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Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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Dieses Thema hat 12 Antworten
und wurde 584 mal aufgerufen
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 Barfuß und Leben
Manfred (Ten) ( gelöscht )
Beiträge:

22.06.2009 12:53
Barfuss und soziale Einschätzung beim Autokauf Zitat · antworten

In der vergangenen Woche war ich bei verschiedenen Autohändlern, da unser alter inzwischen auf die 300 000 km zugeht.
Dass der Neue nun nicht der ursprünglich geplante wurde, lag nicht zuletzt auch an meiner Barfüssigkeit und der dadurch ausgelösten ignorant-abfälligen Behandlung seitens des Verkäufers.
(Und wer mich kennt, weiss, daß ich durchaus nicht den Eindruck eines ungepflegten Penners mache)
Ich habe jedenfalls, nachdem mich besagter Verkäufer erst nach mehrfacher Bitte überhaupt zur Kenntnis nahm und dann nach kurzer widerwilliger Auskunft über das angepeilte Objekt einfach stehen liess die Lokalität mit den Worten "Damit keine falschen Schlüsse aufkommen: Ich könnte mir durchaus Schuhe leisten, und den Wagen hätte ich bar bezahlt" verlassen. (Ob er das auch glaubte, sei dahingestellt...)
Seine Antwort war dann noch "das sei ja wohl immerhin sehr ungewöhnlich so barfuss rumzulaufen"
Es handelte sich übrigens um eine Marke aus dem Osten, die mir schon früher, als sie noch nicht "in" war aufgrund ihrer pfiffigen Ideen sehr gefallen hat und die nun auch qualitätsmässig - leider wohl aber auch im Arroganzlevel - stark gestiegen ist, was sich bei Lieferzeiten von fast einem halben Jahr dann auch erklärt...

Nun, ich bin nun bei einem anderen Händler deutschen Ursprungs (von dem die Mehrheit das komischerweise garnicht vermutet) bestens bedient worden ! Und als ich dem die Begebenheit bei der Konkurrenz erzählte meinte der sinngemäss nur, er schaue nicht auf die (nicht vorhandenen) Schuhe, sondern auf den Mensch...

Ich habe mir übrigens angewöhnt, auf die - allerdings sehr seltene - blöde Anmache ( die manchmal allerdings durchaus auch ernsthaft und besorgt gemeint ist ) "Können sie sich keine Schuhe leisten???" zu antworten: "Im Gegenteil ! Ich kann es mir in meiner Position sogar leisten, MEIN Leben zu leben und solch Überflüssige und ungesunden Dinge zu meiden"
(Kommt natürlich unter Umständen ungewollt auch etwas arrogant rüber, ist aber nicht so gemeint, sondern soll ausdrücken dass ich es mir "leiste" (und damit ist nicht das Finanzielle gemeint !), über solchen Zwängen zu stehen)

(wieder die üblichen zwei Fehler editiert...)


Markus U. Offline

Admin


Beiträge: 1.905
Punkte: 794

22.06.2009 13:08
#2 RE: Barfuss und soziale Einschätzung beim Autokauf Zitat · antworten

Hi Manfred,

es ist zwar möglich, daß Deine Barfüßigkeit bei dem Autohändler Zweifel an Deiner Zahlungsfähigkeit erweckt hat, aber das halte ich für weniger wahrscheinlich. Ich habe auch schon ein paarmal die Erfahrung gemacht, daß meine Barfüßigkeit Aversionen auslöste, eben WEIL sie nun mal leider in alltäglichen Situationen ziemlich ungewöhnlich ist und eine innere Freiheit signalisiert, die bei Menschen, die sich diese versagen, Neid hervorruft. Auch die Ansicht, Barfußlaufen in der Öffentlichkeit sei ungehörig, habe ich schon (aus dem Munde meiner Schwester) gehört. Für die Ablehnung des Autohändlers kommen viele mögliche Gründe in Betracht. Damit muß man leben.

Barfüßige Sommergrüße,
Markus U.

P. S.: Wie geht es Dir eigentlich? Ich hoffe, daß Dein Unfall keine Langzeitfolgen bzw. bleibenden Schäden hinterlassen hat.


Siegfried Hase Offline




Beiträge: 454
Punkte: 413

22.06.2009 14:33
#3 RE: Barfuss und soziale Einschätzung beim Autokauf Zitat · antworten

Salut Manfred!

