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Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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Dieses Thema hat 37 Antworten
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 Barfuß und Leben
Seiten 1 | 2
Barpfotenbaer Offline




Beiträge: 111
Punkte: 76

07.11.2010 21:48
Wie müßte ich mein Leben umgestalten, damit ich komplett ohne Schuhe auskommen kann? Zitat · antworten

Hallo an alle Sehnsüchtige,

jede Wette, daß sich die allermeisten hier diese Frage gestellt haben!? Ein paar wenige brauchen sie sich nicht zu beantworten, da sie ja längst so handeln. Aber diese 100%-Total-24/7/12-Barfüßer sind selbst hier im Forum an ein oder zwei Händen abzuzählen. Ansonsten sind hier viele, die so viel wie möglich barfuß laufen, evtl. ihren Lebensstil dadurch auch in anderen Bereichen nun ein Stückweit natürlicher zu gestalten versuchen, aber die meisten werden doch irgendwo an alltägliche Grenzen stoßen.

Ich z.B. Ich laufe so viel es geht barfuß. Auch jetzt noch im November. Aber es geht -- nach meiner Empfindung -- nicht überall. Es geht für mich bei >+5°C in meiner Freizeit, z.B. beim Spaziergang mit der Familie, auf dem Spielplatz, oder wie gestern beim Drachensteigenlassen. Aber es geht nur selten, obwohl selbständig, im Beruf und im Alltag: Ich kann definitiv nicht barfuß zu Kunden (außer beim sommerlichen Familienfest).

Und dann gibt es so Tage, da denken meine Frau und ich darüber nach, was wir wohl tun müßten, um unser Leben vollständig so zu leben, wie wir es gerne täten. "Simplify your life", sagen wir oft. Doch danach handeln tun wir selten. Mit Kindern holt einen die Realität nämlich sofort wieder ein.

Manchmal liest man hier im Forum zwischen den Zeilen, daß der eine oder andere insgeheim gerne ins Gelobte Land (top-level-dpmain .nz) auswandern würde. Hat es schon jemand getan? Interessanterweise hat hier auch noch niemand seine Religion deswegen in Frage gestellt (habe ich zumindest nicht mitbekommen). Oder gibt es jemanden, der seinen Beruf extra geändert hat? Sind unsere Möglichkeiten, den Sozialverband zu verlassen, nicht sehr eingeschränkt, solange ich von ihm abhängig bin? Dem Ruheständler mag es da relativ leicht fallen, er hat sich schlimmstenfalls um das Naserümpfen der Nachbarn zu scheren. Seine Rente wird ihm deshalb nicht gekürzt, seine Kinder sind in der Regel außer Haus, Eltern werden sich kaum noch um seine Gesundheit sorgen. Wer noch zur Schule geht oder in der Ausbildung ist, hat auch noch eine Art Schonfrist. NOCH akzeptiert die Gesellschaft sein "Ausbrechen" aus dem Sozialverband, wird ihn nach Abschluß seiner Lehrzeit ohnehin wieder einfangen. Aber wer sich dazwischen befindet, hat es oft ziemlich schwer, wie ich finde, und muß sich Nischen suchen. Seht Ihr es anders?


Saalenixe-Halle ( gelöscht )
Beiträge:

08.11.2010 04:40
#2 RE: Wie müßte ich mein Leben umgestalten, damit ich komplett ohne Schuhe auskommen kann? Zitat · antworten

Hallo Barpfotenbär,

eine persönliche Frage erst mal an dich: was ist das „gelobte Land“ ?
Für mich war, und ist es immer noch meine derzeitige Wahlheimat im rauhen Osten.

Und dort konnte ich, bedingt durch fehlendes Arbeitsverhältnis, tatsächlich so leben wie es mir beliebt: ohne Zwänge, auch ohne beengende Gegenstände an den Füssen. Gelebt hab ich vom Ersparten, mich um die Meinung der anderen geschert: herzlich wenig – abgesehen davon daß den Leuten da das völlig wurscht ist.

Ähnlich sieht es in der freien Republik aus, in die mein Freund Bruder Jonas und meiner eine wohl in Kürze einreisen werden sofern wir denn ein Visum bekommen .
Doch eine große Einschränkung gibt es – am Ort wo ich meinen Lebensunterhalt verdiene, ist Sicherheitschuhpflicht. Das aber liegt in Bayern, und da gehen die Uhren sowieso anders.

Schwierig wird es noch im Winter, es bedarf einiges an Training um auch tiefen Temperaturen zu trotzden. Doch gut Ding will Weile haben, ich überstürz nichts.

Nen schönen Wochenbeginn von der Nixe


Barpfotenbaer Offline




Beiträge: 111
Punkte: 76

08.11.2010 08:39
#3 RE: Wie müßte ich mein Leben umgestalten, damit ich komplett ohne Schuhe auskommen kann? Zitat · antworten

Hallo Saalenixe!

Zitat von Saalenixe-Halle
Hallo Barpfotenbär, eine persönliche Frage erst mal an dich: was ist das „gelobte Land“ ?



Ein Land auf dieser(!) Erde, in dem es sowas gibt: http://www.bignightin.co.nz/barefoot-business-day.html

Zitat von Saalenixe-Halle
Für mich war, und ist es immer noch meine derzeitige Wahlheimat ... abgesehen davon daß den Leuten da das völlig wurscht ist.


Du sprichst da was ganz entscheidendes aus: In der Wahlheimat ist es den Leuten wurscht. Wahlheimat ist auch immer noch eine Art "Fremde". Und in der Fremde sind ihnen die Macken der Zugezogenen solange wurscht, solange den Zugezogenen deren Meinung wurscht ist. Das gilt zumindest solange, solange der Zugezogene nicht voll im Sozialverband integriert ist. (Mit ein bißchen Glück ist dieser Zustand leicht bis ins hohe Alter zu retten!) Wir leben in einem kleinen Ka.. äh Dorf und können das sehr gut beobachten. Ein schöner Ort mit einigen Vorzügen auf den ersten Blick. Doch im Detail: Beim Metzger zum Beispiel. Die Metzgerin war stets super scheißfreundlich - solange niemand im Laden war. Doch wenn Alteingesessene im Laden waren, genierte sie sich plötzlich sogar, sich an unseren Namen zu erinnern. Seit sie einmal eine -- ich sage mal Cousine, in solchen Orten lebt man ja von Ackerbau und Inzucht -- die hinter uns in der Schlange stand, vorzog, gehen wir wieder in der 8km entfernten Stadt zum Fleischer. Unsere Kinder gehen in einem anderen Ort in den Kindergarten und ich werde alles daransetzen, daß sie dort auch zur Schule gehen zu können. Sprich, wir haben da, wo wir wohnen noch eine Art Narrenfreiheit. Das sähe plötzlich ganz anders aus, wären wir engagiert in Feuerwehr, Sportverein, Posaunenchor, Gemeinderat, Bürgerstiftung, Rotekreuzortsgruppe, Narrenzunft und was sonst noch die Dorfgemeinschaft ausmacht. Dann kann man natürlich immer noch "spinnen", aber die Menschen interessiert es plötzlich mehr. Sobald Du dazugehörst, stehst Du unter Beobachtung. Bezogen aufs Barfußlaufen mag das kein Hinderungsgrund sein, aber zumindest gibt es dann Menschen, die Dich dabei wahrnehmen. Positiv wie negativ. Deswegen denke ich, daß es einem einfach leichter fällt, neben dem Bach in Richtung Quelle zu laufen, als darin gegen den Strom zu schwimmen!

