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Dieses Thema hat 53 Antworten
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Michael aus Zofingen Offline



Beiträge: 730
Punkte: 384

04.11.2023 20:24
#41 RE: pro und kontra Impfpflicht Zitat · Antworten

Hallo,

auch wenn es schon etwas her ist, möchte ich noch rückblickend meinen Senf zum Thema Covid geben. Ich habe in der Schweizer Pharmaindustrie gearbeitet, jedoch wurden dort keine Covid-Medikamente hergestellt. An fetten Gewinnen war (und ist) das Unternehmen natürlich auch interessiert, wobei die Geschäftsleitung auch massiv profitiert, während die übrige Belegschaft (Nicht-Kader bis mittleres Kader) kaum was davon mitbekommt.

Die Firma hat sich intensiv um das Wohlergehen der Mitarbeiter gekümmert, was zur Folge hatte, daß gewisse Mitarbeiter (m/w) derart absorbiert waren, daß sie für ihre eigentliche Arbeit nicht mehr oder kaum noch zur Verfügung standen. So wurde etwa ein Testzentrum für Mitarbeitende auf dem Firmengelände eingerichtet. Nach Ausbruch der Epidemie gab es anfangs zuwenig Masken. Es wurde kommuniziert, wie man sich bei welchen Symptomen verhalten sollte. Wer covidkranke Personen im Haushalt hatte, mußte sich testen lassen. Falls negativ, mußte er mit Maske arbeiten, falls positiv, dann zu Hause bleiben. Als vom Staat die allgemeine Maskenpflicht in Gebäuden befohlen wurde, kam sie auch bei uns, keinen Tag früher. Die Firma stellte die Masken zur Verfügung (2 pro Arbeitstag und Person), was jedoch unbürokratisch geschah. Ich habe nach einem halben Tag Tragen die Maske nicht entsorgt, sondern noch für private Zwecke aufgehoben. So habe ich nie Masken aus eigener Tasche bezahlen müssen, auch habe ich der Firma wegen unnötigem Maskenverbrauch keinen Schaden zugefügt.

Während Homeoffice in "Friedenszeiten" bisher nur in Ausnahmefällen erlaubt war (z.B. Kind krank, Handwerker im Haus, Arzt- bzw. Kundenbesuch mitten am Tag), durften nun auch andere das machen. Ziel war, daß alle Büros nur halb belegt waren. Labor und Betriebspersonal mußte vor Ort sein. In unserem 4-Mannbüro ging es unproblematisch: Die verheirateten Personen (eine davon mit schulpflichtigen Kindern) wohnten weiter weg und blieben gerne im Homeoffice. Die ledigen Personen dagegen kamen lieber an den Arbeitsplatz, so auch ich. Zum einen besaß ich zu Hause nicht die nötige Infrastruktur für Homeoffice, zum anderen gehöre ich zu denjenigen, die lieber ins Labor bzw. in den Betieb gehen, um vor Ort mit Mitarbeitern zu reden anstatt das Telefon zu benutzen. Auch hatte ich nur einen kurzen Arbeitsweg mit dem Velo und mußte nicht die "verseuchten" Offtopic-Fahrzeuge benutzen. Nachteil war allerdings, daß ich einige Arbeiten, die mal nur vor Ort machen konnte, von Homeofficebenutzern übernehmen mußte.

Impfen wurde mangels Impfdosen anfangs nur Leuten ab 65 sowie Risikogruppen angeraten. Als auch für jüngere Personen Impfdosen vorhanden waren, erreichte ich das Pensionsalter 65. Während meiner Arbeitszeit (und auch danach) war ich nie an Covid erkrankt (oder ich war es, ohne Symptome zu haben). Getestet wurde ich nie, da ich nie Covidkranke im Haushalt hatte, nie Mitarbeiter in meinem Büro erkrankten und ich auch nicht vorhatte, an einen "testpflichtigen" Anlaß zu gehen. Ich ließ mich impfen und nahm auch noch an 2 weiteren Impfungen teil. Da ich (möglicherweise dank barfuß und kurzen Hosen auch bei tieferer Temperatur und ich Massenanlässe eher meide) eigentlich nie an Grippe erkrankte, nahm ich an, daß nicht schwer an Covid erkranken würde. Andererseits hatte ich nicht unbedingt Vertrauen, daß eine Impfung wirklich nützte. Ich rechnete aber auch nicht damit, daß allfällige Nebenwirkungen durch den Impfstoff mich umwerfen würden. Somit war die Impfung für mich das kleinere Übel gegenüber Testen, wenn ich mal an einen für ungeimpfte "testpflichtigen" Anlaß wollte. Testen hätte mir auch nichts genützt, da ich kein Wischphon besitze. Ehe man mir das Ergebnis per normaler Post mitgeteilt hätte, wäre der Test schon wieder ungültig gewesen. Eine Impfpflicht lehne ich aber aber. Bei den Abstimmungen habe ich auch die Vorlage abgelehnt, obwohl ich mich freiwillig impfen ließ. Daß die Mehrheit anderer Meinung war, habe ich hinnehmen müssen, in einer Demokratie muß man sich der Mehrheit fügen (bei geschriebenen Gesetzten, nicht bei ungeschriebenen).

