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Dieses Thema hat 4 Antworten
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AllgaeuYeti Offline




Beiträge: 185
Punkte: 175

21.09.2010 14:21
Aktuelles „meteorologisches Abenteuer“ Zitat · antworten

(Die Pointe der Geschichte kommt weiter unten im Text)

Hallo Leute,

heute Früh fand ich mich plötzlich in einem aufregenden Abenteuer wieder. Ich machte eine Trainings-Radtour bis ins 55 km entfernte Memmingen – dort dachte ich jetzt wird es Zeit wieder zurück zu radeln. Ich war am nördlichen Stadtrand von Memmingen, als ich nördlich der Stadt eine heftige Gewitterfront rasch näher kommen sah. An einer bogenförmigen Wolkenfront die sich von Ost nach West erstreckend im Westen Richtung Nordwesten bog schossen mehrere dunkelgraue Blumenkohl-Wolkentürme rasant in die Höhe. An der Front knapp nordwestlich von mir sah ich wie die Wolkenbasis so eines Blumenkohl-Turmes sich in deutlich sichtbarer Rotation befand. Kurz darauf sah ich von dort zum Erdboden einen dicken dunkelgrauen Rüssel eines starken Tornados zum Boden reichen – und sich rasant der Stadt nähern.

Ich bestieg mein Fahrrad und radelte auf der Flucht vor dem Tornado stadteinwärts davon – wissend dass der Tornado viel schneller kommt als ich radeln kann und auf der Suche nach einem tornado-sicheren Versteck. Viele Passanten denen ich begegnete hatten womöglich die Gefahr noch nicht gesehen, ich rief denen zu sie sollten möglichst schnell Schutz in Kellern oder Unterführungen suchen. Schließlich sah ich selber den Eingang zu einer leeren Lagerhalle die stabil aus Beton gebaut aussah. Dort flüchtete ich hinein und sagte auch zu 2 Jugendlichen sie sollten mir in die Lagerhalle folgen.

In diesem Moment war der Tornado auch schon über der Lagerhalle. Ich sah nur wenig nach draussen – nur kleine Tür- und Fenster-Öffnungen waren in der Lagerhalle offen. Aber ein geschlossenes großes Hallentor aus Eisen vibrierte sehr stark und sogar Funken sprühten von diesem Eisentor weg – ich hatte Angst der Tornado könnte das Eisentor wegreissen und durch die Halle fegen. Ich und die 2 Jugendlichen kauerten uns in den Türrahmen eines großen Lastenaufzuges um in diesem Winkel möglichst geschützt zu sein. Ich dachte mir, drinnen im Aufzug bin ich in einem noch geschützteren engeren Raum – hatte andererseits aber Angst ich könnte am Schluss in einem abstürzenden Aufzug gefangen sein. Ich drückte den Tür-Öffner-Knopf des Aufzuges, damit wir uns im Aufzug verstecken könnten – und damit die Aufzug-Türe aber offen bleibt schob ich Gegenstände in die Aufzugtüre (unsere Fahrräder, Trassierband-Ständer).

Kurz überlegte ich mir, ob ich die 2 Jugendlichen fragen sollte, ob sie schon über das Leben nach dem Tod nachgedacht haben und sich darauf vorbereitet haben – dann ließ ich diese Frage aber sein, weil sie mir albern vorkam.

Aber ich begann den Jugendlichen gegenüber etwas enttäuscht zu lamentieren: „Das ganze Leben wünsche ich mir schon mal life hautnah einen Tornado zu erleben – jetzt ist der Tornado da und ich verstecke mich ängstlich in der Lagerhalle und sehe fast nichts von dem Unwetter draussen. Nicht mal meine Digicam habe ich dabei um das Ganze durch ein Fenster zu filmen.“

Plötzlich kurze Erleichterung. Ich dachte der Tornado wäre vorbei. Aber falsch gedacht: Ich sah durch einen Spalt die Nachbarhäuser sich plötzlich zur Seite und nach unten wegbewegen. Oh je, Der Tornado saugt gerade meine Lagerhalle in die Höhe! An meiner relativen Bewegung entlang der anderen Häuser versuchte ich meine Höhe und Geschwindigkeit ab zu schätzen. Ich hoffte doch sehr dass meine Lagerhalle möglichst sanft wieder landen würde.

Plötzlich hörte ich ein Handy klingeln. Ich dachte: Meine Angehörigen in Immenstadt haben in den Medien von dem Unwetter gehört und rufen mich jetzt aus Sorge an. Dann kann ich ja gleich ans Handy gehen und voller Stolz und Sensationsgier berichten, dass ich gerade life im Tornado bin und mit einer Lagerhalle durch die Luft fliege.

Tja, doch dann die banale Ernüchterung: Das Handy-Klingeln war ein versehentlich gestellter Handy-Wecker und ich wachte aus meinem abenteuerlichen meteorologischen Katastrofen-Traum auf. Ich war schon sauer auf den Wecker – war mein Abenteuer doch gerade so spannend und aufregend dass ich das gerne noch weiter erlebt hätte.

