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Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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Dieses Thema hat 6 Antworten
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 Barfuß und Leben
Michael aus Zofingen Offline



Beiträge: 593
Punkte: 248

28.04.2015 05:27
Ausnahmezustand in Aarau Zitat · antworten

Hallo,

am letzten Samstag war ich mit dem Velo unterwegs, und zwar barfuß, kurzer Sporthose und blauem Träger-T-Shirt (und ohne Mütze). Wegen allfälligem Regen hatte ich auch eine gelbe Regenjacke dabei. Ich wollte die Strecke Zofingen, Suhr, Aarau, Olten, Zofingen fahren und war gegen 15 Uhr am Aarauer Bahnhof angekommen. Ich dachte mir nichts weiteres dabei, daß vor dem Südeingang ein Polizeifahrzeug stand.

Erst als ich sah, daß in der Unterführung an jedem Treppenaufgang zu den Gleisen Polizisten standen, und nicht etwa solche in normalen Uniformen, sondern in solchen, die bei die Polizisten bei Demonstrationen usw. (womit ich nicht die Demonstrationen meine bei denen die Polizisten selber für NOCH mehr Lohn demonstrieren) tragen, war mit klar, daß in Aarau ein „Stollenschuhspiel“ (auch Tschutimatch oder Fußballspiel genannt). Diese Passage führte nicht nur unter den Gleisen hindurch, sondern auch unter dem Bahnhofsplatz und eine Straße. über eine schmale Treppe wollte ich wieder ans Tageslicht. Dieser Aufgang wird vergleichsweise wenig benutzt, denn er ist nur vorteilhaft für diejenigen, die auf dem kürzesten Weg zur Aare wollen, wie diesmal ich. Für Leute, die zur Einkaufen wollen, sind andere (breitere und hellere) vorteilhafter.

Vor der Treppe standen zwei übergewichtige Polizisten, die nicht gerade einen freundlichen Eindruck machten. Beide waren irgendwie mit ihren Handys oder sonstigen Geräten beschäftigt. Normalerweise regen sich Polizisten ja (berechtigterweise) darüber auf, wenn Radfahren nebeneinander fahren, Autofahrer auf der Autobahn nebeneinander oder wenn Frauen mit Kinderwagen nebeneinander auf dem Trottoir stehen und ihre Handys bedienen, während niemand vorbei kann. Diese Beamten verhielten sich im Grunde genommen genauso verkehrswidrig, denn ich mußte mir besondere Mühe geben, mein Velo so zu buchsieren, daß ich nicht gegen deren fette Ranzen (oder wirkten sie nur fett, weil deren Uniformen gepolstert waren?). Ich bin mir sicher, daß ich sie nicht touchierte. Nachdem ich mein Velo die Treppe hochbuchsiert hatte, stellten sich mir plötzlich zwei weitere Polizisten in den Weg. Beide starrten auf meine nackten Füße. Dann spürte ich eine Erschütterung am Velo. Als ich mich umsah, merkte ich, daß mir die anderen Beamten trotz ihren VOLLFETTEN Stiefel LAUTLOS gefolgt waren. Einer hielt mein Velo am Sattel fest, während der andere versuchte, meine in die Jahre gekommene Packtasche vom Velo zu reissen und es schließlich auch schaffte (die Packtasche dürfte ca.18 Jahre alt sein und die Halterung mit einer Schraube und einem Stück Blech provisorisch geflickt worden, nachdem sie sich gelöst hatte, die Schraube hatte dem Polizisten die Abnahme der Tasche erschwert).

Einer der „vorderen“ Beamten sagte in einem unhöflichen Ton: „Ausweiskontrolle!“ „Der Ausweis befindet sich in der Tasche, die Ihre Kollegen gerade von MEINEM Velo abgenommen haben!“ Dann der andere „vordere“ Beamte: „Wissen Sie nicht, daß das Fußballstadion für FC-Zürich-Fans gesperrt ist.“ „Nein, ich weiß es nicht! Und wenn Sie es nicht gesagt hätten, wüßte ich nicht einmal, daß FC-Zürich heute in Aarau spielt. Ich interessiere mich nämlich überhaupt nicht für Fußball. Und wieso sollte ich ein Zürich-Fan sein? Zürich liegt doch nicht so nahe, daß man von dort mal eben mit dem Velo nach Aarau fährt.“ Wieder fragte einer, immer noch auf meine Nichtschuhe starrend: „Wenn Sie nicht zum Fußball wollen, was wollen Sie dann in Aarau? Ausgerechnet heute!“ Ich antwortete: „Aarau hat viel zu bieten. Eine historische Altstadt, die Aare, etliche Wanderwege und Velorouten, attraktive Einkaufsmöglichkeiten. Da ist Fußball wirklich nur Nebensache in Bezug zu Aarau. Ich weiß nicht einmal, wo das Stadion ist. Ich bin hier in Aarau, um eine der Velorouten zu benutzen, von Suhr über Aarau Richtung Olten. Haben sie die Leute mit den Einkaufstaschen auch gefragt, was Sie in Aarau wollen?“

