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Hobby-Barfuß-Renaissance-Forum

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Dieses Thema hat 11 Antworten
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 Barfuß und Leben
Michael aus Zofingen Offline



Beiträge: 734
Punkte: 399

17.10.2023 21:24
Barfüßige Bahnreise nach Spätsommerende Zitat · Antworten

Hallo,

am Freitag, den 13. 10.2023 war der (bisher?) letzte Tag, an dem ich noch in der Aare baden konnte. Dann erfolgte ein Temperaturrückgang, aber immerhin war für den Montag (gestern) ein Zwischenhoch angekündigt worden. Also wollte ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln mit einer Tageskarte durch die Schweiz fahren. Zum dritten Mal, seitdem ich einen eigenen PC habe, hatte ich mir die Route vorher so ausgewählt, daß ich zum einen möglichst noch nie befahrene oder besonders schöne Strecken auswählte, zum anderen auch nicht allzu lange Wartezeiten hatte. Die jeweiligen Abfahr- und Ankunftzeiten an den Umsteigebahnhöfen sowie die Gleise notierte ich mir auf einem Schmierzettel.

Morgens gegen 5:30 Uhr, als ich mit dem Velo zum Bahnhof fuhr, war es nur knapp über dem Gefrierpunkt, so daß ich eine Jacke benötigte. Aber barfuß und kurze Hosen war möglich. Im Gegensatz zum Donnerstag davor, als ich ebenfalls per Bahn unterwegs war, war die Bekleidung der Leute doch deutlich winterlicher. Zwar sah man auch gestern noch ab und zu Leute in kurzen (pardon: unlangen) Hosen, aber es handelte sich ausschließlich um männliche Wesen etwa zwischen 13 und 30, keine kleinen Kinder, keine Frauen, keine Personen im Rentenalter. Auch Personen in Flipflops waren mir den ganzen Tag nicht aufgefallen.

Zuerst ging es mit dem RE nach Olten, nach 5 min Aufenthalt weiter ohne Halt bis Zürich HB, nach weiteren 7 min weiter bis Weinfelden. Die folgende Bahnstrecke nach Gossau, die das hübsche Städtchen Bischhofszell in einer Schleife zweimal berührt, war mir bisher unbekannt. Es wurde allmählich nebliger. In Gossau stand schon ein Schmalspurzug der Appenzellerbahn bereit, der mich bis Appenzell brachte. Mal fuhr der Zug durch den Nebel, mal war er verschwunden. Gleiches galt für die folgende Strecke über St. Gallen bis Trogen, auf der nun moderne tramähnliche Fahrzeuge verkehren (früher waren es zwei getrennte Linien, nur auf der Trogener Bahn verkehrten ältere Tramzüge, die nun auf der Littorail Neuenburg-Boudry ihren Dienst versehen).

In Trogen stieg ich um in ein Postauto, das mich über eine schöne Strecke bis Heiden Post brachte. Ich habe noch nie erlebt, daß auf dieser Strecke von den Fahrgästen 100 % barfuß waren, aber das störte niemanden. Der Nebel war in dieser Höhe verschwunden, aber das Rheintal war noch voll davon. In Heiden stand bereits das nächste Postauto nach Walzenhausen bereit, dort war die Barfüßerquote unter den Fahrgästen nur bis zur ersten Haltestelle so hoch, dann nahm sie ab.

In Walzenhausen mußte ich 24 Minuten auf die Abfahrt der alten Zahnradbahn warten, daher marschierte ich erst einmal durch den Ortskern, wo nur wenige Leute waren. Lediglich 4 Passagiere fuhren mit "meiner" Bahn zur Talstation direkt beim Bahnhof in Rheineck. Der höfliche Triebwagenführer sagte zu mir: "Sie sind aber abgehärtet, wie die alten Griechen!" Nicht lange warten mußte ich auf die S-Bahn nach Uznach, wo ich auf den Nachbarbahnsteig hetzen mußte, um die S-Bahn nach Rapperswil zu erreichen. Wieder umsteigen in eine S-Bahn nach Pfäffikon SZ, dann in eine S-Bahn nach Thalwil und dann in eine S-Bahn nach Zug.