Das Zertifikat benötigte ich nur selten. Bei der Reise in den Hamburger Raum mit der Bahn war es nötig, dann auch in Restaurants. Einmal in Deutschland und zweimal in der Schweiz gab es keine Probleme, ein anderes Mal in der Schweiz wurde das Papierzertifikat nicht anerkannt. Der Restaurant-Heini meinte, er könne nur Handy-Zertifikate akzeptieren, da für ihn der Verwaltungsaufwand bei Papierzertifikaten zu hoch sei. Ob es wirklich stimmt oder ob der Mann nur von seinem Hausrecht Gebrauch machte und es sich nur eine Schutzbehauptung war, weil ihm in Wirklichkeit meine nicht vorhandenen Schuhe oder/und meine kurze Hose nicht gefielen, sei mal dahingestellt. Der Laden ist für mich gestorben.

Als ich noch berufstätig war, gab es etliche Ausfälle infolge Covid. Komischerweise waren häufig Leute betroffen, die auch sonst häufiger krank sind (speziell jüngere Mitarbeiter), während Leute, die eigentlich nie krank sind, auch nicht an Covid erkrankten. Sind jüngere tatsächlich häufiger krank als ältere Mitarbeiter? Oder helfen sie nur nach, während ältere auch zur Arbeit gehen, wenn sie erkrankt sind? Wie ich von ehemaligen Mitarbeitern gehört habe, hat mit der Impfung sich die Ausfallrate nur sehr langsam geändert. Eine Mitarbeiterin erkrankte vor ihrer Pensionierung (als noch nicht viel Impfdosen vorhanden waren) an Covid und starb ein halbes Jahr später. Ein anderer Mitarbeiter ließ sich mit 58 impfen und erkrankte an den Nebenwirkungen des Impfstoffs. Monatelang lag er im Spital, und auch jetzt kann er nur noch in Teilzeit arbeiten.

Beobachtungen außerhalb der Arbeit: Als Restaurants nur Essen verkaufen durften, setzten sich die Leute mit dem Essen auf die Altstadttreppe in der Nähe, ohne Maske und ohne Abstand. In Zügen verzehrten prozentual mehr Fahrgäste als sonst etwas, außerdem aßen sie sehr langsam. So konnte man das Maskenproblem aushebeln (die Zahl übergewichtiger Personen nahm auch zu). Im Supermarkt wurde ich ganz zu Anfang der Epidemie von einem Kerl angepflaumt, weil ich ohne Schuhe und in kurzen Hosen war. Ich würde die Viren unnötig verbreiten. Einmal wurde ich angepflaumt, als ich beim Velofahren versehentlich ein Insekt verschluckt hatte und husten mußte. Als der Zugang zum Aareufer mal von der Polizei gesperrt war, um die Ansteckung am Strand wegen mangelndem Abstand zu vermeiden benutzte ich einen Trampelpfad und begab mich zu meinem Liegeplatz. Hier hielt ich Abstand, nicht wegen Covid, sondern aus 2zehigen Gründen. Es waren wesentlich mehr Wanderer, Hündeler und Jogger unterwegs, wenn sich welche unterhielten, taten sie es zwar unter Einhaltung des Mindestabstand, jedoch "selbstverständlich" an besonders engen Stellen (etwa neben einem Auto, das halb auf dem Trottoir stand), so daß niemand mehr vorbei kam. Auch waren mehr Autos unterwegs (und weniger Insassen im Auto).