Mittlerweise hatten die „hinteren“ Beamten die Packtasche ausgekippt und meine gelbe Regenjacke aus der Plastiktüte geholt und sämtliche Jackentaschen durchwühlt (und nichts gefunden). In einem Einkaufsbeutel befand sich lediglich meine Ausweistasche mit Identitätskarte, Halbpreisabo und Postomatenkarte, einen Kugelschreiber und ein leeres Blatt Papier, mehr nicht (keine Eintrittskarte für den Match, kein Bargeld, keine Kreditkarten, kein Handy, keine Waffen, keine Raketen). Dann mußte ich mich an eine Hauswand stellen, und sie unternahmen eine Leibesvisitation. Dabei begrabschten sie mich derart unsanft, daß ich Schmerzen in den Rippen spürte (fairerweise muß ich sagen, daß die Schmerzen ursprünglich daher rührten, daß ich letzten Donnerstag während der Betriebskampagne gegen ein vorstehendes Teil im Fabrikationsgebäude gestoßen war, braucht man in Zukunft nicht nur Helm und Sicherheitsschuhe, sondern eine ganze Ritterrüstung im Fabrikationsgebäude?). Aber auch diesmal fanden die Beamten nichts.

Die nächste Frage eines der „vorderen“ Polizisten: „Wo sind Ihre Schuhe?“ „Zu Hause. Bei 18°C bevorzuge ich es, ohne Schuhe Velo zu fahren. Barfuß gehen ist gesund, Velo fahren ist gesund, warum nicht gleich barfuß Velo fahren!“ Endlich sprach auch einer der „hinteren“ Beamten etwas: „Sie sind hier mitten in der Stadt. Finden Sie nicht, daß Sie zu alt sind, um in der Stadt kurze Hose zu tragen?“ Ich fragte: „Seit wann gibt es denn eine Alterslimite fürs Tragen von kurzen Hosen?“ „Eine generelle Alterslimite gibt es leider noch nicht! Aber in der Schweiz ist es absolut unangebracht und asozial, daß Männer über 25 in der Stadt noch kurze Hosen tragen. Und Männer über 40 sollten nicht einmal beim Sport kurze Hosen tragen und auch nicht im eigenen Garten, wenn dieser von Nachbarwohnungen einsehbar ist. Wenn Frauen kurze Röcke tragen, ist dagegen nichts einzuwenden, solange sie nicht über 70 sind.“

Dann wurden mir die Papiere wieder übergeben. Anstatt alles zu verstauen, nahm ich mir Zettel und Schreiber und sprach: „Darf ich Sie bitten, mir IHRE Ausweise zu zeigen, nachdem Sie ja meinen Ausweise gesehen und fotografiert haben?“ Da fing der „Kurze-Hosen-Kritiker“ an zu stottern: „Unter keinen Umständen. In Situationen wie dieser sind wir nicht dazu verpflichtet.“ „Wieso? Haben Sie Angst, daß ich ihre Namen bei der Hauptniederlassung der Kapo Aargau in Buchs melde und befürchten, daß Sie wegen Amtsmissbrauch Ärger mit Ihrem Vorgesetzten haben? Oder glauben Sie, ich könnte das Aufgeschriebene weiterleiten, damit Ihre Namen im Internet veröffentlicht werden und irgendwer versucht, Ihre Privatadressen ausfindig zu machen, damit man Ihren Familien Schaden zufügt? Falls letzteres der Fall sein sollte, dann sollten Sie sich überlegen, ob Sie den richtigen Beruf gewählt haben.“

