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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Barfuß und Leben
Michael aus Zofingen Offline



Beiträge: 589
Punkte: 248

10.08.2016 07:04
Auch das noch! Zitat · antworten

Hallo,
letzten Montag war ich nach der Arbeit wieder mal beim Baden in der Aare beim Kraftwerk Ruppoldingen. Gegenwärtig führt der Fluß etwas mehr Wasser, so daß ich nicht durch den kleinen Nebenlauf gegen die Strömung waten konnte. Deswegen ging ich über einen „Bieberpfad“ am Ufer entlang bis zur Stelle, wo der Nebenlauf aus dem Hauptfluß herausfließt. Wer diesen Trampelpfad barfuß geht, muß schon aufpassen, daß er nicht in spitze „Holzspieße“ (hervorgerufen vom Bieber) tritt. Aber auch wegen der Brombeerranken ist Vorsicht angesagt. Auch blühen dort gerade die Goldruten, die von Bienen besucht werden. Wobei sie die Blüten der Goldruten eher in Brusthöhe befinden, nicht in Fußhöhe (aber auch in Brusthöhe würden Bienenstiche schmerzen). Da ich aber vorsichtig ging, waren die Bienen lieb zu mir. Für Bienen (Wespen, Hornissen, Hummeln) gilt das gleiche wie für Beamte: Sie tun nichts, solange man sie nicht reizt. Ich gehe aber nicht nur wegen der Bienen vorsichtig, sondern auch, um andere Tiere nicht zu zertreten. Hier halten sich nämlich auch Frösche auf, die ich ausgesprochen sympathisch finde. Aber auch die bei Gartenfreunden so unbeliebten „2zehschnecken mit iberischem Migrationshintergrund“ haben hier ihre Existenzberechtigung.

Am Hauptlauf angekommen, begab ich mich ins Wasser, um bis zur Autobahnbrücke zu schwimmen. Dort gibt es eine Stelle, um bequem an Land zu kommen und einen barfuß SEHR angenehmen Pfad (bei noch höherem Wasserstand handelt es sich um einen Graben) zurück zu meinem schattigen Liegeplatz. Durch den „nördlichen Hauptlauf“ schwamm ich im Abstand von gut 10 Metern an einer Insel vorbei. Da sah ich, wie ein junger Mann mit längeren Haaren und südländischen Aussehen sich krampfhaft an einem Busch festhielt und mich erschrocken anblickte. Der Mann war barfuß und trug ein kurzärmeliges T-Shirt und eine kurze Hose (genauer: unlange Hose gemäß Zofinger Definition). War der Mann mit dem Boot auf die Insel gekommen? Seine Kleidung (definitiv keine Badekleidung) wirkte trocken, ich konnte mich aber auch täuschen. Hatte er irgendetwas zu verbergen? Waren möglicherweise noch andere auf der Insel?

Ich schwamm weiter und kam zum „Landplatz“ (kleine Sandfläche) bei der 4radbahnbrücke. Zu meiner Überraschung standen dort zwei FETTE Schuhe, noch dazu völlig verdreckt. Gehörten sie dem „Südseeinsulaner“? Etwas vorsichtiger als sonst begab ich mich auf meinen Weg zum Liegeplatz. Dieser Weg führt durch eine allmählich verlandende Mündung eines Grabens, gegenwärtig stand dort das Wasser etwa bis zur Gürtellinie. Der Boden ist schlammig, und man muß vorsichtig gehen, wenn man dort nicht stürzen will. Ebenso wachsen hier Brombeerranken. Speziell an dieser Stelle habe ich schon öfters Frösche, Unken, diverse Vögel (auch den Eisvogel) und eine Ringelnatter beobachtet. Auch befindet sich ein umgestürzter Baum quer über diesem Tümpel, gegenwärtig war die Wasseroberfläche etwa bündig mit der Unterseite des Baumstammes.

