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Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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Dieses Thema hat 13 Antworten
und wurde 634 mal aufgerufen
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 Barfuß und Leben
Lebenskünstler Offline

Admin


Beiträge: 713

15.01.2019 21:04
Winterschlaf Zitat · Antworten

Hallo zusammen,

geht es euch auch so?
Ihr schaut zum Fenster raus - Schnee, Schnee, wohin ihr seht..

Mal ganz ehrlich - mit barfuss gehen is da nich viel...
Eben mal zur Aschentonne, und für die ganz Harten der Weg zum Supermarkt,
fast um die Ecke...

Machen wir es wie die Feldmäuse: von da einen Vorrat anlegen, und Winterschlaf halten.
Nicht ganz - nur Winterruhe ;-)

Ab und zu schadet es ja nicht, mal rauszugucken ob die Sonne lacht.


tiptoe Offline




Beiträge: 309

15.01.2019 22:06
#2 RE: Winterschlaf Zitat · Antworten

Ich bin nicht nur barfüßer, sondern auch schneefan. Der schnee verzaubert die welt für kurze zeit im winter, er ändert täglich die konsistenz. Kann auch zerstörerisch sein in form von lawinen, oder den geschäftigen gang des lebens außerplanmäßig unterbrechen, wenn verkehrswege verschüttet werden.

Nur weil es kalt ist, bleibe ich doch nicht in meiner höhle. Da ziehe ich notfalls sogar schuhe an.

Oder auch nicht. Vielleicht schaffe ich es nicht täglich, aber doch schon mehrmals im jahr bin ich bei leichten plusgraden rausgegangen, um den schnee zu genießen. Ein paar schritte ums haus werden es täglich ausnahmsweise, bis zu einer halben bis ganzen stunde auch schon (ich habe nicht wirklich die zeit gestoppt).

Keine Winterpause - Schneewinter 2019

Wie reagieren die füße? Der schnee reinigt sie sehr intensiv, wirkt aber auch ziemlich "auslaugend" und hinterlässt sie rauh und entfettet. Sobald sie wieder auf normaltemperatur sind, glätte ich sie mit einer feinen feile. Ich verwende auch mehr hautcreme als sonst, normalerweise über nacht. An einem zeh hat sich ein halber quadratzentimeter der obersten hautschicht gelöst (nicht schmerzhaft), an einem anderen brennt es etwas, wenn ich drauf rumknete. Das bedeutet, ganz immun bin ich auch noch nicht, aber viel besser als vor etlichen jahren, wo ich es wirklich mal übertrieben hatte, nach dem verlust des tastgefühls einfach weiterging und schmerzhafte frostblasen davontrug, die wochen zum abheilen brauchten (zum glück keine bleibenden schäden, auch die nerven sind empfindsam wie immer). Ich lote meine grenzen ganz vorsichtig aus, aber ich weiß inzwischen, dass ich bei knappen plusgraden und schneelage nach etwas aufwärmen keinen kurzen fluchtweg ins warme und auch keine notschuhe brauche.


EinBonner Offline



Beiträge: 167

15.01.2019 22:24
#3 RE: Winterschlaf Zitat · Antworten

Hallo,

in Bonn gab es nur 1× für ein paar Stunden Schnee, ansonsten viel Regen. Ich empfinde Barfußlaufen bei kalter Nässe als unangenehm. Manchmal mache ich es trotzdem, manchmal ziehe ich dünnsohlige Schuhe an, für eine oder zwei Stunden am Tag, insgesamt.

