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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Barfuß und Leben
Dominik R. Offline

Admin


Beiträge: 1.390
Punkte: 708

16.05.2011 20:03
Barfuß von Oberstdorf nach Meran - Martl Jung im Interview Zitat · antworten

Ein Online-Interview und Bericht über die Tour
http://www.outdoor-magazin.com/news/people-szene/barfuss-von-oberstdorf-nach-meran-und-was-man-dabei-lernt.255822.3.htm?skip=[/url]
(Entdeckt hat es ganesha1967 im "Gelben").

"Barfuß von Oberstdorf nach Meran - und was man dabei lernt

07.10.2008 von Jung / Burmester

Barfußlaufen ist gesund, sagen Eltern ihren Kindern. Doch dass auch Wanderer davon ungemein profitieren können, zeigen die Erfahrungen von Martl Jung.



Martl Jung hat die Strecke Oberstdorf-Meran barfuß zurückgelegt. Ende August machte Martl sich auf den Weg: Los ging es in Oberstdorf; sechs Tage war er unterwegs, um Meran zu erreichen. Dabei beschränkte er sich aufs Wesentliche: Von der üblichen Routenführung (mit Bus, Taxi und Seilbahn) wich er ab und legte die kompletten 200 Kilometer per Pedes zurück.

Schlappmachen fiel ihm trotz ordentlicher Tagesstrecken nicht ein: "Man wird nicht müde. Man geht konzentrierter und spürt bei jedem Schritt die Feuchtigkeit und Temperatur des Untergrunds, und erhält so ein intensives Naturerlebnis."



Eigentlich nur ein Test

Ein ordentliches Pensum hat der geübte Wanderer so erreicht: Er erreichte einen Tagesdurchschnitt von ca. 2.000 Höhenmetern, jeweils im Auf- und Abstieg, sowie eine tägliche Strecke von etwa 35 Kilometern. Seine zehn bis fünfzehn Stunden war Martl am Tag auf seinen Fußsohlen unterwegs.

Seine Ausrüstung trug er stets bei sich, sie wog etwa 15 Kilogramm. "Mich hat kein einziger Wanderer überholt," erklärt Martl ein bisschen stolz. Und zufrieden ist er auch: denn eigentlich war diese Tour nur ein Test.
Barfuß über die Alpen

Die richtige Unternehmung heißt "Barfuß von München nach Verona" und steht im nächsten Jahr an. Martl Jung sieht dieser Tour voller Selbstvertrauen entgegen: "Die 'Probetour' lief besser als gedacht. Ich hatte gehofft, die Tour mit Bus und Co. in sechs Tagen zu schaffen, so wie es die 'beschuhten' Wanderer auch tun. Dass ich sie komplett barfuß und ohne Bus und Seilbahnen in der gleichen Zeit schaffe, hätte ich nicht für möglich gehalten." Ganz ohne Training ist Martl die Tour natürlich nicht angegangen. Wir haben ihm noch ein paar Fragen zum Barfußlaufen und -Wandern gestellt.

Barfußwanderer Martl Jung im Interview

Wie kommt man eigentlich auf die Idee, barfuß eine solch lange Wanderung zu unternehmen? Martl Jung beantwortet unsere Fragen.

Wie bist Du überhaupt auf die Idee gekommen, so eine Tour barfuß zu gehen?

Da ich auch beruflich viel barfuß unterwegs sein kann, habe ich es mir im Alltag einfach angewöhnt, barfuß zu gehen. Und das hat sich dann automatisch ins Gebirge übertragen. Ich hab immer öfter die Schuhe ausgezogen, weil es mir zu warm war und ich gerade auf angenehmem Untergrund wie Almwiesen oder Granitplatten gerne einen intensiven Kontakt zur Natur genießen wollte.

Wie passen sich die Füße an solche Anforderungen an?

