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Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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Dieses Thema hat 2 Antworten
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Jay Offline




Beiträge: 702
Punkte: 695

13.07.2010 11:04
Reichsarbeitsdienst Zitat · antworten

Hi,

da bleibt man 'mal ein paar Stunden weg & es geht auch noch religiös fort, also mach' ma jetzt 'mal hier mit dem ganzen Offtopic-Kram weiter. Im übrigen: Sorry Markus U., Religion ist jedermann´s Privathobbysache, & als einst der unvergessene & großartige Descalzar über den extrem BF-feindlichen Islam parodistisch zu Felde zog (auch Zausel hat hier bereits Wunderbares geschrieben), bin ich fast gestorben vor lauter positivem & befreiendem Lachen. Wie kann man eine Religion gutheißen, die in Ländern mit Scharia Frauen, die privacy-outdoor BF gesehen werden, mit mindestens 30 mittelalterlichen Peitschenhieben demütigt/quält?

Zitat von Dominik R.
Dazu sage ich nur: Das System hat keine Fehler, es ist der Fehler!


Für mich ist mein politisches Credo die Verfassung der USA von 1776 mit deren 2nd Amendment sowie deren Variante in Form der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland von 1949. Diesem System hat sich allerdings trickreich durch Unachtsamkeit von Politikern & Bevölkerung ein übergeordnetes (nach dem Willen der "Trickser") übergestülpt, welches die Verfassung unseres Landes sowie insbesondere in USA aufgrund "finanzieller & leistungsgebundener Notwendigkeiten" überschreibt - unter zunehmender völliger Ignoranz immer tiefergehender elementarer menschlicher Grundrechte & Bedürfnisse.

Hierzulande fing das in den frühen 1990er Jahren mit dem AMD-Chipwerk in Dresden an. Es ist das Prinzip: Enststehen Gewinne, kriegen sie die Manager & Großbanker. Entstehen Verluste, trägt sie die Allgemeinheit.

Verallgemeinert sage ich für die USA in < 10 Jahren, für Europa & die übrige Weltbevölkerung etwas später eine Art systemischen Chaos-Zusammenbruchs voraus, der schon rein mathematisch & ideologieunabhängig auf einer zur Irreversibilität zementierten Extrem-[Arm/Reichverteilung] beruht & als globales Gesellschaftsmodell - auch unter versuchter Aufrechterhaltung mittels einer Melange aus Existenzkampf-Druck bis hin zu regelrechtem Terror - nicht funktionieren kann.

Das Finalstadium sieht dann so aus, daß einige 100 hyperreiche Family-Clans oder so in einer Art Trauminselbezirke verschanzt, von Privatarmeen mit Ringen aus Panzerverbänden oder so gegen evtl. heranstürmende Horden der übrigen 95 ... 99 % der Weltbevölkerung geschützt, ihrem Dolce Vita nachhängen.
Ein paar der übrigen 95 ... 99 % der Menschheit werden noch als Lakaien irgendwas in diesen Sonderbezirken zu arbeiten haben. Sie werden das streng in Stil & Etikette & voll fett beschuht tun müssen.

Der Rest haust jeweils wie ein Stück Vieh in irgendwelchen Erdlöchern oder so. Fabriken gibt´s keine mehr, allenfalls noch Manufakturen mit einem Ausstoß von ein paar 1000 Stück an Nobel- & Edelgütern pro Jahr. Wozu auch sonst überhaupt noch industrielle Produktion...?, da schließlich Kaufkraft der eigentlichen Weltbevölkerung = 0.

Mit einem konkreten Beispiel möchte ich diesen Artikel wg. Länge schließen. Es zeigt aber, daß sich die Entwicklung der Weltgesellschft genau in diese Richtung bewegt, wie mir ein amerikanischer Geschäftsfreund in einem kürzlichen Telefonat mitteilte. Die Idee fand aber, als sie auch in Richtung deutscher Arbeitgeberverbände geäußert wurde, bereits großen Anklang.

Ein amerikanisches Pendant zu unserem Gesamt-Arbeitgeberpräsidenten Dieter Hundt dachte auf einer Tagung laut darüber nach, für was ein(e) chinesische[r] Arbeiter(familie) überhaupt eigentlich eine eigene Wohnung mit eigenem WC, Bad, eigener Küche & so braucht. Diese Einrichtungen jeweils für jede Privacy jeder einzelnen Sippschaft zu finanzieren, treibt des Fabrikanten Kosten in die Höhe - weil er das ja schließlich per Gehaltszahlung möglich machen muß.
Also sollen jetzt angeblich bereits (oder zukünftig) in der chinesischen Provinz Guangdong, wo 95% der nichtmilitärischen Weltelektronikhardware produziert werden, kasernen- oder barackenlagerähnliche Gebilde entstehen, wo´s Schlafsäle für die Familien gibt & sich 200 Personen 1 Dusche, 1 WC teilen. Gerüchtehalber hat jeder morgens 90 sec zum Duschen Zeit, danach wird der Nächste aufgerufen (angezeigt mit Digital-Countdownuhr in der Dusche nach Schließen der Tür). Funktioniert die Disziplin nicht, gibt´s Sanktionen, Strafmaßnahmen, Lohnkürzungen oder so. Die früher übliche individuelle Privacy-Küche wird durch eine Art Gulaschkanone ersetzt. Ist "effizienter" & kostet die Fa., die ja letztendlich allen Lebensstandard ihrer Arbeiter zahlen muß, weniger.
& für die Firmenuniform & die selbstverständlich in 'ordentlichem Zustand' zu haltenden Schuhe ist immer gleichviel oder sogar immer mehr Geld vorhanden...

