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Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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Dieses Thema hat 16 Antworten
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eisbaer55 Offline




Beiträge: 319
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05.03.2021 22:39
Cello mal anders Zitat · Antworten

Hallo meine Lieben,

Stjepan Hauser spielt hier barfuß gegen den Wind:

https://youtu.be/dTWu-Bi1Og4

... natürlich ist das Stück, das wir dazu hören, nicht live, der Ton wird mit Orchester eingespielt; ich habs nur als "teaser" gewählt, weil topic, zu einem wirklich fetzigen Konzert das er zusammen mit Luka Šulić vor zunehmend polarisiertem Publikum gibt:

https://youtu.be/uT3SBzmDxGk

... hoffentlich kann man die beiden bald wieder wo live erleben ...

Schönes WE aus dem wieder frostigen Wien

Wolfgang


Montanara Offline




Beiträge: 578
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05.03.2021 22:48
#2 RE: Cello mal anders Zitat · Antworten

Danke - die beiden höre ich immer wieder gern, macht Spass! Cello ist einfach ein tolles, extrem vielseitiges Instrument....🥰😍

Liebe Grüsse
Dorothea
die jezt gleich Cello üben geht: Dieses Mal Folk für einen Soloauftritt nächste Woche und und Dvorak Streicherenade für hoffentlich bald stattfindende Orchesterproben....


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kerstin Offline

Admina


Beiträge: 2.110
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06.03.2021 08:55
#3 RE: Cello mal anders Zitat · Antworten

Hallo Wolfgang,

danke, das gefällt mir wirklich sehr gut, und es betrübt mich, daß ich das nicht spielen kann!

Habe auch bei der Serie "Dr. House" eine Folge, als Dr. House in einer Psychiatrie stationär war
und eine Mitpatientin, die zuvor immer stumm war und sich nie rührte, auf einem Cello spielte und
manche damit zu Tränen rührte. Sie war dabei auch barfuß, stellte ihre Füße allerdings auf ihre
Schuhe ab.







Liebe Grüße

Kerstin






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André Uhres Offline

Admin


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06.03.2021 09:18
#4 RE: Cello mal anders Zitat · Antworten

Sehr berührend, danke Kerstin!


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Montanara Offline




Beiträge: 578
Punkte: 67

06.03.2021 09:43
#5 RE: Cello mal anders Zitat · Antworten

Kerstin, es ist nie zu spät, mit Cello anzufangen. Du musst Dir nicht zu viel vornehmen, mach es einfach, weil es Freude macht!

Liebe Grüsse
Dorothea


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André Uhres Offline

Admin


Beiträge: 2.113
Punkte: 396

06.03.2021 09:55
#6 RE: Cello mal anders Zitat · Antworten

Mit spezieller Technik (Bogenhaltung) kann man auch das Barockcello barfuß spielen



Dass es nie zu spät ist, mit Cello, Klavier, Flöte, oder welches Instrument auch immer, anzufangen, darin gebe ich Dorothea recht. Allerdings ist es leichter, wenn man vorher schon ein anderes Instrument gespielt hat, oder zumindest Grundkenntnisse der Muiktheorie hat.

Was mich bei Hauser stört: sein übertriebenes Show-Gehabe. Luka Šulić gefällt mir besser ohne ihn.



Liebe Grüße
André


Montanara Offline




Beiträge: 578
Punkte: 67

06.03.2021 10:14
#7 RE: Cello mal anders Zitat · Antworten

Geht mir auch so. Man muss einfach hören und nicht schauen.....Ich bin der Meinung, dass ich ruhig sitzen muss, wenn ich spiele. Übertriebene Gesten nehmen die Energie der Musik weg.
Ich spiele immer barfuss, ausser bei Konzerten mit dem Orchester. Da ich Stimmführerin bin, sitze ich sehr gut sichtbar zuvorderst, und das fällt auf. Es geht aber um das Orchester und nicht um mich, daher haben wir uns darauf geeinigt, dass ich bei Konzerten Schuhe anhabe. Ich kann damit leben, aber ungern, denn wenn ich gefärbte Haare hätte, würde kein Hahn danach krähen...... wenn ich solisitisch auftrete, lasse ich mir keine Schuhe vorschreiben, ich brauche den Kontakt zum Boden.
Seit ich barfuss lebe, hat sich mein Klang verbessert, vermutlich, weil sich auch meine gesamte Haltung verbessert hat.