Es dauert, bis sich die Füße daran gewöhnen und relativ schmerzunempfindlich werden. Dafür ist allerdings nicht eine superdicke Hornhaut verantwortlich. Im Gegenteil: Die Hornhaut läuft man sich runter, bekommt aber Muskeln im Fuß und eine dicke Lederhaut, die vor Verletzungen schützt. Die Muskeln ersetzten die Stützfunktion der Schuhsohle und verhindern auch, daß sich spitze Steine gerade zwischen den Fußknochen hindurchdrücken, was sehr schmerzhaft ist.

Natürlich wird man nicht unverletzlich. Aber man bekommt einen Blick fürs Gelände. Geht man anfangs noch etwas unbeholfen und schaut bei jedem Schritt ganz genau, wo man seinen Fuß aufsetzt, so scannt man den Untergrund vor sich bald nur noch aus dem Augenwinkel. Die Tour von Oberstdorf nach Meran hat dann ja auch zu einem interessanten Ergebnis geführt: 12.000 Höhenmeter und 200 km in nur 6 Tagen. Dabei hat mich kein einziger Wanderer überholt.

Mit Schuhen hätte ich es in der kurzen Zeit nicht geschafft. Schuhe sind dann eine Masse an den Füßen, die bei jedem Schritt erneut beschleunigt werden muß. Sie halten die Füße warm und feucht und stören die Durchblutung. Dies führt zu Ermüdungserscheinungen, die man barfuß einfach nicht kennt. Ein absolutes Freiheitsgefühl macht sich breit, wenn man erst einmal einen Trainingszustand erreicht hat, der einen ganz entspannt laufen läßt. Wenn der Untergrund schwierig wird wie im Kalk-Geröll bergab, dann wird es auch für mich mühsam. Aber zum Glück sind solche Etappen nur kurz, wenn man entsprechend plant. Oder man nimmt doch "Notschuhe" mit. Da
reichen aber dann gute Sandalen.

Willst Du jetzt überhaupt noch in Schuhe hinein?

In Schuhen bin ich nur noch unterwegs, wenn es z.B. wegen der Temperatur oder auch bei gewissen Anlässen erforderlich ist. Man will ja nicht immer auffallen.

Die Strecke Oberstdorf-Meran sollte Test und Vorbereitung für München-Verona sein - bist Du damit zufrieden, wie siehst Du diesem etwas größeren Projekt nun entgegen?

Die "Probetour" lief besser als gedacht. Ich hatte gehofft, die Tour mit Bus und Co. in sechs Tagen zu schaffen. So wie es die beschuhten Wanderer auch tun. Dass ich es komplett barfuss und ohne Bus und Seilbahnen in der gleichen Zeit
schaffe hätte ich nicht für möglich gehalten. Daher sehe ich auch für die
geplante Tour keinerlei Hindernisse mehr.

Auf einem der Tourbilder sieht man Dich im Schneefeld. Wie kann man sich das vorstellen? Ist das nicht saukalt?

Schnee ist im Sommer überhaupt kein Problem. An einem sonnigen Tag freut man sich über die Kühle an den Füßen. Auf Gletschern ist es schwieriger, da man auf hartem Eis schon bei leichter Schräge abrutscht und sich an den im Eis eingeschlossenen Steinchen (die sehr scharfkantig sein können) und auch an scharfen Eiskanten verletzen kann. Dafür habe ich die Grödel dabei, nicht wegen der Temperatur. Die Füße werden ja besser durchblutet und ich habe im Alltag auch jetzt noch keine Probleme. Ich war heute erst wieder barfuß einkaufen bei etwa 10 Grad und fand es sehr angenehm. Dabei bin ich keinesfalls masochistisch veranlagt (lacht).

Wenn Du nicht gerade barfuß durch die Alpen wanderst, was machst Du dann?

Neben meiner Vortragstätigkeit arbeite ich als freier Mitarbeiter in einer Biotech-Firma
(Meßgeräteentwicklung) und für einen Expeditionsausrüster (www.daerr.de) in
München.



Tipps zum Barfußwandern von Martl Jung

Barfußlaufen ist gesund, Barfußwandern ein Erlebnis. Sie möchten es ausprobieren? Hier gibt's die Tipps vom Profi.

