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Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Gesetzeslagen und Verbote
Lebenskünstler Offline

Admin


Beiträge: 942

09.07.2022 01:07
Lügen haben kurze Beine Zitat · Antworten

Wir ihr euch denken könnt, sind wir mal wieder unterwegs. Das 9-Euro-Ticket macht es möglich, dass sogar ich mir das leisten kann ;-) - immer vorausgesetzt mein Herzbube nimmt mich mit in das von ihm gebuchte Quartier.

So auch nach Berlin, ein Hotel einer Kette, wo wir öfters sind, mit fast ausschliesslich angenehmen Erfahrungen. Auch hier sah es im ersten Moment so aus als hätten wir diesmal besonder viel Glück: grosses Zimmer, mal ausnahmsweise zwei bequeme Sitzgelegenheiten vorhanden, Fenster die sich auch in der obersten Etage ganz öffnen lassen. Nach der ersten Nacht freuten wir uns auf das im Internet viel gelobte Frühstück, zu einem Preis knapp unter der Schmerzgrenze.

Kaum im Frühstücksrestaurant angekommen, kam eine Mitarbeiterin auf uns zu mit den üblichen Worten: bitte ziehen Sie Schuhe an. Wir wollten mit der Dame nicht diskutieren, zumal ich selber gar keine Schuhe dabei hatte. Im Moment gehts bei mir nicht mit Minimalschuhen (der Splitter zwecks dem ich meine Schluppen nicht anziehen konnte ist aber jetzt raus) - so sagte ich zu der Mitarbeiterin: "Ich habe keine. Was soll ich nun machen ...? " Leo sah es etwas weniger sportlich, ohne Kaffe am Morgen ist die Laune erst mal im Keller. Er verlangte nach der Geschäftsführung, die dann zwar nicht kam, jedoch ein Mitarbeiter der Rezeption der ziemlich viel daherbabbelte.

Denn ich fragte aus welchem Grund wir nicht barfuss im Restaurant sein dürfen. Er faselte was von "Vorschriften des Berliner Senats, Hygieneregeln für das Hotel- und Gaststättengewerbe bla bla bla..." worauf ich ihn bat mir den entsprechenden Paragraphen herauszusuchen. Derweil spurtete Leo zum nahegelegenen Discounter, um Pulverkaffe und was zu essen zu holen, Wasserkocher war auf dem Zimmer.

Der Mitarbeiter an der Rezeption verzettelte sich immer mehr, bis er dann erklärte: ich schick Ihnen das per mail.

Darauf warte ich bis heute. Hab auch ehrlich gesagt nicht erwartet dass er was schickt, und stattdessen direkt beim Berliner Senat angefragt, und auch sehr schnell eine Antwort bekommen. Nachfolgend unsere Korrespondenz:


Zitat
Guten Tag nach Berlin,


seit gut 15 Jahren lebe ich in der frostfreien Jahreszeit ausschließlich barfuss, nicht zuletzt auch weil ich aus gesundheitlichen Gründen keine Fussbekleidung tragen kann.

Dies wird allgemein in der Öffentlichkeit akzeptiert, ob nun Einkäufe im stationären Einzelhandel, Behördengänge, kulturelle Einrichtungen wie zum Beispiel Museen oder im Restaurant - barfuss ist nirgendwo ein Thema.

Nun wurde mir der Zutritt zu einem Frühstücksrestaurant verweigert. Begründung: Es gäbe vom Berliner Senat Hygienevorschriften für das Hotel- und Gaststättengewerbe wonach das Tragen von Schuhen obligatorisch sind. Zitat "bedanken Sie sich bei denen da oben (im Senat) die sind so kleinkariert.

Nun bitte ich um eine konkrete Quelle, auf welcher Rechtsgrundlage es verboten ist, sich als Gast barfuss in einem Frühstücksrestaurant (im konkreten Fall ein Frühstücksbuffet) aufzuhalten.



Mit freundlichen Grüßen



Die Antwort aus dem Berliner Senat:


Zitat
Sehr geehrte xxxx xxxxxxxx



vielen Dank für Ihre Zuschrift. Sie ist in der Bürgerberatung der Regierenden Bürgermeisterin eingegangen. Ich wurde gebeten, Ihnen zu antworten.

Ein in Berlin gesetzlich oder per Verordnung vorgeschriebenes Verbot, das besagt, dass Gästen barfuß keinen Zutritt zu gastronomischen Betrieben haben sollen, ist hier nicht bekannt.

Jedoch könnte sich das Frühstücksrestaurant hierbei auch grundsätzlich auf das Hausrecht berufen. Die Bestimmungen zum Hausrecht leiten sich in Deutschland ab vom Grundstückseigentum oder -besitz (§§ 858 ff., § 903, § 1004 Bürgerliches Gesetzbuch). Es ist in Deutschland vor allem mit dem Begriff Hausfrieden und der Unverletzlichkeit der Wohnung nach Art. 13 Grundgesetz verbunden und hat damit Verfassungsrang. Das Hausrecht gilt auch für gewerblich und freiberuflich genutzte Grundstücke, so etwa auch bei einem gastronomischen Betrieb. Der Hausherr ist befugt, beispielsweise Zutrittsbedingungen, wie das Tragen von Schuhen oder andere bestimmte Kleidung, auszusprechen und durchzusetzen.

Grundsätzlich ist also davon auszugehen, dass auf Basis des Hausrechts Personen, die keine Schuhe tragen wollen, der Zutritt verwehrt werden darf. Auch wenn sich viele in der Regel nicht daran stören, gibt es keinen eigentlichen Rechtsanspruch darauf, barfuß in ein Geschäft eingelassen zu werden.


Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag



Lügen haben kurze Beine - es gab also keine Vorschrift. Hätte mich auch sehr gewundert.

Was da geschrieben stand, war nicht wirklich neu für mich. Doch wäre es nicht mal an der Zeit, auch Barfüsser in das Antidiskriminierungsesetz aufzunehmen?

euer Lebenskünstler


Folgende Mitglieder finden das Top: Dieter aus Köln, Leo, Montanara und Dominik R.
Dominik R. Offline

Admin


Beiträge: 1.620
Punkte: 708

11.07.2022 11:06
#2 RE: Lügen haben kurze Beine Zitat · Antworten

In der Tat wäre es mehr als überfällig, Barfüßer in das Antidiskriminierunggesetz aufzunehmen!


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