Im Zusammenahng mit der von Dir, Kerstin, gezeigten Filmsequenz (das Stück habe ich schon oft aufgeführt!) kommt mir folgendes in den Sinn: Mir hat das Cellospielen sehr geholfen, mit dem frühen Verlust meines Vaters fertig zu werden. Er starb an einem Montag Morgen. Ich übte, übte, übte.... Stücke, die mir zu der Situaton durch den Kopf gingen: zwei Sätze aus Suiten für Violoncello Solo von J.S. Bach und einen Satz aus einer Cellosonate von Antonio Vivaldi. Ich legte meine ganzen Emotionen da rein und spielte die Stücke im Begräbnisgottesdienst am Freitag. Hinterher ging es mir den Umständen entsprechend richtig gut, ich konnte von uns allen am besten mit dem Verlust umgehen. Ähnlich war es, als ein sehr guter Freund der Familie unvermittelt Suizid beging. Die Familie bat mich, den Gottesdienst musikalisch zu begleiten. Das tat ich sehr gern, denn sie wollten es so, es tat ihnen gut. Und es half mir, mit der Ungeheuerlichkeit klarzukommen und stark für meinen Patensohn zu sein, dessen Vater wir zu Grabe trugen. Ich spielte u.a. dieselbe Sarabande wie im Film oben. (Mir gefällt diese Interpretation nicht sehr, es ist mir zu „sportlich“ und zu wenig nach innen gekehrt, immer dieselben Bögen - da gefällt mir das hier https://www.youtube.com/watch?v=1N1ZW10i_oY deutlich besser - aber das Geschmacks- und Interpretationssache....)
Es funktioniert auch umgekehrt. Ich durfte mit meinem Cello bei der Hochzeit meiner Schwester „jubeln“ . Und was wäre Heilig Abend ohne Musizieren im Nachtgottesdienst? Ich kann meine ganze Freude über dieses wunderschöne Fest zum Ausdruck bringen und anderen Menschen weitergeben!

Kerstin, versuche es einfach. Auch ohne Vorkenntnisse, die kommen mit der Zeit ohnehin dazu. Lass Dich nicht entmutigen. Auch wenn es zugegebenrmassen nicht leicht ist (auch ich möchte mein Instrument manchmal aus dem Fenster pfeffern!), es lohnt sich, es wird Dir viel geben, auch wenn Du nicht auf einem hohen Level spielst. Es ist Musik und es ist Cello. Alles andere ist egal.

Liebe Grüsse
Dorothea

Das ist nicht mein Instrument. Eine Frau, die es gerade gebaut und noch nicht lackiert hatte, hat, bat mich, drauf zu spielen, damit sie es von aussen hören konnte


André Uhres Offline

Admin


Beiträge: 2.113
Punkte: 396

06.03.2021 12:22
#8 RE: Cello mal anders Zitat · Antworten

Mein Favorit für die Cello Suiten von Bach ist eigentlich kein Cellist, sondern ein Gambist: Paolo Pandolfo (*1959).



Eine Besonderheit bei der Gambe, im Gegensatz zum Cello, ist das mit Bünden versehene Griffbrett, wodurch Anfänger wahrscheinlich die Töne leichter treffen können.

Cello (links) und Gambe (rechts)


Montanara Offline




Beiträge: 578
Punkte: 67

06.03.2021 15:14
#9 RE: Cello mal anders Zitat · Antworten

Ich spiele auch Gambe und habe eine Zeit lang am Konservatorium Gambenunterricht bei einem Schüler Pandolfos gehabt (den ich daher auch schon getroffen habe), habe aber zur Zeit leider kein Instrument zur Verfügung :-( Ich liebe den Bewegungsablauf des Gambenspielens, er ist total organisch und natürlich. Das Instrument klingt so fein und extrem obertonreich. Ich habe mal den Fehler gemacht, zuerst Gambe und dann Cello zu üben, das machte ich hinterher nie mehr: obwohl ich ein hervorragendes Cello habe, klang es nach der feinen, ätherischen Gambe wie ein Trampeltier......
Ich kann Dir versichern, die Bünde helfen nicht wirklich beim Treffen der Töne. Man kann auch auf der Gambe glorios daneben greifen. Zudem sitzen die Bünde nicht fest und können sehr leicht verschoben werden. Die Bünde verstärken eher den Fingerdruck. Beim Cello muss man den Ton „klopfen“, auch wenn mal leise spielt, erst dann kling er klar und rein. Das geht bei der Gambe aufgrund der sehr aufrechten Position, des Abstands der Saiten zueinander und der Breite des Griffbrettes nicht ganz so gut. Die Bünde unterstützen sehr beim Erzielen eines klaren, sauberen Klangs.