Gruß,
Ein Bonner


Montanara Offline




Beiträge: 269

15.01.2019 23:49
#4 RE: Winterschlaf Zitat · Antworten

Ich kann mich als Hundehalterin gar nicht hinter dem Ofen verstecken, ich muss mit ihm jeden Tag zwei Stunden raus, bei jedem Wetter. Das macht mir nichts aus, ich bewege mich ausgesprochen gern draussen, egal bei welchem Wetter und zu welcher Jahreszeit. Es tut mir immer gut! Ausserdem gibt es mir die Gelegenheit, sehr viele Bedingungen auszutesten.
Ich liebe jede Jahreszwit. Am Winter mag ich, dass bei frischem Schnee die Welt so wunderschön aussieht. Auch mag ich die frische, kühle Luft des Winters sehr gern, und das besondere Licht, wenn die Wintersonne in den Wald scheint. Die Welt ist irgendwie ruhiger, auch wenn kein Schnee liegt. Ich mag das Gefühl, nach einem langen Winterspaziergang erfrischt und gestärkt nach Hause zu kommen, die Wärme erzeugt dann so ein wohliges Gefühl.
In diesem Winter komme ich viel besser mit der Kälte klar als in den beiden vorangegangenen.
Mir gefällt Schnee als Unterlage sehr. Wobei, Schnee ist nicht gleich Schnee. Im Moment haben wir immer Temperaturen um den Gefrierpunkt, das heisst, Nassschnee, und den liebe ich. Herrlich weich zum drauf Gehen und wenn ich in Bewegung bleibe, werden die Füsse sogar warm. Es kommt aber auch auf die Tagesform an. Manchmal bleiben sie kalt, und dann ziehe ich mir halt was an. In einem Minimalschuh werden sie sehr bald warm und ich kann hinterher wieder barfuss weitergehen, und die Füsse kühlen nach diesem Wechselspiel viel weniger aus. Ich kann dann oft sehr lange barfuss bleiben. .
Fallen die Temperaturen unter Null, ist der Schnee pulverig und fühlt sich sehr kalt an. Meine Füsse werden darin nie warm. Der bedeckt meine Zehen, und dann kühlen die Füsse aus. Ebenso verhält es sich bei mir in einer Wiese voller Rauhreif. Laubboden mit Rauhreif jedoch ist wunderbar zum drauf gehen!
Auch mag ich gefrorene Böden nicht sonderlich, denn bei uns gefrieren die Böden sehr krümelig und scharfkantig. Unangenehm! Aber nach einigen Frosttagen zerbröselt es und man kann wieder angenehm durch die Wiesen gehen.
Sehr schön zum Wandern ist alter Schnee, der schon lange (mehrere Wochen) liegt. Darauf kann ich sogar längere Wanderungen gehen, wie ich letztes Jahr festgestellt habe. Allerdings kann es bei Altschnee auch zu Bruchharsch kommen. Da ziehe ich sofort was an, denn die scharfen Kanten können meine Füsse verletzen! Eis kann sehr scharfkantig sein.
In bewohntem Gebiet achte ich auf Streusalz. Der kühlt Füsse sehr schnell aus. Neulich kam ich von einer Hunderunde zurück ins Dorf. Die Dorfstrasse fühlte sich mehrere Grad kälter an als der Weg, den ich gerade gegangen war. Krass!
In der Stadt stelle ich fest, wie unterschiedlich kalt Böden sind. Kunststeine aus Beton sind für mich sehr kalt im Vergleich zu Natursteinen. In der Stadt komme ich auch bei Minusgraden gut klar, sofern ich nicht lange stehen bleiben muss.
Um mit der Kälte klarzukommen, ziehe ich mich wärmer an, als ich das tat, ehe ich mit Barfuss anfing. Lange Unterwäsche aus Wolle an den Beinen, dazu an den Fussgelenken und Waden Stulpen, auf dem Kopf einen Hut oder eine Mütze. Ich merke, wenn ich zu leicht angezogen bin, weil dann meine Füsse nicht von selber warm werden.
Ganz wichtig ist, dass ich im Winter besonders gut auf meine Füsse „höre“. Werden sie gefühllos, ist es Zeit, die Notschuhe rauszuholen, denn sonst riskiere ich Frostbeulen. Eine Vorstufe davon hatte ich schon mal, das tat einige Tage lang weh!
Auch ich stelle fest, dass meine Füsse bei dem Wetter mehr Pflege brauchen.

Ich finde, der Winter ist eine herausfordernde, aber sehr schöne Zeit zum Barfuss gehen. Es lohnt sich absolut, sich da ranzutasten und die Grenzen behutsam immer ein bisschen weiter zu ziehen.


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Michael aus Zofingen Offline



Beiträge: 670
Punkte: 248

16.01.2019 06:01
#5 RE: Winterschlaf Zitat · Antworten

Zitat von Lebenskünstler im Beitrag #1
geht es euch auch so?
Ihr schaut zum Fenster raus - Schnee, Schnee, wohin ihr seht..

Mal ganz ehrlich - mit barfuss gehen is da nich viel...
Eben mal zur Aschentonne, und für die ganz Harten der Weg zum Supermarkt,
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Hallo,

hier ist es häufig so, daß ich vom Fenster nur Nebel oder Hochnebel sieht. Schnee hat eher Seltenheitswert.

