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Dieses Thema hat 4 Antworten
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kerstin Offline

Admina


Beiträge: 2.110
Punkte: 1.181

23.01.2010 16:16
Ein Traumjob - BF- und gehirnfrei Zitat · Antworten

Hallo zusammen,

in den letzten Tagen machte ich mich hier im Forum äußerst rar. Dafür gab es einen ganz triftigen Grund: mein derzeitiger neuer Job, welcher mir von der Bundesagentur für geregelte Armut im Rahmen der sich weiter ausbreitenden Entliberalisierung oktroyiert wurde. Ich habe nun seit letzten Dienstag die Ehre, den Schmutz der Bonzen auf der Stuttgarter Messe fein säuberlich beseitigen zu dürfen. Na, wenn das nichts ist...

Fakt ist, daß ich in so eine Art Bewerbungstraining teilnehmen mußte. Das Ergebnis war dann schließlich dieser Job, welchen ich durch unsere „Trainerin“ vermittelt bekam. Auch zwei andere Frauen aus unserer Gruppe wurden von dieser Trainertussi für exakt den gleichen Sch...windel vermittelt. Die bekam garantiert noch Provision für ihre „Heldentat“, drei nutzlose Individuen wie mich und noch zwei weitere Frauen vermittelt zu haben. Also so einen Scheißdreck (Verzeihung!) habe ich noch nie erlebt! Sie hat uns wenigstens schon mal einen Geldbetrag für die Fahrerei ausbezahlt.

Nun fing ich also am letzten Dienstag an - zumindest wollte ich das. BF dort erscheinen war aussichtslos. Gut, derzeit habe ich es nicht so mit BF, denn es ist nicht das erste Mal, daß ich mein BF mit meiner Stimmungslage verknüpfe, und daß sich meine Stimmungslage gerade auf der Talsohle befindet, brauche ich sicherlich nicht weiter zu betonen.

Für den Job wollte ich mir etwas bequemes besorgen. In dem Haus, wo ich wohne, befindet sich ein asiatischer Laden. Dort fand ich eine schlichte schwarze Jogginghose, welche nicht einmal schlecht aussieht - wenn ich bedenke, was meine Jogginghosen vor einigen Jahren für komische Farben hatten. Dazu zog ich halt meine weißen Adidas unbesockt an. So schaute ich im Internet nach der Abfahrtszeit, denn ich mußte spätestens 18:00 Uhr bei der Messe - Gewehr bei Fuß - strammstehen. So zog ich dann ab und beneidete alle Leute, die sich so etwas nicht antun mußten.

So fuhr ich mit dem Bus - einer Flughafenlinie - von meinem Kaff „Abstruslingen“ bis direkt zum Flughafen bzw. Messe Eingang Ost. Dort sollte ich mich mit meinem neuen Chef treffen. Ich drückte dann 3,30 Euro für die einfache Fahrt an den Fahrer ab - zurück dann die selbe Summe. Etwa eine halbe Stunde dauerte die Fahrt. Fein. Nun stieg ich am Flughafen aus. Ich mußte von der Bushaltestelle noch ein ganzes Stück zum Eingang dieser Messe entlangadidasen, wobei ich unterwegs meinen künftigen Chef per Handy anrief. Er holte mich dann ab, da ich ja erstens keinen blassen Dunst hatte, wo ich mich einzufinden habe, zweitens braucht man einen Ausweis, ohne welchem man nicht in die Hallen darf. Ich ging dann durch die Drehtür. Ich war das allererste mal an diesem Ort. Ich wollte immer diese Stätte boykottieren, da ich wie sehr viele andere Leute gegen diese Messe war. Diese nimmt eine Fläche von weit über 100.000 m² guten Filder - Ackerboden ein - der Außenbereich nicht mitgerechnet. Es gab Unterschriftenaktionen usw. doch dieses Prestigeobjekt des Noch-Ministerpräsidenten Günther H. Oettinger (CDU) wurde natürlich durchgezogen. So verhält es sich nun auch mit dem Wahnsinnsprojekt „Stuttgart 21“. Nun gut, das wollte ich allerdings nicht vertiefen. Es mußte nur mal gesagt bzw. geschrieben werden!

Mein Chef - übrigens Bosnier - kam mir entgegen. Er erblickte meine Jogginghose und meinte, damit kann ich nicht arbeiten. Ich machte daraufhin ein blödes Gesicht - keine Kunst für mich - und meinte, warum das nicht gehen soll. Er meinte, es wäre verboten, denn es würde zu sportlich aussehen. Aha. Ich wollte ihm schon vorschlagen, daß ich am darauffolgenden Tag bzw. Abend in meinem businessverdächtigen Hosenanzug erscheinen könnte. Ob ich dann als Putzfrau standesgemäßer gekleidet wäre!? Er meinte dann nur, daß ich eine normale Jeans anziehen soll. Die Adidas wären in Ordnung. Die sind also nicht so sportlich. Na bravo! Fazit: ich durfte mich also wieder vom Acker machen - es sei denn, jemand hätte mir eine Jeans ausgeliehen. Also so einen Scheiß habe ich noch nie erlebt! Nun habe ich 3,30 Euro umsonst ausgegeben und durfte somit diese Summe gleich nochmals für die Rückfahrt berappen. Ja bin ich denn in Irrenhausen??? Scheinbar schon. Auf jeden Fall händigte er mir den Ausweis aus, damit ich ihn nicht mehr anrufen mußte. Er zeigte mir allerdings die Hallen dort sowie den Treffpunkt, an welchem ich mich immer pünktlich einzufinden habe. Danach fuhr ich also wieder brav und unbejeanst nach Haus.