Da Cello mein Hauptinstrument ist (die Vielseitigkeit, die Hauser und Sulic zeigen, hat es mir angetan, deshalb habe ich mehr auf Cello gesetzt, obwohl ich extrem gern Gambe spiele!) mag ich die Bach-Suiten mit Gambe weniger, obwohl Pandolfo eine sehr gute Interpretation abliefert, daran ist nichts zu rütteln! Da ich ein absolutes Gehör habe, stört es mich sehr, dass Pandolfo transponiert, was der zum Cello unterschiedlichen Stimmung der Gambe geschuldet ist. Pandolfo beginnt auf der leeren A-Saite, das heisst, die Sarabande wird ein Ton höher gespielt als im Original, das auf dem G beginnt. Dadurch verändert sich die ganze Grundstimmung des Stücks von c-Moll nach d-Moll, sie wird dadurch heller..... dabei hat die 5. Suite gerade durch die Tomart c-moll einen sehr „dunklen“ Charakter, der erst recht dadurch unterstrichen wird, dass im Original die Cellistin oder der Cellist die A-Saite um einen Ton tiefer nach G zu stimmen hat, was dem Cello dann erst recht einen dunkleren, „erdigen“ Klang verleiht. Ich finde, das Ätherische der Gambe und die Ronard d-moll passen irgendiwe nicht so recht zu dieser sehr dunklen Sarabande. Das ist alles aber Jammern auf hohem Niveau und solche Nuance hören vermutlich nur „Nerds“, wie ich einer bin.... es ist nicht immer gut, ein absolutes Gehör zu haben. Wie gesagt, Pandolfos Interpretation selber ist hervorragend! - von Bach gibt es sensationelle Gambensonaten, die D-Dur entspricht dem Charakter des Instruments hervorragend!


André Uhres Offline

Admin


Beiträge: 2.113
Punkte: 396

06.03.2021 19:23
#10 RE: Cello mal anders Zitat · Antworten

Etwas in der Art hatte ich schon befürchtet. Ich habe zwar kein absolutes Gehör, aber irgendwie fühlte ich doch einen Unterschied in der Stimmung. Trotzdem liebe ich die Art, wie Pandolfo diese Musik interpretiert. Es ist wie du schreibst, Kritik auf sehr hohem Niveau.


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kerstin Offline

Admina


Beiträge: 2.110
Punkte: 1.181

07.03.2021 11:11
#11 RE: Cello mal anders Zitat · Antworten

Hi Dorothea,

würde ich wirklich sehr gerne, aber mit meinen linken Händen!? Na ja gut, ich bin ja auch Linkshänderin, aber wie käme ich an so ein Instrument, und zweitens, was würde so etwas kosten? Von meinen musikalischen Erfahrungen her kann ich nur Schlagzeug spielen - Walzerrhythmus bis Speed metal. Würde das gerne auch weiter praktizieren, doch daheim wäre das ausgeschlossen. Da müsste ich schon einen Übungsraum suchen. Was auch ginge, wäre ein elektronisches Drumset, doch die Anschaffungskosten wären wirklich zu hoch für mich. Meine Oma wollte ja auch, als ich noch klein war, ich soll das Spielen auf einer "Quetschkommode" lernen, doch da hatte ich nie Interesse gehabt. Gitarren hatte ich zwei: eine E-Gitarre "Fender stratocaster" für damals rd. 400 Euro, und dann noch einen "Fender squier" für ca. 300 Euro. Was ich so gerne lernen wollte, war das 5-String Banjo, weil ich so auf Bluegrass stehe und das schnelle Spiel mit dem Banjo liebe (Earl Scruggs z.B. mit seinem "Foggy Mountain Breakdown". Na ja, vielleicht wird es damit mal wahr werden, doch ich befürchte, daß ich dann zuerst meine Finger entknoten muß

