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Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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Dieses Thema hat 9 Antworten
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drtoivowillmann Offline



Beiträge: 355
Punkte: 2

13.08.2016 14:21
Hat eigentlich nichts mit Barfuß zutun geht uns aber trotzdem an. Zitat · Antworten

Liebe Freunde:

Einige Gefahren werfen ihre Schatten voraus. Kommt es in einem Gewitter zu sogenannten "Superzellen", gibt es bald darauf Tornados. Bebt die Erde unter dem Meer, gibt es bald darauf Tsunamis, usw...

Gestern kam in den Nachrichten der Vorschlag, in Deutschland das Tragen der Burkas zu verbieten, um dadurch dem Terrorismus vorzubeugen.
Obwohl die Idee geradezu lächerlich ist, es gibt solche Gesetze schon in einigen europäischen Nachbarstaaten, zum Beispiel Frankreich. Das macht die Sache ernster.
In Nizza sind außerdem, um dem Terrorismus vorzubeugen, die "Burkinis" am Strand verboten. Das sind sehr geschlossene Badeanzüge moslemischer Frauen, die selbst Beine, Arme und den grössten Teil des Kopfes bedecken.

* Wer heute das Tragen von zu viel Kleidung verbieten will, kann morgen das Tragen von zu wenig Kleidung, z.B das Barfußlaufen gesetzlich verbieten wollen.
* Ist das Begehen von Attentaten bei den Moslems nicht Männersache? Wie sollen derartige Verbote dann mehr Sicherheit bringen.
* In den Moscheen ist, barfuß zu laufen, Pflicht. Wenn irgendein Imam auf die Idee kommt, der wahre Moslem gehe stets barfuß, könnte auch das Barfußlaufen plötzlich Symbol extremistischer Gesinnung werden. Dann würden solche Leute, der öffentlichen Sicherheit wegen, auch das Barfußlaufen verbieten wollen.
Weit hergeholt, absurd? Keineswegs: auch in unser Bibel musste Abraham in der Wüste barfuß laufen, als er das "Gelobte Land" betrat. "Abraham , ziehe deine Sandalen aus, denn der Boden, den du betrittst, ist heilig!" Und Abraham kommt auch im Koran vor.

* Da kommen dann noch Argumente, das Tragen der Burkas sei frauenfeindlich. Für uns deutsche ja, aber Moslems denken da ganz anders.
Wenn Frauen zu viel Kleidung tragen, ist das angeblich frauenfeindlich. Laufen sie aber öffentlich nackt herum und zeigen ihre Reize, ist das angeblich auch frauenfeindlich, weil sie dadurch zu sexuellen Objekten degradiert würden. Viel Kleidung ist schlecht, wenig Kleidung auch, was wollen wir eigentlich?
So wie alle Deutschen rumlaufen? Demnach sollten in Deutschland alle sich gleich kleiden, sich gleich benehmen und das Gleiche denken. Was, bitte schön, hat das mit Freiheit und Demokratie zu tun?
Wenn wir selbst ein gestörtes Verhältnis zur öffentliche Freiheit haben, mit welchem Recht kritisieren wir dann fremde Kulturen, wenn sie aus unserer Sicht ein gestörtes Verhältnis zur Freiheit der Frau haben?
Wie sagte doch Jesus Christus: "Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!"

Irgendwie ähnelt die Gegenwart der Zeit zwischen I. und II. Weltkrieg: die ganze Welt macht einen Rechtsruck. Im Orient wird orthodoxer Islam zur Politik. In den USA Donald Trump: ob er die Wahlen gewinnt oder verliert, er hat schon heute viel zu viele Anhänger. In der Türkei Erdowie-Erdowo-Erdowan! In Polen Ende der demokratischen Verfassung! Im UK der Brexit: weg von Europa, zurück zu "Groß"-Britannien! Hier Pegida, AfD und jetzt sogar die CDU/CSU!
Faschistoide wollen immer alles kontrollieren. Wenn die z.B. unser Barfußlaufen verbieten, ist das erst der Anfang. Da kommt dann zumeist weit schlimmeres.
Ruanda ist ein gutes Beispiel, das Fürstentum Monaco auch!

Ist unser Barfußlaufen denn so wichtig auf der Welt? Es ist zumindest so wichtig, wie es unseren Gegnern ist, die es verbieten wollen.
Der Klügere gibt nach? Dann würde die Welt in Zukunft nur noch von Ignoranten regiert.