Als diese S-Bahn in Baar hielt, stieg eine junge Frau mit Rucksack aus. Sie war zwar eher winterlich gekleidet, aber sie war barfuß, die Schuhe baumelten am Rucksack (es gibt da irgendeinen Fachbegriff aus dem Düsseldorfer Raum, aber der will mir partout nicht einfallen). Am Bahnhof Zug erwischte ich einen Interregio nach Luzern, der recht voll war. Zwei Kinder, die mit den Eltern unterwegs waren, hatten sich ihrer Schuhe entledigt und tobten auf Socken durch den Zug. Obwohl sie in einem Alter waren, in dem man selber Schuhe anziehen können sollte, hat der Vater ihnen die Schuhe angezogen. Mit der Fürsorglichkeit kann man es wirklich übertreiben!

Nach dem Umstieg im Kopfbahnhof Luzern erreichte ich knapp einen sehr vollen Zug, von dem eine Hälfte ab Wolhusen nach Bern fuhr, die andere nach Willisau. Das überraschte mich, da ich weiter nach Langenthal wollte, bis ich feststellte, daß ich meinem Schmierzettel nicht richtig gefolgt war: In Zug hätte ich statt des IR die wenig später vom gleichen Gleis abfahrende langsamere S-Bahn nehmen sollen, dann hätte ich Anschluß an den Zug nach Langenthal gehabt. Nun mußte ich halt im Städtchen Willisau auf diesen Zug warten. Was aber nicht schlimm war. Ich hatte Hunger und konnte nun hier was esssen.

Im Bahnhof Langenthal waren Bauarbeiten, so daß ich Umwege von einem Bahnsteig zum anderen nehmen mußte und andere Untergründe unter den Füßen zu spüren bekam. Ein IR brachte mich bis Burgdorf, wo bereitets ein Regionalzug über Konolfingen nach Thun wartete. Weiter ging es mit einem IC nach Bern, wo ich Anschluß an einen Schmalspurzug, der anfänglich wie eine U-Bahn durch Bern fährt, nach Solothurn hatte. Allmählich war es dunkel. In Solothurn mußte ich in das vom Bahnhofsvorplatz abfahrende "Bipperlisi" umsteigen, das in Solothurn und Aarwangen wie eine Straßenbahn fährt. In Langenthal stieg ich um in einen IR nach Olten. Anstatt direkt nach Zofingen zu fahren, fuhr ich noch nach Aarau, dann mit einer bereists wartenden S-Bahn nach Lenzburg und dann mit der bereits wartenden S28 nach Zofingen, wo ich pünktlich um 22:08 Uhr ankam. Nun fehlte nur noch die Fahrt mit dem Velo nach Hause.

Mein Verhalten in den Offtopic-Fahrzeugen fiel auf: Nicht nur wegen meiner nicht vorhandenen Schuhe, sondern weil ich als einziger nicht ständig aufs Wischphon starrte, sondern meistens aus dem Fenster sah bzw. kurz vor dem Umsteigen meinen Schmierzettel konsultierte.

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


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André Uhres Offline

Admin


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18.10.2023 07:09
#2 RE: Barfüßige Bahnreise nach Spätsommerende Zitat · Antworten

Hallo Michael,

es ist super, dass du am 13.10.2023 noch in der Aaare baden konntest, ohne Wischphon und alles . In Mersch sieht man mich übrigens regelmäßig nur in kurzer Hose über den Michaelsplatz spazieren. Von daher kann ich deine Vorliebe für knappe Bekleidung durchaus nachvollziehen. Deine Schmierzettel-Technik finde ich sehr gut, das mache bei Bahnreisen auch so. Übrigens ist das Netz der Schienenfahrzeuge in der Schweiz für mich sehr beeindruckend, so wie du es beschreibst!

Alles Gute und liebe Grüße
André


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Lebenskünstler Offline

Admin


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Punkte: 313

18.10.2023 08:59
#3 RE: Barfüßige Bahnreise nach Spätsommerende Zitat · Antworten

Lieber Michael,

danke für deinen ausführlichen Bericht. Im Geist bin ich all die Strecken nachgefahren, so wie du sie formuliert hast. Du hast eine so lebendige Art zu schreiben, danke dass du uns mitnimmst auf diese Reise.
Ach die Bipperlisi. Die roten Hüte davon haben wir noch, sie haben uns an manchem sehr sonnigen Tag den Kopf vor Überhitzung gerettet, zum Beispiel 2018 bei Lütticher Treffen.