Liebe Grüße

Kerstin






Non est ad astra mollis e terris via


Lebenskünstler Offline

Admin


Beiträge: 1.240
Punkte: 310

07.03.2021 12:37
#12 RE: Cello mal anders Zitat · Antworten

Musik ist ein wunderbares Mittel, um Gefühle auszudrücken. Wohl dem, der die Möglichkeiten hat ein Instrument spielen zu lernen und es auch zu spielen. Zumindest in jungen Jahren ist das nicht unbedingt eine Geldfrage. Zu meiner Jungscharzeit wurden in der Kirchengemeinde Leute gesucht, die den Posaunenchor bereichern. Sogar das Instrument wurde zunächst als Leihinstrument gestellt, um auch Kindern aus weniger betuchtem Haus die Möglichkeit des Lernens zu geben.

Manche Musikinstrumente kann Mensch einfach nur barfuss spielen. Mir fällt da spontan ein begabter Organist ein. Ich kannte ihn schon vorher flüchtig, ahnte aber nicht dass hinter der vermeintlich harten Schale ein derart feinfühliger Mensch steckt, der sich auch mal ganz spontan barfuss an eine ihm fremde Kirchenorgel setzt. Vielleicht hat ja dieses kleine Konzert, das er uns vor mehr als 10 Jahren spontan gab, seinen Anteil an den Beginn einer innigen Freundschaft geleistet.


Zitat von Montanara im Beitrag #5
Kerstin, es ist nie zu spät, mit Cello anzufangen. Du musst Dir nicht zu viel vornehmen, mach es einfach, weil es Freude macht!



So schön es wäre, Dorothea - ich kann dir nur um Teil recht geben. wie es jetzt genau bei einem Cello ist, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Ab einem gewissen Alter ist es schon schwer, als Neuling bestimmte Instrumente zu bespielen. Während ich als junger Mensch noch mehr schlecht als recht auf meiner Wandergitarre herumklimperte (zum Preis eines drittels meines damaligen monatlichen Lehrlingsgehalts selbst gekauft) liegt meine viel später erworbene Mandoline seit Jahren wohl behütet in der Vitrine. Es hapert an der Feinmotorik, dem Instrument wohlklingende Melodien zu entlocken.

Kerstin, wenn du früher Schlagzeug gespielt hast, hast du bestimmt den Rhythmus im Blut. Dich kann ich mir wirklich gut mit einem Banjo vorstellen - das ist ein Instrument was richtig fetzt und gleichzeitig wunderbar gefühlvoll rüberkommt.

Wie man es spielt, und was es kostet weiss ich nicht. Es gibt aber immer mal günstige Gelegenheiten ein Instrument gebraucht zu kaufen. Wäre das nicht mal ein Ziel? Jedes Monat einen Teil vom Pfandgeld in deine persönliche Sammelbüchse für Musik?

Gabriel


Montanara Offline




Beiträge: 578
Punkte: 67

07.03.2021 13:42
#13 RE: Cello mal anders Zitat · Antworten

Zitat von kerstin im Beitrag #11
Hi Dorothea,

würde ich wirklich sehr gerne, aber mit meinen linken Händen!? <img src="https://smilies.4-user.de/include/Girls/biggrin_girl.gif"> Na ja gut, ich bin ja auch Linkshänderin, aber wie käme ich an so ein Instrument, und zweitens, was würde so etwas kosten? Von meinen musikalischen Erfahrungen her kann ich nur Schlagzeug spielen - Walzerrhythmus bis Speed metal. Würde das gerne auch weiter praktizieren, doch daheim wäre das ausgeschlossen. Da müsste ich schon einen Übungsraum suchen. Was auch ginge, wäre ein elektronisches Drumset, doch die Anschaffungskosten wären wirklich zu hoch für mich. Meine Oma wollte ja auch, als ich noch klein war, ich soll das Spielen auf einer "Quetschkommode" lernen, doch da hatte ich nie Interesse gehabt. Gitarren hatte ich zwei: eine E-Gitarre "Fender stratocaster" für damals rd. 400 Euro, und dann noch einen "Fender squier" für ca. 300 Euro. Was ich so gerne lernen wollte, war das 5-String Banjo, weil ich so auf Bluegrass stehe und das schnelle Spiel mit dem Banjo liebe (Earl Scruggs z.B. mit seinem "Foggy Mountain Breakdown". Na ja, vielleicht wird es damit mal wahr werden, doch ich befürchte, daß ich dann zuerst meine Finger entknoten muß <img src="https://smilies.4-user.de/include/Girls/biggrin_girl.gif">