Vor sieben Monaten hätte der arrogante Verkäufer Dich wahrscheinlich gut bedient! Heute dürfte der 'Abwrackprämiengeschädigt' sein! Ein guter Feuerwehrkumpel von mir ist auch Autoverkäufer und hat offen gesagt, er habe (das war im Mai) 2009 mehr Autos verkauft und sogar - obwohl eher Kleinwagen - mehr Umsatz gemacht als je zuvor. Sein Umsatzziel für 2009 hat er bereits um 20 % überschirtten. So geht es im übrigen auch den Autohäusern. Wenn die jetzt in 2009 super Zahlen bringen, dann kriegen sie nächstes Jahr mehr Druck von den Herstellern. Das wollen viele Firmen nicht. Wenn die Abwrackprämie Ende diesen Jahres ausläuft, dann rechnet die Branche in den nächsten zwei Jahren mit deutlich schlechteren Zahlen. Und wenn es in der gesamten Autobranche nicht gut läuft, kriegen die Händler dann die Höfe voll geknallt....
Letzten November, als ich mich nach einem neuen 4rad mit Lenkrad umgesehen habe, da wurde ich überall seeeehr höflich empfangen. Es gab keine Warezeiten. In größeren Häusern hatten oft gleich zwei Verkäufer für mich Zeit - und ich meine Z e i t! Schuhe hatte ich zwar an, aber wegen meinen Beinkleidern traute sich keiner zu Fragen, selbst die Blicke gestaltete man so unauffällig wie möglich...
(Abwrackprämie wäre für mich sowieso kein 'Geschäft', da meine bessere Hälfte ja immer meinen Geschäftswagen fährt und ich ihr Auto und wenn sie ein neues kriegt, krieg ich immer die alte Kiste , weshalb die Zeit im Nachhinein betrachtet für mich eigentlich sehr günstig war.........)

Gerold


Lorenz_PZ Offline



Beiträge: 39
Punkte: 39

24.06.2009 00:31
#4 Gute Antwort auf die blöde Frage Zitat · antworten

Hallo Manfred,

Wenn manche Verkäufer zu blöd zum Umsatzmachen sind, ist das doch nicht unser Problem!

Zitat von Manfred (Ten)
Ich habe mir übrigens angewöhnt, auf die - allerdings sehr seltene - blöde Anmache ( die manchmal allerdings durchaus auch ernsthaft und besorgt gemeint ist ) "Können sie sich keine Schuhe leisten???" zu antworten: "Im Gegenteil ! Ich kann es mir in meiner Position sogar leisten, MEIN Leben zu leben und solch Überflüssige und ungesunden Dinge zu meiden"


Meine Standardantwort auf diese Frage ist: "Finanziell schon, aber gesundheitlich nicht!" Und dann erzähle ich, wie die Rückenschmerzen von Barfußlaufen weggehen

Mach's gut und unbeschuht, Lorenz

_____________________________________________________

Die ganze Welt ist Barfußpark!


kerstin Offline

Admina


Beiträge: 1.905
Punkte: 1.181

24.06.2009 07:45
#5 RE: Gute Antwort auf die blöde Frage Zitat · antworten

Hallo Manfred, hallo Lorenz,

ganz exakt auf den Punkt gebracht: wenn man so ignorant wie dieser Verkäufer ist und nicht versteht, mit Menschen umzugehen, dann taugt er nichts als Verkäufer. Ich wußte auch nicht, daß man als Kaufinteresent, um einen "guten" Eindruck zu machen, im Armani und Nobeltretern aufzutreten hat. Ich bekomme jedesmal einen Vogel, wenn ich solche saublöden Phrasen von Leuten erlebe, wobei diese einen sofort als bettelarm und als potentieller Käufer unwürdig einstufen. Was für armselige Menschen es heute gibt! Man möchte fast den Eindruck gewinnen, der Knabe weiß gar nicht, daß er auch so etwas wie Du, Manfred, besitzt - nämlich Füße, weil seine stets in teuren Nobeltretern versteckt sind. Dieses Autohaus würde ich auf keinen Fall mehr betreten. Es gibt bestimmt andere Autohäuser und Verkäufer, welche an ihren potentiellen Kunden interessiert sind und sie nicht nach ihrem Lebensstil - besser gesagt: Lebensphilosophie - beurteilen. Wie klein so manche Horizonte bei vielen unserer Mitmenschen sind...

