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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Barfuß und Leben
Michael aus Zofingen Online



Beiträge: 608
Punkte: 248

11.11.2013 05:14
Sommer vorbei? Zitat · antworten

Hallo,

nachdem es noch recht viele warme und sonnige Tage Ende Oktober gegeben hat und auch die ersten Novembertage zumindest teilweise recht schön waren, ist es am Sonntag, den 10.11. stark abgekühlt und es hat starke Niederschläge gegeben, im Raum Zofingen noch als Regen. Im Grunde genommen kein Grund zum Meckern, denn immerhin haben wir November, und da sind Temperaturen um +20°C wohl eher die Ausnahme. In der ersten Woche nach meiner Rückkehr vom Klassentreffen aus Norddeutschland (Sonntag, 20.10.) konnte ich an allen Wochentagen außer Mittwoch nachmittags in der Aare baden (vormittags war es neblig). Am Samstag, den 26.10. stieg die Temperatur einmal über 20°C, wieder einmal Badewetter, der letzte Tag im Jahr, an dem die mitteleuropäische Sommerzeit galt. Dann kam es zu einem verregneten Sonntag, und der Montag war wirklich bestes Wetter, über 20°C und von morgens bis abends sonnig. Leider kamen ausgerechnet an diesem Tag Kunden zu Besuch, so daß an einen frühen Feierabend nicht zu denken war, kotz, würg! Aber ich ließ es mir nicht nehmen, noch zur Aare zu radeln, nachdem der Kunde verschwunden war, um noch mal die übliche Strecke zu schwimmen, mittlerweile war es dunkel. Genauer gesagt war es nicht einmal die übliche Strecke, sondern eine um ca. 200 Meter verlängerte Strecke, weil ich diesmal an einer Stelle ins Wasser ging, die zwar tagsüber, nicht aber im Dunkeln einsehbar ist. Auf eine Begründung verzichte ich hier, da diese den Rahmen des Buches – äh – Forums sprengen würde.

Am Samstag, den 2.11., am Donnerstag, den 7.11. (an diesem Tag hatte ich arbeitsfrei) und am Samstag, den 9.11. gab es Zwischenhochs glücklicherweise tagsüber, so daß ich zumindest die Sonne an der Aare genießen konnte. Schwimmen wollte ich nicht mehr, da infolge stärkerer Regenfälle der Aarepegel stark angeschwollen war, dann ist Schwimmen bei grenzwertigen Wassertemperaturen wirklich nicht empfehlenswert (und vermutlich nicht nur dann). Sicher brauche ich nicht erwähnen, daß ich an diesen Tagen zum Radeln an die Aare weder Schuhe, noch lange Hosen trug. Auch eine Jacke, Handschuhe und Mütze benötigte ich nicht.

Ich schon, und andere? Es bot sich wieder ein buntes Gemisch aus eher winterlich und eher sommerlich gekleideten Personen: Neben Leuten mit Handschuhen und fetten Wollmützen waren durchaus noch Jogger und Velofahrer in kurzen Hosen unterwegs (überwiegend Männer). Und sogar beim Einkaufen am ersten Novembersamstag trug ein Mann (ca. 35 Jahre) eine kurze (eigentlich unlange) Hose in Kombination mit Sockenlosigkeitvortäuschsocken und einer Windjacke.

Und am letzten Samstag? Beim Einkaufen in der Migros war ich der einzige, der unterhalb der Gürtellinie nicht winterlich gekleidet war. Eine Familie mit 2 kleinen Kindern war ebenfalls beim Einkaufen. Der Junge sprach langsam und verwundert: „Mit kurzen Hosen – und mit barfuß!“ Darauf die etwas ältere Schwester in einer Lautstärke, daß man es im ganzen Laden hören konnte: „Mami, der Mann ist mit kurzen Hosen und mit ohne Schuhe HIER IM LADEN, das DARF man doch nur im Sommer!“ (wenigstens ein Kind, das glaubt, daß das barfüßige Einkaufen GENERELL nicht verboten ist). Die Mutter sprach: „Wenn er nicht friert und Spaß dran hat, soll er es doch tun!“ Auf ein „Ich frier auch nicht!“ aus Kindermund wartete ich jedoch vergeblich. Wie sich dann die Eltern wohl aus der Affäre gezogen hätten?