Am nächsten Abend um ca. 17:45 Uhr war ich dann wieder dort - vorschriftsmäßig in Jeans und meinen Adidaslatschen. Ich hatte - wie schon am Vorabend - meine dunkle Sportjacke an. Ich mußte eine ganze Ewigkeit durch die Messehallen laufen, bis ich dann endlich am Treffpunkt Reinigungsgeräteraum ankam. Nun gab es die nächste Überraschung: jeder mußte vorschriftsmäßig so'n albernes orangenes T-Shirt anziehen oder es über sein Sweatshirt oder Pullover drüberstreifen. Ich durfte meine Jacke nicht drüberziehen. Was dies für einen Wert bzw. Sinn hat, konnte ich nicht eruieren. Auf dem T-Shirt befindet sich kein Firmenlogo oder so - nein, es ist einheitlich orange. Soll dies ein "Erkennungszeichen für die Securityfuzzies sein, welche dort gelangweilt durch die Gänge schleichen? Ich denke, wenn ich mit einem Staubsauger "bewaffnet" bin, werde ich sicherlich niemand vom Catering sein. Auf jeden Fall sah ich zum kotzen aus, denn das T-Shirt war mir etwas zu klein, und ich mußte es ja auch noch über mein Sweatshirt ziehen. Ich kam mir wie 'ne Preßwurst vor. Jeder schnappte sich so einen Klopfsauger und marschierte damit los. Da ja noch sehr viele Besucher in den Messehallen waren, kam ich mich oberdämlichst in dieser Aufmachung vor. Ich meinte schon, mich glotzt jeder an und kugelte sich dann hinter mir vor lachen. So kamen wir dann in der Halle 6 an - das „Revier“ unserer Gruppe von 10 Putzsklaven. Nun gab es so eine Art Capo - eine weibliche Form davon - Caposine oder wie auch immer. Nun nahm das Unheil seinen Lauf. Umständlich wie sonstwas! Mich wunderte es, daß die nicht zwei Mann nahmen, die dann einen Teppich hin- und her zogen, während ein dritter an den Füßen hängend kopfüber seinen Staubsauger draufhielt (Mhmm, diese Methode höherer Putztechniken muß ich mir echt noch schleunigst patentieren lassen )! Kein System - nichts! Anstatt man jeweils vier Leute pro Gang losschickt - zwei davon von der gegenüberliegenden Seite und daß man dann zur Mitte hin entgegenkommt. Nein, erst muß es z.B. Stand C12 sein, dann A21, danach vielleicht B58 - kreuz und quer. Mir haute es schier den Vogel raus.

Mein persönliches Résumé nach einen Tag bzw. Abend: ein Job für Leute, welche wirklich keine hohen Ansprüche an sich selbst stellen und gerne an die Hand genommen werden. Jemand mit einer höheren Schulbildung findet bei so einem Chaosgeschäft bestimmt keine Befriedigung. Es soll aber nicht heißen, daß ich mir für "niedere" Arbeit zu schade wäre, doch so, wie das jeden Abend dort abläuft, ist einfach zuviel! Von allen Anwesenden in dieser Putzerfirma bin ich absolut sicher, daß ich von allen die weitaus höchste Schulbildung habe. Ich bilde mir aber bestimmt nichts darauf ein.

Gestern war der Höhepunkt erreicht. Zum einen konnten sich ein paar sichtlich besoffenen Schlipsträger nicht trennen und belagerten noch einen Tisch in einem der zahlreichen Cateringbereiche. Die gröhlten Lieder in den schönsten Synkopen und dies 48stimmig zu zwölft (ich habe nachgezählt: die Leute und die Stimmlagen). So etwas müßte bei „Deutschland sucht den Superstar“ auftreten und den Preis gewinnen. Diese "Gesänge" hätten sicherlich besser als das Gekrächze von Dieter Bohlen geklungen, doch der braucht sicherlich nirgendwo den Dreck anderer wegmachen. Armes Deutschland! Ich hatte hier schon einen ganz dicken Hals. Auf der anderen Seite von diesen Suffköppen saßen auch ein paar Schlipsträger und soffen Weißwein aus recht großen Schwenkern. Wir saugten eben um die alle herum, und dort, wo sich ihre Kadaver befanden, wurde eben nicht gesaugt. Ich sehe es doch nicht ein, wegen diesen Knallköppen länger zu machen. Dann waren wir in einem anderen Cateringbereich. Wahnsinn, wie die Leute den Teppich verdreckten. Schwarzer Veloursteppich. Wie kann man so einen Teppich in solchen Bereichen verlegen!? Da sieht man doch, daß bei den Zuständigen der Schlips wohl zu eng gebunden war, so daß zu wenig Sauerstoff ins Hirnskastl gelangen konnte. Die haben sowieso nur deswegen einen Kopf auf ihren Hälsen, damit es nicht in denselben hineinregnen kann. Ich freue mich schon so sehr auf den heutigen Abend!

