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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Barfuß und Leben
Michael aus Zofingen Offline



Beiträge: 593
Punkte: 248

16.12.2013 05:42
Zofinger Weihnachtsmarkt Zitat · antworten

Hallo,

am zweiten Adventswochenende 2013 war Weihnachtsmarkt in Zofingen. Ausnahmsweise bestimmte an diesen beiden Tagen nicht der Nebel das Wetter, sondern die Sonne. Am Samstag hatte ich eine Wanderung unternommen (selbstverständlich barfuß und in kurzen Hosen), und kurz nach Einbruch der Dunkelheit erreichte ich die Zofinger Altstadt. Der Kirchturm der reformierten Stadtkirche war prächtig angestrahlt. Es sah aus, wie wenn Sterne auf dem Turm strahlten.

Mein heimlicher Wunsch, auf dem Zofinger Weihnachtsmarkt barfuß und bekurzhost durch den WARMEN Schnee zu schreiten, hat sich nicht erfüllt, das Kopfsteinpflaster in der Zofinger Altstadt war knochentrocken. Aber zumindest für mich kein Grund, deswegen fette Schuhe und lange Hosen anzuziehen, für andere schon (oder waren Kalenderhörigkeit oder „so was tut man nicht“ für andere der Grund, weshalb ich der einzige Barfüßer/Kurzhösler in der Stadt war?).

Ziemlich am Anfang des Marktes kam ich an einem Aussteller mit Schafen vorbei. Ich ging direkt ans Metallgitter, um das ausgelegte Stroh unter den Füßen zu spüren. Eines der Schafe versuchte, mit dem Grind an meine Füße heranzukommen, schaffte es aber nicht. Ein Mann sprach: „Das Schaf hat Appetit auf Käse.“ Ich antwortete: „Nein, es hat Appetit auf frisches Gras und gefallenes, durch das ich gegangen bin. Das Stroh ist dem Tier einfach zu fade.“ Ein etwas kleineres Schaf schaffte es, den Kopf durch das Gitter zu stecken und an meinen Beinen zu lecken. Also war es das Salz, was die Schafsäckel wollten. Bei einer SCHNAPP-Schildkröte wäre ich sicher nicht ruhig stehen geblieben.

Die Schafe waren nicht die einzigen Tiere auf dem Weihnachtsmarkt. Anderswo gab es Ziegen. Zwar begegnete mir nicht der treue Esel von Samichlaus und Schmutzli, dafür aber etliche Ponys. Kinder konnten nämlich auf den Pferdchen rund um die Kirche reiten. An die Tiere ging ich nicht so nahe ran, denn auch der Tritt eines barfüßigen Ponys (und dem Geräusch auf dem Pflaster nach waren die Tiere nicht fett behufeisent) auf den nackten Fuß eines Menschen ist alles andere als angenehm.

Manche winterlich vermummte Kinder erschraken, als sie mich ohne Schuhe und in kurzen Hosen sahen. Eine alte Schachtel sagte: „Oh mein Gott!“, womit sie sich mit dem Vokabular alberner weiblicher Teenager bediente. Die meisten Leute schienen aber gar nicht mitzubekommen, daß meine Aufmachung geringfügig weniger winterlich war als die der anderen. Bevor ich in Richtung Wohnung ging, passierte ich noch eine Stelle, wo ich plötzlich Glasscherben entdeckte und die ich schon zweimal während des Marktbesuches passiert hatte. Waren die Scherben neu, oder hatte ich sie vorher übersehen?

Um die Mittagszeit des nächsten Tages ging ich wieder über den Weihnachtsmarkt, allerdings nur auf der „Durchreise“. Die Glasscherben waren nicht mehr da, dafür lagen an anderer Stelle welche. Auch auf dem Rückweg ging ich wieder über den Weihnachtsmarkt. Ich vernahm eine Stimme: „Der war doch gestern schon hier!“ Darauf ein anderer: „Der wohnt in Zofingen. Der läuft immer so rum. Mir wäre es zu kalt, aber es soll gesund sein!“ Auf meinem Weg nach Hause überholte ich nahe den Bahngleisen noch eine 5köpfige Gruppe mit einem Kind. Das Mädchen entgeistert: „Der hat blutte Füße!“ Die Mutter: „Ja!“ Das Kind: „Dem ist doch kalt!“ Die Mutter: „Nein!“ Wie das Gespräch weiter ging, bekam ich nicht mehr mit, da ich einerseits deutlich schneller war als die Gruppe, andererseits ein noch viel schnelleres schienengebundenes Offtopic-Fahrzeug vorbeirauschte.