Herzliche Grüße vom Barpfotenbären


Engel Offline

Admin


Beiträge: 1.438
Punkte: 666

08.11.2010 09:03
#4 RE: Wie müßte ich mein Leben umgestalten, damit ich komplett ohne Schuhe auskommen kann? Zitat · antworten

Ich hatte die letzten Jahre das Glück einen Chef gehabt zu haben, den es recht wenig schehrte wie ich zur Arbeit kam, haupsatche ich kam zur Arbeit.
Die letzten beidem jahre davon hab ich ehj fast nur von zu Hause aus gearbeitzet, da hats niemand geschehrt ob BF oder nicht.
Das letzte Jahr war ich Arbeitsun entschlossen, soll heißen, ich hab mich nicht entscheiden können, ob un d was überhaupt ich arbeiten soll.
Seit letzter Woche nun kümmere ich mich um die angesammelten 2D-Zeichnungen einiger Bekannten die eigene Betriebe haben und wandel Diese in 3D-Zeichnungen um. Davon werd ich sicher nicht Reich werden, aber ich kann meine Miete zahlen, mir was zum Essen kaufen und sogar manchmal weggehen und auch mein Hobby das Grillen ist für mich noch erschwinglich. Die Tätiogkeit wird mich zwar so noch nicht bis zum Rentenalter durch bringen, aber ich kann wie gewohnt zu Hause arbeiten. mir meine Zeit einteilen und BF sein soviel ich möchte.

Was meine berufliche Zukunft noch bringen mag weis ich nicht. Aber eins ist sicher, soweit es sich vermeiden lässt, werde ich nie wieder nen Job ausüben bei dem ich gezwungen werde meine Lebensmaxime zu verraten, sprich Schuhe zu tragen.

Gruß Engel

http://www.bbq-county.de/shop/index.php

http://www.mysaarbq.de/index.php?sid=5cb...6029bf3f8853c17


MichaBarfuß Offline




Beiträge: 79
Punkte: 79

08.11.2010 11:09
#5 RE: Wie müßte ich mein Leben umgestalten, damit ich komplett ohne Schuhe auskommen kann? Zitat · antworten

Ich sehe ebenso 2 Punkte als Hauptproblem bei der Einstellung 100% bzw. 24/7/12 BF zu bleiben.
1. Einschränkungen bei der Arbeit
2. Die Temperaturen (wenn <<0°C)

Alle anderen Punkte kann man selber recht leicht in den Griff bekommen. Hier paßt unter anderem das Lied von den Ärzten: "Lasse redn..." Link zum Text: http://www.songtextemania.com/lasse_redn..._die_arzte.html

Mit Erstem habe ich noch kein "Problem", da ich auf Suche bin und an dem zweiten kann man ja selber "arbeiten". Übertreiben will ich da dann aber nicht wirklich, denn Schaden am eigenen Körper - sprich Erfrierungen am Fuß - will ich mir garantiert nicht zuziehen. Für diesen Winter gilt für mich, meine Grenze finden und diese evtl. auch noch etwas nach unten zu verschieben. Aber wie gesagt, es muß noch irgendwie "Spaß" machen.

Mit barfüßigem Gruß
Michael


Markus U. Offline

Admin


Beiträge: 1.943
Punkte: 794

08.11.2010 13:48
#6 RE: Wie müßte ich mein Leben umgestalten, damit ich komplett ohne Schuhe auskommen kann? Zitat · antworten

Hi Bär,

über diese Frage habe ich oft nachgedacht, ohne zu eine abschließende Antwort gefunden zu haben, aber gleichwohl läßt sich manches dazu sagen.

Zitat von Barpfotenbaer
Ansonsten sind hier viele, die so viel wie möglich barfuß laufen, evtl. ihren Lebensstil dadurch auch in anderen Bereichen nun ein Stückweit natürlicher zu gestalten versuchen, aber die meisten werden doch irgendwo an alltägliche Grenzen stoßen.

Ich z.B. Ich laufe so viel es geht barfuß. Auch jetzt noch im November. Aber es geht -- nach meiner Empfindung -- nicht überall. Es geht für mich bei >+5°C in meiner Freizeit, z.B. beim Spaziergang mit der Familie, auf dem Spielplatz, oder wie gestern beim Drachensteigenlassen. Aber es geht nur selten, obwohl selbständig, im Beruf und im Alltag: Ich kann definitiv nicht barfuß zu Kunden (außer beim sommerlichen Familienfest).



Mir geht es ähnlich. Ich verbringe den größten Teil meiner Freizeit barfuß (außer in der Kirche, worauf ich weiter unten eingehen werde), aber barfuß im Büro zu erscheinen oder (neue) Mandanten zu beraten, kommt für mich nicht in Betracht. Als Selbständiger brauche ich mich zwar keiner vorgeschriebenen Kleiderordnung zu unterwerfen, sehe mich aber faktisch zu Kompromissen mit vermuteten Erwartungen von (potentiellen) Mandanten genötigt. Für mich liegt der Kompromiß zwischen "barfuß" einerseits und "fett beschuht und besockt" anderseits in der von mir praktizierten Sokkenlosigkeit, sommers mit Sandalen und winters mit Sabots, Loafers oder auch mal Halbschuhen. Dazu trage ich schwarze Hosen oder solche in gedeckten Farben sowie weiße oder dezent gestreifte Hemden. Krawatten trage ich nur vor Gericht, behalte diese aber dann den ganzen Tag über an, weil ich es albern fände, sie mir gleich nach der Verhandlung vor dem Gerichtsgebäude (oder im Auto) vom Halse zu reißen (soo schlimm ist es nun auch wieder nicht, eine Krawatte zu tragen; die Dinger sind nur so furchtbar antiquiert, unpraktisch und überflüssig).

Zitat von Barpfotenbaer
Und dann gibt es so Tage, da denken meine Frau und ich darüber nach, was wir wohl tun müßten, um unser Leben vollständig so zu leben, wie wir es gerne täten. "Simplify your life", sagen wir oft. Doch danach handeln tun wir selten. Mit Kindern holt einen die Realität nämlich sofort wieder ein.



Sie holt auch einen, der keine Kinder hat, ein.

Zitat von Barpfotenbaer
Manchmal liest man hier im Forum zwischen den Zeilen, daß der eine oder andere insgeheim gerne ins Gelobte Land (top-level-dpmain .nz) auswandern würde. Hat es schon jemand getan?



Ein Land, das in jeder Beziehung vollkommen wäre, gibt es nicht. Für mich kommt eine Auswanderung schon deshalb nicht in Frage, weil ich meinen Beruf nur im Inland ausüben kann. Darüber hinaus fehlt es mir an den nötigen Fremdsprachenkenntnissen, denn meine englischen Sprachkenntnisse sind seit der Oberstufe nicht mehr gepflegt worden. Ich bin nicht in der Lage, einen anspruchsvollen oder gar wissenschaftlichen Text in englischer Sprache flüssig, also ohne massiven Einsatz von Hilfsmitteln zu lesen, geschweige denn zu verfassen oder sicher zu verhandeln. Ich habe mich zeitlebens über Männer, die angeblich "mal eben schnell Zigaretten holen" wollten (und diese in Paraguay oder anderen fernen Weltengegenden suchten), gewundert, wie diese es bewerkstelligt haben mögen, denn ich wäre spätestens am Zielflughafen des entsprechenden Landes ratlos, weil ich nicht wüßte, wohin ich mich wenden soll.

