherrschaftlichen Wagen vorbeizugehen, da kam sein Herr zurück.

"Halt, ich war vor Ihnen da!!", herrschte er mich an.

"Moment", gab ich gleichgültig zurück. "Solange Sie sich - DERART lange - (ich hab' nichts dagegen, wenn Sie sich schnell noch Zigaretten oder 'was in Kassennähe grabschen) von Ihrem Wagen entfernen, kaufen Sie ja noch ein. Also werden Sie sich im Klaren darüber, was Sie brauchen, laden Sie´s in Ihren Wagen & stellen sich hinten an, wie alle anderen auch!"

Er rastete aus & ich machte mich darauf gefaßt, versuchsweise den Einkaufswagen entweder in den Rücken / in die Fersen oder in/auf Bauch/Zehen geschoben zu bekommen (weiß nicht mehr, wie ich stand). Dann hielt er inne & machte eine verächtliche, wegwerfende Handbewegung. Die Kunden hinter mir ließen ihn trotzdem mit einer gewissen Resignation vor ihnen bleiben.

"Glaubt wohl, daß er wegen seiner Kluft Sonderrechte hat, wie?" sagte dennoch erfreulicherweise jemand von hinten.

Ob dieser Äußerung setzte er wieder ein zerrissenes Gesicht auf. Wutschnaubend, dann hoch erhobenen Hauptes (im Bewußtsein, 'was Besseres zu sein) ging er.

Diese beiden kleinen Geschichten hab' ich auch geschrieben, um unseren Lesern, die das alte HBF nicht kannten, einen Eindruck zu vermitteln, wie der großartige & unvergessene Beitragsautor Descalzar seine "Bunten Geschichten aus dem BFigen Alltagsleben" schrieb. SO las sich das alte HBF zu einem beträchtlichen Teil.

Zu Markus U.´s geschilderter Problematik war auch schon ein direktes Pendant zu erleben. Irgendwo sollte jemand den Preisaufschlag durch die Mehrwertsteuer ausrechnen. Das farblose, extrem kindliche Azubi-Girl (man merkte, daß es von seinem Arbeitgeber akribisch nach dem Bewerbungsfoto ausgesucht worden war) druckste auf einem kleinen Taschenrechner 'rum, sogar mit %-Taste. Alle möglichen Mathematiken wurden mit hilflosem Seufzen ausprobiert. Flapsig-ratlos fragte sie die Kundschaft wie ihre Friends in der Disco: "Könnt ihr mir helfen?"

"Multiplizier´s einfach mit 1,19" sagte ich. Staunend-anerkennende Blicke aus der Kunden Reihen auch in Richtung meines BFs waren die überraschende Ernte...

Zu Engel ist noch zu sagen: Das [Auf großem, baren Fuß Leben] - diese Psychodimension "Größe" ist in der Tat mit BF verknüpft. Wenn´s wg. BF Complaints gibt, dann v. a., weil man "zu groß" daherkommt. Weil man sich "zu viele Freiheiten" nimmt, die sich andere, "anständig Benehmende" versagen. Oder auch, weil man das [An Schuhen & anderen Pseudo-Basis-Prestigeobjekten Gemessen Werden] für sich selbst absolut nicht nötig hat.

Gruß & Fuß,
Jay
------------------------
¹ Also, wer sich Crocs kauft & dann auch noch feilschen muß, tut wirklich viel, um für arm gehalten zu werden; ich würde als Kassier, wenn Kunden wirklich unangenehm werden, ruhig in Sachen 20 % fragen: In welchem Angebot von uns steht denn das?

² Ein äußerst unangenehmer lokaler Größt-Arbeitgeber, der die Schildergalerie an jedem Entree´ seines Hoheits-Territoriums ruhig um ein BF-Verbotspictogramm mit der Untertafel
"Auf dem gesamten Werksgelände"
"Einhaltung wird kameraüberwacht"
erweitern könnte. Über diesen ließen sich hier Bücher schreiben.



Hallo Jay,
lange nicht mehr so gelacht. Einfach wunderbar solche Erlebnisse. An der Kasse mit der Azubi-Schnitte wäre ich auch gerne mit dabei gewesen. So ganz lapidar zu sagen „Multipliziers einfach mit 1,19“. Doch aber erstaunlich das die Tante das so einfach verstanden hat.