Dann kam noch die Krönung: gerade in einem dieser Cateringbereiche mußte man Stühle und die runden Tische (Durchmesser etwa 80 cm; Höhe: ca. 70 cm) wegstellen, damit man dort vernünftig saugen konnte. Ich hob einen Tisch an und peng - der Tischfuß krachte auf den Boden, während ich noch die Tischplatte hielt. Der Tischfuß, welcher aus massiven Alu oder so war, landete knapp neben meinen beadidasten Füßen. Ich konnte erkennen, daß diese drei Schraubhülsen M12 schon einmal herausgebrochen waren. Mein Gott, stellten sich diese Messefuzzies dämlich an! Sie klopften mit einer leeren Bierflasche(!) die Hülsen in die Löcher hinein, wobei ich sofort sagte, daß dies keinen Wert hat. Die müßten doch normalerweise einen Technikraum auf der Messe und dann auch noch eine Bohrmaschine mit einem 10er Bohrer haben. Ich hätte ihnen das in fünf Minuten gemacht - aber nein, die wissen natürlich alles besser. Die hörten nicht einmal auf das, was ich sagte. Na ja, jemandem wie mir, der auf dem Boden herumkriecht, hört bestimmt keiner von diesen erlauchten Herrschaften zu. Dies würde ja ihren falschen Stolz verletzen. Bin mal gespannt, ob ich heute abend von meinem Chef einen Einlauf bekomme. Das hätte dann unweigerlich zur Folge, daß die dann ihren Scheiß selber machen können, weil ich den Staubsauger dann in die Ecke stelle und definitiv gehe. Ich glaube, ich spinne! Um diesen scheiß Tisch wird losgeheult, aber meine Füße wären denen wohl egal gewesen. Mein Gott, wo bin ich bloß gelandet? Na ja, auf jeden Fall habe ich derzeit zwei Bewerbungen laufen. Vielleicht habe ich diesmal Glück...

Résumé dieser Woche:

jeden Abend mußte man 2,5 Stunden arbeiten. Ich war seit Mittwoch da, denn am Dienstag durfte ich ja mangels Jeans nicht mitarbeiten. Also sind es vier Abende gewesen. Verdienst war dann bei einem Stundensatz von 8,40 Euro - brutto versteht sich - 84 Euro „verdient“. Die Fahrt kostete mich jedesmal 6,60 Euro - jeweils 3,30 Euro hin und zurück.
Dies waren bei vier Abenden 26,40 Euro. Nun kommen aber noch die 6,60 Euro vom Dienstag hinzu. Dann sind es also 39,70 Euro. Sicherlich bekomme ich die Fahrtkosten ersetzt, doch ich frage mich allen Ernstes: sind die noch ganz sauber? Was für einen Sinn hat das denn überhaupt? Ich fliege durch diesen drecks Job aus der Statistik heraus. Abgesehen davon bekomme ich ja auch noch weiterhin meine Bezüge von diesen Schwachmaten bei der Bundesagentur für geregelte Armut“. Bin ich froh, wenn mein Kumpel und ich spätestens ende dieses Jahres die Segel streichen! Dann können mich diese bundesrepublikanischen Behörden kreuzweise!

Übrigens: demnächst werde ich im Forum auch wieder aktiver werden, doch derzeit ist es ausgeschlossen. Ich bin so fertig, da hätte ich auch bei meinen innig geliebten Zeitungstouren bleiben können. Ich weiß, daß ich noch einiges aufarbeiten muß. Das wird in der nächsten Zeit auf jeden Fall so sein! Falls sich jemand von mir vernachläßigt fühlen sollte: habt bitte noch ein wenig Geduld!


Hygienische beadidaste und orange Staubsaugergrüße,

Kerstin


Dominik R. Offline

Admin


Beiträge: 1.624
Punkte: 711

24.01.2010 19:38
#2 RE: Ein Traumjob - BF- und gehirnfrei Zitat · Antworten

Hallo Kerstin,
das ganze erinnert mich, an die wohlgemerkt, schlechteren Einsätze bei meinen ZAFs. (ZAF=Zeitsrbeitsfirmen).

8,40 Euro ist ja wohl ein Witz. Das dürfte, scheinbar sind ja in deinem Fall keine Seelenverkäufer (Leiharbeitsfirmen) zwischengeschaltet, der Rekord fürs stuttgarter Umland sein.

Die obesten Chefs verdienen sich dumm und dämmlich. (Dazu gehört letztendlich bei der Messe Stuttgart neben "privatwirtschaftlich" Bezahlten Idioten auch der größenwahnsinnige (S-21) Stuttgarter OB Kurpfuscher äh Schuster und unsere Geschichtsrevisionist, Naziverharmloser und Bellizist Günther Billigbiermarke (Öttinger). (Der übrigens als EWG-Kommissar [ich weiß die Scheiße heißt nun EU, aber EWG trifft den Kern der Sache], noch mehr verdienen wird.
So ganz nebenbei sind an den Messeständen, öfters Menschen anzutreffen (aus "verantwortlichen Positionen"), deren Tagesgeschäft daraus besteht, Peronal einzusparen oder irgendein Land zu finde, in dem die Löhne noch niedriger sind als in dieser abscheulichen BRD. Selbst verdient man allerdings so "Portogeld" wie 8 Euro mindestens in der Minute!

Im Prinzip sollten die ihren Dreck selbst wegräumen. Aber als Untertan ist man ja dazu verpflichtet, sonst ereilt einem in dieser "freiheitlich-demokratischen Grundordnung" Sanktion oder Komplettkürzungen. Soviel zum Thema, in der BRD gibt es keine Zwangsarbeit.

Die Corporate Identity ist ja auch so ein Witz. Da feiert die feudalistische Obrigkeitsgesellschaft Hochzeit mit der neoliberalen Ideologie.
Wenn das T-Shirt wenigstens passen würde und es Kleidungsstücke gäbe, die man über der Jacke tragen kann....
Man sollte es bei überstreifen über die Jacke versuchen zu zerreisen.
Sorry, leider ging das stylische Shirt kaputt.