Ich gehe grundsätzlich überall bf hin, ob das eine Bank, die Post, Behörden, Ärzte usw. sind, und wem ich bf nicht gefalle, der soll mich dann freundlicherweise auch nicht anschauen. So etwas läßt mich meistens auch völlig kalt, doch manchmal fordert die Dummheit einen heraus, weil diese schon weh tut.

Viele BF-Grüße (heute scheint momentan versehentlich die Sonne),

Kerstin


BerLin71 Offline



Beiträge: 16
Punkte: 16

24.06.2009 09:18
#6 RE: Gute Antwort auf die blöde Frage Zitat · antworten

Ich mußte vor einigen Wochen einen Mercedes-Werkstatt aufsuchen (ich fahre eine MB C180 K, BJ 2002). Da war ich barfuß unterwegs. Im Laden, wo ich auf die Ursache des Defektes warten mußte, wurde ich genauso behandelt wie jede andere Kunde, die vor mir und nach mir kamen: Fragen nach Kaffee und Getränk und das nicht nur einmal.
Ich schätze, das dürfte von Autohaus zu Autohaus bzw. von Person zu Person verschieden sein; so ähnlich wie auf den Ämtern.


Manfred (Ten) ( gelöscht )
Beiträge:

24.06.2009 15:52
#7 RE: Barfuss und soziale Einschätzung beim Autokauf Zitat · antworten

Hallo,

ich muss noch ergänzen, daß ich die Art des oben geschilderten Verkäufers auch eher als Ausnahme betrachte.
(Wie sagen die Bayern ? "Nicht mal ignoriert haben sie mich !" :-))

Bei meinem bisherigen Händler (ich habe nun die Marke - wenn auch ungern - gewechselt, weil man bei denen nicht weiss wie es nun weitergeht), wo ich in den letzten zehn Jahren nur die Inspektionen machen lies und akut kein neues Auto anstand wurde ich immer sehr zuvorkommend bedient, und auch mein freundlicher Moppedhändler findet das zwar kurios (ich lasse bei den Inspektionen neben dem Mopped auch der Einfachheit halber immer die Schuhe da), aber ist nicht minder freundlich...


kerstin Offline

Admina


Beiträge: 1.905
Punkte: 1.181

25.06.2009 07:30
#8 RE: Gute Antwort auf die blöde Frage Zitat · antworten

Hallo,

Probleme auf dieser Art hatte ich eigentlich noch keine. Nun gut - was nicht ist, kann bekanntlich noch werden. Ich war schon in zahlreichen Autohäusern wegen Autoreparaturen, Ersatzteile besorgen - denn ich mache fast alles selbst am Auto, und in der Mietwerkstatt, welche ich immer aufsuche und dort selbst an meinem Auto herumschraube, war ich auch bf. Sicherlich ist dies nicht ungefährlich, da dort auch Metallspäne usw. auf dem Boden liegen können, außerdem werden die Fußsohlen extrem schwarz. Bislang aber passierte zum Glück nichts. Außerdem war ich sogar beim Tüv bf - keine Reaktion dort. Ich muß wohl eher zum ADAC gehen, denn die bringen doch immer wieder solche Klopse contra BF am Steuer zu Tage. Wenn ich beim Autoverwerter Teile benötige, war ich dort natürlich auch bf. Nicht einmal dort wurde ich auf eventuelle Gefahren hingewiesen.
Ich betrachte diese befremdende Reaktion auf Manfred's BFigkeit eher schon als persönliche Willkür des Verkäufers. Man weiß ja nicht, ob er vielleicht auch lieber bf wäre, anstatt den ganzen Tag im Anzug, Schlips und natürlich in Schuhen zu stecken. Vielleicht war hier auch ein wenig Neid im Spiel, weshalb er es anderen nicht gönnt, so frei wie Manfred zu leben. Oder aber es lag tatsächlich an dessen Unbedarftheit. Hier könnte man in der Tat mehrere Diagnosen stellen.