Aber vielleicht hatte der Wecker auch sein Gutes: Wäre ich in dieser Situation nicht aufgewacht und hätte mein tolles Abenteuer noch ein wenig weiter „erlebt“, dann wäre ich eventuell aus diesem Traum wieder in den Tiefschlaf gesunken und hätte keine so klare Erinnerung mehr daran. Und Euch wäre es erspart geblieben, dass ich Euch hier mit dieser Story nerve.

Ich bin ja schon seit Jahrzehnten sehr an Klima und Wetter interessiert, vor allem an spektakulären Wetter-Ereignissen. Und dieser Tage hat sich im "Gelben Schwester-HBF" ein echter Meteorologe im Kennenlern-Forum gemeldet, Hubertus alias HSN, mit dem ich ja schon einen kleinen Gedankenaustausch in Repliken angefangen habe. In diesem Sinne sei mein (Alp-?)Traum und dieser Bericht darüber dem Hubertus gewidmet. (Habe diesen Bericht bis auf geringe Änderungen aus dem "Gelben" kopiert - deshalb meine Anspielung auf ein neues Mitglied im "Gelben".)

Noch ein kleiner Vergleich meines Traum-Geschehens mit der von mir vermuteten realistischen Wirklichkeit eines starken Tornados:

In eine leere Lagerhalle zu fliehen stelle ich mir gefährlich vor: Teile des Flachdaches könten vom Tornado weggetragen werden und teilweise in die Halle stürzen und mich erschlagen. Meine Warnung an die Passanten am Beginn des Traumes war realistischer: Sie sollten schnellstmöglich Kellerräume und Straßen-Unterführungen aufsuchen. Bei Kellern ist noch die Frage wichtig wie das Haus darüber gebaut ist – ob die Gefahr besteht dass es beim Einsturz auch den Keller zum Einsturz bringt. Moderne Beton-Hochhäuser dürften bei einem schweren Tornado in ihrem Kern – weit von Fenstern entfernt – sicher sein. Ein Tornado dürfte nicht die Macht haben so ein Hochhaus einstürzen zu lassen – nur eben muss man von allen Fenstern entfernt bleiben, also in irgendwelche fensterlose Flure oder Waschräume gehen. Denn durch Fenster könnte man sowohl ins Freie gesaugt werden, als auch Bäume, Autos, Mülltonnen und andere flugfähigen Gegenstände um die Ohren bekommen. (Fast hätte ich es vergessen: Auch Glasscherben.)

Was noch sehr unrealistisch an meinem Traum war: Irgendwelsch Hallen die ein Tornado anhebt und wegfliegen lässt, die fliegen wohl mit Dächern und Wänden davon, der Betonboden auf dem Fundament bleibt aber am Boden zurück. Also dass meine ganze Halle inklusive Betonboden in einem kompakten Stück wegfliegt wird es wohl nicht geben. Auch wäde so eine Lagerhalle mit Betonwänden für irdische Tornados zu schwer zum fliegen.

Übrigens noch etwas zu Sturm-Gewalten:

Bei rund 28 °C Wassertemperatur im tropischen Atlantik bauen sie in der Atmosphäre darüber Energien auf, die Hurricanes auslösen. Die werden bis zu etwa 15 km hoch und deren bis zu etwa 300 km/h Windgeschwindigkeit lässt noch keine schweren Betongebäude und schweren Lokomotiven zum Fliegen bringen. In einer wissenschaftlichen Sendung habe ich aber gesehen, in der Erdgeschichte gab es schon sehr viel schwerere Stürme: Wenn grössere Meerwasserflächen nicht nur gut 30 °C sondern vielleicht 60 oder 80 °C heiss sind könnten soger noch Grosse Brüder von Hurricanes entstehen, „Hypercanes“. Die reichen bis in etwa 30 km Höhe und haben 800 km/h schnelle Winde – dann gibt es auch große Betonbauteile und schwere Lokomotiven im Tiefflug. Zuletzt soll es so etwas vor etwa 65 Millionen Jahren gegeben haben: Als der 10-km-Asteroid vor Mexiko ins Meer einschlug hat sich der glutheisse Krater wieder mit Meerwasser gefüllt das dann noch eine Zeit lang so heiss gewesen sein soll, dass so mancher Dino so einen „Hypercane“ erleben konnte („er“-leben, leider nicht „über“-leben).

Oh je, jetzt ist mein (Alp-)Traum-Bericht noch zur Doktorarbeit mutiert!

In diesem Sinne Euch allen schöne Grüße vom „Cyberspace-Abenteuer“,

Euer Karl Heinz Haidlas


Markus U. Offline

Admin


Beiträge: 1.943
Punkte: 794

21.09.2010 19:57
#2 RE: Aktuelles „meteorologisches Abenteuer“ Zitat · antworten

Hi Karl- Heinz,

es ist schon imteressant, wie intensiv und "realistisch" sich manche Träume anfühlen - aber ich wäre nicht ernüchtert, sondern erleichtert, wenn mich der Wekker aus einem solchen Traume weckte (wahrscheinlich käme es bei mir aber gar nicht soweit, weil ich vorher vor Schrekken aufwachte).

