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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Barfuß und Leben
Jay Offline




Beiträge: 702
Punkte: 695

27.03.2010 08:11
US-BF-Verbotshysterie tatsächlich rein ideologisch Zitat · antworten

Hi,

bei meinem heißen Bemühen, das mit Barfpfotenbaer kürzlich besprochene Bild zu finden, hab' ich zunächst 'mal in Google den Suchbegriff [No Shoes, No Shirt, No Service] durchgekämmt. Dabei stieß ich auf wenigstens 1 Hersteller solcher Pictogramme, ob´s noch mehr derartige Manufacturers gibt, laß' ich jetzt einfach 'mal offen:

http://www.mydoorsign.com/Door-Signs/No-...vice-Signs.aspx

Oft ist im alten HBF darüber debattiert worden, ob diese seit ca. 1985 aufgekommene, vor allem in CA grassierende Anti-BF- & [Stil & Etikette]-Hysterie rein ideologischer Natur ist [bis hin zur Psychodimension (ungefähr ausgedrückt): Wer mit BFigen oder hemdlosen Kunden/Gästen keine Geschäfte¹ machen will, will 'was Besseres sein] oder ob das von Sorgen a 'la [Könnte sich jemand 'was eintreten & dann ist haftungsrechtlich der Teufel los] herrührt; immerhin ist ja meiner unscharfen Erinnerung nach McDonalds oder sowas zu 100 000en $ verknackt worden, weil sich jemand am zu heiß ausgeschenkten Kaffee den Mund verbrühte oder verbrüht haben will². So vermuteten die etwas optimistischer in bezug auf die herrschende allgemeine BF-Lage in den USA eingestellten Forumsleute, daß jene Schilder angebracht wurden, um das [Fully Indemnify]³ juristisch todsicher & wasserdicht wirksam werden zu lassen.

Die Frage scheint jetzt geklärt zu sein. Tatsächlich geht´s nur darum, die Sichtbarkeit nackter Füße im Lokal zu verhindern.
Siehe zunächst oben:

"This simple message is hard to ignore. A reminder helps to ensure that people respect your dress code. Keep your restaurant or store looking clean."

Viel im Land gewesen (das war ich wirklich & wahrhaftig), lernt man beim amerikanischen Englisch auch schnell die innewohnenden Psychodimensionen kennen, die letztendlich jeder Sprache zu eigen sind. Die ersten beiden Sätze mit dem "to ensure" bedeuten eigentlich: "Zwingend sicherzustellen, daß die Leute Ihren vorgegebenen Dresscode respektieren". & das "Looking clean" bedeutet hier 'was Anderes. Bauarbeiter- oder Monteursgäste, die im total öl-, schlamm- & erdreichverschmierten Overall kommen würden, würden ebenfalls noch unter die Kategorie "clean" fallen, sie hätten mit größter Wahrscheinlichkeit keine Entree´-Probleme. Man weiß, was gemeint ist.

"Keep out patrons who are inappropriately dressed - protect the cleanliness and atmosphere of your establishment."

Das Wort "Patrons" ist eindeutig eine herabsetzende Bezeichnung für die "inappropriately dressed" ("unangemessen" Gekleideten), die deutlich über die Negativwertung der deutschen sinngemäßen Entsprechung "Seltsame Gestalt" hinausgeht. & sogar die 'Atmosphäre' (hier ist 'was Spezielles gemeint, man weiß, worum sich´s handelt) wird geschützt (protect).

"These see-thru window decals are a great way to keep your establishment dignified and safe for everyone."

Wow, das ist ja ein Vokabular! Das [A great way] kannte ich bisher im US-Geschäftsenglisch nicht, man kann aber irgendwie erahnen, was damit ausgedrückt werden soll. Die Krönung ist das Wort "dignified"; das ließe sich deutsch nur mit der Wortschöpfung [NICHT-entwürdigt] übersetzen, also "Halten Sie ihr Lokal [NICHT-entwürdigt]", in besserem Deutsch: "In NICHT-entwürdigtem Zustand..."
Steht außerdem (das ist wichtig!) an 1. Stelle & erst dann folgt das "safe for everyone". Daß das "safe for everyone" natürlich 'was anderes bedeutet als "Sicherheit vor [Fuß-]Verletzungen für Jedermann", indem er z. B. Schuhe trägt, dürfte im Gesamtkontext klar sein.