Jay Offline




Beiträge: 702
Punkte: 695

25.06.2009 14:25
#9 RE: Barfuss und soziale Einschätzung beim Autokauf Zitat · antworten

Hi Manfred,
freut mich, daß wir uns hier wieder treffen¹. Das Kapitel [BF & der Auto²kauf] ist bei mir allerdings außerdordentlich unsensationell, da ich bisher nur 1 einziges Mal von der Straße zu einem unbekannten Kfz-Händler 'reinschneite, seit Jahr10ten erfolgt die Mercedes S-Klasse- & BMW 7er-Requirierung bei Händlern in "meiner" Region, bei denen ich längst bekannt bin, gelegentlich auch privat über Zeitungsannoncen, heute meist als längerfristiger Beschaffungsauftrag (Modell, Alter, Preisvorstellung) bei "meiner" freien Kfz-Werkstatt.

Mein 1. 4rad war übrigens ein VW Polo mit 50 PS & tatsächlich ein Geschenk meiner Eltern. Ursprünglich machte ich mir gar nichts aus Autos; im zarten Alter von 18/19 Jahren interessierte mich vor allem die avantgardistische Rockmusik & intensive autodidaktische Studien über Unterhaltungselektronik (dienten außerdem zur Vorbereitung auf´s spätere Ingenieurstudium).
Verschiedene negative Schlüsselerlebnisse (die gar nicht 'mal in unmittelbarem Zusammenhang mit BF standen) haben mich allerdings schon nach wenigen Monaten Fahrpraxis das Automobil extrem anders bewerten lassen als einst. Zu ihnen gehörten:

* In der Straße, in der sich das Haus meiner Eltern befand, wurden die Gullys von einer Spezialfahrzeugkolonne mit einer Art starkem Staubsaugerschlauch von Steinen & anderem Dreck, der offenbar die Drainage in die Kanalisation behinderte, ausgesaugt. Dies führte natürlich zu einer totalen Verkehrsblockade; das Personal dachte gar nicht daran, auf meine Frage, wie lange noch zu warten sei (ich wartete bereits locker 5...10 Minuten) diese Arbeiten zu unberbrechen & rümpfte vor allem die Nase ob meines VW Polo & sogar weit weniger ob meiner BFigkeit (Psychodimension: das verwundert bei diesem Typen nicht).
Es kam jemand in 'was Besserem daher (weiß nicht mehr, welche Marke/Typ) & begehrte mit Lichthupe + Hupe Durchlaß. Sofort wurde der Schlauch aus dem Gully gezogen, der Deckel aufgesetzt, rechts 'ran gefahren & Trespassing gewährt...

* Mit dem Aufkommen der damals gänzlich neuen 1. 7er- & 6er-Generation (BMW) hatte man als Autobahnfahrer ein sehr schweres Leben, wenn man nur mit 130... 140 'mal einen LKW überholen wollte. Ich gehörte bestimmt nicht zu denen, die als "Abbremser" unvermittelt auf die linke Spur ausscherten (sondern war mangels Erfahrung sogar ein ausgesprochen schüchterner Fahrer, außerdem: BFiges Fahren schafft Ruhe & Gelassenheit), trotzdem machten sich natürlich auch noch Ewigkeiten entfernte 635Csi-Fahrer einen Spaß daraus, mit unverminderter Höchstgeschwindigkeit (die betrug übrigens unfrisiert nur magere 218 km/h) heranzuschießen & dann kombiniert mit Lichthupe + TÜÜÜÜ! erst Stoßstange an Stoßstange mit quietschenden Reifen auf gleiches Geschwindigkeitsniveau zu kommen... - man tat gut daran, beim Überholtwerden prophylaktisch zu bremsen (wg. Schneidens & evtl. überraschender Präsentation einer ABS-Vollbremsung durch den neuen Vordermann)³.

* Fahrfehler anderer durch "optische oder akustische Warnzeichen" rügen zu wollen, nutzt gar nichts - dies wird nur mit Stinkefinger & Vogelzeigen quittiert. Nur Überholen imponiert.

Sorry für diese Off-Topic-Abschweifung (die Irrelevanz besteht deswegen, weil von außen das BF des Fahrers nicht gesehen wird). Daß ich nebenher natürlich bemerkt hatte, daß Gemecker über BF auch irgendwo einen stark 'kapitalistischen' Aspekt hat (um dann replizieren zu können: über Klamotten als sozialer Rangindikator bin ich hinaus), soll natürlich nicht verschwiegen werden, tatsächlich waren das aber nicht die Haupt-Beweggründe, nur mehr 4räder bis an die finanzielle Verblutensgrenze zu fahren.