Bei Nebel oder überhaupt trübem Wetter habe ich eher das Bedürfnis nach Winterschlaf als bei Schnee mit Sonne. Generell schlafe ich im Winter mehr als im Sommer, weil es länger schwarz ist draußen. Wenigstens kommt mir jetzt zugute, daß ich nur noch vormittags arbeite und somit an einem sonnigen Nachmittag raus kann. Vorher konnte ich die Wintersonne nur durchs Bürofenster sehen, wenn ich kam, war es dunkel, wenn ich ging, war es auch dunkel.

Wie Dorothea schon geschrieben hat, ist Schnee nicht gleich Schnee. Am liebsten bin ich barfuß im Schnee unterwegs, wenn die Sonne scheint, kein Wind weht und die Temperatur bis knapp unter 0°C ist. Der Boden sollte unter dem Schnee nicht gefroren sein. Mit Schnee überdeckte Schotterwege sind angenehmer zu begehen als mit Schnee überdeckter gefrorener sehr unebener natürlicher Boden. Je kälter es ist, desto mehr achte ich darauf, wohin ich trete. Ich würde z.B. kurz durch "kalten" Schnee gehen, wenn er unmittelbar vor meiner Wohnung liegt und ich danach rein gehen kann. Ich würde es aber nicht tun, wenn ich unmittelbar danach mit dem Velo fahren will.

Bei kaltem Wetter fahre ich ohnehin weniger Velo als sonst, weil die Füße beim Velofahren eher auskühlen als beim Gehen. Aber zum Einkaufen fahre ich nach wie vor barfuß Velo. Gleiches gilt für den Weg zur Arbeit (allerdings ziehe ich mir am Veloständer Sandalen an, weil ich nicht barfuß aufs Firmengelände möchte). Generell kann ich sogar bestätigen, was Dorothea bezüglich Bedeckungsgras von sonstiger Kleidung beim Barfußgehen geschrieben hat. Seitdem ich barfuß unterwegs bin, muß ich eher eine Jacke tragen wie wenn ich Schuhe trug. Analoges beobachtete ich früher. Als ich noch in Dienstkleidung (also mit langer Hose) mit dem Velo zur Arbeit fuhr, brauchte ich seltener eine Jacke wie wenn ich bei gleicher Temperatur eine gleich lange Stecke mit kurzen Hosen unterwegs war. Auch habe ich beobachtet, daß beim Velofahren im T-Shirt die Hände eher kalt wurden wie wenn man bei gleicher Temperatur eine Jacke trägt. Allerdings ist es bei mir weniger extrem ausgeprägt, hängt vielleicht auch mit unterschiedlichen Prioritäten zusammen (wie bei uns allen). Wenn es mir für barfuß, kurze Hosen und barhäuptig zu kalt ist, dann vermumme ich mich nicht maximal, nur um barfuß bleiben zu können, sondern würde mich eher maximal vermummen, um unbemützt bleiben zu können. Ich hasse Mützen nämlich mehr als Schuhe. Die lange Hose liegt bei mir irgendwo dazwischen.

Welche Prioritäten jemand setzt, ist doch egal. Das muß jeder selber entscheiden. Genauso wie jeder selber entscheiden darf, ob er bei "Nichtbarfußwetter" lieber drinnen bleibt, oder mit Schuhen rausgeht. Jedoch muß man sich vorher entscheiden, was möglich ist. Wer nur bei schönem Wetter raus will, sollte sich keinen Hund anschaffen, denn Hunde haben eine andere Meinung, was "schönes" Wetter. Solange anderen kein Schaden entsteht, ist es doch egal, für was man sich entscheidet.