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


MarcelHR Offline




Beiträge: 587
Punkte: 228

16.12.2013 06:58
#2 RE: Zofinger Weihnachtsmarkt Zitat · antworten

Hallo Markus

Wunderbarer Bericht !
Aber nicht nur dieser, die anderen von Dir auch, Michael.

Ja, mit Schnee war bisher auf den Weihnachtsmärkten nichts.
Ich war am 2. Advent in Berlin und traditionell besuche ich jeweils einen oder mehrere Weihnachtmärkte.
Diesmal den bei der Gedächtniskirche. Bei Regen und wenig Leuten.
Kein Vergleich zum Vorjahr wo ich zur gleichen Zeit in Rixdorf durch die Massen musste, bei dichtem Schneefall.
So ist es eben nicht immer gleich, was unter den blutten Füssen ist.
Weihnachtsstimmung gab es, dank hervorragender Feuerzangenbowle, trotzdem.

Ach ja, der einzige Barfüsser war ich, im Gegensatz zu Dir Michael, denn doch nicht.
Da kein Schnee lag begleite mich mein Berliner Freund unbeschuht.

Barfuessgrüess zur Wiehnacht
Marcel


Engel Offline

Admin


Beiträge: 1.438
Punkte: 666

18.12.2013 18:56
#3 RE: Zofinger Weihnachtsmarkt Zitat · antworten

Ja, wahrlich, dieses Jahr haben wir wirklich kein Glück mit Schnee auf den Weihnachtsmärkten. Aber ich habe auch schon Jahre erlebt in denen man sich die Füße eher veräzte als erfror weil die Gemeinden aus lauter Angst vor Entschädigungszahlungen mengentechnisch den Schnee durch Salz ersetzt haben . Und es gab auch Jahre die so kalt waren das man am Glühweinstand festfror .
Unser WM dieses Jahr war erbärmlicher als die Jahre zuvor, wobei ich dazu sagen muss, ich dachte das geht garnicht mehr. Ich kann mich noch daran erinnern als der von Freitagnachmittag bis Sonntagabend ging. Dann wurde er auf Samstag und Sonntag gekürzt und die letzten 3-4 mal fand er nur noch Samstags statt. Aber dieses Jahr hat unsere Gemeinde den Vogel abgeschossen.
Ich wohne ja direkt an der Kirche und hatte den WM ja immer direkt vor dem Haus. In den letzten 3 Jahren wurden hier im Ortszentrum größere Umbaumaßnahmen getätigt, was auch den Bau eines Altenwohnheims und eines Pflegeheims beinhaltete. Zudem wurde noch ein zweites Haus für betreutes wohnen gebaut. In den Gebäudekomplexen wurden auch noch Arztpraxen, Bank, Post und einige Läden untergebracht. Zentral zwischen den Gebäuden befindet sich n großzügig angelegter Hof mit Brunnen. Und dieses Jahr wurde der WM "altengerecht" dort abgehalten und nicht wie sonst rund um die Kirche. Aber mit Weihnachten hatte das nicht wirklich was zu tun. Von den übriggebliebenen 10 Ständen waren 3 Getränkebuden und 2 Fressstellen.
Die meisten etablierten Teilnehmer haben sich davon abschrecken lassen das sie 150€ Standgebühr berappen müssen. Und das in 3 Tagen zu erwirtschaften wäre schon viel Arbeit in so nem kleinen Ort wie bei uns. Für 1 Tag ist das eigentlich nur n Verlustgeschäft.

Ich werde dieses Jahr wohl keinen Markt besuchen, weil die meisten eh nichts mehr mit WM zu tun haben, und die die was taugen hab ich wohl schon wieder verpasst, wie z.B. die in Esslingen und Maulbronn. Die haben wenigstens noch nen mittelalterlichen Touch.

Gruß Engel




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