Dann wollte mich auf den Weg machen, als der „Kurze-Hosen-Kritiker“ im grimmigen Ton sagte: „Wagen Sie es ja nicht, in dieser Aufmachung die Altstadt zu betreten, allein schon wegen der Kinder. Ich werde meine Kollegen informieren. Und falls sie Sie dort erwischen, werden Sie angezeigt wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt!“ Ich radelte los, nicht durch die Altstadt, was ich ohnehin nicht vorhatte. Ich war wütend. Sicher befanden sich die Polizisten in einer Ausnahmesituation. Vielleicht waren sie besonders gereizt, weil sie im Normalfall endlich mal ein dienstfreies Wochenende gehabt hätten und nun doch „arbeiten“ mußten. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelte es sich nicht um Polizisten, die mich persönlich kannten und mir persönlich eins auswischen wollten, außer sie hätten früher „normalen“ Polizeidienst im Zofinger Raum gemacht und wären nun in dieser „Elite“-Einheit gelandet. Sicher haben sich die Polizisten absichtlich den Treppenaufgang als „Filzplatz“ ausgesucht, den ich benutzt hatte. Aber nicht wegen mir, sondern weil er schmal war und vermutlich häufiger von zwielichtigen Gestalten als Fluchtweg benutzt wird, und das weiß die Polizei. Ferner waren sie hier sicher vor den Blicken lästiger Zeugen, die sie unbemerkt observieren können, anders als an einem vielbenutzten Aufgang. Und ferner ist hier die Gefahr für die Beamten geringer, daß sie selber eins auf die Mütze bekommen. Hatten die Beamten mich wirklich für einen Hooligan gehalten, weil ich barfuß war und kurze Hosen trug (Fußballer tragen ja auch unlange Hosen, im Gegensatz zu mir sogar während der Arbeitszeit). Oder haben Hooligans heute schon ihre „Handlanger“, die durch „verdächtiges“ Verhalten die Polizei von den richtigen Tätern ablenken soll? Wie dem auch sei. In meinen Augen war das Verhalten der Polizei mir gegenüber unverhältnismäßig (was ich vom gesamten Polizeieinsatz in Aarau halte, schreibe ich hier nicht, da offtopic). Ca. 30 Minuten wurde ich von diesen übereifrigen Grüseln aufgehalten.

Eines aber noch: Ich habe mich hinterher schriftlich über das unverhältnismäßige Vorgehen dieser Beamten bei der vorgesetzten Dienststelle beschwert. Vor allem habe die Rippenschmerzen, die sie mir zugefügt haben, erwähnt und angekündigt, der Polizei einen allfälligen Verdienstausfall in Rechnung zu stellen. „Leider“ habe ich jetzt keine Rippenschmerzen mehr, und beim Onkel Doktor war ich auch nicht deswegen.

Nachdenkliche Grüße

Michael aus Zofingen


http://www.blick.ch/news/schweiz/zuerich...-id3701382.html

http://www.blick.ch/news/schweiz/fussbal...-id3698639.html


Markus U. Offline

Admin


Beiträge: 1.943
Punkte: 794

28.04.2015 15:23
#2 RE: Ausnahmezustand in Aarau Zitat · antworten

Zitat von Michael aus Zofingen
Endlich sprach auch einer der „hinteren“ Beamten etwas: „Sie sind hier mitten in der Stadt. Finden Sie nicht, daß Sie zu alt sind, um in der Stadt kurze Hose zu tragen?“ Ich fragte: „Seit wann gibt es denn eine Alterslimite fürs Tragen von kurzen Hosen?“ „Eine generelle Alterslimite gibt es leider noch nicht! Aber in der Schweiz ist es absolut unangebracht und asozial, daß Männer über 25 in der Stadt noch kurze Hosen tragen. Und Männer über 40 sollten nicht einmal beim Sport kurze Hosen tragen und auch nicht im eigenen Garten, wenn dieser von Nachbarwohnungen einsehbar ist. Wenn Frauen kurze Röcke tragen, ist dagegen nichts einzuwenden, solange sie nicht über 70 sind.“

[...]

Dann wollte mich auf den Weg machen, als der „Kurze-Hosen-Kritiker“ im grimmigen Ton sagte: „Wagen Sie es ja nicht, in dieser Aufmachung die Altstadt zu betreten, allein schon wegen der Kinder. Ich werde meine Kollegen informieren. Und falls sie Sie dort erwischen, werden Sie angezeigt wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt!“



Hi Michael,

die obigen Passagen kommen mir bekannt vor. Natürlich ist es in der Schweiz nicht verboten, kurze Hosen zu tragen, aber vielleicht ist es für ältere Herren weder üblich noch angebracht? Dir verbieten zu wollen, sich so in der Altstadt zu zeigen, geht jedoch entschieden zu weit. In Deutschland müßte ein Polizist, der sich so aufführt (unverhältnismäßige Maßnahmen bei der Personenkontrolle, sofern die zu kontrollierende Person nicht gewaltsam Widerstand leistet; ungerechtfertigte Platzverbote), eine Dienstaufsichtsbeschwerde gewärtigen. Aber vielleicht ist die Rechtslage in der Schweiz anders?