Wenn Barfußlaufen ein politisches Symbol ist, dann steht es für Freiheit, Selbstbejahung, Selbstvertrauen und Kontakt mit der Wirklichkeit.
Das sind politische und moralische Werte, für die es sich zu kämpfen lohnt.
Daher lohnt es sich auch, für das freie Barfußlaufen überall und zu jeder Zeit, ohne jegliche Diskriminierung zu kämpfen.

Barfüssiger Gruß: Toivo


tiptoe Offline




Beiträge: 551
Punkte: 100

13.08.2016 20:54
#2 RE: Hat eigentlich nichts mit Barfuß zutun geht uns aber trotzdem an. Zitat · Antworten

Ich halte die "Burkaverbote" auch für sehr bedenklich, zumal sie, um nicht gegen das in der verfassung garantierte recht der religionsfreiheit zu verstoßen, immer über das ziel hinausschießen.
Dann wird jede verhüllung des gesichtes für ungesetzlich erklärt, und da fragt sich, ob nicht ganz andere interessen im spiel sind (personenüberwachung mittels gesichtserkennung).
Und wer sich im winter gegen den eisigen wind einen schal umlegt, der nur die augen freilässt, die von einer sonnenbrille geschützt werden, übertritt dann auch das gesetz?
Was ist mit motorradhelmen, karneval, fursuiting?

Ich bin für gleichberechtigung, chancengleichheit und wirtschaftlichen ausgleich, aber ich bin dagegen, allen gleiches verhalten in bezug auf alltag, kleidung usw. vorschreiben zu wollen.

Zurück zum thema barfuß: Wenn es bei geeigneten bedingungen einen gewissen anteil völlig normaler harmloser leute gibt, die ihren unverdächtlgen täglichen verrichtungen barfuß nachgehen, und sei es nur 1%, wird die gefahr verringert, in irgendeine extremistische ecke gestellt zu werden. Glücklicherweise geht keine extremistische gruppe, ob politischer oder religiöser natur, demonstrativ barfuß, so dass die assoziation ohnehin nicht besteht.

Insofern ist auch jeder barfuß-ist-gesund-artikel von vorteil, ob er nun in gestalt von ballengangseminaren, spiraldynamik oder erdungs-hokuspokus daherkommt. Ich bin rational und wissenschaftlich orientiert, gegenüber aller esoterik eher skeptisch eingestellt. In die öko-ecke gestellt zu werden, macht mir nichts aus (schließlich bemühe ich mich um eine ökologische lebensweise). In die eso-ecke? Das lässt sich aufklären. Ist mir aber alles lieber, als wenn ich irgendwie mit extremismus in verbindung gebracht würde; das ist mir aber auch noch nie vorgekommen.


Markus U. Offline




Beiträge: 1.958
Punkte: 794

18.08.2016 14:43
#3 RE: Hat eigentlich nichts mit Barfuß zutun geht uns aber trotzdem an. Zitat · Antworten

Zitat von drtoivowillmann
Gestern kam in den Nachrichten der Vorschlag, in Deutschland das Tragen der Burkas zu verbieten, um dadurch dem Terrorismus vorzubeugen.
Obwohl die Idee geradezu lächerlich ist, es gibt solche Gesetze schon in einigen europäischen Nachbarstaaten, zum Beispiel Frankreich. Das macht die Sache ernster.
In Nizza sind außerdem, um dem Terrorismus vorzubeugen, die "Burkinis" am Strand verboten. Das sind sehr geschlossene Badeanzüge moslemischer Frauen, die selbst Beine, Arme und den grössten Teil des Kopfes bedecken.



Hi Toivo,

ein "Burkaverbot" dürfte sowohl dem Grundrechte auf freie Entfaltung der Persönlichkeit (Art. 2 Abs. 1 GG; hab' ich bereits an anderer Stelle zitiert) als auch dem Grundrechte auf ungestörte Religionsausübung (Art. 4 Abs. 2 GG: "Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.", sofern das Tragen einer Burka von der Trägerin als religiöses Gebot aufgefaßt wird) zuwiderlaufen und wäre somit verfassungswidrig und damit nichtig (im Zweifel müßte dies im Bedarfsfalle aufgrund einer Verfassungsbeschwerde vom Bundesverfassungsgerichte geklärt werden).

