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Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 218 mal aufgerufen
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 Barfuß und Leben
Lebenskünstler Offline

Admin


Beiträge: 457

04.07.2019 22:46
Neulich auf dem Campingplatz Zitat · antworten

Wir waren mal wieder unterwegs. Ein paar Tage der unfreiwilligen Arbeit eines Waldarbeiters zu entfliehen, würde mir nicht schaden – so die Worte von Leo. Überreden musste er mich nicht groß, denn bereits seit Monaten stand ein von mir lange versprochener Besuch an.

Sonne satt, auch nachts sollte die Temperatur nicht unter 20 Grad fallen. Zelte haben wir im Sommer meist dabei, ein Campingplatz war vorab bereits im Internet gefunden. Man weiß ja nie.. es war zwar noch keine Hauptsaison, doch die Sommerferien gerade in den nordöstlichen Bundesländern nahten.

Der Platz war schön abgelegen, von der Großstadt nicht allzu weit, und doch mitten in der Natur. Direkt am See. Sonne, Sand und Meer. Na ja, fast. Es war ein Binnensee, der uns zum abendlichen Bad einlud, oder zum munter werden am Morgen.

Fast direkt am Ufer ein Gastgarten, und das Sanitärgebäude allerhöchstens 200 Meter von der Badestelle entfernt.
Raus aus dem Wasser, rein ins Häuschen.. oha, was is das denn?

Ein Schild an jeder Tür – sowohl bei den Weiblein, als auch bei den Männlein. Sicher wieder das übliche…
Betreten mit Straßenschuhen verboten. Das können wir ja getrost ignorieren, wer geht schon mit Straßenschuhen schwimmen.
Als wir direkt vor der Tür standen, dann die Überraschung:



Ja haste noch Töne…. wenn ich aus dem Wasser komme habe ich doch keine Schluppen an. Falls überhaupt vorhanden, dann in den Tiefen meines Rucksackes und der liegt irgendwo in einer Ecke.

Das Schild haben wir beide ignoriert. Was auch sonst… ich kam auch immer unten ohne rein ohne dass mich jemand gesehen hatte. Leider war Leo am nächsten Morgen das Glück nicht ganz so hold, er lief einem der Angestellten direkt in die Arme. Genau genommen der CP-Mitarbeiter Leo hinterher, nachdem er bemerkte dass dieser Gast unten ohne war. Es gab wohl einen Wortwechsel (ich war nicht dabei) , freundlich, höflich. Der Typ vom Campingplatz begründete das Schuhgebot damit, dass bei der Reinigung der Böden aggressive Chemikalien verwendet werden, die evtl. ätzend sein könnten. Leo durfte trotzdem auf den Lokus ;-) - auch am Folgetag.. der Platzwart hatte uns ja die ganze Zeit BF gesehen, nackte Füße und nix dran. Es gab auch keine weiteren Diskussionen.

Beim Abschied meinte einer der Gastgeber mit einem schelmischen Lachen: ihr dürft trotzdem wiederkommen.
Erwähnen muss ich da vielleicht noch, dass gerade im Osten nix so heiß gegessen wird wie es gekocht wird. Bedeutet, manches Gesagte hört sich erst mal streng an, ist aber herzlich gemeint.

So sind se halt, die Neufünfländer.
Bin ja selber einer… Gabriel


André Uhres findet das Top
Jay Offline




Beiträge: 770
Punkte: 695

06.07.2019 13:10
#2 RE: Neulich auf dem Campingplatz Zitat · antworten

Hi Gabriel,

dieser meiner Meinung nach großartige Report mag die pragmatische BF-Freundlichkeit (oder zumindest vorhandene BF-Nonchalance) der 'neuen' Bundesländer illustrieren. Wer die Lage unmittelbar nach der 'Wende' in den frühen 1990er Jahren gekannt hat ("Deutschlands wilder Osten", ich genoß es einst sehr & fühlte mich dort als alter Chaot sauwohl), kann überhaupt nicht verstehen, warum sich heute dort so extrem Rechtsradikales & AfD festgesetzt haben.