Zitat von Barpfotenbaer
Interessanterweise hat hier auch noch niemand seine Religion deswegen in Frage gestellt (habe ich zumindest nicht mitbekommen).



Ich bin im Jahre 1998 von der römisch- katholischen zur Orthodoxen Kirche konvertiert. Zu jener Zeit wußte ich noch nichts von Internetforen zum Thema "barfuß", und Barfußaspekte haben bei meiner Konversion keine Rolle gespielt, denn die Orthodoxe Kirche ist leider deutlich weniger barfußfreundlich als die römisch- katholische Kirche. Ausschlaggebend für den Konfessionswechsel war meine Suche nach der Wahrheit und die Überzeugung, daß das orthodoxe Christentum der wahre Glaube ist. In der Orthodoxen Kirche ist es nicht üblich (freilich auch nicht verboten), barfuß an der Göttlichen Liturgie teilzunehmen; für Mitwirkende, wozu auch Altardiener und Lektoren (die in der Orthodoxen Kirche vom Bischof beauftragt werden und eine "niedere Weihe" erhalten) zählen, ist es undenkbar. Sandalen sind bei Mitwirkenden ausdrücklich nicht erwünscht, weshalb auch hier die Kompromißlösung der Sokkenlosigkeit in Sabots oder Loafers zum Zuge kommt. Ich bin also zu einer weniger barfußfreundlichen Religion gewechselt, und ich hätte es auch getan, wenn ich vorher darum gewußt hätte, weil es mir bei meiner Religion um die Wahrheit und die rechte Gottesverehrung geht.

Zitat von Barpfotenbaer
Sind unsere Möglichkeiten, den Sozialverband zu verlassen, nicht sehr eingeschränkt, solange ich von ihm abhängig bin? Dem Ruheständler mag es da relativ leicht fallen, er hat sich schlimmstenfalls um das Naserümpfen der Nachbarn zu scheren. Seine Rente wird ihm deshalb nicht gekürzt, seine Kinder sind in der Regel außer Haus, Eltern werden sich kaum noch um seine Gesundheit sorgen. Wer noch zur Schule geht oder in der Ausbildung ist, hat auch noch eine Art Schonfrist. NOCH akzeptiert die Gesellschaft sein "Ausbrechen" aus dem Sozialverband, wird ihn nach Abschluß seiner Lehrzeit ohnehin wieder einfangen. Aber wer sich dazwischen befindet, hat es oft ziemlich schwer, wie ich finde, und muß sich Nischen suchen. Seht Ihr es anders?



Ich sehe es genauso wie Du, denn die Möglichkeiten, den Sozialverband zu wechseln, sind zwar theoretisch (dank der Grundrechte auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, Freizügigkeit, Freiheit der Berufswahl etc.) nahezu unbeschränkt, faktisch aber doch stark eingegrenzt. Der Mensch ist, sofern es sich nicht um eine Einsiedlernatur wie den "Alm- Öhi" handelt, auf ein gewisses Maß an Akzeptanz durch seine Umwelt angewiesen und dadurch in der Regel gezwungen, zwschen der eigenen Freiheit und den Erwartungen und Wünschen der sozialen Umwelt abzuwägen, wobei das Pendel mal in die eine und mal in die andere Richtung ausschlägt.

Barfüßige Herbstgrüße,
Markus U.


Barpfotenbaer Offline




Beiträge: 111
Punkte: 76

08.11.2010 14:23
#7 RE: Wie müßte ich mein Leben umgestalten, damit ich komplett ohne Schuhe auskommen kann? Zitat · antworten

Zitat von Markus U.

Ich sehe es genauso wie Du, denn die Möglichkeiten, den Sozialverband zu wechseln, sind zwar theoretisch (dank der Grundrechte auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, Freizügigkeit, Freiheit der Berufswahl etc.) nahezu unbeschränkt, faktisch aber doch stark eingegrenzt.



Ja, das ist sehr schön dargestellt in Dürrenmatts Besuch der Alten Dame: Der Krämer möchte sein Leben retten und die Stadt verlassen, die übrigen Bewohner begleiten ihn zum Bahnhof. Sichern ihm dort freie Fahrt zu, wünschen ihm eine gute Reise und schütteln ihm die Hände. In der Zwischenzeit fährt der Zug ab.

Übertragen auf das Barfußlaufen: Jeder gute Orthodpäde rät dazu. Die Apothekenrundschau. Neuerdings die VHS. Die Sportlehrer wissen es. Jeder weiß, daß es gesund ist. -- Aber wer es dann tatsächlich macht, fällt auf. Das ärgert dann die, die sich nicht getraut haben und es deswegen vorziehen es schlecht zu finden. Das Volk liebt den Verrat, aber haßt den Verräter.

Herzliche Grüße vom Bärpfotenbar


Markus U. Offline

Admin


Beiträge: 1.943
Punkte: 794

08.11.2010 14:55
#8 RE: Wie müßte ich mein Leben umgestalten, damit ich komplett ohne Schuhe auskommen kann? Zitat · antworten

Hi Bär,

ich weiß nicht, ob Dürrenmatts "Besuch der alten Dame" (in dem zweiten Akt, dessen Schluß Du angeführt hast, sind übrigens neue gelbe Schuhe an den Füßen diverser Einwohner von Bedeutung) das Paradebeispiel darstellt; der verbreitete Widerwillen gegen öffentliches Barfußlaufen hat m. E. wohl eher mit verqueren Hygienevorstellungen und der Furcht, sich die Füße schmutzig zu machen zu tun, vielleicht auch damit daß Barfußlaufen aus Gründen, ie mir nicht bekannt sind, den Ruch, irgendwie subversiv zu sein, hat.
So ist z. B. sogar in Barfüßerkreisen die Vorstellung, Barfüßigkeit passe nicht zu "gehobener" Kleidung, verbreitet.

Barfüßige Herbstgrüße,
Markus U.


Guy Offline




Beiträge: 18
Punkte: 18

08.11.2010 16:12
#9 RE: Wie müßte ich mein Leben umgestalten, damit ich komplett ohne Schuhe auskommen kann? Zitat · antworten

Sich vorzunehmen, umbedingt, 24/7/12 (eigentlich 24/7/52) barfuss zu Laufen ist nicht, irgendwie, sich einem enderen Zwang zu untersetzen?


MichaBarfuß Offline




Beiträge: 79
Punkte: 79

08.11.2010 17:11
#10 RE: Wie müßte ich mein Leben umgestalten, damit ich komplett ohne Schuhe auskommen kann? Zitat · antworten

Zitat von Guy
Sich vorzunehmen, umbedingt, 24/7/12 (eigentlich 24/7/52) barfuss zu Laufen ist nicht, irgendwie, sich einem enderen Zwang zu untersetzen?