Zitat von drtoivowillmann
* Wer heute das Tragen von zu viel Kleidung verbieten will, kann morgen das Tragen von zu wenig Kleidung, z.B das Barfußlaufen gesetzlich verbieten wollen.



In gewissem Rahmen ist das durchaus möglich und üblich, und zwar sowohl im Rahmen von Arbeitsverhältnissen (ein Chef hat gegenüber seinen Angestellten ein gewisses Weisungsrecht in puncto Kleidung während der Arbeitszeit - es gibt so etwas wie "betriebliche Kleiderordnungen") als auch im Rahmen sogenannter "besonderer Gewaltverhältnisse", vor allem Schule, Polizei, Armee und Strafvollzug (bei "besonderen Gewaltverhältnissen" sind bestimmte Grundrechte eingeschränkt; Artt. 17a, 19 GG).

Zitat von drtoivowillmann
* Ist das Begehen von Attentaten bei den Moslems nicht Männersache? Wie sollen derartige Verbote dann mehr Sicherheit bringen.
* In den Moscheen ist, barfuß zu laufen, Pflicht. Wenn irgendein Imam auf die Idee kommt, der wahre Moslem gehe stets barfuß, könnte auch das Barfußlaufen plötzlich Symbol extremistischer Gesinnung werden. Dann würden solche Leute, der öffentlichen Sicherheit wegen, auch das Barfußlaufen verbieten wollen.



Das stimmt nicht so ganz, denn in Moscheen sind nur Schuhe, aber nicht Sokken verboten, und Moslems pflegen in der Moschee die Sokken, wenn sie welche tragen, anzubehalten. In der Duisburger Moschee gibt es sogar eine Sokkenpflicht; als Leo und ich vor Jahren dort waren, hat man uns das Betreten des Gebetsraumes verweigert, weil wir barfuß waren, obwohl wir unsere Füße gewaschen hatten.

Da könnte man schon eher auf den Gedanken kommen, ein wahrer Christ gehe stets barfuß, hat doch Christus seinen Jüngern das Barfußgehen ausdrücklich geboten (Lk 10,4: "Traget nicht Sack, noch Tasche, noch Schuhe.").

Zitat von drtoivowillmann
Weit hergeholt, absurd? Keineswegs: auch in unser Bibel musste Abraham in der Wüste barfuß laufen, als er das "Gelobte Land" betrat. "Abraham , ziehe deine Sandalen aus, denn der Boden, den du betrittst, ist heilig!" Und Abraham kommt auch im Koran vor.



Nicht Abraham mußte seine Schuhe ausziehen, sondern Mose (Ex 3,5), und zwar nicht beim Einzuge ins Heilige Land (das er gar nicht betreten durfte), sondern bei der Begegnung mit Gott am Berge Sinai (der Dornbusch, der brannte, aber nicht verbrannte).

Zitat von drtoivowillmann
* Da kommen dann noch Argumente, das Tragen der Burkas sei frauenfeindlich. Für uns deutsche ja, aber Moslems denken da ganz anders.
Wenn Frauen zu viel Kleidung tragen, ist das angeblich frauenfeindlich. Laufen sie aber öffentlich nackt herum und zeigen ihre Reize, ist das angeblich auch frauenfeindlich, weil sie dadurch zu sexuellen Objekten degradiert würden. Viel Kleidung ist schlecht, wenig Kleidung auch, was wollen wir eigentlich?
So wie alle Deutschen rumlaufen? Demnach sollten in Deutschland alle sich gleich kleiden, sich gleich benehmen und das Gleiche denken. Was, bitte schön, hat das mit Freiheit und Demokratie zu tun?
Wenn wir selbst ein gestörtes Verhältnis zur öffentliche Freiheit haben, mit welchem Recht kritisieren wir dann fremde Kulturen, wenn sie aus unserer Sicht ein gestörtes Verhältnis zur Freiheit der Frau haben?
Wie sagte doch Jesus Christus: "Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!"