Als ich mein Velo vor dem Laden aufschloß, sprach mich vor dem Weiterfahren noch eine ältere Frau an: „Ich bewundere Sie, wie sie das so aushalten. Ich habe Sie schon öfters gesehen, auch in der Zeitung. Sie werden sicher nie krank!“ Darauf antwortete ich: „Das ist alles eine Sache der Gewöhnung. Und ein Nachteil ist es sicher nicht, wenn man nie krank ist, außer daß man mit den Krankenkassenprämien lediglich die Genesung anderer finanziert und Ärzte an einem nicht verdienen. An mir verdienen wenigstens die Augen- und Zahnärzte!“

Die Wolken verschwanden immer mehr, so daß ich am Nachmittag noch mal an die Aare radelte. Da die Straßen noch naß waren, wärmten die reflektierten Sonnenstrahlen umso mehr. Auch ein kleiner Junge auf dem Tretroller schien dieses Phänomen erkannt zu haben. Er war lediglich mit einem kurzärmeligem T-Shirt, und mit einer kurzen Sporthose bekleidet, allerdings „mit fett beschuht“, als er sich durch die Quartiersstraßen Strengelbachs bewegte.

Nachdem die tiefstehende Sonne sich hinter den an der Aare stehenden Bäumen versteckte (ca. 16.15 Uhr), war es mit der wärmenden Kraft vorbei. Also auch für mich (nicht nur) aus Temperaturgründen etwas wärmeres, jedoch nichts langes, und zurück nach Zofingen zu radeln. In Aarburg stand vor einem Bungalow ein größerer Junge barfuß und in unlangen Hosen (aber mit Windjacke) direkt vor der Wand und genoß die letzten Strahlen der untergehenden Sonne (hier waren keine Bäume im Wege). Diesen Jungen habe ich übrigens erstmalig barfuß gesehen. Sehr oft habe ich ihn auf dem Trampolin im Garten gesehen, selbst im heißesten Sommer mit Socken, aber ohne Schuhe. Ganz im Unterschied zu seiner Mutter (die zu diesem Zeitpunkt nicht zu sehen war) . Die hält sich nämlich oft barfuß auf der Terrasse oder im Garten auf, im Hochsommer in Kombination mit kurzen Hosen, die die Bezeichnung kurz auch verdienen, meistens jedoch in langen Hosen, bei noch tieferer Temperatur auch mit dickem Wollpullover. Diese Frau ist anscheinend alles andere als kälteempfindlich an den Füßen. Immerhin habe ich sie schon im Februar mit Flipflops auf dem Velo gesehen. Persönlich kenne ich die Leute nicht, aber ich komme öfters dort vorbei, weil das Haus an der üblichen Veloroute von Aarburg nach Zofingen liegt, und zwar an einer unübersichtlichen Stelle, so daß ich hier aufpassen muß, und der Blick dann fast automatisch auf das Grundstück fällt.

Und dann ich Zofingen: Ich benutzte den Veloweg parallel zur Bahnlinie und wollte diese in der Nähe des Firmengrundstücks unterqueren. Die Tunneldurchfahrt (nur für Velos und Fußgänger) ist sehr schmal und unübersichtlich. Erschwerend kommt hinzu, daß die Tunnelsohle eines tiefer liegt als der übrige Radweg. Und beinahe wäre es auch diesmal zu einem Unfall gekommen. Ich wurde schon langsamer, bevor es bergab ging und nach links in den Tunnel. Ausgerechnet auf der Schrägung vor dem Tunnel stand eine Frau mit Handy am Ohr am Wegrand, der Hund (er war übrigens barfuß bis zum Halsband) stand Mitte Weg, und zwischen Hündchen und Frauchen eine kaum sichtbare Leine, zum Glück nicht meine, sondern die des Gegenverkehrs versperrend. Dann aber am ein Velofahrer aus dem Tunnel geschossen und wollte nach rechts. Vermutlich hatte er deswegen die Geschwindigkeit drauf, um nicht absteigen zu müssen. Er geriet ins Schlingern, weil er offensichtlich die Hundeleine recht spät wahr nahm und deswegen einen Bogen fahren mußte. Auch ich mußte bremsen, um nicht mit dem Velofahrer zu kollidieren. Er trug eine knielange Hose und Kniestrümpfe sowie geschlossene Schuhe. Ich kannte ihn. Er war früher Arbeitskollege von mir (analytischer Chemiker), hat sich vor Jahren aber als Velohändler selbstständig gemacht. Ob er mich erkannt hat, kann ich nicht sagen. Vermutlich war er allzu sehr mit dem Verkehr beschäftigt. Meine Vorliebe für nicht gerade übermäßig winterliche Kleidung kennt er. Ich grüßte ihn noch, war dann aber schon im Tunnel verschwunden.