Solange in deinem Satz das Wort "unbedingt" vorkommt, ist es schon irgendwie eine andere Art von Zwang. Nur ist es Zwang, wenn man sich es vornimmt, wenn man u.a wissen möchte, wo seine Grenzen liegen?
Für mich ist es egal, ob man es nun als Zwang bezeichnet, ich hab meinen Spaß am BF laufen und es tut mir gut. Meine Grenzen suche ich hierbei aber noch.
Außerdem gibt es für mich Ausnahmen, wo ich eben doch mal in etwas "Schuhiges" rutsche. So z.B. beim Garten umgraben oder beim Bäume beschneiden, wenn ich auf der Leiter stehe. Hier überlege ich nicht lange, sondern wähle eben eine möglichst luftige Fußumhüllung aus. Aber in fast allen anderen Situationen möchte ich, solange es eben für mich geht 24/7/12 BF sein. (BTW: Die 12 bezieht sich auf die Monate, deine 52 IMO auf die Wochen .)

Mit barfüßigem Gruß
Michael


MichaBarfuß Offline




Beiträge: 79
Punkte: 79

08.11.2010 17:27
#11 RE: Wie müßte ich mein Leben umgestalten, damit ich komplett ohne Schuhe auskommen kann? Zitat · antworten

Zitat von Barpfotenbaer
...
Übertragen auf das Barfußlaufen: Jeder gute Orthodpäde rät dazu. Die Apothekenrundschau. Neuerdings die VHS. Die Sportlehrer wissen es. Jeder weiß, daß es gesund ist. -- Aber wer es dann tatsächlich macht, fällt auf. ...



Diese Erfahrung mache auch ich immer wieder. Ich denke das bei der grauen Masse gar nicht über BF nachgedacht wird. Ich brauche selber ja nur etwas zurück zu denken. Irgendwie kam mir früher nie so wirklich der Gedanke überall BF zu sein. Es hat bei mir eben leider erst in diesem Jahr so wirklich gezündet.

Erst wenn mal jemand "von uns" entdeckt wird kommt es bei den Nicht-Bild-Lesern zu Gehirnaktivitäten, die dann aber bekannter weise auch verschieden ausfallen. Die Grenze, welche sehr wesentlich in der erfahrenen Erziehung liegt und meist eben nicht BF lautet dann zu überschreiten, fällt nicht leicht und wie unsere Umwelt zeigt gehen diesen Schritt nur echt wenige.
Ich bin froh diese Erfahrung für mich gemacht zu haben - besser spät als nie - und genieße es jetzt um so mehr.

PS: Man mache sich mal die Mühe im Fernsehen bei der Werbung die Spots heraus zu suchen, in denen Personen BF dargestellt werden. Es sind bevorzugt immer Spots, in denen es um Sicherheit, wohlfühlen, genießen und Spaß geht. Ebenso verschiedene Kataloge (z.B. diese Möbelhaus, wo man selber schrauben muß), Aufmachungen von Apothekenzeitungen oder auch CD-Cover (halte gerade eine Kuschel Rock CD in der Hand - Mann und Frau kuscheln BF!)
Also sieht man doch eigentlich, das BF etwas angenehmes ist. Also warum dann nicht auch so leben?

Mit barfüßigem Gruß
Michael


Jay Offline




Beiträge: 702
Punkte: 695

08.11.2010 19:04
#12 RE: Wie müßte ich mein Leben umgestalten, damit ich komplett ohne Schuhe auskommen kann? Zitat · antworten

Hi Baer, hi zusammen,

um den Threadschwerpunkt wieder stärker in´s Licht zu rücken, darf ich die eigentliche Threadtitelfrage nochmals ausdrücklich betonend hervorheben:

Zitat von Barpfotenbaer
Wie müßte ich mein Leben umgestalten, damit ich komplett ohne Schuhe auskommen kann?


Nun, auf´s Ganze gesehen, bleibt mir nur folgende utopische, unrealistische Antwort übrig - sogar ungeachtet des bei mir bestehenden Kälteweichei-Aspekts, der Winter-Zwangsinterrupts implizierte:

Da wird man sich eine Zeitmaschine bauen & ca. 30 ... 40 Jahre Wayback machen müssen sowie sich von der Way Of Life-Location am besten in´s Gebiet zwischen Los Angeles & San Diego in Southern California, USA, verändern. Dort fehlen außerdem im Hochsommer die > 100° F (> 40° C)-Temperaturspitzen, die (im Silicon Valley) bei Prallsonnenschein zu High Noon- bzw. Frühnachmittagsstunden wg. zu heißer Untergründe bei mir wieder irgendwelche Untergrund-Hitze-Isolationsschuhe (meist Plastik-Badepantoletten oder Berkemann´s) erzwungen haben.

Gar nicht möchte ich jetzt wieder die "I´ve had a Dream in Reality"-Story eines BFigen Traumjobs im größten Industriegebiet von München-Nord aufwärmen, doch wären alle Winterharten aus der Gesamt-HBF-Szene wunschlos glücklich gewesen - sofern von formaler Jobdefinition her nicht in direktem Kundenkonkontakt stehend (also das Salär als im Angestellenvertrag ausgewiesener "Vertriebsmann" erhaltend oder so); sicher läßt sich sagen (so, wie ich viele Leute aus der HBF-Szene auch von ihrem beruflichen Ausbildungs- etc. "Profile" kenne): Wohl für jeden wäre 'was dabei gewesen. Ein Wermutstropfen wäre höchstens noch gewesen, daß die Winter 1984/85 & 85/86 mit < -25° extrem kalt waren & auch jederzeit wieder sein konnten, was eben doch nicht jeder aushält...

Es ist/war im Vergleich zur 'Industriepraxis' heute schon wirklich eine verdrehte Welt. Die Chefs waren anders 'drauf.
Reaktion eines F&E-Leiters heute:
Angestellter/Untergebener: "Hab grad' keine Schuhe zur Verfügung (weil z. B. gestern auf Party stockbesoffen versehentlich in meine Stiefel gepinkelt¹, krieg' sie nicht mehr sauber & neue kann ich mir erst nach dem nächsten Monatsgehalt kaufen!" HEUL! SCHLUCHZ! So kann ich ja schließlich wirklich nicht in den Job gehen!"
Chef (heute, klopft tröstlich z. B. am Phone virtuell auf die Schulter): "Nein, so kannst du wirklich nicht arbeiten. Aber sieh' zu, daß du möglichst bald wieder einsatzfähig bist - klaro, mit Schuhen - Urlaub hast du keinen mehr, & diese eigenartige Vergrößerung deines Krankenstandes braucht´s also wirklich nicht - auf Dauer werden wir [die Fa.] das nicht tolerieren!"

Reaktion eines F&E-Leiters früher (Türk-Deutsch Radebrechen nachäffend):
"Dann du gefälligst barfuß einrücken - meinetwegen für immer - & zusehen, daß Schaltung/Gerät oder Software endlich läuft! Firma kein Verständnis haben für jede Lappalie, die Fertigstellung von Neuem Produkt verzögert!"