Im Großen und ganzen kann ich sagen, daß ich durch Covidmaßnahmen weitaus weniger betroffen war als andere. Ich arbeitete in einem systemrelevanten Betrieb fast normal, bevor ich pensioniert wurde, während andere, z.B. Gastwirte, Musiker möglicherweise vor dem Konkurs standen. Auch in der Freizeit wurde ich nur wenig betroffen, als alleinstehender, der selten Besuch empfängt oder andere besucht, kein Opern, Theater-, Kino- und Kneipenfan ist, keine Hallenbäder und Fitneßstudios besucht. Einkäufe erledigte ich schnell, mit der Bahn fuhr ich seltener (Ausnahme: 9-Euro-Ticket). Also habe ich weniger Recht als andere, den Schweizer Staat wegen menschenverachtender Maßnahmen, Diskriminierungen, usw. anzuprangern. Außerdem muß ich zugeben, daß die Länder rings um die Schweiz deutlich drastischere Einschränkungen hatten. Echte Ausgangsbeschränkungen gab es hier nicht. Mir ist auch kein Fall bekannt, daß jemand in der Schweiz gebüßt wurde, weil er nicht im nächsten Supermarkt, sondern in einem derselben Ladenkette in einer 20 km entfernten Stadt eingekauft hatte. Manche Gesetze waren aber auch hier lächerlich. Wenn sich alle 2 Wochen 4 Rentner aus verschiedenen Haushaltungen in einer Wohnung zum Jassen trafen (mit Abstand und Maske), dann war es verboten. Wenn sich dagegen in einer Wohnung jeden Tag Halligalli-Leute trafen (total neben dem Wohnungsinhaber insgesamt 10 weitere Personen, aber nie mehr als 2 Personen gleichzeitig), dann war das legal, obwohl eine Ansteckung vorprogrammiert war.

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


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tiptoe Offline




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05.11.2023 22:25
#42 RE: pro und kontra Impfpflicht Zitat · Antworten

Manches war nicht ganz zuende gedacht. So drängelten sich leute vor restaurants, in die sie wegen begrenzter platzzahl nicht durften. Und ich hatte zwar die app zum nachweis von impfung bzw. test, aber einmal leere batterie und einmal setzte sich das mobiltelefon auf werkseinstellungen zurück.
Aber hinterher sind wir immer schlauer. Ich weiß mich zu schützen und war bis jetzt stets Corona-negativ (trotz zweier infektionen mit einem rhinovirus, jeweils nach reisen, auf denen ich in die nähe vieler menschen kam).
Zurück zum thema, was mich wirklich aufregte, war ein busfahrer in Tirol (Fa. Ledermair), der mich nicht mitnehmen wollte, weil barfuß doch zu Covid-zeiten ein inakzeptables risiko sei. Völliger quatsch bei einem virus, das atemwege befällt.


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stromkabelsalat Offline




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06.11.2023 12:00
#43 RE: pro und kontra Impfpflicht Zitat · Antworten

Die meisten Maßnahmen gingen mir auf die Nerven, doch eine Impfpflicht hätte ich für sinnvoll gehalten, eben um die anderen Maßnahmen schneller beenden zu können. Aber das ist ja mittlerweile obsolet geworden.


Lebenskünstler Offline

Admin


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07.11.2023 08:17
#44 RE: pro und kontra Impfpflicht Zitat · Antworten

die allermeisten Massnahmen waren weit überzogen. Zum Beispiel durfte man sich in Bayern nicht auf einer Parkbank niederlassen, wenn man bei einem Spaziergang einmal ausruhen wollte, bzw musste, weil die Ausdauer bei alten Leuten nicht mehr so gut ist.

In einem anderen Bundesland wurden die sehr alten Leute im Heim in ihren Einzelzimmern prophylaktisch isoliert, ein gemeinsames Essen fand ebensowenig statt, wie die 2 x in der Woche angebotenen Spilenachmittage. Nur das Pflegepersonal wechselte - von einem Zimmer ins andere, und immerhalb der Gruppe. Für alte Leute, die mit 90 fast nichts mehr hören / sehen war das eine derartige Folter, dass sie jeden Lebenswillen verloren.

Leid tun mir die jungen Menschen, die beim Ausbruch von Covid in der Sturm-und-Drangzeit waren. Ihnen wurde durch die Pandemie ein Teil der Jungend geklaut. Bei uns durften die jungen Leute nicht auf der Skatebahn aktiv sein - ein Sport an der frischen Luft, mit wenig Publikum. Die meisten sind Enzelsportler, die ihre Technik üben und verfeinern. Die Bahn wurde eingezäunt, und abgesperrt.