Zunächst zu einigen von dir gebrachten Details. Es ist gut möglich, daß der WC-Boden mit Chlorkalklösung oder Chlorbleichlauge (Natriumhypochlorit, NaOCl) kurz & bündig geschrubbt wurde (die Betonung liegt auf kurz, spart Arbeit), weil dies ein fast Gratis-Abfallprodukt der chemischen Grundindustrie (Ammoniak, Chlor, konzentrierte Schwefelsäure, Ätznatron & noch etwas 5., was mir grad' nicht einfällt) war/ist. Die Wirkung ist sehr stark desinfizierend / desodorierend, auch [Fuß]Pilzsporen werden in Sekundenschnelle abgetötet. Das Zeug ist viel stärker als die heutigen ökologisch sanften Mittelchen!
Die beiden Hypochlorite reagieren alkalisch & greifen so den Säureschutzmantel (pH ≈ 5) der Haut an, den wohl auch geländemäßig hartgesottene BFs an den Sohlen haben dürften. Es ist möglich, daß es bei sehr empfindlichen Personen zu Hautreizungsreaktionen / -irritationen (Rötungen, Ekzem) kommen kann; die Wirkung wirklicher personenspezifischer Allergene dürfte aber weit stärker sein. Sonst kann ich nichts dazu sagen; hab' die beiden Chemikalien an den F nie ausprobiert.

Die "Ossis" waren - zumindest einst - sehr BF-rational, praktizierten es zu DDR-Zeiten außerhalb der Privacy aber wohl nie.

Die Geschichte des "Dresdner Projektes" 1992 (mit einem äußerst schwülheißen, sehr trockenen Sommer) habe ich im alten HBF sehr ausführlich erzählt, was beim Publikum großen Anklang, ja Begeisterung fand. Stichwortartig darf ich noch 2 wesentliche Impressionen wiederholen:

* Spaziergänge auf chaotisch-welligen, von zahlreichen Schlaglöchern durchsetzten, ziemlich heißen Gehwegplatten, durch die sich Bündel von Grashalmen ihren Weg bahnten, teils durch Viertel, in denen noch Kriegsruinen standen.

* Irrwitzig heftig beschleunigende gelbe bis schmutzig-ockerfarbene Straßenbahnen, die außen offenbar nie gewaschen wurden. Meine erste 4radfahrt in Dresden war ein gefährlicher Albtraum, erst allmählich gewahr werdend, daß im Unterschied zu München & USA Tram & 4rad meist nicht durch ein wenig Grünzug in separate Fahrstreifen getrennt, sondern völlig chaotisch vermengt waren. Als leidenschaftlicher Straßenbahn(mit)fahrer - ein Hobby, das sehr vielen BFs gemein ist (wie man dann später im alten HBF mitbekam) - fuhr ich dann auch an den WEs spazieren. Der Fahrer trieb ein "Scheiß-Wessi"-4rad, das einfach nicht 70, sondern nur 50 fahren wollte, mit kreischendem Dauergebimmel & womöglich auch Lichthupe vor sich her. (mit 70 war dann aber abrupt Schluß mit der völlig irrwitzigen Beschleunigung). Als dieses auch noch einen "Stachel 'reinhaute" (vermutlich, weil es eine vermeintliche Radarfalle gesehen hatte), rastete er aus, sprang an der nächsten Ampel (offenbar wissend, wieviel Zeit er hatte) hinaus & verabreichte seinem Vorder- einen Ansch..., den man zwar nicht hören, aber sich inhaltlich denken konnte.
"Aber uns auf Trab bringen wollen" sagte eine alte Dame mit kegelförmig hochgesticktem weißgrauen Haar pikiert.
Man hatte mich wohl als exotischen Wessi längst wahrgenommen, schenkte dem aber genau wie meinem BF keine Beachtung.