Neu im Schilderangebot der Fa. scheint zu sein:

CLOSED
TOED
SHOES
ARE
REQUIRED

Das hab' ich bisher im Land der immer begrenzteren Möglichkeiten noch nicht gesehen (sinngemäß wörtlich etwa: "Vollständig zehenverpackende Schuhe erforderlich"). Jetzt 'gehen' also auch keine Flipflops oder Kunststoff-Badepantoletten mehr (Birkenstocks sind in USA unbekannt, während Tevas relativ häufig sind), sondern für BFs allenfalls noch das müde [BF in Espandrilles] (ich hab' sie in den späten 1980ern / frühen 1990ern immer als Pantoffeln, d. h. hinten 'runtertretend, getragen) oder [BF in Clogs].

Fußaversion- & Anti-BF-Hysterie ohne Ende... es wird wirklich immer verrückter.
Ich glaube, es dürfte jetzt insgesamt klar sein, daß dies alles rein ideologisch ist. Insbesondere, falls sich unter unseren Usern Leute mit besonderer Routine & Kenntnis in US-Englisch & -Mentalität befinden oder viel in USA waren (der frühere Alt-HBF-User Bernd(Frankfurt) war, glaube ich, studierter Anglistiker & solche Leute wissen wirklich genau, was in einer Sprache ausgedrückt werden soll): Sieht´s jemand anders?

Freundliche Wochenend-BF-Grüße, Jay
-------------
¹ Der Begriff "Geschäft" (am.: "Business") ist bei den US-Amerikanern tatsächlich mit einer Art Psycho-Aura einer liturgischen, heiligen, irgendwo auch feierlichen Handlung versehen - sie scheinen sich irgendwo ähnlich irritiert, evtl. sogar "verletzt" zu fühlen wie deutsche Katholiken & Protestanten, wenn das kirchliche Meßfeier-Zeremoniell nicht im üblichen, genau gesagt, obligaten Gewande abgewickelt wird.

² Mit allem Pipapo ärztlicher Gutachten über 'entstandene Verbrühungsverletzung' etc. etc.

³ 2 hochwirksame Worte, in US-juristischen, -Vertragstexten sogar voll personell formuliert: "Customer fully indemnifies Manufacturer...". Egal, was nachfolgend spezifiziert ist, wenn 'was passiert, was auch im allerweitesten Sinne dem zuzuordnen ist, ist der Manufacturer (oder meinetwegen auch die Kneipe, die BF betreten werden könnte), deutsch-salopp gesprochen, juristisch absolut zwingend "aus dem Schneider".


Manfred (Ten) ( gelöscht )
Beiträge:

27.03.2010 10:39
#2 RE: US-BF-Verbotshysterie tatsächlich rein ideologisch Zitat · antworten

Ach, es wäre doch mal wirklich interessant, ein paar komplett geschlossene, aber völlig durchsichtige Schuhe aus entsprechender Folie zu kreieren und mit DENEN dann besagtes Schild zu unterlaufen.

Oder mit Schuhen, diese aber ohne Sohle

Oder Body- (feet-) painted shoes.

Ein weites Experimentierfeld, bei dem man dann mal klären könnte, WELCHER Teil des Fusses - und ob der Kontakt und/oder der Anblick - "anstössig" sein soll.

Oder die Füsse überdeckende (Schlag-)hosen (Kerstin!) und eine entsprechend geformte Schuhsohle, die "barfuss"-Abdrücke hinterlässt.

Auf die "Erklärung" wäre ich dann mal gespannt...

:-)))

:-)))


Jay Offline




Beiträge: 702
Punkte: 695

27.03.2010 13:45
#3 RE: US-BF-Verbotshysterie tatsächlich rein ideologisch Zitat · antworten

Hi Manfred,

du meinst: Schuhe aus Glubschmaterial (flexibles, völlig "glastransparentes" Acryl, so wie halt eben farbloser Gelatine-Tortenguß, Konsistenz etwa wie Kunstleder)? Sowas wollte ich mir schon 'mal als Pantoffeln/Schlappen bauen lassen, um zu testen, ob man so ins "Portofino"¹ 'reinkommt. Wie du sagst, es ist genau richtig - so kann man gezielt/selektiv analysieren, ob´s die optische oder die klischeehaft vermutete Unappetitlichkeits- [odorische] Dimension ist, die die Leute zu dieser Fußverpackungs-Zwangsneurose treibt.