Zitat von Michael aus Zofingen im Beitrag #41
Wenn sich dagegen in einer Wohnung jeden Tag Halligalli-Leute trafen (total neben dem Wohnungsinhaber insgesamt 10 weitere Personen, aber nie mehr als 2 Personen gleichzeitig), dann war das legal, obwohl eine Ansteckung vorprogrammiert war.


Das konnte ich in der Nachbarschaft täglich beobachten, bei mehreren Familien. Es waren - ausdrücklich festgestellt - keine Halligalli-Leute, sondern von einem sehr wichtigen gemeinnützigen Verband. Doch ändert das nichts an der Tatsache dass sie reihum gingen, und somit auch ein entsprechendes Ansteckungsrisiko vorhanden war.

Eine Impfpflicht - pauschal für alle - lehne ich ab.
Das ist mir ein zu weitreichender Eingriff. Auch die mittlerweile zur Pflicht gewordene Masernimpfung - angesichts Covid total in den Hintergrund gedrängt - sehe ich sehr skeptisch.

Bevor jetzt ein Shitstorm unter der Jugend ausbricht: ich bin geimpft. Freiwillig, na ja - nicht ganz freiwillig. Ich wollte reisen, und dazu musste ich geimpft sein. Die Entscheidung, ob zu Hause auf der Scholle bleiben, oder mir noch ein bisschen was von der Welt anschauen die traf ich alleine.

Sicher, die Krankheit ist gefährlich, und sollte auch jetzt nicht unterschätzt werden. Ein Stück weit kann man auch selber durch verantwortungsvolles Handeln und entsprechendes Verhalten eine Ansteckung vermeiden. Das fängt schon beim Mindestabstand an.

Durch die Großzügigkeit meines Partners konnte ich mir einen ersten Eindruck verschaffen, wie in Japan die Menschen miteinander umgehen. Händeschütteln, was ich schon als Kind nicht mochte (geb dem Onkel die Hand... die schöne Hand) ist da verpönt, die Menschen grüssen sich mit einer Verbeugung die je nach Wertigkeit angedeutet bis sehr tief ausfällt. Drängeln an einer Verkaufttheke, oder im Zug: geht gar nicht. Da wird sich schön brav angestellt, und Abstand gehalten. Wer sich tatsächlich etwas eingefangen hat, der trägt aus Rücksicht auf andere Mundschutz. Lange bevor Covid in aller Munde war.

Man muss - besonders in Zeiten der Pandemie - nicht jede Massenvergnügung mitmachen. Die sozialen Kontakte braucht man dennoch nicht schleifen lassen.



Schöne Grüsse vom Lebenskünstler


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André Uhres Offline

Admin


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07.11.2023 15:29
#45 RE: pro und kontra Impfpflicht Zitat · Antworten

Ich bin auch geimpft - gegen Starrkrampf
Schade, dass es keine Impfung gegen Dummheit gibt, sonst müsste es eine entsprechende Impfpflicht für Politiker geben

Sarkastische Grüße
André


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Michael aus Zofingen Offline



Beiträge: 730
Punkte: 384

07.11.2023 17:26
#46 RE: pro und kontra Impfpflicht Zitat · Antworten

Zitat von Lebenskünstler im Beitrag #44
die allermeisten Massnahmen waren weit überzogen. Zum Beispiel durfte man sich in Bayern nicht auf einer Parkbank niederlassen, wenn man bei einem Spaziergang einmal ausruhen wollte, bzw musste, weil die Ausdauer bei alten Leuten nicht mehr so gut ist.

In einem anderen Bundesland wurden die sehr alten Leute im Heim in ihren Einzelzimmern prophylaktisch isoliert, ein gemeinsames Essen fand ebensowenig statt, wie die 2 x in der Woche angebotenen Spielnachmittage. Nur das Pflegepersonal wechselte - von einem Zimmer ins andere, und innerhalb der Gruppe. Für alte Leute, die mit 90 fast nichts mehr hören / sehen war das eine derartige Folter, dass sie jeden Lebenswillen verloren.




