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Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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Dieses Thema hat 9 Antworten
und wurde 336 mal aufgerufen
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 Barfuß und Leben
Dieter (Bochum) Offline




Beiträge: 1.300

20.03.2019 16:43
Ziellos (barfuß oder auch beschuht) vagabundieren auffällig? Zitat · Antworten

Hallo liebe Leute,

sehr oft versuche ich, mein Leben zu analysieren (eigentlich mache ich das sogar
mein Leben lang, permanent).
Und ich spreche auch mit allen möglichen Leuten darüber, um immer alles aufzuklären.

Dabei ist mir auch aufgefallen, dass ich ein Vagabund bin, der - infolge der schlimmen
Lebenssituationen zwangsläufig - ziellos, wie ein Vagabund, durch alle möglichen Gegenden
geht, sei es barfuß, in Sandalen oder auch fett beschuht.

Bei unseren Barfußtreffen fiel mir auf, dass wir sowohl durch Waldgebiete als auch durch
Innenstädte gingen und Kultureinrichtungen und Sehenswürdigkeiten und Geschäfte besuchten.
Auch privat seid Ihr ja fast ausschließlich in Wandergebieten, Innenstädten, Geschäften,
Gasthöfen, Kultureinrichtungen und Sehenswürdigkeiten unterwegs.

Ich hingegen schaue mir in sehr vielen Orten besonders Wohnsiedlungen, Fabrikviertel und
Bauernland an, und zwar immer allein, sowohl barfuß, in Sandalen als auch fett beschuht.
Außerdem sehe ich sehr erschöpft und verbittert aus, wie Ihr auch auf meinen Fotos erkennt.
Das wirkt auf kritische "bürgerliche" Beobachter möglicher Weise sehr auffällig und sonderbar,
vielleicht auch deplaziert und unästhetisch.

Ist es denkbar, dass vielleicht die gleichen Leute, die Euch barfuß akzeptieren, deshalb bei mir
intoleranter und irritiert und verunsichert reagieren?

Da es sicherlich auch andere auffällige und nicht nur gutbürgerliche Barfüßer gibt, bitte ich Dich,
Gabriel, diesen Beitrag nicht zu verschieben, weil es auch um Barfüßigkeit von auffälligen Leuten
geht, die hier eventuell angesprochen sein und Rat finden könnten.

Liebe Grüße von Dieter


Lebenskünstler Offline

Admin


Beiträge: 711

20.03.2019 20:06
#2 RE: Ziellos (barfuß oder auch beschuht) vagabundieren auffällig? Zitat · Antworten

Lieber Dieter,

sind wir nicht alle irgendwie Vagabunden?
Na ja, vielleicht nicht alle – doch zumindest ich zähle mich ganz gewiss zu den Herumwandernden.
Manchmal ratlos, oft rastlos, doch immer auf der Suche nach neuen Eindrücken.

Inwiefern bist du jetzt besonders auffällig, und nicht gutbürgerlich?

Da wir uns nicht persönlich kennen, kann ich nur von deinen Fotos urteilen.
Da wirkst du zwar oft ein bisschen müde, vielleicht auch fix und alle – doch nicht schlimmer als andere Männer deines Alters.
Ich möchte nicht wissen wie viele Menschen um die 60 und darüber deutlich fertiger aussehen als du.
Auf gar keinen Fall bist du unästhetisch anzusehen.
Und diejenigen die dich schräg anschauen werden selber mal alt, grau, haben ne Plät, und/oder gehen krumm und bucklig.

Es hängt viel vom Selbstbewusstsein ab, wie sich eine Situation entwickelt.
Du glaubst gar nicht, wie oft ich schon schief angeschaut wurde, oder saublöde angemacht.
Je nach Situation lach ich den Menschen dann gerade ins Gesicht, ignoriere sie
oder lass auch mal einen (manchmal wirklich nicht stubenreinen) blöden Spruch los.
Das ist aber eher die Ausnahme.

Standard ist eher, einen Witz über das Ganze zu machen.
Wenn zum Beispiel jemand sagt: "sie haben ja gar keine Schuhe an" –
dann tu ich ganz verdattert, schau auf meine Füsse und meine nur
"Echt? … Ist mir noch gar nicht aufgefallen… ".
Bei dummen Sprüchen von halbwüchsigen Blagen kann ich aber auch schon mal richtig böse werden.

Bei Barfusstreffen liegt es in der Natur der Sache,
eine den meisten bisher unbekannte Landschaft oder eine Stadt zu besichtigen, und hier das herauszupicken,
was allgemein als "Sehenswürdigkeit" gilt. Eine ganze Gruppe wird selten dumm angemacht,
es gibt aber fast immer neugierige Fragen von Passanten für die es ungewöhnlich ist, ohne Schuhe unterwegs zu sein.
Da wird dann ein bisschen geplaudert, alles löst sich in Wohlgefallen auf.