Liebe Grüße

Kerstin


Liebe Kerstin

das ist Übungssache! wenn ich mal 2 Wochen nicht übe, habe ich auch das Gefühl, meine Finger wären Klötze😉. Die meisten erwachsenen Menschen sind viel zu ungeduldig mit sich selber und wollen zu schnell zu viel erreichen. Sie messen sich an Könnern anstatt daran, ob es schlicht Spass macht. Daher rührt der weit verbreitete und auch von Gabriel vertretene Irrglaube, ab einem gewissen Alter wäre es schwer. Nein! Es dauert vielleicht länger, sich Bewegungsabläufe zu merken (wobei ich mir nicht sicher bin, ob auch das nicht vielleicht doch auch festgefahrene Glaubenssätze sind!), und Erwachsenen fehlt es meist an Geduld. Um der Mandoline schöne Melodien zu entlocken, muss man Grundlagen üben, üben, üben, üben...... es braucht sehr viel Zeit und Geduld, und man muss sich in kleinen Schritten vorantasten, das ist auf einem Streichinstrument genauso. Ist man gewillt, den Aufwand zu leisten, klappt es auch, es kommt zur Hauptsache auf den Kopf an und darauf, sich nicht zu viel vorzunehmen und Grundlagenübungen nicht doof zu finden. Ich weiss, wovon ich rede! Im Rahmen meiner Ausbildung musste ich im zarten Alter von 48 Jahren anfangen, Klavier zu spielen..... was meinst Du, was ich geflucht habe, denn zu Beginn machte ich kaum Fortschritte. Ich wollte zu schnell zu viel erreichen. Bis meine Klavierlehrerin mal sagte „Du missest Dich an dem, was Du auf dem Cello kannst, dabei ist das ein komplett neues Instrument, und das darfst Du nicht machen!“ Und sie hatte Recht - und von da an kam ich weiter. Ich gab mich mit einfachen Liedbegleitungen zufrieden. Sowas klappt nun, und darauf aufbauend kann ich nun weitermachen. Erst mal Grundlagen.... Das Allerwichtigste ist, dass man Freude hat und sich wohl fühlt, Alles andere kann warten und ist nicht wichtig. Kinder lernen angeblich leichter, WEIL sie einfach drauflos legen, vorerst mal ohne grosse Ziele. Und wenn sie was erreichen wollen, dann machen sie es wieder und wieder, bis sie es können. Genau die Unbefangenheit und spielerische Hartnäckigkeit ist es, die sie weiterbringt, und das beileibe nicht nur im Instrumentalunterricht - ich sehe das auch im Klassenzimmer immer wieder. Da Du, Kerstin, bereits einiges an musikalischer Erfahrung mitbringst, wirst Du rasch wieder drin sein. Schnapp Dir ein Banjo, und nimm Unterricht! Das kostet, aber auch wenn man z.B. nur alle zwei Wochen eine Stunde Unterricht nimmt, erreicht man schon eine Menge. Ich liebe Bluegrass übrigens auch!😍😎 Ich habe immerhin ein Ukulelen-Banjo, das mir suggeriert, ein bisschen an der Musik zu schnuppern😂, dabei macht man damit nur „Schrumm schrumm“, immerhin kann man damit Lieder begleiten...l,
Ein Cello müsstest Du erst mal beim Geigenbauer oder in einem guten Musikhaus mieten, und das kostet - ich rate, nicht am Instrument zu sparen, egal was es ist, denn ein billiges Instrument macht nicht lange Freude. Manchmal hat man Glück und kann günstig ein gutes Instrument von Privaten mieten oder auch kaufen" Wobei, kaufen.... - anständige Celli für Amateure kosten mehrere Tausender.
Kosten - letztendlich kommt es drauf an, welchen Stellenwert die Musik haben soll, wie wichtig Dir das Musikmachen ist. Ich kaufe mir z.B. lieber mal neue Saiten als Klamotten.
Ein Tipp, um die Finger zu entknoten und Hände geschmeidig zu bekommen: Chinakugeln! Die Kugeln, die man in einer Hand kreisen lässt, ohne dass sie sich berühren....... nicht teuer und seehr effizient!