So dackelte ich an einem Frühsommermorgen 1977 bei der Daimler-Benz-Generalniederlassung München Arnulfstr./Helmholtzstr. 'rein, in ausgefranster Jeans, T-Shirt & BF. Ob sonst noch Kunden da waren, weiß ich nicht mehr, in Erinnerung ist mir lediglich noch - damals noch etwas schüchtern & auf Nr. Sicher gehen wollend - daß ich bereits simultan zum ersten gesprochenen Satz "ich interessiere mich für den 450 SEL für 22900, zahle bar" die Brieftasche zückte & ein entsprechendes Bündel an "Braunen" (1000 DM-Banknoten) kurz aufleuchten ließ, um zu signalisieren: Es ist mir ernst.

So wurde ich unverzüglich auf das Höflichste & Korrekteste bedient, machte eine Probefahrt & wickelte dann alles ab. Der Verkäufer kümmerte sich überhaupt nicht um mein BF, er stellte auch keine Fragen a 'la "Kann man denn BF überhaupt richtig fahren?" (solche Fragen sind eher beim Gebrauchtwagenkauf von Privat an der Tagesordnung). Es schien, als hätte er mich halluzinatorisch als Schlips- & Nadelstreifenträger & selbstverständlich in Schuhen wahrgenommen.

So nannte ich dann eine V8-Maschine mit 6,9 Litern Hubraum & 311 PS, die im Vergleich zu den kurzhubigen BMW-6-Zylindern ein wahnwitziges Drehmoment hatte, mein Eigen (für Kenner: diese Mercedes-Baureihe hieß offiziell W116).

Fazit: Wie´s damals gelaufen wäre ohne das ostentative [Es ist mir ernst]-Signal (durch Apriori-Zeigen von Wollen & Können gemäß Brieftascheninhalt), weiß ich nicht.

Mit etwas Vorsicht würde ich aufgrund bisheriger Ca.-Erfahrungen (wg. finanzieller Schwachbrüstigkeit habe ich bisher noch nie einen Neuwagenkauf tätigen können, weder BF noch fußverpackt) hinsichtlich der Situation [Neuwagenkauf mit Probefahrt als ein in einem Autohaus bisher völlig unbekannter BFiger Kunde] folgende Einschätzung wagen:

Sämtliche bisher auch relativ ambulant kennengelernten Mercedes- & BMW-Autohäuser waren bisher in Sachen BF völlig troublefrei; man kümmerte sich weder beim Kauf/Vorbestellung auch sehr teurer Ersatzteile noch relativ guterhaltener Gebrauchtfahrzeuge darum. Die Dependancen beider Marken scheinen so zu "ticken", daß da eine gewisse souverän-nonchalante "Grundauffassung" dergestalt gegeben ist, daß diese 4radläden nicht von einer Klientel aufgesucht werden, die nicht weiß, was sie für Geschäfte machen kann & welche nicht. Kommt außerdem noch ein evtl. Prominenten-Bonus mit hinzu - & Prominente haben oft Marotten, z. B. manchmal BF zu sein.

Nehmen wir an, man trägt sich mit dem Gedanken, eine(n) neue(n) Best-S-Klasse oder Best-7er zu erwerben (ab knapp € 200 000,- bestehen hier schon einige Möglichkeiten) & die ersten Schritte hierzu BF bei einem Markenhändler zu unternehmen, bei dem man bislang als Kunde unbekannt ist. Dann kommt es in jedem Fall darauf an, als Person eine gewisse 'Ernsthaftigkeit' zu vermitteln (dies ist durchaus auch = dem Begriff 'Seriosität'). So berichtet Manfred von einem wirklichen Könner als Geschäftsmann, wenn er schreibt:

Zitat von Manfred(Ten)
Nun, ich bin nun bei einem anderen Händler deutschen Ursprungs (von dem die Mehrheit das komischerweise garnicht vermutet) bestens bedient worden ! Und als ich dem die Begebenheit bei der Konkurrenz erzählte meinte der sinngemäss nur, er schaue nicht auf die (nicht vorhandenen) Schuhe, sondern auf den Mensch...

Dann kommt auch noch folgendes hinzu:
Zitat von Manfred(Ten)
...(Und wer mich kennt, weiss, daß ich durchaus nicht den Eindruck eines ungepflegten Penners mache)...