Dies ist ein sehr schwieriges Kapitel. Einerseits meine ich, daß das (westliche) Konzept von Demokratie und Menschenrechten auf einer geistesgeschichtlichen Entwicklung, die in anderen Kulturen so nicht stattgefunden hat, beruht, und daher aus Respekt vor anderen Kulturen keine globale Geltung beanspruchen kann, insbesondere nicht mit Gewalt durchgesetzt werden darf, weil das als neokoloniale Anmaßung zu betrachten ist und nur neues Unrecht und Instabilität hervorruft (Afghanistan, Irak, Libyen); andererseits aber muß man von Leuten, die (dauernd) in unserem Lande leben wollen, verlangen dürfen, daß sie unsere Kultur respektieren und sich assimilieren. Multikulturelle Gesellschaften und Staaten sind auf die Dauer nicht haltbar, wie die Sowjetunion und Jugoslawien gezeigt haben; außerdem lehrt die Geschichte, daß Eingeborene auf Dauer in Gefahr geraten, von allzu vielen Einwanderern unterdrückt zu werden. Hierzulande sind wir Deutschen die Eingeborenen: wenn wir unsere Kultur nicht schützen, wird sie zerstört werden.

Zitat von drtoivowillmann
Faschistoide wollen immer alles kontrollieren. Wenn die z.B. unser Barfußlaufen verbieten, ist das erst der Anfang. Da kommt dann zumeist weit schlimmeres.
Ruanda ist ein gutes Beispiel, das Fürstentum Monaco auch!



Wir können von Glück sagen, daß wir nicht in diesen Ländern leben müssen. Immerhin ist Ruanda weit weg, und Monaco ist als mickriges absolutes Fürstentum ein anachronistischer Miststaat. Man kann aber im Rahmen seiner bescheidenen Möglichkeiten was machen: immer wieder das Unrecht solcher Staaten anprangern und sie im übrigen boykottieren. Auf diese Weise ist es gelungen, daß in Südafrika die Apartheid abgeschafft wurde (hat lange gedauert, aber letztlich zum Erfolge geführt).

Zitat von drtoivowillmann
Ist unser Barfußlaufen denn so wichtig auf der Welt? Es ist zumindest so wichtig, wie es unseren Gegnern ist, die es verbieten wollen.
Wenn Barfußlaufen ein politisches Symbol ist, dann steht es für Freiheit, Selbstbejahung, Selbstvertrauen und Kontakt mit der Wirklichkeit.
Das sind politische und moralische Werte, für die es sich zu kämpfen lohnt.
Daher lohnt es sich auch, für das freie Barfußlaufen überall und zu jeder Zeit, ohne jegliche Diskriminierung zu kämpfen.



Dem pflichte ich bei; genau so verhält es sich.

Barfüßige Sommergrüße,
Markus U.


drtoivowillmann Offline



Beiträge: 355
Punkte: 2

18.08.2016 17:18
#4 RE: Hat eigentlich nichts mit Barfuß zutun geht uns aber trotzdem an. Zitat · Antworten

Lieber Markus:

Ich weiß nicht, was du mit deiner Beschwichtigungstaktik bezweckst.
* Erst behauptest du, als Antwort zu einem anderen Beitag von mir, die Polizei schreite nicht gegen Barfüßer auf Verlangen der Bürger ein. Dabei ist mir das selbst schon 4x passiert: 2x dort, wo ich wohne, 1x in Münster-NRW und 1x in der Nähe von Nürnberg.
* Jetzt behauptest du, die Burka ließe sich nicht verbieten. Dabei ist das schon in 2 europäischen Staaten geschehen. Einer davon ist das sonst so rechtsstaatliche und demokratische Frankreich. Die betroffenen Moslem-Frauen klagten, von wegen Religionsfreiheit und bekamen dennoch nicht recht.
Es wäre naiv zu glauben, derlei Rechtsbeugung sei in Deutschland unmöglich.
* "Multikulturelle Gesellschaften und Staaten sind auf die Dauer nicht haltbar, wie die Sowjetunion und Jugoslawien gezeigt haben." Das waren beides Diktaturen. Ich kenne 2 demokratische "multikulturelle Gesellschaften" die schon seit langem existieren: Indien und Brasilien.
Also bitte nicht simplifizieren!
* Wenn ich bei der Arbeit Schuhe tragen muss, das gilt auch für Polizisten und Soldaten, so kann ich das akzeptieren, weil ich dafür mit meinem, hoffentlich guten, Gehalt entschädigt werde.
Aber in der Schule Barfuß zu verbieten, ist schon scheiße. Ich sehe nicht ein, warum die Pauker das Recht haben sollen, die Erziehung unserer Kinder zu sabotieren, auch in Hinsicht auf Barfuß.

Wer einen ankommenden Tsunami nicht ernst genug nimmt ertrinkt!