Liebe Grüsse
Dorothea


André Uhres Offline

Admin


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07.03.2021 17:08
#14 RE: Cello mal anders Zitat · Antworten

Vor fast sieben Jahren habe ich im Alter von 61 Jahren angefangen Querflöte zu lernen. Die Finger-Beweglichkeit ist, wie Dorothea auch schon schrieb, reine Übungssache. Tonleitern zu üben ist dabei sehr nützlich. Auch sollte man diese nicht als lästige Übungen betrachten, sondern als Musik. Denn Tonleitern kommen auch in vielen Musikstücken häufig vor. Wichtig ist auch, anfangs immer schön langsam zu üben, bis man sich die Bewegungsabläufe richtig gemerkt und angeeignet hat. Die Geschwindigkeit kommt dann von selbst.

Man kann manchmal auch günstig Instrumente im Internet ersteigern, z.B. bei www.catawiki.de
Meine Flöte hatte ich zunächst in einem Laden nur geliehen. Sie gefiel mir dann so gut, dass ich sie kaufte. Dabei wurde der Mietpreis vom Kaufpreis abgerechnet und ich erhielt noch zusätzlich Rabatt, weil es kein neues Instrument mehr war.


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Montanara Offline




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07.03.2021 18:49
#15 RE: Cello mal anders Zitat · Antworten

Ich beginne jedes Üben mit Übungen für die rechte Hand, darunter sind Tonleitern und Dreiklänge und Triller, dann kommen die linke Hand dran und die Bogenführung. Auch dazu sind Tonleitern und Arpeggi super: Man glaubt nicht, auf wieviele Arten man sowas spielen kann! Nach ca. 15 Minuten bin ich warmgespielt, habe das Gefühl, wie es sich richtig anfühlen sollte, und kann mich dem widmen, woran ich gerade übe.
Scheitere ich an einer bestimmten Stelle immer wieder, dann übe ich sie nicht langsam, sondern zerlege sie in verschiedne Rhythmen und Artikulationen. Es gibt etwa 15 bis 20 Arten, wie man sowas machen kann. Ich arbeite die Stelle mit jedem einzelnen dieser Rhythmen durch, und dann kann ich sie hinterher problemlos im richtigen Tempo spielen. Total effizient, das hat mich mal ein Dirigent gelehrt.


André Uhres findet das Top
André Uhres Offline

Admin


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07.03.2021 20:32
#16 RE: Cello mal anders Zitat · Antworten

Das mit den Rhythmen wende ich bei schwierigen Stellen auch gerne an. Nachher sitzen die Griffe bombensicher.


eisbaer55 Offline




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08.03.2021 07:51
#17 RE: Cello mal anders Zitat · Antworten

Hallo Kerstin,

ja es ist nie zu spät mit einem Instrument zu beginnen, da stimme ich in den Chor mit ein.

Ich hab mit 40 begonnen, Geige zu lernen. Bis dahin konnte ich nicht mal Noten lesen. Meine Jüngste hat mit dem Unterricht begonnen, auf eigenen Wunsch, da war sie 9 Jahre alt und mich faszinierte das Instrument einfach ... hab sie gelegentlich zur Musikschule begleitet, kam mit ihrer Geigenlehrerin ins Plaudern und sie ermutigte mich anzufangen, trotz meiner Vorbehalte daß ich doch viel zu alt wäre.

Schon nur nach 1 Jahr kamen die ersten hörbaren Töne zum Vorschein :)

Es hat saumäßig Spaß gemacht, auch gemeinsame Auftritte mit anderen Schülern in kleinen Konzerten.

Nach 6 Jahren fleißigen Spielens hab ichs wieder gelassen, aus beruflichen Gründen - und der Zuwendung zu Ausdauersport - fand ich keine Zeit mehr zum regelmäßigen Üben und die Mitspieler haben sich in alle Richtungen verlaufen ... aber ich werde wieder weitermachen bzw. neu anfangen sobald ich die zeitliche Möglichkeit wieder habe.

Also, mach mal!!!

Liebe Grüße
Wolfgang aus Wien

P.S. am WE bin ich zumeist dem Internet abstinent, drum kommen manche Antworten einfach etwas später.


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