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


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Montanara Offline




Beiträge: 269

16.01.2019 06:49
#6 RE: Winterschlaf Zitat · Antworten

Ich finde es sehr spannend, dass sogar Du bestätigen kannst, dass Du mehr anziehen musst!
Es stimmt, es ist sehr individuell. Es hat aber auch mit dem Geschlecht zu tun. Ich habe das mehrfach gelesen und sehe das auch in meinem Umfeld, dass Frauen leichter frieren als Männer. Das hat offenbar mit der Zusammensetzung des Körpers zu tun (Anteil Muskeln und Fett), aber auch mit der Haut, die bei Frauen dünner ist. Das bewirkt, dass die Durchblutung zurückgenommen wird, und dass bei einer Frau darum die Hauttemperatur bis zu 3 Grad geringer ist als bei Männern. Darum haben die meisten Frauen auch ein stärkeres Kälteempfinden als Männer. Das könnte auch erklären, warum meine Füsse länger warm bleiben, wenn ich nach kurzer Zeit Spaziergang mit kalten Füssen Notschuhe anziehe oder in einer Stadt bei kalten Füssen in ein Geschäft gehe, bis die Füsse wieder warm und durchblutet sind: Gehe ich barfuss aus dem Haus, schafft es mein Körper oft nicht selber, die Füsse warm zu bekommen. Also helfe ich nach. Sobald sie gut durchblutet sind, bleiben sie dann auch warm.
Ich scheine zu den eher unempfindlichen Frauen zu gehören, zumal ich auch mit Hitze wenig Probleme habe. Aber ich stelle fest, dass die oft gepriesene „Fussheizung“ bei mir nur unter bestimmten Bedingungen anspringt. Das ist auch bei anderen mir bekannten barfüssigen Frauen so. Bei manchen bleibt sie sogar ganz aus - so wie bei mir, wenn ich in Pulverschnee gehe.


tiptoe Offline




Beiträge: 309

16.01.2019 09:44
#7 RE: Winterschlaf Zitat · Antworten

Zwiebelprinzip: Ich verlasse immer mit mehr schichten das haus, als ich letztlich brauche. Barfuß im schnee geht nur, wenn ich mich permanent bewege und wärme erzeuge. Diese wird nicht nur über kopf, hände und füße abgegeben; bald nehme ich auch den schal ab und öffne die jacke, ziehe gar die jacke aus oder einen darunterliegenden pullover. Barfuß ist ein lebenszustand, barfuß im schnee ist aber ein sport. Kann bei guter kondition als ausdauersport betrieben werden.

Beim radeln merke ich einerseits, dass die finger kalt werden (deshalb handschuhe, die ich zu fuß bei 0°C noch nicht brauche), andererseits führt der windchill zu einem gewissen brainfreeze (entschuldigung für die anglizismen), weshalb ich unter dem helm eine leichte haube trage bzw. sogar einen skihelm aufsetze. Das ist allerdings auch ein deutlicher unterschied zwischen bergauf und bergab, und dies ist hier im gebirge, wo es manchmal lange aufstiege und abfahrten gibt, ein wesentliches kriterium. (Übrigens habe ich winterreifen mit spikes auf dem rad und mache sämtliche besorgungen im nahbereich per fahrrad.)


Dieter (Bochum) Offline




Beiträge: 1.300

16.01.2019 10:41
#8 RE: Winterschlaf Zitat · Antworten

Hallo Gabriel,

mal eine neugierige Frage:
Bist Du schon Rentner (wegen des "Winterschlafes"?

LG vom nochmal schreibenden Dieter


Montanara Offline




Beiträge: 269

16.01.2019 10:42
#9 RE: Winterschlaf Zitat · Antworten

Tiptoe, das ist bei mir genauso, was Umgang mit Schnee und Fahrradfahren im Winter angeht.
Aber ich muss nicht mehr Schichten anziehen, als ich am Ende brauche, seit ich auf Wolle umgestellt habe. Meine gesamte Unterkleidung ist aus Wolle, als Jacke benütze ich einen Lodenpullover. Ab ca. 6 Grad abwärts ziehe ich darunter noch einen gestrickten Wollpullover an. Damit habe ich immer schön warm, Bei körperlicher Anstrengung schwitze ich natürlich, aber es fühlt sich nie klamm an, man kühlt in Wolle kaum aus. Der Schweiss wird sofort vom Körper weggeleitet. Selbst in Geschäften merke ich deutlich die klimaausgleichenden Eigenschaften der Wolle. Ich schwitze trotz der Wolle kaum darin. Fantastisch: es kann wärmen und kühlen zugleich! Dazu hält mir das Zeug auch noch den Wind, Regen und Schnee vom Leib. Seit ich den Hund habe, bin ich anspruchsvoll geworden, was meine Unter- und Oberkleidung angeht. In herkömlichen Winter- und Regensachen hatte ich immer das Gefühl, im eigenen Saft zu schmoren.
Die Wollsachen sind zwar nicht billig, dafür halten sie fast schon ewig und sind sehr robust, vor allem Loden.


tiptoe Offline




Beiträge: 309

16.01.2019 10:56
#10 RE: Winterschlaf Zitat · Antworten

Und wie ist das bei regen mit der wollkleidung? Es gibt manchmal wetterlagen, wo es niederschlag geben könnte und gar nicht klar ist (selbst für die profis schwer vorherzusagen), ob er als regen oder schnee vom himmel kommt.