In einem muss ich dich jetzt sehr enttäuschen:
auch wenn es nicht so aussieht, ich bin doch mehr ein Einzelgänger.
Einer meiner flapsigen Sprüche lautet "Sehenswürdigkeiten kann ich mir im Buch anschauen" –
also gehe ich wie du in Hinterhöfe, Arbeiterviertel, normale Siedlungen.
Oder auch mal in verlassene Industrieruinen usw.
Sehr oft treibe ich mich an Bahnhöfen herum – beim Hinterausgang,
da wo der Normaltourist nicht hingeht, oder falls vorhanden in Hafengegenden.

Am ehesten kommt da ab und zu ein Hinweis,
ob es nicht zu kalt / der Boden zu hart ist, oder dass hier überall Scherben liegen.

Was sind deiner Meinung nach "auffällige" Barfüsser?

Je souveräner du selber auftrittst, desto mehr prallt dumme Anmache an dir ab.
Probier es mal!

lieber Gruss von Gabriel


Michael aus Zofingen Offline



Beiträge: 670
Punkte: 248

21.03.2019 06:29
#3 RE: Ziellos (barfuß oder auch beschuht) vagabundieren auffällig? Zitat · Antworten

Hallo Dieter,

auffällig und auffällig ist ein Unterschied. Und in der Tat stimmt es, daß die Gefahr, blöd angemacht (oder auch nur auf nervige Art angesprochen) zu werden, abhängig davon, wo man sich gerade aufhält, von der Tageszeit und ob man allein oder in Begleitung ist. Auch spielt es eine Rolle, ob man als Mann oder als Frau alleine unterwegs ist. Eine elegant gekleidete eher junge Frau wird vielleicht von primitiven Männern dumm angequatscht. Eine alte, gebrechlich aussehende Frau wird vielleicht eher das Opfer eines Entreißdiebstahls. Und eine schlicht gekleidete Frau, die im ersten Augenblick aussieht wie eine Bäuerin, die in der Lage ist, auf dem Feld kräftig zupacken, wird am wenigstens belästigt, weil sie nicht ins "Klientel" der Lüstlinge fällt, aber auch nicht unbedingt für Entreißdiebstähle geeignet scheint.

Bei Männern werden tendenziell solche "bevorzugt" schikaniert, die gebrechlich wirken (wer legt sich schon gerne mit einem Mann mit Boxerstatur an?) und solche, die offensichtlich arm aussehen (ein reicher Mann kann sich einen teuren Anwalt erlauben). Generell kommt noch hinzu, daß Männer, die sich am Tage irgendwo herumtreiben, für arbeitsscheu gehalten werden. Auch wenn heute auch viele Frauen berufstätig sind, existiert in den Köpfen immer noch, daß der Mann arbeitet und die Frau am Herd stehen darf. Daß es berufstätige Männer gibt, die im Schichtdienst arbeiten, daß berufstätige Männer auch mal Ferien haben oder Rentner werden, wird viel zu gerne verdrängt. Für extrem homophobe Menschen gilt ein Mann nicht nur als schwul, wenn er mit einem anderen Mann (egal ob Lebenspartner, Bruder, Geschäftskollege) unterwegs ist, sondern allein. Schwule (oder auch nur vermeintlich schwule Männer) werden besonders gerne von Skinheads schikaniert, aber auch von viele Polizisten sind entweder homophob oder aber sie tun zumindest so aus Angst, sie könnten von Kollegen selbst für schwul gehalten werden.

Beim Wandern in Wäldern ist die Gefahr, belästigt zu werden, gering, weil sich Gesocks dort nicht aufhält. In den Innenstädten hält sich auch kein gefährliches Gesocks auf (oder wird zumindest nicht "aktiv"), weil dort Zeugen sind und die Polizeipräsenz höher.

Ich gehöre auch eher zu den "auffälligen" Barfüßern. Da ich weniger kälteempfindlich bin als andere, trage ich auch im Winter kurze Hosen und trenne mich auch eher als andere von einer Jacke. Weiterhin neige ich dazu, mich von alter Kleidung erst dann zu trennen, wenn sie wirklich nicht mehr zu gebrauchen ist. Auch bin ich von Statur eher dünn und ich habe einen etwas auffällig gebückten Gang seit meiner Kindheit. Weiterhin neige ich dazu, bei körperlicher (Über-)Anstrengung eher eine Sache zu Ende zu führen als aufzugeben (d.h. lieber 3 km nach Hause zu humpeln als ein Taxi rufen). Wenn alles zusammentrifft, könnte man mich für arm und für gebrechlich halten, unabhängig davon, ob ich barfuß bin oder auch nicht. So ist man geeignet als Zielscheibe für Gesocks, für Personen, die es eigentlich gut meinen, jedoch zu "falschen" Mitteln greifen, in spießigen Wohnquartieren für Rentner, die hinter den Gardinen lauern, um Falschparkierer, ausländisch oder nach Pennern/Hausierern/Jehovas Zeugen usw. aussehende Personen der Polizei zu melden.