2 nunmehr emphasized herausgegriffene kleine Geschichten mögen den nüchternen BF-Pragmatismus im Osten jener Tage belegen:

* Die Älteren unter uns erinnern sich wahrscheinlich noch, daß früher weite Teile des industrieellen etc. Arbeitsumfeldes mit sog. Leuchtstofflampen, volkstümlich 'Neonröhren' genannt, erleuchtet wurden. Waren diese am Ende ihrer Lebensdauer angelangt, gingen sie einfach wieder aus & völlig unrhythmisch wieder an & aus, Plink...plinkplink...plink....
So geschah das auch an einem etwas späteren Abend (in einer kritischen Projektphase, die nicht unterbrochen werden konnte) in einem großen Labor im ehemaligen Kombinat Robotron in Dresden´s Lingnerallee, unweit dem berühmten "Dynamo"-Stadion.
Zwar beleuchteten noch hinreichend viele andere intakte "Lichtstraßen" den Raum; es zeigte sich aber, daß die Mitarbeiter (nach wenigen Tagen hatten alle mit mir per Du gemacht) ganz unterschiedlich empfindlich auf das ständige zusätzliche Geflackere & Geblinkere reagierten; mich störte es mittel bis ziemlich.
Am nächsten Morgen "schickte" man dann nach einem der 'Werkselektriker' zum Austausch des defekten Rohrs; erfolglos. Es war klar, daß man am nächsten Abend (es würde voraussichtlich wieder sehr spät werden) eine solche Illumination nicht gebrauchen konnte.

Gegen Mittag zeigte sich dann, daß zwar eine Ersatz-Leuchtstoffröhre, nicht aber eine Staffelei aufgetrieben werden konnte.

Lage nach einem köstlichen Lunch (in einer Kantine mit der Größe des Münchner Starnberger Flügelbahnhofs durfte damals noch das kühle Radeberger Pils, eine Institution, ausgeschenkt werden): Absolut keine Chance, eine Staffelei aufzutreiben (extra für sich eine neu kaufen wollte keiner). Der Raum war höher als normal, & Versuche, aus Katalogen & sonstigem Schriftgut einen einigermaßen hohen standfesten Ersatz zu schaffen, um an das defekte Ding heranzukommen & es wenigstens auszuhängen, scheiterten ebenfalls.

Die Radeberger Pils zum Mittagessen (es waren bei jedem mindestens 2) taten ihre geschätzte, überaus angenehme Wirkung. Schnellstmögliche Problemlösung! Wir hatten andere Aufgaben!

"Bekommen wir irgendwo einen großen Stein her?" frage mein ältester "Kollega", ein hochgebildeter Dr.-Ing. Es gelang.
Er nahm ihn, holte von schräg unten aus, plötzlich hielt er inne. "Halt... Ach ja. Einschalten."
"Warum...?"wandte ich ein. "Geht doch auch so."
"Kennst du das nicht? Hast du das noch nie gemacht? Macht so (gemeint war unter Spannung) viel mehr Spaß."
Ein anderer Kollega setzte die Illumination samt Plink...plinkplink...plink... in Gang.
Kollega 1 wartete, bis das Plink...plinkplink...plink...-Ding wenigstens noch für ein paar Sekunden Licht von sich gab. Dann setzte er an & traf genau in der Mitte (man merkte, daß er das nicht zum 1. Mal machte).

PENGKLIRR! Ein sonorer, dumpfer Implosionsknall ertönte. An einem der 'Neonröhren'-Enden zuckte ein grellblauer Blitz, verursacht durch den 'induktiven Hochspannungsrückschlag' der Zünddrossel, gefolgt von einem rotgoldenen Funkenregen (sehr schön!). Nebel / Staub / Rauchschwaden stieben heraus (das waren die Überreste der innenmattierten Leuchtschicht). Ich zog mich ein wenig zurück, hatte Angst, daß der "Nebel" feines flüssiges Quecksilber sei (schließlich waren die 'Neonröhren' ja in Wirklichkeit statt mit Neon mit sehr dünnem Quecksilberdampf gefüllt). "Ach geh' - nicht der Rede wert" beruhigte man mich.
Um mein BF war man durchaus besorgt ("man" war BF in irgendwelchen Sandalen, ähnlich den heutigen Tevas). Man kehrte die Glasscherben zusammen, wischte auch ein wenig auf. "Sei' vorsichtig, steig' besser auch nicht in die Leuchtschichtflocken 'rein, mach' einen kleinen Bogen 'drum."