Das Brimborium mit den für mein Verständnis profilneurotischen Kreditkartenfuzzys erlebe ich wöchentlich mehrfach. Ich muß mich dann immer stark zurückhalten und merke jedesmal wie mein Blutdruck ganz allmählich die Leiter erklimmt. Aber was soll es, wir können es nicht ändern. Es ist eins von vielen Phänomenen die eigentlich nur eines wiederspiegelt: die in den letzten Jahren zur Vollendung gelangte Vollverblödung dieser Gesellschaft.

Was mich aber doch sprachlos macht ist dein im Laufe der Jahre geschaffenes „Abwehrsystem“ . Hast du das nötig? Bei mir hat es eine ganze Weile gedauert bis ich soweit war mich in der Öffentlichkeit ohne Schuhe zu bewegen. Trotz der vielen Zusprüche und eifrigen Lesens des alten HBF-Forums. Meist ignoriere ich dumme Sprüche weil mich Spießer nicht weiter interessieren. Erst vor zwei Wochen kam mir bei einem abendlichen Rundgang durch den benachbarten Park ein Ehepaar entgegen und im vorbeigehen hörte ich ich ihn noch sagen „kann sich wohl keine Schuhe leisten“. Ohne mich nach diesem Schwachmaten umzudrehen ist mir dann ein mittellautes „A.....loch“ über die Lippen gerutscht. Eigentlich nicht meine Art. Wenn mich jemand dumm anquatscht habe ich meist immer meinen Standartspruch drauf: „ Sie reden wirres Zeug, lassen Sie sich mal die Zunge besohlen!“ und damit hat es sich dann.

Gruß
UlliDO


Manfred (Ten) ( gelöscht )
Beiträge:

03.07.2010 23:18
#12 RE: Fisimatenten beim Schuhkauf erzeugen grimmige Barfußwerbung Zitat · antworten

Zitat von UlliDO
Was mich aber doch sprachlos macht ist dein im Laufe der Jahre geschaffenes „Abwehrsystem“ . Hast du das nötig? Gruß
UlliDO



Habe ich auch schon oft gedacht. Für ein gesundes Selbstbewusstsein spricht das nicht gerade - sorry !

Ich habe bei solchen - selten vorkommenden und so gut wie nie ernsthaft gemeinten - Vermutungen stets die Antwort: "Im GEGENTEIL´!!! " ICH kann es mir sogar leisten, jederzeit auf Schuhe zu verzichten und MEIN Leben zu leben !"

Wie war das mal vor langen Jahren, als gewisse Playboys auf Sylt selbst mit den teuersten Autos nicht mehr punkten konnten, weil die Anderenaus diesen Kreisen die man beeindrucken wollte sie sich natürlich auch leisten konnten ?
Gunther Sachs tauchte plötzlich mit einem Goggomobil in Kampen auf, und war damit eine Saison lang absolut der Hit und Trendsetter.

ICH mache mir MEINE Trends jedenfalls selbst...


Manfred (Ten) ( gelöscht )
Beiträge:

03.07.2010 23:27
#13 RE: Fisimatenten beim Schuhkauf erzeugen grimmige Barfußwerbung Zitat · antworten

Zitat von rotter
Hallo Markus,

ich trage mich ernsthaft mit dem Gedanken, barfuß mit Anzug, Schlips und Kragen zu gehen,


Pro 7 wollte auch mal eine Sendung über mich machen und dazu mit mir im Anzug und barfuss in die Oper gehen um dann die Reaktion der Leute aufzunehmen.

Entschuldige, aber ich lasse mich doch nicht zum Affen machen, und barfuss im Anzug sieht einfach bescheuert aus. Barfuss gehe ich ausschliesslich für MICH und nicht um irgend wen zu provozieren. (Wobei Konzerthaus + bf überhaupt kein Problem ist, aber dann nicht im ANZUG !

Und deshalb hatte der Sender nach meiner Weigerung da mitzumachen auch sehr schnell das Interesse verloren...

Mit Privaten lasse ich mich daher auch niemals ein, wirklich gute Sendungen haben nur die Öffentlich-Rechtlichen gemacht - bei den Privaten gehts nur um Quote - ganz egal, ob du dich danch noch auf die Strasse trauen kannst !


Jay Offline




Beiträge: 702
Punkte: 695

04.07.2010 14:51
#14 RE: Fisimatenten beim Schuhkauf erzeugen grimmige Barfußwerbung Zitat · antworten

Zitat von UlliDO
An der Kasse mit der Azubi-Schnitte wäre ich auch gerne mit dabei gewesen. So ganz lapidar zu sagen „Multipliziers einfach mit 1,19“. Doch aber erstaunlich das die Tante das so einfach verstanden hat.