Hallo Lebenskünstler,

in der Schweiz waren die Maßnahmen weniger streng als in Deutschland, Frankreich, Italien usw., mit Masken, beginnenden Impfungen usw. war die Schweiz eher lahmarschig, aber trotzdem hat es die Bevölkerung nicht schlimmer erwischt, was Opferzahlen anbelangt (hochgerechnet auf die Einwohnerzahl). Wenn Parkbänke nicht benutzt werden sollten, wurden sie einfach mit Trassierbändern bespannt. So war die Polizei beschäftigt.

Die Grenzen wurden dichtgemacht, was teilweise recht stümperhaft geschah. Zwischen Konstanz (D) und Kreuzlingen (CH), was im Grunde genommen eine städtebauliche Einheit ist, wurde ebenfalls Trassierband gespannt, etwa auf Grünflächen, jedoch wäre ein illegales Überschreiten deutlich einfacher gewesen als früher zwischen Ost- und Westberlin. Mir ist auch nicht bekannt, ob auf die Kalkmützen der Bundespolizei auf in die Schweiz flüchtende oder das Grenzwachtkorps auf nach Deutschland flüchtende Personen geschossen haben. Ich glaube nein, oder wurde die Presse etwa zensiert, was im Notrecht auch in sogenannten demokratischen Rechtstaaten möglich ist?

Ein aus Wien stammender Büronachbar hatte erzählt, daß ein Bekannter von ihm gebüßt wurde, weil er im "falschen" Wiener Stadtteil eingekauft hatte. Mein Arbeitskollege war sauer, daß er an einem Wochenende zu einem Geburtstag nicht nach Wien konnte. Da das Geburtstagskind nicht mit ihm verwandt war, durfte er nicht über die Grenze. Dagegen durfte ein Projektmanager, der in Rheinfelden (D) wohnte und normalerweise jeden Tag nach Zofingen pendelte, dieses weiterhin tun, da er in einem systemrelevanten Betrieb arbeitete. Er tat es aber nur einmal pro Woche und arbeitete sonst im Homeoffice, was bei den Mitarbeitern, die die Stellung hielten (etwa mir) zu zusätzlicher Arbeit führte.

Gegen Anfang der Pandemie wurde in der Schweiz dringend empfohlen, jedoch nicht befohlen (wie in noch diktatorischeren Staaten), zu Hause zu bleiben. Offensichtlich war für besonders obrigkeitshörige Bünzlischweizer diese Empfehlung wie ein Befehl, und sie regten sich maßlos über diejenigen auf, die nicht zu Hause blieben. Dabei handelte es sich bei den angeprangerten Personen nicht nur um Leute, die Sicherheitsabstände mißachteten, häufiger als üblich zum Einkaufen gingen oder sich dort aufhielten, wo viele Leute waren, sondern auch um Leute, die allein das Haus verließen, etwa mit Hund, zum Wandern, Joggen, Velofahren, Motorrad fahren, Skifahren usw. Die Begründung der Nörgler: Wer etwa Motorrad fährt, setzt sich einem hohen Sicherheitsrisiko aus. Wenn das Spitalpersonal wegen Corona schon stark überlastet ist, sollte man nicht nur Situationen vermeiden, in denen man sich anstecken kann, sondern auch solche, in denen man verunfallen kann.
Manche Leserbriefschreiber forderten, daß ungeimpfte Personen, die an Corona erkranken, geimpfte Personen, die wegen "Leichtsinn" an Corona erkranken sowie Personen, die bei unnötigen Tätigkeiten verunfallen, im Spital nur mit niedriger Priorität behandeln sollte und daß diese Personen die Behandlung aus dem eigenen Sack bezahlen sollten.

Für diese Füdlibürger scheint barfußlaufen wohl auch eine "unnötige Tätigkeit" zu sein. Man könnte ja Krankheiten übertragen, anfälliger gegen Erkrankungen sein oder sich schwere Schnittverletzungen zufügen und damit das Spitalpersonal unnötig belasten. Dabei vergessen diese Leute, daß die meisten schweren Verletzungen im Haushalt passieren, etwa durch Sturz von der Leiter. Dieses habe ich in der Firma gelernt, wo alljährlich über die Sicherheit diskutiert wurde. Im Haushalt geschehen mehr schwere Unfälle als im Verkehr oder beim Sport. Im Beruf sind schwere Unfälle deutlich seltener. Am häufigsten verunfallen Temporärangestellte. Die Chemie- und Pharmaindustrie hat vergleichsweise wenig Unfälle, und die meisten Unfälle dort sind keine chemiespezifischen Verletzungen (Verätzungen, Verbrennungen, Vergiftungen), sondern solche, die auch anderswo passieren. Nur in zwei Berufen geschehen noch weniger Unfälle als in der Chemiebranche: bei Filmverleihern und bei Pfarrern.