Gerade als ich über den Baumstamm gestiegen war, hörte ich plötzlich ein Jaulen, dann ein Kläffen, dann eine extrem unsympathische Männerstimme. In etwa 10 Meter Abstand sah ich, daß ein Schäferhund sich durch das dicht bewachsene Ufer in den Tümpel begab. Der Hund war zum Glück an der Leine, und zum Glück spielte sich das Ganze auf dem Teil des Weges statt, den ich HINTER mir hatte. Wieder hörte ich die Männerstimme, und der Hund ging zurück (oder wurde er gezogen?). Da das Gebüsch dicht war, konnte ich keinen Menschen sehen, und ich ging meinen Weg. Irgendwie war ich etwas geschockt. Im allgemeinem bin ich tierlieb, aber Hunde (speziell Schäferhunde) gehören nicht zu meinen Lieblingstieren. Vielleicht ist es auch Einbildung. Von denjenigen Hundebesitzern, die ich persönlich kenne und die ich als extrem unsympathisch und arrogant empfand, handelte es sich niemals um Besitzer von Bernhardinern, Pekinesen, Pudeln, Dalmatinern oder Labradors, sondern ausschließlich um Besitzer von Schäferhunden (aber längst nicht alle Besitzer von Schäferhunden habe ich als arrogant in Erinnerung). Ob es sich um einen Polizeihund handelte? Galt die Suche etwa dem „Südseeinsulaner“? Hatte der Hundeführer den Hund zurückgerufen, weil er erkannt hatte, daß mein Erscheinungsbild deutlich anders war.
Zumindest war mir der Badespaß nun eingeschränkt. Ich wollte meine Sachen nicht mehr unbeaufsichtigt liegen lassen, nachdem ich wieder zurück am Liegeplatz war. Eine gefühlte Stunde später hörte ich ungefähr aus der Richtung, wo ich den Südseeinsulaner gesehen hatte, ein lautes Gekläff, mehrere Männerstimmen und schließlich einen lauten Schmerzensschrei. Waren die Polizisten etwa mit dem Boot (ein Motorboot kann es nicht gewesen sein, das hätte ich gehört) auf die Insel gekommen? Hatte der Köter den Mann gebissen? Hatten die Polizisten den Mann, nachdem sie ihn erwischt hatten, mit ihren fetten Stiefeln in den Bauch getreten, um ihn gefügig zu machen. Oder hatte der Mann nur deswegen vor Schmerzen geschrien, weil er gestolpert war? Da diese Stelle von meinem Platz nicht einsehbar war (nur einhörbar), bleibt das alles bei Spekulationen. Erfahren werde ich es wohl nie.

Später traute ich mich noch einmal ins Wasser, schwamm an der Insel vorbei, niemand war da. Ich ging an der gleichen Stelle wie vorher an Land. Die fetten Schuhe waren verschwunden, dafür waren an der Stelle die Profile verschiedener Treter zu erkennen. Ferner war eine niedergetretene Schneise durch das Kraut zu einem Wirtschaftsweg zu erkennen, vermutlich hat man hier den „Südseeinsulaner“ abgeführt. Was mich besonders störte: Einzelne herausgerissene Brombeeranken lagen nun auf dem direkten Durchgang zum Tümpel, so daß ich bei Barfußgehen mehr aufpassen mußte. Aber verletzt hatte ich mich nicht daran.
Was der Mann wohl auf dem Kerbholz hatte?
War es etwa dieser?
http://zofingertagblatt.ch/?rub=-8&id=-250907

Wohl eher nein. Dann doch eher der:
http://zofingertagblatt.ch/?rub=-8&id=-250933

Vermutlich waren die Polizisten ausgerückt und waren auf der Suche nach dem Posträuber von Wangen bei Olten. Und der Asylbewerber geriet zufällig in die Polizeifalle. Und ich geriet auch zufällig hinein, obwohl ich mit beiden Taten gar nichts zu tun hatte. Zum Glück sah ich anders aus als die gesuchten Personen, und deswegen haben mich die sonst so intoleranten Schweizer Polizisten AUSNAHMSWEISE nicht schikaniert (wenn man von der Verschandelung des Naturschutzgebiets bzl. Brombeeranken einmal absieht).

Nachdenkliche Grüße
Michael aus Zofingen


drtoivowillmann Offline



Beiträge: 327

10.08.2016 15:59
#2 RE: Auch das noch! Zitat · antworten

Lieber Michael:

Bullen, die Langeweile haben, belästigen Barfüßer.
Bullen, die was sinnvolles zu tun haben: Verdächtige einer Straftat zu verfolgen, lassen uns zumeist in Ruhe.

Du scheinst Probleme mit deiner schweizer Heimat zu haben.
Direkte Demokratie hat eben schöne und weniger schöne Seiten:
* schön: mehr politische Freiheit. Das Volk kann jederzeit die Politiker überstimmen und an "die Leine nehmen".
* weniger schön: das Volk sind eben alle. Der letzte Armleuchter, der grösste Spießbürger hat gleich viel zu sagen wie du. Und weil in einer direkten Demokratie jeder einzelne Bürger mehr Macht hat als in einer parlamentarischen, haben auch "Armleuchter" und "Spießbürger", wenn sie zahlreicher sein sollten als wir, mehr Handhabe gegen uns.
Die direkte Demokratie zwingt jeden dazu, aktiv zu werden, sonst kommt man "unter die Räder".

Grüsse: Toivo


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