Übrigens ist sowas sauteuer, tatsächlich hatte ich bei einem Lieferanten "meiner" langjährigen Elektronikfa. KONTRON, der allerdings nach dort nur harte / starre / unflexibel/unelastische, wenn auch glasklare Acryl-Objekte lieferte, um ca. 1990 'mal sowas angefragt. Der nannte mir einen Preis, da Einzelanfertigung, von 20 000 DM!

Vielleicht kennt auch Michael aus Zofingen dieses Material (es gehört auf jeden Fall zur Werkstoffgruppe der Thermoplasten²). In den verpopten 1970er Jahren wurden sogar aufblasbare Sitzmöbel³ 'draus gefertigt. Falls irgendwelche Zuschnitte (sog. "Halbzeug") geliefert werden können, muß man natürlich etwas sorgfältig basteln & kleben, sodaß´s einigermaßen nach 'offiziell'/'professionell' gefertigter Schuh-Ware aussieht. Diese Schlappen dürften im Ganztages-Dauerbetrieb fürchterliche Schweißfüße machen, weil´s nicht im geringsten atmungsaktiv ist.

Wer unter [No Shoes, No Shirt, No Service] gegoogelt hat, wird auch die zahlreichen Problemlösungs-Fidibusvorschläge in Form von Schuhkarrikaturen gesehen haben. Oft funktionierten sie jedoch nicht - das Entree´in ein US-Restaurant ist aufgrund des [Please Wait to be Seated] ein wesentlich anderer Vorgang als in Deutschland - & derjenige, der "seatet", bemerkt nur spitz: "Das sind keine richtigen Schuhe!" - & in Sachen Barfuß (& Schuhe, was ja lt. Umfrage in den USA das wichtigste Kleidungsstück sein soll) versteht das völlig auf den Hund gekommene Amerika, dessen Straßen zerbröseln & Brücken einfallen, überhaupt keinen Spaß. Wenn schon immer mehr Dinge überhaupt nicht mehr funktionieren - DAS funktioniert noch. I´m dining in Style. Das ist todernst.

Wer will, kann auch auf HighTech machen, in die Transparent-Laatschen Flüssigkristalle integrieren & sie ähnlich wie Taschenrechner-LCD-Anzeigen ZACK unter eine Spannung von einigen V setzen. Die Schlappen erscheinen dann schwarz & undurchsichtig - nur wird der "Waiter" (der mit den hinten 'rausleuchtenden nackten Fersen vielleicht "grad' noch" gnädig einläßt) dann beim Entree´ darauf bestehen & später intensiv darauf äugen, daß ständig "eingeschaltet" bleibt...

HighTech- & Althippiegrüße, Jay [I´m barefoot, but also in style - mein Geldsarkophag-Auto ist mein Style. So wie auch einst bei Descalzar (fuhr die US-Präsidentenlimousine Cadillac Fleetwood Brougham), Frankenrudi (hatte sogar 2 Stück Mercedes 560 SEL zur Verfügung)... Style = [Zeigen, daß man Geld hat]. Wenn Amerika DAS nicht mehr checkt, tut´s mir leid.
-----------------
¹ BF-feindliches Italiener-Ristorante auf dem Platz, wo in meiner Town die sog. "Neustifter" Klosterkirche steht. Das Lokal existiert schon seit geraumer Zeit nicht mehr.

² Wird durch einen heißen Lötkolben teils leicht verkohlend angebrutzelt & zerstört.

³ echte Hippies sagten: Füll' sie mit Gas, dann hast du dein Mobiliar immer platzsparend an der Decke... (funktionierte jedoch nicht, weil diese Möbel bereits aufgrund der erforderlichen Materialwanddicke viel zu schwer waren). Auch PINK FLOYD (Leadgitarrist Dave Gilmour & Keyborder Rick Wright † waren gelegentlich BF zu sehen) bauten ihr flugfähiges "Schweinderl" aus dem Zeug.


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