Also war ich durch Arbeit im Betrieb sicherer als im Homeoffice!

Schöne Grüße
Michael aus Zofingen


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André Uhres Offline

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08.11.2023 13:56
#47 RE: pro und kontra Impfpflicht Zitat · Antworten

Mit der Empfehlung "geht so viel wie möglich aus dem Haus und in die frische Luft" wäre die Pandemie sicher milder verlaufen. Neben jede gesperrte Sitzbank hätte man außerdem einen Stuhl stellen können, die Möbelbranche hätte wohl nichts dagegen gehabt

Liebe Grüße
André


Montanara findet das Top
Montanara Offline




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09.11.2023 16:58
#48 RE: pro und kontra Impfpflicht Zitat · Antworten

Ich kann verstehen, dass Massnahmen verhängt wurden, die manche durchaus als diskriminierend empfunden haben: Man wusste nichts über das Virus, und man wollte die Bevölkerung keiner womöglich gefährlichen Seuche aussetzen. Jedoch hätten manche eher fragwürdigen Massnahmen durchaus schneller aufgehoben werden können.
Ich bin froh, dass bei uns die Schulen nur während zweier Wochen geschlossen waren. Ansonsten haben wir Masken getragen, die Kinder hat das im Gegensatz zu den Eltern nicht gestört, und ich als Fremdsprachenlehrperson durfte die Maske abnehmen, wenn ich den Kindern z.B. die Aussprache zeigen musste. Während der Pausen auf dem Schulhof waren die Kinder ohne Masken. Also alles entspannt.
In Schulen hielt ich Masken für sinnvoll. Es gibt genug Eltern, die ihre Kinder mit Fieber und Krankheitssymptomen in die Schule schicken, wo sie dann andere und auch uns Lehrpersonen anstecken. Wird jemand von uns krank, müssen wir anderen übernehmen, was zu teils erheblichen Mehrbelastungen führt. Bekanntlich gibt es ja soo viele von uns....(vorsicht, Ironie!)
Impfpflicht? Nein. Ich sehe das wie Lebenskünstler. Es ist ein Eingriff in den Körper. Empfehlungen, ja.
Wenn man nicht nur an sich selber denkt, aondern auch ans Allgemeinwohl, sind manche Massnahmen nur noch im ersten Moment diskriminierend. Zudem dauern sie ja nicht ewig. Mich erfüllt es mit Sorge, dass immer mehr Menschen nur an sich denken und ihre Interessen durchdrücken wollen, dabei aber die Gemeinschaft aus den Augen verlieren und daher jegliche Massnahmen zum Schutze aller vehement ablehnen. Rücksichtnehmen geht zunehmend verloren. Und braucht es Massnahmen nicht, weil es leider zu viele gibt, die nicht in der Lage sind, eigenverantwortlich zu handeln und zugleich Rücksicht auf andere zu nehmen?

Liebe Grüsse
Dorothea


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André Uhres Offline

Admin


Beiträge: 2.091
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10.11.2023 09:04
#49 RE: pro und kontra Impfpflicht Zitat · Antworten

Hallo Dorothea,

ein sehr guter Beitrag, vielen Dank dafür!

Zitat von Montanara im Beitrag #48
Rücksichtnehmen geht zunehmend verloren.

Ich glaube in der Tat, dass diese Entwicklung die eigentliche Ursache der Krisen ist, die die Welt jetzt an den Rand des Abgrunds bringen.

Liebe Grüße
André


stromkabelsalat Offline




Beiträge: 97
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11.11.2023 11:17
#50 RE: pro und kontra Impfpflicht Zitat · Antworten

Zitat von Montanara im Beitrag #48
Impfpflicht? Nein. Ich sehe das wie Lebenskünstler. Es ist ein Eingriff in den Körper.


Natürlich ist impfen ein Eingriff in den Körper.