Eine längere Barfußtour braucht Vorbereitung. Mit den Tipps von Martl Jung können auch Sie bald auf Ihren eigenen Sohlen wandern.

Tipp Nr. 1
Fangen Sie am Besten damit an, im Alltag barfuß zu laufen - oder gar nur dann Schuhe zu tragen, wenn es unbedingt sein muß. Wenn sich ein Kokosteppich für Ihre Füße genauso anfühlt wie ein Berberteppich, ist es Zeit, auch mal eine größere Wanderung barfuß zu unternehmen.

Tipp Nr.2
Ich empfehle, trotzdem Schuhe mitzunehmen, da es viele Abschnitte gibt, die barfuß wenig Freude machen. Schwierig sind zum Beispiel geschotterte Wege, Gitterboden (an Brücken o.ä.), etc.

Tipp Nr. 3
Fangen Sie langsam an. Suchen Sie sich Ihre Tour gut aus. Nehmen Sie Wiesenwege, Sandstein oder den zentralalpinen Granit. Kleine Pfade und Wege, die über den natürlichen Untergrund gehen sind ideal. Dann macht Barfußwandern wirklich Spaß!

Tipp Nr.4
Wenn Sie sich in die Berge wagen, sollten Sie folgendes beachten: Ohne entsprechendes Training, das bedeutet barfusslaufen im Alltag, ist eine richtige Wanderung sicher nicht machbar. Für Gletscher unerlässlich sind Grödel. Wenn Sie Wander- oder Trekkingstöcke benutzen, sind Fahrrad- bzw. Klettersteighandschuhe sehr nützlich, damit Sie sich beim Stockeinsatz an den Händen keine Blasen holen.

Lieber nicht:
Barfußlaufen in vulkanischem Gestein (auch auf vermeintlich weicher Asche). Dort arbeitet man sich auch solide Sohlen auf. Ebenso abzuraten ist von Strecken über Muschelkalk und Kalk im Allgemeinen, wenn es über 2500 - 3000m hoch geht. Dort ist die Struktur durch ständige Frostsprengung sehr scharfkantig.

Klettersteige mit langen Steiganlage sind auch besser zu meiden. Ebenso schwierig sind Metallgitter. Wo man auch aufpassen muß: In der sogenannten Zivilisation. Da gibt es Scherben, Nägel, Hundesch... Ich habe mich auch erst zweimal richtig verletzt: An einer rostigen Schraube zu Hause auf dem Balkon und an einer Scherbe im Strandbad (da waren aber alle barfuß).

Barfuß-Traumstrecken: Immer berghoch! Bergab macht´s weniger Spaß.
Traumhaft war der Wiesenweg von Zams auf den Venetberg (bei Landeck in Tirol). Überhaupt geht es im Granit sehr viel besser als im Kalk.

Schön war auch der Meraner Höhenweg. Er hat zwar ein paar kurze Abschnitte, die nicht ganz ideal sind, dafür aber eine extrem gute Versorgungslage und viele mögliche Verbindungspunkte ins Tal (Seilbahnen und Straßen). Für Anfänger ideal sind sicher die vielen Barfußpfade wie z.B. in Mittenwald oder Benediktbeuren.

Mehr dazu: www.barfusspark.info



Streckenverlauf der Barfuß-Tour von Martl Jung

Ob barfuß oder nicht, die Strecke Oberstdorf - Meran ist eine lohnende Wandertour. Martl Jungs Tour zum Nachwandern.