Verstehe das ganze sowieso nicht. Auf der einen Seite ist eine (neue wohlgemerkt) Jogginghose "zu sportlich". Sogar so unpassend, dass der arbeitswillige Mensch, der das nicht wußte zurückgeschickt wird, anstatt sich darauf zu beschränken, die "richtige" Hose am nächsten Tag anzuziehen. Auf der anderen Seite sollen alle T-Shirt tragen, sogar über der Kleidung. Wohl zu geizig den Leuten ein bedrucktes Hemd zu stellen....bzw. der Jahreszeit angepasst eine bedruckte Jacke (aber keine Sweatjacke, das sieht nämlich zu sportlich aus).
(Jetzt mich nicht flasch verstehen, ich selbst lieb die Kombination T-Shirt [allerdingsa nicht sollche Firmen-Shirts] und Jeans, aber wenn eine Jogginghose zu sportlich aussieht, ist doch auch ein T-Shirt unpassend).

Sei aber auf deinen Bosnischen Chef nicht böse. Den Leute in Ost- Südosteuropa und Südeuropa hat man diese Kleidervorschriften noch mehr aufdoktriniert als den Niederländern, Östereichern, Skandinaviern oder uns Deutschen.
(Ich erinnere mich gerade an eine junge Frau in Rumänien, der als Krankenschwester verboten wurde, in der Freizeit bf zu laufen. Oder an den Busfahrer in Portugal der bei größter Hitze Sakko, Hemd und Krawatte trug).

Ich kann mir vorstelln, warum einzelne Stände zuerst geputzt wurden. Wahrscheinlich gibt es eine schwachsinnige Hierarchie und/oder Stände an den noch Champagner geschlürft werden muß......

Interessant finde ich das von dir verwendete Wort Capo.
Hier zwei kurze Wiki Einträge(Übersicht):
Mit C geschrieben:

Capo (ital.: Kopf) bezeichnet:
den Chef (Kopf) einer cosca (Gruppe) der sizilianischen Mafia

Mit K geschriben:

Der Ausdruck Kapo bezeichnet:
den Häftling eines Konzentrationslagers mit Leitungsfunktionen, siehe Kapo (KZ)

Wobei ich persönlich mich von der zweiten Bedeutung distanziere, weil bei aller Menschenverachtung das dann doch noch mal ein anderes Kaliber ist.

Könnt ihr (kannst du Kerstin) wenigstens vom Catering noch etwas brachbares abgreifen?

Die Tischsache ist echt lustig. Hauptsache die Fassade stimmt.
Und als "einfache Hilfskraft" hat man natürlich keine Kompetenz irgendeinen Verbessrungsvorschlag zu machen.......

Ich finde diese Arbeit selbst für Leute ohne Schulabschluß, eine Zumutung. (Da gibt es sehr viele Leute darunter die
nicht nur gut putzen können sondern auch handwerklich und organisatorisch etwas draufhaben, wie ich in diversen Jobs mitbekommen habe).
Die mangelnde Schul- und Ausbildung ist sowieso nur eine Ausrede für die Massenarbeitslosigkeit.
Und wir (Facharbeiterbrief und Abi) schauen genauso in die Röhre wie Leute ohne Schulabschluß.

Ich hasse dieses Schweinesystem (und muß mich jetzt gleich bei den rosa Tieren entschuldigen), nieder mit der neoliberalen BRD, mit Agenda 2010 und Hartz4!


Michael aus Zofingen Offline



Beiträge: 735
Punkte: 400

25.01.2010 04:26
#3 Neue Chance? Zitat · Antworten

Hallo Kerstin,

ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Ich versuche, mich in Deine Situation hineinzuversetzen, aber es gelingt mir nicht. Das letzte mal, daß ich mit dem Arbeitsamt zu tun hatte, war 1986. Ich hatte meinen Doktor in der Tasche, war einen Monat arbeitslos, und konnte dann an der Uni als Assistent weiterarbeiten. Das war aber kein Dauerzustand. Ich bewarb mich um eine Stelle nach der anderen. Aber erst 1989 wollte man mich haben, und zwar dort, wo ich noch heute bin und wo ich auch am liebsten bis zu meiner Pensionierung bleiben möchte. Zwar ist mein dortiger Job barfußfrei, aber mein Gehirn wird doch benötigt. Letzten Mittwoch wurden pensionierte Mitarbeiter durch unseren Neubau geführt, ich wußte nicht einmal was davon. Plötzlich standen der frühere Pilotchef (mit ihm hatte ich viel zu tun, seit 6 Jahren ist er im Ruhestand) und eine frühere Sekretärin aus der Fabrikation (mit ihr hatte ich nur gelegentlich zu tun) bei mir im Büro. Als die Gruppe durch den Gang geführt wurde und sie mein Namensschild sahen, gingen sie spontan ins Büro. Die Sekretärin sagte: "Mit dir habe ich immer gerne zusammengearbeitet. Auf dich konnte man sich verlassen!" Dann gingen sie weiter, um nicht die Gruppe zu verlieren.

Ist so etwas nicht ein schönes Zeichen in einer hektischen und unsicheren Zeit? So etwas wiegt doch mehr als wenn ein "gehirnfreier Dr. Simpel" damit droht, mich aus der Firma zu schmeißen, nur ich auch die Zofinger Altstadt in den Barfußpark einbeziehe, der gemäß Lorenz die ganze Welt umspannt. Nächsten Donnerstag werde ich näheres zur Umstrukturierung erfahren, vielleicht auch was zur Nachfolge von Dr. Simpel.

