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 Barfuß und Leben
UlliDO Offline



Beiträge: 79
Punkte: 40

08.08.2010 14:19
Merkwürdiger Barfuß-Samstag Zitat · antworten

So wie jeden Samstag hatte ich auch gestern morgen wieder mal meine Einkäufe getätigt. Zuerst 4 km mit dem Rad in den nächsten Vorort, denn da wo ich wohne gibt es nichts. Zuerst auf den Markt dann in das Lebensmittelgeschäft. Niemand nimmt dabei Notiz das ich ohne Schuhe unterwegs bin und das schon seit Wochen. Das ist auch gut so denn darauf warte ich nicht unbedingt. Zurück nach Hause, einige Dinge dort erledigt und dann noch mal mit dem Rad los ein Geburtstagsgeschenk für meinen Großneffen besorgen. Zuerst das Rad abgestellt und dann in die Eisdiele erst mal eine Pause gemacht. Da fiel mir schon zum ersten Mal die betreten dreinschauenden Figuren jeder Altersklasse auf. Mit dem Eis nach draussen auf die Bank gesetzt und erst einmal in Ruhe genossen. Merkwürdige Blicke einiger vorbeigehender Passanten. Die Sonne schien und es waren ca. 26°.

Mir fiel ein das ich noch Fahrradöl brauchte und etwa 300m weiter war ein Radgeschäft. Mein Rad ließ ich angekettet stehen und ging zu Fuß zu dem Laden. Kurzer Blick in die Auslage, leider nicht das was ich haben wollte. Ich war schon ein paar Meter von dem Laden weg da hörte ich hinter mir ein „Hallo“! Ich drehte mich erst nach ein paar Sekunden um und sah eine etwa 24-jährige Frau mit einem leicht verstörten Gesichtsausdruck mir zaghaft zuwinkend. Ich blieb nicht stehen und lief weiter meines Weges. Ich hörte noch den Typen neben ihr, (war wohl ihr Freund) der ein Fahrrad festhielt, sagen: „Laß ihn doch.“

Ich habe keinen blassen Schimmer was die eigentlich wollte aber ich vermute mal das sie mir sagen wollte das ich keine Schuhe anhabe – oh Herr, laß Hirn vom Himmel fallen! Dabei fiel mir der Spruch von Jay ein den ich erst vor zwei Tagen gelesen habe. Wieder eine von vielen denen derartige Gegebenheiten nicht in ihr fremdbestimmtes Weltbild passen. Um noch eins draufzusetzen –in ihr kleinbürgerliches Weltbild-. Ein paar Meter weiter die nächste Tante. Blieb wie angewurzelt stehen und sah auf meine Füße. Ich habe das nur aus dem Blickwinkel gesehen und nach zehn Metern konnte ich nicht widerstehen und drehte mich um. Da stand sie immer noch und lachte. Mit einer Mine aus der ich schloss das sie wohl begeistert war. Vielleicht täuschte ich mich auch.

Sei es drum, als nächstes ins Kaufland. Beim Durchgang durch die Passage war ich allein, bis auf eine Frau hinter mir die ich aber nicht bemerkt hatte. Plötzlich hörte ich hinter mir in erbostem Tonfall: „Unmöglich!“ Ich drehte mich um und diese Frau drehte gerade ab in einen Textilladen. Ich hatte keine Lust und keine Zeit irgendwelche Diskussionem anzufangen und ging weiter. Das war das erste Mal in diesem Jahr das mir mehrfache Blicke bezüglich meiner Schuhlosigkeit auffielen und eben diese leicht negativen Reaktionen.

Genau das Gegenteil heute morgen beim Joggen. Eine Frau mit Hund kam mir entgegen und meinte dann ganz begeistert: „Wow, barfuß!“ Ich habe nichts gesagt, nur gelacht. Alllerdings war das Joggen nicht so das gelbe vom Ei. Leider hatte ich wieder Probleme mit der linken Wade. Irgendwas mache ich da noch falsch. Übrigens, wen es interessiert – bei Goggle einfach mal eingeben „barfuß joggen“. Interessant was da für Erkenntisse zu Tage kommen. Ich habe doch schon immer gesagt Schuhe sind eine gute Erfindung; als Schutz gegen Kälte und bei gewissen Tätigkeiten vor Verletzungsgefahr. Und damit hat es sich auch schon, zu mehr reicht es nicht.

Noch ein Wort zu Toleranz obwohl dieser Beitrag wieder in einen Roman ausartet. Vor ein paar Jahren war ich im Sommer unterwegs im Dortmunder Westfalenpark bei 33°. Irgendwann kam mir dann eine junge Frau mit Kinderwagen entgegen und sah völlig fassungslos auf meine Füße. Als ich den Blick sah mußte ich mich schwer zusammenreißen um nicht in lautes Gelächter auszubrechen. Sie, mit kurzärmeliger Bluse einem kurzen Rock und –man faßt es nicht- Stiefel eng geschnürt bis über das Knie. Erst viel später habe ich mir Gedanken darüber gemacht. Da gibt es nichts zu lachen. Wir erwarten Toleranz von anderen für unser Verhalten, d.h. wir wollen nicht dumm angequatscht oder mitleidig belächelt werden wenn wir schuhlos unterwegs sind. Warum also sollte sie nicht mit Stiefeln bei 33° herumlaufen wenn es ihr gefällt und Spaß macht. Michael a.Z. läuft auch bei Frosttemperaturen in kurzer Hose und barfuß durch die Botanik. Auch gestern hatte ich wieder eine junge Frau in Stiefeln gesehen – soll sie doch wenn es ihr gefällt. Mir gefällt es eben lieber ohne Schuhe.

Schönen Sonntag noch
wünscht UlliDO


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