Ich habe festgestellt, daß die Personenkontrollen mir gegenüber zugenommen haben, seitdem meine Haare nicht mehr die original braune Farbe hatten, sondern gräulich wurden. Und das war vor meiner Barfußzeit.

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


Montanara Offline




Beiträge: 260

21.03.2019 08:27
#4 RE: Ziellos (barfuß oder auch beschuht) vagabundieren auffällig? Zitat · Antworten

Ich kann mich meinen Vorschreibenden nur anschliessen. Die eigene Ausstrahlung, das eigene Selbstbewusstsein, hat enorm viel damit zu tun, wie mir die Leute begegnen. Unabhängig davon, wo ich bin, ob während einer Wanderung, während einer Schlossbesichtigung oder ob ich durch ein Quartier stromere ( ich finde, eine Sehenswürdigkeit darf nicht isoliert angeschaut werden - die Hinterhöfe sind ebenso spannend!).
Wenn Du denkst, du siehst erschöpft und verbittert aus, dann strahlst Du das auch aus. Und wirst, wie Du selber feststellst, zur Zielscheibe.
Wenn Du aber heute beschliessest, dass Du ab sofort vielleicht noch erschöpft, aber neugierig, offen und interessiert (und das BIST Du, das zeigen Deine Beiträge!) aussiehst und mit dieser Haltung auf Deine Erkundungstouren gehst - Du wirst eine Menge interesanter Begegnungen haben!

Liebe Grüsse
Dorothea


André Uhres Offline

Admin


Beiträge: 1.300
Punkte: 3

21.03.2019 14:33
#5 RE: Ziellos (barfuß oder auch beschuht) vagabundieren auffällig? Zitat · Antworten

Auch wenn man kein Ziel hat, soll man sich immer so bewegen, als hätte man eins, und schon ist man kein Vagabund mehr. Das ist das ganze Geheimnis .


Dieter (Bochum) Offline




Beiträge: 1.300

21.03.2019 15:16
#6 RE: Ziellos (barfuß oder auch beschuht) vagabundieren auffällig? Zitat · Antworten

Hallo,

vielen Dank für Eure Mut machenden Reaktionen!
Noch eine Zusatzfrage:
Geht jemand von Euch auch gerne auf Friedhöfe und versucht vielleicht noch, mit Vögeln zu kommunizieren?

Liebe Grüße von mir


Montanara Offline




Beiträge: 260

21.03.2019 16:21
#7 RE: Ziellos (barfuß oder auch beschuht) vagabundieren auffällig? Zitat · Antworten

Ich wähle mir eigentlich kaum einen Friedhof als Ziel, aber wenn ich an einem vorbeikomme und Zeit habe, halte ich dort gern inne. Ich geniesse einfach die friedvolle Athmosphäre und höre den Vögeln zu - „rede“ aber nicht mit ihnen.


Lebenskünstler Offline

Admin


Beiträge: 711

21.03.2019 18:31
#8 Friedhöfe Zitat · Antworten

Auf Friedhöfe gehe ich ausgesprochen gern.
Für mich ist ein Friedhof ein Ort der Ruhe, der Stille, auch des Friedens.
(sagt ja der Name schon)

Vögeln höre ich eher bei mir zu Hause im Garten zu.
Mit ihnen kommunizieren ist allerdings zu viel gesagt.
Über ein "na du" geht es meist nicht hinaus.

liebe Grüsse Gabriel


Dominik R. findet das Top
Dominik R. Offline

Admin


Beiträge: 1.598
Punkte: 708

21.03.2019 20:00
#9 Hoppenlau-Friedhof Stuttgart Zitat · Antworten

Der Hoppenlau-Friedhof Stuttgart ist mein Lieblingsfriedhof.

https://www.fotowege.de/der-hoppenlaufri...-oase-der-ruhe/


Dieter (Bochum) Offline




Beiträge: 1.300

22.03.2019 13:59
#10 RE: Hoppenlau-Friedhof Stuttgart Zitat · Antworten

Besonders interessant soll der riesige Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf sein.


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