Du hast ja Deinen Sinn für Humor ja nicht verloren. Der Begriff "Bundesagentur für geregelte Armut" ist so zutreffend. Ich kannte früher nur den Begriff "Arbeitsamt", sprach aber vom "Arbeitslosenverwaltungsamt". Die Mitarbeiter benahmen sich damals (die heutige Situation kenne ich nicht) wie kleine Könige. Sie hatten keinerlei Interesse daran, daß jemand Arbeit hatte. Die Erstellung von Arbeitslosenstatistiken hatte erste Priorität. Damals bestand auch noch kein Zusammenhang zwischen "Arbeitslosigkeit" und "Hartz".

Wenn ich den Namen "Hartz" höre (den mit "t" und nur den), kommt mir jedes Mal die Galle hoch. Dieser man hat die Allgemeinheit um Millionenbeträge betrogen, ist vorbestraft usw. Aber dank seines Reichtums mußte er die Gefängnisstrafe nicht absitzen. Ein einfacher Arbeiter säße bei einem derartigen Verbrechen noch heute im Knast. Und heute ist Peter Hartz ein freier und reicher Mann, der sich keine Gedanken machen muß, ob er sich ein neues 4rad leisten kann, wenn das alte nichts mehr taugt. Sicher wurde er trotz seines schweren Verbrechens von jedem Polizisten humaner behandelt als ich von den Stuttgarter Polizeischergen, dabei war ich nur barfuß und in kurzen Hosen. Zwar stimmt es nicht, daß Peter Hartz deswegen auf (fett beschuhtem) großen Fuß lebt, weil den Arbeitslosen ihre letzten Kröten genommen werden und erst dann Sozialhilfe bekommen, wenn sie bettelarm sind, aber irgendwie drängt sich dieser Zusammenhang förmlich auf.

Zum Teufel mit dem vorbestraften Großkapitalisten Peter Hartz. ICH HASSE IHN!

Was die Anzugsordnung bei Deinem jetzigen Arbeitgeber anbelangt, so ist es doch ein starkes Stück. Ich gehe mal davon aus, daß Du am Dienstag eine LANGE Jogginghose getragen hast. Was ist an der "unpassender" als etwa an Adidas-Sandalen. Wenn er die Schlappen moniert hätte, wäre die Begründung "Es könnte ja etwas umkippen und auf den Fuß fallen" noch nachvollziehbar gewesen. Aber eine schwarze Jogginghose? Was hätte er wohl gesagt, wenn Du in Deiner "dämlichen" Schlaghose gekommen wärst. Oder in "Zofinger Hot Pants"? Da Du aber barfuß mit Deiner Stimmungslage verknüpfst, und bei weniger guter Stimmungslage auf barfuß verzichtest, wirst Du - begreiflicherweise - auch auf Kleidungsstücke verzichten, die Du bei guter Stimmung gerne trägst.

Auch wenn Du bei dem gegenwärtigen Job nur ausgebeutet wirst, dann ist es besser, Du machst ihn mit nicht allzu finsterer Miene, zumindest in Gegenwart von Messebonzen. Er ist nicht anstrengender, eine fröhliche Miene aufzusetzen, Dein jetziger Arbeitgeber wird dir Deinen Einsatz vermutlich nicht danken. Aber vielleicht sucht ja einer Messefritzen mal selber einen Mitarbeiter und ist ausnahmsweise mal nicht besoffen (oder vielleicht auch gerade). Vielleicht erkennt er ja, während Du Deine stupide Arbeit ausführst, daß Du dafür überqualifiziert bist und erkennt, daß Du genau die Qualifikation besitzt, die für die zu besetzende Stelle in seinem Betrieb nötig ist. Denn bei den Messefritzen, denen Du begegnest, handelt es sich nicht immer um die mächtigsten Bonzen, die versuchen, mangelnde Kompetenz durch teure Kleidung zu kaschieren. Manchmal handelt es sich auch nur um Leute aus dem mittleren Kader, die nur zwangsweise die Dienstkleidung tragen und unter deren Fassade sich ein barfüßiger Kern verbirgt.

Die Wahrscheinlichkeit auf diese Weise zu einem "richtigen" Job zu finden, ist zwar nicht allzu groß, aber besser als gar nichts. Darum laß den Kopf nicht hängen und mach das Beste draus.

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


kerstin Offline

Admina


Beiträge: 2.110
Punkte: 1.181

29.01.2010 22:56
#4 RE: Neue Chance? Zitat · Antworten

Hallo Michael,

herzlichen Dank für diese wirklich nette und tiefgründige Replik auf meinen „Erlebnisbericht“. Da mich dieser äußerst beanspruchte, komme ich erst heute zum antworten. Ich frage mich, ob dies wirklich der Sinn meines Lebens sein soll!? Deine Nachricht werde ich, wie ich es fast immer mache, chronologisch bearbeiten:


Zitat von Michael aus Zofingen
Hallo Kerstin,

ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Ich versuche, mich in Deine Situation hineinzuversetzen, aber es gelingt mir nicht. Das letzte mal, daß ich mit dem Arbeitsamt zu tun hatte, war 1986. Ich hatte meinen Doktor in der Tasche, war einen Monat arbeitslos, und konnte dann an der Uni als Assistent weiterarbeiten. Das war aber kein Dauerzustand. Ich bewarb mich um eine Stelle nach der anderen. Aber erst 1989 wollte man mich haben, und zwar dort, wo ich noch heute bin und wo ich auch am liebsten bis zu meiner Pensionierung bleiben möchte. Zwar ist mein dortiger Job barfußfrei, aber mein Gehirn wird doch benötigt. Letzten Mittwoch wurden pensionierte Mitarbeiter durch unseren Neubau geführt, ich wußte nicht einmal was davon. Plötzlich standen der frühere Pilotchef (mit ihm hatte ich viel zu tun, seit 6 Jahren ist er im Ruhestand) und eine frühere Sekretärin aus der Fabrikation (mit ihr hatte ich nur gelegentlich zu tun) bei mir im Büro. Als die Gruppe durch den Gang geführt wurde und sie mein Namensschild sahen, gingen sie spontan ins Büro. Die Sekretärin sagte: "Mit dir habe ich immer gerne zusammengearbeitet. Auf dich konnte man sich verlassen!" Dann gingen sie weiter, um nicht die Gruppe zu verlieren.


Das waren dann auch wirklich sehr gute Kollegen, welche Deine fachlichen Kompetenzen sowie Dich als Mensch akzeptierten. So wie ich Dich bei unserem Treffen kennengelernt habe, könnte ich mir auch sehr gut vorstellen, daß eine Zusammenarbeit mit Dir sehr großen Spaß macht und sehr „fruchtbar“ ist.

Es ist wirklich besser, wenn man nichts mit diesen Halsabschneidern vom Arbeitsamt zu tun hat. Denen interessieren nicht die Menschen, sondern ihre Statistiken. So ist es auch bei mir gewesen, als man mir diese unsägliche Arbeit aufgezwungen hatte. Diese Sauköppe kassieren bei jeder positiven Vermittlung in irgendeinem „Hähäjob“ Prämien, wobei es denen sch...egal ist, ob der Betroffene für solche Tätigkeiten total überqualifiziert ist. Das fängt ja alleine schon bei der Schulbildung an. Keiner - auch nicht der Chef nebst „Chefine“ dürfte über Abitur verfügen. Die meisten werden sicherlich auch über keine berufliche Qualifikation verfügen. Der Bildungsstand dort ist auch nicht gerade überwältigend hoch, denn dort unterhalten die sich zumeist über Frauen, Sex und desgleichen. Ich sitze in den Pausen auch dort, doch lese ich lieber in meinem „GEO“ oder derartige Lektüre oder in einem meiner Bücher - derzeit Immanuel Kant (Kritik der reinen Vernunft). Ich will damit sicher nicht sagen, daß ich mir für „niedere“ Arbeiten zu fein wäre - so abgehoben war und bin ich nicht, doch dieser Job ist das Allerletzte. Ich bin wirklich überglücklich, wenn ich es zusammen mit meinem Kumpel geschafft habe

Zitat von Michael aus Zofingen
Ist so etwas nicht ein schönes Zeichen in einer hektischen und unsicheren Zeit? So etwas wiegt doch mehr als wenn ein "gehirnfreier Dr. Simpel" damit droht, mich aus der Firma zu schmeißen, nur ich auch die Zofinger Altstadt in den Barfußpark einbeziehe, der gemäß Lorenz die ganze Welt umspannt. Nächsten Donnerstag werde ich näheres zur Umstrukturierung erfahren, vielleicht auch was zur Nachfolge von Dr. Simpel.


Ich finde dies von diesem „Dr. Simpel“ mehr als anmaßend, Dir vorschreiben zu wollen, was Du in Deiner wohlverdienten Freizeit machst und wie Du Dich kleidest. Es ist wohl bei manchen Menschen eine Leidenschaft, anderen etwas vorschreiben zu wollen. Es geht dem doch wirklich einen feuchten Kehricht an, ob Du in Deiner Freizeit BF und kurzbehost durch Zofingen usw. gehst. Vice versa würden sie sich selbst von anderen Leuten niemals etwas vorschreiben lassen. Richtige Egozentriker sind das, die wohl mit ihrem eigenen Leben nicht zurechtkommen. Du „dienst“ der Firma durch Deine hohe fachliche Kompetenz, und das ist es doch, auf was es ankommt. Hoffentlich bist Du den bald los! Die Leute in Deinem Kollektiv sind wohl nicht so vernagelt wie dieser „Dr. Simpel“...

Zitat von Michael aus Zofingen
Du hast ja Deinen Sinn für Humor ja nicht verloren. Der Begriff "Bundesagentur für geregelte Armut" ist so zutreffend. Ich kannte früher nur den Begriff "Arbeitsamt", sprach aber vom "Arbeitslosenverwaltungsamt". Die Mitarbeiter benahmen sich damals (die heutige Situation kenne ich nicht) wie kleine Könige. Sie hatten keinerlei Interesse daran, daß jemand Arbeit hatte. Die Erstellung von Arbeitslosenstatistiken hatte erste Priorität. Damals bestand auch noch kein Zusammenhang zwischen "Arbeitslosigkeit" und "Hartz".