* Tage später oder auch zuvor wurde abends Geburstag in privatem Ambiente gefeiert. Ich suchte einen sehr alten, verfallenen Bau auf & sah auf jeder 1. [Holz]Treppenstufe eines jeden Stockwerks ein Schild mit dicken schwarzen Warnlettern angeschraubt, das ich nur aus Filmen, die sich mit der Vorkriegszeit beschäftigten, kannte:

Vorsicht!
Frisch gebohnert!


Etwas zaghaft & auch mit der Hand am Handlauf / Treppengeländer bewegte ich mich. Irgendein Herr kam mir entgegen:
"Hia is' zwa seid Äwigkeidn nisch' mehr gebohnert word´n, aba sein' Sä mit Unten Ohne bessa vorsischtich..."

Ja, früher konnte man Sachen erleben!

Schönes WE, Jay


André Uhres Offline




Beiträge: 977
Punkte: 3

06.07.2019 18:02
#3 RE: Neulich auf dem Campingplatz Zitat · antworten

Danke Jay für den tollen Beitrag! Bei uns zu Hause sind übrigens noch funktionierende Leuchtstoffröhren installiert .

Liebe Grüße
André


tiptoe Offline




Beiträge: 237

06.07.2019 20:54
#4 RE: Neulich auf dem Campingplatz Zitat · antworten

Denke ich an ostzeiten zurück, steigt mir sofort der geruch von Wofasept in die nase. In den wagen der Deutschen Reichsbahn wurde der duft dieses desinfektionsmittels bis weit in den westen getragen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wofasept zufolge enthielt das die biozide Chlorkresol (haut- bzw. schleimhautreizend und sensibilisierend, allergische Kontaktdermatitis) und Chlorofen (gesundheitsgefährdend und ätzend).

Meiner ansicht nach sind so scharfe reinigungsmittel in der regel nicht nötig, ein neutralreiniger reicht. Wasser, tenside und schrubben. Die aggressiven chlorverbindungen sind nicht nur geruchsbelästigend und ggf. hautschädlich, sondern auch umweltschädlich.


Jay Offline




Beiträge: 770
Punkte: 695

07.07.2019 10:16
#5 RE: Neulich auf dem Campingplatz Zitat · antworten

Zitat von André Uhres
Danke Jay für den tollen Beitrag! Bei uns zu Hause sind übrigens noch funktionierende Leuchtstoffröhren installiert.


Da staunte ich nicht schlecht, denn in "meiner" Gegend sind die im privaten & kleinprofessionellen Bereich so gut wie ausgestorben. Vermutlich stecken EU-rechtliche Verbote / Beschränkungen dahinter. Derweil war das ein angenehmes Licht, wg. der großen leuchtenden Oberfäche gab es nur ganz sanften Schattenwurf & auch der Gesamtwirkungsgrad war auf modernem Niveau, im Unterschied zu Glühbirnen, die ja primär Wärme (& Licht nur als ganz peripheren Nebeneffekt) erzeugen.

Zitat von tiptoe
Denke ich an ostzeiten zurück, steigt mir sofort der geruch von Wofasept in die nase. In den wagen der Deutschen Reichsbahn wurde der duft dieses desinfektionsmittels bis weit in den westen getragen.
...
Die aggressiven chlorverbindungen sind nicht nur geruchsbelästigend und ggf. hautschädlich, sondern auch umweltschädlich.


Zugeben muß ich, bis zum Lesen deines Artikels zeitlebens noch nie etwas von Wofasept gehört zu haben. Möglich wäre, daß auch Gabriel & Leo tatsächlich dieses Zeug vorfanden, vielleicht stammt das noch aus einem großen Restekontingent (es dürfte heute wohl kaum mehr frisch produziert werden). Übrigens sind Kresole als sog. "Aromaten" (Bez. in der organischen Chemie für Verbindungen, die den Benzolring enthalten) krebserzeugend.