Dies ist natürlich eine zweckmäßige äußere Abrundung; wichtiger erscheint mir aber dennoch überzeugendes, kultiviertes, 'seriöses' Sprechen mit konzentriertem [In die Augen des Gegenübers Schauen] beim ersten Vortrag des Anliegens... soviel ich weiß, haben dieses Gentleman-Psychofläir mindestens Manfred(Ten) & Lorenz zur Verfügung - man sieht bei ihnen, daß sie überzeugend 'vermitteln' können, daß BF auch bei gutbürgerlich-reifer wirkenden Herrschaften als etwas Normales vorkommen kann (& sollte).

Mir, der ich bei BF-Kritik als häufigstes Vokabular "asozial" höre, fehlt diese sog. "persönliche Ausstrahlung" - auch wenn ich in einer nagelneuen Jeans, in einem nagelneuen T-Shirt, mit sorgfältigst gekämmter langer Mähne, alle 20 Nägel sorgfältigst gepflegt etc. etc. erscheine. Kurz, ich gehe davon aus - wollte ich den beschriebenen Act tätigen - bereits in einem sehr frühen Verhandlungsstadium Statements wie "Ich kann in 1 Stück zahlen & brauche keine komplizierten Finanzierungsmodelle" zu bemühen, sonst geht in der Sache wahrscheinlich alles äußerst zäh oder nix weiter.

Relativ sicher bin ich mir, daß Outfit-Usancen wie z. B. Schuhverzicht dann eine Rolle zu spielen beginnen, wenn´s um den Aufbau kreditärer Connections geht, bei denen die Psychodimension [Vertrauen] eine Rolle spielt, so bei schwierigen [Für den Kaufinteressenten gerade noch tragbar]-Finanzierungen oder Leasingverträgen hochpreisiger Fahrzeuge.

Wie gesagt, ich glaube im Ernst, daß es SO bei Mercedes & BMW funktionieren müßte. Anders möglicherweise bei Parvenu-Marken, die glauben, daß ihnen seltsame Allüren & Gimmicks im Kampf, nach oben zu kommen, helfen. Obwohl z. B. Audi seit einigen Jahren wg. Preis & fast 500 PS starken Motoren (auch 12Zylinder) als Oberklassefahrzeug endgültig etabliert ist, bin ich mir nicht sicher (da man heute in dieser Marke so gut wie ausschließlich Schlipsträger am Volant sieht), ob die Verkäufer des einstigen Lehrer- & Beamten-Mercedes bei der Bedienung BFiger Kunden nicht doch aus Gründen weiterer Etablierung der Marken-"Kultur" Unwillen an den Tag legen...
Zitat von Manfred(Ten)
Dass der Neue nun nicht der ursprünglich geplante wurde, lag nicht zuletzt auch an meiner Barfüssigkeit und der dadurch ausgelösten ignorant-abfälligen Behandlung seitens des Verkäufers.
...
Ich habe jedenfalls, nachdem mich besagter Verkäufer erst nach mehrfacher Bitte überhaupt zur Kenntnis nahm und dann nach kurzer widerwilliger Auskunft über das angepeilte Objekt einfach stehen liess die Lokalität mit den Worten "Damit keine falschen Schlüsse aufkommen: Ich könnte mir durchaus Schuhe leisten, und den Wagen hätte ich bar bezahlt" verlassen. (Ob er das auch glaubte, sei dahingestellt...)
Seine Antwort war dann noch "das sei ja wohl immerhin sehr ungewöhnlich so barfuss rumzulaufen"

Typsich & illustrativ in dieser Sache. Da will eine Marke eine Marke sein, die eben nicht mehr so einfach für jeden Hinz & Kunz, selbst wenn er das Geld hat, da sein will, sondern in diesem "gehobenen" Sinne nach "Gehobenheit" strebt. So glaubt auch schon mancher schmuddelige Zeitungskiosk in den USA zur 'besseren' Liga gehobener Zeitungskioske zu gehören, indem er mit einem "NSNSNS"-(No Shoes, No Shirt → No Service)-Schild signalisiert, daß er nur 'bessere' (beschuhte) Kundschaft zu bedienen gewillt ist. Trotz der miserablen konjunkturellen Lage gibt´s immer mehr Stil & Etikette (+ den Eindruck, daß, etwas zu verkaufen, egal an wen, offenbar allgemein mit Höllenqualen verbunden zu sein scheint).
Zitat von Manfred(Ten)
Es handelte sich übrigens um eine Marke aus dem Osten, die mir schon früher, als sie noch nicht "in" war aufgrund ihrer pfiffigen Ideen sehr gefallen hat und die nun auch qualitätsmässig - leider wohl aber auch im Arroganzlevel - stark gestiegen ist, was sich bei Lieferzeiten von fast einem halben Jahr dann auch erklärt...