Aber lassen wir diese Melancholie als Hommage an einstige, bessere Zeiten. Dennoch ist ein vergleichender Backflight in die Vergangenheit nötig, um auf obige pragmatische Frage eine pragmatische Antwort zu geben, wo das Kernproblem liegt:
Zwar sind in Deutschland noch keine US-amerikanischen Verhältnisse hereingebrochen; es ist jedoch so, daß sich hierzulande die BF-Acceptance immer mehr in 2 Welten aufspaltet:

x Die BF-Acceptance im Freizeit-, wie auch im allgemeinen Öffentlichkeitsleben ist auf jeden Fall gestiegen. Dazu mögen auch Aktivitäten wie z. B. die von Lorenz betriebenen beigetragen haben, Fakt ist: Die Wahrscheinlichkeit, mit BF irgendwo gesellschaftlich 'anzuecken' (daß´s also zu den in der HBF-Gesamtgeschichte beschriebenen BF-Eklats kommt), ist kontinuierlich gesunken.

x Die 'offizielle' Arbeits- & Geschäftswelt hingegen hat weit eher einen gänzlichen Wandel zu einer Art totalen [Stil- & Etikette]- & somit fußburka-islamischen Republik angetreten. Wenn Baer schreibt

Zitat von Barpfotenbaer
Aber es geht nur selten, obwohl selbständig, im Beruf und im Alltag: Ich kann definitiv nicht barfuß zu Kunden (außer beim sommerlichen Familienfest).[


so muß ich sagen: Das mache ich ganz genauso (& wenn schon Fußverpackung, dann denn schon mit perfektem Schlips & Nadelstreifen!) jedenfalls bei mir unbekannten Neukunden (bin ebenfalls selbstständig) - wobei aber grad' beim zitierten 2. Satzteil die große Verwunderung aufkommt. Was ist genau mit "beim sommerlichen Familienfest" gemeint? Ist die Connection zum Kunden bereits soweit gediehen, daß es zu Treffs auf privaten Events kommt, dann ist es aber auch eigentlich an der Zeit, beim Small Talk auf solchen Treffs die Sau 'rauszulassen, daß man dem Kunden mit ständiger brav-beschuhter etc. Appearance eine Scheinwelt vorgaukelt. Eine Scheinwelt, die in Wirklichkeit nicht vorhanden ist.

Baer (darf ich dich einfach kurz so nennen, wie wir ja auch zu Descalzar seit langem einfach Des sagen, das hat einst bix eingeführt): Ohne im HB[R]F-Rahmen heiteres Beruferaten veranstalten zu wollen, vermute ich aufgrund einiger wenig getarnter Alt-HBF-Indikatoren doch, daß sich deine realproduktiven Actions zur Gelderzeugung eben doch überwiegend & (zwar dann wohl immer BF) am häuslichen PC abspielen, als Softwareentwickler, Systemanalytiker, IT-Unternehmensberater oder so... Ich will nicht fragen, ob man mehr erfahren darf, aber deine in die Alt-HBF-Parsimony-Software eingeschleusten HTML-Balkendiagrammspielereien (zwecks Illustration, wieviel % der von Georg angeforderten Geldmittel bereits gesammelt wurden) haben damals jedenfalls jeden mit IT-Kenntnissen beschlagenen Alt-HBF-User verblüfft...

Doch befürchte ich, daß die in dem Initialbeitrag dieses Threads enthaltene Message eine schlimmere ist: Man muß bereits Angst haben, solche Dinge, daß z. B. die gegen Honorar dem Kunden dargebrachte Software in Wirklichkeit nicht stil- & etikettegerecht, sondern ausgesprochen 'stillos' BF am häuslichen PC entstanden ist, überhaupt auch nur beim halbprivaten Small Talk auf des Kunden Freizeit-Soireén zu erwähnen... Ist es das? Gilt jetzt auch schon für Freiberufler: Sag' niemals, daß du irgendwann - & womöglich sogar in 'offiziellen', arbeitsaktiven Zeitabschnitten BF bist? Wird Professionalität jetzt untrennbar mit dem Tragen stil- & etikettegerechter Schuhe verbunden?

Abschließend wiederum eine historische Reminiszenz, um das Kernproblem bei der Realisierung von "Ohne Schuhe zu besitzen & anzuwenden vollwertig leben" - jedenfalls, so wie es heute besteht, aufzuzeigen. In D gilt´s "nur" in der Berufs-, in USA in der Allgemeinwelt (wie die Verhältnisse in Australien & Neuseeland liegen, weiß ich nicht - jedoch kann man sicher sogar recht mühelos dort einwandern, vorausgesetzt, man bringt als Investor behördennachweislich viel Geld in´s Land):
1975 hätte eigentlich ein Jahr der globalen BF-Revolution werden müssen; es gab nicht nur den stets auf der Bühne & auch sonst BF auftretenden Softrocker HARPO, sondern auch den Jahreshit "Everybody is KungFu Fightin'". Nicht nur das hielt sich viele Wochen in der Hitparade, sondern die TV-Serie "Kung Fu" im ZDF-Frühabendprogramm erzielte wohl > 1 Jahr Zuschauer- & Einschaltquotenrekorde.
Natürlich lief KungFu nicht nur auf den TV-Screens, sondern auch dessen Hauptdarsteller Mr. David Carradine permanent BF, wie ganz offiziell (& glaubwürdig!) bekannt wurde, er machte es tatsächlich. No Problem in Southern California - Mr. Carradine ist just livin' there & Schuhe hätten im privaten Besitztum wirklich zu allen Jahreszeiten den Rang des total Überflüssigen gehabt.

Heute hätte Mr. Carradine (man weiß nicht, was aus ihm wurde) große Probleme mit diesem exeptionless BFigen Way Of Life - jedenfalls in "seiner" Gegend. Gewiß, er könnte sich zwar noch auf öffentlichem Terrain von Polizei & sonstigen Obrigkeiten unbehelligt bewegen (& die meisten Passanten werfen ihm nicht 'mal böse oder verächtliche Blicke zu), aber "Doing Business anyway" (Geschäfte jedweder Form machen) würde zum großen Problem werden. Sofern Mr. Carradine nicht in seiner Millionärsvilla über zusätzliches Hauspersonal verfügt, das er - artig beschuht - zum Shopping in die umliegenden Malls schicken kann, müßte er entweder verhungern oder sich zu Odysseen mit 20 oder noch mehr Meilen Radius aufmachen, um ein Einkaufszentrum zu finden, in dem er sich als BFiger Kunde mit Sachen des täglichen Bedarfs eindecken kann. Geschäft ('Biz') ist in USA eine heilige Sache, & da wollen strenge Riten & Formen beachtet werden. So kann im harmlosesten Fall ein NSNSNS-Kioskier die mit 75 Ct gefüllte Hand eines BFigen Kunden, der 1 Ausgabe von "USA Today²" erwerben will, abweisend wegdrücken; es kann aber auch an einer Selbstbedienungs-Tankstelle mit ebensolchem Hinweisschild einen Riesentrouble mit Polizeieinsatz geben, wenn der Sprit unter Mißachtung dieser Geschäftsbedingung bereits im Tank ist & eine Einigung auf das vernünftigere [Zurücksaugen ist komplizierter, Sie bekommen Ihr Geld & werden mich hier nie wieder sehen] fehlschlägt...