Wenn ich den Namen "Hartz" höre (den mit "t" und nur den), kommt mir jedes Mal die Galle hoch. Dieser man hat die Allgemeinheit um Millionenbeträge betrogen, ist vorbestraft usw. Aber dank seines Reichtums mußte er die Gefängnisstrafe nicht absitzen. Ein einfacher Arbeiter säße bei einem derartigen Verbrechen noch heute im Knast. Und heute ist Peter Hartz ein freier und reicher Mann, der sich keine Gedanken machen muß, ob er sich ein neues 4rad leisten kann, wenn das alte nichts mehr taugt. Sicher wurde er trotz seines schweren Verbrechens von jedem Polizisten humaner behandelt als ich von den Stuttgarter Polizeischergen, dabei war ich nur barfuß und in kurzen Hosen. Zwar stimmt es nicht, daß Peter Hartz deswegen auf (fett beschuhtem) großen Fuß lebt, weil den Arbeitslosen ihre letzten Kröten genommen werden und erst dann Sozialhilfe bekommen, wenn sie bettelarm sind, aber irgendwie drängt sich dieser Zusammenhang förmlich auf.

Zum Teufel mit dem vorbestraften Großkapitalisten Peter Hartz. ICH HASSE IHN!


Oh ja, so geht es mir auch, und sicherlich ebenso Millionen anderen Betroffenen. So ein Verbrecher lebt wie die Made im Speck, doch wieviele leben unter dem Existenzminimum! Sie hatten sich vielleicht schon etwas fürs Alter angespart, doch dies muß bis auf einen lächerlichen Freibetrag alles aufgebraucht werden, bevor man Anspruch auf „Hilfe“ hat. Dieses gesamte Bonzengeschmeiß hat doch genügend Konten im Ausland - nicht gerade „um die Ecke“ wie z.B. Schweiz oder Liechtenstein, nein, Karibik, Bahamas oder so. Da läuft einem die Galle über! Das gesamte Panoptikum in Berlin gehört auf den Mond geschossen, aber dann wenigstens z.B. auf dem Mond „Hydra“ - einem der drei Monde des Pluto - besser noch zur Cassiopeia oder so. Eine Krähe hackt der anderen doch kein Auge aus, dafür haben sie sich Gesetze geschaffen, durch welche Verbrechen, Korruption und Betrug legalisiert werden. Ein „Normalo“ bekommt es bereits mit dem Staatsanwalt zu tun, wenn er mal - versehentlich - eine falsche Angabe in der Einkommenssteuererklärung macht.

Zitat von Michael aus Zofingen
Was die Anzugsordnung bei Deinem jetzigen Arbeitgeber anbelangt, so ist es doch ein starkes Stück. Ich gehe mal davon aus, daß Du am Dienstag eine LANGE Jogginghose getragen hast. Was ist an der "unpassender" als etwa an Adidas-Sandalen. Wenn er die Schlappen moniert hätte, wäre die Begründung "Es könnte ja etwas umkippen und auf den Fuß fallen" noch nachvollziehbar gewesen. Aber eine schwarze Jogginghose? Was hätte er wohl gesagt, wenn Du in Deiner "dämlichen" Schlaghose gekommen wärst. Oder in "Zofinger Hot Pants"? Da Du aber barfuß mit Deiner Stimmungslage verknüpfst, und bei weniger guter Stimmungslage auf barfuß verzichtest, wirst Du - begreiflicherweise - auch auf Kleidungsstücke verzichten, die Du bei guter Stimmung gerne trägst.[/quote]
Das mit der Schlaghose sollte ich tatsächlich mal probieren. Falls ich noch länger in diesem Laden bin, wird auch meine spezielle kurze Hose angezogen. Diese war mal eine normale lange Jeans, doch der Stoff wurde mit der Zeit at the backside immer dünner - anders als der Träger , und so schnippelte ich die Hosenbeine ab, so daß die Hose nun ultrakurz ist. Falls ich es figurlich bis zum Sommer geschafft habe, ziehe ich diese Hose bei einem unserer Treffen garantiert an! Mit der Zeit werde ich dort garantiert auch BF hingehen, doch dort müssen eben Schuhe sein. Ich muß mir noch solche Sabots besorgen. Gegen nackte Fersen wird dann wohl hoffentlich keiner etwas haben.

Zitat von Michael aus Zofingen
Auch wenn Du bei dem gegenwärtigen Job nur ausgebeutet wirst, dann ist es besser, Du machst ihn mit nicht allzu finsterer Miene, zumindest in Gegenwart von Messebonzen. Er ist nicht anstrengender, eine fröhliche Miene aufzusetzen, Dein jetziger Arbeitgeber wird dir Deinen Einsatz vermutlich nicht danken. Aber vielleicht sucht ja einer Messefritzen mal selber einen Mitarbeiter und ist ausnahmsweise mal nicht besoffen (oder vielleicht auch gerade). Vielleicht erkennt er ja, während Du Deine stupide Arbeit ausführst, daß Du dafür überqualifiziert bist und erkennt, daß Du genau die Qualifikation besitzt, die für die zu besetzende Stelle in seinem Betrieb nötig ist. Denn bei den Messefritzen, denen Du begegnest, handelt es sich nicht immer um die mächtigsten Bonzen, die versuchen, mangelnde Kompetenz durch teure Kleidung zu kaschieren. Manchmal handelt es sich auch nur um Leute aus dem mittleren Kader, die nur zwangsweise die Dienstkleidung tragen und unter deren Fassade sich ein barfüßiger Kern verbirgt.[/quote]
Sicher, das kann man nicht ausschließen. Manche machen sogar einen recht sympathischen Eindruck auf mich, doch sehr viele von diesen Schlipsträgern sind mir zuwider, obwohl ich mit ihnen noch kein einziges Wort sprach. Ich besitze eine besonders ausgeprägte Sensibilität, wodurch ich sofort merke, was für ein Mensch das ist, welcher vor mir steht. Die meisten, die an den beiden Tischen besoffen herumsaßen und falscher als falsch gesungen haben, waren mir wirklich zuwider. Auch die Weiber, die da mitsoffen, wirkten total abstoßend auf mich. Nun gut, irgendwie werde ich die Zeit schon noch schaffen. Nächste Woche startet die „Intergastra“ (06. - 12. Feber 2010). Da kannste wieder im orangenen T-Shirt und mit einem Staubsauer bewaffnet durch die Hallen hetzen. Ende des Jahres will ich es auf jeden Fall geschafft haben und dann bereits in Tirol leben. Ich will einfach nur eines: wieder Mensch sein...