Wer war denn das? Skoda? Polski Fiat & die russischen Lada sind hierzulande fast völlig in Vergessenheit geraten...

Man muß schon wirklich sagen, wer in diesen Zeiten äußerst schwieriger Automobilkonjunktur die Anfrage eines noch dazu direkt barzahlenden Kunden nicht eingehend "prüft", sondern sogar aus skurrilen Gründen den Bach 'runtergehen läßt, vernichtet nicht nur (geschätzt) einige 1000 € Händler- [+ Hersteller-]Gewinn, sondern verliert zusätzlich an die Konkurrenz, wenn der Kunde mit derem Fahrzeug happy & zufrieden ist. So jemand wäre für mich, wäre ich Chef dieses Autohauses gewesen (der ich dann außerdem unter Druck der Fahrzeughersteller-Marke stehe), reif für eine strenge Abmahnung...

Hier hat jemand keine Ahnung vom Geschäft - in einer Zeit, in der jedes Geschäft fast schon ein Gnadenakt jedes nur irgendwie möglichen Kunden ist & in der das Sprichwort "Vornehm geht die Welt zugrunde" umso härter greift...

BFige Lunchgrüße, Jay (dem immer mehr Gastronomen auffallen, die sagen: Besser 1 realer BFiger Gast als X virtuelle Gäste, die hypothetischerweise wegbleiben KÖNNTEN, bloß weil andere Gäste BF sind).
--------------
¹ war jetzt ein paar Tage wg. eines defekten DSL-Spezialmodems (nur Kabel, ohne Funk, da bei mir labor"mäßig" oft stärkste Störungen vorhanden) offline (Ersatz sehr schwierig zu beschaffen, da´s nur mehr Fritzboxen gibt).

² Das meinerseits gern verwendete persiflierende Wort "4rad" stammt übrigens aus dem Buch "Statussymbole. Wie jeder jeden beeindrucken will" von Peter Lauster, ISBN 3-421-02449-9; es wird dort allerdings "Vierrad" geschrieben. Eine unbedingt empfehlenswerte Lektüre für jeden BF (wenn´s darum geht, zu zeigen: Kleidung & Outfit sind für unsereins kein Gradmesser, sich seinem Umfeld in Sachen finanzieller Wohlsituiertheit mitzuteilen, darüber ist man als BF hinaus & bedient sich erforderlichenfalls höherer Kapitalismus-Insignien, welche normalerweise grad' betont verstockten BF-Gegnern besonders leicht in den Schädel gehen... manche brechen dann in ein ideologisches [Moral, Stil- & Etikette, Anstands]-Weltschmerz-Geheul aus). Viele der besonders "ehrbaren" traditionellen Behaviour Patterns-Bewußtseinszustände solcher konservativer Menschen stammen übrigens evolutionär aus dem Tierreich.

³ BMW war damals übrigens gar nichts (& jene Modelle "glänzten" vor allem durch hochempfindliche, durch rüde Fahrweise schnell kaputtzubekommende Motoren). Die wahre Mercedes-Alternative hieß Opel Admiral & Diplomat (war für mich auch gebraucht unerschwinglich).


Jörg (FFB) Offline




Beiträge: 212
Punkte: 209

25.06.2009 23:42
#10 RE: Barfuss und soziale Einschätzung beim Autokauf Zitat · antworten

Zitat von Manfred (Ten)
Nun, ich bin nun bei einem anderen Händler deutschen Ursprungs (von dem die Mehrheit das komischerweise garnicht vermutet) bestens bedient worden!