Das mit dem Notizzettel bei Bahnreisen ist eine gute Sache, ich hab immer einen kleinen Block in der Westentasche, wo ich alles mögliche - wie auch eben Abfahrts- und Umstiegszeiten - notiere weil ich es sonst vergesse.

Ja ja die Ratinger Definition für Barfüsserinnen, deren Schuhe am Rucksack baumeln, die hab ich auch vergessen.
Gelegenheitsbarfüsserin, das würde wohl passen. Oder Spontanbarfüsserin. Oder einfach eine junge Frau die grad barfuss ist



euer Lebenskünstler


tiptoe Offline




Beiträge: 553
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18.10.2023 11:24
#4 RE: Barfüßige Bahnreise nach Spätsommerende Zitat · Antworten

Auf meiner letzten bahnreise wäre ich nur mit zetteln und auskünften von eisenbahnern nicht ans ziel gekommen (nachdem mir in Karlsruhe ein ICE nach München vor der nase wegfuhr, gab es keinerlei auskunft darüber, dass die nächste möglichkeit via Heidelberg geht). Da sind bahnreisende im nachteil, die nicht in der lage sind, sich schnell selbst eine alternativverbindung rauszusuchen. Aber die anschlüsse in der Schweiz werden im allgemeinen mit größerer wahrscheinlichkeit erreicht.
(Ein oberleitungsschaden im weiteren verlauf führte dazu, dass ich das ziel mit vierstündiger verspätung erreichte, aber wenigstens nicht irgendwo über nacht strandete.)

2019 war ich zuletzt in dieser gegend: Nach anreise mit dem nightjet nach Buchs bin ich mit der SOB nach Altstätten gefahren, mit dem bus zur zahnradbahn (die irgendwann einmal straßenbahnähnlich bis zum bahnhof ging, aber leider ist der abschnitt nicht mehr vorhanden), dann die recht steile strecke nach Gais, mit dem Stadler-Tango nach Appenzell, einen rundgang im ort, dann zu fuß mit dem gepäck auf dem rücken über den schon lange bestehenden Barfussweg Gontenbad - Jakobsbad (einer der ältesten bekannten und nach wie vor sehr gepflegt und weitgehend auf gras, ohne große steigungen oder steinige abschnitte und damit eindeutig anfängertauglich) bis nach Urnäsch (wo die Appenzellerbahn eine 180°-kurve macht), schließlich per bahn nach Herisau, wo ich bei einem freund übernachtete.
Eine gebirgigere erweiterung dieser tour mit wanderung auf den Kronberg bei Jakobsbad wurde mal auf https://barfussschweiz.ch/ beschrieben. Leider ist die seite gerade nicht zugänglich, aber https://www.youtube.com/@barfussschweiz309/videos gibt es noch. Dort wird diese tour zwar nicht beschrieben, aber ich habe den eindruck, die ganze region vom Bodensee bis zum Säntis und wohl auch auf der anderen seite bis zum Walensee ist sehr barfußfreundlich und böte sich auch für weitwanderungen an (die konkrete wanderinfrastruktur mit hütten, wasserquellen usw. müsste dann noch mal konkret recherchiert werden).


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eisbaer55 Offline




Beiträge: 319
Punkte: 143

18.10.2023 16:19
#5 RE: Barfüßige Bahnreise nach Spätsommerende Zitat · Antworten

Zitat von Michael aus Zofingen im Beitrag #1
Hallo,

In Trogen stieg ich um in ein Postauto, das mich über eine schöne Strecke bis Heiden Post brachte. Ich habe noch nie erlebt, daß auf dieser Strecke von den Fahrgästen 100 % barfuß waren, aber das störte niemanden. Der Nebel war in dieser Höhe verschwunden, aber das Rheintal war noch voll davon. In Heiden stand bereits das nächste Postauto nach Walzenhausen bereit, dort war die Barfüßerquote unter den Fahrgästen nur bis zur ersten Haltestelle so hoch, dann nahm sie ab.