Ich sehe aber folgende Problematik: Es gibt bestimmte Menschen, die können sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen. Diese Menschen können sich anstecken bei jemandem, der*die sich hätte impfen lassen können. Die Ansteckung wäre durch eine Impfung vielleicht vermeidbar gewesen.
Nun erkrankt der*diejenige der*die angesteckt wurde so schwer, dass er*sie sterben muss, Post-Covid erleiden muss oder zur Abschwächung der Krankheit eine OP durchführen lassen muss. Alles viel massivere Eingriffe in den Körper, als der kleine Pieks durch die Impfung.

Um also noch viel schwerere Eingriffe in den Körper zu vermeiden, hätte ich minimale Eingriffe in den Körper (Pieks durch die Impfung) schlicht in Kauf genommen, weil es das viel geringere "Übel" ist.


Lebenskünstler findet das nicht gut!
Michael aus Zofingen Offline



Beiträge: 730
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12.11.2023 14:17
#51 RE: pro und kontra Impfpflicht Zitat · Antworten

Zitat von stromkabelsalat im Beitrag #50


Natürlich ist impfen ein Eingriff in den Körper.
Ich sehe aber folgende Problematik: Es gibt bestimmte Menschen, die können sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen. Diese Menschen können sich anstecken bei jemandem, der*die sich hätte impfen lassen können. Die Ansteckung wäre durch eine Impfung vielleicht vermeidbar gewesen.

.................

Um also noch viel schwerere Eingriffe in den Körper zu vermeiden, hätte ich minimale Eingriffe in den Körper (Pieks durch die Impfung) schlicht in Kauf genommen, weil es das viel geringere "Übel" ist.


Hallo,

es gibt auch Menschen, die nicht nur gegen Covid-, sondern gegen alle Impfstoffe empfindlich sind und auch leicht an allen möglichen Krankheiten erkranken. Soll man dann alle anderen Menschen per Sattelbefehl vom Gesetzgeber gegen allen möglichen Impfstoffen vollpumpen, nur um die vergleichsweise wenigen empfindlichen Personen zu schützen? Irgendwann ist es unverhältnismäßig.
Dann könnte mal ja auch per Gesetz fordern, alle möglichen Stoffe in Lebensmitteln (Lactose, Glutamat usw.) zu verbieten, nur weil es Personen gibt, die dieses nicht vertragen.
Oder man müßte alle möglichen alkoholischen Getränke verbieten, nur damit Alkoholiker nicht rückfällig werden können.
Oder man müßte alle Autos und alle Wischphone verbieten, um zu verhindern, daß es tödliche Unfälle geben könnte, wenn ein Autofahrer während der Fahrt aufs Wischphon starrt, während gleichzeitig ein aufs Wischphon starrender Mensch über die Straße schreitet.

Schöne Grüße,
Michael aus Zofingen (freiwillig gegen Covid geimpft, freiwillig ohne Auto, freiwillig ohne Wischphon, freiwillig barfuß)


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eisbaer55 Offline




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13.11.2023 08:34
#52 RE: pro und kontra Impfpflicht Zitat · Antworten

Impfpflicht als Vorkehrung gegen die Übertragung von Covid19 ff. - seit geraumer Zeit WEISS man, daß die Impfung mit einiger Wahrscheinlichkeit vor schweren Verläufen schützt aber keineswegs davor, jemanden damit anzustecken bzw. selbst infiziert zu werden.

Ist also obsolet.

Wiewohl in der Vergangenheit ansteckende Krankheiten durch staatlich angeordnete Maßnahmen praktisch ausgerottet werden konnten.

https://www.unicef.de/informieren/aktuel...nkheiten/275236

(dies in Richtung der aus ideologischen Gründen fanatischen Impfverweigerer, sollten solche mitlesen)

Ich selbst hab mich anfänglich aus Sorge darüber impfen lassen, wie Du schreibst, der kleine Pieks stand für mich in keinem Verhältnis zur damals (!!!) prognostizierten Wirkung. Die 3. Impfung (alle mit Moderna) hab ich aus praktischen Gründen - sonst hätte ich eine wunderbare Vorstellung in der Wiener Staatsoper verpasst, damals war ein Impfzertifikat nötig um eingelassen zu werden, die Karten hatten wir schon lange vorher gekauft. Sonst hätte ich es nach der 2. Impfung sein gelassen, weil es schon absehbar war, daß die eigene Impfung nicht vor Ansteckung anderer Personen schützte.

Gut, daß diese Covid-Impfpflicht niemals Realität wurde.