Hallo Manfred,

daß Du deswegen gleich Modell und Marke gewecheselt hast, wundert mich. Schließlich gibt es ja auch noch andere Händler der gleichen Marke. Als wir unser letztes Auto gekauft haben (Neuwagen mit dem ich auch in Teningen war), haben wir im Vorfeld drei oder vier Händler aufgesucht - bei allen war ich barfuß und wurde bestens bedient, jedenfalls ohne barfußrelevante Ressentiments. Als es dann um das Verhandeln des Preises ging, bin ich beim favorisierten (weil nächsten) Händler an €500 (bei einem Listenpreis von über €30.000) gescheitert! Wir hatten den günstigsten Internetpreis + eine passablen Aufpreis (ich glaube €1000) für Beratung, Abholung vor Ort, Probefahrt etc. als Grenze gesetzt, aber das lag unter dem Verhandlungsspielraum des Verkäufers und sein verzweifelter Versuch, von seinem Chef die weiteren €500 Nachlass genehmigt zu bekommen, schlugen fehl. Dieser (wie alle im Autohaus in Anzug & Krawatte) schaute uns, vom Verkäufer im Hintergrund angesprochen, mit einer Mischung aus Langeweile und Unverständnis an und senkte den Daumen, trotz angekündigter Barzahlung. Ich bin mir sehr sicher, daß das nichts mit meiner Barfüßigkeit zu tun hatte. Wir sind daraufhin sofort zum Händler #2 gefahren (kleineres Autohaus mit nur 2 statt 5 Filialen wie Händler #1, dafür der Verkäufer (mit Prokura) ohne Anzug und Krawatte) und haben am selben Tag noch den Vertrag für das Auto abgeschlossen - €500 billiger als bei Händler #1 und problemlos barfuß!

Serfuß,
Jörg

PS: Weil's gerade mal wieder so schön zum Thema passt: FFB - Fahrer Fährt Barfuß!


Manfred (Ten) ( gelöscht )
Beiträge:

26.06.2009 00:35
#11 RE: Barfuss und soziale Einschätzung beim Autokauf Zitat · antworten

Zitat von Jörg (FFB)
daß Du deswegen gleich Modell und Marke gewechselt hast, wundert mich.

Na ja, es gab einst drei Vertragshändler im näheren Umfeld. Zwei von denen haben die Vertretung nicht mehr - (wahrscheinlich zu klein und/oder zu wenig Umsatz aus Sicht des Herstellers - das übliche Vorgehen halt, wenns den Grossen plötzlich zu gut geht...)
Und bei DEM hätte ich mich nun wirklich nicht gut aufgehoben gefühlt.

Und "gewechselt" habe ich ja nicht - bislang fahre ich die Marke aus Rüsselsheim - und diese war nur eine der möglichen (!) Alternativen

Aber letztlich entscheidend war die Lieferzeit von vier Monaten - so lange konnten und wollten wir nicht warten bei einem Kilometerstand von fast 300 000 unseres alten.


barfußläufer Offline



Beiträge: 23
Punkte: 23

29.06.2009 12:40
#12 RE: Barfuss und soziale Einschätzung beim Autokauf Zitat · antworten

Zitat von Manfred (Ten)
Ich habe jedenfalls, nachdem mich besagter Verkäufer erst nach mehrfacher Bitte überhaupt zur Kenntnis nahm und dann nach kurzer widerwilliger Auskunft über das angepeilte Objekt einfach stehen liess die Lokalität mit den Worten "Damit keine falschen Schlüsse aufkommen: Ich könnte mir durchaus Schuhe leisten, und den Wagen hätte ich bar bezahlt" verlassen. (Ob er das auch glaubte, sei dahingestellt...)
Seine Antwort war dann noch "das sei ja wohl immerhin sehr ungewöhnlich so barfuss rumzulaufen"


Solche Arschlöcher laufen in solchen Berufen massig rum. Mit denen rede ich gar nicht weiter sondern gehe zum Glaskasten wo der Chef vom Ganzen meistens hockt. Dann gehts meistens ziemlich schnell. Das hat mit barfuß nix zu tun - diese Affen bilden sich ein sie wären was besonderes weil sie dort rumstehen dürfen und behandeln die Kunden generell als Bittsteller.
Ich war letztens auch in vielen Autohäusern wegen eines Neuen, haben viele Kisten angeguckt, und das alles barfuß - logisch- und das hat niemanden gestört. Dass wir uns dann erstmal für keinen entschieden haben hatte andere Gründe ;-)


Jay Offline




Beiträge: 702
Punkte: 695

29.06.2009 12:47
#13 Nicht bei Schlips- & Nadelstreifenträgern kaufen = geldwerter Vorteil... ? Zitat · antworten

Hi Jörg,

da die folgenden Überlegungen nur mehr marginal mit BF zu tun haben, setze ich unter gleichem Thema an unserem Stammtisch fort.

FS (Fahrer schuhlos) grüßt FFB...


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