Die Umschreibung für "ich war alleine im Bus" mit 100% Barfüsserquote gefällt mir :) ... auch, daß das natürlich niemanden stören könnte.
Den Busfahrer vielleicht.

Schön, wieder von Dir zu lesen!


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stromkabelsalat Offline




Beiträge: 100

18.10.2023 16:44
#6 RE: Barfüßige Bahnreise nach Spätsommerende Zitat · Antworten

Zitat von Lebenskünstler im Beitrag #3

Ja ja die Ratinger Definition für Barfüsserinnen, deren Schuhe am Rucksack baumeln, die hab ich auch vergessen.


Gemäß meiner Recherchen ging es um "echte Barfußläufer" und "unechte Barfußläufer". Die Definition entwickelte sich in diesen drei Beiträgen:

https://hobby-barfuss.barfuss-life.style...hp?id=994240154
https://hobby-barfuss.barfuss-life.style...hp?id=994241081
https://hobby-barfuss.barfuss-life.style...hp?id=994241088


Lebenskünstler Offline

Admin


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18.10.2023 20:15
#7 RE: Barfüßige Bahnreise nach Spätsommerende Zitat · Antworten

nun ja, es gibt sehr viele Definitionen, auch aus Ratingen. Und auch von anderen Barfüssern aus dieser Region.

Vergessen hab ich sie übrigens nicht. Wie konnte ich auch? Wir sassen öfters mal zusammen, und plauderten. Da wurden auch viele Bezeichnungen genannt, die in deinem Beitrag nicht genannt sind. Markus kannte ich persönlich sehr gut, er hatte in Bezug auf barfuss schon eine sehr spezielle Art.

Schön mal wieder ein Lebenszeichen von "Tobi" zu sehen, und sei es nur weil du fischen gehst.


Lebenskünstler Offline

Admin


Beiträge: 1.240
Punkte: 313

18.10.2023 21:33
#8 RE: Barfüßige Bahnreise nach Spätsommerende Zitat · Antworten

Einen sehr treffenden Beitrag fand ich im Archiv des Hobby-Barfuss-Forums.

Ich denke wir sollten die ollen Kamellen von wegen "echte" und "unechte" nicht wieder aufleben lassen.

Stattdessen einfach die Schuhe dann weglassen, wenn uns danach ist. Manchen ist fast immer danach, weil sie sich so am wohlsten fühlen. Andere meinen sich und der Welt etwas beweisen zu müssen was sie doch für hartgesottene Typen sind. Und wieder andere ziehen ganz spontan je nach Lust und Laune das Schuhwerk aus.

meint zumindest euer Gabriel


tiptoe Offline




Beiträge: 553
Punkte: 107

19.10.2023 00:10
#9 RE: Barfüßige Bahnreise nach Spätsommerende Zitat · Antworten

Wichtig ist, dass es spaß macht. Da muss niemand übermäßig hart gegen sich selbst sein.
Weder lasse ich mich gern als unecht titulieren, wenn zufällig irgendwo notschlapfen im gepäck sind, noch mag ich es, als unverantwortlich und leichtsinnig bezeichnet zu werden, wenn die notschuhe bei bergwanderungen nicht die von mitwanderern geforderte profiltiefe haben (oder was immer deren kriterium ist). Wie sich jeder ausrüstet, ist letztlich eine frage der eigenverantwortung.


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eisbaer55 Offline




Beiträge: 319
Punkte: 143

19.10.2023 10:00
#10 RE: Barfüßige Bahnreise nach Spätsommerende Zitat · Antworten

Zitat von Lebenskünstler im Beitrag #8
Einen sehr treffenden Beitrag fand ich im Archiv des Hobby-Barfuss-Forums.

Ich denke wir sollten die ollen Kamellen von wegen "echte" und "unechte" nicht wieder aufleben lassen.

Stattdessen einfach die Schuhe dann weglassen, wenn uns danach ist. Manchen ist fast immer danach, weil sie sich so am wohlsten fühlen. Andere meinen sich und der Welt etwas beweisen zu müssen was sie doch für hartgesottene Typen sind. Und wieder andere ziehen ganz spontan je nach Lust und Laune das Schuhwerk aus.

Lieber Lebenskünstler!