Leider wurde durch das überschießende Polarisieren auf beiden Seiten viel Unheil angerichtet, Freundschaften gingen in Brüche und auch durch Familien gehen immer noch Risse, viele Menschen wurden zu "Gläubigen" jedweden Schxxx auf Telegram und anderen Quellen, Hauptsache "gegen Mainstream" ohne jede Vernunft.


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Montanara Offline




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14.11.2023 22:01
#53 RE: pro und kontra Impfpflicht Zitat · Antworten

[quote=Michael aus Zofingen
es gibt auch Menschen, die nicht nur gegen Covid-, sondern gegen alle Impfstoffe empfindlich sind und auch leicht an allen möglichen Krankheiten erkranken. Soll man dann alle anderen Menschen per Sattelbefehl vom Gesetzgeber gegen allen möglichen Impfstoffen vollpumpen, nur um die vergleichsweise wenigen empfindlichen Personen zu schützen? Irgendwann ist es unverhältnismäßig.
Dann könnte mal ja auch per Gesetz fordern, alle möglichen Stoffe in Lebensmitteln (Lactose, Glutamat usw.) zu verbieten, nur weil es Personen gibt, die dieses nicht vertragen.
Oder man müßte alle möglichen alkoholischen Getränke verbieten, nur damit Alkoholiker nicht rückfällig werden können.
Oder man müßte alle Autos und alle Wischphone verbieten, um zu verhindern, daß es tödliche Unfälle geben könnte, wenn ein Autofahrer während der Fahrt aufs Wischphon starrt, während gleichzeitig ein aufs Wischphon starrender Mensch über die Straße schreitet.
[/quote]

Dem kann ich nicht zustimmen. Irgendwo habe ich mal das Zitat "Die Stärke einer Gruppe zeigt sich in ihrem Umgang mit den Schwachen" gelesen. In diesem Sinne halte ich es für egoistisch, z.B. alte Menschen und solche, die leicht krank werden, einzusperren und von ihren Familien zu trennen, damit sich der Rest der Menschheit amüsieren kann.
Dein Vergleich hinkt meiner Meinung nach gewaltig: Alte und kranke Menschen sind gar nicht mal so sehr eine Minderheit. Zudem kann man nein sagen, diese von Dir aufgezählten Dinge nicht konsumieren - wie Du es ja selber tust. Das kann man bei einem Virus jedoch nicht. Man wird angesteckt. Klar kann man auch nein zur Impfung sagen, aber zu welchem Preis?! Seit Weihnachten vor einem Jahr geht ein Riss durch unsere Familie. Meiner Mutter wurde kurz vor Weihnanchten eine Brust amputiert, wegen Brustkrebs. Die Behörden empfahlen Feiern bis 10 Personen. Meine Nichte mit Familie liessen sich nicht impfen, sie gehören der Schwurbler-Fraktion an.
Wir Geschwister fanden aber, dass wir unsere frisch operierte und durch den Krebs geschwächte Mutter nicht unnötigen Gefahren aussetzen wollten. Daher fanden wir, dass die Ungeimpften lieber für sich feiern sollten. Ich hatte die Aufgabe, dies denen beizubringen, denn es war zu erwarten, dass sie beleidigt und ohne jegliches Verständnis reagieren würden. Hätte meine Schwester diese Aufgabe übernommen, dürfte sie ihre Enkelkinder nicht mehr sehen, daher fiel die Rolle mir zu. Seither reden die nicht mehr mit mir und finden, ich sei unreif usw. Ich kann damit leben - daher hatte ich auch eingewilligt, die Überbringerin der schlechten Botschaft zu sein. Hätten wir gemäss Deiner Logik gedacht, hätte meine frisch operierte Mutter allein zuhause feiern oder sogar im Krankenhaus bleiben müssen. Ehrlich gesagt lebe ich lieber mit der kindischen Reaktion meiner Nichte und ein Paar Piksen in meinen Arm, als das in Kauf zu nehmen.

Liebe Grüsse
Dorothea
Freiwillig geimpft, freiwillig mit Auto (immerhin elektrisch), freiwillig mit Wischphon (alles eine Frage des Masses, wie das Auto auch!) und freiwillig barfuss.


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André Uhres Offline

Admin


Beiträge: 2.091
Punkte: 327

14.11.2023 23:46
#54 RE: pro und kontra Impfpflicht Zitat · Antworten

Liebe Dorothea,

ich finde, man soll leben und leben lassen, und in diesem Sinn hast du perfekt reagiert!

Liebe Grüße
André


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