Und was dort? Nicht etwa Glasscherben (findet man öfters dort, speziell am Wochenende), sondern eine junge Frau, die irgendwas in ihr Handy töggelte. Um sie nicht anzukarren, mußte ich absteigen und mein Velo aus dem Tunnel schieben. Erst jetzt sah ich, daß die Frau nur einen zwar langärmeligen, jedoch recht dünnen Pullover trug, dazu 7/8-Leggings und Ballerinas ohne Socken. Sie sprach: „Es ist doch schön, wenn man im November noch so warmes Wetter hat. Ich wollte auch schon einen Rock anziehen und Sandalen, aber dazu war es mir doch zu kalt. Und nun sehe ich, daß das doch geht, sogar ohne Schuhe!“ Darauf entgegnete ich: „Doch, das geht! Sogar bei noch niedrigeren Temperaturen!“ Dann fuhr ich weiter.

Ist das nicht ein schöner Abschluß des Sommers, auch wenn es beinahe zu einem Unfall gekommen wäre? Auch wenn an diesem Beinahe-Unfall von den 5 beteiligten Lebewesen lediglich die Hundehalterin kalenderkonform gekleidet war, die übrigen 4 Lebewesen (Hund, Velohändler, junge Frau und ich) dagegen eher witterungskonform, so handelte es sich trotzdem um einen OFFTOPIC-BEINAHEUNFALL. Und zwar deswegen, weil er auch passiert wäre, wenn ich nicht barfuß und in kurzen Hosen gewesen wäre. Und nicht etwa, weil sich der Beinaheunfall im Bereich einer Unterführung befand, über die schienengebundene Offtopic-Fahrzeuge verkehren.

Dann kann der Winter ja kommen, hoffentlich kein lausig kalter Winter, wie er im Fichtelgebirge die Regel ist. Sondern einer mit viel Sonne und WARMEM Schnee.

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


kerstin Offline

Admina


Beiträge: 1.937
Punkte: 1.181

11.11.2013 06:19
#2 RE: Sommer vorbei? Zitat · antworten

Lieber Michael,

ganz lieben Dank für diesen schönen und interessanten Beitrag. Ich habe leider keine Zeit mehr zum antworten, doch das hole ich heute abend nach! Ich muß mich langsam fertigmachen, weil ich zu meinem Kurs muß und anschließend zu meinem Ehrenamt beim "RAL". Das wurde mir vom Jobcenter aufs Auge gedrückt, doch besser so und maximal 90 Euro für 60 Stunden im Monat bekommen und unter Leuten sein, als ständig daheim zu hocken und depressiv zu werden. Wie sicher alle hier wissen, klappt das bei mir stets vorzüglich bzw. immer wieder. Das Gehirn aber kann ich getrost in die Vitrine stellen, denn für diese "Arbeit" brauche ich gewiß keines...

Liebe Grüße

Kerstin






Per aspera ad astra


Siegfried Hase Offline




Beiträge: 454
Punkte: 413

11.11.2013 19:39
#3 RE: Sommer vorbei? Zitat · antworten

Salut Michael!

Erst einmal herzlichen Dank für Deinen - wie immer bei Dir - schönen, lesenswerten und unterhaltsamen Bericht.

Für Dich freut mich besonders, daß auch Du mal ein 'erfreuliches' Erlebnis bezüglich Deiner Kleidung schildern kannst!

Ich habe bisher auch noch täglich (außer gestern, daq war's hier 'Sauwetter' und da blieb ich natürlich lieber im trauten Hasenheim) mindestens eine Person mit unbedecken Beinen und/oder barfuß gesehen habe. Hierbei handelte es sich nicht nur um Jogger und Fahrradfahrer sondern um Leute in ganz 'normaler' Straßenkleidung!

Gerold

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