Darf ich da bitteschön einhaken. Das Thema triggert mich ein wenig, da ich mich zu denen zähle die gerne an Grenzen gehen. Nicht um der Welt etwas zu beweisen sondern um für sich selber herauszufinden, was geht - bisher erfolgreich, da ich noch mit allen Gliedern am Körper soweit gesund immer noch da bin :). Und über die Ergebnisse spricht man auch gerne.

Man kann das ironisch abtun oder als Information verstehen.

Ein Beispiel: da gabs im gelben Forum eine medienpräsente Dame aus dem Münchner Raum, die immer wieder betonte, daß via "Fersengang" ein lautes "wham-wham-wham-..." in ihrem Kopf zu hören war und daher der *seufz* Ballengang die einzig wahre Art der Fortbewegung sei ... ich hielt dagegen, daß bei höherem Trainingsstatus die Sohle unter der Ferse so gut dämpft, daß es bei mir eben nicht mehr "wham-wham-..." macht, daß ich Halbmarathons auf Asphalt oder Beton auch über die Ferse laufe und keine Schäden am Bewegungsapparat erleide. (bitte nicht als Trigger zu einer weiteren Ballengangdiskussion verstehen!!!)

Es gibt also Unterschiede, ganz individuell. Jemand der zum Spaß ab und zu die Schuhe wegläßt oder gelegentlich ist eben per Definition ein "Spaßbarfüßer" oder "Gelegenheitsbarfüßer", der wird vermutlich tatsächlich im Kopf via Körperschall diese Klopfgeräusche wahrnehmen. Das als "abwertend" zu verstehen ist natürlich eine Option, unsere Welt ist voll von unnötigen Mißverständnissen (siehe 4-Seiten-Modell von Friedemann von Thun).

Jemand, der nur ab und zu barfüssig draussen rumläuft hat eine andere Wahrnehmung von Steinchen als jemand der auch ohne große Probleme über Splitt im Winter läuft.

Es gibt auch Hobbyschwimmer und Langstreckenschwimmer - kommt da jemand auf die Idee, Hobbyschwimmer wäre abwertend? Per se hoffentlich nicht.

BITTE IDEOLOGIE DRAUSSEN LASSEN UND SACHLICH BLEIBEN!

Und nochwas: bin mal vor ein paar Jahren aus Jux und Neugier von wegen Grenzerfahrung fast 6km barfuß neben einer Schlittschuhbahn ein paar Runden übers Eis bzw. festgetretenen Schnee gelaufen (nicht gegangen), es hat saumässig Spaß gemacht und ich bin stolz drauf, das so geschafft zu haben. Und ich war bei dieser Aktion tatsächlich mit Leib und Seele SPASSBARFÜSSER

Die Unterteilung in "echte" und "unechte" Barfüßer allerdings finde ich auch ziemlich ... sagen wir "unpassend", die sollte in der Kiste mit ollen Kamellen bleiben, als Kapitel in der Geschichte des Forums.

Meint zumindest Euer Wolfgang

meint zumindest euer Gabriel


Lebenskünstler Offline

Admin


Beiträge: 1.240
Punkte: 313

19.10.2023 19:55
#11 RE: Barfüßige Bahnreise nach Spätsommerende Zitat · Antworten

Lieber Wolfgang,

da habe ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt. Wenn jemand seine Grenzen auslotet um zu spüren wie weit er gehen kann, wo die Schmerzgrenze ist, dann ist das okay.

Wenn jemand auf andere herabschaut, so richtig von ganz oben weil man selber nicht ganz so hartgesotten ist - sich vielleicht noch darüber lustig macht, ist das eine andere Sache.

Von dieser Sorte Mensch kannte ich mehrere. Einer von ihnen wäre lieber verhungert als dass er bei Schneesturm in Schuhen vor die Türe wäre. Er hatte Dauerbackwaren im Küchenschrank, für alle Fälle.
Allen die ich kannte gemeinsam war die Einstellung "ganz oder gar nicht"

Gelegenheitsbarfüsser - Hobbybarfüsser - Spassbarfüsser... das kann ich auch alles akzeptieren als Unterschied zu einem Ganzjahresbarfüsser bei jedem Wetter.