1. Tag: Oberstdorf - Memminger Hütte

Oberstdorf (814m) - Spielmannsau - Kemptener Hütte - unteres Mädelejoch (1.974m) - Holzgau - Stockach (1.076m) - Madautal über >Felsensteig Hermine< - Memminger Hütte (2.242m)

2. Tag: Memminger Hütte - Pillermoor

Memminger Hütte - Seescharte (2.599m) - Zammer Loch - Zams (775m) - Zammer Skihütte - Krahberg (Venetberg, 2.208m) - Panoramaweg zur Goglesalpe - Naturdenkmal Pillermoor (1.560m)

3. Tag: Pillermoor - Biwak im Plangerosstal

Pillermoor - Aifner-Alpe - Dr. Angerer-Höhenweg über Falkaunsalm, Gallruttalpe, Gsallalpe zur Verpeilhütte - Aperes Madatschjoch (3.040m) - Kaunergrathütte - Biwakplatz im Plangerosstal (2.452m)

4. Tag: Plangerosstal - Martin-Busch-Hütte

Biwak im Plangerosstal - Cottbuser Höhenweg - Rifflsee - Mittelberg (1.763m) - Braunschweiger Hütte (2.758m) - Rettenbach-Jöchl (2.990m) - Parkplatz Rettenbachferner - Straßentunnel zum Tiefenbachferner - Höhenweg - Vent (1.895m) - Martin-Busch-Hütte (2.501m)

5.Tag: Martin-Busch-Hütte - Pirchhof

Martin-Busch-Hütte - Similaunhütte (3.019m) - Vernagt-Stausee - Karthaus - Neurateis (960m) - Katharinaberg - Meraner Höhenweg bis Pirchhof (1.445m)

6. Tag: Pirchhof - Meran

Pirchhof - Meraner Höhenweg über Nasserreith-Hütte, Tablander-Alm, Hochganghaus, Leiteralm, Hochmuth nach Dorf Tirol - Meran.



Vortragstermine von Martl Jung

Martl Jung ist profilierter Vortragsredner. Seine Bilder und Geschichten trägt er fesselnd vor - derzeit erzählt er auch von seinen Barfuß-Abenteuern."

Die Termine siehe:
http://www.jung.travel-fever.com/

Es ist ausdrücklich erlaubt meine Beiträge hier, im gelben Forum:
http://www.hobby-barfuss.de/
zu zitieren und umgekehrt.

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Manfred (Ten) ( gelöscht )
Beiträge:

17.05.2011 06:42
#2 RE: Barfuß von Oberstdorf nach Meran - Martl Jung im Interview Zitat · antworten

Martls Vortrag habe ich in Wien besucht - echt lohnend und sehr zu empfehlen !

Nur in einem muß ich ihm widersprechen:

Zitat "Wenn sich ein Kokosteppich für Ihre Füße genauso anfühlt wie ein Berberteppich..."

Wenn sich beides GENAUSO für mich anfühlen würde, dann würde ich nicht mehr barfuß laufen, oder mir zumindest Sorgen machen und meine Füße mal genauer untersuchen-

Gerade das (sinnliche) Erspüren des Untergrundes ist ja einer meiner Gründe fürs Barfußlaufen - ich will ja nicht so abhärten, daß das (Nicht-)Gefühl das Gleiche ist wie mit künstlichen Sohlen...


Engel Offline

Admin


Beiträge: 1.438
Punkte: 666

17.05.2011 09:06
#3 RE: Barfuß von Oberstdorf nach Meran - Martl Jung im Interview Zitat · antworten

Zitat von Manfred (Ten)
Martls Vortrag habe ich in Wien besucht - echt lohnend und sehr zu empfehlen !

Nur in einem muß ich ihm widersprechen:

Zitat "Wenn sich ein Kokosteppich für Ihre Füße genauso anfühlt wie ein Berberteppich..."

Wenn sich beides GENAUSO für mich anfühlen würde, dann würde ich nicht mehr barfuß laufen, oder mir zumindest Sorgen machen und meine Füße mal genauer untersuchen-

Gerade das (sinnliche) Erspüren des Untergrundes ist ja einer meiner Gründe fürs Barfußlaufen - ich will ja nicht so abhärten, daß das (Nicht-)Gefühl das Gleiche ist wie mit künstlichen Sohlen...



Jo Manfred, so seh ich das auch.

Gruß Engel

http://www.bbq-county.de/shop/index.php

http://www.mysaarbq.de/index.php?sid=5cb...6029bf3f8853c17


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