Barfüssiger Gruss: Toivo


André Uhres Offline

Admin


Beiträge: 2.091
Punkte: 326

18.08.2016 17:27
#5 RE: Hat eigentlich nichts mit Barfuß zutun geht uns aber trotzdem an. Zitat · Antworten

Zitat von Markus U. im Beitrag #3
Da könnte man schon eher auf den Gedanken kommen, ein wahrer Christ gehe stets barfuß, hat doch Christus seinen Jüngern das Barfußgehen ausdrücklich geboten (Lk 10,4: "Traget nicht Sack, noch Tasche, noch Schuhe.").


Das ist allerdings nicht so gemeint. Die Apostel sollten einfach los ziehen und sich nicht erst noch groß ausrüsten, da Gott schon für sie sorgen würde. Wer Sandalen hatte (und das hatten wohl alle), durfte sie selbstverständlich anziehen, bzw. anbehalten. Aber es war nicht erforderlich, sich zusätzliche Schuhe zu verschaffen.

PS: Gemäß Markus (dem Evangelisten ) wird den Aposteln sogar empfohlen, Sandalen unterzubinden! (Kapitel 6, Verse 7 bis 9)


Markus U. Offline




Beiträge: 1.958
Punkte: 794

25.08.2016 14:06
#6 RE: Hat eigentlich nichts mit Barfuß zutun geht uns aber trotzdem an. Zitat · Antworten

Hi Toivo,

Zitat von drtoivowillmann
Ich weiß nicht, was du mit deiner Beschwichtigungstaktik bezweckst.



Ich bezwekke damit vor allem etwas mehr Gelassenheit.

Zitat von drtoivowillmann
* Erst behauptest du, als Antwort zu einem anderen Beitag von mir, die Polizei schreite nicht gegen Barfüßer auf Verlangen der Bürger ein. Dabei ist mir das selbst schon 4x passiert: 2x dort, wo ich wohne, 1x in Münster-NRW und 1x in der Nähe von Nürnberg.



Jeder von uns hat andere Erfahrungen mit der Polizei, und jeder faßt sie anders auf. Manch einer fühlt sich von ihr schikaniert (wobei ich nicht ausschließe, daß die "Beziehung" derart eskalieren kann, daß es im Laufe der Zeit zu echter Schikane kommt), während jemand anders (ich denke da z. B. an Engel) der Polizei mit Charme und entwaffnender Offenheit begegnet und fast immer "gewinnt". Um mich hat die Polizei sich bisher noch nicht im Zusammenhang mit Barfüßigkeit "gekümmert", und das ist auch gut so.

Zitat von drtoivowillmann
* Jetzt behauptest du, die Burka ließe sich nicht verbieten. Dabei ist das schon in 2 europäischen Staaten geschehen. Einer davon ist das sonst so rechtsstaatliche und demokratische Frankreich. Die betroffenen Moslem-Frauen klagten, von wegen Religionsfreiheit und bekamen dennoch nicht recht.
Es wäre naiv zu glauben, derlei Rechtsbeugung sei in Deutschland unmöglich.



Da ich mich mit französischem Recht nicht auskenne und folglich auch nichts über die französische Verfassung weiß, kann ich auch nichts darüber aussagen, welche Rechte die Bürger dort hinsichtlich der Religionsausübung haben. Zumindest gilt dort nicht unser Grundgesetz, und Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichtes haben bekanntlich nur auf deutschem Boden Rechtskraft (und auch da strenggenommen eigentlich nur in der von der Entscheidung betroffenen Rechtssache).
Gerade Frankreich hat sich noch nicht ausreichend mit seiner Geschichte auseinandergesetzt (Napoleon wird dort noch viel zu positiv gesehen, obwohl er wie Hitler gegen ganz Europa Krieg geführt und gewaltige Greuel begangen hat).
Außerdem hat Frankreich seine koloniale Vergangenheit noch nicht abgeschüttelt, weil es immer noch Kolonien besitzt (Französisch- Guayana, die französischen Antillen, Tahiti und Französisch- Polynesien, Mayotte, Réunion und weitere Inseln). Und der dort herrschende hysterische Ausnahmezustand hat meiner Meinung nach nichts mit Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu tun.

Zitat von drtoivowillmann
* "Multikulturelle Gesellschaften und Staaten sind auf die Dauer nicht haltbar, wie die Sowjetunion und Jugoslawien gezeigt haben." Das waren beides Diktaturen. Ich kenne 2 demokratische "multikulturelle Gesellschaften" die schon seit langem existieren: Indien und Brasilien.
Also bitte nicht simplifizieren!