Zitat von Michael aus Zofingen
Mit großer Wahrscheinlichkeit handelte es sich nicht um Polizisten, die mich persönlich kannten und mir persönlich eins auswischen wollten, außer sie hätten früher „normalen“ Polizeidienst im Zofinger Raum gemacht und wären nun in dieser „Elite“-Einheit gelandet.



Ich bin in der Schweiz noch nie von Polizisten angesprochen worden, obwohl ich bei meinen letzten Aufenthalten in der Schweiz überhaupt keine Schuhe bei mir hatte. Vielleicht liegt es daran, daß man Dir Deine fremde Herkunft anmerkt, weil jemand, der mit ausgeprägtem norddeutschem Akzent spricht und ursprünglich Deutscher war, dort (außer als Tourist, der die Schönheit des Landes bewundert und es nach kurzer Zeit wieder verläßt) auch dann nicht willkommen ist, wenn er inzwischen die Schweizer Staatsangehörigkeit erworben hat?

Zitat von Michael aus Zofingen
Oder haben Hooligans heute schon ihre „Handlanger“, die durch „verdächtiges“ Verhalten die Polizei von den richtigen Tätern ablenken soll?



Ja, die haben sie inzwischen.

Zitat von Michael aus Zofingen
Eines aber noch: Ich habe mich hinterher schriftlich über das unverhältnismäßige Vorgehen dieser Beamten bei der vorgesetzten Dienststelle beschwert.



Recht so! Informierst Du uns bitte über das Ergebnis der Beschwerde?

Barfüßige Frühlingsgrüße,
Markus U.


Dieter (Bochum) Offline




Beiträge: 681

29.04.2015 10:54
#3 RE: Ausnahmezustand in Aarau Zitat · antworten

Hallo Michael,

vielleicht waren die Beamten neidisch, weil Du so schlank und sportlich bist und

Dich noch leicht bekleidet sehen lassen kannst. Wenn die Polizisten mit ihren fetten

Ranzen so leicht bekleidet wären, sähen sie sicher nicht so ästhetisch aus wie Du.

Ansonsten ist die Auffassung, dass ältere Männer keine kurzen Hosen tragen könnten,

lächerlich und begründungspflichtig. Ich kenne Neunzigjährige, die noch schöne Beine

haben. Oder bringen die Schweizer nackte Männerbeine assoziativ mit aggressiv anmachender

Sexualität in Verbindung, was der Hinweis, Du solltest Dich nicht von Kindern sehen lassen,

vermuten lässt? Schreibe bitte Deine Meinung zu meinen Vermutungen, Michael.

Mich interessiert das besonders, weil ich von der Polizei manchmal genauso behandelt werde,

sogar wenn ich barfuß in Schlappen und mit langen Hosen unterwegs bin.

LBFG Dieter (Bochum)


drtoivowillmann Offline



Beiträge: 340

29.04.2015 18:46
#4 RE: Ausnahmezustand in Aarau Zitat · antworten

Liebe Freunde:

Schweiz, Deutschland? Hört sich eher an wie Zentral-Afrika.
Das ist ja Beamtenwillkür in Reinkultur.
Selbst in Brasilien, und Brasilien ist nach unseren Maßstäben kein Rechtsstaat, bin ich von der Polizei niemals so behandelt worden. Und ich war nicht nur barfuß sondern sogar auf der Strasse ohne Hemd!
Disziplinarverfahren für diese Halunken!

Grüsse: Toivo


Michael aus Zofingen Offline



Beiträge: 593
Punkte: 248

19.05.2015 17:42
#5 RE: Ausnahmezustand in Aarau Zitat · antworten

Hallo,
gestern erhielt ich folgende Antwort von der Kantonspolizei Aargau über den Vorfall am Aarauer Bahnhof:
Ihr Schreiben vom 26. April 2015

Sehr geehrter Herr……..