UlliDO, das war, wenn ich mich jetzt etwas genauer erinnere, nicht an einer Kasse, sondern in sowas wie Media Markt, Expert TechnoMarkt oder so. Jemand wollte sich einen Riesen-Nobel-Plasma-TV für eine 4stellige Summe kaufen, ein bestimmtes Gerät haben & Preisvergleiche anstellen. So wollte er´s mit MwSt ausgerechnet haben. Es hat sich detaillierter wohl so abgespielt, daß ich dem Girl zunächst auf die Sprünge helfen wollte, mit seinen Zehchen an seinen Händchen die bei den meisten Taschenrechnern bestehende Standard-Tastaturseqenz [Kaufsumme] {x} {1}{9} {%} {+} zu grabschen; indes, es fingerte 'rum & bekam zunächst 'mal Ergebnisse im Display, von denen es tatsächlich "zahlengefühlsmäßig" bewandert genug war, um zu wissen, daß dies nicht sein könne. Vielleicht auch negative Zahlen (dann wäre mein Kommentar gewesen: "Toll! Den TV nehm' ich sofort, & ich bekomm' auch noch Geld dazu!"); ich weiß nicht mehr, wie das konkret war. "Sie" war wirklich albern, infantil & versuchte sich dann durch Umschalten auf [Flapsig] über die Runden zu retten, um vor´m Publikum 'ne "souveräne Nummer" abzugeben.
Wie du richtig bemerkt hast, wird für "sie" das Wort "Multiplikation" unbekannt gewesen sein, tatsächlich schaltete ich ebenfalls auf [Flapsig] um & mein situativer Originalwortlaut dürfte eher gewesen sein: "Was´n DES für a Mathematik, Mädle?!... Rechne einfach MAAL Eins Komma Neunzehn ISTGLEICH"

Sie tat´s. "Könnte stimmen" (flachste sie bewundernd über diesen schnellen, effizienten Rechengang).

"Stimmt mit Sicherheit" gab ich mit einem gewissen Lächeln zurück. Ich verbarg dabei aber nicht, daß ich dabei vor allem über "sie" lächelte. & das Publikum signalisierte durch dezentes Nicken & 'gewichtige' Mundwinkelstellung: "Mmmh, der barfüßige Mann aus der Kundschaft kann 'was..."

So schrieb ich eben in meinem Ausgangsrepliken-Beitrag komprimiert. & (@ Saalenixe special): Descalzar konnte bei noch ergonomischerer Nachvollziehbarkeit der Handlung Gleichartiges, was ich als "Bunte Geschichten aus dem BFigen Alltagsleben" bezeichne (sie sind auch mein Allerliebst-Subject, ich wäre auch anstatt Admin viel lieber [Gelegentlich bis Eher Selten-Schreiber] vorwiegend von sowas geworden, ähnlich, wie sich auch Desc in seiner Alt-HBF-Schlußphase so entwickelt hat), mit ½ der Textlänge schreiben, die ich für denselben Vorgang benötigt hätte.

Zitat von UlliDO
Das Brimborium mit den für mein Verständnis profilneurotischen Kreditkartenfuzzys erlebe ich wöchentlich mehrfach. Ich muß mich dann immer stark zurückhalten und merke jedesmal wie mein Blutdruck ganz allmählich die Leiter erklimmt. Aber was soll es, wir können es nicht ändern. Es ist eins von vielen Phänomenen die eigentlich nur eines wiederspiegelt:

DIE IN DEN LETZTEN JAHREN ZUR VOLLENDUNG GELANGTE VOLLVERBLÖDUNG DIESER GESELLSCHAFT.


[Hervorhebung im Zitat von mir (Jay)]


Ulli, das kannst du in ganz großen, lauten Lettern schreiben! Grad' die Auswahl des Azubi-Kindes unter 100en, möglicherweise 1000en von Bewerbern im vorliegenden Fall zeigt das, es gibt nur noch "Soft Skills", nur noch "Stil & Etikette" als Auswahlkriterium.

Bayerisch gesprochen: Je g'schniegelter´s san, desto bläder san´s. Das fällt mir heute bei jeder Art von Personal in Unternehmen & sonstwo auf.