Der Rest ist bekannt. Es sieht zwar so aus, als ob in D & in Europa die inzwischen restlos streng fußkeuschen & -prüden 'Regeln' der berufs- & geschäftsoffiziellen Welt auf diese separiert bleiben; jedoch ist schon das beunruhigend genug. Das Leben besteht zum allergrößten Teil aus Berufs-, Gelderzeugungs- & nicht aus Freizeit/Urlaubsleben; wenn heute aber heute jede Silicon Valley-Chronik darauf verweist, daß - insbesondere dort - BF am Arbeitsplatz überhaupt nichts Besonderes gewesen sei (prominentester Praktizierer: Apple-Gründer Steven Jobs) & "fortschrittliche" (stil- & etikettebewußte) Chefs am liebsten die Suggestion aufbauen wollen, derlei habe es niemals gegeben & könne es insbesondere zukünftig niemals geben, ist das schon mehr als deprimierend. Besonders bedenklich erscheint mir, daß sich - in genauer Deckung meiner jüngsten Erfahrungen mit den Kernthesen von Barpfotenbaer´s Initialbeitrag - das vorgeschobene "Unfallverhütungs-", in Wirklichkeit Stil- & Etikette-Beschuhungsrequirement zunehmend auch auf nicht festangestellte, freiberufliche Mitarbeiter irgendwelcher Unternehmen oder Institutionen ausdehnt. So berichteten mir im vergangenen Jahr sehr gute [Geschäfts-]Freunde aus dem Los Alamos National Laboratory, es könne dort neuerdings passieren, daß man dort von irgendwelchem 'Security' Personnel (auf welcher hierarchischen Weisungsbefugnis-Stufe stehen "die" eigentlich?) wg. "unappropiate footwear" auch als Forschungs- & Entwicklungs-Gastingenieur oder -Wissenschaftler jederzeit hinauskomplimentiert werden könne - mag die für den Freiberufler auftraggebende Person noch so ranghoch sein. Irgendwelche bereitgehaltenen 'Fully Indemnify'-Erklärungen, daß man die Fa. oder Forschungseinrichtung BFig "at full own risk" betritt & sie im Fall des [Un]falles von jeder Haftung rechtsverbindlich entbindet, was Malheure anbelangt, die nachweislich oder auch vermutlich bei Beschuhung ausgeblieben wären, bewirken genau nichts... man sieht, 'wes Geistes Kind die BF- & Leichtschuh-Prohibition wirklich ist...

Um nun endlich mit diesem viel zu langen Beitrag zu Ende zu kommen, darf ich meine Freude darüber ausdrücken, daß auch mit Engel ein weiterer Zeitzeuge aus der Industrie zur Verfügung steht, daß´s diese einst völlig problemlose Welt des [BF im Beruf/Angestelltenverhältnis] wirklich gab. Wir trafen uns an einem der Dezemberwochenden 2008, saßen vor dem Lunch ca. 1 Stunde in Kerstins Privacy zusammen. Die absolut glaubwürdigen, teils auch sehr amüsanten Anekdoten, die Engel erzählte, hätten unbedingt in´s Forum gehört.

Endgültiges Resumee auf Barpfotenbaer´s wichtigen Beitrag: Das Problem ist nicht, winterhart zu werden, das Problem ist, einen Zeitgeist, der solchen BFigen 'ganzheitlichen' Gesamtvorhaben zunehmend mächtig im Wege steht, zu beseitigen!

Müde, vergrippelt-kranke & bettlägerige BF-Grüße, Jay (& BF im Pyjama is' nix Besonderes!)
-------------
¹ Ist mir übrigens selbst auf einer wüsten Alkohol-, dann LSD-Party vor vielen Jahren passiert; es war Winter & ich hatte mich in der Privacy eines Bekannten natürlich Stiefel & Socks entledigt. Das WC war besetzt & ich mußte dringend 'mal für kleine Jungs. Auf Acid-Trip nahm ich 1 oder beide meiner Stiefel als halbwegs vertrautes Objekt wahr (eben als Toiletten-Siphon), & da ich gleichzeitig merkte, daß´s auch irgendwo ein verhaßtes Objekt war (zu einer Artikulation "Ich hasse Schuhe!" war ich nicht mehr fähig), pinkelte ich hinein. Wie ich nach Hause kam, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls schien ich im Domizil des Gastgebers kein großes Unglück angerichtet zu haben - nach eigener späterer Darstellung nahm er die flüssigkeitsgefüllten Stiefel einfach & warf sie zum Fenster 'raus in den tiefen Schnee. Immerhin, da sieht man 'mal, für 'was so alles Schuhe gut sein können. Zum Teufel mit ihnen (& Socks genauso!!) Ich hasse sie!!!!!!!

² US-Pendant zur deutschen Gazette "BILD".


Barpfotenbaer Offline




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08.11.2010 21:30
#13 RE: Wie müßte ich mein Leben umgestalten, damit ich komplett ohne Schuhe auskommen kann? Zitat · antworten

Hallo Jay,

What a Wahnsinn, wer soll denn das lesen? Und wann? Aber es hat sich gelohnt und zwar ...

Zitat von Jay

x Die 'offizielle' Arbeits- & Geschäftswelt hingegen hat weit eher einen gänzlichen Wandel zu einer Art totalen [Stil- & Etikette]- & somit fußburka-islamischen Republik angetreten.





... deshalb! Saugut! Fußburka ...

Zitat von Jay

wobei aber grad' beim zitierten 2. Satzteil die große Verwunderung aufkommt. Was ist genau mit "beim sommerlichen Familienfest" gemeint? Ist die Connection zum Kunden bereits soweit gediehen, daß es zu Treffs auf privaten Events kommt, dann ist es aber auch eigentlich an der Zeit, beim Small Talk auf solchen Treffs die Sau 'rauszulassen, daß man dem Kunden mit ständiger brav-beschuhter etc. Appearance eine Scheinwelt vorgaukelt. Eine Scheinwelt, die in Wirklichkeit nicht vorhanden ist.



Neinein, kein Geheimnis. Und nicht selten begegne ich jemandem auf dem Markt, der mich Werktags nur mit Schuhen kennt. Trotzdem: Auf dem Werksgelände von Kunden habe ich keinen Nerv, mich für irgendetwas erklären oder rechtfertigen zu müssen, was von der Arbeit ablenkt. Da füge ich mich den Normen, schließlich begegnet man dort auch Dritten. Kommt jemand zu mir ins Büro, zudem unangemeldet, gelten freilich andere Normen.

Zitat von Jay

... (zwecks Illustration, wieviel % der von Georg angeforderten Geldmittel bereits gesammelt wurden) haben damals jedenfalls jeden mit IT-Kenntnissen beschlagenen Alt-HBF-User verblüfft...



Uups, mein digitaler Schatten reicht doch weit. Einerseits hast Du recht, ich mache (fast) nichts ohne Computer, aber andererseits bin ich so eine Art Geisteswissenschaftler und beruflich u.a. darum bemüht, digitale Daten vor der Zerstörung zu retten, indem ich sie auf Mikrofilm banne.

Zitat von Jay

... streng fußkeuschen 'Regeln' ...



...

Zitat von Jay

Endgültiges Resumee auf Barpfotenbaer´s wichtigen Beitrag: Das Problem ist nicht, winterhart zu werden, das Problem ist, einen Zeitgeist, der solchen BFigen 'ganzheitlichen' Gesamtvorhaben zunehmend mächtig im Wege steht, zu beseitigen!