Montanara Offline




Beiträge: 269

16.01.2019 13:10
#11 RE: Winterschlaf Zitat · Antworten

Loden hält Landregen gut ab. Also Nässe kann durch, aber solange man sich bewegt, verdunstet es auch gleich wieder. Ich habe als Jagdhelferin schon öfter ganze Tage im verregneten Wald verbracht, das geht mit Loden gut. Starkregen über längere Zeit wird hingegen zuviel. Dann mag man mit der Verdunstung nicht mehr nach, und der Stoff wird schwer. Allerdings trocknet es über Nacht problemlos. Und nasser Wollstoff wärmt noch immer! Ich habe, solange ich in Bewegung blieb, auch mit nassen Lodensachen nie gefroren.
Ob Schnee oder Regen spielt für meine Wollkleidung keine Rolle. Nassschnee ist ähnlich wie Regen, kalter Pulver-Schnee kann einfach abgeklopft werden. Ich trage zum Rodeln (ich habe einen Rennrodel) russische Filzstiefel, Lodenhosen, und den Lodenpullover und bin damit ideal gewappnet, auch wenn ich mal aus einer Kurve fliege. Das Ganze sieht auch noch schön retromässig aus ;-).
Achtung, Wollwalk ist nicht Loden. Walk lässt den Wind durch und ist höchstens gegen Nieselregen resistent. Loden hingegen schützt vor Wind und Wetter.
Wollunterwäsche ist wunderbar klimaausgleichend. Bei schweisstreibenden Tätigkeiten leitet sie den Schweiss weg (weswegen ich zum Bergsteigen und fürs Trekking seit Jahren nur noch Wolle trage!, in der Kälte wärmt sie. Das Zusammenarbeiten von allen Schichten macht den Unterschied! Wenn ich weiss, dass ich einen ganzen Tag im Regen bin, achte ich darauf, dass meine mittlere Schicht auch aus Wolle oder Bourretteseide besteht, damit der Klimaeffekt gewahrt bleibt.


Lebenskünstler Offline

Admin


Beiträge: 713

16.01.2019 20:32
#12 RE: Winterschlaf Zitat · Antworten

Hallo zusammen,

einfach köstlich wie sich das entwickelt hat.

So wie ich es aus meiner Kinderzeit kenne: man pappt einen kleinen Schneeball,
rollt ihn den Hang herunter und schwupps... ist es eine kleine Lawine.
Glücklicherweise eine, die keinen Schaden anrichtet.

Normal bin ich nicht der Typ, der sich im Winter verkriecht.
Als mein kaltschnäuiziger Freund noch bei mir war, ging es mir wie Dorothea: 2 Stunden waren das Mindeste, das er an Auslauf forderte.
Und grad schee wars.... auch im Winter, auf den Feldwegen rund um meine Kleinstadt im Harzvorland.

Nur dieser Schnee jetzt war etwas anderes. Ich war fern der Heimat. Dort hätte ich mindestens 20 Minuten zu Fuss zum Bahnhof gebraucht, was normal in 10 Minuten grosszügig gerechnet zu schaffen ist. (der Rekord liegt bei 6 Minuten)

Die Räumfahrzeuge kamen nicht nach, bei uns waren teiweise Feuerwehren aus den Landkreisen Dachau und Pfaffenhofen (Ilm) um die örtlichen Helfer zu unterstützen, des weiteren doch tatsächlich auch Leute von der Bundeswehr. So ist das halt im Katastrophenfall (wir waren einer der Landkreise wo diese Massnahme ergriffen wurde)

Weil ich selber nicht mehr besonders sicher auf den Beinen stehe, erschien es mir in diesem Fall doch besser in den vier Wänden meines Gastgebers zu warten bis die Strassen wieder passierbar sind.

Was nicht heisst dass ich mich im Keller verkrochen habe ;-)

Der Hund von den Nachbarn, kaum grösser als ein Kindskopf hatte einen Riesenpsass im Schnee.
Ihm zuzugucken - also wem da nicht das Herz aufgeht der ist wohl tatsächlich schon innerlich halb erfroren.