Zitat von UlliDO
Was mich aber doch sprachlos macht ist dein im Laufe der Jahre geschaffenes „Abwehrsystem“ . Hast du das nötig? Bei mir hat es eine ganze Weile gedauert bis ich soweit war mich in der Öffentlichkeit ohne Schuhe zu bewegen. Trotz der vielen Zusprüche und eifrigen Lesens des alten HBF-Forums. Meist ignoriere ich dumme Sprüche weil mich Spießer nicht weiter interessieren. Erst vor zwei Wochen kam mir bei einem abendlichen Rundgang durch den benachbarten Park ein Ehepaar entgegen und im vorbeigehen hörte ich ich ihn noch sagen „kann sich wohl keine Schuhe leisten“. Ohne mich nach diesem Schwachmaten umzudrehen ist mir dann ein mittellautes „A.....loch“ über die Lippen gerutscht. Eigentlich nicht meine Art. Wenn mich jemand dumm anquatscht habe ich meist immer meinen Standardspruch drauf: „ Sie reden wirres Zeug, lassen Sie sich mal die Zunge besohlen!“ und damit hat es sich dann.

Gruß
UlliDO


Nun, auch Star-Beitragsautor Descalzar hat das 4rad als Abwehrwaffe gegen alles benutzt, was den Viewpoint kundtat: [Nur 'entsprechende' Kleidung samt adäquater, obligater Beschuhung verleiht dem Menschen Hochwertigkeit] (fuhr immerhin die US-Präsidentenlimousine Cadillac Fleetwood Brougham mit der 7l-Maschine, & das rasant).

Wir sind oft bewundert & gefragt worden, woher wir diese immense Schlagfertigkeit auf [Ob BF blöd angeredet werden] hernehmen (& Desc wie ich reden grundsätzlich noch blöder zurück). Zur Beruhigung und Fairneß halber informierte ich die Anfragenden, daß dies in vielen Fällen ein Zurückgreifen auf ein im Gehirn im Laufe der Jahre angelegtes Erfahrungsrepertoire ist, das man je nach Situation etwas abwandelt; spontane, wirklich geniale Einfälle bei unmittelbarem situativem Bedarf, etwa

"Gott, Sie sind ja barfuß!"
[Markus U.]: "Ich bin zwar barfuß, aber nicht Gott."

sind selten. & wie du ja selbst gesehen hast, bildet sich ein solches System heraus (Kennwort "Standardspruch draufhaben") - vor allem, wenn man nach Niederlagen - & die hatte ich in meinen BF-Anfangsjahren selbstverständlich auch! - nachdenkt.

Es entsteht dann natürlich auch ein weitreichenderes, allgemeines Grundgerüst. So rennt z. B. bei mir ein Angreifer eine offene Selbstironie-Tür ein, hinter der sich eine Glatteisbahn befindet. Beispiele (evtl. schon > 1x vorgekommen):

* Öffentliches Verkehrsmittel, Bus oder so. "Na, kannst dir wohl keine Schuhe leisten?" Kommt meinerseits heute vollautomatisch folgende Standardantwort: "So ist es. Aber wenn Sie mir 50 € spenden wollen..." Da wendet sich der Gegenüber sofort mit zerissenem Gesicht ab, es ist nicht so, daß gesagt wird: Du bekommst von mir 50 €. Aber morgen hast du Schuhe an, sonst bekomme ich mein Geld zurück.

* Ein von mir ob meines BFs statistisch relativ häufig gehörter 1 Wort-Kommentar ist: "Asozial". Kommt von mir sofort: "Stört mich nicht, ich bin gerne asozial [kann erweitert werden durch: "& kreativ."]. Solange ich gut verdiene & viel Geld habe..." (& dann ist es wundervoll, in´s richtige Auto einzusteigen & davonzubrausen.) Message dabei: & mir ist alles wurscht. Weitere periphere Message: Ich hab' den höheren Lebensstandard. Was sind schon Klamotten & adäquate Treter? Da ist doch ein Oberklasseautomobil an Bequemlichkeit schon 'was ganz anderes! Davon hat man mehr!