Vor ein paar Wochen habe ich übrigens in Brüggen einen echten Wirbelsturm erlebt: ich befand mich in einem Gebäude und sah, wie ein großes Metallschild aus seiner Verankerung gerissen und etwa zwanzig Meter weit über die Straße geweht wurde. Auch einige Bäume wurden "gefällt", und nur die Stümpfe staken noch im Boden. In dem Gebäude fühlte ich mich meines eigenen Leibes und Lebens durchaus sicher; ich hatte nur Angst, daß mein Auto von irgendwelchen Gegenständen getroffen werden könnte; zum Glück ist aber nichts passiert. Gebäude sind also im Zweifel die sicherste Wahl (einer wakkeligen Lagerhalle aus Leichtmetall tät ich aber wohl nicht trauen), aber wenn man sich auf freiem Felde befindet, ist es wohl am sichersten, wenn man sich flach auf den Boden legt.

Barfüßige, derzeit fast windstille Grüße,
Markus U.


Manfred (Ten) ( gelöscht )
Beiträge:

21.09.2010 20:31
#3 RE: Aktuelles „meteorologisches Abenteuer“ Zitat · antworten

http://www.tornadoliste.de/tornadoliste2008.htm

runterscrollen bis 21.03.2008

das war "mein" Tornado - leider kein Traum, sondern der hat massiv unser und das Nachbarhaus abgedeckt...





Nachdem auch im anderen Forum meine ganzen bei "image banana" runtergeladenen und verlinkten Fotos vom Teninger Treffen im Nirwana verschwunden sind mache ich mir die Arbeit nicht noch einmal - hier waren es Bilder unseres beschädigten Daches


AllgaeuYeti Offline




Beiträge: 185
Punkte: 175

21.09.2010 23:40
#4 Ein ethisches Problem mit meiner "Unwetter-Geilheit" Zitat · antworten

Zitat von Manfred (Ten)
...
das war "mein" Tornado - leider kein Traum, sondern der hat massiv unser und das Nachbarhaus abgedeckt...
...



Grüß Dich Manfred, hallo Markus, hallo Leute,

ich liebe einfach spektakuläre Natur-Gewalten, und wenn ich nicht zu viel Angst davor habe erlebe ich sie auch gerne hautnah mit.

Doch andererseits geht meine "Unwetter-Geilheit" schon grenzwertig in die Nähe des "Zynismus" wenn Menschen darunter leiden müssen - auch 10.000 € für eine Dach-Reparatur bedeutet "Leiden", wenn man bedenkt wie lange man für das Geld schwer schuften muss. Für Dich Manfred hoffe ich sehr, dass Euere Dachreparatur damals die Versicherung gezahlt hat?

Trotzdem sehe ich noch einen ethischen Unterschied, ob ich mich als Schaulustiger an einem Verkehrsunfall ergötze, oder ob ich ein Schwergewitter mit Tornado "geil" finde: Der Verkehrsunfall ist durch menschliches Fehlverhalten verschuldet und durch diese Verfehlung gibt es menschliches Leid. Beim Schwergewitter darf ich mich ethisch schon eher daran erfreuen, weil eben derartige Natur-Gewalten erst die Evolution auf der Erde beschleunigt haben und uns unsere Zivilisation gebracht haben.

Na ja - jetzt werde ich philosophisch wohl so kompliziert, dass ich selber nicht mehr ganz verstehe was ich da schreibe.

Schöne Grüße,

Karl Heinz Haidlas


Engel Offline

Admin


Beiträge: 1.438
Punkte: 666

22.09.2010 08:59
#5 RE: Aktuelles „meteorologisches Abenteuer“ Zitat · antworten

Meinen ersten Tornado erlebte ich im alter von 32 Tagen am 10.07.1968 im Pforzheim.
Dieser Tornado "kümmerte" sich aber net nur um Wellblechhütten und so, sondern zerstörte über 2000 Häuser.
Meine Eltern meinten immer zu mir ich könne froh sein, das ich den Sturm nicht bewusst mit bekommen habe.
Dieser Tornado ist mitunter ein Grund dafür, das Pforzheim keine so schönen alten Sehenswürdigkeiten hat wie Köln, Freiburg, Ulm, München, etc.
Denn bei dem Ereigniss wurden die wenigen noch teils erhaltenen alten Gebäude auch noch zerstört, mit Ausnahme weniger Gebäude, welche sowohl das Bombardement im WK2, sowie den Tornado überlebt haben.
Pforzheim hat diesbezüglich wohl kein Glück, außer dass das Orkantief Lothar an ihm vorbei zog, mich aber dann widerum voll in meinem Heimatort Althengstett traf.

Ich liebe es sehr den Naturgewalten bei ihrer "Arbeit" zuzuschauen und die Kräfte zu spüren die dahinter stecken. Trotzdem werd ich mein Leben net unbedingt dabei aufs Spiel setzen so einem "Event" beizuwohnen.

Gruß Engel

http://www.bbq-county.de/shop/index.php

http://www.mysaarbq.de/index.php?sid=5cb...6029bf3f8853c17


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