Zitat von Michael aus Zofingen
Die Wahrscheinlichkeit auf diese Weise zu einem "richtigen" Job zu finden, ist zwar nicht allzu groß, aber besser als gar nichts. Darum laß den Kopf nicht hängen und mach das Beste draus.[/quote]
Lieben Dank, Michael, für den Mut, welchen Du mir machst. Auf jeden Fall weiß ich, daß dieser Unzustand absehbar ist, und das beruhigt mich wirklich sehr!

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


Viele Grüße nach Zofingen bei reichlicher weißer Scheiße,

Kerstin

Übrigens mußte ich gestern wieder Schnee schaufeln. Dies machte ich wieder BF, und es war einfach herrlich - in zweierlei Hinsicht: das geniale Feeling, und der Blick der Leute


Saalenixe-Halle ( gelöscht )
Beiträge:

01.02.2010 21:24
#5 RE: Neue Chance? Zitat · Antworten

jetzt muß ich doch meinen Senf dazau loswerden. Habe es bisher nicht getan, zum einen weil ein paar TAge lang Michaels Beitrag mehrfach gespeichert war, und ich Kerstin nicht die Arbeit machen wollte da mit dem löschen rumbasteln zu müssen, nachdem wieder ein Beitrag geschrieben war; zum anderen weil ich auch in der glücklichen Lage bin derzeit voll beschäftigt zu sein und grad mal acht Stunden täglich zu Hause bin.

Ich find es eine Frechheit, wie willkürlich durch das Arbeitsamt, neudeutsch Agentur, Menschen hin und her geschoben werden. Von einer Agentur, einem Dienstleistungsunternehmen, sind die weit entfernt. Vergleicht man einmal die Daten des Arbeitssuchenden mit den Angeboten, die einem als Vermittlungsvorschlag unterbreitet werden, kann einem die Galle hochkommen. Scheint fast so, als greifen die in eine Lostrommel und ziehen irgendetwas hervor.

Eine Erfahrung, die ich selbst (zum Glück) zuletzt vor 12 Jahren gemacht habe, Bekannte und Verwandte aber jetzt erleben. Da wird jemandem ohne Führerschein und Auto eine Stelle in die entlegensten Pampa angeboten, wo dabei steht: PKW erforderlich. Oder jemand der zwar muttersprachlich deutsch, und leidlich englisch kann eine Stelle angeboten mit möglichst umgangssprachlichem Russisch.

Was soll deine Arbeit bringen? Gut - den Nachweis daß du diszpliniert deine Aufgabe verrichtest, den kannst du dir ans Hemd heften. Ansonsten ists wohl eher was für die Statistik. Wer in einer Maßnahme ist, der ist nicht in der Arbeitslosenstatistik.

Nur mal ganz im Ernst, wenn du vorher was halbwegs qualifiziertes gemacht hast, und deine "Bewährungszeit" in einer Putzkolonne absolvierst, wie sollst du jemals eine Chance haben eine annähernd geistig befriedigende Arbeit zu finden?

War übrigens Streitpunkt vor einigen Monaten beim Sklavenhändler. Als freischaffende (Überlebens)künstlerin hab ich auch bei denen angeklopft, mit dem zweifelhaften Erfolg daß sie mir ein Viertel von dem anbieten wollten, was die Stellenbeschreibungen an Vergütung (wohlgemerkt in der Branche, und im Osten) hergeben, unter anderem mit der Begründung: dann würde ich ja wieder Arbeitslosengeld bekommen. Betonung liegt auf "wieder" - die waren sich zu fein überhaupt den Lebenslauf nebst Referenzen zu lesen. Sowas von arroganten Gesäßöffnungen ist mir selten untergekommen. Die gehen automatisch davon aus, wer da anklopft, ist schon so weit unten daß sie ihn noch tiefer drücken können.

So ähnlich kommen mir die beim Amt schon manchmal auch vor, nur mit dem Unterschied, daß das dort arbeitssuchende Volk auf die Laune des jeweiligen Sachbearbeiters angewiesen ist, besonders wenn es ums Geld geht. Muß gleich dazu sagen, daß es auch welche gibt die das sehr von der menschlichen Seite betrachten.

Dennoch bin ich froh, da nicht Kundin gewesen zu sein, mußte mich auch so von Bekannten dumm anmachen lassen, wie ich für das bisschen Geld (den Stundenlohn umgerechnet sag ich euch jetzt lieber nicht, da wirds euch schlecht) so eine schwere Arbeit machen konnte (in dem Fall war es tonnenweise Drucksachen austragen) - aber ich damit überlebt habe ohne von jemandem abhängig zu sein.

Meine Hochachtung, daß du dich nicht unterkriegen läßt, Augen zu und durch! Kommen wieder bessere Zeiten

lg Nixe


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