Ihr Schreiben vom Datum, welches Sie an die Kantonspolizei Aargau gerichtet haben, wurde zur weiteren Bearbeitung an den polizeilichen Rechtsdienst weitergeleitet.
Alle schriftlichen Eingaben, mit welchem das Verhalten unserer Polizistinnen und Polizisten in irgendeiner Art bemängelt oder gerügt wird, werden von uns als formelle Beschwerden behandelt und lösen ein internes Verfahren aus. Bei der Beantwortung von Beschwerden legen wir Wert auf grösstmögliche Objektivität, Fairness und Vertrauensbildung.
Es liegt uns daran, Ihr Anliegen korrekt und sorgfältig zu behandeln. Aus diesem Grund werden wir den zuständigen Abteilungschef miteinbeziehen und intern die dafür notwendigen Stellungnahmen einfordern. Nach Abschluss unserer Abklärungen werden wir uns unaufgefordert wieder mit Ihnen in Verbindung setzen.

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.

Freundliche Grüsse
………..
Es scheint sich quasi um ein vorgedrucktes Formular zu handeln, was alles und nichts aussagt. Ob tatsächlich irgendwas geschieht? Oder erscheint nur in ein paar Wochen irgendein Schrieb, daß die Abklärungen getroffen seien und man den Beamten kein Verschulden vorwerfen kann? Warten wir es ab!

Möglicherweise regen sich Polizeidienststellen mehr darüber auf, wenn sich ein barfüßiger und bekurzhoster Velofahrer über eine unfaire Personenkontrolle beschwert als wenn die Polizisten eine „richtigen“ Hooligan erwischt haben und der sich hinterher beschwert. Das liegt daran, daß Polizisten nicht damit rechnen, daß sich Bürger wegen solcher „Lappalien“ beschweren, wohl aber „richtiger Kriminelle“. Vermutlich hassen Streifenpolizisten einen Autofahrer, den sie leicht angetrunken erwischt und den Führerschein abgenommen haben, weniger als einen Autofahrer, den sie bei einer Routine-Alkoholkontrolle überprüft haben und nichts gefunden (und später bei der Dienststelle angezeigt werden, weil der Autofahrer einen Termin verpaßt hat.

Nachdenkliche Grüße
Michael aus Zofingen


drtoivowillmann Offline



Beiträge: 340

19.05.2015 20:15
#6 RE: Ausnahmezustand in Aarau Zitat · antworten

Lieber Michael:

Ich würde, vorerst, nicht so schwarz sehen.
Das Schreiben ist nicht mehr aber auch nicht weniger als ein ausführlicher Eingangsbescheid.
1.) Das Gute: a) Deine Beschwerde ist bisher zumindest nicht im Papierkorb gelandet. b) Man verspricht dir einen Bescheid über das Ergebnis, wenn man zu einer Schlussfolgerung gekommen ist, ob du recht hattest oder nicht.
2.) Das Schlechte: Ende offen. Die beamten können immer noch ungestraft davonkommen.

Ich würde den Schrieb aufheben und nach 6 Monaten höflich nachfragen, falls du bis dahin keine endgültige Antwort bekommen haben solltest.

Barfüssige Grüsse: Toivo


Engel Offline

Admin


Beiträge: 1.438
Punkte: 666

20.05.2015 06:47
#7 RE: Ausnahmezustand in Aarau Zitat · antworten

Hi Micha
Ich denke auch dass das ne vorgefertigte Antwort ist. Und in anbetracht dessen, dass es wohl überall landesweit immer wieder mal zu Beschwerden kommt (muss sich ja nicht immer nur um Willkür handeln) ist das auch nicht verwunderlich. Ein vorgefertigtes "Infoschreiben" kann in vielen Situationen verwendet werden und vereinfacht die Korrespondenz erheblich.
Zumindest zeigt es schonmal die "Zurkenntnisnahme" der Behörden an und gibt Dir auch die Möglichkeit diese nachzuweisen.
Ich würde an Deiner Stelle auch, wie Toivo schrieb erst mal etwas abwarten und nach nem gewissen Zeitraum, falls sich nichts tut vorsichtig und freundlich mit bezug auf das Schreiben (Angabe der Aktennummer) nachhaken. Die Mühlen der Bürokratie mahlen zwar langsam, aber sie mahlen .

Gruß Engel




rot/kursiv geschriebene Beiträge beziehen sich auf meine Funktion als Admin / Mod und spiegeln nicht zwingend meine Meinung als normaler User wieder.


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