Mit der erwähnten Dame mit dem kegelförmig hochgestickten weißgrauen Haar (nach oben sich verjüngend, vielleicht war das eine spezifische "Ost"mode) ergab sich übrigens ein kurzes Gespräch (vielleicht nach Verlassen der erwähnten Tram mit dem ungeduldigen Fahrer an der Endhaltestelle & Warten auf die nächste oder in der nächsten, erinnere mich nicht mehr an Details). Sie outete sich als DDR-Nostalgikerin, machte alles schlecht & madig, was dem dt. Osten nach der Wende widerfahren war. Mich betrachtete sie sicherlich als ein Exempel der westlich-"dekadenten" Lebensart (& mein BF, das sie mit keinem Wort erwähnte, wohl genauso als integralen Bestandteil von westlich-"dekadent").

Mit meiner erklärten Hochachtung vor der 'östlichen' Technologie (der erwähnte Herr, der den Stein in die Neonröhre warf, war übrigens der Vater eines Verfahrens, mit dem man - ohne digitale Signalprozessoren - anhand der mit einigen wenigen Meßmikrofonen aufgenommenen Ächz- & Knarzgeräusche sowjetischer Erdöl- / Erdgaspipelines ziemlich genau vorhersagen konnte, wo das Ding dann leckschlug, er hatte sich damit in der internationalen Fachwelt einen Namen gemacht), es gab noch viele andere Sachen, die im Westen überhaupt nicht verfügbar waren, so z. B. LEDs (Leuchtdioden) mit herbstlaubfarbenem (hellkaffeebraunem) Licht aus dem VEB* Fürstenwalde - konnte ich ebenfalls keine Pluspunke sammeln.

Übrigens waren die virtuellen (ich war ja dort nicht fest angestellt) Kollegas im "ROBOTRON" die fachlich hochkarätigsten & nach KONTRON die nettesten Kollegen, mit denen ich zeitlebens je zusammenarbeitete; mit vielen verband mich eine lange, nicht nur zu den "Weihnachtstelefonaten" zelebrierte herzliche Freundschaft, die sich leider durch den 'Zahn der Zeit', "Aus den Augen, aus den Sinnen"-Effekt, womöglich auch durch Schicksalsschläge allmählich verlor.

Schönen Sonntag noch, Jay
----------------
*) "Volkseigener Betrieb"


Leo Offline



Beiträge: 708
Punkte: 484

09.07.2019 19:30
#6 RE: Neulich auf dem Campingplatz - KEIN Wofasept! Zitat · antworten

Zitat von Jay
Wofasept .... Möglich wäre, daß auch Gabriel & Leo tatsächlich dieses Zeug vorfanden



Nein! DEN Gestank kenne ich nur zu gut!

1980 fuhr ich meist mit einem entsprechend eingenebelten "Interzonenzug" von Duisburg nach Düsseldorf, der im Gegensatz zum IC mit Verkehrsverbund-Karten genutzt werden durfte.

Die ganze S-Bahn in Berlin (auch im Westen) und alle Berliner Bahnhöfe stanken nach dem Zeugs, insbesondere der Bahnhof Friedrichstraße, an dem ich früher öfters für einen Tagesbesuch als "Tourist" nach Ostberlin einreiste - um dann nach dem Sightseeing Verwandte zu besuchen. Als West-Tourist wurde man sehr zuvorkommend behandelt, durfte aber nur bis Mitternacht in Ostberlin bleiben. Als offizieller Verwandtenbesuch wäre auch eine Übernachtung mit drin gewesen; allerdings wurden andere bei der Ein- und Ausreise dann nach Kräften schikaniert, um den ungeliebten West-Kontakt möglichst abzuschrecken.

Und so stand ich dann öfters in der Warteschlange in dem Mief, der bei der Ausreise im Tränenpalast scheinbar wesentlich dezenter war (aber evtl. war die Nase am Abend abgestumpft).

Das letzte Mal wurde meine Erinnerung erst vor ein paar Wochen geweckt:

https://gedenkstaette-marienborn.sachsen...ote/fuehrungen/

In einem schlecht gelüfteten Nebenraum war der charakteristische Gestank noch zu vernehmen. (Wir kamen spontan zu einer Besichtigung und konnten uns einer Gruppe anschließen, die just zu dieser Zeit eine Führung gebucht hatte.)


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