Da gebe ich Dir recht! Aber den Zeitgeist zu beseitigen hätte einen so großen und unberechenbaren Haufen von Nebenwirkungen, die ich eigentlich nicht erleben möchte. Du kannst nicht einen Teilaspekt revolutionieren ohne das Ganze zu beeinflussen. Und was dabei herauskommt, weiß vorher niemand. Der Zeitgeist muß altern, dann löst sich dieses Problem von selbst. Nur wir altern bis dahin auch.

Zitat von Jay

Immerhin, da sieht man 'mal, für 'was so alles Schuhe gut sein können. Zum Teufel mit ihnen (& Socks genauso!!) Ich hasse sie!!!!!!!


Bist Du der Erfinder des Ausdrucks "Gesocks"?


Gute Besserung wünscht Dir der Barpfotenbär


Descalzar Offline




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09.11.2010 11:12
#14 RE: Wie müßte ich mein Leben umgestalten, damit ich komplett ohne Schuhe auskommen kann? Zitat · antworten

Moin,
ich bin der Meinung, daß wenn man unbedingt barfuß laufen will, sich auch einem Zwang unterwirft.
Bei mir sieht es so aus, daß ich nichjt ohne weiters meinen Beruf wechseln kann, da er sehr speziell ist. Dadurch bin ich gezwungen, Sicherheitsschuhe zu tragen. Auch andere gefährliche Arbeiten, die sich negativ auf die Fußgesundheit auswirken können (Arbeit mit Pferden, Tätigkeiten im Baubereich) verrichte ich lieber mit Schuhen. Was nützt einem das Barfußlaufen, wenn man keine Zehen mehr hat ?
Auch wenn meterhoch die "weiße Scheiße" liegt, wie Jay es immer so treffend sagt, ziehe ich mir leiber Schuhe über...ansonsten wandle ich barfuß durchs Leben und bin glücklich.....
Ich als Nordlicht hoffe mal, daß wir hier im Winter schneefrei bleiben, dann steht einer durchgehenden Barfüßigkeit im Winter nichts mehr im Wege....

Gruß und Fuß,

Descalzar


Descalzar Offline




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09.11.2010 11:39
#15 Verzicht auf Karriere Zitat · antworten

Nachtrag...
auf meiner letztjährigen Jubiläumsfeier wurde ich von meinem Werkleiter gefragt, warum ich trotz diverser Qualifikationen (Betriebswirt, usw.) immer noch "da unten" (als einfacher Werktätiger) arbeiten würde. Ich hielt mich sehr bedeckt, da ich den wahren Grund nicht verraten wollte.

Punkt 1: In meiner Firma werden Sportler mehr gefördert und befördert, als Nichtsportler. Wer desöfteren in den Tageszeitungen mit Erfolgen im Fuß-und Handball glänzt kann auch ohne berufliche Qualifikationen schnell etwas werden. "Ach , Sie sind ja der Torschützenkönig aus der Kreisklasse, dann bekommen sie den Job...die Quali könne Sie ja dann irgendwann nachholen"
Punkt 2.
Meine Karriere wäre ruckzuck beendet, wenn man mich in meiner Freizeit nur barfuß sehen würde. Bei einem einfachen Arbeiter werden viele "Verrücktheiten " toleriert, als bei einem leitenden Angestellte.
Ich habe für mich daher beschlossen, mir es in meiner treizeit "gemütlich" einzurichten. Sprich auf Karriere und Gesllschaftliche Anerkennung zu verzichten. Meine persönliche Freiheit ist mir tausendmal wichtiger....

Gruß und Fuß,
Descalzar


Markus U. Offline

Admin


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09.11.2010 12:57
#16 RE: Wie müßte ich mein Leben umgestalten, damit ich komplett ohne Schuhe auskommen kann? Zitat · antworten

Zitat von Barpfotenbaer

Zitat von Jay

wobei aber grad' beim zitierten 2. Satzteil die große Verwunderung aufkommt. Was ist genau mit "beim sommerlichen Familienfest" gemeint? Ist die Connection zum Kunden bereits soweit gediehen, daß es zu Treffs auf privaten Events kommt, dann ist es aber auch eigentlich an der Zeit, beim Small Talk auf solchen Treffs die Sau 'rauszulassen, daß man dem Kunden mit ständiger brav-beschuhter etc. Appearance eine Scheinwelt vorgaukelt. Eine Scheinwelt, die in Wirklichkeit nicht vorhanden ist.



Neinein, kein Geheimnis. Und nicht selten begegne ich jemandem auf dem Markt, der mich Werktags nur mit Schuhen kennt. Trotzdem: Auf dem Werksgelände von Kunden habe ich keinen Nerv, mich für irgendetwas erklären oder rechtfertigen zu müssen, was von der Arbeit ablenkt. Da füge ich mich den Normen, schließlich begegnet man dort auch Dritten. Kommt jemand zu mir ins Büro, zudem unangemeldet, gelten freilich andere Normen.




Hi Bär,

über den obigen Punkt hatte ich mich auch gewundert. Bei mir verhält es sich so, daß Wohn- und Arbeitsort räumlich säuberlich getrennt sind (die Entfernung beträgt ca. 40 km; außerdem liegt der Rhein dazwischen), so daß sich die Wahrscheinlichkeit, barfuß von Mandanten gesehen zu werden, in Grenzen hält, und wenn es geschieht, dann geschieht es halt. Da ich vorhabe, meinen Kanzleisitz zu verlegen, kann ich mir sogar vorstellen, meinen "Freiraum", der sich derzeit auf das Ausziehen der Schuhe unter dem Schreibtisch beschränkt, weiter auszudehnen, da mein künftiger Geschäftspartner ebenfalls ziemlich lokker drauf und alles andere als ein Stil- und Etikettefuzzi ist (Anzug und Krawatte trägt er, genau wie ich, nur dann, wenn die Situation es erfordert, also anläßlich von Gerichtsterminen, Treffen mit noch unbekannten "wichtigen" Mandanten oder Geschäftspartnern und so). Barfüßige Auftritte vor Gericht wird es aber wohl niemals geben, denn vor Gericht kommt es darauf an, den Richter oder die Richterin im Sinne des Mandanten zu beeindrukken.

Zitat von Barpfotenbaer

Zitat von Jay
Endgültiges Resumee auf Barpfotenbaer´s wichtigen Beitrag: Das Problem ist nicht, winterhart zu werden, das Problem ist, einen Zeitgeist, der solchen BFigen 'ganzheitlichen' Gesamtvorhaben zunehmend mächtig im Wege steht, zu beseitigen!



Da gebe ich Dir recht! Aber den Zeitgeist zu beseitigen hätte einen so großen und unberechenbaren Haufen von Nebenwirkungen, die ich eigentlich nicht erleben möchte. Du kannst nicht einen Teilaspekt revolutionieren ohne das Ganze zu beeinflussen. Und was dabei herauskommt, weiß vorher niemand. Der Zeitgeist muß altern, dann löst sich dieses Problem von selbst. Nur wir altern bis dahin auch.




Bestimmen wir den Zeitgeist nicht irgendwie ein Stückweit selbst? Und zum Teil lohnt es sich durchaus, zu kämpfen - für echte Demokratie (die unser Parteienstaat nicht ist), gegen die Entliberalisierung der Gesellschaft und eine sich immer stärker autoritär gebärdende Obrigkeit.