Freudlose BF-Grüße, Jay


Jörg (FFB) Offline




Beiträge: 212
Punkte: 209

13.07.2010 23:24
#2 Systemwechsel Zitat · antworten

Hallo Jay,

was ist los mit Dir? Du wirst doch nicht etwa zu alter Stärke zurück finden und Dich statt mit HBF-Bashing und obstrusen Verschwörungstheorien mit vernünftigen Themen beschäftigen?

OK, ist ja eigentlich ein Barfußforum hier, aber dieser Beitrag von Dir - einer Deiner besten in den letzten Monaten, was aber angesichts Deines zuletzt unterirdischen Niveaus auch nicht so schwer ist - verdient eine Antwort.

Zunächst mal sehe ich durchaus eine gewisse Gefahr, daß das von Dir beschriebene Horrorszenario tatsächlich in einer fernen Zukunft mal Wirklichkeit werden könnte. Wenn vielleicht auch nicht so schnell und nicht so extrem wie von Dir geschildert und befürchtet. Der Grund: Seit es Menschen gibt, versuchen sie (bzw. einige wenige) sich auf Kosten anderer zu profilieren und/oder bereichern, EGAL in welchem System! Man kann das wirklich in allen (!) politischen Systemen sehen; es sind immer die Skrupellosen, die zum Schluß davon profitieren bzw. es so umbauen und ändern, daß sie davon profitieren. Momentan erleben wir den Machtwechsel von den Nationalstaaten und Wirtschaftsräumen wie USA, EU etc. hin zu den multinationalen Konzernen und Banken. Schon jetzt sind Bilanzsummen mancher Dax und Dow-Jones Unternehmen größer als das BSP vieler kleinerer Staaten.

Mit der Wirtschaftsmacht und der Globalisierung der Konzerne verschwindet der Machteinfluß der auf Eigeninteressen basierenden und entsprechend organisierten Nationalstaaten. Dieser Machtwechsel führt dann auch zu einem Systemwechsel, denn wer die Macht hat, bestimmt auch, wie sie verteilt und verteidigt wird. Soll Angie (oder wahlweise Gregor Gysi für die Sozialromantiker hier) doch Gesetze verabschieden wie sie will, dann bauen wir unseren Konzern eben in Rumänien (siehe z.B. Nokia), China oder in - sagen wir - Uganda oder im Kongo auf. Letzteres werden wir in einigen Jahrzehnten wirklich erleben: Afrika wird der neue Billiglohnkontinent, China hilft da jetzt schon kräftig mit, ohne Skrupel, ob an Diamanten und Öl Blut klebt oder nicht.

Unsere Zukunft wird also wesentlich davon abhängen, wie die großen multinationalen Konzerne organisiert sind. Und die sind eher streng hierarchisch aufgebaut und rein auf Wirtschaftsinteressen ausgerichtet. Das zu ändern wird die große Herausforderung sein. Momentan sind viele Großkonzerne noch eher westlicher Prägung mit zumindest noch in Ansätzen erkennbaren humanistischen Grundzügen, aber wie sieht das in Zukunft aus? Wenn die Foxconns dieser Welt mehr und mehr an Einfluß gewinnen?

Und damit sind wir zurück bei meiner Einleitung: Es wird immer eine (kleine?) Gruppe von Menschen geben, die sich auf Kosten anderer am liebsten ohne große Regeln bereichern möchte und die werden in Zukunft keine Diktatoren mehr werden sondern Leiter eines einflußreichen Großkonzerns.

Das ist jetzt natürlich alles extrem verkürzt und ergo auch nicht durchgehen schlüssig dargestellt - eine ausführliche Beschreibung der Verhältnisse, die uns da drohen, wie sie sich entwickeln werden und wie man sie vielleicht verhindern kann, würde ein ganzes Buch füllen und reicht kaum für ein Posting. Die Quintessenz ist aber, daß man bei jeder Systembetrachtung den Menschen bzw. seine Natur berücksichtigen muß. Daher funktionieren idealisierende ideologische Systeme nicht, denn sie gehen von falschen Menschenbildern aus, die die Komplexität des Menschen nicht berücksichtigen: Weder der Nazionalsozialismus (falsches Menschenbild: Rassismus) noch der Sozialismus (falsches Menschenbild: Altruistische Arbeiterklasse) noch der Kapitalismus/Neoliberalismus (falsches Menschenbild: Homo Oeconomicus) noch totalitäre Religionen (falsches Menschenbild: alle glauben an Gott) können oder konnten sich auf Dauer behaupten. Und unsere modernen Demokratien sind nun eben gefährdet durch ihre zunehmende Bedeutungslosigkeit im Strudel der weltweit agierenden Multikonzerne, die notfalls ihre Produktionsstätten eben dorthin verlagern, wo Gesetze und Menschenrechte weniger "streng" sind. Eine Demokratie ohne Wirtschaft funktioniert aber nicht, denn schlußendlich gilt dann doch der simpelste Nenner aller Menschenbilder: Der Mensch ist, was er ißt. Und wehe, der Teller bleibt leer...

Serfuß,
Jörg

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Jörg 2 Offline




Beiträge: 938
Punkte: 927

14.07.2010 08:37
#3 RE: Systemwechsel Zitat · antworten

Ach jeh!
J.


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