Das 1. Beispiel wird aber schon bei geringfügigen situativen Veränderungen sofort wesentlich anders (wie mich z. B. das alte HBF lehrte) - & man ist blank. Ein Forumsuser aus Wien berichtete, ihm sei in einem stillen Stadtpark eine ältere Frau, vielleicht schon Greisin (oder auch seniles Ehepaar) entgegengekommen, & "sie" ließ entweder an die Umwelt oder ihren Gatten gerichtete Sprechblasen 'raus: "Gesindel, das sich nicht 'mal Schuhe kaufen kann..."
Man merkt nun sofort, daß meine Standardantwort aus dem 1. Beispiel eine ausgesprochen schwache Antwort wäre. Auf die Schnelle weiß ich jetzt nicht, ob diese Antwort bereits im Alt-HBF-Archiv steht, aber es gibt nur 1 Problemlösung:

"Während SIE alles Geld der Welt haben & in einer Nerz/Zobel-IMITATION für 100 ... 200 € 'rumlaufen müssen." (Vermerk: Imitation muß natürlich auch wirklich stimmen, die Erfahrung lehrt aber, daß solche BF-Gegner-Herrschaften meist kleinkariert sind & absolut nicht das große Geld haben). "Bin Innungs-Obermeister im Kürschnerhandwerk & kaufe täglich Felle für mehrere 100 000 € ein. Außerdem hat Ihr 'Pelz' Verarbeitungsmängel - er ist 'stufig'. Macha´S mir nix vor. Wo ham´S 'n die Kutte gekauft, in der Sie 'rumlaufen?"

SO könnte es "gehen". Verunsicherung durch Expertise. Solche alten "Schicks´n" machen aus Pelzmänteln das [Ein & Alles], was sie haben (wie ich aus Automobilen, zugegeben).

Einen anderen Problemlösungsweg (ich kam keineswegs binnen nur 1 sec Nachdenken 'drauf) sehe ich nicht.

Verschlafene Sonntags-BF-Grüße, Jay (der sich zwar auf den Schock hin kürschnerisch nicht weitergebildet hat, aber noch gut die Cheuffeursdienste für die Mutter ins Münchner "RIEGER-Pelze am Isartorplatz" in Erinnerung hat "Das Auto ja, aber daß dich bloß niemand sieht, um Himmelswillen, kämm' dich")


rotter ( gelöscht )
Beiträge:

05.07.2010 10:36
#15 RE: Fisimatenten beim Schuhkauf erzeugen grimmige Barfußwerbung Zitat · antworten

Hallo Jay.

schreib mal, habe ich mich oft verlesen, oder bist Du tatsächlich finanziell begütert?

Da ist oft von einem teuren Kraftwagen die Rede. Habe ich da nicht gründlich genug gelesen oder etwas missverstanden?

Ich frage nur deshalb, weil Du vielleicht einen TV-Sender gegen Spießigkeit und Heuchelei gründen könntest.

LBFG Dieter (Unna)


Zausel Offline




Beiträge: 249
Punkte: 235

09.07.2010 09:54
#16 RE: Fisimatenten beim Schuhkauf erzeugen grimmige Barfußwerbung Zitat · antworten

Zitat von Manfred (Ten)
...und barfuss im Anzug sieht einfach bescheuert aus.


Waum eigentlich?

"Barfuß" ist doch kein Kleidungsstil, und es ist mir wurscht, wozu ich nun barfuß bin.

Ich ziehe keine Schuhe an. Basta. Das hat mit dem, was ich "oben" trage doch überhaupt nichts zu tun.

Zur Beerdigung meines Onkels (ich berichtete) bin ich ja auch nicht in Freizeitklamotten gegangen. Ich habe allerdings halt keine Schuhe angezogen.

Grüße

Der Zausel

Die Dummen haben das Pulver nicht erfunden, aber sie schießen damit.


Manfred (Ten) ( gelöscht )
Beiträge:

09.07.2010 10:01
#17 RE: Fisimatenten beim Schuhkauf erzeugen grimmige Barfußwerbung Zitat · antworten

Zitat von Manfred (Ten)
...und barfuss im Anzug sieht einfach bescheuert aus.

Zitat von Zausel

Waum eigentlich?


Weil ein Anzug für mich das Gegenteil von dem ist, was Barfuss ausdrückt - nämlich ich selbst, authentisch und frei zu sein.

In Anzug (und gar Krawatte) fühle ich mich vergewaltigt, fühle mich wie ein Banker, der etwas zu sein scheinen muss, was - wie wir inzwischen ja wissen - überhaupt nicht mit der Realität übereinstimmt.

Und dann würde ich mich extrem unwohl - fast schon gespalten fühlen, und das auch deutlich nach aussen ausstrahlen.

OK - ich korrigiere mich also - extra als hommage an deinen Anspruch an Präzision :

ICH würde in Anzug und BF bescheuert WIRKEN


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