Barfüßige Herbstgrüße,
Markus U.


Guy Offline




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12.11.2010 12:53
#17 RE: Verzicht auf Karriere Zitat · antworten

"Meine Karriere wäre ruckzuck beendet, wenn man mich in meiner Freizeit nur barfuß sehen würde. Bei einem einfachen Arbeiter werden viele "Verrücktheiten " toleriert, als bei einem leitenden Angestellte."

Mag sein ... ich bin etwas mehr als ein leitender angestellter, glaube aber, dass das Barfusslaufen in der Freizeit mich nicht in meiner Karriere beschaedigen wuerde, wahrscheinlicher koennte ich probleme haben mit den Leuten die ich in meiner Freizeit begegne. Wir wohnen Gottseidank nicht alle in der selben Stadt und ich begegne keinen Mitarbeiter oder gar nicht meinen Vorgesetzen, also den Geschaeftsfuehrer, in meiner Freizeit.

Vorsichtshalber habe ich mit Kollegen und Mitarbeiter kein Geheimniss daraus gemacht, dass ich in meiner Freizeit Hobby-Barfuessler bin ... wenn mich also irgend wann Jemand begegnen sollte, wuerde er sich ueber meine Barfuessigkeit nicht wundern koennen. Mein Chef wuerde sicherlich bei einer Begegnung kein Kommentar machen ... Ingenieure haelt er sowieso fuer sehr seltsam.


Manfred (Ten) ( gelöscht )
Beiträge:

12.11.2010 16:03
#18 RE: Wie müßte ich mein Leben umgestalten, damit ich komplett ohne Schuhe auskommen kann? Zitat · antworten

Ein paar grundsätzliche Gedanken dazu:

Für mich ist es keineswegs erstrebenswert, nun alle zu Barfüssern zu bekehren (dann wären wir ja nichts "Besonderes" mehr
(Schlagzeile neulich : "Barfüsser heiratet Bürgerliche")

Mein persönliches Ziel habe ich erreicht: Ich kann barfuß leben, wann immer ich es will. Dabei waren allerdings überwiegend eigene (!) Schranken und Hemmnisse abzubauen - etwas, was ich vorher nie geglaubt hätte !

Natürlich machte es mir auch Freude, wenn ich andere Menschen dazu bringen kann, Sachen (nicht nur BF !) in Frage zu stellen, die "man einfach so macht / bzw. nicht so macht", also einfach mal selbst nachzudenken.

Wenn das dann auch noch zu einem Ergebnis führt ist das doch schon was ...


Barpfotenbaer Offline




Beiträge: 111
Punkte: 76

12.11.2010 16:34
#19 RE: Wie müßte ich mein Leben umgestalten, damit ich komplett ohne Schuhe auskommen kann? Zitat · antworten

Hallo Manfred,

Zitat von Manfred (Ten)
Für mich ist es keineswegs erstrebenswert, nun alle zu Barfüssern zu bekehren (dann wären wir ja nichts "Besonderes" mehr
(Schlagzeile neulich : "Barfüsser heiratet Bürgerliche")



Damit sprichst Du aus, was alle anderen denken. Klar, jeder ist doch stolz darauf, wenn er etwas macht, wofür ihn andere bewundern. Und das ist schon mal eine positive Feststellung nebenbei. Wir werden dafür tatsächlich bewundert! (Manchmal auch bemitleidet oder verachtet, aber die meisten finden es doch "eigentlich" sehr gut!)

Zitat von Manfred (Ten)
Mein persönliches Ziel habe ich erreicht: Ich kann barfuß leben, wann immer ich es will. Dabei waren allerdings überwiegend eigene (!) Schranken und Hemmnisse abzubauen - etwas, was ich vorher nie geglaubt hätte !


Und damit kommen wir wieder zum Kern dieser Diskussion. DU hast Dein persönliches Ziel erreicht, weil es Deine Lebensumstände (nicht mehr im Beruf, Kinder aus dem Haus, Gesundheit) es erlauben. Du kannst es Dir erlauben, Orte zu meiden, an denen andere beschuht sein müssen, bzw. Du kannst Dir einen Spaß oder ein Lebensexperiment daraus machen, bisher noch nicht barfuß begangene Orte für Dich nun auch barfuß zu erobern. Das heißt. das Barfußlaufen ist im Augenblick ein ziemlich zentraler Lebenszweck für Dich geworden. Du lebst barfuß, weil Du beschlossen hast, barfuß zu leben. Und Du bist in de Lage den Umfang von "immer und überall" selbst zu definieren.

Viel schöner fände ich es, wäre das Barfußlaufen nicht diese bewußte Form von Luxus, sondern eine unbewußte Begleiterscheinung des Lebens. Zumindest eine gangbare Option. Es wäre dann weniger spektakulär. Wenn wir aber das Bedürfnis hätten, spektakuläre Dinge zu tun, würden wir das evtl. sogar barfuß machen, aber wir kämen nicht der nackten Füße wegen in die Zeitung, sondern des anderen Spektakels wegen. Das wäre dann wirklich barfuß leben. Leben ist wie eine Ehe. Nicht das bewußte Heraufbeschwörung von Höhepunkten macht die Qualität der Beziehung aus, sondern die Bewährung im manchmal ganz unspektakulären Alltag.

Herzliche Grüße vom Barpfotenbären


Manfred (Ten) ( gelöscht )
Beiträge:

12.11.2010 18:56
#20 RE: Wie müßte ich mein Leben umgestalten, damit ich komplett ohne Schuhe auskommen kann? Zitat · antworten

Zitat von Barpfotenbaer
Du kannst es Dir erlauben, Orte zu meiden, an denen andere beschuht sein müssen, bzw. Du kannst Dir einen Spaß oder ein Lebensexperiment daraus machen, bisher noch nicht barfuß begangene Orte für Dich nun auch barfuß zu erobern.


Na ja - weitestgehend zumindest...

Derzeit habe ich wieder eine Situation, bei der ich noch nicht weiss wie ich entscheiden werde.

Bei der letzten Beerdigung habe ich mich für "barfuss" entschieden, weil ich genau wusste, dass der Verstorbene das genau so gewollt hätte und die anderen Trauergäste mir völlig unbekannt waren - dafür habe ich mich möglichst unauffällig und im Hintergrund gehalten.

Am kommenden Montag komme ich nun wieder in diese Situation, aber trotzdem ist es diesmal irgendwie anders. Der Betroffene, den ich viele Jahre kannte, hatte es völlig akzeptiert, aber eher mit einer neutralen Einstellung dazu.
Und es sind diesmal viele nächste Angehörige dabei, die zwar wissen wer ich bin, aber nichts von meiner "Eigenheit".

Ich ringe also noch mit mir...

Damit das nicht falsch verstanden wird: Ich muss und will niemanden etwas beweisen, schon garnicht jemanden der Trauernden verletzen - es ist nur mittlerweile echt ein Problem geworden längere Zeit (und das ist eine Trauerfeier mit anschliessender Beisetzung und dem, was danach noch kommt) in Schuhen (die mir ohnehin längst vor allem in der Weite nicht mehr richtig passen) auszuhalten.
Und fragen kann ich in der Situation ja auch nicht gut...


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