@ Dieter (Bochum) vor einigen Tagen schrieb ich dass es hier viele Mitglieder so um die sechzig gibt. Einer davon bin ich, so um die sechzig. Nicht ganz, doch viel fehlt nicht mehr. Rentner im Sinne von "Altersrente beziehen" bin ich keiner. Zeit hab ich trotzdem, mit meiner kleinen Hütte (ist bloss 120 Jahre jung) und einem Fleckchen Erde dabei bin ich überwiegend Selbstversorger. Grosse Sprünge machen is nich, dafür erfreu ich mich an vielen kleinen Dingen die denjenigen verborgen bleiben, die immer nur der Kohle hinterher hetzen.

liebe Grüsse
Gabriel


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Dieter (Bochum) Offline




Beiträge: 1.300

17.01.2019 09:43
#13 RE: Winterschlaf Zitat · Antworten

Hallo,

ich erinnere mich noch geistig daran, kann es aber leider nicht mehr sinnlich nachempfinden bzw. erinnern ("eidetisch/sensorisch ekphorieren"), wie ich in jungen Jahren (meistens nachts) barfuß durch Schnee ging.
Manchmal war er nicht kalt, aber ich meine, das wäre dann Pulverschnee gewesen.
Bei Schneematsch fror ich sofort erbärmlich.
Deshalb verwirrt mich etwas, was Montanara schrieb, sie fröre bei nassem Schnee weniger.
Ist mit nassem Schnee Schneematsch gemeint?

Liebe Grüße von Dieter


Montanara Offline




Beiträge: 269

17.01.2019 11:00
#14 RE: Winterschlaf Zitat · Antworten

Entscheidend sind die Temperatur des Schnees und die Struktur des Schnees. Auch weitere Faktoren wie z.B. Lufttemperatur spielen eine Rolle.
Schnee, der oberhalb von 0 Grad fällt, ist nass und pappig, die Art Schnee, mit der man hervorragend Schneemänner bauen kann. Er enthält mehr Wasser, also ich meine das so: Schnee besteht ja aus Wasserdampf, der gefriert. Bei Temperaturen über Null gefriert nicht alles, und kleine Wassertröpfchen haften an den Schneekristallen. Die gefrieren dann wieder und halten den Schnee zusammen. Tritt man da drauf, pappt der sich im ersten Moment flockige Schnee unter dem Fuss zusammen. Der Kontakt zum Fuss ist beschränkt auf die Sohle.
Nun wird ja dem Fuss Wärme durch Kontakt entzogen. Es ist also wichtig, wie man am Fuss mit dem Schnee in Kontakt kommt. Die Fussoberflächen sind beispielsweise temperaturempfindlicher als die Sohlen, und dazu geben sie auch mehr Wärme ab. Sie können also Schnee, der auf sie gerät, schmelzen. Je nach Temperatur und Menge des Schnees kann der Fuss das aber irgendwann nicht mehr schaffen. Darum haben viele Barfüssige Mühe mit Schnee, der die Fussrücken bedeckt. Das genau passiert aber mit Pulverschnee. Pulverschnee enthält nämlich keine Wassertröpchen mehr, die dan Schnee zusammenhalten, er besteht nur aus Eiskristallen. Darum pappt er nicht und kann man damit auch keine Schneemänner bauen. Er ist „trocken“ und feinkörnig und hat eine geringe Dichte - Pulver eben!
Treten wir mit nackten Füssen da rein, verdichtet sich der Schnee unter den Sohlen nicht. Man sinkt ein, oft hat der ganze Fuss mit dem Schnee Kontakt und nicht nur die Sohle. Das heisst, der Fuss hat mehr Kontakt mit der kalten Oberfläche des Schnees. Darum empfinden die meisten Pulverschnee als kälter als Pappschnee.
Dazu kommt, dass Schee Wärme umso besser hält, je dichter er ist. Wir kennen das von dem dichten Schnee, der liegt, und darunter ist der Boden warm geblieben, sodass z.B. Schneeglöckchen keimen können. Sowas passiert nie in Pulverschnee. Pulver hat eine geringere Dichte als Pappschnee.
Auch das erklärt, warum manche Barfüssige Pappschnee als sehr angenehm, Pulverschnee aber als auskühlend empfinden.
Ich schätze, Du bist oft über frischen Nassschnee (Das ist NICHT Schneematsch!) gegangen, der sich ja im ersten Moment durchaus flockig anfühlt. Der Kontakt zum Fuss beschränkte sich auf die Sohle. Wenn sowas aber schmilzt, entsteht Schneematsch, man steht man dann quasi in Eiswasser. Der Fuss hat viel mehr Kontaktfläche zur kalten Umgebung. Kein Wunder, dass Du dann kalte Füsse bekommen hast! Das ist genau wie wirklich kalter Pulver!


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