Daß die Eingeborenen in Brasilien unterdrückt werden, unter Vertreibung und Zerstörung ihres Lebensraumes zu leiden haben, setze ich gerade bei Dir eigentlich als bekannt voraus. Und gerade anläßlich der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro wurde ausgiebig berichtet, um welch ein problembeladenes Land es sich bei Brasilien handelt.
Indien ist erst seit 1947 unabhängig und hat die "Lebensdauer" der Sowjetunion und Jugoslawiens, die immerhin mehr als 70 Jahre betrug, noch nicht erreicht. Und daß Indien voller religiöser Konflikte ist, daß es immer wieder zu blutigen Zusammenstößen zwischen Hindus und Moslems kommt, daß auch dort die ältesten Eingeborenenstämme ("Adivasi") unterdrückt werden und viele Christen unter Verfolgungen seitens fanatischer Hindus (die vor allem ihr ungerechtes, ursprünglich auf Rassismus zurückgehendes Kastensystem verteidigen wollen) zu leiden haben, sollte ebenfalls bekannt sein.

Barfüßige Sommergrüße,
Markus U.


drtoivowillmann Offline



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Punkte: 2

25.08.2016 16:52
#7 RE: Hat eigentlich nichts mit Barfuß zutun geht uns aber trotzdem an. Zitat · Antworten

Lieber Dieter;

Jetzt beginnt die Haarspalterei.
* Ob ich die Polizei mit "Charm gewinnen" kann oder nicht, ist irrelevant.
Schon die Tatsache, dass sie überhaupt kommt, weil einer Barfuß ist, ist absurd.
Stell dir vor, sie käme, weil ein Mann Zöpfe in sein Haar geflochten hat oder einen Cowboy-Hut trägt? Absurd? Das empfinde ich bei Barfuß als Grund genauso.
* Das Bundesverfassungsgericht ist unberechenbar. Die Politiker sprechen nicht umsonst von den "Arschlöchern in Karlsruhe".
Mal schützen sie die Verfassung, mal beugen sie sie, obwohl das nicht sein dürfte.
Ich bin der festen Überzeugung, dass wenn fester politischer Wille da ist und vor allem entsprechende Stimmung im Volk, von der sich auch Richter als Menschen niemals ganz freisprechen können, dann kommt das Burka-Verbot trotz und entgegen unserer Verfassung. Und ob das Bundesverfassungsgericht dann sein Veto einlegt oder nicht, ist reine Lotterie.
* Die Frage war, ob es stabile multikulturelle Staaten und Völkergemeinschaften gibt oder nicht. Das heißt, ob sie bestehen bleiben oder zerfallen.
Sowohl Indien wie Brasilien bestehen bislang.
Dass es in solchen Gesellschaften konfliktlos oder gerecht zugeht, habe ich nie behauptet. Ist etwa unsere Gesellschaft konfliktfrei und gerecht?

Grüsse: Toivo


André Uhres Offline

Admin


Beiträge: 2.091
Punkte: 326

26.08.2016 04:37
#8 RE: Hat eigentlich nichts mit Barfuß zutun geht uns aber trotzdem an. Zitat · Antworten

Tatsache ist, dass die Menschen immer gesetzloser werden. Wer glaubt, dieses Problem durch die Einführung neuer Gesetze in den Griff zu bekommen, ist schlicht und ergreifend auf dem Holzweg!


Dieter (Bochum) Offline




Beiträge: 1.367
Punkte: 1

26.08.2016 13:51
#9 RE: Hat eigentlich nichts mit Barfuß zutun geht uns aber trotzdem an. Zitat · Antworten

Hallo Toivo,

Du hast aus Versehen "Dieter" als Anrede geschrieben.

Du meintest aber Markus.

Liebe Grüße von Dieter aus Unna.

PS. Vielleicht können wir uns im September bei Dir treffen,
wenn meine Magen- und Darmspiegelung am 6. September nicht
ein zu schlimmes Ergebnis zeigt und mich zum Chirurgen zwingt.


drtoivowillmann Offline



Beiträge: 355
Punkte: 2

28.08.2016 10:48
#10 RE: Hat eigentlich nichts mit Barfuß zutun geht uns aber trotzdem an. Zitat · Antworten

Lieber Dieter;

Im September willkommen!

Grüsse: Toivo


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