Wenn nun einer aus unseren Reihen zu einer Bergtour in schwierigem Gelände ein paar Notschuhe in den Rucksack packt, sie aber nicht braucht so wäre er kein echter Barfüsser. Selbst dann nicht, wenn er oder auch sie seit Jahren keine Schuhe mehr an den Füssen hatte.

Bei dir glaube ich doch, dass du selber durch stetes Training immer weiter gehen kannst, vielleicht auch wie der Martl Jung barfuss über die Zugspitze – doch niemals deine Liebste, deine Kinder & Enkelkinder zwingen würdest es auch zu tun.

Ach Gottchen, die richtige Gangart.... was ist denn nun, wissenschaftlich gesehen, die einzig wahre Fortbewegungsart?

Komisch, bei mir hat es noch nie "wham-wham" gemacht, egal ob ich jetzt mit der Ferse, dem Ballen zuerst aufgekommen bin oder irgendwie gewatschelt bin. Ich hab mir auch in über 60 Jahren nie Gedanken gemacht ob ich womöglich falsch gehe. Nicht als Jugendlicher wo ich im Leistungssport erfolgreich war. Nicht als alter Dackel, der noch immer überall hingekommen ist wo ihn die Füsse hintragen. Und das obwohl ich noch niemals in einem Workshop für die einzige ultimativ richtige Gangart war.

Ideologie? Da wüsste ich jetzt wirklich nicht wo du das rausgelesen hast, bei mir bestimmt nicht

Liebe Grüße nach Wien
aus dem ziemlich verregneten Trentino
Gabriel


eisbaer55 Offline




Beiträge: 319
Punkte: 143

19.10.2023 22:15
#12 RE: Barfüßige Bahnreise ... Themenentgleisung total, aber macht nix :) Zitat · Antworten

Hallo Gabriel,

hihihi... bin auch so ein Typ, der auch bei Schnee lieber ohne Schuhe mal raus geht zum Schippen, Brennholz machen, minimal bekleidet nach "Zofinger Norm" bzw. sogar noch darunter, in Kärnten haben wir ein Haus direkt am Waldrand, da sieht mich bestenfalls ein Reh oder Wolf, die Bären halten Winterschlaf.

Dauerbackwaren keine im Haus sondern Speckvorräte direkt unter der Haut, für schlechte Zeiten.

Trotz aller altersbedingter Gelassenheit hab ich mich doch ein wenig in einen kleinen Rant geschrieben, weil mir diese elenden Diskussionen aus dem gelben Forum über den heiligen Ballengang (man glaubt nicht wie sich Leute über so einen Schxxx in die Haare kriegen können) und eine Art "wokeness" noch bevor das Trend wurde, wo man nicht über eher extreme Sachen berichten sollte weil sonst Leute abgeschreckt werden könnten. Huch, da ist ein Bild mit Hornhaut, igitt!

Das meinte ich u.A. mit Ideologie, keine Sorge, so wie ich Dich kenne schätze ich bist Du frei von so Zeug.

Ich hab natürlich auf Wanderungen, wo ich die Gegen nicht kenne oder weiß, daß da Schotterstrecken sind, Notschuhe mit - bei Gewitter kann das lebensrettend sein, SCHNELL wieder im Tal zu sein. Bin ja nicht blöd oder suizidal.

Aber immer wieder froh, die dann nicht gebraucht zu haben.

Die richtige Gangart? Enten watscheln, Käfer krabbeln, Menschen gehen aufrecht, wie ihnen die Gehwerkzeuge gewachsen sind. Kann ich gerade beim 10 Monate alten Enkelsohn beobachten, der beginnt sich in den Stand selber hochzuziehen und wird wohl in den nächsten Tagen seine ersten Schritte selbständig machen können. Meine große Freude: er, sein Papa und meine Tochter sind in ihrer Wohnung IMMER barfuß, keine "Lauflernschuhe" - bestenfalls Söckchen mit Noppen gegen Rutschen, sollte es mal wirklich kalt sein. Er wird also RICHTIG gehen lernen, wie die Natur es vorgesehen hat, VON SELBST ... glücklicherweise (!) ist er gesund, das sollte nicht unerwähnt bleiben.

Liebe Grüße aus dem lauwarmen Wien
Wolfgang


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